st. Temeswar - 9.444 Firmen kamen in diesem Jahr für das Ranking der Industrie- und Handelskammer des Kreises Temesch in Frage, 404 erhielten vor vollem Haus im Regionalen Geschäftszentrum ihre Auszeichnungen in den verschiedenen Bereichen. Aufgeteilt wurden die Firmen auf sechs Wirtschaftsbereiche, unterteilt auf 46 Tätigkeitsfelder und diese ihrerseits auf fünf Größenordnungen. Diese nahezu 9.500 gewerteten Firmen wurden unter den nahezu 27.000 Unternehmen des Kreises Temesch ausgewählt, und um überhaupt in Frage zu kommen gab es ein einziges Kriterium: man musste rechtzeitig die Handelsbilanz für das Geschäftsjahr 2007 hinterlegt haben. „Die Auszeichnungen sind eine Visitenkarte für die Firma selbst, aber auch für den Kreis Temesch/Timis, sagte der IHK-Präsident Georgica Cornu, der die Trophäenverleihung übernommen hatte.
Bei der Preisverleihung im Regionalen Geschäftszentrum
Foto: Árpád László
Darüber kann man nun streiten, inwiefern es als Nachlässigkeit gewertet werden muss, wenn fast zwei Drittel aller Firmen es versäumen, ihre Bilanz rechtzeitig abzugeben. Kein Zweifel, manche davon haben ihren Betrieb eingestellt und laufen nur noch ganz nebenbei in der Gesamtstatistik. Noch immer geht jedoch das Gerücht, dass zumindest Firmen, deren Tätigkeit sich oft am Rande der Schattenwirtschaft bewegt, absichtlich ihre Bilanz verspätet abgeben, um ja nicht gewertet und ins Rampenlicht der Öffentlichkeit zu gelangen. Vor Jahren hatten sich angeblich auch Inhaber gut gehender Firmen geweigert, ins Klassement der Bestfirmen aufgenommen zu werden, denn die Finanzbehörden sollen sich bei den ausgezeichneten Unternehmen in den Wochen nach der Rankingbekanntgabe die Klinke buchstäblich in die Hand gegeben haben. In Kennerkreisen wird behauptet, dass dies heute längst nicht mehr der Fall ist, offiziell hatte es ohnehin niemand zugegeben.
Für die Leistungen von 2007 gab es in diesem Jahr auch Auszeichnungen für die Kreativität aber auch für langjährige Platzierung unter den Besten.
Die Kuriosaelemente sind nach 15 Jahren Firmenranking im Verwaltungskreis Temesch ebenfalls aus der Welt geschafft. So werden nach der Auflösung oder dem Verkauf der staatlichen Großbetriebe praktisch keine Unternehmen mehr gewertet, die zwischen Bilanzabgabe und Rankingbewertung in eine finanzielle Schieflage geraten sind. Als sonores Beispiel von damals: Das ehemalige Schweinemastunternehmen Comtim, das zur Zeit einer Preisvergabe bereits vor dem Untergang stand, jedoch für seine Wirtschaftsbilanz im Jahr zuvor preisgekrönt wurde.
Rumänien hat nach den Präsidentschaftswahlen von 2004 EU-Europa düpiert, indem der frischgebackene und wie immer kreuzfidele Präsident Traian B²sescu von der „Achse Bukarest-London-Washington“ sprach. Als sich dann die Aufregung legte, wurde es zunehmend still, bis zum Sommet der Francophonie vor zwei Jahren, das man in Bukarest insgeheim als eine Art Generalprobe für den NATO-Gipfel vom Vorjahr generalstabsmäßig plante. Und mit geschwellter Brust auf die vielen Staatschefs – meist iunternational bedeutungsloser Länder – wies, die die Landeshauptstadt beehrt hatten. Die Shake-Hands B²sescus mit den NATO-Größen ließen ihn dann nur innenpolitisch punkten – was möglicherweise sein Ziel war.
Andere Projekte, sogar die schon angeleierten, verwaisen zwischendurch zunehmends. Rumänien, ein mittelgroßes Land mit Integrationsproblemen in der EU – Schutzklauseln! – kann sich international weit weniger profilieren, als man es vor Ort erwartet. Der bislang einzige EU-Parlamentarier Rumäniens, der in der Tat etwas bewegt hat, bleibt einstweilen unstrittig Ovidiu Gant, unser DFDR-Parlamentsmitglied. Das Finden von Themata, das Schmieden von Allianzen, das Fördern von Initiativen ist Rumäniens Sache in der EU heute nicht. Und international?
Da hatte sich Jubel-Präsident Basescu den Mund ziemlich voll genommen mit dem Anspruch, im Schwarzmeerraum Leadership-Ansprüche wahrzunehmen. Kläglich sein Auftritt bei seiner Tournee nach der Georgien-Krise, wo außer Gesten politischer Höflichkeit nix rausschaute. Das selbe – angebahnt schon zu Zeiten des Jammer-Präsidenten Constantinescu – kann zu den Fragen der Legung der Öl- und Gaspipelines aus Richtung Kaspikum nach Südeuropa gesagt werden: keine führt durch Rumänien, also gibt es auch nix zu kassieren. Und Rumänien zahlt für Gasimporte einen der höchsten Preise in Europa, weil man sich in Bukarest partout immer mit den Moskovitern streitend einlassen muss.
Oder Kleinigkeiten: als der französische Europaminister Jean Pierre Jouyet Moldawien und Rumänien besuchte, fand B²sescu keinen freien Augenblick zu einem Meinungsaustausch mit dem Franzosen. Trompetet aber allenthalben von Rumänien als Anwalt des EU-Beitritts Moldawiens. Oder: unlängst hat die französische EU-Präsidentschaft in Bukarest mit viel Aufwand das Seminar „Das scharze Meer – die neue EU-Grenze“ organisiert. Passte wie ein Handschuh zu den deklarativen Intentionen des Präsidenten. Wer fehlte? Basescu. Obwohl im Programm angekündigt. Vorgeschickt wurde der glanzlose Außenminister Lazar Comanescu. Oder: nach Quebec, zur diesjährigen Francophonie-Konferenz, schickte man wieder den blass-braven Comanescu. Weder Basescu noch der francophile Premier Calin Popescu-Tariceanu hatten sich Zeit genommen, die Francophonie-Staffel, ein wichtiger Teil der politischen Rituale, persönlich zu übergeben. Zu sehr waren die beiden mit dem entschlossenen Betrachten des Nabels des Anderen beschäftigt.
Es gibt in der Innen- wie Außenpolitik eine Regel: Lücken werden immer ausgefüllt. Von anderen.
Mathematiklehrer, Schuldirektor, Unterstaatssekretär, Abgeordneter (zwei Jahre lang auch im EU-Parlament) – so in etwa ließe sich kurz der berufliche und politische Werdegang des Forumspolitikers Ovidiu Gan] zusammenfassen. Er ist am 18. August 1966 in der Kleinstadt Detta/Deta im Kreis Temesch/Timis geboren. „Ich bin Abgeordneter aller Deutschen in Rumänien und deshalb muss ich auch in allen Regionen vorsprechen, in denen Rumäniendeutsche leben“, sagt Ovidiu Gant des öfteren, wenn er längere Zeit das Banat mit seiner Wahlheimat Temeswar/Timisoara nicht zu besuchen vermag.
