Mittwoch, 27. Mai 2009

Trachtenvielfalt, Blasmusik und gute Laune in Temeswar


Kulturprogramme, Schwabenball und Aufmarsch von 245 Trachtenpaaren

Vor dem Trachtenumzug versammelten sich alle Teilnehmer zur Andacht im Hof des Adam-Müller-Guttenbrunn-Hauses
Foto: Zoltán Pázmány

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Die „Heimattage der Banater Deutschen“ wurden Ende Mai zum neunten Mal in Temeswar in die Wege geleitet. Zahlreiche Teilnehmer von hüben und drüben stürmten drei Tage lang mit Frohsinn, Tanz und guter Laune die Stadt an der Bega.

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Die Trachtenvielfalt machte Zuschauer, Vorübergehende auf das aufmerksam, was unsere Vorfahren als Erbe mitgebracht und weitergegeben haben.Innerhalb des Festivals “Temeswar, Klein Wien” traten am vergangenen Freitag unter dem Motto „Unsere Schwaben kehren ins Banat zurück“ mehrere Kulturgruppen auf dem Domplatz auf: die “Eisenbahner Musikanten” aus Freiburg unter der Leitung von Josef Zippel, die Tanzgruppen der Landsmannschaft der Banater Schwaben aus Singen und Würzburg/Deutschland, die Jugendtanzgruppe “Leöwey” aus Fünfkirchen/Pecs/ Ungarn, die sächsische Tanzgruppe des Demokratischen Forums der Deutschen aus Hermannstadt/Sibiu, der Temeswarer Jugendtrachtenverein “Banater Rosmarein” und die Kindertanzgruppe “Hänschen Klein”.
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Am darauf folgenden Tag wurde die Veranstaltung im Saal des Temeswarer Musiklyzeums „Ion Vidu“ feierlich eröffnet. Ingrid Schiffer, Vorstandsmitglied des Demokratischen Forums der Deutschen im Banat, begrüßte Ehrengäste: als Vertreter der Deutschen Bundesregierung, Frank Willenberg, Ministerialdirigent im Bundesministerium des Innern, Julian Fricke, Presseattacheė der Deutschen Botschaft in Bukarest, Rolf Maruhn seitens des Deutschen Konsulats in Temeswar, Seine Exzellenz Martin Roos, Bischof der römisch-katholischen Diözese Temeswar, Ovidiu Gant, Abgeordneter des DFDR im Rumänischen Parlament, Bernhard Krastl, Bundesvorsitzender der Landsmannschaft der Banater Schwaben, Peter Krier, Vorsitzender des Hilfswerks der Banater Schwaben, Edeltraut Schwab, Vertreterin der Landsmannschaft der Banater Schwaben in Österreich, Ludwig Bertholt, Vertreter des Verbandes der Trachtenvereine Österreich, Antonia Maria Gheorghiu, Vorsitzende des DFD im Buchenland.
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Anschließend wurden Grußworte gesprochen. Karl Singer, Vorsitzender des DFDB, sprach als Letzter über die Bedeutung der Heimattage und dankte allen für ihr Mitwirken. Anwesend waren Vertreter der Ortsforen, Medienvertreter, Kulturgruppen und zahlreiche Interessenten. Die musikalische Umrahmung boten die „Eisenbahner Musikanten“ aus Freiburg und Werner Salm, Leiter der „Original Kaiserstühler Musikanten“. Mit viel Erfolg brachten erstere das eigens für diese Veranstaltung komponierte Lied „Kindheit“, Text in rumänischer Sprache, zu Gehör.
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Der „Stefan-Jäger-Preis“ für das Jahr 2008 wurde seitens Horst Martin, Geschäftsführer des Banater Vereins für Internationale Kooperation BVIK an Cristian Chioncel aus Reschitza/Reşiţa für hervorragende Leistungen in den Bereichen Jugendarbeit, Kulturtätigkeit und Forumsunterstützung vergeben. Die Laudatio sprach Karl Lupşiaska, Vorsitzender des Demokratischen Forums der Banater Berglanddeutschen.

Vom Überleben

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Ein kluger Europäer, der im 20. Jahrhundert auf Reisen geht, wendet sich, nachdem er die Grenze zu einem fremden Land erreicht hat, sobald Pass- und Zollkontrolle passiert sind, an einen Einheimischen mit der folgenden Frage: Ich bin fremd in diesem Land. Seien Sie so freundlich und sagen Sie mir, was zur Zeit bei Ihnen so gelogen wird.
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Diese Anekdote ist Teil eines Essays des 1897 geborenen ungarischen Philosophen Bela Hamvas. Der Titel: „Ode an das 20. Jahrhundert“.
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Es hat im sowjetisierten Ostmitteleuropa erstaunliche Fälle von unabhängigem Denken gegeben. Ich spreche jetzt nicht von den vielfältigen neomarxistischen Ansätzen, ich spreche auch nicht von konventioneller Dissidenz, sondern von einem Denken, das im Schutz der Anonymität, ohne jede Bezugnahme zur Macht auskam.
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Es handelt sich bei seinen Urhebern um Einzelgänger, um Einsiedler und Eigenbrötler, um Menschen, die die heute selten gewordene Fähigkeit besaßen, auf die öffentliche Selbstdarstellung verzichten zu können. Sie erfreute der frei schwebende Gedanke mehr als die Zurschaustellung ihres Egos.
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Im Unterschied zu den Neomarxisten und den unter diesem Label die Restöffentlichkeit der geschlossenen Gesellschaft Nutzenden, die aus der Tarnung heraus agierten, hielten die neuen Eremiten sich an das Prinzip des Verstecks. Sie fädelten sich in ein banales Berufsleben ein, in den gleichförmigen Alltag. Im Jargon des Geheimdienstes: Sie tauchten unter.
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Zwei Begriffe prägen das Leben der Denker im Versteck: Die Bibliothek und die Melancholie. Das gilt auch für Alexandru Dragomir. Den 27jährigen Heidegger-Schüler entfernte ein Einberufungsbefehl der rumänischen Armee 1943 aus dem Doktorandenseminar des Meisters. Nach dem Krieg aber kam er aus Rumänien nicht mehr heraus. Er ging dort unauffälligen Berufen nach, vor allem auf Baustellen, und wurde schließlich, dank seiner Sprachkenntnisse, für ein paar Jahre zum Dolmetscher eines Exportfirmenleiters aus der Holzwirtschaft.
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Dragomir notierte über Jahrzehnte seine Gedanken, meist in aphoristischer Knappheit und Prägnanz, gewissermaßen aber auch als Vorarbeit für etwas Größeres, zu dem es dann nie kam. Ihn, der in der angehaltenen Zeit der Diktatur lebte, beschäftigte in auffallender Weise Chronos. Eine seiner Aufzeichnungen beginnt so: „Die Vergangenheit ist uns gegeben, die Zukunft nicht. Doch auch sie ist uns in gewisser Weise gegeben. Was uns gleichzeitig gegeben und nicht gegeben ist, das ist das Mögliche.“
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Alexandru Dragomir starb 2002. Seine fragmentarische Aufzeichnungen sind posthum in Bukarest in bisher vier Bänden erschienen. Sie sind exemplarisch für ein lebendig bleibendes Denken, für sein Überleben, trotz des Stillstands der kontrollierten Gesellschaft und des zensurierten Seins.
Richard Wagner

Guttenbrunner Kirchweihtrachten – Prunkstücke der Heimattage


Auftritt der jüngsten Teilnehmer.

Das Kulturprogramm der teilnehmenden Trachtengruppen erfolgte am Samstagnachmittag im Temeswarer Studentenkulturhaus. Zum Auftakt brachten die Kleinsten des Lenau-Kindergartens Schwung in den Saal, sie waren in ihren schwäbischen Trachten allerliebst anzusehen, nahmen ihren Auftritt sehr ernst und lächelten stolz zu dem nicht enden wollenden Applaus.


