Donnerstag, 2. September 2010

„Mit ´nem kleenen Stückchen Glück“

Szene aus der Operette „Die lustige Witwe“ von Franz Lehár
Foto: Zoltán Pázmány


Temeswarer Opern- und Operettenfestival mit Gästen aus St. Pölten
Ein letztes unbeschwertes Sommerfest im Freien: Die Temeswarer Musikliebhaber konnten sich das viertägige Opern- und Operettenfestival open air nicht entgehen lassen. Die abendfüllenden Darbietungen dieser VI. Festivalsauflage im Sommergarten des Rosenparks lockten am letzten Wochenende Tausende Musikfans (Der freie Eintritt war schon ein Anreiz), nicht nur Stammpublikum sondern auch allerhand „Laien“, Spazier- und Müßiggänger, Anrainer, nostalgische Rentner, Familien mit Kindern und gar Hunden an der Leine und jede Menge Nachtfalter an. Und wenn es die echten Opernfans auch etwas befremdend empfanden: Die Düfte aus den Buden um den Sommergarten mit „mititei“, Popcorn, Pfannkuchen und Erfrischungsgetränken taten das ihre für das abendliche Fest am Begaufer. Und mit „My Fair Lady“ von Frederick Loewe, dem schäumenden, populärsten Musical der Welt, gelang der Temeswarer Staatsoper (Mitveranstalter waren die Kommunalverwaltung und das städtische Kulturhaus) am letzten Abend dann auch wirklich ein richtig „gemütliches und romantisches Kulturereignis“ (so der zufriedene Operndirektor Corneliu Murgu). Beliebte Lieder wie „Es grünt so grün“, „Ohne dich“ oder „Mit ´nem kleenen Stückchen Glück“ und andere kamen zu Gehör und wurden gar mitgesungen. Für Mariana Sarba (Eliza Doolittle) und Octavian Vlaicu (Henry Higgins) gab es dementsprechend viel Beifall. Die musikalische Leitung hatte Victor Dumanescu inne.
2.500 begeisterte Zuschauer sahen schon zum Festivalauftakt die Oper in vier Akten „Carmen“ (künstlerische Regie Marina Emandi-Tiron, musikalische Leitung Victor Dumanescu) des französischen Komponisten der Romantik Georges Bizet. In den Hauptrollen: Carmen Avarvari ( Carmen), Marius Vlad Budoiu (Don Jose) und Bogdan Zaharia (Escamillo). Für die zahlreichen Freunde der Wiener Operette und Musik gab es am Freitag Abend eines der schönsten Musikwerke des Genres, die Operette „Die lustige Witwe“ von Franz Lehár (Libretto: V. Leon und L. Stein). Zu den Hauptdarstellern - Spielleitung Mario de Carlo- gehörten Octavian Vlaicu (Mirko Zeta), Narcisa Brumar (Valencienne) und Christian Rudik (Danilo). Die Überraschung dieser Auflage bot erstmals als Gast in der Begastadt das Ballettensemble aus St. Pölten (Österreich) mit dem Ballett „Wiener Blut“ auf die unsterblichen Walzer von Johann Strauss und Franz Lehar am Samstag Abend. Für die Choreographie zeichnete Michael Fichtenbaum. Es wirkten u.a. Kristin Chantal, Daria Suzi, Anastasia Egorova, Tiago Mendes und Rory Ronilson mit. Zur Freude der Kleinsten wurde es am Sonntag, um 12 Uhr, auch eine Kindervorstellung mit der Kinderoper „Der gestiefelte Kater“ von C. Trailescu dargeboten.
Balthasar Waitz

BANAT AKTUELL

Änderungen im Fahrplan
Fahrplanänderung beim Temeswarer Nahverkehrsbetrieb (RATT) - Die Fahrgäste der Linie 44 müssen sich ab dem 1. September auf neue Veränderungen im Fahrplan einstellen: Die Buslinie Nummer 44 wurde diese Woche eingestellt und mit der Buslinie 21 ersetzt. Mit dem Fahrplanwechsel wird der Bus Nr. 21 ab heute auf folgenden Straßen verkehren: Câmpului – Levantica – Batania – Torac – Stefan cel Mare – Iepurelui – A. Saguna – Miristei – Bistritei – Albastrelelor – Tata Oancea – Martir Cornel Popescu – Bistritei – Miristei – I. Vulcan – A. Saguna.