Viele parlamentarische Anfragen, Schreiben an Minister und Debatten mit Kommunalbehörden haben Gan] vier Jahre lang immer wieder ins Rampenlicht gerückt. „Ich freue mich, dass sich auch ein Parlamentarier unserer Sache annimmt“, hatte Ciprian Cipu, Direktor des Temescher Zentrums für Kunst und Kulturgut gesagt, als sich der DFDR-Abgeordnete in einem Schreiben zum Thema kurioser Etatkürzungen in Kultureinrichtungen an den zuständigen Minister Adrian Iorgulescu gewandt hatte. Ein Aspekt, der übrigens alle vom Staatshaushalt finanzierten Kultureinrichtungen betrifft. Ein Hochschullehrer aus Deutschland, der einige Jahre in Temeswar weilte, meinte einmal, es sei etwas ganz Besonderes, wenn ein Politiker seine Tätigkeit in einer Zeitung bekannt macht. (Anm.d.Red.: Es geht um die Berichte zur Parlamentarischen Agenda von Ovidiu Gant in der Banater Zeitung.).
Derzeit befindet sich der Abgeordnete und Kandidat des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien (DFDR) für die Wiederwahl vom 30. November auf Wahltour im Norden des Landes. Anfang der Woche begann Gant seine Wahlkampagne in der Dobrudscha/Dobrogea, reiste gestern und heute in die von Bukowiner Deutschen besiedelte Gegend und wird sich morgen in Klausenburg/Cluj-Napoca aufhalten, wo es zu Gesprächen sowohl im Deutschen Forum wie auch im Deutschsprachigen Wirtschaftsklub kommen wird. Außer den Belangen der deutschen Minderheit, hat Ovidiu Gant erkannt, dass die Kontakte zur den deutschsprachigen Wirtschaftsvertretern in Rumänien überaus wichtig sind und deshalb auch seine Begegnungen mit den Unternehmern und Werksleitern aus den deutschsprachigen Ländern.
Hermannstadt/Sibiu, Bukarest und möglicherweise Hunedoara stehen für kommende Woche auf dem Programm der Wahltour. In der dritten Woche der Wahlkampagne besucht der Kandidat für die Abgeordnetenkammer das Banat, wobei er nicht nur die Kreishauptstädte anpeilen wird. Lugosch/Lugoj, Großsanktnikolaus/Sânncolau Mare, Detta/Deta, Hatzfeld/Jimbolia, Billed/Biled und Busiasch/Buzias kommen für diese Zeitspanne in Frage. (st)
Sanktandreser Bürgermeister Dorel Demea geht eigene Wege
„Wenn ich Bürgermeister werde, wollen wir im Ort ganz neue Wege gehen”, hatte mir Dorel Demea im Frühjahr 2004 gesagt. Damals stand er kurz vor den Kommunalwahlen und auch auf den zweiten Blick sah alles nach Wahlwerbung aus. Er kandidierte für die damalige PD (heute PDL), als Bürgermeister in der Gemeinde Sanktandres/Sânandrei bei Temeswar/Timisora und mit Constantin Ostaficiuc sollte ebenfalls 2004 einer der Spitzen der PDL auf kommunaler Ebene den Vorsitz des Kreisrates übernehmen. 2008 haben Ostaficiuc und Demea ihre Ämter verteidigt – der Bürgermeister von Sanktandres geht jedoch heute meist eigene Wege. „Wir haben eine gewisse Autonomie und sind nicht so sehr vom Haushalt des Staates und der Kreisverwaltung abhängig”, sagt Demea wenige Monate nach seiner Wahl ins zweite Mandat als Bürgermeister von Sanktandres mit den eingemeindeten Dörfern Mercydorf/Carani und Kowatschi/Covaci. Bevorzugt sei er als Parteikollege des Kreisratspräsidenten nie gewesen, sagt heute Dorel Demea. Folgender Interviewbericht geht aus den Aufzeichnungen des BZ-Journalisten Siegfried Thiel mit dem Bürgermeister von Sanktandres hervor.
Die ehemalige Eiskunstläuferin Beatrice Hustiu oder der Ex-Erstliga-Fußballer Florin Macavei sind nur einige Namen, auf die die Gemeindeväter stolz sind. Sie haben sich in Kowatschi niedergelassen, da wo die Grundstückpreise pro Hektar fast gleich sind mit den Baukosten eines Hauses. Die Attraktion der zehn etwa Kilometer vor der Großstadt Temeswar gelegenen Gemeinde hat den Zuzug von Privatpersonen aber auch Industrieeinrichtungen geradezu heraufbeschworen, Bürgermeister Demea und sein Gemeinde-Administrator Constantin Bociorean müssen im Eiltempo nachlegen, wenn sie nicht im Wettlauf um und mit den Investitionen ins Hintertreffen geraten wollen. Raumordnungspläne gibt es nur dann, wenn die Infrastruktur auch gesichert werden kann – „vor vier Jahren war es um die Infrastruktur noch ganz schlecht bestellt”, sagt Demea. Und dann begründet der Ortsvorsteher, warum er sich einen Gemeindemanager eingestellt hat: „Der Bürgermeister soll sich Projekten und der Akquisition von Fonds widmen können”. Aber nicht nur der Dorfmanagerist in seinem Verwaltungsgefüge wichtig. Ein gutes Team ist laut Demea mindestens die halbe Miete wert – er selbst hat in der Kommunalverwaltung viel geändert – der Großteil der heute im Rathaus tätigen Beamten sind nach dem Amtsantritt von Demea neu dazugekommen.
Innerhalb von vier Jahren ist der Haushalt der Gemeinde Sanktandres um das Fünfzehnfache gewachsen, und auch dieser Haushalt ist derzeit gering zu dem, was Sanktandres in den kommenden Jahren plant: „Der Industriepark und die Einnahmen daraus sollen unser jetziges Budget verdreifachen”. Und dafür gibt es im Ort reichlich Argumente: Derzeit werden 4.000 Arbeitsplätze geboten – bei 5.500 Einwohnern. Obwohl die Möglichkeit eines integrierten Nahverkehrsnetzes in der Region gegeben ist, will Demea einen bedingungslosen Beitritt zur vorgesehenen Metropolitanregion nicht akzeptieren. „Die Temeswarer müssen eigentlich daran denken, sich selbst um Transportmöglichkeiten zu sorgen, denn sie werden einen Großteil der Beschäftigten in unserem Industriepark ausmachen”.
Kein Wunder also, dass Demea passiv bleibt, wenn sich ein Drittel des Verwaltungskreises mit dem Thema „Metropolitanregion“ auseinandersetzt. „Ich möchte nicht, dass man irgendwann über mich urteilen wird, dass ich voreilig gehandelt habe”. Mit einer gewissen finanziellen Absicherung im Rücken, zeigte er sich wiederholt äußerst vorsichtig, wenn es um die Zusage für die Metropolregion geht: „Wir schlagen uns im Alleingang besser durch” und er befindet sich mit dieser Idee auf klarem Konfrontationskurs zu dem, was der Kreisratsvorsitzende anstrebt. Grundsätzlich ist Demea laut eigenen Aussagen gar nicht gegen einen Entwicklungspol (der letztendlich etwa 30 Gemeinden einschließen soll) um Temeswar herum. „Es geht nicht um mich als Person, dessen Autorität als Bürgermeister etwa unter der Schirmherrschaft einer solchen gemeinsamen Entwicklungsregion leiden könnte. Es geht um die kulturelle Identität, um Traditionen der Ortschaft“. Ohne eine eingehende Überlegung möchte er nicht der Entwicklungsregion beitreten, eventuell nach einer diesbezüglichen Debatte im Gemeinderat und unter Umständen nach einem Referendum unter den Bürgern.