Ballabend im AMG-Haus.
Die Gäste aus Deutschland, Ungarn und Hermannstadt begeisterten ebenfalls die zahlreich erschienenen Zuschauer mit Volkstänzen und Blasmusik. Natürlich traten auch bekannte Formationen auf die Bühne: „Banater Rosmarein“, „Bunter Herbstreigen“ „Heiderose“ aus Billed/Biled, Gruppen aus Großsanktnikolaus/Sannicolau Mare, Lugosch/Lugoj, Reschitza, Bokschan/Bocsa, Steierdorf/Anina, Ferdinandsberg/Otelul Rosu, Arad und andere.

Der Ballabend zeigte so richtig, wie tanzfreudig unsere Banater Schwaben, und nicht nur, sind. Im Walzerschritt oder bei einer Zeppelpolka, Tango oder Foxtrott, Jung und Alt wurden von guter Musik mitgerissen. Werner Salm und Josef Zippel traten mit ihren Musikanten auf die Bühne.

Die Guttenbrunner Kirchweihtracht erregte Aufsehen.

Als Höhepunkt der Veranstaltung kann der Trachtenaufmarsch zu den Klängen der „Eisenbahner Musikanten“ und der Rekascher „Mathias-Henschel“-Kapelle durch das Stadtzentrum am vergangenen Sonntag angeführt werden. Allen voran ganz stolz und selbstbewusst die Geschwister Ingrid Flavia und Robert Valentin Gant. Auch die sechsjährige Martina Nenadov (Kirchweihtracht Bogarosch) zwischen von Patrick Singer und Thorsten Sinitean-Singer wurden von den Zuschauern kräftig applaudiert. Beim Zählen der Trachtenpaare ging uns die Luft aus: es marschierten 245 Paare auf. Prunkstücke der diesjährigen Heimattage waren zwei Kirchweihtrachten aus Guttenbrunn/Zabrani, die seitens Grete Weidmann an den Jugendtrachtenverein „Banater Rosmarein“ verschenkt wurden.


„Hutputz“ und „Janklstrauß“ – Tradition in Wetschehausen.
Fotos: Zoltán Pázmány
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Darüber werden Sie in der „Pipatsch-Seite am 3. Juni 2009 mehr erfahren. Aufgefallen ist auch die Tracht der Gäste aus Würzburg, sie trugen das Trachtenkleid aus Wetschehausen/ Pietroasa Mare: die Frauen himmelblauer Oberrock und weiße, reich bestickte Schürze, weißes „Kittl“, vier bis fünf gestärkte Unterrücke. Die Männer trugen die Kirchweihhüte mit „Hutputz“ und auf dem schwarzen Leibchen prangte auf linker Seite der „Janklstrauß“. Alle Trachten waren schön anzusehen, jede Ortschaft zeigte ihre Eigenheiten. Was ist eigentlich die Tracht? Sie ist ein wesentlicher Bestandteil des sachlichen Kulturgutes eines Volkes. Sie ist sichtbarer, materieller Beweis der Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft. Die Tracht ändert sich nur langsam und folgt dem unbewusst wirkenden Gestaltungswillen der Gemeinschaft. Die Einheitlichkeit ist ein Wesensmerkmal. Die Tracht der Banater Schwaben hat innerhalb von 250 Jahren alle Entwicklungsstufen durchgemacht.

Stimmen wurden laut, es sei dies die gelungenste Auflage der der Heimattage in Temeswar gewesen. Förderer und Sponsoren waren: Departement für interethnische Beziehungen der Rumänischen Regierung, Institut für Auslandsbeziehungen Stuttgart, Deutsches Konsulat Temeswar, Deutschsprachiger Wirtschafts-Club Temeswar, BVIK, Weinkeller Rekasch/Recaş, Firma „Eval-Expert“ Deva und Bierbrauerei „Timisoreana“.
Helen Alba

Eine Banater Schwäbin auf Weltsreise (34)

Stuttgart: gar nicht sooooooo langweilig / von Nareda Cerdy

Wieso sollte man sich nach Stuttgart verirren, wenn man in Rumänien grad nicht bei Alcatel arbeitet? Die Stadt ist bestimmt nicht sehr weit oben auf der Gesehenhabenmüssen-Liste der meisten Touristen. Tja, auch ich kanns bestätigen: wenn man nicht unbedingt dorthin muss, kann man es auch gleich sein lassen. Aber wenn man sowieso schon mal da ist, muss man nicht in deutschlandwetter-bedingte miese Stimmung verfallen, dann sollte man auch gleich das Beste daraus machen.

Mercedes Benz Museum

Carpatair hat täglich Direktflüge nach Stuttgart aus Temeswar/Timisoara, also hingelangen ist kein Problem. Wenn man ein Sauna-Fan ist, dann ist man in Stuttgart genau richtig. Unbedingt das Millenium-Hotel nehmen im SI-Erlebniszentrum! Es ist nahe am Flughafen, man ist quasi mitten im SI-Zentrum. Und das beste von allem: die Schwabenquellen sind im Hotel. Die Schwabenquelle ist eine riesig grosse Saunalandschaft, mit zig unterschiedlichen Trocken- und Dampfsaunen, Meditations- und Kräutersaunen, Erlebnissaunen, Türkische Bäder, thematische Ruhebereiche (Majatempel, Afrika-Lodge, etc.) und natürlich auch einen getrennten Frauenbereich für schüchterne.

Der finnische Geiser ist am schönsten im Winter: ein Schwimmbecken mit sprudelnden Heisswasserströmen, halb innen und halb aussen, und es gibt nichts Herrlicheres als mitten im eiskalten Winter draussen in kochend heissem Wasser zu schwimmen. Die Schwabenquelle ist übrigens eine FKK Saunalandschaft, aber jeder erste Samstag im Monat ist Textiltag und dann kann man auch im Badeanzug reingehen. Direkt im SI-Erlebniszentrum gibts auch ein Kino und vor allem 2 Musical-Theater (Palladium und Apollo) die sehr zu empfehlen sind und wo zur Zeit gerade das Musical “Wicked” aufgeführt wird.

Ein Musical ist eine Kombination zwischen Theater (aber viel weniger langweilig), Oper (aber man versteht, was die singen) und Kino (aber man ist mittendrin statt nur dabei), also auf keinen Fall verpassen, vor allem, wenn man vorher noch nie in einem echten Musical war. Wenn das Wetter gut ist, unbedingt einen Zoobesuch planen. Die “Wilhelma” (so heisst der Zoo in Stuttgart) ist ein sehr schöner Zoo (nach Berlin der zweitartenreichste in Deutschland), mit angeschlossenem botanischem Garten, wo man problemlos 3-4 Stunden verweilen kann. Aber spazieren gehen und Tiere anschauen ist nicht jedermanns Sache.

Wofür sich aber Jung und Alt und vor allem beide Geschlechter begeistern können, das ist das Mercedes- und das neue Porsche-Museum. Frischgebackene Mercedeseigentümer lassen es sich nicht nehmen, ihren Neuwagen direkt in Stuttgart beim Werk abzuholen und dann gibts eine Museumsbesichtigung gratis dazu. Man fühlt sich echt wie in einem Science-Fiction Film.

