Donnerstag, 26. November 2009

Wahlen, Eintrittskarten, Lebensmittel

Auch in Temeswar: Vorwürfe zu Wahlbetrug

Warten, Erklärungsabgabe, Urnengang – das mühsame Prozedere im Studentencampus
Foto: Zoltán Pázmány

Zum Thema erster Durchgang der Präsidentschaftswahlen in Rumänien befragten wir kurz nach Bekanntgabe der ersten Hochrechnungen den Abgeordneten der deutschen Minderheit in Rumänien, Ovidiu Gant: "Für die Stichwahl wird entscheidend, wie sich die Liberalen positionieren werden. Ich vermute eine Annäherung zwischen Demokratliberalen (PDL) und Liberalen (PNL)". Der Temescher Leader der Liberalen, Nicolae Robu, konnte am Montag, bei Redaktionsschluss der Banater Zeitung, nichts Genaues dazu sagen. Soviel bloß: Dies würde auf zentraler Ebene beschlossen. Die Wahlbeteiligung für die Präsidentschaftswahlen lag im Verwaltungskreis Temesch/Timis bei etwa 50 Prozent, für die Optionen des Referendums gab fast 48 Prozent der Wählerschaft ihre Stimme ab.
Die Palette der Bestechungsvorwürfe vom Wahltag war auch im Verwaltungskreis Temesch/Timis recht komplex und reichte von angeblich verschenkten Eintrittskarten zum Fußball-Kracher FC Temeswar – Dinamo Bukarest bis hin zu angeblicher Lebensmittelvergabe aus EU-Lieferungen. Die PDL wurde beschuldigt, mit Tickets Wahlwerbung betrieben zu haben, diese beschuldigte ihrerseits PSD und PNL in der Gemeinde Traian Vuia, mit Mehl aus EU-Hilfen „Überzeugungsarbeit“ geleistet zu haben. Der Zucker aus denselben Beständen sei für die Stichwahl aufgehoben worden, hieß es weiter in den Anschuldigungen.
"Ich glaube fest daran, dass es Wahlbetrug gegeben hat und das im Bereich des sogenannten ´Wahltourismus´. Viel zu viele Wähler sind nämlich auf den ´speziellen Listen´ zu finden", kommentierte seinerseits der Abgeordnete Ovidiu Gant. Er bezog sich dabei auf landesweite Gegebenheiten. In diese Listen wurden bekanntlich all jene Bürger eingetragen, die ihre Stimme abgeben wollten, sich jedoch am Wahltag nicht in dem Ort aufhielten, in dem sie auch ihren festen Wohnsitz haben. Am späten Sonntag Abend haben eben diese Zusatz-Listen in Temeswar für reichlich Gesprächsstoff gesorgt, da angeblich im Studentencampus und in der Landwirtschaftshochschule nicht alle Wähler bis zur Schließung der Wahllokale drankamen. „Organisatorische Mängel“, warfen die Bürger den Behörden vor, der Temescher Vizepräfekt Zoltán Marossy sagte seinerseits, die Verzögerungen seien darauf zurückzuführen, dass die Wähler ihre eigenverantwortliche Erklärung über die Einmaligkeit ihrer Stimmenabgabe nur „sehr mühsam ausgefüllt“ haben.
Siegfried Thiel

Drei Generationen beim Kathreinenball
Novum: Orchester aus Ungarn spielte auf

ha. Arad – Der traditionelle Kathreinenball fand am Wochenende im Arader „Jelen“-Haus seinen Ablauf. Die Veranstaltung wurde seitens des Arbeitskreises „Banat-JA“ e.V. Rumänien und des Demokratischen Forums der Deutschen Arad (DFDA) in die Wege geleitet und vom Rathaus der Stadt Arad unterstützt. Die Veranstaltung fand hier in den letzten Jahren immer vor Adventsbeginn statt, getanzt wurde zu Musik vom Band. Erstmals spielte heuer ein Orchester auf: Die „Tornado“-Musikanten aus Pecs/Fünfkirchen in Ungarn sorgten für Tanz, Unterhaltung und gute Laune. Das Orchester besteht auf fünf ungarndeutschen Musikanten, sie haben schon zusammen die Schulbank gedrückt und spielen und singen seit 19 Jahren bei verschiedenen Veranstaltungen. Die dargebotene Tanzmusik war für aller Geschmack: Walzer, Polka, Tango, aber auch bekannte Schlager kamen zu Gehör und rissen die Teilnehmer von den Stühlen. Beim Kathreinenball schwangen gleich drei Generationen das Tanzbein: die Kleinsten wagten ihre ersten Tanzschritte, die Jugendlichen „zeppelten“ um die Wette und die Senioren tanzten den Ländler, wie es schon immer bei einem Ballabend üblich war.
Prof. Michael Szellner, Leiter des Neuarader „Adam-Müller-Guttenbrunn“-Lyzeums und Vorsitzender des DFD Arad sprach über die Tradition des Kathreinenballs und begleitete das „Tornado“-Orchester beim „Schneewalzer“ auf der Gitarre. Adelheid Simon, Geschäftsführerin des AK „Banat-JA“, wies auf weitere traditionelle Feste, die im Herbst in Neuarad üblich waren, hin. So ist man bemüht, im kommenden Jahr auch das Traubenkränzchen wieder zu veranstalten, es sollen neue Trachtenkleider genäht werden. Dafür gibt es alte Modelle: eine alpenländische Tracht, die Mädchen in grünen Röcken mit schwarzem Mieder und weißen Blusen, die Burschen in kurzen Hosen mit Edelweißhosenträgern und weißen Hemden.

Gute Unterhaltung beim Kathreinenball in Arad
Foto: Adelheid Simon

BANAT AKTUELL

Johann-Strauß-Ensemle auf Tour
„Vienna Magic on Tour” – märchenhafte Weihnachten verspricht das Johann-Strauß-Ensemble, das in Temeswar/Timisoara im „Capitol”-Saal auftreten wird. Das Wiener Ensamble wird in der Zeitspanne 12. – 20. Dezember eine Tour durch Rumänien unternehmen. Das erste Konzert der Tour findet in Temeswar statt. Darauf folgen Konzerte in Hermannstadt/Sibiu, Jassy/Iasi, Bukarest, Klausenburg/Cluj-Napoca, Neumarkt am Mieresch/Târgu Mures und in Kronstadt/Brasov. Die Rumänientour des Johann-Strauß-Ensembles wird von der österreichischen Botschaft in Bukarest unterstützt und hat als Erstsolist und Dirigent Russel McGregor vom Schönbrunner Schlossorchester dabei. (ao)

Outlet Expo 2009 bei CRAFT
Die Industrie- und Handelskammer Temeswar (CRAFT) veranstaltet zwischen dem 25. und dem 29. November die Herbstmesse „Outlet Expo 2009” in Temeswar/Timisoara. Die Outlet Expo bietet verschiedenartige Ware an, die kurz vor dem Schlussverkauf steht. Die Temeswarer können somit Eletronikwaren, Haushaltsgeräte, Möbel, Textilwaren und Schuhe, Baumaterialien u. a. zu reduzierten Preisen kaufen. 40 Händler haben ihre Teilnahme angesagt, fünf davon kommen aus Ungarn. Die Expo kann zwischen 10 und 20 Uhr besichtigt werden. Eine Eintrittkarte kostet zwei Lei. Kinder und Rentner bekommen die Karte zum halben Preis. (ao)