Und weil ja nun die Debatte auf Traditionen und Kultur kam, lässt Demea auch die Vergangenheit der Ortschaft und deren schwäbische Prägung nicht außer acht. Zumindest die Geschichte der Schwaben scheint auch im Vordergrund zu stehen, wenn Sanktandres bald ein Dorfmuseum einrichtet. Das Gebäude des ehemaligen katholischen Pfarramtes geht dieser Tage in den Besitz der Gemeinde über: 120.000 Euro lässt es sich die Kommune kosten. Und hier soll unweigerlich ein Stück Anerkennung „ an die Schwaben verzeichnet werden”. Trotz finanziellen Aufschwungs und Bauboom in der Gemeinde lässt Demea es sich nicht nehmen, zu behaupten, dass „das Dorf besser ausgesehen hatte, als noch die Schwaben hier wohnten”.
Mit Bedacht in Metropolitanregion: Bürgermeister Dorel Demea
oz. Lugosch – Die Überführung zwischen Lugosch/ Lugoj und Busiasch/ Buzias ist auf vier Spuren befahrbar. Nach 18 Jahren wurde die etwa 375 Meter lange Überführung an der Nicolae-Titulescu-Straße eingeweiht. „Wir hätten nicht einmal heute die Bauarbeiten beendet, wenn nicht das Verkehrsministerium 2007 mit dem Projekt beauftragt worden wäre“, sagt Ingenieur Dumitru Feru vom Amt für Straßen- und Brückenbau Temeswar/ Timisoara.
Die Firma gewann im Herbst 1990 die Projektausschreibung. Innerhalb von 16 Jahren wurde ein Viertel der Überführung im Wert von über 15,5 Millionen Lei saniert. Die Arbeiten wurden immer wieder unterbrochen, denn der ehemalige Lugoscher Bürgermeister Marius Martinescu sei stets im Verzug mit der Bezahlung gewesen, so Dumitru Feru. Durch die Übertragung der Arbeiten im Jahr 2007 unter die Obhut des Verkehrsministeriums wurden die restlichen Arbeiten in 15 Monaten beendet. Die Kosten: über 43 Millionen Lei.
An der offiziellen Einweihung der Lugoscher Überführung nahmen unter anderen auch der Verkehrsminister Ludovic Orban, der Rektor der TU Politehnica, Nicolae Robu, sowie der Lugoscher Bürgermeister Francisc Boldea teil.
Verkehrsminister Ludovic Orban (Mitte) begutachtete die Generalüberholung der Lugoscher Überführung in Richtung Busiasch.
Reschitza (BZ) - Das Demokratische Forum der Banater Berglanddeutschen (DFBB) veranstaltet in diesem Monat zusammen mit dem Kultur- und Erwachsenenbildungsverein „Deutsche Vortragsreihe Reschitza“ eine Reihe von Kulturveranstaltungen. Am 8. November wird um 14 Uhr in der römisch-katholischen St. Martin-Kirche Bresondorf/Brezon eine festliche Kirchweihmesse zelebriert. Um 15 Uhr sorgt die deutsche Enzian-Volkstanzgruppe aus Reschitza für gute Unterhaltung im Kirchhof von Bresondorf.
Zum Martinsfest wird um 17.30 Uhr in der römisch-katholischen „Maria Schnee“-Kirche von Reschitza eine Heilige Messe zelebriert. Es folgt der Laternenumzug auf der Strecke „Maria Schnee“-Kirche – altes Universalkaufhaus – Kulturhaus der Gewerkschaften.
Am 13. November findet um 17.30 Uhr im „Frédéric Ozanam“-Sozialzentrum die Vernissage einer Kunstausstellung von Francisc Matia{ statt.
Aus Anlass des Volkstrauertags werden vom 16. bis zum 18. November die Gefallenen des Zweiten Weltkriegs geehrt: am 16. November um 11.30 Uhr am Flieger-Grab auf dem Reschitzaer deutschen Friedhof, am selben Tag um 13.45 Uhr auf dem orthodoxen Friedhof in Gârliste und um 16 Uhr auf dem katholischen Friedhof in Deutsch-Saska/ Sasca Germana sowie am 18. November um 17 Uhr in der römisch-katholischen Kreuzerhöhungskirche in Orawitza/Oravita. Am 18. November findet ebenfalls in Orawitza um 17.30 Uhr, nach einem Requiem für den Autor, eine Buchpräsentation statt: „Heimat war ihm vieles. Tibor Lichtfuss und das Banat“, die 37. Buchveröffentlichung des Kultur- und Erwachsenenbildungsvereins „Deutsche Vortragsreihe Reschitza“.
Am 19. November ist um 17.30 Uhr in der „Maria Schnee“-Kirche eine Messe zum Fest der Heiligen Elisabeth, der Schutzpatronin der „Vortragsreihe“, anlässlich des 21. Geburtstages des Vereins, geplant. Die „kleine“ Schubert-Messe wird zum 180. Todestag des Komponisten (1797-1828) vom „Harmonia Sacra“-Kirchenchor interpretiert. Danach wird die neueste CD der „Deutschen Vortragsreihe“ präsentiert: „Laudate Dominum“, mit Aufnahmen des Kirchenchors „Harmonia Sacra“.
Für den 22. November ist um 15.30 Uhr im Reschitzaer Lyra-Saal ein Herbstkulturprogramm zum 21. Geburtstag der „Vortragsreihe“ vorgesehen. Es treten auf: die deutsche Tanzgruppe des Kindergartens Nr. 9, der „Franz Stürmer“-Chor, das „Banater Bergland“-Trio und die deutsche „Enzian“-Volkstanzgruppe. Zudem wird die CD „Herkulesbad – Mehadia“, das Endergebnis eines ifa-Projekts, durch Prof. Alexandra Damsea vorgestellt.
Von der „Maria Schnee“-Kirche startet am 11. November um 18.15 Uhr der Laternenumzug zum Sankt Martinsfest.
Morgen startet in Temeswar/Timisoara, beim Sitz des Regionalen Businesszentrums, die erste Auflage des internationalen Festivals des Dokumentarfilms „DocumFest 2008“. Veranstaltet wird das Festival, ein wahres Event für unsere gesamte Kulturszene, von TVR Temeswar, dem öffentlichen TV-Regionalstudio für die Landeszone Süd-West, mit tatkräftiger Unterstützung durch die Temeswarer Kommunalverwaltung, den Stadtrat und das Rumänische Kulturinstitut. Unter weiteren Partnern und Sponsoren sind das Deutsche und das Französische Kulturzentrum aus Temeswar und die Temescher Kulturdirektion hervorzuheben. Eine vielfältige Abfolge von Fimprojektionen, Workshops, Symposien und Ausstellungen soll dem Temeswarer Publikum die verschiedensten Genres des Dokumentarfilms näher bringen und zu einer besseren Kenntnis der künstlerischen Verarbeitung der Realität beitragen. Obwohl das Festivalsthema als frei gilt, haben die Veranstalter heuer ein Sonderthema bzw. „ Der interkulturelle Dialog“ (in Anlehnung an das Europäische Jahr des Dialogs der Kulturen) vorgeschlagen. „Die Revolutionen in Osteuropa“ sollen das Thema für die zweite Auflage des Festivals im Herbst 2009 abgeben.