Das Gebäude sieht von aussen neumodisch aus, bietet innen viel Raum, von dem man den Eindruck hat, dass er sehr schlecht genutzt ist, weil man lange Strecken laufen muss von einer Etage zur anderen (ungefähr so wie im Museum in Resita, mit seinen schrägen Auf-, bzw. Abstiegen, die dem Guggenheim-Museum in New York abgeguckt wurden, zu Zeiten, als die Rumänen eh alles selber erfunden hatten...) und weil die langen Flure nicht, oder wenn, dann nur für Fotoausstellungen benutzt werden. Aber egal: die ganze Mercedes-Geschichte gibt`s hier zu bewundern! Also: die Zeit sollte man sich auf jeden Fall nehmen, selbst wenn man den Eintritt selber bezahlen muss. Das was an dem Gebäude aber wirklich erstaunt sind die Aufzüge. Innen drinn gibts einen grossen Hohlraum mit Aufzügen, deren Kabinen aussehen wie im Raumschiff Enterprise.

Shoppingmeile Königsstrasse
Fotos: Wikipedia

Wenn man oben ist, versteht man, wieso der Schacht mit den Aufzügen im Inneren so gross gebaut wurde: damit die Masse an Leuten, die mit offenem Mund nach oben schauen, Platz hat und sich einander nicht die Füße zerquetscht. Natürlich konnte Porsche sich nicht mit weniger zufriedengeben und hat sein eigenes Museum gebaut, ebenso futuristisch wie das von Mercedes.

Anfang 2009 eröffnet und ganz in weiss gehalten, sieht es von aussen ein bisschen wie der kleine Trickfilmroboter aus dem Film Wall-E aus und innen werden die verschiedenen, in 60jähriger Porschegeschichte gebauten Modelle auf Glasplatten dem Besucher präsentiert. Trotz all dem ist Stuttgart keine ausgesprochene Touristenstadt, nur, wenn man zufällig sowieso dorthin muss, kann man sich die Freizeit mit diesen Tipps auch angenehm gestalten und den Besuch mit einem Shoppingbummel auf der Königsstrasse, Stuttgarts Einkaufmeile die vom Bahnhof bis zum Schlossplatz reicht, abschliessen.

Gespräche über Inkubatoren in Temeswar


Konzept in Rumänien - nicht besonders bekannt

Die „GTZ Business Incubation Coference“ hat Interessenten aus mehreren Ländern nach Temeswar/Timisoara gebracht: Algerien, Moldawien, Serbien und Deutschland. In Nordrhein-Westfalen gibt es 50 Inkubatoren. „Ein großes Problem in Solingen ist, dass Studenten, nach ihrem Abschluss, nach München oder Frankfurt wegziehen“, sagt Frank Hoelscheidt, Direktor des Inkubators aus Solingen. Durch die Errichtung der Inkubatoren soll Studenten, Berufseinsteigern oder jungen Existenzgründern der Start-Up in ihrem Business erleichtert werden.

Bei der Konferenz mit dabei (v.l.n.r.): Stefan Schandera, Regionalbeauftragter der Weltbank, Radu Ticiu, Direktor des Inkubators aus Temeswar und Frank Hoelscheidt, Direktor des Inkubators aus Solingen, Deutschland.
Foto: Zoltán Pázmány
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Das Temeswarer Inkubator ist vor ungefähr fünf Jahren entstanden. Die Gesellschaften die im IT Bereich auf den Markt kommen wollen, können hier Unterstützung finden: kostengünstigere Mieten und Know-how Transfer - das wären nur einige davon.

Das Konzept des Inkubators ist in Rumänien noch nicht besonders verbreitet. Dies wäre auch eine mögliche Erklärung, wieso Jungunternehmer den Verantwortlichen des Inkubators wiederholte und diverse Fragen über das Konzept stellen.

Das Inkubator in Temeswar ist durch eine Zusammenarbeit der Technischen Universität aus Temeswar, dem Temescher Kreisrat, dem Temeswarer Bürgermeisteramt, dem Temeswarer Kommunalrat mit finanzieller Unterstützung und Know-how seitens der GTZ entstanden.

Im Inkubator kann jedoch nicht jede x-beliebige Firma aufgenommen werden. Ein Evaluierungsausschuss prüft zunächst die Firmen, die aufgenommen werden wollen. Falls die Antwort positiv ausfällt, kann die Firma für drei Jahre in der Einrichtung verbleiben. Die sogenannte „Inkubationszeit“ beträgt nämlich drei Jahre. In dieser Zeitspanne stehen den Firmen (zu Niedrigpreisen) Räume – zwischen 20 und 40 Quadratmeter - zur Verfügung, Zugang zu Förderungsveranstaltungen, Internetzugang und Telefon sowie Trainings, Allgemeine Geschäfts- und Unternehmensberatung aber auch Rechts- und Steuerberatung.

Ein Wagner wandert nach Hause

Der Lugoscher DFDR-Vorsitzende mal anders/ Von Oliver Zsilko

„Wenn man gewissenhaft arbeitet, macht man eine ernste Arbeit“ – Dies ist die Regel, die jeder Meister seinem Lehrling einzuprägen versucht, aber auch die Berufseinstellung, die Rudolf Trost vor Jahren von seinem Vater mitbekommen hat.
Rudolf Trost schneidet das Holz mit der Bandsäge, dem Hauptteil der Holzbearbeitungsmaschine
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Dass Rudolf Trost Rentner und seit 1994 Vorsitzender im Lugoscher Demokratischen Forum der Deutschen ist, wissen die wenigsten in der Stadt. Umso mehr, dass er der letzte Wagenmacher in Lugosch/Lugoj geblieben ist. Ein Beruf, den er selbst „wie ausgestorben“ bezeichnet.

Der DFDR-Vorsitzende begann 1948 von seinem Vater den Beruf des Stellmachers zu erlernen, während er zur gleichen Zeit die Berufsschule von Lugosch besuchte. Sein Vater, Carl Trost, war damals einer der bekanntesten Wagner aus der Stadt und hatte seinerseits den Beruf vom Vater erlernt.

Vom Lehrling zum Wandergesellen
Rudolf Trost sagt, dass man in den ersten drei Jahren als „Wagner“ seine „Burschenzeit“ absolviert. Erst danach beginnt ein Lehrling sich fortzuentwickeln. 10 Jahre muss ein Stellmacher arbeiten, um ein Meister zu werden.

„Mein Vater war ein strenger und guter Meister“, sagt Trost lächelnd. „Er hatte es mir eingeredet zu wandern, um zu lernen.“ Dem zufolge begann Rudolf Trost seine Wanderzeit und übersiedelte 1954 nach Temeswar, wo er bis 1957 in der Werkstatt von Oskar Buchsbaum tätig war. Der Lugoscher baute hier in der Abteilung der ehemaligen Handwerkergenossenschaft „Dinamo“ aus der Fabrikstadt Autokarosserien. Trost befolgte den Rat seines Vaters und spezialisierte sich zu einem guten Handwerker, indem er weitere drei Jahre in Kronstadt/Bra{ov verbrachte. Hier hatte er in einer Autowerkstadt für Karosserienbau gearbeitet. Seiner Meinung nach spezialisiert sich ein guter Handwerker durch das Wandern, weil dieser dadurch verschiedene Arbeitsmethoden kennenlernt. Das sei ähnlich wie im kulinarischen Bereich – in jedem Haus wird anders gekocht.

Schneiden, Hobeln, Drechseln, Bohren
Nach Lugosch zurückgekehrt, arbeitete der heutige DFDR-Vorsitzende zusammen mit drei Lehrlingen in der Werkstatt von Carl Trost. „Mein Vater hatte sich in der Fiakerfabrik Karl Guts aus Craiova spezialisiert. Schließlich legte er am 8. Juli 1930 in Stuttgart die Meisterprüfung im Karosserienbau ab. Das brachte ihm trotz der Weltwirtschaftskrise eine einjährige Stelle in den Daimler-Werken“, so Trost. Nach dem Aufenthalt in Deutschland bekam Carl Trost weitere Aufträge in Lugosch, um Karosserien zu bauen. Diesen konnte er gut nachkommen, denn er verfügte über die einzige Holzbearbeitungsmaschine aus der Stadt, auf der bis zu drei Handwerker arbeiten konnten. Die Maschine brachte Rudolfs Großvater, Daniel Trost, aus Deutschland 1902 nach Rumänien. Sie funktioniert auch heute mit vier Pferdestärken und dient zum Schneiden, Hobeln und Drechseln des Holzes. Zusätzlich ist an der Drechselbank eine Bohrmaschine eingebaut.