Malwettbewerb für Kinder
Der Kultur- und Erwachsenenbildungsverein „Deutsche Vortragsreihe Reschitza“ veranstaltet den 10. Malwettbewerb für Deutsch sprechende und Deutsch lernende Kinder der Klassen I - VIII unter dem Titel „Kinder malen ihre Heimat“. Kinder des deutschsprachigen Raums und weiterer Länder Mitteleuropas können auch mitmachen. Die Bilder müssen mit Passepartout versehen sein. Jedes Schulkind darf mit je einem Beitrag teilnehmen. Die Arbeiten sollen mit Angaben über Name, Schule, Klasse, Ort und Land versehen sein. Die Teilnahme von Kindern aus Kunstschulen ist ausgeschlossen. Termin für die Einsendungen (Erwin Josef Ţigla, Rândunica-Straße Nr. 28, 320036 Reşiţa) ist der 22. Januar 2010. Die besten Arbeiten werden prämiert und innerhalb einer Wanderausstellung im In- und Ausland gezeigt. (as)

„My Wall” bei Carturesti
Die Kurzfilmreihe „My Wall” in der Regie von Harun Farocki wird morgen um 19 Uhr in der Carturesti-Buchhandlung in Temeswar/Timisoara (Mercy-Straße 7) gezeigt. „My Wall” wurde mit dem Berlin Today Award 2009 infolge des Kurzfilmwettbewerbs Berlinale Talent Campus ausgezeichnet. Im Mittelpunkt steht der Fall der Berliner Mauer. Am Dienstag, dem 1. Dezember, wird um 19 Uhr „Der Irrationale Rest” von Thorsten Trimpop gezeigt. Der Eintritt zu den Filmprojektionen ist frei. (rn)

Fortbildungsseminar in Mediasch

Banater Schulen ebenfalls vertreten

Wie Unterricht äußerst attraktiv für Schüler gestaltet werden kann, das sollten sie mitbekommen, die 20 Lehrer, die sich am Fortbildungsseminar zum Thema „Mensch in Raum und Zeit“ in Mediasch/Medias beteiligten. Das Projekt, das von Dr. Rolf Willaredt, Fachberater für Deutsch seitens der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA), veranstaltet wurde, brachte über 40 Schüler in die siebenbürgische Stadt. Diese besuchen Schulen mit deutschem Muttersprachenunterricht oder Bildungseinrichtungen, an denen intensiv Deutsch unterrichtet wird. Schüler aus dem Banat, aber auch aus Bukarest, Suceava, Sathmar/Satu-Mare, Klausenburg/Cluj-Napoca, Piatra Neamt, Focsani und Chisinau in der Republik Moldau waren dabei. Zusammen mit ihren Lehrern sollten sie lernen, wie Radiobeiträge und Zeitungsartikel erarbeitet werden. Robert Tari von der deutschen Sendung von Radio Temeswar/Timisoara und zwei Redakteure der ADZ/BZ wiesen die Teilnehmer in die journalistische Tätigkeit ein.

Die jungen Reporter bei der Arbeit: Lehrer müssen auf knifflige Fragen antworten.

Foto: Patricia Moldovan

Die Pressearbeit bereitete sowohl Schülern, als auch Lehrern „unheimlich viel Spaß“, wie die meisten nach Seminarschluss meinten. „Wir konnten auch erfahren, wie schwierig es sein kann, einen Radiobeitrag von A bis Z zu erstellen“, sagte Astrid Otiman, Deutschlehrerin am Nikolaus-Lenau-Lyzeum in Temeswar. Heli Balogh und Thilo Herberholz, die ebenfalls an der Lenau-Schule unterrichten, waren dabei. Auch das Banater Kolleg in Temeswar sowie Schulen aus Arad und Karansebesch/Caransebes waren beim Seminar in Mediasch vertreten. In Kleingruppen – je 3-4 Personen - mussten Lehrer und Schüler Radiobeiträge aufnehmen und schneiden, gründlich recherchieren und Zeitungsbeiträge schreiben. Dazwischen gab es für die Gruppen auch eine „Überraschung“: ein Vortrag über den deutschen Philosophen Friedrich Nietzsche, gehalten von Dr. Rolf Willaredt. Danach sollte die Zeitungsgruppe schnell reagieren: Jeder Schüler musste – noch vor Redaktionsschluss - eine Kurznachricht zum Vortrag verfassen.
Das von vielen am Anfang als schwierig wahrgenommene Thema „Mensch“ wurde von den Teilnehmern gut umgesetzt. Die Zeitungsgruppe führte Umfragen in den Straßen von Mediasch durch. Fragen wie „Ist die Ehe noch aktuell?“ oder „Wann vergeht für Sie die Zeit schnell/langsam?“ mussten die Vorbeigehenden beantworten. Dabei hatten die jungen Reporter auch jede Menge Glück: Die Mediascher zeigten sich zuvorkommend und nannten am Ende auch ihren vollen Namen. Auch in der Radiogruppe entstanden Beiträge, die beeindruckten: Werbebeiträge zum Projekt, aber auch witzige und komplexe Beiträge rund um das Thema „Mensch“ konnten zum Schluss gehört und genossen werden. Das Projekt „Der Mensch in Raum und Zeit“ wird im April nächsten Jahres fortgesetzt.
Raluca Nelepcu

Multikulturalität auf der deutschen Schaubühne

Erste Auflage des Internationalen Theaterfestivals “Eurothalia” in Temeswar

Als Event für die deutsche Schaubühne und für das gesamte kulturelle Temeswar/Timisoara kann die erste Auflage des internationalen Theaterfestivals „Eurothalia“, die vom 15. bis zum 22. November vom DSTT veranstaltet wurde, gewertet werden. Durch seine Multikulturalität brachte das Festival Einblicke in Stand und Entwicklung des europäischen Theaterszene.
Beteiligt waren außer dem DSTT das Jüdische Staatstheater und das Odeon-Theater aus Bukarest, das Jugendtheater aus Piatra-Neamt sowie das Theater Biel-Solothurn (Schweiz). Der Bogen war weitgespannt von klassischen Stücken wie Lessings „Nathan der Weise“ oder „Man spielt nicht mit der Liebe“ von Alfred de Musset bis zu mehreren Produktionen der modernen Dramatik wie „Die Präsidentinnen“ von Werner Schwab, „Herr Paul“ von Tankrde Dorst oder „Gebrüllt vor Lachen“ von Christopher Durang. Die Zeitlosigkeit und Aktualität des Theaters kam effektvoll in den experimentellen Inszenierungen zum Vorschein, wie z. B. im Theater-Tanz-Projekt „Before the end after“, mehr noch in der Produktion „Parzival“ nach Wolfram von Eschenbach, einer Inszenierung des Schweizer Ensembles Biel-Solothurn.

