Donnerstag, 9. Juli 2009

Patriarch wurde Temeswarer Ehrenbürger

Oberhaupt der orthodoxen Kirche zu Besuch im Banat


Seinen ersten ökumenischen Besuch im orthodoxen Erzbistum Temeswar/Timisoara seit seiner Wahl von 2007 zum Oberhaupt der rumänischen orthodoxen Kirche unternahm Patriarch Daniel am vergangenen Wochenende. Der aus dem Banat (Dorf Dobrest bei Lugosch) gebürtige Patriarch begann seine Laufbahn als kirchlicher Würdenträger kurz nach der Wende bzw. am 1. März 1990, als er auf Vorschlag des Mitropoliten Nicolae Corneanu zum Bischofsvikar des Erzbistums Temeswar mit dem Titel “Lugojanul“ gewählt wurde. Ein erstes Treffen mit der Temeswarer orthodoxen Kirchengemeinde fand am Samstag, um 9.45 Uhr, in der orthodoxen Kathedrale statt, wo er um 10 Uhr dem Te-Deum beiwohnte. Darauf überreichte Bürgermeister Gheorghe Ciuhandu im Rahmen einer Zeremonie im Rathaus dem hohen Gast den Titel eines Ehrenbürgers der Stadt Temeswar. Patriarch Daniel, der sich in seiner Ansprache entschieden als „Sohn des Banats“ bezeichnete, überreichte seinerseits dem Temeswarer Bürgermeister den Orden des Hl. Stefan des Großen.

Ein weiterer Empfang für den hohen kirchlichen Würdeträger wurde im Temeswarer Verwaltungspalais veranstaltet. Hier wurde der Patriarch in Begleitung des Metropoliten Corneanu von Constantin Ostaficiuc, dem Vorsitzenden des Temescher Kreisrats, empfangen. Patriarch Daniel bedankte sich für die vom Kreisrat gewährte tatkräftige Unterstützung für die Einrichtung des Klosters Dobresti und die für mehrere Kirchen des Kreises Temesch und verlieh dem Kreisratsvorsitzenden den Orden der Hl. Könige Constantin und Elena. Letzterer wiederum beschenkte seinen Gast mit dem Kreissymbol, dem Banater Löwen, und mehreren Kunstalben. Laut dem Patriarchen Daniel möchte man in Dobrest

i mit Unterstützung durch den Temescher Kreisrat u.a. auch ein christliches Ferienlager für Kinder und Jugendliche einrichten. Zum Abschluss war am späten Nachmittag ein Besuch des Patriarchen im Kloster von Schag/Sag Timiseni anberaumt.

Balthasar Waitz


Bürgermeister Ciuhandu überreicht dem Patriarchen Daniel den Titel eines Ehrenbürgers.

Foto: Zoltán Pázmány

Auf Stelzen: schneller als je ein Mensch zuvor

[tefan Cojocnean macht das Unmögliche möglich



[tefan Cojocnean lief zwei Meilen auf Stelzen in 14 Minuten 4 Sekunden.


Zuerst spielte er 10,5 Stunden lang Basketball auf Rollschuhen, zwei Jahre später stellte er dann seinen eigenen Rekord auf: Er spielte 25 Stunden lang Basketball auf Rollschuhen. Im vergangenen Jahr brach er seinen Rekord von 15 Stunden auf einen Boxsack einschlagen: Er schlug 17 Stunden auf den Boxsack ein. 100 Meter lief er auf Stelzen und sprang gleichzeitig Seil – das Timing von 21,38 Sekunden und die 26 Seilsprünge konnte bisher kein anderer Sportler schaffen. Seine zweite Errungenschaft bei den Rekordspielen in Deutschland: auf Stelzen zwei Meilen in nur 14 Minuten und 4 Sekunden laufen. (ADZ und BZ berichteten) Seit vier Jahren bringt der Temeswarer Sportler [tefan Cojocnean die Deutschen in Dachau mit seinen „unmöglichen“ Proben zum Staunen. Bei den Weltrekordspielen „Impossibility Challenger“ („Unmögliche Herausfoderung“) Ende Juni in Deutschland vertat Cojocnean wiedermal Rumänien. Dabei gelang es ihm, zwei neue Weltrekorde aufzustellen.