Messe für Baumaterial und Innenausstattung
Wer sich für die neuen Markttendenzen rund um Haus und Wohnkomfort interessiert, kann am Wochenende im Temeswarer Einkaufszentrum „Iulius Mall“ vorbeischauen. Hier findet zwischen dem 3. und dem 5. September die Messe „Alles für dein Haus – Home Expo“ statt. Rund 40 Unternehmen unter anderen Möbel-, Dekorations- und Baufirmen werden im Rahmen der Messe die neuesten Erzeugnisse dieser Branche zum Verkauf anbieten.

Spielzeugaustausch bei Diverta
In den Papiergeschäften Diverta läuft derzeit eine Förderkampagne für Kindergärten und –heime: Jeder, der ein altes Spielzeug spendet, bekommt eine Gutscheinkarte, die er bis zum Ende der Kampagne einlösen kann. Für ein gespendetes Spielzeug gibt es 15 Prozent Rabatt bei jedwelcher Ware, die man in den Papiergeschäften Diverta kauft. Die Förderkampagne läuft noch bis zum 31. Oktober. Das eingesammelte Spielzeug wird an Kindergärten und Kinderheime im ganzen Land verteilt. Diverta-Geschäfte gibt es in Temeswar/Timisoara im Einkaufszentrum „Iulius Mall“ und am Libertatii-Platz.

Die Festtage des Stadtviertels Freidorf
Die Bürger des Temeswarer Stadtteils Freidorf sind am Wochenende zum Feier eingeladen: Zwischen dem 3. und 5. September finden im Petöfi-Park die „Festtage des Stadtviertels Freidorf“ statt. Rock- und Volksmusik, Mal- und Fahrradwettbewerbe sowie Fußballspiele stehen in diesem Jahr auf dem Programm. Die Veranstaltungsreihe beginnt am Freitag, dem 3. September, um 10 Uhr mit einem Fahrrad- und Malwettbewerb. Um 13 Uhr starten dann die Treffen um den Freidorfer Fußballpokal. Die Musikbands Sanctuar und Kiroptera werden am Abend, um 18 Uhr ein Konzert abgeben. Am Samstag- und Sonntagabend wird dann das „Timisul“-Ensemble des Temeswarer Kulturhauses auftreten.

Temeswarer Künstler in Heidelberg
„Refugien – Zeitgenössische Kunst aus Rumänien“ betitelt sich die Ausstellung, die im September im Foyer des Rathauses in Heidelberg zu sehen ist. Für die Werke, die ausgestellt werden, zeichnen die Temeswarer Künstler der Gruppe „Matca“: Oana Bolog Bleich, Andreea Foanene und Filip Petcu. Die Vernissage der Ausstellung findet am Montag, dem 6. September, um 18 Uhr statt. Die Schau ist bis zum 25. September zu sehen und wurde von der „A. I. Cuza“ - Gesellschaft für Literatur, Musik und Kunst e.V. in Heidelberg in Zusammenarbeit mit der Temeswarer Kulturstiftung „First“ und der Stadt Heidelberg organisiert.
Zusammengestellt von Ana Saliste

