Mittwoch, 16. September 2009

Gottesdienst zum Schulanfang




Möbel aus Deutschland für die Lenauschule

Lachend, staunend, weinend, fragend: So sahen am Montagmorgen die Gesichter der etwa hundert Erstklässler aus, die sich im Hohen Dom zu Temeswar/Timisoara versammelt hatten. Es war ihr erster Schultag, ein Augenblick, auf den – wie von den Blicken abzulesen – eher die Eltern ungeduldig gewartet hatten. Der erste Schultag begann für das deutsche Nikolaus-Lenau-Lyzeum mit einem ökumenischen Gottesdienst im römisch-katholischen Dom. Danach begaben sich die Schüler samt Lehrerinnen in ihre Klassen.

102 Schüler, auf vier Klassen aufgeteilt, besuchen die erste Klasse der kleinen Lenau-Schule. Vier Jahre lang werden die SchülerInnen im Gebäude am Domplatz Unterricht haben. Die Schulleitung kam mit der römisch-katholischen Kirche, an die das Gebäude rückerstattet wurde, zu einem gemeinsamen Nenner: Bis 2013 dürfen die Lenau-Schüler das Gebäude nutzen – der Mietvertrag wurde für vier Jahre verlängert. Bis dann soll an der Popa-[apc²-Straße ein neues Schulgebäude für die deutsche Grundschule errichtet werden.

Die fünfte Klasse besuchen 95 Schüler. Diese sind auf vier Klassen aufgeteilt. Wegen dem Nachmittagsunterrricht haben einige Eltern bevorzugt, ihre Kinder aufs Banater Kolleg zu schicken. An der deutschen Abteilung des Banater Kollegs findet der Unterricht vormittags statt. In der Neunten gibt es zwei Klassen der Spezialabteilung: Mathematik-Informatik und Sozialwissenschaften. Hinzu kommen eine Klasse für Naturwissenschaften und eine Fremdsprachen-Klasse. Die neunte Klasse besuchen insgesamt 105 Schüler.

Noch vor Schulanfang wurden an der Lenau-Schule Reparaturen aus eigenen finanziellen Mitteln durchgeführt. Alle Amphitheater-Säle wurden mit neuen Fußböden belegt, einige Räumlichkeiten wurden frisch gestrichen. Mit Unterstützung des Vereins der Freunde der Lenauschule, aber auch durch den Freundeskreis Temeswar-Karlsruhe und über Lenau-Absolventen, die in Deutschland leben, gewann die Schulleitung in Temeswar neue Kontakte. 50 Tische und Stühle in recht gutem Zustand wurden von einer Recycling-Firma in Fulda übernommen und nach Temeswar befördert. Eine ehemalige Lenauschülerin, Helga Korodi, die an der Brüder-Grimm-Schule in Fulda unterrichtet, vermittelte eine Spende von weiteren Möbelstücken, die in diesem Monat nach Temeswar geliefert werden. Im Lenau-Internat wurden drei Zimmer im zweiten Stock komplett saniert und mit eigenem Bad eingerichtet. Die Investition kam mit Lotto-Geldern des Landes Hessen zustande. Bernhard Hoffmann, politischer Vertreter des Landes Hessen in Rumänien, und Dr. Rolf Willaredt, Fachschaftsberater der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen, vermittelten die finanzielle Unterstützung in Höhe von 8000 Euro.

Raluca Nelepcu





Das neue Schuljahr begann in diesem Jahr nicht im Schulhof, sondern in der Kirche: Schüler, Eltern und Lehrer trafen sich im Hohen Dom zu Temeswar, um Gottes Segen zu erhalten.

Foto: Zoltán Pázmány

World Music beim vierten Plai-Fest

Sensationsauftritte: Farfarello und Christoph Pepe Auer


Das Publikum war nicht so zahlreich wie in den vergangenen Jahren, doch dafür waren es hauptsächlich Weltmusik-Kenner, die sich am Wochenende im Temeswarer Dorfmuseum zum vierten Plai-Festival versammelt hatten. Das Fest gehört zur Eventreihe „Temeswar – Open Art City“, die nicht nur Konzerte, sondern auch Kunstausstellungen, Theater- und Filmvorführungen bietet. Musik, Kunst und Multikulturalität wurden auch in diesem Jahr im Jagdwald von Temeswar/Timisoara unter eine Haube gebracht. Das Fest versammelte am Samstag und Sonntag mehr als 700 Personen im Dorfmuseum.

