Gläubige tragen durch Spenden zur Finanzierung bei
Arad (BZ) – Die Sanierungsarbeiten an der Heiligen Maria-Radna-Kirche am rechten Maroschufer sind zurzeit in vollem Gange. Das Projekt zur Sanierung der „Basilica Minor“ im Dorf Radna – in das Kurortstädtchen Lippa/Lipova (Verwaltungskreis Arad) eingemeindet - hat einen Wert von rund 2,8 Millionen Euro. Die Kosten sollen durch Privatspenden, aber auch durch Gelder von der rumänischen Regierung und EU-Fonds gedeckt werden. Drei Bauarbeiter von der deutschen Firma Bennert Dachsanierung GmbH haben vor Kurzem den Auftrag angenommen und werden bis Februar 2009 die Kupferüberdachung des rechten Turms sanieren.
Die römisch-katholische Kirche in Radna wurde zuletzt 1971 saniert – die Arbeiten waren jedoch bei weitem nicht so komplex. Die Basilika wird seit dem 1. Oktober 2003 von Pfarrer Andreas Reinholz, Canonicus Iunior des Domkapitels der Römisch-Katholischen Diözese Temeswar/Timisoara, betreut. Pfarrer Reinholz ist seitdem bestrebt, die Kirche in einen nutzbaren Zustand zu bringen.
Die Maria-Radna-Kirche steht unter Denkmalschutz und ist der wohl bedeutendste Wallfahrtsort der Römisch-Katholischen Diözese Temeswar. Jährlich pilgern einige Tausend Gläubige aus den Kreisen Arad, Temesch, Bihar und Karasch-Severin nach Radna.
Die Kupferdeckung eines Turms der Maria-Radna-Kirche wird zurzeit erneuert.
„Unerhört ist’s und vielleicht nie vordem geschehen, dass man von Dänemark nach Schweden mit dem Wagen übers Eis fährt, aber was geht das mich eigentlich an. Eher schon geht’s mich etwas an, dass ich den langen Winter in einer schrecklich kalten Wohnung durchstehen musste, und wenn ich heuer nicht erfroren bin, werde ich künftig gefriergefeit sein.“
„Gestern ließ uns der Woiwode mit seiner Karosse abholen, und wir trafen uns mit ihm, fast eine ganze Stunde waren wir bei ihm. Die Augen stehen ihm scheel, aber nicht so sein Verstand, er hat nämlich reichlich davon, wiewohl griechisch eingefärbt, denn der Verstand der Griechen ist von anderer Färbung. Man kann nicht sagen, er wäre völlig schwarz, aber recht braun schon, weil er immer darauf aus ist andere zu betrügen.“
„Einen guten ungarischen Geistlichen haben wir, es ist nicht lange her, dass er hier eintraf, ein Lamm aus dem Csiker Land; der Ärmste hatte geglaubt, Priesterrock und Kapuze würden hier ebenso geachtet sein gleichwie in Csik. Wir sagten ihm etliche Male, er solle doch das Gewand des heiligen Franziskus ablegen, aber das wollte er nicht. Als er dieser Tage zu mir zu Mittag kam, streichelte ihm ein Unmensch von einem Türken mit dem Pfeifenstiel die Wange. Der Ärmste quittierte es mit friedsamem Dulden, und tags darauf hüllte er sich, nachdem er seinen Rock mit großer Ehrerbietung geschnürt hatte, in einen walachischen Umhang, seitdem fürchtet er den Pfeifenstiel nicht.“
„Heißt es nicht klug beim Türken, Gott habe einen Haufen Brote ausgestreut da und dort für den Menschen, und da muss dann jedweder hin und da bleiben, so lange das Brot vorhält. Für uns ist hier ein Haufen Brots ausgestreut, drum sollen wir, solange es vorhält, davon zehren ohne Murren, und wir sollten nicht sagen, es wäre besser, Maisbrei zu essen in Siebenbürgen, als Weizenbrot hier.“
„Städte gibt es hier an Europas Rande ja reichlich, doch anderwärts hießen die lediglich Dörfer. Wo wir wohnen, ist eine gar hässliche Stadt, die andern haben freilich noch weniger zu bieten. Und von Asien her gibt’s beinah durchweg nur Einöde.“
„So viel Fische bekommt man sonst unmöglich zu sehen; die Fischer ziehen auf einmal etliche tausend an Land. Wie viel tausend davon finden in der Residenzstadt ihre Käufer, und wie viel Hunderttausende werden getrocknet? Und dann erst die ungeheuer vielen Delphine; ich würde ungern lügen, und es tut ja auch nicht Not, aber ich kann sagen, ich habe unter anderen mindestens tausend auf einmal gesehen, als wären ebenso viele Schweine das Wasser hinabgetrieben worden.“
Das sschreibt Kelemen Mikes, ein Mistreiter des ungarischen Freiheitskämpfers und Habsburggegners Ferenc II. Rakoczi in seinen 1794 erschienen Briefen aus dem türkischen Exil.