Eigentlich hatte er sich die Herausforderung in diesem Jahr ganz anders vorgestellt. 17 Weltrekorde wollte er zusammen mit fünf jungen Mädchen in Dachau setzen. Gemeinsam bildeten sie das „No Limits“-Team. 17 Weltrekorde aus unterschiedlichen Sportbereichen sollten sie zusammen, als Team, brechen. Darunter Judo, Turnen, Kickboxen/Thaiboxen, Shotokan, Fußball, Basketball und sogar unglaubliche Geschicktheit auf Rollschuhen und Stelzen (Power-Risers) wollten sie beweisen. Wegen Geldmangel schafften sie es nicht mehr, als Team nach Deutschland zu fahren. Er musste wieder einmal allein seine „unmöglichen“ Fähigkeiten beweisen.

17 Rekordanwärter aus neun europäischen Ländern wollten in diesem Jahr bei den Weltrekordspielen in Dachau bei München das „Unmögliche“ schaffen und wagten 26 Rekordversuche. Insgesamt wurden 16 Weltrekorde sowie acht persönliche Rekorde in Dachau erzielt. „Über Körperpower hinaus braucht ein Sportler vor allem eine gute und gesunde mentale Einstellung, Ehrgeiz, Vertrauen in seinen Kräften und in dem Trainer, alles gehört dazu für eine gute Leistung“, sagt Cojocnean.


Albert Walter aus der Schweiz zerfledderte bei den „Impossibility Challenger 2009“ in knapp vier Minuten zehn Telefonbücher.

Fotos: privat

[tefan Cojocnean wünscht sich, einen ähnlichen Wettbewerb auch in Temeswar/Timi{oara zu veranstalten. Dieser soll in Zusammenarbeit mit dem Temescher Schulamt zustande kommen. Seine größte Herausforderung derzeit ist, die Temeswarer Eltern zu überzeugen, wie wichtig es ist, die Kinder für Sport zu begeistern und ihnen keine Sportart zu verbieten. „Rumänien besetzt den dritten Platz in Europa, was das Übergewicht bei Kindern betrifft. Das muss sich ändern: Die Kinder, aber auch die jungen Leute müssen gesund leben“, schließt [tefan Cojocnean.



100 Meter lief er auf Stelzen und sprang gleichzeitig 26 Mal Seil – das Timing 21,38 Sekunden

Andreea Oance



BANAT AKTUELL

DSTT – neue Premieren ab Herbst

Gleich sechs neue Premieren setzt das Deutsche Staatstheater in Temeswar/Timi{sara (DSTT) ab Herbst in Szene. Eigene Stücke und Koproduktionen werden bis Ende der Spielzeit 2009/2010 aufgeführt: „Goethe Lenau Faust, die Erforschung eines Mythos“ und das Stück „Der Zauberer von Oz“, ein Musical für Kinder, „Lustspiel im Dunkeln“ von Peter Schäffer in der Regie von Zeno Stanek aus Wien, „Warten auf Godot“, in der Regie von Christiane J. Schneider aus Mannheim sowie zwei andere Premieren von Michael Bleiziffer aus Regensburg und Radu Alexandru Nica aus Hermannstadt/Sibiu. Sieben Premieren, eine Festwoche mit Gastspielen aus Deutschland, Österreich und Rumänien, fünf Tourneen, eine Gastspielreihe in Bukarest, fünf Festivalteilnahmen, eine internationale Jugendtheater-Koproduktion und zwei Workshops waren die bedeutendsten Projekte der 55. DSTT-Spielzeit – 2008/2009.


Bierfest in Temeswar

Der Parkplatz vor dem „Dan P²ltini{anu“-Fußballstadion in Temewar wird erneut in eine kleine „Münchner Wiesn“ verwandelt. Die älteste Bierbrauerei Rumäniens, Timi{oreana, organisiert vom 17. bis zum 19. Juli das traditionelle Bierfest in Temeswar. Künstler und Musikgruppen wie Vunk, Holograf, Pas²rea Colibri, Zero, Compact, Bere Gratis, Blue Station und Loredana werden innerhalb des Festes performen. Die Brauerei wurde vor einigen Jahren vom Großkonzern „Ursus Breweries“ übernommen. Das lokale Timisoreana-Bierfest wurde nicht mehr nur vor Ort, sondern in verschiedenen Städten Rumäniens veranstaltet. Dieses Jahr begann die Karawane Ende Juni in Konstanza/Constanta und wird Mitte August in Buz²u enden.


