1909-2009: Die ehrwürdige Temeswarer Piaristenschule wurde hundert
„Ein bewegtes Jahrhundert, zwei Weltkriege und die kommunistische Diktatur schafften es nicht den Geist der Piaristenschule und des Gebäudes zerstören“, leitete der Temeswarer Bürgermeister Gheorghe Ciuhandu am Wochenende treffend sein Grußwort seitens der Stadt zum Anlaß der 100. Jubiläumsfeier der Piaristenschule im katholischen Gerhardinum-Lyzeum ein. Zum Auftakt der Feier boten zwei berühmte ehemalige Schüler dieser ehemaligen Banater Eliteschule, der Komponist György Kurtag (Frankreich) und der Musiker László Roth (Israel), ein Konzert in der Piaristenkirche.
Mit dem Piaeristengruß „Laudatum Jesus Christus“ und der Piaristenhymne, in der Interpretation des Gerhardinum-Chors, wurde die Feier im Festsaal eröffnet. Schuleiterin Ilona Jakab begrüßte die hohen Gäste, darunter Martin Roos und Laszlo Böcskei, Bischof der Diözese Temeswar bzw. Großwardein, Jozsef Ruppert und Jozsef Urban, Vertreter des Piaristenordens aus Rom bzw. Ungarn, Bürgermeister Gheorghe Ciuhandu sowie Nicolae Robu, Rektor der TU Temeswar, aber auch die überraschend zahlreichen ehemaligen Schüler aus dem In- und Ausland.
Der großzügige Geist der Piaristen lebt: Die Piaristenschule in der Temeswarer Stadtmitte
Gefeiert wurde der imposante, im Banat einzigartige Piaristenkomplex, gedacht wurde auch des nach Jahrhunderten lebendigen Piaristengeistes. Der Gebäudekomplex, einschließlich Internat, Kirche und Kloster, wurde 1909 nach einem Entwurf des Stadtarchitekten Laszlo Szekely erbaut und gehört heute, hundert Jahre danach, trotz starkem Nachholbedarf in Sachen Sanierung zu den schönsten Altbauten der Stadt.
Über die geschichtliche und kulturelle Rolle dieses Lehrordens (Anfang des 17. Jahrhunderts vom Hl. Josef von Calasanz in Rom gegründet) im Banat sprachen die Historiker Dr. Peter Sas (Ungarn) und Dr. Mihai Pârvulescu (Temeswar). Ins Banat kamen die Piaristen schon 1750, als in Sanktanna eine Mittelschule mit drei Klassen gegründet wurde (In der Sanktannaer Schule erinnert heute eine Museumsecke an die bedeutende schulisch-soziale Rolle der Piaristen in Sanktanna und Umgebung). Nach Temeswar kamen die Paters 1788 auf Geheiß von Kaiser Franz Josef II. Nach einer erfolgreichen Geschichte wurde diese Eliteschule - Schüler waren u.a. Adam Müller Guttenbrunn oder Ioan Slavici – vom kommunistischen Regime 1948 geschlossen. 1992 wurde die nach dem Hl.Gerhard benannte katholische Nachfolgeschule, das Gerhardinum-Lyzem, von der katholischen Diözese Temeswar gegründet.
Großen Anklang fanden bei den Anwesenden die Präsentierung einer farbigen Monographie der Piaristenschule aus dem Temeswarer Solness-Verlag (Autor der Temeswarer Historiker Janos Szekernyes, Fotos vom ADZ-Fotoreporter Zoltán Pazmány) aber auch die Enthüllung einer Gedenktafel in der Eingangshalle (Die Tafel von 1938 zum 150. Jubiläum der Piaristen in Temeswar war 1948 entfernt worden), die von Bischof Martin Roos geweiht wurde.
Dass die Gesinnung der Piaristen hier wach geblieben ist, beweist nicht nur die seit 1992 13. Absolventengeneration des Gerhardinum-Lyzeums: Im Rahmen der Jubiläumsfeier wurde auch ein zur Tradition gewordenes Treffen der ehemaligen Schüler veranstaltet. Zu diesem Anlass zelebrierte Pfarrer Laszlo Tury, gleichfalls ehemaliger Piaristenschüler, eine heilige Messe in er Piaristenkirche. Begleitet wurde die Messe von Otto Nowy (Deutschland), ehemaliger Schüler, an der Orgel. Abschließend hielt am Sonntag Piaristenpater Jozsef Ruppert aus Rom eine Dankesmesse, die von dem 30köpfigen Chor des Gerhardinums untermalt wurde.