Die Diskussion ist vor einigen Wochen entflammt. Die PSD hatte einen Vorschlag im Parlament eingebracht, um die Lehrergehälter anzuheben. Die PD assoziierte sich dazu. Beide Parteien wollten die Gunst der Stunde nutzen und Wahlkapital einfahren. Dieser Vorschlag hätte auch vor einigen Monaten eingereicht und sogar durchboxt werden können. Immerhin ein guter Vorschlag, wenn man bedenkt, wie schlecht Lehrer in unserem Land bezahlt werden. Ich habe, genau so wie alle Kollegen, dafür gestimmt – aus einem ganz speziellen Grund. Die Möglichkeiten im Falle einer Minderheit, die freien Lehrerstellen zu besetzen, sind bei gegenwärtiger Entlohnung noch geringer. Dafür gibt es sehr gut bezahlte Arbeitsstellen in der Wirtschaft, wo meist allein schon gute Deutschkenntnisse reichen. Die PNL-UDMR-Regierung sprach von mangelnder Verantwortung der Parlamentarier. Abgesehen davon, dass ich sehr sorgfältig überlegt hatte, wie ich abstimmen werde, musste ich mit Bestürzung feststellen, dass die Fraktionen der beiden Regierungsparteien einstimmig (!) dafür waren und kein Minister sich dagegen im Plenum ausgesprochen hat. Das dies so geschah, zeigt, wie diese Politiker den Parlamentarismus verstehen. Es ist ziemlich schwer zu identifizieren, welche politische Doktrin die Parteien heutzutage in Rumänien vertreten.
Das Verfassungsgericht und der Präsident haben dem Gesetz „grünes Licht“ gegeben. Nun war die Regierung am Zug. Sie hatte als Hilfsmittel den „Dringlichkeitserlass“ parat, der den Termin zum in Kraft treten des Gesetzes verschiebt. So entstand völlig legal die absurde Situation, in der die Regierung (Exekutive) eine einstimmige Entscheidung des Parlaments (Legislative) nicht umsetzt. Eventuell daraus folgende politische Konsequenzen für die PNL waren zweitrangig, wichtig war aber das Prinzip.
Diese Situation bestätigt wieder einmal, dass das Grundgesetz umgeschrieben werden muss, um diese Dringlichkeitsverordnungen abzuschaffen. Wahrscheinlich wird keine Partei so etwas befürworten, in der Hoffnung, diese Möglichkeit als Regierungspartei nutzen zu können.
Gleichzeitig ist festzustellen, dass eine Minderheitsregierung mit 20% Unterstützung im Parlament schädlich für die Demokratie ist.
Die PDL und PRM als Oppositionsparteien nutzen die Gunst der Stunde, um den populistischen und parlamentarisch irrelevanten Vorstoß eines Misstrauensantrags zu wagen. Die Assoziation der beiden Parteien ist mindestens enttäuschend, abgesehen von der Tatsache, dass PSD, PNL und UDMR ihn nicht unterstützen (dadurch im Voraus gescheitert), bringt er auch im Falle eines Erfolgs nur Probleme mit sich. Die Regierung drei Wochen vor den Wahlen zu stürzen, stellt sogar den Wahltermin in Frage.
