Zahlreiche Teilnehmer beim DFDT-Faschingsfest
Erwartungsvolle Gesichter harrten des Kommenden. Die Anwesenden waren gespannt, welche Überraschung der Nachmittag bieten wird. Und es ging los: tänzelnd marschierten die Faschingsnarren ein. Im Festsaal des Adam-Müller-Guttenbrunn-Hauses Temeswar/Timi{oara wurde am vergangenen Wochenende das Faschingsfest des Demokratischen Forums der Deutschen in Temeswar gefeiert. Mit und ohne Maske – so hieß es in der Einladung. Maskiert waren Mitglieder des „Temeswarer Liederkranzes“ und der Seniorentanzgruppe „Bunter Herbstreigen“. Die Zuschauer – ohne Maske – applaudierten, der Faschingstrubel begann.
Für die Kellnerinnen und Kellner war es nicht einfach. Sie mussten sowohl auf die Tanzschritte als auch auf Glas und Tasse achten.
Adrette Kellnerinnen im Minirock und schnurrbärtige Kellner zeigten den „Kellnertanz“. Nach einer kurzen Pause, sie musste wegen Maskenwechsel eingelegt werden, stiegen die Faschingsnarren auf die AMG-Haus-Bühne. Volkslieder mit geänderten Texten, humorvolle Einlagen und die Stampfpolka ließen Karnevalsstimmung aufkommen. Regie der Darbietungen führte Prof. Luise Finta, DFDT-Vorsitzende.
Der Faschings-Sonderpreis 2009 wurde Till Eulenspiegel zugesprochen. Sein Kostüm war eigens für dieses Fest angefertigt worden. Weitere Preise errangen: ein immer Unzufriedener, der Betrunkene, der Würfel, das Blumenmädchen u.a. Auch die gesamte Chor- und Tanzgruppe wurde ausgezeichnet. Bemerkenswert war der Eifer zum Mitmachen. „Narren-Senioren“ oder auch umgekehrt, „Senioren-Narren“, ließen Sorgen und Alltag daheim und zeigten sich von einer humorvollen Seite, die in dieser närrischen Zeit schon seit eh und je Tradition im Banat war.
Der Fasching oder die Fastnacht ist ein Vorfrühlingsfest. Letztfasching ist der Höhepunkt dieser Periode und umfasst Rosensonntag, auch rasender Sonntag genannt (bedeutet umher schwärmen, ausgelassen sein), Faschingsmontag und Faschingsdienstag. Während des Faschings werden allerlei Possen getrieben. Schwabenbälle wurden in Temeswar seit 1920 fast jährlich bis zum Zweiten Weltkrieg in Begleitung von Trachtenpaaren aus vielen Dörfern begangen. Vom Krieg unterbrochen begann man sie erst wieder in den 60er Jahren abzuhalten. Zum Unterschied von früher, als nur ledige Jugend beteiligt war, setzen später auch Verheiratete diese Tradition fort.
Früher war Letztfasching schulfrei, es wurde auch nicht gearbeitet. Später wurde der Höhepunkt des Festes auf Samstag und Sonntag verlegt. Die Bauern gaben an den Faschingstagen Schüsse auf das Wetter des beginnenden Landwirtschaftsjahres ab. Eine allgemeine Wetterregel sagt: Wie der Faschingssonntag wird das Frühjahr, wie der Faschingsmontag der Sommer und wie der Faschingsdienstag wird der Herbst sein. Eine alt überlieferte Sitte verlangt, am Faschingssonntag soll man tanzen gehen. Wenn man beim Tanzen hoch springt, wird der Hanf, dessen Anbauzeit bevorsteht, hoch wachsen. Und getanzt wurde an diesen Tagen von nachmittags bis in die frühen Morgenstunden.
Helen Alba