Balthasar Waitz
Das Grußwort der Diözese Temeswar von Bischof Martin Roos
Die Ausbauarbeiten an der Temeswarer Iulius Mall sind beendet worden – die Mall wird morgen eröffnet. Die Iulius Mall erstreckt sich auf eine Gesamtfläche von rund 180.000 Quadratmetern. Sie beherbergt rund 300 Läden, Restaurants und Cafés sowie einen Food-Court mit 1.700 Sitzplätzen. Es gibt nun auch ein unterirdisches Parkhaus, so dass insgesamt 2.500 Parkplätze den Kunden zur Verfügung stehen. Die gesamte Investitionssumme beläuft sich auf rund 100 Millionen Euro. Das Projekt der neuen Mall wurde von Firmen aus Deutschland, Italien und der Schweiz erarbeitet. Die Qualität und die Durchführung der Bauarbeiten wurden von deutschen Beratern geprüft.
Internationale Tagung beim Germanistik-Lehrstuhl
Der Germanistik-Lehrstuhl an der West-Universität Temeswar veranstaltet zusammen mit der Hanns-Seidel-Stiftung und der Temeswarer Österreich-Bibliothek die internationale Tagung „Inter- und Multikulturalität im Banat“. Diese findet am 23. und 24. Oktober statt. Verschiedene Sektionen bezüglich der Interkulturalität, Probleme und Perspektiven, Aspekte dieser in der rumänischen Literatur oder „Das Deutsche Staatstheater Temeswar in interkultureller Perspektive“ werden besprochen. Zwischen dem 19. und dem 24. Oktober werden in der Österreich-Bibliothek die Tage der offenen Tür veranstaltet.
Arad–Gyula 15 Jahre Zusammenarbeit
15 Jahre Zusammenarbeit zwischen den Partnerstädten Arad und Gyula (deutsch: Jula) in Ungarn wurden vergangene Woche gefeiert. Am Event beteiligten sich ehemalige Bürgermeister der beiden Städte und der Vorsitzende der rumänischen Selbstverwaltung in Ungarn. Zum selben Anlass wurde das Projekt „Gemeinsame Entwicklung des Verkehrsnetzes Arad-Gyula“unterschrieben, ein Protokoll für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit der Partnerstädte. Das Projekt beträgt 570.000 Euro, ein Teil davon EU-Gelder. Die Partnerschaft der Städte Arad und Gyula wurde im Jahr 1994 im Protokoll „Händedrücke“ vermerkt.
Landesmeisterschaft im Sporttanz
Latinorhythmen und elegante Tangotöne werden am Wochenende im Temeswarer „Constantin Jude“-Saal erklingen. Hunderte rumänische Tanzpaare werden zwei Tage lang ihre Geschicklichkeit im Sporttanz beweisen. Der Tanzclub Magnum VRD, das Temeswarer Bürgermeisteramt und der Temescher Kreisrat veranstalten zum dritten Mal den Baroque-Pokal für Sporttanz. Gleichzeitig findet auch der Rumänien-Pokal 2009 in Temeswar statt. Die zwei Wettbewerbe werden einer nach dem anderen am 24. und am 25. Oktober organisiert. Die Gewinner des Pokals werden Rumänien bei den Europa- und Weltmeisterschaften 2009 und 2010 vertreten.
Auszeichnung löst Begeisterung und Enttäuschung aus
as. Temeswar - Die Vergabe des Literaturnobelpreises an die aus Rumänien gebürtige deutsche Schriftstellerin Herta Müller löst weltweit sowohl Begeisterung als auch Enttäuschung aus. Rumänische und deutsche Tageszeitungen beurteilen die Auszeichnung äußerst positiv. Insbesondere die rumänischen Medien sehen in Herta Müller ein „Vorbild für die rumänische Gesellschaft“ (die rumänische Tageszeitung „Gândul“) und ein Symbol für „uns, die wir im kommunistischen Regime Jahre unseres Leben verloren haben“ (România Liber²). Auch Spiegel online sieht in der 56-jährigen Nobelpreisträgerin ein „bedeutendes Signal“, denn „die Aufarbeitung der kommunistischen Vergangenheit ist existentiell wichtig und noch lange nicht abgeschlossen. Der Preis belohnt eine unbeugsam-couragierte literarische Arbeit und ermutigt jene, die einen ähnlichen Weg beschreiten“.
Englische und französische Medien sind jedoch von der Entscheidung in Stockholm enttäuscht. Die britische Times fängt den Beitrag „Herta Müller. Wer ist sie?“ mit enttäuschten rhethorischen Fragen an:„Was haben Elfriede Jelinek, Imre Kertész und Wislawa Szymborska gemeinsam, bitte? Sie wurden alle mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet. Was haben Marcel Proust, James Joyce und Graham Greene gemeinsam? Sie haben den Preis nicht bekommen”. Die Times äußert dabei Kritik am Auswahlsverfahren der Jury und meint, diese sei „subjektiv und angreifbar“. Kritik an der Entscheidung der Jury kommt auch seitens der französischen Tageszeitung “Le Figaro”. Sie schreibt: "Es ist eine neue Enttäuschung für anerkannte Autoren wie Philip Roth, Mario Vargas Llosa, Amos Oz und Haruki Murakami".