„Gebrüllt vor Lachen“

Durang-Stück im Studio-Saal

„Ich will euch über das Leben erzählen“, sagt die junge Frau auf der Bühne und blickt die Zuschauer ganz gespannt an. Mit diesen Worten beginnt das Stück „Gebrüllt vor Lachen“ (im Original „Laughing Wild“) des amerikanischen Dramatikers Christopher Durang am Freitagabend im Studio-Saal des Ungarischen Staatstheaters, unter der Spielleitung von István Szabó.
Sie schläft manchmal in der Badewanne und fragt sich, ob Ibsen sie gern gehabt hätte. Er versucht positiv zu denken und atmet tief ein und aus. Zwei Seelen, die gleiche Einsamkeit. In einer Welt, wo der Dialog nur noch ein schmerzlicher Zufall ist. Mit ihren rosa Ohrringen, der witzigen Kappe und dem verspielten Blick sieht die junge Frau harmlos und ruhig aus. Negative Gefühle kommen zum Ausdruck, wenn die neurotische Gestalt über ein Ereignis im Supermarkt erzählt: Ein Mann stand ihr vor dem Tunfischkonservenregal im Wege, so dass sie total ausflippte und ihm mit einer Fischkonserve auf dem Kopf schlug.

Isabela Neamtu und Cezar Antal in „Gebrüll vor Lachen“

Foto: Privat
Der Zuschauer wird schrittweise in einen komischen Wahnwitz zweier neurotischer Personen - ein Mann und eine Frau (hervorragend gespielt von Isabela Neam]u und Cezar Antal) – verwickelt. Der tragikomische Wirrwarr der beiden Großstädter wird durch wechselnde Perspektiven variiert. Ganz im Geiste des Großstadtneurotikers Woody Allan gelingt es dem Broadway-Autor Durang, die Zuschauer sowohl zum Lachen als auch zum Nachdenken zu bringen. Über sich selbst, über eine Welt, in der immer mehr Menschen der Vereinsamung verfallen. Durch Neurosen, (Alp)träume und Monologe versuchen die beiden Gestalten, das Leben und das Menschliche wieder zu erlernen. Sie verlieren sich aber in Klischees und wertlosen Ratschlägen. Kein praktischer Kurs, keine Fernsehsendung, keine Therapie, die das Glück garantieren soll, erweist sich als erfolgreich. Es bleibt ihnen nur das Gebrüll vor Lachen übrig. Ein Gebrüll, das den Kummer und Alltagsstress überdecken soll. „Ich lache die harte Verzweiflung an“, schlußfolgert die junge Frau. Das Lachen vergeht, wenn die Vorstellung endet, die Gedanken bleiben. Durang schlägt bei dem zu, was uns heilig ist, beim Fernseher, und bürdet uns Obsessionen auf. Alles was wir noch machen können ist ein- und ausatmen.
Christopher Durang ist ein 1949 geborener amerikanischer Dramatiker und Schauspieler, der mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurde. Bekannt wurde er vor allem durch seine skandalösen, oft absurden Komödien, in denen er meist schwierige Themen behandelt.
Ana Saliste

Ein Biker plädiert für Toleranz

Jüdisches Theater mit moderner Nathan-Aufführung

Sein Bike brummt, wenn er in Jerusalem ankommt. Und irgendwie hat man den Eindruck, in der falschen Vorstellung zu sein. Doch dann erkennt man ihn wieder: Es ist Nathan der Weise, der mit zahlreichen Geschenken von einer ergiebigen Geschäftsreise zurückgekehrt ist.
Ihn empfängt seine Lebensgefährtin Daja, die ihm eine fast unglaubliche Story erzählt: Ein Tempelherr hat in Nathans Abwesenheit dessen Tochter Recha aus dem brennenden Haus gerettet. Der Jude will sich beim Tempelherrn bedanken, doch dieser weist zunächst jeden Dank ab. Der Tempelherr selbst verdankt sein Leben dem Sultan Saladin, der ihn begnadigt hat, da er des Sultans verstorbenem Bruder Assad sehr ähnlich sieht. Die Intrige entwickelt sich unerwartet weiter: Der Tempelherr verliebt sich in Recha, erfährt, dass sie eigentlich eine von Nathan im jüdischen Glauben erzogene Christin ist und verrät es dem Patriarchen von Jerusalem. Letztendlich stellt sich heraus, dass Recha und der Tempelherr Geschwister und zudem die Kinder von Saladins Bruder Assad sind.
Das Ideendrama von Gotthold Ephraim Lessing „Nathan der Weise“ wurde vom Jüdischen Staatstheater Bukarest in Szene gesetzt und innerhalb des Eurothalia-Theaterfestivals in Temeswar/Timisoara aufgeführt. Ein Plädoyer für religiöse Toleranz und Humanität, ein Stück, das ganz anders als erwartet dem Publikum vorgestellt wird. Modern und originell: Die Akteure spielen in vier Sprachen, Jiddisch, Deutsch, Arabisch und Englisch. Die Besetzung bilden Mihai Ciuc² (Nathan), Cornel Ciupercescu (Saladin), Constantin Dinulescu (Patriarch), Geni Brenda (Recha), Marius Calugarita (Tempelherr), Monia Pricopi (Daja), Mircea Dragoman (Al Hafi) und Nicolae Botezatu (Klosterbruder). Für die Inszenierung zeichnet Grigore Gonta, für Bühnenbild und Kostüme war Ana Maria Silaghi zuständig.
Das Stück ist humorvoll und überraschend zugleich. Die witzigen Momente im Schauspiel locken ein Lächeln auf die Gesichter im Saal. Als ein Handy klingelt und ein jeder seinen Nachbarn verdächtigt, ist der Spaß vorbei. Doch dann holt der Patriarch sein Handy aus der Hemdtasche heraus. „Si, si, pronto“, antwortet der Prälat auf der Bühne und das Publikum lacht wieder. Am Ende kommt es dann doch noch wie erwartet: Die Schauspieler werden mit jeder Menge Beifall belohnt.
Raluca Nelepcu

„Kleine Dinge mit großer Auswirkung“

Ein Plastikschraubverschluss – ein großer Schritt zur Ökologisierung

Öko-sein ist neulich zu einem Trend geworden. Ein wenig grün hier, ein wenig grün dort – alle sprechen vom Umweltschutz, der so sehr in den letzten Jahren vernachlässigt wurde. Immer mehr werden nichtregierungsabhängige Organisationen (NGO) für die Unterstützung der Ökologie gegründet. Doch was nicht viele wissen, ist, dass in die aktivste in Temeswar/Timisoara keine neue Organisation ist, sondern dass sie schon seit vier Jahren als Eco Club existiert. Der Eco Club ist als ein Studentenprojekt für persönliche Entwicklung und Training im Bereich der Ökologie entstanden. Mit der Zeit aber entwickelte sich der Club immer mehr und zählt nun, nach fast vier Jahren, etwa 40 feste Mitarbeiter in Temeswar. Derzeit werden vier Langzeitprojekte durchgeführt.

Ein Mänchen aus PET-Flaschen ist beim Bega-Boulevard entstanden.

