Mittwoch, 19. November 2008

Die Soimos-Burg an der Marosch


Touristen haben kein Umweltbewusstsein


Von Lippa/ Lipova aus kann man ihre Ruinen deutlich in der Ferne sehen: die Soimos-Burg am rechten Maroschufer in 129 Metern Seehöhe. Die Burg befindet sich auf dem Gelände der Ortschaft Soimos (selten: Schoimosch), die zusammen mit Radna zur Gemeinde Lippa gehört, etwa 34 Kilometer von Arad entfernt. Die Festung lockt jährlich einige Tausend Touristen nach Lippa. Seit vergangenem Jahr gibt es auch eine Internetseite mit Informationen zur Burg, die Reisende von überall her abrufen können. Die Seite kam mit der Unterstützung des Ökologischen Zentrums in Arad und der Alcoa-Stiftung aus Pittsburg, USA, zustande. Die Daten lieferten Fachleute des Arader Museums innerhalb des Projekts „Tourismus – Umweltschutz – Erziehung an der Schoimosch-Burg – 2007“. Den Hügel, der zur Burg hin führt, sollte man lieber mit geschlossenen Augen besteigen: Unter den Touristen, die jährlich nach Lippa kommen, gibt es nämlich auch solche, die ihren Müll gewissenlos zurücklassen. Unweit der Burg gibt es auch eine Felswand, die fürs Klettern eingerichtet wurde.


Der Name der Burg stammt von einer Tätigkeit, die hier im Mittelalter betrieben wurde: die Falkenzucht (rumänisch für „Falke“: „soim“). Die Burg soll Ende des XIII. Jahrhunderts von einer Adelsfamilie gebaut worden sein. Während der Jahrhunderte gehörte sie verschiedenen Adelsfamilien und wurde zeitweilig auch von den Türken besetzt. Die Festung wurde offiziell 1788 verlassen. Ab dem XIX. Jahrhundert steht sie unter Denkmalschutz.


An die Entstehung der Schoimosch-Burg knüpft eine Legende. Diese besagt, dass die Burgen bei Soimos, Hellburg/Siria und Dezna von drei Schwestern erbaut worden waren. Die drei Jungfrauen trafen sich in Schiria und behaupteten, sie würden bis morgen die Festungen bauen, auch wenn ihnen Gott nicht helfen würde. Die Festungen waren tatsächlich fertig, doch sie stürzten ein. Die Jungfrauen verwandelten sich in weiße Schlangen, jede mit einem goldenen Kranz und einem Schlüssel im Maul. Die drei Schlangen würden jedes Jahr erscheinen und auf einen Erlöser warten, der ihnen die Kränze und Schlüssel abnehmen solle. Danach würden sie sich wieder in Jungfrauen verwandeln, und die drei Festungen würden in ihrer Pracht aufleuchten. Mehr Infos über die Soimos-Festung können von der Webseite cetateasoimos.ro abgerufen werden.


Raluca Nelepcu


Die Ruinen der Soimos-Festung, eine der schönsten mittelalterlichen Burgen in Rumänien

Foto: Zoltán Pázmány

Neuigkeiten aus dem Banat


In der Print-Ausgabe zu lesen:


Johann Wolfgang von heute.
Schüler eigneten sich Medienkompetenz an


Keine Entlassungen bei Continental


Wintermode in Temeswar


Ein neues Kapitel für Sanktanna.
Modernes Rathhaus eröffnet/ Ehrgeizige Zukunftspläne für Mikroregion/ Von Balthasar Waitz

Einweihung mit Ehrenurkunden in Lugosch


oz. Lugosch – „Ich bin mir sicher, dass wir alle nur das Beste für unsere Stadt wünschen“, sagte der Lugoscher Bürgermeister Francisc Boldea bei der offiziellen Einweihung der Überführung in Richtung Busiasch/ Buzia{ am Wochenende. Etwa 50 Menschen schlugen ein Kreuz nach den Feierlichkeiten. Francisc Boldea lud zum Event auch alle Bürgermeister ein, die während der Jahre die Bauarbeiten an der Überführung betreut hatten.

