Bildungsangebote zur Schau gestellt
Temeswar - Ganze Klassen reisten an, als die Bildungsmesse RIUF (Romanian International University Fair) nahezu 40 Hochschulen und Bildungsdienstleister mehrerer europäischer Länder im Regionalen Business-Zentrum (CRAFT) in Temeswar/Timisoara unter einem Dach zusammen brachte. Buchstäblich Schlange standen - meist Lyzealschüler - bereits kurz nach der Eröffnung vor den Ständen der verschiedenen Hochschulen, holten sich erste Informationen und sammelten reichlich Faltbogen und Beschreibungen der Studiengänge. Großes Interesse sowohl für die Angebote einheimischer Universitäten, als auch für jene aus dem Ausland.
Warum das so ist, fasst Lucia Nedelcu von der deutschen Abteilung des Diaconovici-Tietz-Lyzeums in Reschitza in einem einfachen Satz zusammen: „Es ist auf jeden Fall besser, in Deutschland oder Großbritannien zu studieren”. Auch wenn sie erst in der 11.Klasse ist, findet sie rechtzeitige Informationen für ihren beruflichen Werdegang besonders wichtig. Studenten hingegen ging es um Masterstudiengänge – das Ausland schien besonders gefragt. „Mit einem Schlag kann man viele Fragen zum Thema Hochschule aus dem Weg räumen. Nicht zu verachten: Da erfährst du direkt etwas von Hochschulen, von denen du bisher nicht einmal gehört hast”, sagt Alin Dobre, Schüler der 12. Klasse, bei einem Plausch im Büffet.
Katja Lasch, Leiterin des DAAD-Informationszentrums in Bukarest sagt über die Nachfrage, dass man im Banat die deutsche Prägung und die Nähe der deutschen Lyzeen in Arad, Reschitza und Temeswar ganz gut spürt. An Studienplätzen in Deutschland seien mittlerweile auch immer mehr Jugendliche interessiert, die nicht deutsch sprechen, aber durch das Angebot der englischen Studiengänge in Deutschland angelockt werden. Laut DAAD studieren derzeit etwa 4100 rumänische Staatsbürger in Deutschland. Rumänien liegt damit in der Hierarchie ausländischer Studenten in Deutschland irgendwo auf den Plätzen 10-15. Zu diesen gehört auch Manuel Viorel Semen, wissenschaftlicher Mitarbeiter der TU Bergakademie Freiberg. Zusammen mit Manuela Junghans vom Internationalen Universitätszentrum der Bergakademie stellt er die Bildungseinrichtung vor.
Die gelegentlich aufgeworfene Frage, ob die Präsenz ausländischer Studenten in Deutschland nicht dem dortigen Arbeitsmarkt schaden könnte, weist der Doktorand zurück. „Zum einen kann auch Deutschland gute Leute gebrauchen, wenn diese bleiben wollen, zum anderen will er selbst nach dem Abschluss nach Rumänien zurückkehren. Ein Mann mittleren Alters – wohl Vater eines Schülers oder gar Lehrer – zeigte sich begeistert vom Interesse, den die Schüler oder Studenten an den Tag legten, als es um Bildung, Karriere und Zukunft ging. Am Ausgang ließen sie sich den Stempel der Veranstaltung auf die Hand drücken – sie wollten nämlich etwas später wieder kommen und brauchten so kein zweites Eintrittsticket zu lösen.(st)