Seine Geige ließ die Herzen der Temeswarer schneller schlagen und der Auftritt seiner Band hielt, was das Plai-Team versprochen hatte: Der charismatische Violinist mit Weltruf Manfred (Mani) Neumann sorgte am Freitagabend für einen Sensationsauftritt. Doch er trat nicht allein auf die Bühne: Das Trio Farfarello, das er 1983 gegründet hatte, war extra aus Deutschland angereist, um am Plai-Fest teilzunehmen. Die Band besteht aus Mani Neumann (Geige und Flöte), Josef Kappl (Bass) und Ulli Brand (akustische Gitarre). Die Drei spielen seit je das, was man heutzutage als World Music bezeichnet. Ebenfalls am Samstag, noch vor Farfarello, stand ein interessanter Auftritt auf dem Programm: jener der 52-jährigen Sängerin Sainkho Namtchylak aus Tuwa, einem 300.000-Einwohner-Staat in Zentralasien. Die Sängerin überzeugte durch Musik und Szenenspiel.

Einen Spitzenauftritt bot Samstag der österreichische Jazzmusiker Christoph Pepe Auer. Der 28-jährige Saxophonspieler wurde von Spitzenmusikern begleitet: Manu Delago (Hang Drum), Martin Reiter (Klavier), Matthias Pichler (Bass) und Peter Kronreif (Schlagzeug). Reichlich Beifall kam beim Nirvana-Hit „Smells like teen spirit“, der auf Jazz-Art interpretiert wurde. Die Konzertreihe beim Plai-Fest rundete in diesem Jahr eine Temeswarer Gruppe ab, die ebenfalls Weltmusik zum Besten gab: das Trio gebildet aus Horia Cri{ovan, Teo Milea und Cristi Ratiu.

Raluca Nelepcu



Mani Neumann bot einen Spitzenauftritt beim Plai-Fest in Temeswar.

Foto: Àrpád Lászlo

BANAT AKTUELL

Ungarischer Abend

Anlässlich der Eröffnung des ungarischen Honorarkonsulats in Temeswar wird am 1. Oktober, um 18.30 Uhr in der Temeswarer Oper ein „Abend der ungarischen Quintessenzen“ veranstaltet. Bei dieser Gelegenheit bietet Oszkar Füzes, Botschafter der Republik Ungarn in Rumänien, einen Empfang. Der Feierlichkeit wird auch der Geschäftsmann Dr. Zoltán Pánczel, der kürzlich zum ungarischen Honorarkonsul in der Stadt an der Bega ernannt wurde, beiwohnen. (bw)


Grenzüberschreitendes Projekt

„Friends by nature“ heißt das Projekt der Temeswarer „Bethany“-Stiftung und des Temescher Kreisschulamtes, das kürzlich beendet wurde. Das Projekt wurde von der Europäischen Union finanziell unterstützt und förderte die Zusammenarbeit zwischen Institutionen aus Rumänien und Serbien, um wichtige Themen, wie ein gesundes Leben führen oder die Umwelt schützen, umzusetzen. Innerhalb des Projektes fanden zahlreiche Tätigkeiten statt. Schüler der beiden Nachbarländer lernten Neues über Umweltschutz und Ökologie in Jugendcamps in Poieni Strâmbu und Ada (Serbien). Über 55.000 Euro sind ins Projekt geflossen. (ao)


Ausstellungen in Lugosch

Zwei zeitweilige Ausstellungen können seit gestern in der Temescher Stadt Lugosch/Lugoj besichtigt werden. Im kleinen Saal der „Pro-Arte“-Galerie ist die Ausstellung „Die nord-thrakische Zivilisation im Banat. Der Schatz von Susani“ zu sehen. Diese umfasst Objekte, die Ende der 90-er Jahre vom ehemaligen Leiter des Lugoscher Museums für Geschichte und Ethnographie, Ioan Stratan, auf dem Gebiet des Temescher Dorfes Susani entdeckt wurden. Im großen Galerie-Saal kann die Malereiausstellung „1+1“ von Ioana Stanca aus Târgovi{te und R²zvan Boar aus Lugosch besichtigt werden. Die beiden sind Absolventen der Bukarester Kunsthochschule. (rn)

Glückwunsch zur Hochzeit!