Vor und nach der Kollektivierung mussten viele Lehrlinge bei Carl Trost die Prüfung zum Stellmacher ablegen. „Ende der 50er mussten wir in die Kollektivwirtschaft eintreten und die Maschine übergeben. Weil wir damals durch die geringen Gehälter nur das Notwendigste verdienten, hatten wir unsere Tagesnorm von 100 Punkten verdoppeln, ja sogar verdreifachen müssen“, erzählt Rudolf Trost. Er musste Stiele für Werkzeuge und verschiedene Pferdewagenteile aus Holz herstellen, bis die Kollektivwirtschaft 1990 aufgelöst wurde und er die Holzbearbeitungsmaschine zurückkaufen konnte.

Ohne den ungarischen Schmied und Freund
Der Rentner sagt, sein Handwerk sei eine physisch schwere Arbeit. Erstens deshalb, weil alles handgemacht wird und zweitens, weil man zusammen mit einem Schmied arbeiten muss, der das Holz beschlägt. Viele Jahre hatte er mit einem ungarischen Schmiedemeister aus der Fatscheter Straße zusammengearbeitet. Dieser hatte jedoch Geld von der Bank geborgt, und weil er es nicht zurückzahlen konnte, sein Haus und die Werkstatt verloren.

Als Rentner hat Rudolf Trost heute kaum Aufträge mehr. Hie und da stellt er einen Werkzeugstiel her. Die Verkaufspreise beginnen bei 5 Lei für einen Hammer- und können bis auf 15 Lei für einen Sensenstiel steigen. Obwohl der DFDR-Vorsitzende die Termine einhält und all den Ratschlägen seines Vaters folgt, ist es oft vorgekommen, dass ihn Menschen nur beauftragten, eine Arbeit zu leisten, diese aber nicht abholen gekommen sind, geschweige denn zu bezahlen.
Die Pferdedroschke „Victoria Mylord“

„Über ein Jahr lang habe ich an diesem Fiaker gearbeitet“, sagt Trost. Die Pferdedroschke gehört einem Bekannten, der Rechtsanwalt ist und hobbymäßig den Wagen nutzt. Es ist ein „Victoria Mylord“-Modell, das um 1920 gebaut wurde. Birken-, Eschen- oder Akazienhölzer hat der Lugoscher verwendet, um die Droschke funktionsfähig zu machen. Dabei musste Trost den ganzen Vorderteil des Wagens neu bauen, weil das Holz morsch gewesen ist. Die Victoria Mylord hat sogar ein neues aufklappbares Verdeck bekommen, das mit Leder bezogen und ausgepolstert werden muss. Zusätzlich muss die Droschke noch lackiert werden. Für seine Arbeit muss Rudolf Trost 8.000 Lei bekommen – nicht viel im Vergleich zu einem nagelneuen „Fiaker“, der etwa 6.000 Euro kostet.

„Rumänische Erfinder haben es nicht leicht“



Der Elektroniker Adrian Morosanu hat bereits 480 Erfindungen / von Andreea Oance

Eine kleine Wohnung in Temeswar dient dem 47-jährigen Adrian Morosanu als Haus und Werkstatt, denn er ist Elektroniker und gleichzeitig Erfinder. So bezeichnet er sich selbst, während er melancholisch seufzt. „Das Leben als Erfinder ist nicht leicht. In Rumänien bleiben diese meistens unbekannt. Nur die Leidenschaft bewegt einen Erfinder, weiter zu forschen. Finanziell lohnt es sich ganz und gar nicht“, sagt der Temeswarer Erfinder mit Tränen in den Augen.

Adrian Morosanu – 200 seiner Erfindungen wurden patentiert.
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480 Erfindungen zählt Morosanu insgesamt. 200 davon wurden bereits patentiert, die meisten in Australien. 1999 lud ihm ein alter Freund, ebenfalls Elektroniker, aufs Kontinentland ein. Mehr als ein halbes Jahr arbeitete er dort, um sich Geld zu verschaffen, profitierte aber von der Gastfreundschaft der Australier und ließ einige seiner Erfindungen registrieren. In Australien wird das Patent einer Erfindung acht Jahre lang geschützt, in Rumänien bloß zwei. „Dein Produkt bleibt nach zwei Jahren ungeschützt“, sagt Adrian Morosanu.
In seinem kleinen, überfüllten Wohnzimmer steht in der Mitte ein Tisch voller elektronischen Teilchen, rundherum sind Berge voller Kisten und Kästchen. „Hier befindet sich mein Schatz“, sagt er. Und sein Schatz besteht aus Erfindungen.
Der klassische Brutkasten diente ihm als Inspiration dafür, einen verbesserten Holzbrutkasten zu bauen.
Fotos: Zoltán Pázmány

Er erinnert sich zurück, als er seine erste Erfindung mit 21 Jahren fertigstellte: ein Edelsteindetektor. Dieses bereitete ihm damals auch zahlreiche Unannehmlichkeiten: Die rumänische Securitate hat ihn zu Hause abgehört und ihn bei einem Verhör verprügelt.


Heutzutage beschreibt er sich zusammen mit seinem 15-jährigen Sohn als ein großer Radler. So kam er auch auf die Idee, eine Alarmanlage für das Fahrrad zu basteln. Etwa 65 Lei kostet die Schutzvorrichtung, die in Australien brevetiert wurde. Diese kann beispielsweise unter dem Sattel montiert werden. Wenn die Alarmanlage in Funktion ist und jemand das Fahrrad von dieser Stelle bewegen will, beginnt die Vorrichtung starken Lärm zu machen. Die Diebe werden davon abgeschreckt.


Nicht nur Elektronik ist seine Leidenschaft, sondern auch die Landwirtschaft. So entstanden auch sehr viele Erfindungen, die auf Landwirtschaft beruhen. Zum Sprenglersystem hat Adrian Morosanu einen Sturmdetektor erfunden. Der „gescheite“ Detektor spart Wasser und Energie, denn er spürt, wenn der Sturm oder Regen kommt und stellt die Anlage ab. „Ich wollte den Bauern eine hilfreiche Hand reichen“, sagt Moro{anu. Die meist verkaufte Vorrichtung ist jedoch eine „Vogelscheuche“. Der „Panik-Generator“, wie er sie nennt, dient zum Verschrecken der Vögel, aber auch der kleinen Tierchen. „Das war meine komplizierteste Erfindung: Es gibt zahlreiche Vogelarten, viele davon reagieren gar nicht mehr auf Geräusche. Ich musste aber auch das Ohr des Menschen schützen, so dass ich eine besondere Geräuschfrequenz auswählen musste“, erinnert sich der Elektroniker. Die Vorrichtung kostet etwa 85 Lei.


1993 hat er die Firma „Mustang-Electronic“ gegründet. Zurzeit hat er die Tätigkeit der Firma ausgesetzt und arbeitet allein zu Hause. Unter seiner Internetadresse http://mustang-electronic.piczo.com können seine Erfindungen bestellt werden. Einige seiner „Vogelscheuchen“ hat er auch für den Temeswarer Flughafen verkauft. Bestellungen bekommt er aus dem ganzen Land.


Eine andere wichtige Erfindung für einen Bauernhof ist ein weiter entwickelter Eierbrutkasten. Dieser wird aus Holz gebaut, denn so wird die Wärme konstant erhalten. Im Brutkasten können bis zu 300 Eier eingesetzt werden.