U-Kaserne wird Fünf-Sterne-Hotel

Die Ausschreibung für den Verkauf der U-Kaserne in Temeswar wurde vergangene Woche abgeschlossen. Das Unternehmen „Cerealcom“ hat das historische Gebäude in der Temeswarer Innenstadt für sieben Millionen Euro erworben. Ein Fünf-Sterne-Hotel wird hier ab September eingerichtet. Mioara Simcelescu, die neue Besitzerin der ehemaligen Kadettenschule in Temeswar, verspricht eine Investition von zehn Millionen Euro. Sie hofft auf die Unterstützung der Kommunalbehörden für die Einrichtung eines unterirdischen Parkhauses.


ELBA – zu arm für die Europameisterschaft

Die Temeswarer Männer-Basketballmannschaft Elba, Rumänien-Vizemeister, kann sich die Teilnahme an der Balkan-Liga nicht leisten. Der Geldmangel innerhalb der Mannschaft wird immer größer. 10.000 Euro müsste Elba als Garantie für die Teilnahme an der Balkan-Liga vorlegen. Die finanzielle Lage der Mannschaft ist jedoch problematisch: Die Spieler haben ihre Gehälter seit April nicht mehr bekommen. Die Leiter von Elba machen sich aber keine so großen Sorgen, denn laut dem Manager der Mannschaft, Adrian Vermesan, steht den Spielern als Trost eine zweite Variante zur Wahl: die Mitteleuropa-Meisterschaft. Elba hat sich schon in der vergangenen Saison daran beteiligt und ist bis ins Finale gekommen, wurde aber im Januar von der ungarischen Mannschaft Albacomp Székesfehérvár geschlagen.


Zusammengestellt von Andreea Oance

Orthodoxer Patriarch in Lugosch zu Gast

Daniel Ciobotea besuchte seinen Geburtsort Dobresti



„Es ist das erste Mal in 675 Jahren, dass ein Patriarch der orthodoxen Kirche unserer Stadt einen Besuch abstattet“, sagte Francisc Boldea, Bürgermeister von Lugosch/Lugoj, am Sonntagmorgen vor der orthodoxen Kathedrale. Hier warteten schon ab 8.30 Uhr etwa 3.000 Gläubige auf das Oberhaupt der orthodoxen Kirche Rumäniens, das sich kurz nach 9 Uhr mit Polizeigefolge blicken ließ. Der Patriarch wurde mit Liedern, Brot und Salz auf den Stufen der Kathedrale empfangen. Es ist nicht von ungefähr, dass der Patriarch Daniel der Temescher Kleinstadt einen Besuch abstattet: Er ist am 22. Juli 1951 im Dorf Dobre{ti, Gemeinde Bara, bei Lugosch geboren und hat das Coriolan-Brediceanu-Lyzeum besucht. Zusammen mit dem Lugoscher Pfarrer Mihai Sidei besuchte der Patriarch die Theologiehochschule in Hermannstadt/Sibiu.



Nach dem feierlichen Empfang weihte der Patriarch die Kirche ein und zelebrierte eine heilige Messe. Am Ereignis beteiligten sich unter anderen auch andere Kirchenoberhäupter aus dem Banat: der Arader orthodoxe Erzbischof Timotei Seviciu, der Karansebescher Bischof Lucian Mic, der Bischof der orthodoxen Kirche aus Ungarn, Siluan M²n²il², sowie der griechisch-katholische Bischof von Lugosch, Alexandru Mesian. Der Patriarch verlieh zum Schluss der Messe dem Lugoscher Pfarrer Sidei das Patriarchalkreuz, die größte Auszeichnung der orthodoxen Kirche Rumäniens. Das Ereignis am Sonntagmorgen verlief nicht problemlos: Fünf Personen, darunter auch ein Kind aus dem Chor, wurde es bei der Hitze schwindlig. Sie mussten medizinisch versorgt werden.

Der Messe folgte ein Gespräch unter Gläubigen im Acapulco-Restaurant, zu dem etwa 350 Personen eingeladen waren. Am Nachmittag begab sich der Patriarch zum orthodoxen Friedhof in der Fatscheter Straße und zelebrierte eine Messe am Grab seiner 1975 verschiedenen Mutter Stela Ciobotea. Das Kirchenoberhaupt besuchte am Montag sein Elternhaus in Dobre{ti und das Kloster „Sfânta Cuvioas² Parascheva“, das er gestiftet hat.