Viel Schönes soll euch die Zukunft bringen:
Liebe und Glück vor allen Dingen.
Wir wünschen euch beiden, kurz gesprochen,
lebenslänglich Flitterwochen.
Zwei Menschen sind erst dann zufrieden,
wenn sie gemeinsam Pläne schmieden:
Mög’ alles Planen wohl gelingen
und lauter Glück und Freude bringen.


Unserer Kollegin Ana Saliste, verehelichte Iordache, herzliche Glückwünsche zur Hochzeit und viel Glück in der Ehe!

Das BZ-Team

Foto: Zoltán Pázmány

Eine Banater Schwäbin auf Weltreise (49)

Straßburg: eine Großstadt mit Kleinstadtidylle/ Von Nareda Cerdy


Es gibt manche Gegenden in Europa, wo die Landesgrenzen unnatürlich verlaufen, wo man keinen Unterschied merkt zwischen dem Land vor und nach dem Grenzübergang. Strassbourg (deutsch: Straßburg) ist so ein Ort. Der Flughafen ist klein und die Flüge dorthin sind dementsprechend teuer, also fliegt man am besten nach Stuttgart und fährt von dort aus mit dem Auto, dann ist man in zwei Stunden in Straßburg. Den Grenzübergang merkt man absolut nicht, ein paar Fahnen in einem Kreisverkehr und schon ist man nicht mehr in Deutschland, sondern in Frankreich.

Die Stadt ist weit verstreut, es gibt keine Wolkenkratzer, keine Hochhäuser, sie ist gänzlich anders, als man sich die inoffizielle „Hauptstadt Europas” vorstellen würde. Straßburg sieht im wahrsten Sinne wie eine deutsche Kleinstadt aus, mit Bauten, die eine mittelalterliche Idylle ausstrahlen. Der Rhein fließt an Straßburg entlang und bildet eine natürliche Landesgrenze, denn am anderen Ufer liegt die deutsche Stadt Kehl – was nur noch mehr den Eindruck verstärkt, dass das Elsass eigentlich eine Einheit bildet, ungeachtet der Grenzen.

Durch die Stadt fließt die Ill, ein Fluss, der sich in der ganzen Stadt verzweigt und die auf einer Insel liegende historische Altstadt, welche zum Weltkulturerbe zählt, auf der Grande Ille umfließt. Das die Altstadt dominierende Wahrzeichen ist das Straßburger Münster, eine der bedeutesten Kathedralen Europas. Bei gutem Wetter ist das römisch-katholische Gotteshaus bis zum Schwarzwald sichtbar und durch seine Asymetrie (der Südturm wurde nie gebaut) von weitem her erkennbar.

Es ist ein sehr gedrungener Bau, sehr hoch und man kann auch schlecht weit genug Abstand nehmen, um ihn komplett in ein Foto zu fassen. Ein Besuch ist er sicherlich wert, denn im Inneren kommt man ins Staunen, wenn man bedenkt, was man im 12. Jahrhundert schon so alles bauen konnte. Am bemerkenswertesten ist die astronomische Uhr. Die Uhr zeigt die Erdbahn, die Mondbahn und die Bahnen der damals bekannten Planeten (Merkur bis Saturn) an. Am erstaunlichsten ist das Räderwerk, das in der Silvesternacht abläuft und das Basisdatum für die beweglichen Feiertage errechnet. Den Rekord für langsam drehende Zahnräder stellt wohl der Teil der
Uhr auf, der die Präzession der Erdachse nachbildet – eine Umdrehung in 25.800 Jahren. Sie ist aber auch die einzige Uhr auf der ganzen Welt, die 13 Uhr schlägt.

Der Münsterplatz gehört zu den schönsten europäischen Stadtplätzen. Dominiert von der Westfassade des Münsters, stehen hier zahlreiche, teilweise vier- bis fünfgeschossige Fachwerkhäuser im Stile alemannisch-süddeutscher Architektur. Charakteristisch sind die steilen Dächer mit bis zu vier Dachgeschossen. An der Nordseite des Münsterplatzes steht das bekannte, reich verzierte Kammerzellhaus, ein Fachwerkhaus, das durch seine in Originalsubstanz erhaltenen zahlreichen Holzschnitzereien, wohl bekannteste Profangebäude in Straßburg ist.