„Es ist die bedeutendste Investition für Lugosch nach 1990“, sagte Sorin Stragea, der erste Bürgermeister nach der Wende 1989. Er meinte, dass diese Überführung, deren Erbauung im März 1991 begonnen hatte, jedem Lugoscher gehören würde. Virgil Turcanu, sein Nachfolger im Amt und am Mikrofon, sprach kurz allen Bürgern seinen Dank aus und bat Marius Martinescu zu Wort, der 1996 - 2004 Bürgermeister war. Martinescu begründete, wieso die Arbeiten an der Überführung so lange gedauert hatten. „Wir wussten am Anfang nicht, dass die Kosten für die Erbauung so groß sein werden“, erklärte dieser. Als wichtig bezeichnete Martinescu den Moment, als 1999 Radu Berceanu, der damalige Verkehrsminister, auf die Überführung aufmerksam wurde. Martinescu bedankte sich beim Verkehrsminister Ludovic Orban, der die Arbeiten zu Ende geführt hatte, und bei den Bürgern, die während der Zeit viel Geduld aufbringen mussten.

Francisc Boldea zeichnete in einem Restaurant am George-Enescu-Park 75 Stadträte sowie neun Vizebürgermeister und Bürgermeister mit Ehrenurkunden aus, die in den letzten 19 Jahren im Lugoscher Bürgermeisteramt tätig waren.

Die vier Bürgermeister beim Durchschneiden des Bandes (v.l.n.r.): Marius Martinescu, Virgil Turcanu, Sorin Stragea und Francisc Boldea


Foto: Oliver Zsilko

Banater Kulturleben

In der Print-Ausgabe zu lesen:

Temeswarer Kulturschaffende geehrt
Neue Ehrenbürger für die Stadt an der Bega/ Von Balthasar Waitz

Großer Preis für "Alioscha"
Temeswarer Regisseur zweimal preisgekrönt/ Von Balthasar Waitz

Rumänien schwarz-weiß
"Brechungen" in der West-Universität Temeswar/ Von Olivian Ieremiciu

Festwoche des DSTT


Doppeljubiläum des deutschen Theaters

as. Temeswar – Das Deutsche Staatstheater Temeswar (DSTT) veranstaltet in der Zeitspanne 22. – 30. November eine Festwoche aus doppeltem Anlass: das 55-jährige Bestehen des deutschen Staatstheaters und 255 Jahre Theatertradition in Temeswar. Die Festwoche wird am 22. November, um 19 Uhr, mit der DSTT-Premiere „Das letzte Feuer“ von Dea Loher, eröffnet. Am Sonntag, dem 23. November, um 19 Uhr im Saal des Nationaltheaters, wird das Stück „Hamlet“ gespielt, eine Produktion des „Radu Stanca“-Nationaltheaters Hermannstadt, unter der Spielleitung von Radu Alexandru Nica. Auch das Schauspielhaus Graz (Österreich) nimmt mit zwei Stücken an der Festwoche teil: „Am Ziel“ von Thomas Bernhard (Montag, den 24. November, um 19 Uhr) und „Heute Abend: Lola Blau“ von Georg Kreisler (am Dienstag, dem 25. November, um 19 Uhr). Beide Vorstellungen werden im Saal des DSTT stattfinden. Am Mittwoch, dem 26. November, wird im Saal des Nationaltheaters die Oper „Gianni Schicchi“ von Giacomo Puccini aufgeführt, eine Produktion des Ungarischen Staatstheaters Klausenburg. Zu Gast ist auch das Jüdische Staatstheater Bukarest mit dem Stück „“Spiel der Könige“, von Pavel Kohut, in den Hauptrollen Maia Morgenstern, Mircea Rusu und Andrei Fin]i, unter der Spielleitung von Felix Alexa. Die Vorstellung ist für Donnerstag, den 27. November, im Saal des Nationaltheaters vorgesehen. Am Sonntag, dem 30. November, findet die Vorstellung „Nowhere Man“ statt, eine Produktion der Badischen Landesbühne Bruchsal (Deutschland), mit der das DSTT seit vier Jahren enge Beziehungen pflegt.


Am 28. November bestreitet Johann Lippet, ehemaliger Dramaturg des DSTT, eine Lesung mit dem Titel „Banater Alphabet“. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr und findet im Studiosaal des Ungarischen “Csiky Gergely“-Staatstheaters statt. Die Leistungen einstiger Temeswarer Theaterschaffender werden innerhalb eines Galaabends, am 29. November, gewürdigt. Im Festsaal des Adam-Müller-Guttenbrunn-Hauses ist ab den 28. November, die Ausstellung „Deutsches Theater in Temeswar seit 1753“ zu sehen. Die Schau entstand in Zusammenarbeit mit dem Donauschwäbischen Zentralmuseum Ulm und dem Demokratischen Forum der Deutschen im Banat. Die Festwoche ist Teil der Kulturagenda des Rumänischen Kulturministeriums im Rahmen des Europäischen Jahres des Interkulturellen Dialogs 2008.