Wenn die Debatte jedoch zustande kommen wird (möglich kein Quorum), so bietet sie Gelegenheit, um gratis im Fernsehen während des Wahlkampfs zu erscheinen. Eine traurige Art den Parlamentarismus zu missbrauchen.
Bliebe noch das Thema „Finanzierung im Unterricht“. Die Lösung sind nicht etwa populistische Parolen („Gehirne gegen Logans“), sondern eine grundsätzliche Reform des Schulwesens in Rumänien. Viele Schulen auf dem Lande müssen geschlossen werden, zumal nicht genügend Schüler und keine qualifizierten Lehrkräfte vorhanden sind. Zentrumsschulen, die mit Personal und Lehrmitteln ausgestattet sind (dazu ein adäquater Schülertransport), sollte man einrichten, um die Qualität und Effizienz zu steigern und die Kosten zu reduzieren. Die These „in jedem Dorf eine Schule“, ist weder finanziell tragbar noch effizient. Das Gleiche müsste in der Verwaltung stattfinden. Viele Strukturen haben wir vom Kommunismus geerbt, die heute nichts mehr bringen: Kreisdirektionen (Sport, Jugend, Landwirtschaft, Kultur etc.) wie auch eine Menge Regierungsagenturen und Behörden, die nur den Haushalt belasten. Eine grundlegende Reform, wie auch die notwendige Dezentralisierung müssen in der nächsten Legislaturperiode erfolgen, um das von allen politischen Kräften angesprochene „moderne Rumänien“ gestalten zu können.
Temeswar (BZ) - Stille. Und dann... Standing ovations! Johnny Raducanu, die lebende Jazzlegende Rumäniens, schaffte es am Wochenende, das Temeswarer Publikum regelrecht von den Sitzen zu reißen. Dies während der 18. Blues-Jazz-Gala, die im Konzertsaal der Staatsphilharmonie „Banatul“ stattfand. Mit voller Kasse. Am selben Tag, an dem die Temeswarer Fußballmannschaft gegen Dinamo Bukarest mit 0 zu 3 ihr Heimspiel verlor. „Lieber wären wir ins Theater gegangen“, sagte ein wütender Poli-Anhänger im Vorbeigehen.
Sechs Musikgruppen aus dem In- und Ausland brachten den Jazz und Blues für zwei Tage nach Temeswar. Den „Lokaltouch“ gab die Bega-Blues-Band, die am zweiten Konzertabend auftrat. Anlässlich der Gala präsentierte der Bassist Johnny Bota sein Buch: „Glosar al termenilor de jazz“ („Glossar der Jazztermini“), das vor allem Nichtkenner mit dem Jazz-Jargon vertraut machen soll. Die Konzertreihe eröffnete das Lucian Nagy Quintett. Es folgte die Berki Tamas Band aus Budapest, Ungarn, deren Auftritt für Begeisterung bei den Jazzliebhabern sorgte. Der Abend wurde durch das Konzert von Johnny R²ducanu (Klavier) und Pedro Negrescu (Kontrabass) abgerundet. Der zweite Konzertabend begann mit dem Auftritt des Another Spring Quartetts aus Kroatien, gefolgt von der Bega Blues Band und dem Lilith Quintett aus Deutschland. Hauptveranstalter der Blues-Jazz-Gala ist Bela Kamocsa, der Lead-Sänger der Bega-Blues-Band. Moderator war, wie schon seit Jahren gewohnt, der Jazzman Florian Lungu.