Der neuste Projekt, das vergangene Woche ablief, war eine Zusammenarbeit mit der Temeswarer Iulius Mall und mit der Gesellschaft Coca-Cola HBC. „Schraub den Deckel zu – Recycle!“ hießt das Projekt, das zwischen dem 12. und 15. November in der Temeswarer Mall durchgeführt wurde. Die Temeswarer sollten verschiedenfarbige Flaschendeckel (Cola, Fanta, Sprite u.a.) bringen und konnten sich danach zu der Tombole des Projektes einschreiben. Das Ziel des Projektes war, die Bürger an die Stadtökologie zu gewöhnen und sogar die banalsten Dinge wiederzuverwerten. Fünf Teilnehmer am Projekt haben nach Losentscheidung der Tombole je ein Mobiltelefon gewonnen.
„Wir sind sehr stolz, dass wir in den letzten Jahren bekannt geworden sind, so dass viele Institutionen uns als Partner suchen. So war es auch mit dem Schraubeckelprojekt in Zusammenarbeit mit der Iulius-Mall und der Coca-Cola-Company“, sagt Romina Faur, zuständig mit der Öffentlichkeitsarbeit beim Eco Club. Doch der Club geht auch auf Institutionen zu und schlägt Zusammenarbeiten vor. Ein Beispiel dafür ist ein Projekt, das schon seit einem Jahr läuft – die Wiederverwertung des Papiers im Studentenviertel. „Wir haben in die Studentenheime Kartons gestellt und in die können Studenten dort Papier legen. Einmal die Woche holen wird das gesammelte Papier ab und bringen es zu einer Sammelstelle an der Schager-Straße. Die Studenten haben sich daran gewöhnt und wir sind sehr froh darüber, dass wir sie dazu gebracht haben, das Papier wiederzuverwerten“, so Romina Faur.


Papier wird in den Temeswarer Studentenheimen recycled.

Doch ein anderes Projekt bringt dem Eco Club auch ein Einkommen, um viele der Projekte mitfinanzieren zukönnen. Der Club hat mit verschiedenen Gesellschaften und Firmen Zusammenarbeits-Abkommen abgeschlossen und sammelt die leeren Printcartouchen ein. „Wir bekommen diese als eine Spende und verkaufen sie dann weiter an Tin Factory – eine Firma, die solche Cartouchen wiederaufladet“, sagte PR-Spezialistin Romina Faur.
Andreea Oance


Vier Jahre Eco Club in Temeswar

Der Eco Club Temeswar existiert schon seit mehreren Jahren, jedoch wurde er erst jetzt als nicht regierungsabhängige Organisation (NGO) gegründet. Wie sich der Eco Club aus einem Studentenprojekt entwickelt hat und was seine Leitung sich für die kommende Zeit als NGO vorstellt, hat die BZ-Redakteurin Andreea Oance von Romina Faur, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit innerhalb des Eco Clubs, in einem Kurzgespräch erfahren.

Der Eco Club existiert schon seit vier Jahren in Temeswar. Hat sich etwas in der Mentalität der Bürger wärend dieser Zeit verändert?
Schon von aller Anfang an haben wir Veränderungen bemerkt, aber wir waren uns und sind uns bewusst, dass große Veränderungen nicht von heut auf morgen geschehen können. Unser Prinzip ist es, kleine Dinge mit großen Auswirkungen zu fördern. Die meisten Veränderungen haben wir unter Jugendlichen bemerkt. Sie akzeptieren leichter etwas Neues in ihrer Lebensweise, Veränderungen und neue umweltfreundliche Methoden in ihrem Leben zu verinnerlichen.

Ist Temeswar ökofreundlicher als andere Städte Rumäniens?
Das ist schwer zu beantworten, weil eben die Städte Rumäniens sehr verschieden sind, sich voneinander stark unterscheiden. Man kann die Städte nur sehr schwierig vergleichen. Statistisch hängt es u.a. von der Anzahl der Grünflächen in den jeweiligen Städten ab, von den Art der Müllentsorgung, der Herstellung und Verwertung der Energie oder einfach die Art, wie man einen ökologischen Lebensstil angeht - von all diesen Faktoren hängt es ab, ob man sagen kann, ob eine Stadt wirklich umweltfreundlich ist oder nicht. Temeswar wurde neulich als die Stadt mit der höchsten Lärmbelastung landesweit deklariert. Doch hier werden, zumindest in den letzten Jahren, zahlreiche Ökoprojekte zur Bekämpfung der Lärmbelastung ins Leben gerufen. Zum Beispiel ein Projekt, das mir sehr an Herzen liegt, ist das Projekt „Grün für Fahrräder“ - durch das Fördern des Fahrradfahrens soll der Verkehr entlastet werden und somit auch der Umweltlärm verringert.

Was wünscht sich Eco Club in Zukunft zu erreichen?
Wir möchten unsere Projekte weiterführen. Wir haben Langzeitprojekte entwickelt und wir möchten sie natürlich sorgfältig weiter betreiben, aber wir haben auch andere, neue Projekte, vor. Ein sehr wichtiges Projekt ist das „Curricula für Schüler“/„Curricula pentru elevi“) – dieses sieht die Erziehung der Schüler zu einem umweltfreundlichen Leben vor. Wir wollen während der Klassenstunden Ökologie in den Schulen unterrichten. Sicher werden diese Stunden sehr interaktiv gestaltet, damit die Schüler Spaß an der Wiederverwertung verschiedener Nutzstoffe haben. Zum Beispiel während des Bega-Boulevard-Festes haben wir aus PET-Flaschen ein Männchen gebastelt. Das können wir auch in den Schulen machen. Auf den Wert des achtlos Weggeworfenen, auf den Wert des Unwerten hinweisen.


Französischer Retailer in Temeswar


Auchan eröffnete Hypermarkt in der Iulius Mall / Von Andreea Oance

Am ersten Tag nach der Eröffnung stürmten die Temeswarer den Hypermarkt Auchan.