Theater: Premiere, ohne Premiere

DSTT spielt nur noch Wiederholungsstücke
Von Siegfried Thiel

Gerade hatte das Deutsche Staatstheater in Temeswar (DSTT) wieder begonnen, an Zuschauern massiv dazu zu gewinnen, nun bleiben für den kommenden Herbst die Premieren aus. Mit der Hälfte des Haushalts von 2009 muss das Theater in diesem Jahr auskommen, das Geld ist derzeit jedoch so gut wie aufgebraucht. Geld sei nur noch ganz wenig da, und das reiche gerade Mal, um in den kommenden Wochen die Nebenkosten zu begleichen, sagt Lucian Varsandan, Intendant des Deutschen Staatstheaters. Zunächst wird auf die geplante Premiere von Schillers „Don Carlos“ verzichtet, von weiteren Erstaufführungen ebenfalls keine Spur. Das DSTT tritt innerhalb eines Jahres in gleich mehreren (ehemaligen) Siedlungsgebieten der Deutschen in Rumänien auf. Deshalb sehen einige gar die Chance des Theater in der Trägerschaft des Kulturministeriums, was möglicherweise ein besseres Verständnis von ganz oben auch für die personellen Belange des Theaters bedeuten könnte, denn die Idee von künftigen Personalreduzierungen ist ja noch nicht gänzlich weg vom Tisch - Auch im negativen Sinn passt das „aufgeschoben heißt nicht aufgehoben“.
Was jetzt geschieht, ist in vielen Hinsichten unprofessionell und auch gefährlich, sagt Lucian Varsandan. Nicht nur finanzmäßig sieht er ein Problem, da sich die Zuschauer nicht über lange Zeit nur Wiederholungsstücke bieten lassen, sondern er glaubt, dass auch jahrelange Aufbauarbeit verloren gehe: „Meine Kollegen sind auf einer Sommerschule in Wolfsberg/Garana und dann proben sie Monate lang keine neuen Stücke. In der Kunst kann man Qualität nur durch regelmäßiges Praktizieren erreichen“, sagt der Intendant der Banater Zeitung gegenüber.
„Es ist unsere Pflicht, Theater zu produzieren und zu verbreiten“, sagt Lucian Varsandan. Er weiß, dass es die einfache Alternative gäbe, mit Poesieabenden die Statistik zu frisieren, doch das ist für ihn nicht Sinn der Sache. Zwar hat das Deutsches Staatstheater nach Aussagen von Lucian Varsandan ein breites Repertoire, aber auch dazu sind zusätzliche Kosten gefragt; zum Beispiel, wenn Gastschauspieler in die gewünschten Rollen schlüpfen müssen.
Das Deutsche und das Ungarische Staatstheater in Temeswar wurden bei der im Juli vorgenommenen Haushaltsumschichtung vom Stadtrat nicht berücksichtigt.
Noch mehr, es geht das Gerücht, dass die Stadt dem DSTT für die zweite Jahreshälfte überhaupt kein Geld zugesagt hatte und die nächste Haushaltsumschichtung kommt eventuell erst im Oktober zur Debatte. Dabei sollte das Theater in der zweiten Hälfte 2010 seine Ausgaben um 20 Prozent drosseln – wohl auch in den kommenden Monaten, wenn dem Ensemble so gut wie Null Lei zur Verfügung stehen.

Banater Persönlichkeiten

Humorvolle Revue eine humorlosen Zeit
Einen sicheren Platz in der rumäniendeutschen Literatur und Kulturszene hat auch der aus dem Banat gebürtige Schriftsteller, Publizist und Kulturpolitiker der deutschen Minderheit, Franz Storch (geb. 11.09.1927- gest. 6.06.1982). Der gebürtige Temeswarer besuchte in der Heimatstadt das Gymnasium, war darauf in einem Chemiebetrieb tätig und kam über das Deutsche Antifaschistische Komitee als ein Mann der ersten Stunde noch im Gründungsjahr 1949 zur Tageszeitung „Neuer Weg“.1964 kam er als Redakteur zur Zeitschrift „Volk und Kultur“. Als Chefredakteur regte er 1969-1982 (Tod nach schwerem Leiden am 6. Juni 1982 in Bukarest) eine komplexe Beschäftigung mit dem Erbe und Kulturschaffen der Deutschen, von Volkskunde bis zur Kunst, Musik, Literatur und Theater, an. 1977 wurde er stellvertretender Vorsitzender des Rumänischen Schriftstellerverbandes. Sein Schaffen wurde mit einem Preis des Rumänischen Schriftstellerverbandes ausgezeichnet. Zu seinem vielseitigen Werk (Prosa, Lyrik, Publizistik), in dem er die „neue“ Epoche, aber auch Kriegs- und Nachkriegszeit facettenreich und zumeist mit Humor und Satire geschildert hat, sind erstens seine Kurzprosabände „Das Pfauenrad“, „Am Rande des Kerzenscheins“, „Im Krawallhaus“, „Sonst geschah nichts“ und „Zwischenstation“ zu nennen. Postum erschienen noch „Die singende Uhr“ (1983) und „Silben im Wind“ (1987). Sein Debütband war der SF-Roman „Gebannte Schatten“ (1959). Es folgten die Romane „Drei schwere Tage“ (1968) und der Kriminalroman „Der Fall Nr. 13“ (1974). In den letzten Lebensjahren, 1977-1981, veröffentlichte er auch drei Lyrikbände.(bw)