Adrian Moro{anu ist aber bei der Erklärung seiner Erfindungen ziemlich zurückhaltend, denn er weiß, wie wichtig eine einfache Idee ist. „Ich will der Konkurrenz keine Gratis-Ideen liefern. Die Idee ist das Wichtigste. Ich weiß aus eigener Erfahrung, einem Elektroniker fällt es sehr leicht, bloß den Namen eines Produktes zu hören und schon kann er sich vorstellen, wie es hergestellt wurde“, schließt Morosanu.

Eine kleine, lebendige Literaturszene


„Signale“, NZ-Beilage für Literatur und Kunst der Ungarndeutschen

Was eine kurze Begegnung mit den ungarndeutschen Autoren Johann Schuth und Angela Korb im Rahmen einer Stafette-Lesung im Temeswarer AMG-Haus nur andeuten konnte, das lässt die letzte Ausgabe der „Signale“, der Beilage für Literatur und Kunst des Budapester ungarndeutschen Wochenblatts „Neue Zeitung“, detailliert aufscheinen.

Auf 16 Seiten wird die gesamte Tätigkeit des Verbandes der Ungarndeutschen Autoren und Künstler VUdAK im Jahr 2008 zusammengefasst. Die Publikation – Für die Redaktion zeichnen Johann Schuth und Angela Korb – vermittelt das Bild einer der heutigen rumäniendeutschen Literatur ähnlichen kleinen aber sehr aktiven Literaturszene.

Ein geschichtlicher Rückblick deckt uralte Wurzeln des Deutschtums auf: Die ersten Deutschen kamen schon um 1000 ein, die größte Einwanderungswelle erfolgte nach der Türkenherrschaft, als 1700-1750 deutsche Siedler die fast menschenleeren Gebiete Pannoniens, der Batschka und des Banats besiedelten.

Deutschsprachige Literatur hatte in Ungarn schon vor 1919 vor allem in den Städten Tradition. Als Geschichtsstunde der ungarndeutschen Literatur kann die Anthologie „Tiefe Wurzeln“ (1974) angesehen werden. Aus der Sektion der Deutschschreibenden (1955) wurde 1992 der VUdAK (Vorsitzender Johann Schuth), der heute 45 Mitglieder zählt . Außer dieser Beilage haben die ungarndeutschen Schriftsteller mit dem Wochenblatt „Neue Zeitung“, dem Deutschen Kalender und dem Jahrbuch der Ungarndeutschen weitere regelmäßige Publikationsmöglichkeiten. Seit 1992 wurden in der Reihe Literatur 13 Bände , in der Reihe Kunst sechs Bände veröffentlicht. Einen Überblick über das neueste Schaffen ungarndeutscher Literaten vermittelt vor allem die jüngste Anthologie „Erkenntnisse 2000“ (2005). Über rege Austausche und gute Beziehungen zu anderen kleinen Literaturen, die der deutschen Minderheiten aus Europa, gibt die vor Kurzem erschienene Anthologie „Seitensprünge“, Folio- Verlag Bozen-Wien 2009, Auskünfte.

Darin sind jeweils zehn Autoren aus Ungarn, Südtirol und aus der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens mit ihren Texten vertreten.(bw)

Meisterwerke serbischer Malerei


Ausstellung des Nationalmuseum in Beograd/ Von Iulia Sur

Unter dem Titel „Ein Jahrhundert serbische Malerei. 1850-1950. Meisterwerke aus der Sammlung des Nationalmuseums in Belgrad“ („Un secol de pictura sarba. 1850-1950. Capodopere din colecţia Muzeului Naţional din Belgrad“) tritt die Kultureinrichtung aus dem Nachbarland derzeit im Nationalen Kunstmuseum in Bukarest auf. Insgesamt 150 Gemälde, Zeichnungen und Kupferstiche werden bis zum 14. Juni d.J. dem rumänischen Publikum präsentiert. Dieses Kulturevent konnte Dank einer Zusammenarbeit zwischen dem zurzeit Sanierungsarbeiten unterzogenen Serbischen Nationalmuseum und dem Nationalen Kunstmuseum in Bukarest zustande kommen. Die Ausstellung genoss die Schirmschaft der Präsidenten der beiden Länder, Boris Tadić und Traian Basescu.

Stevan Aleksić: „Der Künstler und die Muse“ (1900). Aus der Sammlung des Nationalmuseums in Belgrad. Fotoreproduktion nach dem Katalog der Ausstellung.

Es handelt sich eigentlich um eine Premiere, da bisher eine so umfassende Auswahl serbischer Kunstwerke zum ersten Mal auf der internationalen Szene gezeigt wird. Dazu die Leiterin des Nationalmuseums in Belgrad, Dr. Tatjana Cvjetičanin: „Ausgestellt sind Malerei und Graphik, die von einigen Kunstschaffenden stammen, die sich in der wichtigsten Zeitspanne der Entwicklung der serbischen Kunst vom Biedermeier zum Romantismus bis hin zur abstrakten Kunst geformt haben.“


Unter den Exponaten befinden sich auch Arbeiten der ersten in Serbien anerkannten Malerin Katarina Ivanović (1811-1882). Eines ihrer Meisterwerke, das ihr künstlerisches Können und ihre Begabung voll zur Geltung bringen, ist wohl ihr Selbstbildnis (1836), das auch für das Plakat sowie für den Umschlag des Ausstellungskatalogs ausgewählt wurde.


Einige der ersten serbischen Maler lebten und schufen im heute rumänischen Banat, beispielsweise der Porträtist und Heiligenbildermaler Nikola Aleksić (1808-1873), dessen Enkel Stevan Aleksić (1876-1923) oder Konstantin Dani(e)l (1802?-1873). (Die Banater Zeitung stellte sie in der Serie „Unser Gemälde der Woche. Aus der Sammlung des Temeswarer Kunstmuseums“, vor.) Dani(e)l, den beide Länder zu ihren Künstlern zählen, malte außer Ikonostasen in den Kirchen in Pančevo, Uzdin, Dobrica und Jarkovac auch die Ikonostase in der serbisch-orthodoxen Kathedrale in Temeswar.Werke dieser drei Maler sind auch im Sammelgut des Kunstmuseums in Temeswar, namentlich der Sammlung Banater Malerei, enthalten.


Eine große Anzahl von (Selbst)Bildnissen kamen auch in der Künstlerfamilie Aleksić zustande. In den Bukarester Nationalen Kunstgalerien kann nun ein „Familienporträt“ (ca. 1860) von Nikola Aleksić und das Ölgemälde „Der Künstler und die Muse“ (1900) von Stevan Aleksić gesehen werden. Letzteres zeigt den Künstler mit geschlossenen Augen an seinem Schreibtisch sitzend. Hinter ihm die Muse. Sein Kopf lehnt er voller Vertrauen an die Brust und Schulter der Muse, die ihm sanft das Geheimnis der Kunst, dem Inbegriff seines Lebens, mit schützend erhobener rechter Hand ins Ohr flüstert, während ihre Linke auf der Schulter des Künstlers liegt. Mit vollkommner Hingabe hört ihr der Maler, der sein Leben der Kunst widmete, zu und ist dabei, das Geheimnis niederzuschreiben. Die warme Farbenplatte stärkt diesen Eindruck des absoluten Vertrauens und der Betrachter möchte nun selbst das Aufgeschriebene erfahren. Es soll jedoch seinen Augen für immer verborgen bleiben.


Zum Werk von Stevan Aleksić äußert sich Elena Miklósik, Kuratorin der Sammlung Banater Malerei des Temeswarer Kunstmuseums: „Der Realismus seiner Gemälde wird mit einem vom Künstler absichtlich gewählten Impressionismus assoziiert, so dass sich der Betrachter in derselben Atmosphäre wiederfindet, wie der Autor selbst im Schaffensmoment“.