Stürmischer Applaus für Johnny Raducanu und Pedro Negrescu
Der Streitgegenstand: 400 Hektar am Surduc-Stausee
Die Temescher Gemeinde Fârdea ist erneut in den Schlagzeilen. Das, nach dem plötzlichen Tod durch Herzinfarkt des Bürgermeisters Petru Vasiloni Paun (PDL) im Frühjahr, kurz vor den Kommunalwahlen. Jetzt sind über 200 Personen aus Fârdea und dem eingemeindeten Mâtnicu Mic kurz vor einem Prozess gegen den runmänischen Staat wegen dem Verlust ihres Eigentumsrechts auf zirka 400 Hektar an den Ufern und unter der Wasserfläche des nahen Surduc-Stausees. Die Gemeinde im Osten des Kreises, am Fuße des Poiana-Rusc²i-Gebirges, 40 Kilometer von der Stadt Lugosch/ Lugoj und 90 Kilometer von der Kreishauptstadt Temeswar/ Timisoara entfernt, zählt 1.870 Einwohner und sechs eingemeindete Dörfer (Mâtnicu Mic, Gladna Montana, Gladna Româna, Zolt, Dragsinesti und Hauzesti).
2007 hat der Staat sein Eigentumsrecht auf diese strategischen Grundflächen um den Stausee willkürlich ins Grundbuch eingetragen und diese der Direktion für Wasserbewirtschaftung zur Verwaltung überlassen. Das, obwohl die Einwohner schon Eigentumsbestätigungen oder -titeln von der Temescher Präfektur ausgehändigt bekommen hatten. Selbst bei der Kommunalverwaltung schwört man darauf, bisher nichts davon gewusst zu haben. Man hätte diese unhaltbare Situation zufällig im Rahmen eines anderen Prozesses zwischen der Gemeindeverwaltung und der vorgenannten Direktion entdeckt. Nun hat die Kommunalverwaltung auch die Initiative der Präfektur, einen Tausch von Grundflächen anzuregen, endgültig gestoppt.
Laut Vizebürgermeister Lion Capotescu ist die einzige Lösung eine gemeinschaftliche Klage der geschädigten 200 Personen gegen den Staat, da die Gemeinde ansonsten 400 von 1.000 Hektar verlieren würde. Separat laufen derzeit schon Prozesse von fünf der enteigneten Einwohner.
Der Stausee mit einer Fläche von 460 Hektar, im Tal der Bäche Zoldiana, Mini{el und Râule] zwischen den Ortschaften Fârdea und Surducu Mic, wurde 1972-1982 angelegt. Sein Hauptzweck ist unverändert der der Wasserversorgung der Stadt Temeswar geblieben. Trotz der intensiven, schon in den 80ger Jahren gestarteten Bautätigkeit blieben hier die Rechts- und Eigentumsverhältnisse weiterhin zum Teil ungeklärt.
Balthasar Waitz
Der Surduc-Stausee: Villen, Hütten und 50 Millionen Kubikmeter Wasser
Die Automotive-Industrie und der Bausektor sind am meisten von der Rezession betroffen, die unweigerlich auch Rumänien und den Kreis Temesch einnehmen wird, sagt der Wirtschaftsexperte Nicolae Taran. Beim Arbeitsamt des Kreises Temesch/Timi{ wird von einem Anstieg der Arbeitslosigkeit gesprochen. Insider sehen dies gar nicht so verhängnisvoll: Mehr verfügbare Arbeitskräfte würden Anlass für Neuinvestitionen bieten, heißt es unter Kennern, die neue Investitionen herbeisehnen.
Die Prognosen sprechen von einem Anstieg der Arbeitslosigkeit im Kreis Temesch von derzeit 1,3 Prozent auf zirka vier Prozent in den kommenden Monaten. Vor allem in Mitleidenschaft werden die Zulieferer für die Automobilindustrie gezogen, da die Automobilbauer ihre Produktion reduzieren oder diese über einen längeren Zeitraum gar stillegen. Zu diesem Thema und konkret über den Standort des österreichischen Automobilzulieferers Eybl in Detta/Deta, Verwaltungskreis Temesch, heißt es - auf Anfrage der Banater Zeitung - aus dem Büro für Unternehmenskommunikation von Eybl International aus Krems: „In Detta wurden Produktionsaufträge durch TRW Temeswar entzogen. Wir sehen uns gezwungen, auf diese verringerte Nachfrage zu reagieren und in den nächsten Wochen die Lenkradfertigung vorübergehend zu unterbrechen. Im Konfektionsbereich wird auch nur eine temporäre Freistellung von Mitarbeitern erforderlich sein. Eybl unterliegt den Schwankungen des Automobilmarktes ebenso wie andere Zulieferer. Aufgrund dessen gilt es, die Entwicklungen am Markt besonders genau zu beachten und gegebenenfalls Maßnahmen zu setzen. Positiv anzumerken sei an dieser Stelle, dass es durch die Hauptkunden VW und Audi zu keinen Einschränkungen in der Produktion am Standort Detta gekommen ist“. TRW und Eybl sind jedoch nur einige Fallbeispiele, auch andere Temescher Betriebe, sind unweigerlich von dieser Entwicklung betroffen, die Signale stehen auch hier auf „Einschränkung“.