Die erhaltenen Türme der ehemaligen Stadtbefestigung und das Gerberviertel lassen die Herzen von Mittelalterfans höher schlagen, denn man kann sich sehr gut in die damalige Atmosphäre hineinversetzen und gerät bei einem gemütlichen Spaziergang am Illeufer entlang nur allzuleicht ins Schwärmen und merkt, wie die Stadt zum sich hier wohl fühlen einlädt.

Im krassen Gegensatz zu dieser Idylle präsentiert sich das Europaparlament als eine moderne Glas-Stahlkonstruktion. Für Touristen ist das Europaparlament nicht zugänglich, nur im Rahmen einer Gruppenführung mit dreimonatiger Vorausanmeldung bekommt man eine Führung. Schade eigentlich. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat auch seinen Sitz in Straßburg. Ebenfalls ein modernes Glas-Stahl-Gebäude, mit dem gleichen Problem für Besucher: Nur in lange vorher angekündigten, genehmigten Gruppen kann man den Gerichtshof besichtigen, also nichts für spontane, normale ad-hoc-Touristen.

Wenn man kälteunempfindlich ist, dann sollte man Straßburg zu Weihnachten besuchen. Der Weihnachtsmarkt hier gehört zu den schönsten überhaupt, verteilt auf mehrere Stadtviertel. Egal, ob man im Sommer oder im Winter nach Straßburg kommt, dem Charme dieser Stadt kann man sich schwer entziehen, man fühlt sich hier sofort wie zu Hause.