Raluca Nelepcu




Fotos: Raluca Nelepcu

Erstes Workcamp im Banat



Kriegsgräber in Großsanktnikolaus gepflegt/ Von Andreea Oance


„Arbeit für den Frieden“ ist derzeit die allgemeine internationale Losung in der Temescher Kleinstadt Großsanktnikolaus/Sânnicolau Mare. Gemeinsam hausen und arbeiten hier 25 Jugendliche dreier Nationen: neun Rumänen, neun Deutsche und sieben Moldawier. Unter der Leitung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. arbeiten die Jugendlichen auf vier Friedhöfen in Großsanktnikolaus und pflegen zwei Wochen lang die Kriegsgräber und Gedenkstätten in der Kleinstadt.

In Gruppen aufgeteilt und der geschichtlichen Ereignisse der zwei Weltkriege bewusst, machten sie sich schon am Montag, dem 29. Juni, an die Arbeit. Kein Kinderspiel erwartete sie hier am ersten Arbeitstag des Workcamps: Mit Unkraut überwuchert und ungepflegt fanden sie die Kriegsgräber der deutschen, rumänischen und sowjetischen Soldaten vor. Alles soll wieder in Ordnung gebracht werden, nahmen sie sich vor: Die Inschriften auf den Grabsteinen mit frischer Farbe nachzumalen, die Wege von Unkraut und Moos zu befreien und womöglich Alleen mit Kieselsteinen neu einzurichten.


Freiwillige pflegen Kriegsgräber und Gedenkstätten im Banat.


Fünf Betreuer und zwei Beschäftigte der deutschen Bundeswehr verfolgen deren Schritte bei der Arbeit sehr aufmerksam. Der Leiter des Workcamps in der Banater Kleinstadt ist Daniel Seiferheld (29), Mitglied des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge e.V. vom Landesverband Thüringen. „Die meisten Kriegsgräber wurden im Laufe der Zeit von rumänischen und deutschen Stadtbürgern sowie von den Pfarrern gepflegt. Der sowjetische Friedhof ist aber nach der Wende vernachlässigt und von niemandem mehr in Ordnung gebracht worden“, sagt Daniel Seiferheld. Dieter Jeck, ein ausgewanderter Rumäniendeutscher, hilft Seiferheld bei der Betreuung der rumänischen Teilnehmer.

Das Camp ist ein Novum für das Banat. Andere Workcamps des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. wurden im Laufe der Jahre in Rumänien in Jassy/Ia{i, Kronstadt/Bra{ov und Heltau/Cisn²die veranstaltet. Einige dieser Camps waren mit deutsch-rumänischen Gruppen, einige auch nur mit Teilnehmern aus Deutschland besetzt. „Ich freue mich sehr, dass nun ein erstes Workcamp auch in Westrumänien stattfindet. Weil ich eben selber aus dem Banat komme, haben wir unbedingt auch diese Region mit auf der Landkarte des Volksbundes hinzu rechnen wollen“, sagt Dieter Jeck. Die freiwilligen Teilnehmer, die sich zurzeit in Großsanktnikolaus aufhalten, kommen aus verschiedenen Kulturkontexten, haben aber ähnliche Gedanken und Gefühle. „Wegen des Workcamps gibt es nun zwischen den Nationen keine Grenzen oder Unterschiede mehr. Wir sind hier eine Einheit. Es interessiert uns nicht, ob diese Kriegsgräber Deutschen, Rumänen oder Russen gehören – für uns sind alle Helden und wir ehren sie in gleicher Weise“, sagt Carol Marius Bujdoso (19) aus Lugosch/Lugoj, der beim Workcamp mitmacht. Die rumänischen Teilnehmer kommen aus Temeswar/Timi{oara und Lugoj/Lugosch und wurden durch das Temescher Kinderschutzamt ausgewählt.


Die 25 Jugendlichen und deren Betreuer vor dem Rathaus in Großsanktnikolaus.

Fotos: Andreea Oance

Die Veranstaltung des Camps ist nicht problemlos verlaufen. Die Teilnehmer aus der Republik Moldawien sind Studenten an der Universität in Kischinjow/Chi{in²u; wegen Problemen mit dem Visum für Rumänien sind aus neun letztendlich bloß sieben Teilnehmer angekommen.