Sogar im Silicon Valley des Banats, Großsanktnikolaus/ Sannicolau Mare, geht die Rezession auf den Weltmärkten nicht spurlos vorbei. In der Stadt mit ihrer oft genannten Null-Arbeitslosigkeit scheint die Streichung von Arbeitsplätzen unumgänglich. Angestellte des Automobilzulieferers Delphi-Packard sprechen von fehlenden Aufträgen, beim italienischen Widerstände-Hersteller Zoppas Industries wird laut Aussagen von Arbeitnehmern zunächst die Vier-Stunden-Woche eingeführt. „Was natürlich in der Lohntüte zu spüren ist, aber auch eine Reduzierung der Lebensmitteltickets zur Folge hat“, heißt es. Dabei wurden noch vor kurzem bei Zoppas auch an Wochenenden Schichten geschoben. „Damals waren wir mit solchen Forderungen nicht gerade glücklich, heute würden wir zusätzliche Arbeit den Abstrichen vorziehen“, sagt einer, der seit Jahren aus dem Nachbardorf ins westrumänische Städtchen an seinen Arbeitsplatz pendelt.
Ein Vorteil kristallisiert sich durch den Abbau von Arbeitsplätzen trotz aller Negativfolgen doch heraus: Für in- und ausländische Investoren dürfte die Angst vorbei sein, dass im Raum Temeswar keine Arbeitskräfte verfügbar sind.
Aber um bei den Problemzonen zu bleiben: Beim Handelsregister des Kreises Temesch wurden Insidern zufolge im Oktober mehr als 230 Firmen abgemeldet, bereits im Monat zuvor waren es angeblich etwa 160. Der Bausektor, der Maschinenbau, das Bankwesen, sowie die Schuh- und Lederindustrie sind am meisten beeinflusst. Negativ natürlich.
Maria Grapini, Aufsichtsratsvorsitzende der Pasmatex-Gruppe (Leichtindustrie), glaubt, dass die großen Herausforderungen auf die rumänischen Betriebe erst 2009 zukommen werden. In dieser Hinsicht spricht sie von einem „Auswahlverfahren“, dass darüber entscheiden wird, welche Firmen überleben und welche nicht.
wk. Karansebesch – Da im Umfeld von Karansebesch/Caransebeş (in der Valea Cenchii) die über 100 Parzellen von je 300 qm, die an Jugendliche bis 35 Jahre zwecks Errichtung von Eigenheimen schnell verteilt sind, sah sich die Stadt gezwungen, ein weiteres Grundstück zu parzellieren, um dem Gesetz 15/2003 über die Förderung der Jugendlichen genüge zu tun. Der Stadtrat besann sich auf die 16.590 Quadratmeter im eingemeindeten Jupa, zwischen dem „Castel Capra“ und der Eisenbahnlinie Temeswar/Timişoara – Bukarest, dem ehemaligen, heute total verwilderten (einst dendrologischen) Park des 1795 errichteten Landschlosses derer von Capra.
Die Stadt Karansebesch möchte nunschon seit drei Jahren das zunehmend verfallende Landschloß mitten im Vorort Jupa loswerden, indem man diverse Ausschreibungen organisierte, die allerdings aus unterschiedlichsten Gründen – BZ und ADZ berichteten – gescheitert sind. Da die 1947 enteignete Domäne, die aus Mangel an Erben von keinen Rückerstattungsforderungen belastet ist, immer noch der Stadt gehört, hat man jüngst beschlossen, das zum Kastell gehörende Grundstück zu parzellieren und mittels Gesetz 15/2003 als Baugrund zu verteilen.