Bilaterale rumänisch-österreichische Beratung


Auswirkungen der Finanzkrise sind noch nicht zu spüren


as. Temeswar – „Die Wirtschaftskrise dürfte auf die rumänisch-österreichischen Wirtschaftsbeziehungen nur geringe Auswirkungen haben“, sagte Josef Mayer, der Stellvertreter des österreichischen Bundesministers für Wirtschaft und Arbeit, bei der zweiten bilateralen rumänisch-österreichischen Beratung in Temeswar/Timisoara. Im Rahmen des Treffens, das vergangene Woche im Regionalen Geschäftszentrum Temeswar (CRAFT) stattgefunden hat, sprach Josef Mayer mit [tefan Imre, dem rumänischen Staatssekretär im Ministerium für KMU, Handel, Tourismus und liberale Berufe über die Entwicklung der rumänisch-österreichischen wirtschaftlichen und außenpolitischen Zusammenarbeit, über die Auswirkungen der Wirtschaftskrise, über die Erweiterungspolitik der Europäischen Union und über Projekte von gegenseitigen Interesse wie die Gasleitung „Nabucco“ oder die Ostansiedlung der Linzer Voest-Alpine im Schwarzmeerraum.


Bei dem Treffen nahmen noch teil: Martin Meischl, Handelsattache der Österreichischen Botschaft in Bukarest, Georg Oberreiter, Gesandter der Österreichischen Botschaft Bukarest, Wolfgang Natich, Generaldirektor im österreichischen Ministerium für Wirtschaft und Arbeit, Victor Spulber, Berater im Ministerium für KMU, Handel, Tourismus und liberale Berufe und Mircea Toader, Generaldirektor der Direktion für Europäische Angelegenheiten und Außenhandel im Rahmen des selben Ministeriums sowie Georgica Cornu, Präsident der Temeswarer Kammer für Industrie, Handel und Landwirtschaft.


Trotz der Finanzkrise steht eine gute positive Aussicht an, was die Zusammenarbeit zwischen den beiden Staaten betrifft, versicherte Josef Mayer. Man sollte aber die Krise nicht unterschätzen und das gemeinsame Vertrauen zwischen Rumänien und Österreich weiter ausbauen, so der österreichische Ministerstellvertreter, der seit Jahren die österreichische Seite bei diesen Konsultationen vertritt. „Rumänien ist ein wichtiger Wirtschaftspartner für uns, insbesondere was den Warenexport betrifft“, sagte Josef Mayer.

Stefan Imre wies auf eine Verringerung der rumänischen Exporte nach Österreich hin: „Zurzeit ist diese Verringerung noch gering und wir hoffen, dass sich die Situation bis Jahresende ausgleichen wird. Wir wollen den rumänischen Export nach Österreich noch stärker erweitern“.


Auf dem rumänischen Markt sind derzeit rund 5200 österreichische Firmen tätig – dadurch ist Österreich der zweitgrößte Investor in Rumänien, nach Holland, was das investierte Kapital betrifft. Keine wichtigen Unternehmen aus Österreich haben sich bisher vom rumänischen Markt wegen der Finanzkrise zurückgezogen, versicherte zum Schluss Stefan Imre.


Stefan Imre und Josef Mayer haben sich im Ehrenbuch der Temeswarer IHLK eingetragen.

Foto: Zoltán Pázmány

Kompetenzzentrum – Gründung auf der Zielgeraden


Gerade in turbulenten Zeiten kein Zurückstecken angesagt


st. Temeswar - Möglicherweise hatten die Mitglieder des Deutschsprachigen Wirtschaftsclubs einen Maximilian Schubert von Fraunhofer Institut in Wien als Gast notwendig gehabt, um die Sorgenfalten etwas zu glätten. Vor allem die Autoindustrie dürfte es als Motivationsschub ansehen: Gerade in einer Zeit, in der Abwanderungsgedanken von Firmen aus der Automotiveindustrie nach Serbien in der Presse breit getreten werden, ist die Gründung eines Automotive-Konpetenzzentrums so etwas wie ein Vertrauensvotum der Industrie für Rumänien und hier angesiedelte bzw. gegründete Firmen. Das Kompetenzzentrum für die Automotiveindustrie, das seit einiger Zeit geplant ist, hat nämlich konkrete Daten und Fakten zu bieten. Mitte 2009 soll laut Maximilian Schubert, von der Fraunhofer Projektgruppe für Produktions- und Logistikmanagement, die Planung des Zentrums in die Entwicklungsphase übergehen. „Wenn Lösungen und Möglichkeiten zur Aus- und Fortbildung des Personals in der Automotive-Industrie gegeben sind, besteht auch die Chance, die Firmen aus diesem Bereich für längere Zeit an die Region zu binden”, sagt Valentin Bicu, Leiter des Fraunhofer-IPA-Kontaktbüros in Temeswar.