Italienische, schweizer und niederländische Medien begrüßen jedoch die Preisvergabe: Die linksliberale römische Tageszeitung "La Repubblica" nennt Herta Müller "eine Reporterin des Lebens in der Angst vor der Diktatur". Die niederländische Zeitung "NRC Handelsblad" schreibt:„Die Werke Müllers lesen sich wie eine große Anklage gegen alle menschenverachtenden Herrscher und deren Helfer, wenngleich sie nur das kommunistische Rumänien aus eigener Erfahrungkennt.“Begeisterung ist auch in den Zeilen der "Neuen Zürcher Zeitung" zu lesen: "Herta Müller hat ihre Wut auf die Ceau{escu-Diktatur bis heute bewahrt. Ihr Literaturnobelpreis ist ein Signal gegen ein doppeltes Vergessen".
Herta Müller ist die zwölfte Frau, die einen Literatur-Nobelpreis bekommen hat. Mit ihr wurde zum 13. Mal ein Vertreter der deutschsprachigen Literatur ausgezeichnet. Im vergangenen Jahr wurde der französische Schriftsteller Jean-Marie Gustave Le Clézio mit dem Nobelpreis für Literatur gewürdigt.
Umwidmung landwirtschaftlicher Nutzflächen nimmt ab
Immobilienmakler und -inhaber sind verblüfft, dass nach dem Regierungsprogramm „Erstes Haus“ („Prima Casa“) Wohnungen in Plattenbauten weiterhin an Wert verloren und den Wohnungsmarkt nicht angekurbelt haben. Andere glauben, gerade deshalb sei es bei älteren Appartements zu diesem Preisverfall gekommen. „Viele sahen plötzlich die Chance, etwas Besseres zu kaufen, als ein Appartement in einem alten Wohnblock von vor 1990“, glaubt ein Ex-Immobilienmakler aus Temeswar/Timisoara. Bezeichnend für die derzeitige Sachlage: Er hat seine Immobilienfirma Anfang des Jahres geschlossen. Der Prozess des Preisverfalls bei alten Wohnblocks ist praktisch in allen Großstädten Rumäniens zu erkennen, allein Klausenburg/Cluj-Napoca macht laut Presseberichten eine Ausnahme.
Im dritten Trimester sanken gezwungenermaßen die Ansprüche der Verkäufer von Appartements in Plattenbauten für ihre Zwei- bzw. Drei-Zimmer-Wohnungen. Dies war auch dann der Fall, wenn mittlerweile ein klassisches Dach die oberen Stockwerke schützte. Innerhalb eines Trimesters gingen in Temeswar die Preise für eine Zwei-Zimmer-Wohnung von durchschnittlichen 60.000 Euro auf etwas über 54.000 herunter. Das Onlineportal TimisoaraAzi schreibt, dass die Preise in den Stadtvierteln Bucovina, Martirilor, Steaua, und Aradului sogar unter dem durchschnittlichen Marktpreis angeboten wurden. Ebenfalls um etwa 6000 Euro fielen zuletzt die Preise für Drei-Zimmer-Appartements. Im Juli lagen diese noch bei nahezu 75.000 Euro, Ende September waren es nur noch knappe 69.000 Euro. In der Immobilienbranche wird mit weiterem Preisverfall der Appartements gerechnet. Inhaber von Wohnungen, die verkaufen wollen, sind gut beraten, nicht mehr zu warten und zu spekulieren – der Wohnungsmarkt wird sich zumindest bis Jahresende nicht erholen. Davon sind Immobilienmakler fest überzeugt.
Das Phänomen „Wirtschaftskrise“, erhöhte Arbeitslosigkeit und strengere Auflagen bei der Kreditvergabe haben auch den Bau von Eigenheimen gedrosselt, auch wenn viele dies nicht verstehen können: „Mindestens seit drei Jahren ist Hausbauen nicht mehr so billig wie heute“, sagt eine Frau, die bis vor einigen Monaten einen Handel mit Baumaterialien betrieb. Die niedrigen Preise für Zement, Kalk und Gips haben sie in den Ruin getrieben, die Baubranche war da zum Teil schon angekommen und der Bau von Eigenheimen geht weiter zurück: Daten des Regionalen Statistikamtes nach sind die Anträge zum Bau von Wohnblocks bzw. -häusern auch in den Sommermonaten zurückgegangen. In der gesamten Westregion gab es im August nur 345 Bauanträge. Das sind zwar um 32 mehr als im Juli, aber immer noch um 54 weniger als in gleicher Zeitspanne 2008.