Italienische Eel


Irgendwie kann mer jo saan, tass tes Timisoreana-Bier des „Ital Oil“ („Italienische Eel“) for tie Männer is. Awer losst sich te Hai-Waan uf tem Pild aach mit eem italienische Luxus-Auto „Ferrari“ vergleichn?

Tes Pild stammt aus tem Apparat vum Pázmány Zoli

Investore

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Mer lewe jetzet in a Kriesezeit. Des macht die Leit erfinderisch, wie se zu Geld komme solle. Von dem wer ich halt a Gschicht verzähle. In a Dorf sin mol zwaa Leit komm. Der aani war a Investor, der anri war sei Mitarweiter. Die han im Dorf kundgetun, dass se Krotte kaafe wolle, un fir a jedi Krott krien die Leit 10 Euro. Aso, die Mensche sin sammle gang un han aa vieli Krotte von dere Kaul gebrung.
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Am anri Tach hat der Investor gsaat, das er heit fir a jede Krott 20 Euro gewe tut. Das war a Freid un die Leit han hunerte oder sogar tausende Fresch gebrung un han scheenes Geld gekriet. Am dritte Tach hat der Investor gsaat, er muss fir drei Täch fort gehe, awer wenn er zurick komme tut, dann zahlt er fir a jede Frosch 60 Euro. Sei Mitarweiter is awer dort gebliewe fir uf dem Boss zu warte. Do hat awer er dene Leit gsaat er verkaaft ihne die Fresch mit fufzich Euro, weil kani Krotte mer ware, un wenn der Investor zurick komme tut, dann kenne die Leit ehm die Fresch mit 60 oder sogar mi 70 Euro verkaafe.

Die Leit ware froh un han die Krotte alli mit dem doppelte Preis zurickgekaaft. Am anri Tach hätt solle der Investor komme un ihne die Krotte abkaafe, awer des war nit so. Der is nimi zurick komm, un sei Mitarweiter is aa verschwun. So sin die Leit mit zehntausende von Euros Schade gebliewe, awer sie han ihre Krotte bhalle kenne.

Sieht ihr, in der Krisezeit wert mer erfinderisch, awer manche kenne drufzahle. Aso owacht gen!
Des tut eich rote
Eier Kummersch Resl aus Bschenowa

Donnerstag, 14. Mai 2009

Deutsche retten Automobilzulieferer


Markenname und derzeitiges Personal bleiben


Das Lohnniveau in Rumänien, aber auch die qualitativ hochwertigen Produkte, die die Mitarbeiter in Detta/Deta herstellen, sind Grund dafür, dass der Eybl-Standort im westrumänischen Detta nicht geschlossen wird.

Eybl-Detta: Näherinnen stellen Sitzbezüge für VW und Audi her

Foto: Zoltán Pázmány


Gerettet hat ihn jedoch der deutsche Automobilzulieferer Prevent, der zu seinen fast 40 Standorten weltweit noch weitere drei des insolventen österreichischen Eybl-Konzerns dazukauft. Prevent übernimmt also einen Konkurrenten, in einer Zeit, als dieser praktisch vor dem Aus gestanden hat. Als einleuchtendes Beispiel: Innerhalb von etwa einem Dreiviertel Jahr wurden bei Eybl in Detta fast 1500 Arbeitsplätze abgebaut, heute sind in der Abteilung für Sitzbezüge noch 300 beschäftigt.


Auch wenn die Auftragslage noch nicht optimal ist, werden keine weiteren Stellen gestrichen, 2010 ist nicht ausgeschlossen, dass sogar erneut Personal eingestellt wird: 200-300 neue Jobs stehen in Aussicht, sagt der Dettaer Werksleiter Ernst Holzheimer. Zu den derzeitigen Aufträgen bei Eybl Detta (Sitzbezüge für VW und Audi) könnten bald weitere von der Deutschen Bahn und von Air Berlin hinzukommen – die Verhandlungen in dieser Richtung laufen schon. Einheimische Politiker bemühen sich unterdessen um Aufträge von der Rumänischen Eisenbahngesellschaft CFR. Die stillgelegte Abteilung für Lederlenkräder bleibt wohl für immer geschlossen.


„Der Name Eybl bleibt wegen seinem guten Ruf als Markenname erhalten“ sagt der Prevent-Projektleiter Karl-Heinz Bierenbreier. Den Grund dafür, dass Eybl in die Insolvenz musste und Prevent überlebt hat, führt Bierenbreier auf Managementfehler bei Eybl, aber auch auf den stabilen Prevent-Kunden VW zurück.(st)

Mittwoch, 13. Mai 2009

Neue Modetrends für 2009


Kleider aus Baumwolle sind angesagt


as. Temeswar – Der Sommer rückt immer näher, die Winterkleider werden seit Wochen der Reihe nach mit gemütlichen, leichten Sommerklamotten ersetzt. Zwar sind die Temperaturen in den letzten Tagen etwas gesunken, bei vielen TemeswarerInnen ist trotzdem die Suche nach einem modernen Badeanzug und leichter Sommerkleidung angesagt.

Messeangebot: Vielfalt an T-Shirts.

Foto: Zoltán Pázmány


Dazu kam ihnen in der vergangenen Woche die Modemesse „Vest Fashion“ zur Hilfe. Mit einer großen Vielfalt an Badeanzügen und Sommerkleidern präsentierten sich rund 40 Firmen aus dem In- und Ausland bei der vierten Internationalen Modemesse „Vest Fashion 2009“. Diese fand in der Zeitspanne 6. – 10. Mai in Temeswar statt.


Wie die Modetrends 2009, so sind auch die vielen unterschiedlichen Damen-Sommerkleider in diesem Jahr: vielfältig, bunt, romantisch. Die Preise für ein Kleid schwanken zwischen 35 und 80 Lei, je nach dem Material und Schnitt. Für ein T-Shirt und ein Paar kurze Hosen mussten die Besucher 15 bis 45 Lei begleichen. Dabei ist für dieses Jahr hauptsächlich Baumwolle, das meist gesuchte Material. „Wir haben in diesem Jahr die Preise nicht erhöht. Weil sie recht billig waren, gehörten T-Shirts zu den Verkaufaschlagern. Zu unseren Kunden zählten aber hauptsächlich Damen, so an die 40-50 Jahre alt. Jugendliche waren nicht so viele da“, sagte eine Verkäuferin aus Klausenburg.


Und weil man zu einem richtigen Outfit, auch die richtigen Schuhe wählen muss, so drängten sich viele BesucherInnen an den Verkaufsstands mit Sandalen. Schuhhersteller aus Ungarn und Klausenburg/ Cluj Napoca hatten mit günstigen Sonderangeboten zahlreiche Kunden zur Messe gelockt. „100 Lei für zwei Paar Lederschuhe“, stand groß geschrieben auf einem Plakat. Dabei waren hauptsächlich leichte Schuhe wie Sandalen und Ballerinas am meisten gesucht. Zu einigen Looks passen die gerade trendigen Römersandalen, andere Sommerkleider fordern etwas mehr Chic, wieder andere - eher luftige Kleider - können auch mit Flip Flops getragen werden.

Herzlichkeit


In Rumänien gibt es bekanntlich alles, was es auch sonst gibt. Regierung und Opposition, Frauen in der Politik, dummdreiste Neureiche, alte und neue Extremisten, Antisemitismus, Promiklatsch und Endlosdebatten, Finanzierungslücken, Handlungsbedarf, Kabelfernsehen, Verwaltungskorruption, Telenovela, die Schatten der Vergangenheit, einmalige Berglandschaften und Hermannstadt.