Das Kammerzellhaus

Das Münster, Wahrzeichen von Straßburg

Fotos: Wikipedia

Abgeordneter: Generell, wenig Optimismus

Beim Treffen des Temeswarer Wirtschaftsclubs notiert
Von Siegfried Thiel

Es schwang gehörig Frust und Pessimismus in der Stimme von Ovidiu Gant mit, als er sich vergangene Woche mit den Mitgliedern des Deutschsprachigen Wirtschaftsclubs in Temeswar/Timisoara traf. Der Abgeordnete sprach in wenig optimistischen Worten über die politische und wirtschaftliche Lage in Rumänien, aber auch über Themen, die speziell die deutsche Minderheit angehen. „Hoffentlich sind wir in 15 Jahren auf dem wirtschaftlichen Niveau Griechenlandes”, sagte Gant mit längerfristigem Ausblick. Ist das nun eine Aussage, die von reichlich Sinn für Realität geprägt ist, oder schwingt eine gewaltige Portion Ironie mit? Und dass man sich zuletzt auf die USA und Frankreich als „strategische Partner” festgelegt hat, sieht Ovidiu Gant ebenfalls daneben. „Ich denke nur an die zuletzt sehr guten Beziehungen zu Deutschlands Politik, oder an die vielen Investitionen und Hilfen aus Deutschland, an die Großinvestitionen der Österreicher, an die hier angesidelten Firmen aus der Schweiz”.
Ganț findet es gewaltig überzogen, anzunehmen(wie in der rumänischen Politik gerne ausgesagt,) dass sich Rumänien in den kommenden Jahren zu einer der performantesten Wirtschaften Europas entwickeln könnte. „Rumänien und Bulgarien machen zusammen weniger als 1 Prozent der EU-Wirtschaft aus”, setzt der DFDR-Abgeordnete bei der Perspektiveinschätzung auf Tatsachen. Er selbst sei ein Träumer gewesen, als er gehofft hatte, dass der EU-Beitritt Rumäniens die „große Wende herbeiführen” würde. Die große Wende sollte vor allem in der Politik eintreten, was dann auch wirtschaftliche Folgen haben würde. Die schlechte politische Lage in Rumänien macht der Parlamentarier an einigen Eckdaten fest: Das politische Hick-hack in der Regierungskoalition, da sich PDL und PSD in einem ständigen Wahlkampf befinden und dass „die Exekutive für die Legislative entscheidet”. Erläuternd sei gesagt, dass die Gesetzesvorschläge, die im Parlament zur Debatte kommen, rar geworden sind, dafür setzt die Regierung ihre Vorstellungen mit Dringlichkeitserlassen durch – natürlich am Parlament vorbei.
Auch vor den Mitgliedern des Wirtschaftsclubs im Hotel Angellis in Temeswar kamen die beiden zuletzt besonders medienträchtigen Themen „Bildungsreform” und „Entlohnung im Staatssektor” zu Gespräch. Zu den deutschen Schulen, deren Erhalt und Curriccula sagte Ovidiu Ganț, dass es dabei nicht nur um die Kinder aus deutschen und deutschstämmigen Familien ginge, sondern auch „um die Eleven aus andersnationalen Familien”. Keineswes einverstanden ist der Forumspolitiker, dass an deutschsprachigen Schulen andere Lehrpläne angewandt wird, als an rumänischen Schulen. Der Clubpräsident Peter Hochmuth pflichtete bei, dass deutschsprachiges Personal ein wichtiger Standortfaktor sei. In Sachen Entlohnung im Staatssektor findet Ganț ein solches Gesetz zwar nicht falsch doch ist er erstaunt über die „Eile, mit der das Gesetz nun verabschiedet werden soll”. Was ihn (obwohl „Nichtexperte in Wirtschaftsfragen” – so der Abgeordente) bedenklich stimmt, ist, dass im öffentlichen Dienst ab 2010 ein Mindestlohn von 705 Lei festgelegt werden soll. „Woher sollen die Unternehmer einen solchen bezahlen, wenn dieser auch in der privaten Wirtschaft gefordert wird und an diesem die zukünftigen Löhne festgemacht werden”, fragt sich rhetorisch der Parlamentarier des deutschen Forums. Nachdenkliches Nicken der Unternehmer und Werksleiter bestätigte seine Aussage. Trotzdem glaubt Gant, dass die Wirtschaft sich schneller erholen wird, als die rumänische Politik: „Wenn die Eurozone die Wirtschaftskrise ersteinmal überstanden hat. Denn Dreiviertel des rumänischen Außenhandels läuft mit den EU-Ländern”. Das nachdenkliche Nicken blieb auch, als der Gast des Wirtschaftsclubs auf den touristischen Aspekt der Kirchen und Kirchenburgen in Siebenbürgen zu sprechen kam. Die Unternehmer hatten deren Bedeutung erfasst, nur die hohe Politik in Bukarest nicht: Welchen Grund hätten sie denn sonst, Kirche und Forum so viele Steine in den Weg zu legen, wenn es um die Sanierung dieser geschichtsgetränkten Bauten geht?

Deiche werden um zwei Meter erhöht


Gataja während der Überschwemmung 2005. Die Erhöhung der Dämme soll Überschwemmungen vorbeugen.

Foto: Zoltán Pázmány

Entschlammungsarbeiten an der Bega gehen planmäßig weiter

oi. Temeswar - Die Deiche der bedeutendsten Flüsse aus dem Banat sollen um zwei Meter erhöht werden. Außerdem werden an den Deichen Befestigungsarbeiten durchgeführt. Zurzeit sind es, laut Titu Bojin, Leiter der Direktion für Wasserbewirtschaftung Banat, 12 Arbeiten, die an den Deichen in den Kreisen Temesch/Timi{ und Karasch-Severin/Cara{-Severin durchgeführt werden. „Diese Arbeiten müssen zügig abgeschlossen werden, da wir nicht in die gleiche schwierige Lage von 2005 kommen wollen, als wir mit den Überschwemmungen zu kämpfen hatten“, sagt Titu Bojin. Was er jedoch nicht sagt, aber in der Direktion für Wasserbewirtschaftung als Faktum bekannt ist: „Die Deiche um zwei Metern zu erhöhen ist kein Problem. Um Befestigungssarbeiten durchführen zu können, braucht man etwas mehr Geld, das zurzeit nicht da ist“, ist von einigen Mitarbeitern der Direktion zu hören.

Laut Titu Bojin werden zurzeit hauptsächlich die Deiche an der Bersau im Kreis Karasch-Severin konsolidiert. Der Leiter der Direktion für Wasserbewirtschaftung meint, dass diese bis zum Jahresende fertiggestellt werden können. Zur gleichen Zeit werden auch Arbeiten am Temesch-Fluss durchgeführt, zwischen Lugosch/Lugoj und der Grenze zu Serbien. Noch bis Jahresende hofft man auch auf den Abschluss der Befestigungsarbeiten an den Deichen des Flusses Bistra, in der Nähe von Ferdinandsberg/O]elu Ro{u.