Auf 400 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche verzichteten Bürger und Kommunen des Verwaltungskreises Temesch/Timi{ in den ersten acht Monaten d.J. Im Gesamtjahr 2008 waren es 1.250 Hektar. Führend bei der Umwidmung von Ackerland in Bauflächen waren in den ersten acht Monaten 2009 Jahr die Gemeinden Neumoschnitza (122 Hektar), Sackelhausen (4), Dumbravita (42), Giroda/Ghiroda (32), Jahrmarkt/Giarmata (26), Girok/Giroc (23), Sanktandres (19) und Schag (5). Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr widmete Sanktandres noch 190 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche um. In Temeswar hat sich der Umwidmungsprozess trotz Wirtschaftskrise verstärkt: Im Gesamtjahr 2008 waren es 23 Hektar, in diesem Jahr waren es allein zwischen Januar – Anfang September nahezu 45 Hektar.
Continental-Konzern wertet Studie über Karrierechancen aus/ Von Siegfried Thiel
Die Mehrheit der rumänischen Studenten ist trotz Wirtschaftskrise noch zuversichtlicher, was ihre Berufschancen angeht, als dies vor zwei Jahren – mitten im Wirtschaftsboom – der Fall war. Trotzdem ist der Aspekt „Arbeitsplatzsicherheit“ in der Prioritätenfolge deutlich nach oben gewandert, was heißt, dass die durchschnittliche Verbleibdauer in einem Betrieb gegenüber 2007 gestiegen ist, ein größerer Anteil der Studenten kann sich jedoch vorstellen, länger als zehn Jahre in ein und demselben Unternehmen tätig zu sein. Geld spielt trotzdem nach wie vor eine bedeutende Rolle: Mehr als Dreiviertel der Jugendlichen würden den Arbeitsplatz wechseln, wenn ein anderes Unternehmen ihnen ein besseres Lohnangebot machen würde. Im Frühjahr 2009 hat TNS/Infratest im Auftrag der Continental AG 1.031 Studenten in Rumänien befragt und auch die Aussagen mit jenen deutscher Studenten verglichen.
Continental: Partner und bevorzugter Arbeitgeber
„Die Ansprüche der Studenten sind durch die Wirtschaftskrise nicht unbedingt gesunken, es ist nur einfacher, Hochabsolventen einzustellen”, sagt Dr. Cristian von Albrichsfeld, Leiter für Forschung und Entwicklung bei Continental Automotive Rumänien, der Banater Zeitung gegenüber. Ziel der Umfrage 2009 war, Trends und Entwicklungen unter den Studenten auszumachen, und das in einer Zeit, die von Finanzkrise und Rezession geprägt ist. Die Umfrage wird in Rumänien seit 2005 im Zweijahres-Rhythmus durchgeführt, in Deutschland findet sie jedes Jahr statt. Dies sind übrigens die einzigen Länder, von den insgesamt 35, in denen der Reifenhersteller und Systementwickler Continental Niederlassungen hat. „Rumänien hat für uns als Entwicklungsstandort eine sehr große Bedeutung in Europa”, sagt Heinz-Gerhard Wente, Vorstandsmitglied und Arbeitsdirektor der Continental AG und begründet so, warum die Umfrage auch in Rumänien durchgeführt wird.
Die Continental AG gehört zu den weltweit führenden Automobilzulieferern und beschäftigt derzeit mehr als 130.000 Mitarbeiter an über 190 Standorten. „Unser Erfolg als Global Player in der Automobilindustrie basiert auf unserem Team hoch qualifizierter und hoch motivierter Mitarbeiter. Wir wollen ein Partner des Bildungssystems und ein ´bevorzugter Arbeitgeber´ für Hochschulabsolventen weltweit sein”, sagt Wente. In Rumänien ist Continental mit ihrer Automotive- bzw. Rubber Group und mit fünf der insgesamt sechs Continental-Divisionen präsent. Das Investitionsvolumen liegt bei mehr als 350 Millionen Euro und das Unternehmen beschäftigt nach der Übernahme von Siemens VDO in Rumänien mehr als 7000 Mitarbeiter an fünf Standorten. „Unser geschäftliches Engagement hier ist langfristiger Art und insofern sind wir auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten daran interessiert, zu erfahren, wie die Karrierepräferenzen und –optionen der Studenten aussehen und wollen unsere Spitzenposition als Arbeitgeber in Rumänien aufrecht erhalten”, fügt Wente bei der Vorstellung der Umfrageergebnisse in Bukarest hinzu.