Temeswarer Airport trotzt der Krise

Cornel Samartinean: „Der Flughafen kennt keine Krise”.
Foto: Raluca Nelepcu


Gespräch mit Flughafendirektor Cornel Samartinean

Ganz viel zu tun hat Flughafendirektor Cornel Samartinean (43), denn immerhin muss bis Jahresende das neue Terminal für den Non-Schengen-Verkehr beendet werden. Außerdem plant der Leiter des internationalen Traian-Vuia-Flughafens in Temeswar/Timisoara, den Airport nach westeuropäischem Vorbild umzugestalten und hier verschiedene Kulturereignisse zu organisieren. Was Cornel Samartinean seit Jahresbeginn umgesetzt hat, wie der Flughafen der Krise trotzt und was für Projekte noch bevorstehen, verrät Samartinean in folgendem Gespräch. Das Interview verlief per E-mail.

Welche Projekte haben Sie im Plan, um den Traian-Vuia-Flughafen attraktiver zu gestalten?

Zur Zeit befinden sich mehrere Projekte in vollem Gange. Eine Investition ist das Non-Schengen-Terminal, das in kurzer Zeit fertiggestellt wird. Für die Fluggäste haben wir bereits das Projekt „Der internationale Flughafen Temeswar – ein kulturelles Tor des Banats” initiiert. Das Projekt kommt den Kultureinrichtungen entgegen, die ihre Ereignisse kostenlos auf dem Flughafen vorstellen dürfen, aber auch den Passagieren, die sich diverse Informationen über Kunst, Kultur, Geschichte und Ethnographie aneignen können. Wir wollen im Flughafenraum verschiedene Ausstellungen und sogar Mini-Konzerte organisieren.
Für das breite Publikum bereiten wir einen Tag der offenen Tür vor, und ab Herbst werden wir ganz bestimmt wieder Kindergartenkinder und Schüler aus dem Verwaltungskreis Temesch empfangen und ihnen den Flughafen zeigen.
Auf wirtschaftlicher Ebene möchten wir je mehr Fluggesellschaften anlocken, um den Passagieren je mehr Reiseziele anbieten zu können. Der Flughafen bedient Fluggäste aus den benachbarten Verwaltungskreisen, aber auch aus den Nachbarländern Serbien und Ungarn.

Was hat sich am Flughafen während Ihrer Amtszeit verändert?

Ich denke, die sichtbarste Veränderung ist der Bau des neuen Non-Schengen-Terminals. Als ich im Januar das Amt des Flughafendirektors angetreten habe, stand nur der Fundamentbau. Ich habe strenge Baufristen auferlegt, es wurde effizient und konstant gearbeitet, damit wir ab März kommenden Jahres den Non-Schengen-Verkehr einführen können.

Inwiefern wurde der Flughafen von der Wirtschaftskrise betroffen?

Die Wirtschaftslage hat die Flughafenverwaltung gezwungen, Anpassungsmöglichkeiten an die aktuellen Gegenbenheiten zu erarbeiten, so dass die finanziellen Ergebnisse positiv ausfallen. Aus unserer Bilanz ist ersichtlich, dass wir ein deutliches Wachstum der Einnahmen, der Passagierzahl und der Warentransporte verzeichnen. Nur ein Beispiel: Der Profit hat sich im Vergleich zur selben Zeitspanne 2009 vervierfacht und der Umsatz ist um etwa 40 Prozent gestiegen. Das finanzielle Wachstum ist einem besseren Management der Finanzen und der Verringerung der Ausgaben zu verdanken. Wir haben es geschafft, unsere Einnahmen zu steigern, indem wir einige Dienstleistungen, die wir den Fluggesellschaften und den Passagieren anbieten, vernünftig nutzen. Gleichzeitig haben wir Ausgaben gestrichen, die sich als ungeeignet herausstellten. Die Tatsache, dass die Billigfluggesellschaft Blue Air Temeswar verlassen hat, beeinflusst uns nur in geringem Maße, weil Bukarest eines der gefragtesten Reiseziele ist. Die Passagiere nutzen nun andere Anbieter. Wir tragen keine Schuld an der Entscheidung der Billigairline, das ist eben die gegenwärtige Politik der Gesellschaft, die zahlreiche Flüge von verschiedenen Flughäfen in Rumänien gestrichen hat.