Auch in Sachen Entschlammung des Bega-Kanals verlaufen, so Titu Bojin, die Arbeiten planmäßig. „Die Entschlammungsarbeiten laufen wie vorgesehen, wir haben vor Kurzem das nötige Geld vom Staatshaushalt bekommen“, sagt Bojin. Im Sommer dieses Jahres sah die Lage etwas schlechter aus, damals war fast kein Geld mehr da. Man rechnete gar damit, dass die Arbeiten nicht mehr fortgesetzt werden können. Zurzeit wird die Bega auf der Strecke Temeswar-Sânmihaiu Român-Uivar gereinigt. Hauptsächlich wird an der Entschlammung und an der Entsorgung der Vegetation gearbeitet.

Die Entschlammung des Bega-Kanals wird auf einer Gesamtlänge von 43 Kilometern durchgeführt. Das ganze Unterfangen kostet 17 Millionen Euro. Der Großteil des Geldes wird aus EU-Fonds gesichert.

Alte und neue Straßennamen in Perjamosch

Personalausweise müssen nicht ausgetauscht werden

Im Frühjahr dieses Jahres beschloss der Gemeinderat von Perjamosch/Periam, neue Straßennamen einzuführen. Die Notwendigkeit dazu war durchaus gegeben, weil die meisten der heutigen Bewohner die alten schwäbischen (eigentlich inoffiziellen) Straßennamen nicht kennen und somit oft selbst nicht erklären können, wo sie in der großen Ortschaft wohnen (es gibt eine Ausnahme: die heutigen Bewohner des „Hundschwanz“ haben den Namen ihrer Straße in verballhornter Form als „Unschwanz“ übernommen, wissen aber nicht, von wo der Name kommt, nämlich von der krummen Form des Verlaufes der Straße, die entfernt dem Schweif eines Hundes ähnelt).

Ofizielle Straßennamen hatte es nur gleich nach dem Trianoner Frieden und dem Beginn des Rumänischen Imperiums gegeben, in der Zeit, in der Perjamosch „Gradiste“ hieß und die Straßen neue Namen, zumeist aus der rumänischen Kultur und Geschichte bekamen (einige aber auch aus der deutschen). Die Nummern blieben aber durchlaufend für die ganze Ortschaft, beginnend beim alten Gemeindehaus durch die Kirchengasse und endend bei der Pumpstation an der Marosch mit der Nummer 1130 neben dem Hause des Malers Franz Ferch. Die Straßennamen haben sich nicht eingebürgert und wurden nach dem Zweiten Weltkrieg aufgelassen, wohl auch, weil viele der Namen jetzt politisch nicht mehr wünschenswert waren.

Ein neuer Einschnitt kam Anfang der 60-er Jahre: Inzwischen waren außerhalb der alten Ortschaft das „Satu Nou“ mit drei neuen Parallelstraßen dazugekommen, dessen Häuser auch eine Nummer brauchten. Somit wurde eine neue Nummerierung vorgenommen, ebenfalls durchlaufend, aber beginnend mit dem letzten Haus der Nagyfaler Straße auf der linken Seite (dem Haus der Famillie Trinculov). Straßennamen wurden keine mehr vergeben.

Doch betrachten wir die jetzt (2009) eingeführten Namen. Die Kirchengasse, Hauptstraße im „Altdorf“, heißt jetzt in ihrer ganzen Länge, beginnend also bei der Laubmühle bis zum ehemaligen „Bikostall“, sich fortsetzend mit der Nagyfaler Straße bis zum Dorfende, „Calea Aradului“ also „Arader Straße“.