Es entstanden 26 Parzellen zu je 300 Quadratmeter – die gesetzlich vorgesehene Baufläche für die Jugendförderung – und weitere 13 mit Flächen zwischen 338 und 602 Quadratmeter. Letztere soll(t)en per Ausschreibung an die Interessenten gebracht werden. Der entsprechende Beschluss der Ratsherrn von Karansebesch stieß aber auf einen Einspruch seitens der Präfektur: nirgends wurde vermerkt, zu welchem Zweck die Ausschreibung stattfinden soll. So musste sich der Stadtrat auf seiner jüngsten Tagung noch einmal mit der causa beschäftigen und die Ausschreibungsentscheidung korrekt formulieren, mit Angabe des Ziels derselben: zwecks Bau von Einfamilienhäusern. In den kommenden Tagen soll nun die Ausschreibung stattfinden. Für das Landschloss und die drei hier hausenden Familien ist noch keine Lösung gefunden worden.
Der nun 15jährige deutschsprachige Temeswarer Literaturkreis „Stafette“ unter der Leitung von Annemarie Podlipny-Hehn hat nicht nur eine reichhaltige Kulturtätigkeit entfaltet sondern auch einen Rahmen für die neue Banater deutsche Literatur geschaffen. Im Laufe der Zeit hat sich ein fester Kern der Literaturschaffenden herausgebildet: In den monatlichen Lesungen und in den 14 Sammelbänden sind über 100 Autoren zu Wort gekommen. Jeder Sammelband umfasst über 30 Autoren, darunter auch viele junge deutschschreibende, muttersprachliche Rumänen, die eher allgemein europäische Motive und außer Thema Heimat und Banat auch eine Problematik des gesamteuropäischen Raums ansprechen.
Über die Arbeitsbesprechungen im AMG-Haus hinaus nahmen die „Stafette“-Mitglieder konstant an Lesungen im In- und Ausland teil: fast überall im Banat, in Siebenbürgen, bei den Sathmar-Deutschen, im Buchenland, in der Hauptstadt, aber auch vielerorts in Deutschland, Österreich, Tschechien und Ungarn. Mit von der Partie waren die Mitglieder stets bei allen Kulturveranstaltungen des Temeswarer und Banater Forums.
Konstant hat der Literaturkreis auch Lesungen von Gästen erlebt: Vera Dreichlinger, Ilse Hehn, Walter Engel, Richard Wagner, Ingmar Brantsch, Julia Schiff u.a. (Deutschland), eine Gruppe sorbischer und deutscher Autoren aus der Lausitz, Jutta Treiber (Österreich), eine Gruppe ungarndeutscher Autoren oder Studenten aus Wien. Vom Rumänischen Schriftstellerverband waren mehrmals mit dabei Cornel Ungureanu, Petre Stoica, Constantin Gur²u, Lucian Alexiu sowie Maria Pongracz.
In den letzten Jahren haben die Mitglieder des Literaturkreises auch den Durchbruch zu beachtlichen individuellen Leistungen geschafft. Mit dem Schaffensjahr 2000 sind zahlreiche Erstveröffentlichungen zu verzeichnen. Nicht nur den jungen Mitgliedern sondern auch den „Veteranen“ gelang es, Debütbände herauszubringen: So Edith Guip-Cobilanschi, Else von Schuster, Alexandrina Paul und Rose Condru]. Die meisten jungen Autoren meldeten sich mit eigenen Bänden zu Wort: Lucian Varsandan veröffentlichte nach seinem Erstling „als das wort zu ende war“ heuer seinen zweiten Lyrikband. Es folgte der Kurzprosaband „Seiten-Blicke“ der Geschwister Lorette und Henrike Br²diceanu-Persem sowie zwei Lyrikbände von Petra Curescu. Als Ereignis der Banater deutschen Literatur kann das Zustandekommen des Buches „Strandgut“ der kürzlich verstorbenen Erika Scharf gewertet werden. Einen zweiten Lyrikband brachte Lorette Br²diceanu-Persem, einen zweiten Proband ihre Schwester Henrike heraus. Hervorzuheben sind auch zwei Bücher von Annemarie Podlipny-Hehn, „Carmen Sylva“ und die Monographie des Temeswarer Bildhauers Ferdinand Gallas. Nach dem seinem Essayband „Streifzüge.Betrachtungen zur Literatur“ gestalltete sich das zweite Buch von Alexander Gerdanovits „Erlebnis Kunst“ zu einem wahren Kulturerreignis. Bei den kürzlich abgehaltenen Deutschen Kulturtagen im AMG-Haus präsentierte sich Lucian M. Varsandan mit seinem zweiten Lyrikband und Robert Tari mit seinem Prosa-Debütband.