Eine deutsche Teilnehmerin interessiert sich während ihres Rumänien-Aufenthaltes auch für die Geschichte und die Bräuche der Banater Schwaben. Schließlich stammt ihr Großvater aus Bogarosch/Bulg²ru{ und ist vor mehreren Jahren nach Deutschland ausgewandert. „Ich empfinde dieses Camp als eine wunderbare Erfahrung, vor allem, weil man viele neue Kenntnisse und Erinnerungen mit nach Hause nimmt“, sagt Donna Rabea Elischer (17) aus Aalen in Deutschland.

Keine Zeit zur Langeweile im Banater Workcamp. Das Programmheft der 25 Jugendlichen ist voll. Neben der Arbeit besichtigen die Teilnehmer auch die Gegend. Reiseziele wie Temeswar, Diemrich/Deva, Hunedoara, Karlsburg/Alba-Iulia oder der Stausee Surduc machen die Jugendlichen mit dem Gastland Rumänien bekannt. Das Workcamp wird vor Ort von den lokalen Behörden in Großsanktnikolaus und vom Leo-Club in Temeswar unterstützt.

Das Arbeitscamp in Großsanktnikolaus endet am Samstag, dem 11. Juli, mit einer Gedenkfeier auf den Friedhöfen und mit einer Abschlussfeier, zu der alle Unterstützer des Camps eingeladen sind.




Bayrischer Tierschutzverein in Lugosch aktiv


Straßenhunde finden neues Zuhause in Deutschland


Sie haben ein Herz für Hunde: Elfriede und Manfred Theil vom Verein Hunde

in Not Pfarrkirchen e.V. waren am Wochenende in Lugosch/Lugoj zugegen, um streunenden Hunden ein neues Zuhause zu bieten. Es ist bereits zwei Jahre her, dass der Verein aus Bayern in Lugosch aktiv ist. Etwa 80 Hunde aus der Temescher Kleinstadt wurden bisher gerettet, indem sie nach Deutschland befördert wurden.


Die Zusammenarbeit mit dem deutschen Verein begann 2007, als Cristina Geger, eine engagierte Tierschützerin aus Lugosch, die Öffentlichkeit auf das Problem der streunenden Hunde aufmerksam machte. Damals gelang es ihr, eine deutsche Journalistin vom Burda-Verlag n

ach Rumänien einzuladen, damit diese eine Recherche über die Situation der herrenlosen Hunde in Lugosch anlegt. Durch den Europäischen Tier- und Naturschutzverein kam dann die Zusammenarbeit mit dem Verein in Pfarrkirchen zustande. In der Temescher Kleinstadt gibt es ein Hundeheim, das jedoch eine Tötung

sstation sein soll, wie aus dem Flyer des bayrischen Vereins hervorgeht. Hier sollen die eingefangenen Hunde kastriert und gleich danach auf die Straße geworfen werden, wo sie kaum noch Überlebenschancen haben. „Der Bürgermeister hatte in der Wahlkampagne versprochen, Tierschutzpolitik zu betreiben. Daraus wurde jedoch nichts“, sagt Cristina Geger. Der Verein möchte das Lugoscher Tierheim übernehmen und sich um fachkundige Kastration und Nachversorgung von Straßenhunden zu kümmern. Das Bürgermeisteramt wolle dies jedoch nicht zulassen. „Es stecken Interessen dahinter“, klagt Geger.

Die Hunde werden vor ihrer Abfahrt nach Deutschland geimpft und bekommen einen Pass. In der Nähe von Pfarrkirchen gibt es einen Hof, wo die Hunde untergebracht werden. Zurzeit h

alten sich da etwa 50 Hunde und 15 Pferde auf, die frei herumlaufen und von Vereinsmitgliedern betreut werden. Vor

sitzende des Vereins Hunde in Not Pfarrkirchen ist Petra Bohrer, die bereits seit 25 Jahren zusammen mit ihrer Familie

im Tierschutz aktiv ist. Die Hunde können adoptiert werden oder man kann eine Patenschaft für diese übernehmen. „Man muss Sinn für ein Tier haben, um diese Arbeit tun zu können“, schließt Elfriede Theil, die sich zusammen mit ihrem Mann ehrenamtlich für den Verein engagiert.

Raluca Nelepcu