Foto: Zoltán Pázmány


Kaum wurde der französische Auchan in der neu ausgebauten Iulius-Mall in Temeswar/Timisoara eröffnet, als die Temeswarer auch schon mit Groß und Klein in den neuen Hypermarkt stürmten. „Wir warteten schon seit langem, dass so ein großer Einkaufsmarkt in unserer unmittelbaren Nähe eröffnet wird“, sagt eine Frau, die ihren Einkaufswagen einen Schritt näher zum Eingang rückte. „Wir wollten von diesen Superangeboten etwas abhaben. Wir wollten einfach unter den ersten Kunden sein“, sagt ein Rentner, der auch am Eingang Schlange steht.
Doch genau so wie er haben auch viele andere Temeswarer das selbe gedacht: Sie wollten einfach die ersten sein, die von den Superangeboten des Eröffnungstags im neuen Auchan-Hypermarkt etwas haben. Nun stehen sie da und warten. Großes Gedränge am Eingang. Die Kundenmassen kommen bloß zentimenterweise voran. Die glücklichsten Kunden sind die, die bereits im Markt ihre Einkäufe machen konnten. „Tja, man würde kaum sagen, dass es eine Wirtschaftskrise gibt, nicht wahr?“ fragt mich Zustimmung erheischend ein anderer Kunde. Er wartet schon seit mehr als 20 Minuten, um den französischen Auchan für sich selber einzuweihen.
So sah es am 12. November in Temeswar aus, als der französische Retailer Auchan den meisterwarteten Hypermarkt im Stadtinneren eröffnete. Auchan verfügt über ein ganzes Stockwerk innerhalb der frisch ausgebauten Iulius-Mall. Seit mehr als einem Jahr wurde am Ausbau gearbeitet und nun hat die Mehrheit der neuen Fläche der französische Retailer angemietet: 10.500 Quadratmeter, mit 60 Kassen und mehr als 50.000 Produkten aller Kategorien, die er da hingestellt hat.
„Die Eröffnung eines neuen Geschäftes ist immer ein wichtiges Event. Wir haben täglich Sonderangebote und ich bin mir sicher, dass der Hypermarkt hier in Temeswar in kurzer Zeit sehr viele Kunden überzeugen wird, ihre Einkäufe bei uns zu machen“, sagte der Auchan-Generaldirektor Patrick Espasa.
Durch die Eröffnung des Hypermarkts in Temeswar zählt nun die Auchan-Group insgesamt sieben solcher Märkte in Rumänien: zwei sind in Bukarest und je einer stehen in Pitesti, Neumarkt am Mieresch/Târgu-Mures, Klausenburg/Cluj-Napoca und Sutschawa/Suceava. Für 2010 hat die Großhandelskette die weitere Ausbreitung der Auchan-Märkte landesweit vorgesehen, unter anderen durch die Eröffnung eines neuen Großhandelsmarktes in Konstanza/Constanta .
Auchan ist eine der wichtigsten Retailergruppen der Welt, mit seinen 489 Hypermärkten in 13 Ländern, wie Frankreich, Spanien, Portugal, Italien, Luxemburg, Polen, Ungarn, Rumänien, Russland, in der Ukraine, China, Taiwan und in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Neben den Hypermärkten verwaltet die Auchan-Gruppe auch andere drei Einkaufskategorien: 737 Supermärkte, 292 Immochan-Einkaufszentren und die Accord-Bank.
In der Iulius-Mall funktionierte bis am 12. November ein Supermarkt, der von der Auchan-Gruppe verwaltet wurde: Discount-Market. Dieser wurde einen Tag vor der Eröffnung des Auchan-Hypermarkts geschlossen.

Intermodaler Umschlagplatz in Temescher Kleinstadt

Kreisverwaltung segnet 95-Millionen-Euro-Projekt ab
Von Siegfried Thiel

Der Ausdruck „Just in time“ ist mittlerweile in der Wirtschaftssprache fest verankert. Seinen Platz hat der Terminus in einer Zeit gefunden, in der Schnelligkeit, in der Belieferung von Kunden zu einem wichtigen Faktor geworden ist. Und gleichzeitig wurde auch der „Intermodale Verkehr“ zu einem festen Begriff.
55 Hektar soll der zukünftige Umschlagplatz für Intermodalen Verkehr in der Nähe der westrumänischen Großstadt Temeswar/Timisoara einnehmen. Eigentlich geht es um ein Areal, etwa 25 Kilometer von Temeswar entfernt, im Weichbild der Kleinstadt Rekasch/Recas. Bisher wurden die Gelder für die Machbarkeitsstudie gesichert, das Projekt wurde auf der letzten Sitzung des Temescher Kreisrats gebilligt. Der Intermodal-, Multimodal- oder Kombiverkehr besteht darin, dass verschiedene Transportsysteme für ein- und dieselbe Lieferung genutzt werden. Die Verladung der Güter erfolgt in geschlossenen Containern, was zur Sicherheit und zum raschen Transport der Ladung beiträgt.
29 Hektar wird die Hauptniederlassung des Umschlagplatzes einnehmen – so die derzeitigen Planungen. Weitere 24 Hektar sind als Standort für Dienstleister und für eine eventuelle Expansion gedacht, da man laut Fachleuten ein solch intermodales Zentrum und dessen eventuelle Expansion nicht so genau voraussehen kann. Gerade diese 24 Hektar könnten zu vielen und langwierigen Debatten führen, denn die Grundstücke in dem angepeilten Areal werden ihren Wert vervielfachen. Es sei ein strategischer Fehler gewesen, so frühzeitig publik zu machen, um welches Gelände es denn ginge, behaupten Insider. Ein Tauziehen um die Grundstückspreise könnte das Projekt verzögern, Grundstücksspekulanten auf den Plan rufen und auf jeden Fall die Preise vervielfachen. 95 Millionen Euro soll die Errichtung des Intermodalen Zentrums samt Mehrwertsteuer kosten, Geld, das aus externen und nichtrückzahlbaren Fonds, rumänischen Regierungsgeldern, aus dem Haushalt des Kreisrates sowie aus öffentlich-privaten Partnerschaften entstammen soll. Die Kreisverwaltung hatte bis zur Auswahl des Areals mindestens weitere zehn potentielle Standorte in Erwägung gezogen – einer davon befand sich in der Nähe des Internationalen Flughafens „Traian Vuia“ bei Temeswar. Rekasch sei der Idealfall, um zwischen Nationalstraße DN 6 in Richtung Bukarest und Bahngleis - aber auch nahe der zukünftigen Autobahn - den Umschlagplatz einzurichten, sagte der Bürgermeister von Rekasch, Marinel Pasca, als sich die Kreisverwaltung für die Location entschieden hatte. Allein für die Machbarkeitsstudie werden 80.000 Euro ausgegeben, 30.000 Euro stellt der Kreisrat, der Rest wird über ein Phare-CBC-Projekt gesichert.



Lokale Gleisinfrastruktur - für Kombiverkehr nicht gerade ideal


Symbolfoto: Zoltán Pázmány

An Zurückhaltung und Kritik hat es auch bei diesem Projekt nicht gefehlt. Die Stadtverwaltung von Temeswar hätte sich den Umschlagplatz gerne in unmittelbarer Nähe der Stadt gewünscht, andere glauben, die Gleisinfrastruktur bei Rekasch sei nicht die beste. Ein Standort weiter in Lugosch/Lugoj sei erheblich besser und deshalb zur Umsetzung des Projektes geeigneter gewesen, so die Meinung von Eisenbahnern. In der Kreisverwaltung ist man jedoch zuversichtlich: Der Standtort sei so attraktiv, dass auch Investitionen in die Gleisinfrastruktur nicht ausbleiben werden. Vor allem die Tatsache, dass ein solcher Umschlagplatz in der gesamten Region einzigartig wäre, sehen die Behörden als besonders positiv. Laut derzeitigen Informationen liegen am Nähesten jene in Budapest/Ungarn und Zagreb/Kroatien.