Die Firma Continental mit ihren im Raum Temeswar ansässigen Tochterfirmen, die Firma Kathrein, die TU Temeswar, die Stadtverwaltung Temeswar, die Industrie- und Handelskammer aber auch die Entwicklungsagentur ADR Vest sind derzeit Mitglieder des Kompetenzzentrums. Letztere gilt auch als Projektinitiator, das Fraunhofer Institut begleitet das Unterfangen aufgrund seiner langjährigen Erfahrung. Der erste Schritt ist, „dass man in der Industrie anfangt, miteinander zu reden” (M.Schuster). Direkter Zugang zu Know-How, Training und Schulung für Manager, aber auch für Fließbandarbeiter sind nur einige Elemente, die eine Mitgliedschaft – gegen eine einmalige finanzielle Beteiligung von 4.800 Euro – sinnvoll macht, sagt Schubert. Die Finanzierung soll laut derzeitigen Planungen aus drei Quellen erfolgen: Fraunhofer Institut, öffentliche Hand und beteiligte Unternehmen. Was den Auf- und Ausbau des Kompetenzzentrums gerade in turbulenten Zeiten betrifft, glaubt Maximilia Schuster nicht, dass einen Kurskorrektur nach unten erforderlich ist. „Es können gute Voraussetzungen geschaffen werden, auch wenn es mal kriselt”, sagte der österereichische Gast, der seinen Arbeitgeber aus Stuttgart, aber auch die zukünftigen Chancen des Automotive-Kompetenzzentrums in Temeswar beim Novembertreffen des Deutschsprachigen Wirtschaftsclubs in Temeswar vorstellte.

Wirtschaft und Umwelt


In der Print-Ausgabe zu lesen:


Eine Banater Schwäbin auf Weltreise.
Athen: Kurztrip in die Antike (8)/ Von Nareda Cerdy


Drehteilehersteller auf Kontaktreise.
Trotz Wirtschaftskrise - Besuch nicht abwendig / Von Sigfried Thiel


Bilaterale rumänisch-österreichische Beratung.
Auswirkungen der Finanzkrise sind noch nicht zu spüren/ Von Ana Saliste


Umweltdebatten und Streitigkeiten. Temeswar ohne Obstbäume und mit weniger Haustieren/ Von Olivian Ieremiciu



Allerhand aus dem Banat


In der Print-Ausgabe zu lesen:


Gleiche Chancen bei der Bewerbung in Karlsruhe
Prof. Franz Quint präsentierte das Hochschulangebot/ Von Raluca Nelepcu

Auf der Spuren der Frau in Rot...

Ana Cumpanas, die Verräterin des Gangsters Dillinger/ Von Andreea Oance

Schwarzarbeit im Kreis Temesch

Einige erwischt, tatsächliche Zahlen liegen höher


Temeswar (BZ) - Zu einem „erstaunlichen“ Ergebnis kam vor Kurzem das territoriale Institut für Arbeit des Kreises Temesch/Timis, nachdem es eine Statistik für die ersten zehn Monate dieses Jahres durchgeführt hat: Im Kreis Temesch, dem Kreis mit der niedrigsten Arbeitslosenrate, gibt es Schwarzarbeit. In der genannten Zeitspanne wurden rund 280 Unternehmen, die nicht über alle nötigen Papiere für ihre Arbeitnehmer verfügten, mit Geldstrafen belegt. Die Geldbußen betrugen insgesamt 800.000 Lei. Bei den Kontrollgängen wurden auch mehr als 500 Personen bei der Schwarzarbeit erwischt.

Eines der größten Probleme in Sachen Schwarzarbeit wird in der Baubranche verzeichnet. Ein Vorschlag für die zukünftig leichtere Aufdeckung der illegalen Arbeiter kommt vom Ausschuss für Sozialen Dialog. Jeder Angestellte, so die Überlegung, soll in Zukunft ein Namensschild tragen. Der Vorschlag wird zwecks gesetzlicher Festschreibung zum Ministerium geschickt werden.

Erstaunt blieben die Lokalbehörden auch über die Entdeckung einiger Personen, die aus gesetzlichem Standpunkt her, noch nicht das Alter erreicht haben, bei dem sie auf dem Arbeitsmarkt tätig sein dürften.