Welche war die schwierigste Situation, mit der Sie sich im Laufe Ihres Amtes auseinandergesetzt haben?

Ich glaube, das schwierigste war, die Entscheidung zu treffen zwischen meiner Position in der Firma, die ich mehr als 15 Jahre lang aufgebaut habe (Anm. d. Red. ein Textilunternehmen), und einem öffentlichen Amt, jenes des Flughafendirektors. Ein guter Manager erzielt gute Leistungen, egal an welcher Stelle. Ich habe diese Funktion als Herausforderung angenommen und sehr viel in einer sehr kurzen Zeit gelernt.

Welche Vorbereitungen müssen am Flughafen getroffen werden, im Kontext des Beitritts Rumäniens zum Schengener Raum?

Um die Ein- und Ausreise aus dem Schengenraum zu ermöglichen, wurde eine Investition von über drei Millionen Euro getätigt. Die europäischen Regelungen im Flugbereich sehen die Trennung des Passagier- und Gepäckflusses aus den Non-Schengen-Ländern von jenen aus den Schengen-Ländern vor.
Ab 2011 werden die Reiseziele aus Rumänien und den Schengener Ländern als interne Ziele betrachtet. Die Passagiere, die in Richtung Rumänien und in die Schengen-Länder fliegen, werden keine Grenzformalitäten mehr erledigen müssen. Die Sicherheitsmaßnahmen bleiben aber erhalten. Die Flüge in die Nicht-Schengen-Länder werden als externe Flüge betrachtet. Die Passagiere werden das neue Terminal benutzen und sich der Grenzkontrolle und jener der Grenzpolizei und des Zolls unterziehen.

In welchem Stadium befindet sich der Neubau? Welche Vorteile/Pflichten bringt das Non-Schengen-Terminal?

Der Bau ist beendet, nun müssen Sicherheitsapparatur und Innenausstattung dazukommen, wobei Ende des Jahres eine Kommission überprüfen wird, ob wir alle Bedingungen für den Non-Schengen-Flugverkehr erfüllen. Der Neubau wird in Temeswar, genauso wie in Bukarest Otopeni und Klausenburg/Cluj , als Non-Schengen-Terminal genutzt.
Der Schengener Raum ist nicht mit der Europäischen Union gleichzustellen. Als Beispiel: England ist in der EU, gehört aber nicht dem Schengenraum an, so dass für alle Flüge von und nach England separate Terminals nötig sind. Anders ist es beispielsweise im Falle von Frankreich oder Italien. Rumänien tritt dem Schengener Raum im März 2011 bei. Von nicht akkreditierten Flughäfen aus werden keine Non-Schengen-Reiseziele angeflogen werden können. Von Temeswar aus gibt es vorläufig sechs Non-Schengen-Ziele: London in England, Odessa, Lemberg/L`wiw und Tschernowitz/Cernauti in der Ukraine, Chisinau/Kischinjow in der Republik Moldau und Antalija in der Türkei. Wir wollen die Anzahl dieser Reiseziele vergrößern. Das neue Terminal war notwendig, weil wir ein konstantes Wachstum der Flugziele, aber auch der Passagierzahl aus den Non-Schengen-Ländern verzeichnen, von ungefähr fünf Prozent im Jahr 2005 auf bis zu 13,2 Prozent im vergangenen Jahr. Nachdem das neue Terminal in Betrieb genommen wird, rechnen wir mit einem Wachstum der Passagierzahlen um 20-30 Prozent.

Wie sehen Sie die Zukunft des Flughafens, was die Aktienanteile betrifft?
Ich denke nicht, dass sich etwas verändern wird. Der Flughafen funktioniert gut und bringt Profit.