Laut Projektleiter Lucian Ionic² hofft man sowohl auf einen künstlerischen als auch auf einen Publikumserfolg: „Der Publikumsandrang bei den Festivals TIFF von Cluj-Napoca oder SIMFEST von Targu Mures hat das große Interesse vor allem eines jüngeren Publikums für den Dokumentarfilm zur Genüge unter Beweis gestellt.“ Das gleiche Interesse erweckte das Festival aber auch in den Reihen der Dokumentarfilmer, von Profis bis zu Amateurfilmern aus dem In- und Ausland. Mit 50.000 Euro kann sich das für die erste Auflage des Festivals vorgesehene Budget hierzulande sehenlassen. Davon sind 9.000 Euro allein für die sieben zu vergebenden Preise vorgesehen: Der Große Preis, der Sonderpreis der Jury, je ein Preis für den besten Autoren- und TV-Dokumentarfilm sowie für interkulturellen Dialog, für den besten Dokumentarfilm für Kinder und Jugendliche und den besten von Studenten gedrehten Dokumentarfilm.
Der Jury, die eine Vorauswahl der eingesandten Filmen vorgenommen hat, gehörten die Hochschullehrer Cornel Ungureanu, Claudiu Arie{an und Gheorghe Sab²u an. Diese führten eine Vorauswahl unter 183 Filmen der letzten beiden Jahre aus über 30 Ländern durch: In die Endauswahl des Wettbewerbs kamen 40 Dokumentarfilme- unsere Filmschaffenden stellen mit 27 Produktionen den Hauptbeitrag und hoffen heuer mit sieben- acht Filmen das Finale zu erreichen - u.a. aus Italien, Deutschland, Österreich, Frankreich, Holland, Serbien, Montenegro, Chile, der USA und sogar aus Senegal. Der Festivalsjury gehören große Namen der internationalen Dokumentarfilmszene u.a. Gert Hogenkamp (Holland), Davin Lowen (England) und Jean-Pierre Rehm (Frankreich), die beiden Letzteren als Vorsitzender der CIRCOM-Jury bzw. Leiter des Festivals „FidMarseille“, an. Zum Auftakt haben die Organisatoren in der Aula Magna der West-Universität je eine Gala mit preisgekrönten Dokumentarfilmen aus Spanien und Frankreich anberaumt.
Als gern gesehener Gast der traditionellen Temeswarer Deutschen Kulturtage und des Literaturkreises „Stafette“ erwies sich auch heuer der aus Nürnberg angereiste Lyriker und Mundartautor Stefan Michael Müller. Der gebürtige Banater - Müller wurde 1931 in Perjamosch/Periam geboren – hat die Volksschule und das Gymnasium (ohne Abschluss) im Heimatort besucht. Nach einer Schreinerlehre in Arad absolvierte er eine Ausbildung als Fahrdienstleiter der Eisenbahn. Darauf war er bis 1990 bei der Eisenbahn als Fahrdienstleiter, Bahnhofsvorsteher und Instrukteur tätig. Sein Abitur hat er erst 1963 nachgeholt. Müller war 1991-1992, bis zur Auswanderung nach Deutschland, der erste Vorsitzende des DFD Lowrin/Lovrin. Seine Heimatverbundenheit zeigt sich nicht nur in seinen regelmäßigen Besuchen in der Heimat - Müller verbringt auch heute noch den Sommer in Lowrin -, sondern auch in seiner literarischen Tätigkeit. Seine Gedichte in der Hochsprache, vor allem jedoch seine Lyrik in schwäbischer Mundart leben von der Themen- und bildhaftenWortwahl bis zu einer beharrlichen lyrischen Beschwörung von dieser unverlorenen kleinen Welt, der Banater Heide, von der typischen Gefühlswelt und dem Gedankengut der Banater Schwaben. Sein Debüt machte er mit dem Gedichtband „Die Brennessel“ (2005). Seit 2004 veröffentlicht er regelmässig in den „Stafette“-Sammelbänden und in den Jahrbücher des DFDT. Diesmal las der Autor aus seinem letzten Lyrikband „Ruf der Heide“ (Cosmopolitan Art Verlag Temeswar 2008) (bw).
Zu: Hans Dama: Zeitspanne. Gedichte aus fünf Jahrzehnten. Verlag Pollischansky, Dreyhausenstraße 16, 1140 Wien (office@verlag-pollischansky.at), Wien 2008, 70 Seiten, 14,50 Euro, ISBN 3-85407-066-7
Der in Großsanktnikolaus/ Sannicolau Mare geborene Hans Dama ist im Banat bekannt. Damas Weg führte aus Rumänien, wo er eine akademische Ausbildung einschlug, nach Österreich. Dort ist er Dozent am Institut für Romanistik der Universität Wien. Dama kann mit seinen Engagement, zahlreichen wissenschaftlichen Arbeiten und Vorträgen über die rumäniendeutsche Literatur zu den geistigen Brückenbauern zwischen Ost und West gezählt werden.
Mit dem vorliegenden Gedichtband „Zeitspanne“ entfaltet Dama seine literarische Weltsicht in politisch-zeitkritischen Texten sowie einer Natur-, Gedanken- und Erlebnislyrik. Die Texte stammen aus fünf Jahrzehnten. Viele Gedichte, so das Geleitwort, waren bislang unveröffentlicht geblieben. Einige sind noch in den 60er Jahren im Banat entstanden.Der dem Lyrikband titelgebende Text „Zeitspanne“ vermittelt ein poetisches Programm: „Lebenspendel / über Jahrzehnte – / extrem im Schwanken – / katapulthörig“. Die Lebenszeit mit ihrer Erfahrung und einschneidenden Erlebnissen markiert Momente des Verweilens, aber auch Gefahren: „Meilensteine werden / zu Weilensteinen / [...] / mit gefräßigen Rillen; / sie lauern dir auf“. Ein Dilemma. Die Antwort kommt in: „dein Schritt gleitet / darüber hinweg –“ doch wie der Schritt (ent‑)gleitet damit dem Individuum „dein Leben auch.“ „Wo kläfft Perspektive“ könnte man dann mit einer Zeile aus dem Gedicht „Zeitgeschehen“ fragen. Antworten können jedoch nur individuell und intersubjektiv gefunden werden und die lägen im leidenschaftlichen Plädoyer, sich seiner eigenen Gedanken zu bedienen. Verknappt ist es der Genuss am Denken und an der Sprache, dem hier in Damas Lyrik Lob gezollt wird. Im Lyrikband gibt es resignierenden Einsichten wie „Bittre Erkenntnis // Das Leben oszilliert um Lügen, [...]“ und „[...] ich erbeute / gebleichte Erinnerungen...“.
Die Gosau-Texte entstanden in Gosau im Salzkammergut im Sommer 2003. Dama stellt sich auch seiner Banater Herkunft, in Gedichten wie „Banater Bergland“, „Banater Maimorgen bei Vinga“, „Temeswar“. Offensiv streift er dunkle Themen, die sich auf seine Erlebnisse im Ceauşescu-Rumänien zurückfühlen:„Drei Jahrzehnte – stumm und stur – / ich ertrug die Diktatur. / [...] / Damals regnete es Schweigen, / und zu ändern gab es nichts [...]“. Dama bezieht Position, beschönigt nichts, und ist auch selbstkritisch angesichts „dornröschenhafter k.u.k.-Fossilien“.
Autoren aus Rumänien sind mittlerweile fester Bestandteil des deutschen Kulturlebens. Jüngst (am 5. Oktober 2008) wurde an Richard Wagner (zusammen mit Andreas Kossert) der Georg Dehio-Buchpreises 2008 im Rahmen des internationalen Literaturfestivals Berlin im Haus der Berliner Festspiele verliehen.