„Es ist interessant, sich den Optimismus der rumänischen Studenten in einer solch schwierigen Zeit wirtschaftlicher Rezession einmal näher anzusehen”, unterstrich die bekannte Psychologin und Gastrednerin Dr. Aurora Liiceanu, auf der Konferenz zur Ergebnispräsentation. Die Umfrage ergab, dass die männlichen Studenten optimistischer als ihre Kommilitoninnen sind. Optimismus scheint auch Berufssache: Angehende Ingenieure sehen die Zukunft positiver als Wirtschaftswissenschaftler oder Studenten der Naturwissenschaften. Studenten an Fakultäten mit Schwerpunkt Wirtschaft zeigen mehr Interesse an den Finanzmärkten und den Marktsystemen einer globalen Welt, als ihre Studienkollegen in der Ingenieurwissenschaft. „Wenn man die Einstellung der rumänischen Studenten mit der ihrer deutschen Kollegen vergleicht, zeigt sich, dass Wissen und Einstellung nicht assoziiert werden können“, erkennt Liiceanu. Es sei auch darauf hingewiesen, dass 42,6 Prozent der Befragten keine Vorstellung davon haben, welche Folgen die Krise für ihren Karrierestart haben könnte und dass 18,6 Prozent (Deutschland: 48 Prozent) davon ausgehen, dass sie keine Konsequenzen haben wird.
„Möglicherweise ist die durch das schnelle wirtschaftliche Wachstum in den vergangenen Jahren entstandene Euphorie noch sehr präsent in den Köpfen der rumänischen Studenten, so dass es für sie schwierig ist, sich auf die plötzliche Veränderung einzustellen. Aber es ist schon eine besonnenere Herangehensweise zu erkennen: kein Jobhopping mehr; die Studenten wollen länger bei ein und demselben Unternehmen bleiben. Dabei spielt die Arbeitsplatzsicherheit für sie die größte Rolle. Außerdem verstehen sie ´Karriere´ jetzt auch als Entwicklung innerhalb einer Ableitung oder eines Unternehmens. Alles in allem ist eine positive Einstellung der Schlüssel zum Erfolg. Eine positive Einstellung ist gut für den Einzelnen, die Unternehmen und die Gesellschaft, besonders in diesen schwierigen Zeiten“, sagt Aurora Liiceanu.
Bei der Frage, ob sich der Staat stärker an Schlüsselindustrien beteiligten sollte, gingen die Meinungen stark auseinander. In Deutschland geben 38,2 Prozent der Befragten an, dass sich der deutsche Staat aus der Wirtschaft heraushalten sollte, während in Rumänien nur 14,4 Prozent dieser Meinung sind. Ungefähr die Hälfte der Rumänen und 46 Prozent der Deutschen denken, dass sich der Staat stärker beteiligen und mehr Einfluss auf die Schlüsselindustrie ausüben sollte. Die Studenten wurden auch nach der Reaktion des Staates auf die Krise und die Unterstützung und die Garantien für die Automobilindustrie und andere Industrien sowie die Banken befragt. In Deutschland glauben 41,7 Prozent der Studenten, dass der Staat mehr als erforderlich getan hat, während in Rumänien nur sehr wenige (2,1 Prozent) diese Meinung teilen. Ein Viertel der Studenten in Deutschland ist überzeugt, dass der Staat definitiv das Richtige getan hat, während es in Rumänien nur 11,2 Prozent sind. Viele rumänische Studenten (24,1 Prozent) betrachten das Vorgehen des Staats als zu zögerlich, in Deutschland sind es 18 Prozent.
Lieber Global Player, als Familienbetrieb
398 der Studenten betrachten die Unternehmensgröße als irrevelant für ihre Karriereaussicht, 26,4 Prozent würden es vorziehen, für ein mittelgroßes Unternehmen zu arbeiten und 22 Prozent währen gern bei einem Global Player beschäftigt. Nur 7,2 Prozent würden sich für ein Familienunternehmen entscheiden. Die deutschen Studenten hingegen würden zu einem Drittel in einem Familienbetrieb ihr Geld verdienen. Über 75 Prozent der Studenten sehen Praxiserfahrung als wesentliche Voraussetzung für einen guten Job, gefolgt von Fremdsprachenkenntnissen. Gleich wichtig erscheinen ein Masterabschluss/MBA und gute Abschlussnoten. Mehr als die Hälfte der Befragten gab an, dass sie sich in einem multinationalen Unternehmen bessere Karrierechancen erhoffen; ein Viertel würde wegen besserer Verdienstmöglichkeiten in einem internationalen Konzern arbeiten wollen. Die Studenten ziehen eine Arbeit in Rumänien hauptsächlich deshalb vor, weil sie in der Nähe ihrer Familien und ihrer Freunde sein möchten. Für eine bessere Bezahlung würden jedoch 56 Prozent eine Arbeit im Ausland annehmen. Mehr als die Hälfte der Studenten wäre bereit, ihre Heimatstadt zu verlassen und eine Arbeit in einer anderen Stadt in Rumänien anzunehmen. Von den rumänischen Städten werden Bukarest die besten Karriereaussichten zugeschrieben, mit großem Abstand gefolgt von Temeswar/Timisoara, Hermannstadt/Sibiu, Kronstadt und Jassy.