Die Statistik wird jedoch von vielen angezweifelt. Die Zahl deren, die ohne die nötigen Papiere arbeiten, soll viel höher sein. Sie kommen in der Statistik nicht vor, da sie einfach noch nicht erwischt wurden. Hinzu kommt die sogenannte „Grauzone“. Das heißt, diejenigen die auf Papier von den Arbeitgeber mit dem Mindestlohn angestellt werden, „auf die Hand“ jedoch eine höhere Summe bekommen. Die Entdeckung und besonders das Beweisen dieser Art der Schwarzarbeit soll jedoch sehr schwer sein, so Insider.

Großer Krieg um Muntele Mic

Jetzt greift auch noch die Vermögensgemeinschaft ein


Turnu Ruieni (BZ) – Der Temeswarer Unternehmer und Extremsportler Romeo Dunca hält an seinen Plänen fest, aus dem Muntele Mic, dem Hausberg der Karansebescher und dem Skigebiet der Temeswarer einen internationalen Ski-Ort zu machen. Deshalb lässt er gegenwärtig durch die Firma SC Raindor SRL eine Seilbahn vom Kern des Luftkur- und Wintersportorts Muntele Mic auf das Alpine Platteau bauen.


Damit liegt er nicht nur im Konflikt mit der Temeswarer Firma, die auf dem Hochplatteau zwischen 1500 und 1800 Metern einen Windturbinen-Park hinstellen möchte, sondern er geriet auch mit der Vermögensgemeinschaft der Nachkommen der k.u.k.-Grenzer in Konflikt, die behauptet, dass die von Dunca beauftragte Firma die Seilbahn ohne die Zustimmung der Besitzer streckenweise auf ihrem Grundstück baut. Die Vermögensgemeinschaft wandte sich ans Gericht in Karansebesch und beantragte eine Verfügung des Gerichtspräsidenten, welche die Einstellung der Bauarbeiten bis zur gerichtlich-grundbuchmäßigen Klärung der Sachlage fordert.

Damian Raileanu, der Manager von SC Raindor SRL, erklärte hingegen, keineswegs die Seilbahn auf ein Grundstück der Vermögensgemeinschaft bauen zu wollen, also keinem seine Besitzrechte streitig zu machen. Er habe mit den Vertretern der Vermögensgemeinschaft gesprochen, lange bevor seine Firma die Bauarbeiten in Angriff nahm, und angefragt, ob sie ihm ein Stück pachten könnten, damit die Seilbahn einer bestimmten Trasse folgen kann. Da aber jedwelche Antwort ausblieb, so Raileanu, habe er entschieden, die Seilbahn 75 Meter kürzer werden zu lassen und so das Grundstück der Vermögensgemeinschaft aus dem Spiel gelassen. Folglich geschehe augenblicklich alles auf den Grundstücken der Gemeinde Turnu Ruieni, mit der es einen gültigen Nutzungsvertrag gebe.


Was so normal klingt, ist es trotzdem nicht ganz. Denn erst auf der Novembertagung des Gemeinderats Turnu Ruieni steht der Pachtvertrag für die Grundstücke, über welche die Seilbahn verläuft, auf der Tagesordnung. R²ileanu behauptet, von einem Teilhaber- und Nutzungsvertrag Kenntnis zu haben, der mit der Gemeinde abgeschlossen wurde – nur steht auch dieser erst auf der Tagesordnung der kommenden Zusammenkunft des Gemeinderats.


So weiß es einer, der es aus erster Hand wissen müsste: der Sekeretär des Gemeindeamts Turnu Ruieni, Stefan Ursulescu. Der selbe verkündet auch, im Grundbuch den Besitzer des umstrittenen Grundstücks ausfindig gemacht zu haben: das Dorf Borlova, heute Turnu Ruieni eingemeindet. Also sei Turnu Ruieni auch Besitzer des Grundstücks. Und um letzte Zweifel aus dem Weg zu räumen, werde dieser Tage ein Ausschuss aus Turnu Ruieni auf den Muntele Mic fahren und vor Ort die Trennlinien der Grundstücke konstatieren. Warum man nicht lieber einen Topografen dazu bemüht hat – die Frage bleibt unbeantwortet, obwohl man weiß, dass die Grundbucheintragungen im Banater Bergland ziemlich viel zu wünschen übrig lassen und dass man lieber die Satellitenaufnahmen zu Rate ziehen sollte, wie es die Agentur für Zahlungen und Interventionen in der Landwirtschaft (APIA) auf Wunsch der EU tut.