„Zeitgeschehen // Die sitzen und sitzen, / und raffen und raffen; [...] Die lügen und lügen / die Wahrheit verbiegen [...] wo kläfft Perspektive [...] Nur Prärogative [...]“, Damas Intention haftet Überzeitliches und Grundsätzliches an und konkretisiert keine punktuellen Ereignisse. Seine lyrische Sprache bietet Heimat, sie ist Hoffnung und Fluchtpunkt in einer Gegenwart für Nachdenkliche, die sich vielleicht auch auf der „Suche nach Sonnengeflüster“ befinden. Damas Suche ist ein Prozess, der kein Ende findet, auch keine einfachen Antworten, wie die „Zeitspanne“, die als „Zeitspanne“ der gesamten Lebenszeit gelesen werden kann. Dama wäre als Wissenschaftler kein guter Pädagoge, wenn er uns nicht auch als „Sonnenflüsterer“ eine Orientierung mitgeben würde als Wegmarke, die jeder für sich selbst zu deuten imstande sein müsste, wenn er die folgenden Verse notiert:„Antwort suchend... / Erinnerungsgespiegelte Vergangenheit / Taumelt mitunter / in die glitschige Gegenwart. /Was uns entgeht, / soll ankerhaft // das Erbe uns / erweitern.“
Traditionelle Produkte bereits in den Läden/ Von Andreea Oance
Ein kleiner Weihnachtsmann steht am Eingang eines Supermarkts in Temeswar/Timisoara: „Merrrry Christmasss!“ („Frohe Weihnachten!“), ruft er. Das Plastikmännchen empfängt die Kunden mit Tanz und Gesang. Draußen sind etwa 20 Grad Celsius und die Kunden sind leicht gekleidet. Obwohl die kalte Jahreszeit noch auf sich warten lässt, sind Weihnachtsprodukte schon seit Ende Oktober in vielen Ladenregalen zu finden.
Die Zeiten, als Weihnachten in der Familie gefeiert wurden, verlieren immer mehr an Bedeutung. Nun feiern alle miteinander: in Restaurants und Clubs, in Geschäften und großen Kaufhäusern. Weihnachtsprodukte werden Jahr für Jahr immer früher zum Verkauf angeboten. Viele Kunden finden dies jedoch übertrieben. „Das Märchenhafte der Weihnachtsfeier zieht die Leute an. Für ein paar Minuten kann man wieder Kind sein. Aber anscheinend wird Weihnachten immer mehr zu einem Geschäft“, sagt eine Frau, die sich in der Weihnachtsabteilung den bunten und glitzernden Baumschmuck ansieht. Ihre 12-jährige Tochter zupft an ihre Hand: „In diesem Jahr würde ich gern auch so einen singenden Weihnachtsmann haben“, sagt das Mädchen.
Der Besonderheit dieser Ware sind sich auch die Geschäftsinhaber bewusst. Gleich am Eingang befindet sich die Abteilung für „Saisonware“ in den Farben Rot und Weiß, Grün und mit viel Silber. Ein Blickfang sind diese Produkte auf jeden Fall: Weihnachtsdekoration, Weihnachtsmänner, Christbaumkugeln oder Duftkerzen.
Aber nicht nur solche Weihnachtsprodukte werden der Kundschaft schon früh angeboten. Typische Lebensmittel, wie Christstollen, Lebkuchen, Plätzchen und Zimttee wurden schon Anfang Oktober in die Regale der Einkaufszentren gestellt. „Weihnachten bedeutet auch viele Kosten durch Geschenke, Lebensmittel und Baumschmuck kaufen. Es freut mich, dass diese Produkte so schnell angeboten werden, ich kann sie schrittweise kaufen, ohne die Kosten richtig zu spüren“, sagt ein Kunde und stellt zwei Spielzeug-Weihnachtsmännchen in seinen Einkaufswagen.
Ein Weihnachtsmarkt nach dem Wiener Modell wird auch in diesem Jahr in Temeswar organisiert. Zwischen dem 5. Dezember und dem 12. Januar 2009 werden typische Weihnachtsprodukte am Temeswarer Opernplatz verkauft: Hefe- und Leibkuchen, Glühwein aber auch Spielzeug und Weihnachtsdekoration.
Interessierte Händler müssen sich beim Temeswarer Bürgermeisteramt zwischen dem 1. und 15. November bewerben. Der Antrag für ein Häuschen am Opernplatz muss sowohl das Warenangebot als auch ein Qualitätszertifikat der Ware beinhalten. Als absolutes Novum wurde im vergangenen Jahr eine Krippe mit Schafen eingerichtet. Diese wird auch in diesem Jahr vom Weihnachtsmarkt nicht fehlen.
Zahlreiche Angebote in Temeswar / Von Andreea Oance Noch keine Pläne für Silvester? Die meisten Angebote in Temeswar stehen schon seit über einem Monat fest. Einen stimmungsvollen Jahreswechsel versprechen viele Restaurants und Clubs in der Stadt an der Bega. Ein traditionelles Menü und ein Programm voller Überraschungen bereiten die meisten Restaurants vor, dabei bieten sie der Kundschaft auch einen verlockenden Rabatt, wenn mehr als zehn Plätze gebucht werden.
Angebote gibt es reichlich. Das Timisoara-Hotel veranstaltet beispielsweise die Silvesterfeier in zwei Sälen: im „Viena“-Saal mit 300 Plätzen und im „Londra“-Saal mit 100 Plätzen. Der Londra-Saal wurde bereits ausgebucht. 40 Euro pro Person kostet der Silvesterabend hier. Dabei wird Musik von einem DJ aufgelegt und das Essen als Party-Buffet angeboten. Im „Viena“-Saal kostet der Abend 75 Euro pro Person, das Essen wird am Tisch serviert und die Musik wird sowohl von einem DJ aufgelegt, als auch von einer Gruppe vorgespielt.
Das Continental-Hotel ist in diesem Jahr den Veranstaltungsstress los. „Zwei Events haben wir am Silvesterabend: eine Hochzeit und eine Taufe“, sagt Danut Lupu, Geschäftsführer des Continental-Hotels. Der Club „The Note“ hat seine langjährige Kundschaft und wird Silvester die bereits zur Tradition gewordene Feier veranstalten. DJ Ben Boognar wird für Party-Stimmungbei etwa 250 Personen in der Übergangsnacht sorgen. Laut Radu Hambaras, Besitzer des Clubs, wird ein Ticket für die Silvesternacht im Club „The Note“ um die 100 Euro kosten.
Die Retrodisko „Club 30“ in der Innenstadt bereitet viele Überraschungen für die Jahreswechselfeier vor. Nachdem im vergangenen Jahr sogar der Künstler Chris Norman nach seinem Konzert am Opernplatz im „Club 30“ Silvester gefeiert hat, erwarten die Veranstalter auch in diesem Jahr berühmte Musiker. „Wir werden, wie üblich, ´Oldies but Goldies´-Musik von DJ Benito gemixt bekommen, aber bereiten auch viele andere Musiküberraschungen vor. Darunter werden wir auch eine Gruppe, die ABBA-Lieder vorspielt, bringen“, sagt Dan Jumanca, Veranstalter der Silvesterparty und Mitbesitzer des „Club 30“. Die Silvesterfeier kostet hier 280 Lei pro Person.
In Temeswar wird herumgesprochen, dass Jennifer Rush ein Megakonzert am Opernplatz zum Rutsch ins neue Jahr halten wird. Die berühmte Sängerin der 80er Jahre war in den vergangenen Jahren mehrmals in Rumänien zu Gast, letztens im vergangenen Sommer, zum Arader Stadtfest.