In welchem Maße stellt der Flughafen in Arad eine Konkurrenz dar?
Von meinem Gesichtspunkt aus stellt der Arader Flughafen keine Konkurrenz für uns dar. Ab August gibt es in Arad keine regelmäßigen Flüge mehr, während vom Internationalen Flughafen Temeswar täglich 80 Flüge abgefertigt werden. Gegenwärtig stellen die Fluggesellschaften ihren Passagieren Transportmöglichkeiten aus Arad zur Verfügung und befördern diese mit Hilfe des „Bus & Fly”-Systems nach Temeswar.

Geldstrafen in Höhe von Zehntausende Euro pro Tag

Staubemissionen könnten Rumänien teuer zu stehen kommen
Dem rumänischen Staatshaushalt fehlt es an allen Ecken und Enden an Geld. Die Regierung sucht verzweifelt nach Methoden, um die finanzielle Lage etwas zu verbessern (nun ist die Debatte um die Besteuerung der Urheberrechte im vollen Gang).
In dieser sowieso geldkargen Zeit könnten nun weitere unerwartete Kosten auf Rumänien zukommen. Es geht in diesem Fall um Geldbußen wegen den hohen Staubemissionen, die die erlaubten EU-Werte deutlich übertreffen. Temeswar/Timisoara stellt in dieser Hinsicht keine Ausnahme dar. 46 Mal wurden die erlaubten Höchstwerte in diesem Jahr überschritten. Durch den Beitrittsvertrag zur Europäischen Union hat sich Rumänien dazu verpflichtet, dass die Höchstwerte nicht mehr als sieben mal pro Jahr, in einer Stadt, überschritten werden dürfen.
Aus diesem Grund könnten Rumänien Zehntausende Euro pro Tag Strafe auferlegt werden. Ein noch düstereres Szenario – jedenfalls für einige, für andere könnte es ein Grund zur Freude sein – besagt, dass Rumänien sogar aus der Europäischen Union rausgeworfen werden könnte. Alina C²lu{eriu aus der Führungsetage des Temescher Umweltamts erklärt, dass die Bußgelder vom Europäischen Gerichtshof verhängt werden. Ihrer Aussagen nach wurde das sogenannte Infringementverfahren, durch das Rumänien Strafen verhängt werden könnte, bereits eingeleitet. „Die Sachlage ist sehr ernst“, sagte Caluseriu während der Sitzung, bei der sich Fachleute aus dem Kreis Temesch/Timis in der Temescher Präfektur trafen, um Lösungen in dieser Hinsicht zu finden. Die Verantwortlichen erklärten, dass die meisten Überschreitungen der Grenzwerte im Monat Juli, auf der Schager, beziehungsweise auf der Arader Straße verzeichnet wurden.
Marian Eperies, Leiter der Umweltpolizei des Verwaltungskreises Temesch, sagte, dass aufgrund dieser Grenzwertüberschreitungen dem Temeswarer Bürgermeisteramt eine Verwarnung ausgesprochen wurde. Diese ihrerseits hat mehrere Unternehmen verwarnt.
Adrian Bere, Leiter der Umweltbehörde innerhalb des Temeswarer Bürgermeisteramts, meint, dass die vielen Baustellen in der Stadt Schuld an dieser Sachlage sind. Ein weiter Grund für die hohe Luftverschmutzung soll die Schließung der Umgehungsstraße im Monat Juli dargestellt haben.
Nach Lösungen wird noch gesucht, eine davon fiel den Verantwortlichen aus dem Bürgermeisteramt ziemlich schnell ein: Die Schließung der Messanlagen für Luftverschmutzung, damit die häufigen Grenzwertüberschreitungen nicht mehr aufgezeichnet werden können. Dies ist jedoch nicht möglich, da die Messanlagen per Internet an die Europäische Umweltschutzbehörde angeschlossen sind.
Eine der Lösungen für die Verminderung der Anzahl der Staubpartikel in Temeswar, die das Bürgermeisteramt bislang eingeführt hatte, nämlich die Straßenreinigung mit Wasserstrahlen, musste aus Geldmangel ab dem 31. August eingestellt werden.
Olivian Ieremiciu