Neue Halle für Temeswarer Großmarkt

Die Investitionssumme beläuft sich auf 800.000 Euro / Von Ana Saliste

Eine zukunftsorientierte Expansion: Das Temeswarer Großmarktgelände an der Ausfallstraße Richtung Hatzfeld/Jimbolia soll in den kommenden Jahren um rund 3.000 Quadratmeter erweitert werden. Dazu muss noch die Temeswarer Stadtverwaltung die Übertragung der neuen Fläche aus dem Staatseigentum in den Besitz des Bürgermeisteramtes gutheißen. „Wir hoffen, dass die Stadtverwaltung sich dafür ausspricht, damit wir mit der Umsetzung des Projekts beginnen können. Das Gelände ist nicht bebaut und ist auch nicht Gegenstand einer Rückerstattungsforderung“, sagt Victor Stefan, Leiter der „Piete S.A.“ Temeswar.
Das Unterfangen ist Teil eines grenzüberschreitenden Projekts zwischen Rumänien und Ungarn. Dafür wurden nichtrückzahlbare EU-Gelder beantragt. Das Projekt sieht den Ausbau der rumänischen Großmärkte in den Kreisen Temesch/Timis, Arad, Bihor und Sathmar/Satu-Mare und von vier ungarischen Großmärkten vor. Die Investitionssumme für den Großmarkt Temeswar/Timisoara beläuft sich auf rund 800.000 Euro.
Hier soll künftig eine neue Halle mit 35 Lagerräumen - ungefähr 100 Quadratmetern pro Lagerraum - gebaut werden. Ein Teil davon ist für Einzelproduzenten vorgesehen. „Die Einzelproduzenten sind nicht immer die selben, weil sie nicht das ganze Jahr hindurch Erzeugnisse verkaufen. Deshalb befinden sie sich meist draußen. Mit der neuen Einrichtung, sollen sie nun auch über Lagerräume verfügen, selbst wenn diese einige Monate im Jahr unbesetzt bleiben“, sagt Victor Stefan. Das Projekt sieht auch einen Parkplatz für den gesamten Großmarkt vor. Die Bauzeit wird auf ungefähr drei Jahre geschätzt, 2013 soll die neue Halle in Betrieb genommen werden.




Ein reichhaltiges Angebot an Obst und Gemüse am Temeswarer Großmarkt

Foto: Zoltán Pázmány


Derzeit zählt der Großmarkt 40 Lagerräume und hat eine Gesamtfläche von zweieinhalb Hektar. Fast die Hälfte davon ist bebaut. Die Großhändler/Zwischenhändler und Einzelproduzenten kommen überwiegend aus den Verwaltungskreisen Arad, Temesch sowie aus Ungarn. Aus dem Inland werden in dieser Zeitspanne hauptsächlich Kartoffeln, Sellerie und Blumenkohl zum Verkauf angeboten. Trauben und Obst werden meist aus Spanien und Italien importiert, Zwiebel, Meerrettich und Knoblauch aus Ungarn. „In letzter Zeit ist die Anzahl der Händler um fünf bis sieben Prozent zurückgegangen. Dies ist auf die Wirtschaftskrise zurückzuführen“, sagt Victor Stefan.
Alle auf dem Großmarkt vertriebenen Güter unterliegen ständigen Qualitätskontrollen durch das Veterinärmedizinisches Kontrollamt, das dort eine Vertretung unterhält. Die Lagerräume werden aufgrund einer Versteigerung vermietet. Für einen Lagerraum von 60 Quadratmetern muss ein Händler bis zu 3500 Lei monatlich aus der Tasche ziehen. Für kleinere Lagerräume, von je 20 Quadratmeter, beginnt die Versteigerung bei 1300 Lei. Der Großmarkt Temeswar wurde 2006 mit Unterstützung der deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit gegründet. Die gesamte Investitionssumme betrug damals 3.4 Millionen Euro.

„Mit 50 wollte ich nicht mehr die Welt verbessern“




Gespräch mit dem in Temeswar geborenen Künstler Diet Sayler

Mit 16 hat er Landschaften gemalt, danach konnte er nur noch Schwarz-Weiß Bilder schaffen. Erst mit 50 hat er wieder Farbe in seine Werke fließen lassen. Inzwischen sind seine markanten Zeichen in über 40 Museen aus aller Welt zu finden. Diet Sayler wurde zu einem der international renommiertesten Vertreter der Konkreten Kunst. Seine „Gedächtnisspuren“ sind derzeit auch in der Temeswarer Triade-Stiftung zu sehen. „Norigramme. Farbstücke in der Noris“ nannte Diet Sayler die Schau.
Über die Wiederentdeckung der Farbe, über Italien - die seelische Brücke zwischen Rumänien und Deutschland - und über Revolution und Immigration führte BZ-Redakteurin Ana Saliste ein Gespräch mit dem Künstler.

Sie sind in Temeswar geboren und aufgewachsen. Hier beginnt auch Ihre künstlerische Laufbahn. Was bedeutet noch die Stadt und Rumänien für Sie?
Es bedeutet sehr viel für mich. Die erste Ausstellung mit nicht realistisch-sozialistischer Kunst in Kalinderu-Museum in Bukarest war ein großer Schritt für mich. Wir hatten Malverbot. Die Ausstellung kam nur darum zustande, weil ein Besuch von DeGaulle zu erwarten war. Ceausescu wollte zeigen, was für eine Kunst wir haben. Da wurde die internationale Szene auf mich aufmerksam. Da kam der erste Museumsankauf vom Museum für Moderne Kunst in New York.

Sie haben zuerst eine Technische Hochschule besucht. Wie sind Sie auf Malerei und auf die Konkrete Kunst gekommen?
Ich habe mein Studium früh begonnen, auf Wunsch meiner Eltern, einen ernsthaften Beruf zu erlernen. Mit 16 habe ich Abitur gemacht und bin dann zur Hochschule gegangen, aber ich wollte das nicht. Ich wollte Kunst machen und bin zum Julius Podlipny gegangen. Er war die große Vaterfigur meiner Generation.
Als ich mit Mathematik beschäftigt war, habe ich Landschaften gemalt. Das war natürlich der Ausgleich. Dann entdeckte ich die Konkrete Kunst, vielleicht auch deswegen, weil die Jugend immer ein Bedürfnis zur Opposition hat. Diese Kunst war damals verboten und deshalb besonders interessant. Es hängt mit der totalen Abneigung zu einer gegenständlichen Kunst ab, die uns auferlegt worden war.

Wie war für Sie die Auswanderung nach Deutschland?

Die Auswanderung nach Deutschland war damals unmöglich. Ich habe Bilder an den Feind verkauft – das Museum der Modernen Kunst in New York. Dafür brauchte ich eine Genehmigung, hatte aber keine. Ich weiß auch heute nicht, wie die Sache rauskam. Dann hatte ich Geld bekommen, das man mir hier wegnahm. Ausländische Journalisten kamen und interviewten mich. Ich durfte ihnen nichts erzählen, tat es aber. Eines Tages kam jemand und sagte, die Ausreise für unsere Familie sei genehmigt worden. Aber wir hatten gar keinen Antrag gestellt. Meine Mutter ist zwei Tage vor der Ausreise gestorben. Die Ausreise war ein Schock für sie. Wir waren nicht vorbereitet. Ich bin 1973 mit meinem Vater und Bruder ausgereist. Auf dem Flughafen wurden wir vom Roten Kreuz abgeholt und ins Lager in Nürnberg geführt. Wir sind dort geblieben, weil wir niemanden kannten.

Wie schwer war es, sich dort als Künstler durchzusetzen?
Es war sehr schwer, weil so viele in dieser Situation waren. Ich habe in einem Fachgymnasium für bildende Kunst Mathematik, Physik und Kunstgeschichte unterrichtet. Parallel habe ich auch gearbeitet und bin zunächst kaum in eine Ausstellung gekommen. Immigration ist ein dramatischer Schnitt in einem Leben, man wird als Immigrant von niemandem erwartet. Es gibt auch Ausnahmen. Die Herta Müller, zum Beispiel, kam schon mit Preisen, man kannte sie. Bei mir kam der Erfolg sehr spät.