Ihr treues Publikum haben auch die Bücher der Mundartautoren des Kreises: Ignaz Bernhard Fischer, Eva Mayer, Helen Alba-Kling, Wilhelm Helfrich und Michael Müller.
Mehrere Mitglieder der „Stafette“ erhielten Anerkennungen und Preise, so den Literaturpreis oder Förderpreis des Literaturkreises, „Stefan-Jäger“-Preis oder –Ehrendiplom Erika Scharf und Annemarie Podlipny-Hehn wurden mehrmals vom Rumänischen Schriftstellerverband ausgezeichnet. USR-Debütpreise erhielten Lucian. M. Varsandan, Lorette und Henrike Bradiceanu-Persem, Eleonora Pascu erhielt den „Nikolaus Berwanger“-Preis. Aus der „Stafette“ erhielten folgende Autoren den „Berwanger“-Preis zur Förderung junger deutschsprachiger Autoren: Lorette und Henrike Bradiceanu-Persem, Petra Curescu, Stefan Ciortea-Neam]iu, Dan C²r²midariu, Alexander Gerdanovits, Andrei Cherascu und Gabriela [andor. Acht junge Autoren wurden als neue Mitglieder in die Temeswarer USR-Filiale aufgenommen.
Dass diese junge deutsche Banater Literatur auch im deutschsprachigen Europa mitsprechen kann, zeigte sich mit der Lyrikerin Petra Curescu: 2005 wurde sie im Alter von 22 Jahren mit ihren beiden Eigenbänden für den renommierten Chamisso-Preis vorgeschlagen. Nicht nur die beharrliche Erweiterung sondern auch die Verjüngungskur des Literaturkreises kann als geglückt bezeichnet werden.
Annemarie Podlipny-Hehn, Vorsitzende des Literaturkreises „Stafette“
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Konstruktive Kritik ist willkommen, jedoch bitten wir um eine gepflegte Sprache.
Die Redaktion würde es begrüßen, dass jene, die Kommentare schreiben, sich nicht hinter der Anonymität verstecken.
IN EIGENER SACHE
1. Die Reportage unserer Kollegin Ana Saliste, „Aus der Kindheit einer Nobelpreisträgerin/ Wie die Bewohner aus Nitzkydorf den Erfolg der Schriftstellerin finden“, erschienen in der BZ Nr. 825vom 14. Oktober 2009 wurde inzwischen von der „Deutschen Presseagentur“ (dpa), von „Bild“ (auszugsweise), von der „Frankfurter Rundschau“ online sowie von „Die Berliner Literaturkritik“ übernommen.
2. Auf ihrem 47. Kongress, am 10. Oktober 2009, in Innsbruck, wählte die European Journalists Association (EJ) unsere Kollegin Raluca Nelepcu (25), Chef vom Dienst der Banater Zeitung, als Generalsekretärin in den Vorstand des von der EU anerkannten Journalistenverbands.
3. Die Reportage "Sie mussten in der Öffentlichkeit schweigen" von Raluca Nelepcu war unter den besten zehn von über 80 Einsendungen und für den n-ost-Reportagepreis nominiert worden.
Herausgeber: Demokratisches Forum der Deutschen im Banat
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