Silvester in Temeswar zu feiern, das versuchen schon seit Jahren viele Temeswarer zu vermeiden. Diese wenden sich an Reiseveranstalter, um für einige Tage der Stadt zu entfliehen. Das Highlight der Angebote ist die „Königliche Gala“ im Parkhotel „Schönbrunn“ aus Wien. Das Vier-Sterne-Hotel liegt inmitten einer Parkanlage in unmittelbarer Nähe des Schlosses Schönbrunn. „Der Zauber vergangener Zeiten verbindet sich hier auf einzigartige Weise mit dem Komfort und dem Service eines modernen Hotels und sorgt für einen unvergesslichen Aufenthalt“, lautet das Angebot eines Temeswarer Reiseveranstalters. Zum Hotel gehört einer der wenigen noch erhaltenen Ballsäle in Wien, in dem regelmäßig klassische Bälle stattfinden. Die „Königliche Gala“ kostet etwa 755 Euro pro Person in der Zeitspanne 29. Dezember 2008 – 2. Januar 2009.
Die bevorzugten Orte für Silvesterfeiern in Rumänien bleiben weiterhin das Oascher Land/Tara Oasului und das Prahova-Tal. Die meisten Plätze für diese Reiseziele sind bereits ausgebucht.
Ein großes Feuerwerk über dem Temeswarer Opernplatz gehört zur Silvesterparty dazu.
Ohne Ausschreibung: 11,2 Millionen für Kanalisation
Theoretisch gesehen, ist Kowatschi/Covaci - eine Ortschaft, die sechs Kilometer von Temeswar entfernt liegt - eine Multi-Millionärs-Gemeinde.Die Erklärung dafür ist der Wert von Grund und Boden. Laut Gesetz 18/1991 wurde jedem, der früher mal in der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft gearbeitet hat, 2,5 - 3 Hektar Land abgetreten. In Kowatschi, Gemeinde Sanktandreas gab es viele, die sich in dieser Lage befanden. „Allen, die einen Antrag gestellt haben, wurden die zweieinhalb Hektar auch abgegeben“, sagt der Vizebürgermeister von Sanktandreas, Adrian Barna.
Glück für die Bürger: In den letzten Jahren ist der Grundstückspreis immens in die Höhe gegangen. Zurzeit wird für einen Hektar Land zwischen 150.000 bis 200.000 Euro verlangt, in manchen Fällen sogar noch mehr. Und dies für Grundstücke außerhalb des Wohngebietes der Gemeinde. „Zum Beispiel: Ein Grundstück, das zum Verkauf ansteht, grenzt gleich an das Wohngebiet. Der Verkäufer fordert 25 Euro pro Quadratmeter. Er lässt aber mit sich verhandeln“, sagt eine Immobilienmaklerin. Und diese Preise stehen immer noch, trotz weltweiter Finanzkrise.
Im Gegensatz zur Krise steht jedoch, laut Aussagen des Bürgermeisters Dorel Demea, die schnell voranschreitende Arbeit an der Kanalisation. „Die letzten Arbeiten am Kanalisationssystem der Gemeinde werden voraussichtlich in zwei bis höchstens drei Jahren vollzogen sein“. Von der Kanalisation sollen alle drei Ortschaften der Gemeinde profitieren: Sanktandreas, Kowatschi und Mercydorf/Carani. Baufirma ist die SC Aton SRL, die auch den Industriepark der Gemeinde. Die Kosten der Kanalisation belaufen sich auf 11,2 Millionen Euro. Bürgermeister Demea gibt zu, dass es kein Zufall ist, dass beide Projekte ein und derselben Firma anvertraut wurden. Im Grunde genommen hat es laut Demea auch eine Ausschreibung gegeben. Auf unsere Frage, wieviele Firmen an der Ausschreibung teilgenommen hätten, sagt der Bürgermeister: „Eine“. Gemeint ist „die Gewinnerfirma“, Aton, eine deutsch-rumänische Firma, die auch die landwirtschaftlichen Großprojekte bei Sanktandreas und Mercydorf baut.
Mit einem Landkauf in Kowatschi steht ein potentieller Käufer gar nicht so schlecht da. Ebenfalls bei Temeswar, im Weichbild von Girok/Giroc, wird für einen Quadratmeter ungefähr 40 Euro verlangt. Und bei Dumbravita sind die Grundstücke sogar doppelt so teuer: Zwischen 70 und 80 Euro kostet hier ein Quadratmeter. Olivian Ieremiciu
„Noch nie war der Kreis Temesch in solch einer misslichen Lage wie in diesem Jahr“. Grund für diese Aussage des ehemaligen PSD-Landwirtschaftsministers und zurzeit Senatspräsident, Ilie Sârbu: Von den 130 Tausend Hektar Ackerfläche, die für den Weizenanbau dieses Jahr vorgesehen wurden, sind bislang nur knapp die Hälfte bestellt. Und dies, obwohl die Hochsaison für die Bestellzeit eigentlich schon vorbei ist. Weshalb es keinen besonderen Drang zum Bestellen der Felder, seitens der Temescher Landwirte gab, ist besonders finanziell zu erklären. Diese haben weder die versprochenen Subventionen von einem Leu pro Liter Diesel bekommen, noch die 200 Lei pro Hektar Subvention (im vorigen Jahr waren es noch 500 Lei), die den Landwirten, die zwischen 1-120 Hektar besitzen, ebenfalls vor einiger Zeit zugesichert wurden. Die Direktzahlungen von 97 Euro pro Hektar für voriges Jahr wurden auch immer wieder verschoben. „Und dies, obwohl die Rumänen nur ein Drittel von dem was einem Franzosen (nämlich 300 Euro) zusteht, bekommen“, klagen die Landwirte.
Der westrumänische Verwaltungskreis Rumäniens steht in dieser Angelegenheit nicht allein da. Von den über zwei Millionen Hektar, die für den Weizenanbau in Rumänien vorgesehen wurden, sind bislang etwas über 30 Prozent tatsächlich auch bestellt.
Ein anderes Problem wird die Qualität der Ernten darstellen. Auch in diesem Fall: finanzielle Probleme. Diejenigen, die kleinere Ackerflächen bestellt haben, haben dafür Saatgut ohne Gütezertifikat benutzt. Dies wird zu einer niedrigen Weizenqualität führen. Laut Schätzungen aus dem Landwirtschaftsministerium wird es 2009 ebenfalls Engpässe für die Landwirte geben. Dies, weil im nächsten Jahr, das Budget für das Ministerium mit 10 bis 20 Prozent niedriger als in diesem Jahr angesetzt werden könnte – so derzeitige Prognosen.
Das Jahr 2008 zählt eigentlich zu „den guten“ in der rumänischen Weizenproduktion. Trotzdem weisen die Fachleute darauf hin, dass nur etwa 60 Prozent der Ernte auch qualitativ hochwertig ist. Vor Kurzem verlangte die Gewerkschaftskonföderation Agrostar vom Premier T²riceanu die Entlassung des Finanzministers Varujan Vosganian. Als Grund dafür wird das „Sabotieren derrumänischen Volkswirtschaft“ angegeben.
Bislang hat das Landwirtschaftsministerium tatsächlich nur ungefähr 65 Prozent der ihm zustehenden Gelder bekommen.In einer Wertung der Gelder, die vom Staatshaushalt in den jeweiligen Kassen der Ministerien geflossen sind, steht das Landwirtschaftsministerium auf dem letzten Rang. Platz 1 in dieser Wertung belegt das Innenministerium. In diesem Fall sind inzwischen fast 90 Prozent der zugesicherten Gelder zugeflossen.