Fühlen Sie sich mit Herta Müller irgendwie verbunden, was das Schicksal angeht?
Ja, sicherlich. Für mich ist heute Herta Müller schwer zu lesen, weil mich jede Seite an meine Biographie erinnert. Ich kann das nicht mehr lesen. Sie erzählt ihre Sachen, aber wenn ich die lese, erkenne ich meine Sachen.

Zuerst haben Sie nur noch schwarz-weiß gemalt. Wie haben Sie die Farbe wieder entdeckt?
Ich wollte etwas machen, das hier aneckt. Da war es nur noch Schwarz-Weiß. Kleine Arbeiten, die man verstecken konnte. Ich bin nach Deutschland gekommen, konnte mich aber vom Schwarz-Weiß nicht trennen. Die Probleme mit der Securitate haben noch viele Jahre gedauert. Es wurde mir gesagt: wenn du in Deutschland Politik machst, erreichen wir dich. Es reichte, dass ich abends aus dem Fenster rausschaute und irgend jemand mit schwarzen Brillen sah. Das hat bis Mitte der 80er gedauert. Dann, mit 50, wollte ich nicht mehr die Welt verbessern und die Italienreisen von damals haben mir schrittweise die Farbe wieder gegeben. Farbe ist Freiheit.

Warum Italien? Hatte Deutschland nicht genug Farbe?
Für mich war Deutschland ein Kulturschock, wegen der Konsumwelt. In Italien habe ich ein Gleichgewicht zwischen Rumänien und Deutschland gefunden. Für mich war es eine seelische Brücke zwischen diesen zwei Ländern. Damals war mir nicht bewusst, dass die Farbe um das Jahr 1989 zurückkam.

„Malerei lügt nicht“ schreibt der Kunsthistoriker Lucio Barbera in einem Essay über ihre Werke. Wann lügt Kunst?
Die Malerei lügt nicht, weil sie ja nichts sagt. Sie ist! Dieser Titel hat mir sowohl im poetischen Sinne gefallen, aber er hat auch eine polemische Bedeutung. Er hat immer Stoff zu einem Dialog. Immer wenn Kunst im Dienste von irgend jemand ist, lügt sie. In dem Moment, wo Kunst völlig unabhängig ist, dann erreicht sie ein Stück Wahrheit.

Die Basis-Elemente wurden zu ihrem Markenzeichen. Wie stehen Sie dazu?
Dass sie diesen Grad von Individualität erreicht haben, steckt tief in meiner künstlerischen Haltung. Die Geometrie ist das objektive Bild. Indem ich aber zum italienischen Humanismus kam und mir die Prinzipien der Freiheit, Individualität und Subjektivität ganz wichtig wurden, wollte ich eine Geometrie, die nicht objektiv, sondern subjektiv ist. So wurde sie indirekt zum Markenzeichen. Ich wollte meine Geometrie, meine ´Gramme´.

Riesenerfolg beim traditionellen Lenau-Treffen

Fast 400 Freunde der Lenauschule in Deutschland anwesend

Ziemlich schüchtern dachte sich der Verein „Freunde der Lenauschule e. V.“ die traditionellen jahrgangsübergreifenden Lenautreffen, die bis Anfang der 90er Jahre in Deutschland stattfanden, in diesem Jahr wieder ins Leben zu rufen. Verschiedene Generationen der „Nikolaus Lenau“-Schule in Temeswar/Timisoara und alle, die zu den Freunden der Lenauschule zählen, sollten sich in Neusäß bei Augsburg, Deutschland beim Treffen beteiligen. Nicht einmal die Veranstalter rechneten mit einer so großen Zahl von Lenaufreunden am 7. November. Insgesamt fast 400 Teilnehmer waren dabei: Lenau-Absolventen, ehemalige Hörer der Volksuni, Freunde der Schule, ehemalige Lehrer der Schule u.a. Der älteste Teilnehmer war 90 Jahre alt. „Die weiteste Anreise hatte Renata Hubert, Absolventin des Jahres 1992. Sie ist aus Guanghzou (Kanton) in China gekommen“, sagt Franz Quint, Vorsitzender des Vereins der Freunde der Lenauschule. Die meisten Teilnehmer waren jedoch aus Deutschland. Doch Lenaufreunde sind auch aus Rumänien, Österreich und der Schweiz in Neusäß angereist. „Es waren nicht nur Absolventen der Lenauschule da, sondern auch Personen, die nur ein, zwei Jahre an der Schule waren. Eine Person, die nur an der Grundschule in der Lenau war, ist mit ihrem Freunde-Buch von damals gekommen. Anhand dessen hat sie ehemalige Schulkollegen gesucht und gefunden“, fügt Franz Quint hinzu.
Unter den fast 400 Teilnehmern war auch Prof. Günter Kappler. Er ist vor kurzem 70 Jahre alt geworden und hat sich als Geburtstagsgeschenk von seinen Gästen eine Spende für den „Verein der Freunde der Lenauschule e. V.“ gewünscht. „Es ist eine schöne, dreistellige Summe eingegangen, die vollständig der Schule gespendet wird. Auch der Reingewinn des Treffens kommt vollständig der Schule zugute“, schließt Franz Quint.
15 Euro kostete der Eintritt beim Treffen. Die Einkünfte werden vollständig der Lenauschule zufließen.

Andreea Oance

Unterricht wieder aufgenommen

AMG-Schule nach einer Woche Quarantäne


Arad - Eine ganze Woche musste das Arader Adam-Müller Guttenbrunn-Lyzeum wegen Schweinegrippe geschlossen bleiben. Insgesamt vier Fälle der neuen Grippe aus verschiedenen Klassen wurden hier nachgewiesen. Zwei davon steckten sich vor einigen Wochen während eines internationalen Theaterfestivals in Arad an.
Die Schule sollte innerhalb von sieben Tagen desinfiziert werden, so dass am vergangenen Dienstag der Unterricht wieder aufgenommen werden sollte. Die Vertreter des Araders Gesundheitsamts zeigten sich aber mit der Desinfizierung unzufrieden. Laut Leiter der Arader AMG-Schule, Michael Szellner, hätte das Gesundheitsamt beanstandet, dass sich in der alten Schulmöbel und in der Ausstattung der Virus der neuen Grippe längere Zeit einnisten kann. So musste die Schule ein Tag länger geschlossen bleiben und die Räumlichkeiten der vier Gebäuden gründlich vom neuen desinfiziert werden. Erst am vergangenen Mittwoch bekam die Schule spät am Nachmittag die Genehmigung, ab Donnerstag den Unterricht wiederaufzunehmen.

