Aus dem Schiltal ist zu hören, dass die Bergleute in einem Migrationsprozess begriffen sind: von ihren bisherigen Gewerkschaften - schlechten Rufs, aber sozial zufriedenstellend – zu den zwei neuen Gewerkschaften, die seit Miron Cosmas Freilassung entstanden sind. Die „Liga Miron Cosma“ und die „Libertatea 2008“ gewinnen täglich neue Mitglieder. Laut Adrian Jurca, dem Gewerkschaftschef der Freien Gewerkschaft der Grube Livezeni, sind dort noch 1500 Gewerkschaftsmitglieder eingeschrieben, also etwa 500 weniger als vor Cosmas Freilassung.
Miron Cosma, in den neunziger Jahren zum Staatsfeind Nr.1 avanciert, indem er erst dem Ruf des Postkommunisten Ion Iliescu folgte und vermeinte, in Bukarest die „Revolution“ zu retten und dadurch auf den Geschmack gewalttätig ausgeübter Macht kam, dönt schon wieder von „eigener“ Gewerkschaft und „eigener“ Partei und unternimmt medienwirksame Aktionen, bei denen er von seinen treuen Jüngern Constantin Cre]an, Dorin Loi{, Vasile Savu und anderen sekundiert wird.
Jüngst „feierten“ Cosma und 50 seiner Jünger zehn Jahre seit der „Schlacht von Coste{ti“ (1999), als Cosma den Polizei- und Gendarmeriegenerälen eine Finte nach der anderen schlug. Beispielsweise ließ er seine mit Steinen und Knüppeln bewaffneten Bergleute von den Gemeindebewohnern – die sich in aller Stille solidarisiert hatten mit den Kumpeln – Katzen einsammeln und diese loslassen, just als die Hundestaffel der Gendarmerie auf die Masse der Bergleute gehetzt wurde. Cosma und seine 50 Begleiter pilgerten ins Hügelland um Coste{ti und tauschten Erinnerungen an ihre „Heldentaten“ aus, daran, was es praktisch heißt, das Gelände zu kennen, die Bevölkerung sympathisierend hinter sich zu haben und den Berufsgenerälen Überlegenheit zu demonstrieren. Nach mehreren Zusammenstößen mit den zusammengewürfelten Ordnungskräften und deren konfusem Generalstab waren die Kumpel zu Fuß bis Râmnicu Vâlcea ins Alttal vorgestoßen und zuletzt mit dem „Frieden von Cozia“ ruhiggestellt worden. Gelöst wurde der Konflikt durch die Verhaftung von Miron Cosma und seine Verurteilung.