Blick auf den Muntele Mic

Foto: banaterra.eu

Die Maria-Radna-Kirche wird renoviert


Erster Schritt: die Erneuerung der Kupferdeckung
/ Von Raluca Nelepcu


Ein neues Gesicht bekam sie letztens im Jahr 1971. Regen, Schnee, Wind und Sturm beschädigten im Laufe der Jahrzehnte die Außenwände – der Verputz blätterte an manchen Stellen ab. Über die Renovierung der römisch-katholischen Wallfahrtskirche „Maria Radna“ wird schon seit einigen Jahren diskutiert. Nur konnte das dafür notwendige Geld nicht so schnell gesammelt werden. Vor knapp drei Wochen war es aber soweit: Die ersten drei Arbeiter kamen mit ihren Werkzeugkästen und jeder Menge Know-How extra aus Deutschland angereist, um bei der Kirchensanierung Hand anzulegen. Ihr Ziel: die Erneuerung der Kupferdeckung des rechten Turms. Die Sanierung der Kirche kostet rund 2,8 Millionen Euro – bis die Gesamtsumme eingesammelt werden kann, wird es noch eine Zeit dauern. Die Gelder stammen zum Großteil aus Privatspenden, aber auch von der rumänischen Regierung und der EU soll Unterstützung kommen. Die Renovierung wird schrittweise vorgenommen. Am Ende soll die Kirche ein komplett neues Gesicht haben.

Der rechte Kirchenturm wird derzeit saniert.


Deutsche Fachleute legen Hand an

Schon von weitem sind die beiden Türme der Basilika Minor „Maria Radna“ zu sehen. Der rechte Turm glänzt im herbstlichen Sonnenschein: Er ist komplett von einem Holz- und Metallgerüst umhüllt. Ein Kreuz an der Spitze hat vorläufig nur der linke Turm. Uns wird beim Anblick der Arbeiter, die sich hoch oben auf dem Kirchendach tummeln, schwindlig. Die drei Fachleute von Bennert Dachsanierung GmbH sind fleißig bei der Arbeit. Drei Rumänen helfen ihnen. „Mit der Kommunikation funktioniert das nicht so richtig. Wir verstehen uns durch Zeichen“, sagt der Vorarbeiter Jan Kaufmann. Wir überwinden schließlich unsere Höhenangst und besteigen den Turm. Das Gerüst knarrt unter unseren Sohlen. Wir entscheiden uns für das Holzgerüst, weil es stabiler zu sein scheint – die Metalleiter schaukelt zu stark. Ein rumänischer Arbeiter schaut uns verwundert nach. „Für das Geld, das ich bekomme, will ich nicht mein Leben riskieren“, sagt er. Er ist der einzige, der noch nie bis ganz nach oben geklettert ist. Doch kurz, nachdem wir oben anlangen, ist er auch auf dem Turm. Rumänische Würde.


Der Stein mit der Hufspur – eines der Wunder, die sich in der Maria-Radna-Kirche ereignet haben.

Die Materialien, die für die Renovierung notwendig sind, werden zum Großteil aus Deutschland importiert. Die Baufirma Bennert, die unter anderen auch die Festung von Temeswar/ Timisoara saniert, hat den Auftrag für die Renovierungsarbeiten übernommen. Von oben hat man einen guten Blick über Radna. In der Ferne erheben sich die Ruinen der Schoimoscher Burg. „Die großen Unterschiede in Rumänien haben uns schockiert“, sagt Jan Kaufmann. Schaut man nach unten, kann man deutlich erkennen, was er mit „Unterschieden“ meint. Unmittelbar neben einem modernen Haus mit Tennisplatz steht ein mickriges Häuschen mit einem kleinen Garten. Weiter hinten, eine Hütte, die vom Verfall bedroht ist. Ein Anblick, an den man als Westeuropäer nicht gewöhnt ist. Februar 2009, wenn eine neue Kupfer- und Spiegeldeckung den Turm zieren wird, werden die Deutschen diesen Anblick los.


Wir steigen hinab, an einer verrosteten Kirchenuhr vorbei. Das Gerüst knarrt, doch unsere Höhenangst ist weg. Die Glocken im Dachgeschoss läuten.


