Busiascher Trachtenpaare empfingen dreifachen Segen
Josef Kanton organisierte auch in diesem Jahr ein gelungenes Kirchweihfest.
Das Kirchweihfest in Busiasch/Buzias wurde am ersten September-Wochenende innerhalb der Busiascher Stadttage gefeiert. Wie schon zur Tradition geworden, hielt das Fest mehrere Tage lang an und wurde seitens des Demokratischen Forums der Deutschen in Busiasch und der römisch-katholischen Kirche in die Wege geleitet. Die Kirche feierte in diesem Jahr ihr 135. Jubiläum, sie wurde 1874 eingeweiht.
18 Kinderpaare standen an der Spitze des Kirchweihzugs.
Josef Kanton, Forumsvorsitzender, ist bemüht, jährlich neue Elemente einzuführen. Und es war ein Stadtfest für alle Bewohner und auch für die Kurgäste. Zu den Programmpunkten zählten: Prozession zum Friedhof und Kranzniederlegung, Aufstellen des Kirchweihbaumes, Einladen der Ehrengäste, Trachtenumzug, Gottesdienst und Segen in der römisch-katholischen Kirche sowie in den beiden orthodoxen Kirchen, Trachtenparade im Schulhof, Strauß- und Bockversteigerung, Kirchweihball. Als Besonderheit kann angeführt werden, dass die Trachtenpaare in Busiasch sowohl in der römisch-katholischen als auch in den beiden orthodoxen Kirchen den Segen empfangen. Und zwei Tage darauf, am 8. September zu Maria Geburt, wenn die rumänische „Ruga“ stattfindet, ziehen die Trachtenpaare in alle drei Gotteshäuser ein.
Das Vortänzerpaar begrüßt die Busiascher, die sich im Schulhof versammelt haben.
Das schwäbische Trachtenkleid, in Busiasch nicht einheitlich, sondern ein bunter Trachtenreigen, legten am Kirchweihsonntag die deutschen, ungarischen und rumänischen Jugendlichen an. Den Trachtenzug, bestehend aus 38 Paaren, führten stolze Kinderpaare an.
Jede Mädchentracht konnte in einer anderen Farbe bestaunt werden. Die Trachten wurden nach Modellen aus den umliegenden Ortschaften wie Bakowa/Bacova und Nitzkydorf/Nitchidorf nachgenäht und werden jährlich an andere Teilnehmer ausgeliehen. Die Buben tragen geschmückte Hüte mit vielfarbigen Bändern, auf der rechten Brustseite prangt ein Sträußchen, „Janklstrauß“ genannt, und in Händen trägt jeder Kirchweihbursche eine bebänderte gefüllte Weinflasche, daraus wird die edle Sorte den Zuschauern zum Kosten angeboten, das heißt, sie werden zum Fest eingeladen.
Bemerkenswert war der Einzug der Kirchweihpaare in das Busiascher Rathaus. Bürgermeister Viorel Alger Ilas sowie der gesamte Stadtrat wurden eingeladen. Bürgermeister Ilas durfte am Arm der Vortänzerin am Trachtenaufmarsch teilnehmen, er trug sogar den Kirchweihhut.
Dem Fest wohnte der DFDR-Abgeordnete Ovidiu Gant bei. „Ich sehe eine Parallele zu den deutschen Schulen, diese sind nicht mehr Schulen der Deutschen oder für Deutsche, sie sind für die ganze Gemeinschaft, die ihre Kinder in diese Schulen schicken möchten, da. Das Gleiche, was die Kerwei betrifft. Ein Auge weint, das andere lacht. Wir wissen ja alle, dass es kaum noch Schwaben im Banat gibt. Doch wenn man bedenkt, dass die Kinder und Jugendlichen schwäbische Tänze lernen, im Trachtenkleid auftreten, auch wenn sie keine Schwaben sind, ist dies erfreulich. Es ist ein schöner Tag für Busiasch, die Tradition wird aufrechterhalten und weitergeführt“, sagte Ovidiu Gant.
Helen Alba
Fotos: Raluca Nelepcu