Rumänien hat auch eine nationale Agentur für den staatlich geförderten Wohnungsbau. Sie finanziert und managt seit nunmehr zehn Jahren den Bau von günstigen Wohnungen für junge Familien. Nein, es ist nicht, was Sie jetzt denken, die Wohnungen wurden tatsächlich gebaut. Nur, es sind nicht besonders viele, und die darin wohnen, sind in den meisten Fällen nicht die, für die sie vermeintlich gebaut worden sind.


In vielen dieser Wohnungen leben nämlich die Politiker und Verwaltungsbeamten, die am Bau beteiligt waren, oder Angehörige aus deren weitläufiger Verwandtschaft. Der Erwerb einer solchen Wohnung kommt einem Privileg gleich, weil sie nach der Kostenrechnung gehandelt werden, nicht nach dem Marktwert.


Rumänien ist ein Land, wie jedes andere auch, und doch ein bisschen anders. Dass die Infrastruktur (Energieversorgung, Verkehr und Telekommunikation) hoffnungslos veraltert ist, wird kaum jemanden überraschen, der sich in Osteuropa schon einmal umgeschaut hat. Er weiß, dass es sich dabei um ein gesamt-osteuropäisches Problem handelt. Warum aber meint ein Reiseveranstalter in seinen Prospekt den folgenden Satz schreiben zu müssen? „Wenn es manchmal ein wenig am gewohnten ‚westlichen Komfort’ fehlen sollte, so wird uns die herzliche Gastfreundschaft der Menschen umso mehr begeistern!“


Man kann sich mit Vielem herausreden, mit dem Kommunismus, mit der Geschichte, mit der Mentalität. Und das wird auch gerne getan. Wahre Kohorten von Publizisten und Schriftstellern erklären uns den Stand der Dinge. Mit anderen Worten, sie sagen uns, warum es so ist, wie es ist, und gar nicht anders sein kann. Gleichzeitig sind Millionen Rumänen als geschätzte Arbeitskraft im Westen Europas unterwegs. Sie überweisen beachtliche Summen.


Wenn aber, wie dieser Tage geschehen, eine Unternehmensberatung feststellt, dass bei allen aktuellen Brüsseler Investitionen zum Ausbau der Straßen, das Verkehrsnetz in ziemlich genau 130 Jahren das heutige Niveau Westeuropas erreichen wird, dann ist das eine Wahrheit, der alles andere zugeordnet erscheint: die Politik, die Wirtschaft, die Kunst und das Leben. Das EU- Schlusslicht Rumänien holt auf, und zwar langsam, aber mit Herzlichkeit.

Richard Wagner

Ein Banater „Finne"

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Ein Temeswarer Agronom: Von Cociohatul Vechi zum Polarkreis

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Dipl. Ing. agr. Hans Neumann, 1952 in Temeswar als Sohn eines gebürtigen Warjaschers geboren, besuchte ebenda die Volksschule und das deutsche Lyzeums Nr. 10. Nach dem Besuch der Landwirtschaftshochschule begann Neumann als angehender Agronom 1975 in der Billeder LPG, wo er die Gemüsefarm und das Gewächshaus mit einer Brigade von 30 Mitarbeitern leitete. Hier heiratete er auch die Lehrerin Margarethe Weber, eine Billederin.


1977 erhielt Neumann eine Anstellung beim SLB Dude{tii Vechi. 1978 wurde ihm die Verantwortung der Farm 4 „Cociohatul Vechi" übertragen. 3000 Hektar Ackerland, ein 15 Kilometer langer Grenzstreifen zu Jugoslawien, vorwiegend schwerer Lehmboden, mit nur 12 aus vier Dörfern stammenden Traktoristen zu bewirtschaften, waren nicht gerade ermutigende Voraussetzungen für einen Anfänger. Der Maschinenpark war veraltet, teilweise Schrott, auf der Farm gab es keinen Strom. Die Dorfbewohner aus Dude{tii Vechi, größtenteils Bulgaren, bezeichneten die Farm als „Straflager".

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Allein die Fahrt mit Traktor und Anhänger vom Dorf bis zur Farm dauerte gut eine Stunde. Mit Fachwissen und Kompetenz, Fleiß und Willen aber vor allem mit Hilfe der Traktoristen, die einen frischen Wind verspürten, ist es dem jungen Ingenieur gelungen, die heruntergekommene Farm in eine Musterfarm zu wandeln. Erstaunt über dieses „Wunder" kommandierte der SLB-Direktor alle Farmleiter, neun an der Zahl, mit Traktor und Anhänger nach Cociohatul Vechi, um das hier entstandene Wunder als nachahmenswertes Beispiel zu veranschaulichen.


1980 ergab sich für Neumann die Möglichkeit, sich hauptberuflich seiner „alten Liebe“, dem Schreiben, zu widmen. Als Redakteur für Landwirtschaft bei der „Neuen Banater Zeitung“ in Temeschburg begann für die Familie ein neuer Lebensabschnitt. Die journalistische Tätigkeit erfüllte ihn ganz und brachte berufliche Erfolgserlebnisse. Neben dem rein Fachlichen stand der schwäbische Bauer im Mittelpunkt, den er in der Reihe „Dorf und Mensch“ porträtierte. Parallel zu seiner beruflichen Laufbahn nahm er an der Abendhochschule das Studium Fachrichtung Politologie und Journalistik auf.


1982 erhielt Kollege Neumann seitens der LZ Rheinland in Bonn, vom damaligen Chefredakteur Dr. Pacyna, eine Einladung zu einer Studienreise in die Bundesrepublik Deutschland. Kein leichtes Unterfangen, das durch die Unterstützung des damaligen Chefredakteurs der NBZ, Nikolaus Berwanger, möglich wurde.


So brach Kollege Neumann mit seinem Dacia am 29. März 1982 Richtung Deutschland auf. Nach Ablauf des Studienaufenthalts in Bonn entschloss er sich, in Deutschland zu bleiben. Steißlingen am Bodensee wurde seine Wahlheimat. Im Dezember 1982 erhielt er einen „Job" beim Dr. Neinhaus Verlag, Herausgeber der Landpost und des Landpost-Magazins, in Konstanz. Sein Einsatz und Fachwissen aber vor allem sein Engagement wurden vom Herausgeber ein halbes Jahr später mit der Ernennung zum Chefredakteur honoriert. Im Oktober 1983 ist die Ausreise von Ehefrau Margarethe mit den beiden Kindern, nach vielen erlittenen Repressalien, gelungen.


1984 übergab man Neumann am Rande einer Pressekonferenz in Frankfurt am Main die Leitung der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit und Absatzförderung beim Mähdrescherhersteller Sperry New Holland in Bielefeld. Dies bedeutete für die Familie ein Umzug vom Bodensee an den Teutoburger Wald, nach Bielefeld, wo das Unternehmen seinen Hauptsitz hat. Bielefeld wurde damit zur zweiten Heimat der Familie Neumann, der Mähdrescher für Neumann zum ständigen Begleiter in seiner weiteren beruflichen Laufbahn.


Die Wende in Osteuropa bringt 1990 für unseren Kollegen neue Aufgaben. Seine guten Sprachkenntnisse (Rumänisch, Russisch, Ungarisch) waren plötzlich gefragt. Er wurde nach Osteuropa delegiert, um hier für Ford New Holland ein Vertriebs- und Servicenetz für Mähdrescher aufzubauen. Präsentationen, Vorführungen, Messen in Polen, Tschechien, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, der Ukraine, Kasachstan waren eine große Herausforderung, brachten aber gleichzeitig auch viel Genugtuung.


1993 veräußerte Ford Motor Company die Tochterfirma Ford New Holland an den Fiat- Konzern. Ein neues Unternehmen mit Stammsitz in Heilbronn entstand. Ein trauriger Abschied von den Kollegen, die man in 10 Berufsjahren liebgewonnen hat.