Die Ikone, die Wunder wirkt

Die Geschichte der Maria-Radna-Kirche geht auf das Jahr 1520 zurück. Eine Kapelle wurde in jenem Jahr von einer Witwe genau an der Stelle, wo sich heute die Kirche erhebt, gebaut. Nachdem die Türken das Banat besetzen, nutzen die Franziskanermönche, die am nördlichen Maroschufer Zuflucht finden, die Kapelle. 1668 spendet der alte Georg Vriconosa, ein Händler kroatischer Abstammung, die Ikone der Heiligen Maria der kleinen Kirche in Radna. Das Heiligenbild wird extra aus Italien gebracht. 1695: Die Türken setzen die Kirche in Flammen, die vollständig abbrennt. Nur die Ikone bleibt erhalten. Das Wunder dringt bis zu den Ohren eines türkischen Anführers, der die Situation selbst in den Griff bekommen möchte. Er überquert die Marosch und reitet bis zur abgebrannten Kirche, um das Bildnis der Heiligen Maria zu zerstören. An der Stelle angekommen, passiert ein Wunder: Ein Stein erweicht unter dem Huf seines Pferdes und das Pferd kann nicht mehr weiter. Die Ikone wird nochmals gerettet. Der Stein mit der Hufspur ist auch heute noch in der Kirche zu sehen. Die Echtheit des Steins wurde 1980 von einer Kommission aus Bukarest bestätigt. Die Spur stammt nicht von einem Meißel, zieht die Kommission Fazit.

Vorarbeiter Jan Kaufmann

Am 7. Juli 1756 wird der Grundstein für eine neue Kirche in Radna gelegt – die alte ist inzwischen zu klein für die vielen Gläubigen, die jährlich hierher kommen. Die Jahre vergehen und das Aussehen der Kirche ändert sich. Hinzu kommen ein Altar aus Carrara-Marmor, ein Silberrahmen und zwei Kronen aus Gold für die Maria-Ikone, die Türme werden um jeweils 30 Meter erhöht. 1820 werden die Bauarbeiten an der neuen Kirche beendet. Der Erzbischof und ungarische Prinz Alexander Rudnay, der immer wieder gerne nach Radna kommt, schreibt in seinem Testament, dass sein Herz in der Kirche bewahrt werden soll, was tatsächlich auch passiert. Das Herz befindet sich heute in einer Wand. Man soll manchmal ein Klopfen aus der Wand vernehmen, meinen einige.


1935: Über 73.000 Gläubige pilgern nach Radna zusammen mit dem Diözesanbischof Augustin Pacha. Nachdem die Kommunisten alle Kirchenorden in Rumänien verbieten, lassen sich alle Franziskaner aus Rumänien in Radna nieder. Das Regime versucht mehrmals, die Aktivität der Gläubigen in Radna zu verhindern. 1954 werden die Ortschaften Radna und Soimos aufgelöst und Lippa/Lipova eingemeindet. Der Bahnhof in Radna bleibt jedoch erhalten – in Lippa hingegen gibt es bis heute noch keinen. Polizeiämter gibt es weiterhin sowohl in Lippa, als auch in Radna. Das Jahr 1980, als die Bukarester Kommission die Echtheit des Wundersteins bestätigt, ist von großer Bedeutung für die Kirche. Ein anderes Ergebnis hätte ihr Ende bedeuten können. 2003 verlässt der letzte Franziskaner die Kirche in Radna. Pfarrer Andreas Reinholz kommt aus Temeswar nach Radna und betreut seitdem die römisch-katholische Gemeinde da. Etwa 150 Personen römisch-katholischen Glaubens bilden die Gemeinde.


Spenden weiterhin nötig

In der Kirche ist es ziemlich kühl. Links und rechts vor dem Altar hängen symbolische Silbergegenstände an der Wand: Herze, Beine, Kreuze, Arme. Die Gegenstände wurden von Gläubigen gespendet, die nach dem Beten in der Radna-Kirche auf wunderbarer Art und Weise von ihren Krankheiten geheilt wurden. Etwa 400 solche Stücke zieren die Wände, doch Wunder soll es weit mehr gegeben haben. Nur ein Mensch von zehn sei zurückgekehrt, um zu danken. Die Bedeutung der Gegenstände ist umso größer, zumal zur Zeit, als diese gefertigt wurden, sich nicht jeder den „Luxus“ leisten konnte. Ein besonderes Bild ziert die rechte Kirchenwand: die Verlobung von Maria und Josef. Das Bild ist nur noch in anderen fünf Kirchen aus Europa anzutreffen. In einem Gang wurde ein Museum von Votivbildern eingerichtet. Dabei geht es vor allem um Bilder, die von Gläubigen der Kirche als Zeichen des Dankes gespendet wurden. 800 solche Bilder können besichtigt werden – weitere etwa 1700 sollen künftig auch ausgestellt werden.