Mangelnde Praxiserfahrung wird im Vergleich mit den Studenten im Westen als Schwachpunkt der rumänischen Hochschulabsolventen gesehen. Die Anzahl der Praktika hat in Rumänien abgenommen, während sie im Ausland praktisch auf dem gleichen Niveau geblieben ist. 44 Prozent der Befragten gaben zu, absolut keine praktische Erfahrung zu haben. Bei den deutschen Studenten hat die Zahl der Praktika im Ausland zugenommen.
„Wir fördern den internationalen Austausch und das Sammeln von Praxiserfahrung. Unser Ziel ist eine enge Zusammenarbeit mit den Unternehmen, um den Studenten möglichst viel Praxiserfahrung zu geben und sie auf die Berufswelt vorzubereiten. Durch die wirtschaftliche Entwicklung in Rumänien in den vergangenen Jahren haben die Studenten heute mehr Möglichkeiten, einen Einblick ins Geschäft zu bekommen. Der Rückgang in der Rangliste erstaunt mich”, erklärte Prof. Dr. Ing. Ioan Bondrea, Dekan der Ingenieurwissenschaftlichen Fakultät an der Lucian Blaga Universität in Hermannstadt.
Szene aus der Konferenz zur Studienauswertung
Heinz-Gerhard Wente, Mitglied des Vorstandes bei der Continental AG
„Bevor das Land des großen Zauberers erreicht wird, soll ein langer Weg zurückgelegt werden, denn man braucht Mut, um die Angst zu bekämpfen, Herz, um das Verrosten wegen Sorgen vorzubeugen, Verstand, um neue Auswege in Krisensituationen zu erblicken, sowie ein Zuhause, um sich selber wiederzufinden.“ Etwa so könnte der langwierige Weg in das Land des Zauberers von Oz geschildert werden. Dahin lädt am Sonntag, dem 25. Oktober, das Deutsche Staatstheater Temeswar (DSTT) ein. Die Premiere des Märchenstücks findet um 11 Uhr statt.
Es spielen, singen und tanzen: Radu Vulpe, Dana Borteanu, Tatiana Sessler, Olga Török, Daniela Török, Rares Hontzu, Peter Papakostidis, Horia Savescu, zusammen mit den Schauspielstudenten Aljoscha Cobet, Annemarie Waldeck und Andrea Wolfer. „Der Zauberer von Oz“ wurde für diese Inszenierung von Éva Labadi Megyes mit der Mitarbeit von Diana Manole, aufgrund der Vorlage von L. Frank Baum adaptiert und von der Deutschlehrerin und Schriftstellerin Lorette Br²diceanu-Persem ins Deutsche übertragen. Dazu passende Liedertexte schrieb Dana Borteanu, die Musik komponierte Cári Tibor. Für die Choreographie war Liana Iancu zuständig, Bühne, Kostüme und Requisiten entwarf Eugen Varga, für Regie zeichnet Éva Labadi Megyes.
Das DSTT wird am 30. Oktober auch in Lugosch/Lugoj zu Gast sein. Hier führen die Schauspieler gleich zwei Stücke auf: „Der Zauberer von Oz“ und „Die kahle Sängerin“. Das Märchenstück ist um 11 Uhr im städtischen Theater „Traian Grozavescu“ programmiert, das Schauspiel „Die kahle Sängerin“ um 19 Uhr ebenda. Das DSTT-Stück „Die kahle Sängerin“ von Eugéne Ionesco wurde im Rahmen der „Tage der deutschen Kultur“ in Bukarest aufgeführt. Es spielen: Radu Vulpe, Ioana Iacob, Isolde Cobet, Rares Hontzu und Boris Gaza. Für Regie zeichnet einer der prominentesten rumänischen Regisseure, Alexandru Dabija, der mit diesem Stück zum ersten Mal an einer Temeswarer Bühne gearbeitet hat. Das Stück feierte im April 2009 Premiere. Bühnenbild und Kostüme entwarf George Petre. Das Stück „Die kahle Sängerin“ (Originaltitel „La cantratice chauve“), dem Ionesco selbst den Untertitel „Anti-Theaterstück“ gegeben hatte, wurde 1950 in Paris uraufgeführt und gilt auch heute als provokative Absage an das traditionelle Theater.