Kunstturnerinnen vereinen Akrobatik und Ballett in ihren Auftritten
Schrilles Kampfgeschrei ertönt zeitweilig im Raum. Die Mädchen zucken auf, lassen sich aber nicht merklich davon ablenken. Nicht, bevor die Arbeit so richtig begonnen hat. Im Sportsaal an der Arader Straße in Temeswar trainieren gleichzeitig die jungen Kampfsportler und die Kunstturnerinnen des Schülersportclubs „CSS Bega“. Die beiden Trainingsräume trennt ein gelber Vorhang. „Vor einigen Tagen hing nichts dazwischen. Da hat man die Kämpfer nicht nur hören, sondern auch sehen können. Das war ein Spektakel“, sagt Choreographin Ramona Hnyatek.
Der Sportsaal ist mit einem grünen, weichen Untergrund ausgelegt. Ana Ardelean sitzt im Spagat darauf, die anderen Mädchen schauen ihr aufmerksam zu und machen es ihr nach. Sie ist nur neun Jahre jung, hat aber schon eine Führungsfunktion: Sie leitet die Aufwärmung, an ihr sollen sich ihre Kolleginnen ein Beispiel nehmen. Die angehenden Kunstturnerinnen strecken ihre Gliedmaßen aus, lassen sich in die Brücke fallen, schlagen Rad und Purzelbäume. Beweglichkeitstraining steht heute auf dem Programm. Trainerin Monica Würtz gibt Anleitungen, hilft den Mädchen bei den Übungen, schimpft, wenn zu viel geredet und zu wenig geturnt wird. Ihre Stimme ist schrill, aber nicht unfreundlich.
In den Augen der Trainerin und der Choreographin ist deutlich zu erkennen, dass sie Kinder über alles lieben. „Meine Klößchen“ nennt Ramona ihre Schülerinnen liebevoll. Auch sie war mal ein „Klößchen“: Neun Jahre lang hatte sie rhythmische Sportgymnastik trainiert, fünf davon bei der Landesauswahl in Bukarest. Sie wünscht sich, dass einige ihrer Mädchen es auch mal so weit schaffen.
Anfängerinnen und Profi-Turnerinnen trainieren zwei Mal in der Woche gemeinsam. „Die Kleineren sollen sich ein Beispiel an den Älteren nehmen“, sagt Ramona Hnyatek. Mit den „Älteren“ meint die Choreographin Mädchen im Alter von neun Jahren, die bereits an mehreren Wettbewerben teilgenommen haben. Der erste Wettbewerb im Leben einer jungen Kunstturnerin ist „Die kleine Turnerin“. Es folgen regionale und nationale Vergleiche zwischen Schülerclubs.
Besondere Hingabe der Eltern
Zur Profi-Gruppe gehören etwa ein Dutzend Mädchen – Anfängergruppen gibt es gleich zwei mit jeweils zwanzig Mädchen. Die jüngste Kunstturnerin ist sechs Jahre alt. Da der Club nur wenig finanzielle Mittel für die Kunstgymnastikgruppe bereitstellen kann, suchen Monica Würtz und Ramona Hnyatek anderswo Unterstützung. „Wir versuchen, Privatunternehmen für unsere Sache zu gewinnen. Trikots mit ihrer Aufschrift bei Wettbewerben zu tragen, macht uns nichts aus, im Gegenteil“, sagt Ramona. Die Eltern der jungen Sportlerinnen sind eine „große Hilfe“ für die Mädchen. Sie sammeln Geld und kaufen dafür Turnkleidung und –schuhe. „Die Hälfte des Kunststoffteppichs wurde von den Eltern erworben – die andere Hälfte haben wir von einer Firma geschenkt bekommen. Mona hat sich dafür eingesetzt“, sagt die Choreographin.
Die Profi-Turnerinnen trainieren fast täglich – die Anfängerinnen nur zwei Mal pro Woche. Den Saal an der Arader Straße benutzen die Mädchen erst seit knapp einem Monat. „Wir haben uns sehr über die Halle gefreut. Sie wurde uns schon lange versprochen“, sagt Ramona Hnyatek. Der neue Saal wurde erst vor Kurzem dem Club durch eine Gerichtsentscheidung zugesprochen. Es gebe eine Person, die sich als Besitzer der Halle ausgeben und die Gerichtsentscheidungen immer wieder anfechten würde, so Ramona. „Hauptsache, wir haben jetzt der Saal. Wir hoffen, dass wir lange darin turnen dürfen, auch wenn ihre Höhe noch immer nicht den Standards entspricht“, sagt die Choreographin. Bis vor Kurzem hatten die Mädchen ihre Trainings in einem „Internatszimmer“ von etwa 40 Quadratmetern im Dacia-Viertel abgehalten. In der großen Halle des Schülersportclubs dürfen nämlich nur die Team-Sportarten trainieren. „Wir sind irgendwie draußen geblieben. Es war eine Qual, in dem kleinen Raum zu trainieren. Man konnte kaum atmen, geschweige denn richtig trainieren“, erinnert sich die Choreographin. Das „Internatszimmer“ war derart klein, dass die Mädchen nur zaghaft, mit kleinen Schritten die Übungen durchgeführt hatten. „Bei Wettbewerben zeigten sie sich dann genauso zaghaft und schüchtern“, bestätigt Ramona Hnyatek. Nicht selten kam es vor, dass die beiden Trainerinnen die Übungen erst aufs Papier zeichnen mussten. An Phantasie mangelte es bei den Mädchen nicht, so dass sie sich leicht vorstellen konnten, wie ein gewisser Sprung oder eine Pirouette auf dem Teppich zu machen ist. Trotzdem fehlte ihnen die Übung. Und das wurde vor allem bei Wettbewerben klar. „Als Gruppe platzierten sich unsere Mädchen auf dem sechsten Platz beim Landeswettbewerb für Schülersportclubs in Reschitza. Ana Ardelean war auf dem vierten Platz in der Einzelkür und mit dem Seil, auf dem fünften Platz mit dem Band“, sagt Ramona Hnyatek stolz. Und dies trotz mangelhafter Trainingsbedingungen damals.
Größter Traum: die Landesauswahl
Ana Ardelean tut sich unter allen Mädchen durch ihre Körperhaltung und Beweglichkeit hervor. Die Neunjährige trainiert bereits seit drei Jahren. Sie besucht eine Schule mit Sonderprogramm – dort kann sie auch zu Mittag essen und ihre Hausaufgaben machen. Am Nachmittag geht sie allein zum Training. Abends wird sie dann von ihren Eltern abgeholt. Die junge Sportlerin liebt rhythmische Sportgymnastik über alles. „Seil ist schwieriger als Band“, meint sie. Ramona Hnyatek ist über die Antwort der Kleinen ein wenig verwundert. „Seil ist normalerweise das leichteste Element, weil jedermann Seilspringen kann“, erklärt sie. Die kleine Ana hat keine großen Erwartungen für die Zukunft. Oder sie wagt es nicht, sie laut zu sagen. Denn schließlich soll man Träume geheimhalten, damit sie in Erfüllung gehen. „Der große Traum einer jeden Kunstturnerin ist die Landesauswahl“, verrät Ramona Hnyatek das Geheimnis. Eine talentierte Kunstturnerin des Bega-Schülersportclubs war bis vor Kurzem in der Landesauswahl: Cristina Faur, die derzeit die neunte Klasse besucht, aber inzwischen die Kunstgymnastik aufgegeben hat. „Leider“, fügt Ramona hinzu. Ein anderes Mädchen hat die Gymnastik fürs Ballett aufgegeben. „Wir sind froh darüber, wir haben sie nicht ganz verloren“, sagt die Choreographin.