Jedes Jahr kommen etwa 15.000 Pilger und Touristen nach Radna. Die meisten hinterlassen meistens etwas, soweit die Möglichkeiten reichen. Ein Konto, in dem das Geld eingesammelt wird, gibt es auch: RO38 RZBR 0000 0600 0692 0465 der Raiffeisen Bank Lippa, Swift Code RZBRROBU. Spenden für die Renovierung der Maria-Radna-Kirche sind weiterhin willkommen.


Blick auf die Maria-Radna-Kirche


Fotos: Zoltán Pázmány

Pipatsch

Auf der Pipatsch-Seite der Print-Ausgabe zu lesen:


Humor

Hat der gewisst, dass...

Es stosst mer uf/ Wievill Uhr is? Sovill, wie gischter um die Zeit!

Werter, die selten gsaat gin

Heit is Namestach

De Taafpath nie gekennt


Ich han aa e Taafpath. De Satz han ich schun hunnerti Mol in Gedanke wiederholt. For was? Weil ich ohne de Path getaaft gin sin un ne noch nie im Lewe gsiehn han. Un aach nit weeß, wu er heitzutach wohnt, ob er iwerhaupscht noch am Lewe is.


Des is e langi Gschicht. Mei Taafpath heescht Hansi Dian. Er is 1928 in Bogarosch uf die Welt kumm. Wie er drei Johr alt war, sin sei Eltre uf Amerika arweite gang. De Hansi is bei de Großeltre mitnaner mit meine Mutter, sie ware Gschwisterkiner, ufgewachst. Sie sin mitnaner in die Obeda gang un ware wie Gschwister. Mei Mutter hat oft verzählt, dass em Hansi sei Mutter noh zwaa Johr uf Bsuch kumm is. Zu Oschtre. Mitgebrung hat se e riesiches Oschteraij aus Tschokoladi. In eem Kerwl, so groß war des Aij. Un dernoh war se wieder fort, em Hansi sei Mutter. Doch noh nochmol eem Johr, de Hansi war inzwische sechs Johr alt, is sei Mutter wieder kumm. Sie hat de Hansi mitghol uf Amerika, der hat jetz bal in die Schul gehn misse. Un de alde Ota is mitgfahr bis uf Konstanza zum Schiff. De Hansi hat Rutz un Wasser gebrillt. Er hat natierlich nit mit dem "fremde Weib" in die großi Welt fahre wille.


Die Johre sin ins Land gezoo, de Hansi hat deitschrede vergesst, er hat in Philadelphia gheirat un is es reicher Mann gin. Hie un do is de Großeltre in Bogarosch e Brief ins Haus gflattert. Manchmol is zu Oschtre oder Weihnachte aa e Paket kumm. Drin ware allerhand Leckerbisse un Gwand for die Großeltre. Des war's dann aa schun. Aus de Aue, ausm Sinn!


Wie ich uf die Welt kumm sin, hat mich mei Goth, die Schwester vun meim Vater, leenich getaaft. De Hansi war als Path ingetraa in de Taafschein, mei Mutter hat ke Gschwister ghat. Een enziches Mol han ich e Handuhr kriet vun meim Taafpath. Wahrscheinlich hat er selmols Geld gschickt, un mei Leit han mer die Uhr kaaft. Des war im Johr 1964. Die Uhr han ich aach heit noch. Sie geht zwar nimi, doch es is es enzichi Gschenk vun meim Taafpath. Ich weeß nitemol, ob de Hansi noch lebt. Er misst jo die 75 Johr schun längscht iwerschritt han, doch des is doch ke Alter! Iwerhaupscht nit in Amerika!


Un wie des heitzutach mit dere Technik is, han ich zufällich e E-Mailadress vun eem Weib aus Philadelphia uner die Fingre kriet. Ich han des Weib angschrieb un em verzählt, dass ich schun johrelang mei Path suche tu. Es sin nor phaar Täch vergang un ich han die Mailadress vun eem Johann Dian kriet. Do war ich awer froh, han mich gleich an de Computer gsitzt un alles gschrieb, was ich so gewisst han, natierlich in englisch. Un es is aa Antwort kumm. Der Mann war e Gschwisterkind vun meim Path, mit demselwe Name un Vorname, awer freind vun der anri Verwandschaftsseit aus. Un er hat mer gschrieb, dass mei Taafpath leider schun mit 70 Johr gstorb is. Un er hat mich mit seiner Tochter, des wu jo mei Gschwisterengel is, in Verbindung gsetzt. Hie un do krien ich e Nachricht, jedesmol aus eener anri Stadt. Weil des Donna is e „Bisnissfrau“, also e Gschäftsfrau un hat vill um de Kopp rum. Un do hats sicher ke Zeit, an sei Verwandschaft im Banat zu denke! (ha)