Tickets für das Stück „Der Zauberer von Oz“ in Temeswar können von Dienstag bis Freitag zwischen 10 und 13 Uhr sowie Mittwoch und Freitag auch zwischen 17 und 19 Uhr an der Theaterkasse (Alba-Iulia-Straße Nr. 2) erworben werden. Die Kasse öffnet eine Stunde vor Vorstellungsbeginn. Reservierungen sind auch unter der Telefonnumer +40256201291 oder online möglich.
Raluca Nelepcu
„Der Zauberer von Oz“ feiert am Sonntag Premiere. Das Stück soll kommende Woche auch in Lugosch aufgeführt werden.
Von mehreren internationalen Rankings über Hochschulen weltweit ist Temeswar/Timisoara in einem einzigen zu finden. Und dies auf Platz 1821. Dieser Platz kam der Temeswarer West-Universität zuteil. Die TU Politehnica belegte Platz 2085, die Medizinische Fakultät befindet sich auf Platz 5041. Das einzige Ranking, in das rumänische Universitäten „reinrutschten“, ist Webometrics, ein Produkt von Cybermetrics Lab aus Spanien.
Webometrics wählt für das Ranking 6.000 Universitäten aus einer Datenbank aus, die insgesamt 17.000 Unis beinhaltet. Die Universität „Alexandru Ioan Cuza“ aus Jassy/Ia{i plazierte sich landesweit am besten. Sie belegte Platz 601.
Die weltweit bekannteste Rangliste der Universitäten ist The Academic Ranking of World Universities. Es werden 1.200 Hochschulen miteinander verglichen. Was zählt, sind die Preise und Auszeichnungen, die von Studenten oder Lehrern gewonnen sowie die Anzahl der Artikel, die veröffentlicht wurden. In dieser Rangliste ist keine einzige Hochschule aus Rumänien zu finden.
Weitere Ranglisten in dieser Hinsicht sind HEEACT, THES-QS World University Rankings oder das Global University Ranking. Rumänien ist in all diesen Ranglisten von keiner einzigen Hochschule vertreten. (oi)
Die Westuniversität Temeswar ist in einer einzigen internationalen Rangliste der Hochschulen zu finden, und dies auf Platz 1821.
Eine neue Büste steht seit vergangener Woche in der Allee der Persönlichkeiten in Temeswarer Zentralpark. Es ist jene des Banater Komponisten Béla Bartók, die vom Bildhauer Péter Jecza, vor Kurzem post mortem zum Ehrenbürger von Temeswar/Timi{oara ernannt, geschaffen wurde.
Béla Bartók (1881 – 1945) war ein ungarischer Komponist, Klavierspieler und Musikethnologe und gilt als ein bedeutender Vertreter der Moderne. Er ist am 25. März 1881 in Nagyszentmiklós (heute Großsanktnikolaus/Sânnicolau Mare) geboren. Seine Kindheitsjahre verbrachte er im Königreich Ungarn des österreichisch-ungarischen Reichs. Schon als Kind fiel seine musikalische Begabung, sein außergewöhnliches Gehör auf. Da seine Eltern auch musikalisch begabt waren, förderten sie sein Talent. Er studierte ab 1899 Klavier und Komposition in Budapest und war 1908-1934 Klavierprofessor an der Franz-Liszt-Musikakademie in Budapest. Er wollte ursprünglich Pianist werden und auf Tournee durch ganz Europa gehen. In den Jahren 1907/08 komponierte Bartók sein erstes Violinkonzert, das er seiner damaligen großen Liebe, der Geigenspielerin Stefi Geier, widmete. Er war auch begeisterter Sammler von Volksliedern. 1940 emigrierte er in die USA, wo er fünf Jahre später an Leukämie starb.
Béla Bartók gehört neben Arnold Schönberg und Igor Stravinsky zu den bedeutendsten Komponisten des 20. Jahrhunderts. Seine Musik wurde von Richard Strauß und Franz Liszt beeinflusst, desgleichen von der Volksmusik, der Didaktonik und Pentatonik. (rn)
Letzten Donnerstag wurde in der Allee der Persönlichkeit die Büste von Béla Bartók enthüllt. Die Skulptur wurde vom Bildhauer Péter Jecza geschaffen.
In dem Johr hat die Temeschwarer Volksuni ihre 40-jähriches Jubiläum gfeiert. Sie werd derzeit vun Dipl. Ök. Alexandrina Paul geleit un fiehrt ihre Aktivitäte innerhalb vum Demokratische Forum der Deitsche in Temeschwar dorch. Un vor korzem is die Feier im AMG-Haus iwer die Biehne gang, es is uner anrem gsaat gin: 40 Johr – e halwes Menschelewe. Un ihr sellt wisse, es sin nit nor Vorträch in deitscher un rumänischer Sproch, die innerhalb vun dere Volkshochschul abghal gin. Derzu gheert e Turistik-, Musich- un Bastelkreis, die Film- un Videonohmittache, Prowe un Uftrete vum „Temeschwarer Liederkranz“ un der Seniorentanzgruppe „Bunter Herbstreigen“ un villes meh.