Vor der durchsichtigen Tür des Sportsaals steht ein Mädchen mit seiner Mutter und beobachtet die trainierenden Turnerinnen. Dann zupft die Kleine am Ärmel der Mutter und die Frau drückt die Türklinke. „Fast täglich kommen Mädchen vorbei und schreiben sich ein. Wir lehnen niemanden ab“, sagt Ramona. Das Mädchen möchte auch mittrainieren. Ihre Schulkollegin Denisa ist schon seit geraumer Zeit dabei. Monica Würtz prüft zunächst, ob die Kleine ausreichend gelenkig ist. Das Mädchen muss Brücke und Spagat machen. „Sie hat eine große Mobilität am Rücken“, diagnostiziert die Trainerin. Sie wird angenommen und darf bleiben. Ihre Schulkollegin zeigt ihr, wie die Übungen zu machen sind. „Du bist sehr mutig, bravo“, loben die beiden Trainerinnen. Die Mutter schaut ihr glücklich zu. Vielleicht verwirklicht die Tochter einen ihrer verborgenen Jugendträume.
ao. Arad – „Lass uns gemeinsam die Geschichte des rumänischen Volkes kennenlernen“ heißt ein Projekt, das zwischen der Allgemeinschule Nr. 3 in Arad und dem Arader Museum geschlossen wurde. Das Projekt nimmt sich vor, die Schüler hautnah die Geschichte erleben zu lassen. An Wochenenden werden verschiedene außerschulische Aktivitäten veranstaltet: Besichtigung von Ausstellungen und Museen, von historischen Gebäuden und Denkmälern sowie von archäologischen Ausgrabungsstätten in Arad und Umgebung.
Die erste Etappe des Projektes ist vor Kurzem abgelaufen. Schüler der V.-VIII. Klasse besichtigten verschiedene historische Denkmäler im Maroschtal/Valea Muresului: die römisch-katholische Basilika aus Vladimirescu, die Schoimoscher Burg, das archäologische Schutzgebiet Bizere-Kloster in Schöndorf/Frumuseni, das Straßenbahnmuseum in Ghioroc und die Ausstellungen im Stadtmuseum Lippa/Lipova. Die nächste Etappe des Projektes wird im Dezember zum rumänischen Nationalfeiertag stattfinden.
Die Arader Schüler besichtigten die Schoimoscher Burg.
oz. Arad – „Bremsen Sie die überhöhte Geschwindigkeit!“ So wendet sich die Arader Polizeibehörde per Internet an die Autofahrer. Von Januar bis September 2008 ist die Zahl der Verkehrsunfälle im Kreis Arad im Vergleich zur gleichen Zeitspanne des Vorjahres um sieben gesunken. Und trotzdem: In den Unfällen, die sich seit Jahresanfang in Arad zugetragen haben, sind mehr Menschen als im vergangenen Jahr ums Leben gekommen. Das stuft den Verwaltungskreis in einem Negativ-Ranking der Kreise mit den meisten Unfallopfern weit oben ein.
In den ersten Monaten dieses Jahres gab es im Kreis Arad insgesamt 144 Verkehrsunfälle. Obwohl die Polizeibehörden Maßnahmen dagegen ergriffen haben, bleibt die Nationalstraße DN 7 jene mit den häufigsten Unfällen in Rumänien. Nicht einmal die etwa 230 Geldstrafen, 120 Fälle von verhängten Strafpunkten und sieben entzogene Fahrerlaubnisse konnten Anhilfe schaffen. Immer wieder die gleichen Gründe: Übermüdung am Steuer, Alkoholkonsum oder überhöhte Geschwindigkeit.
Im Kreis Arad kamen in diesem Jahr insgesamt 15 Menschen ums Leben und 23 wurden schwer verletzt. Auslöser der Unfälle: zu hohe Geschwindigkeit und unvorsichtiges Fahren. Risikoreiche Überholmanöver rissen sechs Menschen in den Tod - weitere 18 mussten in die Unfallklinik. Undisziplinierte Fußgänger trugen zu 25 Unfällen bei. Die Folge: neun Tote und 16 Schwerverletzte.
Falca fasst Entwicklungspol Arad-Temeswar ins Auge
Arad (BZ) - „Ich glaube nicht, dass mit der Entstehung der Metropolregion die Kommunalverwaltungen an Bedeutung verlieren werden. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Gemeindebürger in die Stadt fahren werden, um ihre Steuer zu bezahlen“. Emil Otlacan, Bürgermeister der Gemeinde Engelsbrunn, ist fest davon überzeugt, dass die Vereinigung aller Arader Randortschaften zu einer Metropolitanzone Positives mit sich bringen wird. „Es wird leichter sein, Gelder für die regionale Entwicklung zu bekommen“, sagt er. Die Metropolregion war unlängst Gesprächsthema auf der dritten AR-INVEST-Immobilienbörse in Arad.
Bürgermeister Gheorghe Falca verbildlichte, wie das Metropolitangebiet Arad seine ersten Konturen bekommt: Bei [ofronea entsteht auf 20 Hektar ein Industriepark, in Glogowatz/Vladimirescu gibt es bereits die notwendige Infrastruktur, die Dienstleister kommen aus Engelsbrunn, Schöndorf/Frumu{eni soll Touristen anziehen. In den kommenden Jahren werden alle Randortschaften von Arad (Glogowatz, Livada, Engelsbrunn, Zadareni, [ofronea und Zimand Cuz) mit der nötigen Infrastruktur ausgestattet, verspricht der Arader Stadtvater. Bis 2025 werden die ersten Ortschaften der Metropolregion schon beigetreten sein.
Auf der Immobilienbörse wurde auch über den Entwicklungspol Arad-Temeswar debattiert. Gheorghe Falca ob die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen Arad und Temeswar hervor. „Wenn wir unsere Kräfte bündeln, wird 2025 das BIP pro Einwohner im Entwicklungspol so groß wie jenes in der Landeshauptstadt sein“, sagte Falca. Die Stadt Arad hat eine große Bedeutung im europäischen Verkehrsnetz, deswegen müssen zwei Investitionen Vorrang haben: die Autobahn Nadlak-Arad-Temeswar und ein gemeinsamer Flughafen in Ortzidorf.
Glogowatz/Vladimirescu ist eine der ersten Ortschaften, die dem Metropolitangebiet beitreten werden.
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IN EIGENER SACHE
1. Die Reportage unserer Kollegin Ana Saliste, „Aus der Kindheit einer Nobelpreisträgerin/ Wie die Bewohner aus Nitzkydorf den Erfolg der Schriftstellerin finden“, erschienen in der BZ Nr. 825vom 14. Oktober 2009 wurde inzwischen von der „Deutschen Presseagentur“ (dpa), von „Bild“ (auszugsweise), von der „Frankfurter Rundschau“ online sowie von „Die Berliner Literaturkritik“ übernommen.
2. Auf ihrem 47. Kongress, am 10. Oktober 2009, in Innsbruck, wählte die European Journalists Association (EJ) unsere Kollegin Raluca Nelepcu (25), Chef vom Dienst der Banater Zeitung, als Generalsekretärin in den Vorstand des von der EU anerkannten Journalistenverbands.
3. Die Reportage "Sie mussten in der Öffentlichkeit schweigen" von Raluca Nelepcu war unter den besten zehn von über 80 Einsendungen und für den n-ost-Reportagepreis nominiert worden.
Herausgeber: Demokratisches Forum der Deutschen im Banat
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