Eines der Gebäuden der AMG-Schule in Arad
Foto: Zoltán Pázmány

Viele Eltern, deren Kinder in der AMG-Schule in Arad studieren, äußerten aber ihr Bedenken der Schweinegrippe gegenüber. Manche glauben nicht, dass es sich wirklich um Schweinegrippe handelte und machen sich nun Sorgen wegen des Nachholens des Stoffes. „Alle Schüler haben vor dem Zwangsurlaub Projektarbeiten für Zuhause bekommen. Der Stoff wird gleich nach dem Beginn der Schule intensiv nachgeholt. Sie werden auf keinem Fall samstags in die Schule kommen müssen“, sagte AMG-Schulleiter Szellner, vergangene Woche, noch vor der Wiederaufnahme des Unterrichts.
Zusammen mit anderen Schüler des Lyzeums sowie mit anderen Schülern aus dem „Moise Nicoara“-Lyzeum haben die Schüler am internationalen „Amifran“-Theaterfestival teilgenommen. Gleich danach wurden zwei Schüler des „Moise Nicoara“-Lyzeums mit dem Virus der neuen Grippe nachgewiesen. Kurz darauf zeigten auch Schüler des AMG-Lyzeums ähnliche Symtome auf. Die Grippe wurde durch Analysen in Bukarest nachgewiesen. Um die Ansteckung weiterer Schüler zu vermeiden, musste die Schule eine Woche lang geschlossen bleiben.

Andreea Oance

Radwege im Kreis Arad

Piste entlang der Marosch im Plan



Entlang der Marosch soll eine Fahrradstrecke eingerichtet werden.
Foto: Zoltán Pázmány



Arad - Drei Jahre müssen sich die Arader Fahrradfahrer noch gedulden, bis sie ihrer Lieblingsbeschäftigung sicher nachgehen werden können: So lange dauert es nämlich, bis der Radweg entlang des Marosch-Flusses eingerichtet wird. Drei Unternehmen haben an der Ausschreibung für die Erstellung der Machbarkeitsstudie teilgenommen, den Auftrag erhielt schließlich eine Firma aus Temeswar/Timisoara. Die Temeswarer „Drum Proiect“ GmbH wird gegen nahezu 75.000 Lei Architektur- und Stadtplanungsdienstleistungen bieten, aber auch Beratung und technische Analysen, die für die Umsetzung des Projekts erforderlich sind.
Das Projekt sieht die Einrichtung einer Fahrradstrecke entlang des Marosch-Ufers vor. Diese wird sich vom Mic²laca-Viertel bis Drei Insel erstrecken. Die Piste soll EU-konform markiert und mit Halteplätzen und Regenwasserkanälen versehen werden. Der Radweg beginnt an der Kreuzung Gheorghe Magheru – Al. Stamatiad und erstreckt sich entlang des Marosch-Ufers, das Alfa-Viertel durchquerend.
Ein anderes, diesmal grenzüberschreitendes Projekt sieht die Einrichtung einer Radstrecke zwischen Arad und Mako in Ungarn vor. Die Verwaltung von Nadlak/Nadlac hat in Zusammenarbeit mit jener aus Mako EU-Fonds für die Einrichtung einer Radstrecke zwischen Arad und Mako angezapft. Die zweispurige Piste soll von Arad über Petschka/Pecica, Nadlak/Nadlac bis Mako entlang der Nationalstraße DN7 und der Europäischen Straße E68 verlaufen. Die Piste wird eine Gesamtlänge von 70 Kilometern haben. Die Arbeiten beginnen voraussichtlich Januar 2010.

Raluca Nelepcu

Neuer Fernsehsender im Kreis Arad

Reportagen, Sportnachrichten und Kindersendungen

Arad Die Arader Gesellschaft „Astra Vagon Calatori“ bringt den Aradern einen neuen TV-Kanal: „West TV“ heißt der neue Fernsehsender, der bereits seit einer Woche über Kabel und Satellit im Kreis Arad empfangen wird. Der neue Fernsehsender ist Teil eines älteren Medienprojekts, das von der Astra-Gesellschaft vor Kurzem übernommen wurde. Der Fernsehsender zählt derzeit 30 Angestellte. Das Team soll künftig erweitert werden.
Zunächst sendet „West TV“ in fast allen Ortschaften des Verwaltungskreises Arad, später soll er auch in der Kreishauptstadt Arad zu empfangen sein. Konkrete Programminhalte wurden bislang noch nicht angekündigt. Berichte, Nachrichten und Informationen über den Kreis Arad und die anliegenden Regionen sollen gesendet werden. Täglich werden zwei halbstündige Nachrichtenjournals, eine Morgensendung und eine Talk-show mit lokalen Persönlichkeiten gesendet. Auch soziale, wirtschaftliche und politische Reportagen, Berichte und Interviews, Sportnachrichten und -reportagen sowie Informationen zum Verkehr stehen auf dem Programm. Am Wochenende sind, unter anderem, Dokumentarfilme, eine Musiksendung, wo die Zuschauer Wunschlieder verlangen können, Wettbewerbe und Kindersendungen zu sehen.
Ana Saliste

Pipatsch-Jubiläum im AMG-Haus


Vun wu die Pipatsch ihre Name hat


Gischter is im Temeschwarer Adam-Müller-Guttenbrunn-Haus es 40. Jubiläum der Pipatsch gfeiert gin. Es ware aarich vill ADZ/BZ/Pipatsch-Leser derbei, alli ware sei neigierich, for was die Mundartseit grad „Pipatsch“ genennt gin un wie es derzu kumm is. In der erschti Nummer, die am 9. November 1969 erschien is, han die Redakteere des ausfiehrlich erklärt: „Es war eener, der hat wille owergscheit sin un hat behaupt, `Pipatsch`, des wär ke schwowisches Wort. Druf han mir dreihunnertachtunachzich (388!) Schwowe gfroot, un alli han gsaat, es is schwowisch. Nor eener net! Un so sin mer bei dem Name geblieb. Un for was grad `Pipatsch`? Schaut, die Pipatsch is a Blum, wann aach net grad die scheenschti, un wann se ach net dorte wachse tut, wu de Blume ihre Platz is, so is se doch a Name. Un for was selle mer net unser Meinung a mol `dorch die Pipatsch` saan, wu die Herrische des schun seit Menschegedenke `durch die Blume` so mache. Un ausserdem, de Name alleenich machts net aus. Des is a aldi Wohrheit, des wisse mir ach un an des wille mir uns ach halle.
A Zeitung for unser schwowischi Landsleit wille mer mache, un dass se ach iwerall verstann werd, for des muss se ach in eener Weltsproch gschriewe were, nämlich uf Schwowisch. Eemol im Monat soll vun heit an die `Pipatsch` zu eich ins Haus kumme, un eemol im Monat wille mer eich, liewi Leser, etwas vun dem Viele ufschreiwe, was ufschreiweswert is. Scheenes un Gutes, un a anres. Alles, ja Leit, des werd net gehn. Awer, vun allem etwas, des is unser Ziel.
Mir wisse des heit schun, dass mers net em e jede recht mache kenne. Des is unmeeglich. Un des kann netemol der dort owe. Awer, dass doch vieli ihre Freid an der `Pipatsch` han selle, un immer mehr Leit se lese, for des were mer uns insetze un sogar in die Händ spautze un `Ho ruck` rufe, wanns notwendich sellt were. Un dann noch ens Leit! Schreibt uns! Schreibt uns, wie se eich gfallt, die `Pipatsch`. Schreibt, was eich net gfallt dran. Un a solches, was mer eirer Meinung noh drin abdrucke kennt. Mir warte uf eier Schreiwes un danke eich im Voraus, allesens, was drin stehn werd“.