Patriarch weiht Kathedrale

Patriarch Daniel wird Ehrendoktor der Reschitzaer Universität
Karansebesch/Reschitza (BZ) – Patriarch Daniel der rumänisch-orthodoxen Kirche wird am Sonntag, dem 12. September, die rumänisch-orthodoxe Bischofskathedrale „Auferstehung des Herrn“ in Karansebesch einweihen. Das Ereignis beginnt, wie aus Kreisen der Diözese Karansebesch verlautbart wurde, um 8,30 Uhr mit der Weihemesse, auf welche die Heilige Sonntagsmesse folgt.
Als „moralischen Autor“ der Kathedrale nennt der Karansebescher Bischof Lucian Mic den ersten Bischof und späteren Patriarch der rumänisch-orthodoxen Kirche (der zeitweilig als Patriarch auch Premierminister Rumäniens war), Miron Mitrea, der aus Karansebesch stammte. Das Bistum Karansebesch ist 1949 aufgelöst worden und wurde 1994 wieder geschaffen. Bischof Emilian Birdas, der sich als eifriger Kirchen- und Klosterbauer erwies, war der erste Bischof nach der Wende und auf ihn gehen auch erste Pläne zum Bau der neuen Bischofskathedrale zurück. Ihr Grundstein wurde – ohne Baugenehmigung – am 27. Oktober 1996 gelegt. Unter Bischof Laurentiu Streza, dem heutigen Metropoliten Siebenbürgens mit Sitz in Hermannstadt, gelang es der orthodoxen Kirche, zahlreiche umfangreiche Geldschenkungen vom rumänischen Staat zu bekommen, mittels derer der Kathedralenbau zügig vorangetrieben wurde. Nach einer neuerlichen massiven Finanzspritze in diesem Jahr gelang es, dass der Bau 2010 zur Weihe fertiggestellt wurde. Ursprünglich sollte die Weihe bereits im Frühjahr, um die Osterzeit, stattfinden, doch war dafür im Terminkalender des Patriarchen kein Datum festzulegen.
Patriarch Daniel wird im Rahmen seines dreitätigen Besuchs im Banater Bergland von der Universität „Eftimie Murgu“ in Reschitza die Ehrendoktorwürde verliehen.

Donnerstag, 26. August 2010

Sechstes Opern- und Operettenfestival



Die Opernaufführungen werden am kommenden Wochenende unter freiem Himmel stattfinden.
Foto: Zoltán Pázmány


„Die lustige Witwe“ und „Carmen“ im Rosenpark
ao. Temeswar – Es ist bereits zur Tradition geworden: Am letzten Wochenende im August können die Temeswarer Opern und Operetten live im Rosenpark erleben. Zwischen dem 26. und dem 29. August findet das sechste Opern- und Operettenfestival in Temeswar/Timisoara statt. Das Ereignis soll das Kulturleben fördern und allen die Möglichkeit geben, Aufführungen der Temeswarer Staatsoper kostenlos zu verfolgen. Vier Tage lang werden auf der Bühne im Rosenpark zahlreiche Stücke aufgeführt.
Das Festival beginnt morgen im Rosenpark: „Carmen“ von Georges Bizet eröffnet in diesem Jahr die Reihe der Aufführungen. Für Freitag, dem 27. August, ist die Operette „Die lustige Witwe“ von Franz Lehár programmiert. Am Samstag kann die komische Operette in drei Akten „Wiener Blut“ von Johann Strauss und Franz Lehár gesehen werden. An der Aufführung beteiligt sich das österreichische Ballettensemble aus St. Polten. Am Sonntag, dem 29. August, wird um 12 Uhr die Oper für Kinder „Der gestiefelte Kater“ von Cornel Trailescu aufgeführt. Abends wird dann „My fair lady“ von Frederick Loewe vorgestellt. Alle Aufführungen beginnen kurz vor Einbruch der Dunkelheit, um 20.30 Uhr. Der Eintritt ist frei.
Das erste Opern- und Operettenfestival fand 2005 in Temeswar statt, seitdem lockt das Festival jährlich zahlreiche Operngänger in den Rosenpark. Die Veranstalter versuchen jedes Jahr andere Aufführungen zu präsentieren. Im vergangenen Jahr wurden auf der Bühne im Temeswarer Rosenpark Opern und Operetten wie „Nabucco“ von Giuseppe Verdi, „Der Barbier von Sevilla“ von Gioacchino Rossini oder das Stück für Kinder „Hänsel und Gretel“ von Engelbert Humperdinck aufgeführt.