Nach einer kurzen Zwischenstation beim Handelshaus Beinecke in Osnabrück fand Kollege Neumann in Finnland, 450 Kilometer vom Polarkreis entfernt, in Pori, beim Mähdrescherhersteller Sampo Rosenlew seine „dritte" Heimat. Seit 1996 ist Kollege Neumann bei Sampo Rosenlew, dem „nördlichsten Mähdrescherhersteller der Welt" als Marketing- und Vertriebsdirektor für Zentral- und Osteuropa verantwortlich.


In Rumänien hat er 1997 in Temeswar eine Tochtergesellschaft, Sampo Rosenlew Romania, gegründet. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten, in den ersten drei Jahren ist die Zahl der Sampo- Mähdrescher in Rumänien auf 50 Einheiten gestiegen. Wöchentliche sogenannte „Finanzkontrollen" mit horrenden Strafen führten letztendlich dazu, dass man 2003 den Laden dichtmachen musste.


Seit nunmehr zehn Jahren ist Kollege Neumann zwischen Bielefeld, Pori, Prag, Bratislava, Budapest und Kiew für Sampo unterwegs und hofft, dass die Gesundheit es ihm erlaubt, die nächsten zehn Jahre bis zu seiner Rente diesen Job erfolgreich ausüben zu können.


Bei diesem Arbeitspensum bleibt nicht viel Zeit für Privates oder Hobbys. Zu Hause in Bielefeld freut er sich über seinen schönen Blumengarten und den Fischteich. Spielt am Wochenende Arminia auf der „Alm", so hält ihn nichts davon ab, seine „Schwarzblauen" lautstark zu unterstützen. Ist er in Finnland, so ist es der F.C. Jazz Pori, dem seine Leidenschaft gilt.


Zusammen mit Ehefrau Margarethe reist er einmal im Jahr in die ferne, weite Welt. Davon hat er als junger Agraringenieur auf der Farm 4 Cociohatul Vechi in Dudesti Vechi immer schon geträumt.

Hermann Schulze Niehues

Eine Banater Schwäbin auf Weltreise (32)

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Jamaica: Wo Brot auf den Bäumen wächst und Müssigang zelebriert wird / von Nareda Cerdy


Jeder kennt Jamaica, die Perle der Karibik und träumt davon, mal dort Urlaub zu machen. Lasst Euch sagen, Leute, alles, was man sich davon erwartet und noch viel mehr ist dort! Die Karibik ist das wärmste Meer der Welt und ich bin in allen (ausgenommen um die Erdpole) geschwommen, bevor ich das behaupte. Das Meereswasser ist so warm wie bei uns in der Badewanne und man kann stundenlang drin bleiben und schwimmen.

Marktplatz mit bunten jamaikanischen Gemälden


Selbst bei tropischem Gewitter ist es noch angenehm warm. Nur in der Karibik ist das Wasser im Ozean wärmer und das Schwimmen darin angenehmer als im Hotelpool. Negril und Montego Bay sind die beiden touristischen Zentren der Insel, wo die meisten Hotels sich den Strand entlang reihen. Aber es gibt auch im Inneren der Insel Ökotourismus, der zwar für Einsiedler attraktiv sein mag, aber dann verpasst man das Schönste: das Meer. Wie in allen tropischen Meeren tummeln sich hier jede Menge Lebewesen unter Wasser, eine Taucherbrille mit Schnorchel genügt, um sie in freier Wildbahn zu beobachten. Man fühlt sich, als ob man mitten in einem riesigen, bunten Aquarium schwimmt.

Aber manchmal flüchtet man auch auf die Luftmatratze, um aus dem Wasser zu sein, wenn man die im Sand eingebuddelten Rochen oder die bei Berührung arg schmerzhaften tropischen Quallen sieht, mit denen man das gleiche Meer teilt. Eine Glasbootfahrt (Boote mit einem Kiel aus Glas, durch die man das Meer unter dem Boot beobachten kann) als Alternative ist natürlich auch eine angenehme Art, das karibische Aquarium zu bestaunen, wenn man dabei nicht nass werden möchte. Ich habe selten ein Land erlebt, wo die Menschen so freundlich sind wie in Jamaica. Gelassenheit und Müßiggang ist hier die nationale Lieblingsbeschäftigung. Die Holzhütten scheinen ärmlich. Auf den ersten Blick. Aber man braucht hier auch nicht mehr.

Palmenstrand und warmes, türkisfarbenes Wasser in Jamaica


Es ist immer warm, sogar Nachts. Und wenn es regnet oder wenn der Wind weht: mehr als ein paar Palmenzweige braucht man nicht wirklich als Unterkunft. Sehr viele Menschen sitzen einfach nur im Schatten rum, liegen am Strand oder gehen irgendeiner anscheinend unproduktiven Hobbybeschäftigung nach. Man mag denken, dass sie deshalb so arm sind, weil sie faul sind. Weit gefehlt: Sie sind weder arm, noch faul, aber da die Natur den Menschen hier alles bietet und man sich kaum was erarbeiten muss, kann man hier das Leben genießen. Das tun diese Leute auch. Brotbäume wachsen hier überall.

Diese Bäume heißen so, weil ihre etwa melonengroße Frucht, die man überall pflücken kann, gebraten wie Brot schmeckt. Mangos, so groß wie Zuckermelonen und so süß, dass man sie gar nicht erkennt, nachdem man die harten, grünen, sauren Mangos, die es bei uns gibt, gewohnt ist, Bananen am Straßenrand, Fische, die man fast mit der Hand fangen kann, wenn man all das um sich herum hat, wer denkt dann noch an arbeiten? Cannabis ist aus religiösen Gründen zulässig in Jamaica, weil die hier verbreitete, an das Christentum angelehnte Rastafari Religion (die mit den Dreadlocks, die dicken, filzigen Zöpfe) Canabis als Meditation/Gebetshilfe empfiehlt.

Alles ist bunt in Jamaica, auch die Boote

Fotos: Max

Deshalb gibt es überall Wasserpfeifen und die in Europa verbotene Pflanze gibt es überall zu kaufen, wie bei uns den normalen Tabak. Eigentlich ist das die Geheimzutat in der Jamaikanischen Küche, der eigentliche Grund, wieso alle so lässig und gut drauf sind, weil es Cannabis sogar im Hotel morgens im Orangensaft gibt.

Die tropische Artenvielfalt spiegelt sich in einer sehr vielfältigen Küche wieder, in den Aromen und in so intensivem Geschmack, ohne auf Gewürze zurückgreifen zu müssen, dass man leicht danach süchtig wird. Vor allem Yams/ Süßkartoffel, egal ob gekocht oder gebraten, sind für uns Europäer exotisch und unheimlich lecker, viel, viel besser als unsere normalen Kartoffeln. So bunt wie die Natur der Karibik ist auch die jamaikanische Kunst. Es lohnt sich, von hier Gemälde als Souvenir zu erwerben und die Damen werden bestimmt nicht an den wunderschönen, bunten, locker leichten Sommerkleidern im Pareo-Stil vorbeigehen können. Alles wird gewickelt und gebunden, es gibt keine Kleidergrößen und alles passt perfekt, weil man sich die Pareos eben so umbindet, wie man es braucht.

Sowohl einheimisches Obst und Gemüse, als auch Kunst und Kleidung gibt es auf den lokalen Marktplätzen zu kaufen. Die Preise sind natürlich verhandelbar, also ruhig feilschen auf dem Markt. Jamaica ist kein Urlaubsziel für Kulturinteressierte, sondern zum Entspannen und Geniessen, Wassersport treiben, das Leben für eine Weile nicht so ernst zu nehmen, morgens lange ausschlafen, abends Hand in Hand den spektakulären Sonnenuntergang an Strand und Palmen bestaunen und um sich vorzunehmen, hier herzuziehen, wenn man in Rente geht.