Um was es sich awer derbei alles handelt? Also, die Mitglieder vum Turistikkreis, die sin unermiedlich. Die meischte jo a nimi die Jingschte. Doch mit Freed immer derbei, uf Ausflug zu fahre, nit nor im Land sundern a auswärts. Sie mache Bilder vun allem Scheene, was se derbei gsiehn un erlewe, fiehle sich gut un mache Bewegung, weil sie kraxle sogar im Gebirch rum, schaue sich die Ortschafte an. Die Mitglieder vum Bastelkreis, die sin unerschepflich mit Idee, ihre ausgstellti Hand- un Bastelarweite gin ausgstellt un verkaaft, was rauschaut, des werd zu gute Zwecke verwend. De Musichkreis, der trefft sich a regelmässich, es sin die Musichliebhaber.
Un dann, ja der Chor un die Seniorentanzgrupp – jedi Wuch prowe, recht oft uftrete – des alles is a nit so eenfach. Iwerhaupscht weil die meischte sowohl Sänger als a Tänzer sin. Un noh der Singprob, wann mer sowieso schun ausser Ochtum is, noch es Tanzbeen schwinge – ja, des is ne hoch anzurechne. Doch es macht de Leit Spass un mit ihre Darbietunge bringe se de anre Forumsmitglieder jedsmol e Freed in des AMG-Haus oder wu se sunscht uftrete. Weil sie singe un tanze bei Kaffeenohmittache, Advents-, Weihnachts- un Oschterfeschte, Fasching – sie sin awer a vill uf Ausfahrte. Un wann mer se froot, dann gin se fascht eenstimmich zur Antwort: mer muss aktiv sin, sunscht is mer der Gfahr ausgsetzt, inzuroschte.
Un weil bei so een Jubiläum e Glickwunsch angebrung is, will ich derzu was dichte:
Seit 40 Johr in Freed un Leed
die Volksuni uns zur Seite steht.
Sie soll weiterbstehn noch villi Johre
un uns empfange mit de uffne Tore.
Helen Alba
Uftritt der Seniorentanzgruppe „Bunter Herbstreigen“
„Temeschwarer Liederkranz“ uner der Leitung vun Prof. Arthur Funk
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Konstruktive Kritik ist willkommen, jedoch bitten wir um eine gepflegte Sprache.
Die Redaktion würde es begrüßen, dass jene, die Kommentare schreiben, sich nicht hinter der Anonymität verstecken.
IN EIGENER SACHE
1. Die Reportage unserer Kollegin Ana Saliste, „Aus der Kindheit einer Nobelpreisträgerin/ Wie die Bewohner aus Nitzkydorf den Erfolg der Schriftstellerin finden“, erschienen in der BZ Nr. 825vom 14. Oktober 2009 wurde inzwischen von der „Deutschen Presseagentur“ (dpa), von „Bild“ (auszugsweise), von der „Frankfurter Rundschau“ online sowie von „Die Berliner Literaturkritik“ übernommen.
2. Auf ihrem 47. Kongress, am 10. Oktober 2009, in Innsbruck, wählte die European Journalists Association (EJ) unsere Kollegin Raluca Nelepcu (25), Chef vom Dienst der Banater Zeitung, als Generalsekretärin in den Vorstand des von der EU anerkannten Journalistenverbands.
3. Die Reportage "Sie mussten in der Öffentlichkeit schweigen" von Raluca Nelepcu war unter den besten zehn von über 80 Einsendungen und für den n-ost-Reportagepreis nominiert worden.
Herausgeber: Demokratisches Forum der Deutschen im Banat
Redaktion: 300229 Temeswar/Timişoara, Str. Protopop George Dragomir Nr. 2
Tel.+Fax: 0040-256-498210, Tel.0040-356-424401
E-mail: temeswar@adz.ro;
Das BZ-Team: Werner Kremm (Redaktionsleiter) wkadz@netex.ro; Raluca Nelepcu (Chef vom Dienst) nelepcu@adz.ro; Nicoleta Dobos dobos@adz.ro; Olivian Ieremiciu ieremiciu@adz.ro; Andreea Oance oance@adz.ro; Zoltán Pázmány pazmany@adz.ro; Ana Saliste saliste@adz.ro; Siegfried Thiel thiel@adz.ro; Balthasar Waitz waitz@adz.ro;