Die Lugoscher freuen sich

Zahlreiche Autos befahren kurz nach der offiziellen Einweihung die Umgehungsstraße der Stadt Lugosch.
Foto: Raluca Nelepcu



Ringstraße leitet Schwerverkehr um
rn. Lugosch – Die Freude stand ihnen regelrecht ins Gesicht geschrieben: Die Lugoscher, die am Samstagnachmittag über die erst vor einigen Stunden offiziell eingeweihte Ringstraße fuhren, zeigten sich begeistert von der Straße, die die Stadt vom gesamten Schwerverkehr entlastet. Zwei Jahre hat es gedauert, bis die Ringstraße der Stadt Lugosch/Lugoj im Verwaltungskreis Temesch/Timis gebaut wurde, 24 Millionen Euro hat das Unterfangen gekostet, worum sich das portugiesische Joint-Venture Monte Adriano/Soares da Costa kümmern musste. „Die Straße ist eben“, stellte der rumänische Premierminister Emil Boc infolge eines sogenannten „siebenbürgischen Testes“ bei seinem Besuch in Lugosch fest. (die ADZ berichtete) Die Umgehungsstraße der Stadt an der Temesch ist eine der wenigen Straßen, die im Banat termingerecht fertiggestellt wurden. Die im Vertrag festgehaltene Baufrist wurde eingehalten.
2008 begannen die Bauarbeiten an der Ringstraße, im März diesen Jahres sollte sie für den Verkehr geöffnet werden. Doch dann kam es doch anders: Einige Grundstücksbesitzer aus der Ortschaft Costei wollten die Entschädigung nicht akzeptieren, die ihnen der rumänische Staat für ihre Grundflächen, die von der Umgehungsstraße durchquert wurden, zahlen wollte. Der Disput ließ sich regeln – der Staat zahlte Entschädigungen im Gesamtwert von 3,4 Millionen Euro. Dann tauchte ein anderes Problem auf: Ein Gasrohr musste verlegt werden. Die Arbeiten verzögerten sich um einige Monate, bis es dann am 15. August soweit war: Das Regionalamt für Straßen- und Brückenbau meldete die Beendung der Bauarbeiten.
Die Lugoscher Ringstraße wurde zu drei Vierteln über nicht rückzahlbare EU-Mittel finanziert, den Rest steuerte die rumänische Regierung bei. Sie ist 9,6 Kilometer lang und umfasst drei Brücken und 19 Überführungen. Nachdem nun der Schwerverkehr nicht mehr über die engen Straßen in der Stadt rollt, sollen diese generalüberholt werden. Zu den Straßen, die am meisten beschädigt wurden, gehört die Bucegi-Straße, die durch das Zentrum führt. Hier müssen Autofahrer auf die zahlreichen Wellen und Risse im Asphalt achten.

Das Grillengezirpe im Botanischen Garten


Lioara Peta (24) wohnt im Temeswarer Dacia-Viertel. Sie hat die Fakultät für Kommunikationswissenschaften an der West-Uni abgeschlossen.

Zum Sehen
: Die Synagoge in der Innenstadt, weil die Architektur absolut faszinierend ist. Ich selbst habe sie auch erst vor Kurzem entdeckt. Es ist beeindruckend, dass bei einem so großen Gebäude die Details erhalten geblieben sind.

Zum Hören: Das Grillengezirpe am Abend im Botanischen Garten, in Begleitung eines Menschen, den man gern hat. Man kann auf dem Gras liegen und die Sterne bewundern.

Zum Genießen: Ein Kuchen im Restaurant „Casa cu flori“ in der Alba-Iulia-Straße. Ich würde einen „Mimoza“-Kuchen empfehlen – für Leute, die süßigkeitenabhängig sind so wie ich. Aber Achtung: Der Kuchen enthält wirklich sehr, sehr viel Zucker.