Die ehemalige „Hauptgass“ im Neudorf, beginnend vom ehemaligen Dr.Latza-Haus durch das ganze Zentrum, aber auch weiter an den beiden Kaulen vorbei, durch die ehemalige „Obere Heedgass“ bis zur Remmel-Ziegelei, dann weiter nach Norden, an der gewesenen Baumschule und dem „Wachtelsberg“ vorbei bis zum Maroschweg und der Hutweide heißt „Strada Mure{ului“, also „Maroschgasse“. Die alte Maroschgasse bekam den schönen Namen „Strada Stejarului“, also „Eichengasse“, aber zusammen mit der Arankagasse und dem „Futche-Eck“, da dieses verwinkelte Gebiet als einzige Straße gilt. Und unser „Hundschwanz“ wurde nach dem Nationalsymbol des fernen Kanada, dem Ahornblatt, in „Ahorngasse“, also „Strada Ar]arului“ umbenannt.

Die „Eichengasse“ beginnt eigentlich schon in der Hauptgasse am Eck des Kohlen-Wirtshauses, durchläuft die ganze „Klostergasse“ bis zur Klosterschule und dann auch die „Bohnengasse“.

Auch die „Neugasse“ hat einen neuen Namen bekommen, sie heißt jetzt „Strada Freziei“, nach einer heute modernen Kunstblume. Der Name wird dann ostwärts auch von der „Heedgasse“ bis zur Baumschule übernommen und westlich auch vom „Joomertal“ bis zur Laubmühle.

Auch das „Dewrezin“, ehemalige Ausfallstraße zur ungarischen Stadt Debrecen, hat einen poetischen Namen verpasst gekriegt und heißt jetzt „Strada Vi{inului“ also „Weichselstrasse“ und zwar vom Eck des Dr.Latza-Hauses bis in die Zigeunerkollonie. Das „Hintere Dewrezin“ heisst übrigens „Strada Frasinului“ also „Eschengasse“.

Von den ehemaligen Straßennamen sind nur zwei erhalten geblieben, und zwar die Bahngasse im Haulik („Strada G²rii“) und die „Lindengasse“ („Strada Teiului“).

Die fächerförmig angelegten Straßen im übrigen Haulik wurden folgenderweise benannt:

Die erste Straße hinter der Apotheke wird zur „Strada Crizantemelor“, also „Chrysanthemenstraße“.Das ist ja eine im Banat beliebte Blume, die besonders für die Allerheiligenfeier und dem Grabschmuck in jedem Garten gezüchtet wurde (Winteraster), die aber aus Ostasien stammt. Diese Straße hieß nach dem Ersten Weltkrieg „Strada Andrei Mure{anu“, nach dem gleichnamigen rumänischen Dichter (1816-1863), Verfasser unter anderem des Textes der heutigen rumänischen Nationalhymne („De{teapt²-te române“). Deren Text war aber in der kommunistischen Zeit unerwünscht und somit auch der Name des Dichters.

Die zweite Straße in Haulik, hinter der „uzina“ d.h. hinter dem ehemaligen Elektizitätswerk heißt jetzt „Strada Leandrului“, also „Oleanderstraße“ (früher hieß sie mal „Friedrich Schiller“)

Die dritte Hauliker Straße (wo die Zementtische des Gemüsemarktes sind) hinter dem freien Platz, wo die ehemalige Pirkmayerische Druckerei war, heißt „Strada Molidului“, also „Fichtengasse“. Dieser Baum gedeiht ja im Banat schlecht, ersetzt aber, aus dem Gebirge gebracht, die teure Tanne als Weihnachtsbaum.

Die nächste Hauliker Straße, die Bahngasse, blieb ja, wie gesagt, beim alten Namen.

Es folgt die „Strada Salciei“ also „Weidengasse“ und die „Strada Mestecenilor“ also „Birkengasse“ (wo früher Dr. Koreck und später Dr. Lammert wohnten).

Und schließlich heißt die letzte der fächerförmigen Hauliker Straßen, (mit den Hutfabrikblocks) „Strada Armoniei“ also „Straße der Harmonie“.

Es bliebe noch die „Pesaker Straße“. Sie wurde in „Calea Timi{oarei“ umbenannt, setzt sich aber auch am Bahnhof entlang durch die ehemalige „Bahnhofszeile“ bis in die „Warjascher Straße“ fort.

Die ehemalige „Friedhofszeile“, die am Hauliker Friedhof beginnt, dann aber am Altdörfer Friedhof und den beiden Kaulen vorbeiführt, wird jetzt auch durch die „Täll“ bis zur Kirchengasse weitergeführt und heißt „Strada Platanilor“ also „Platanenstraße“, wobei aber die zwei Riesenplatanen, die es in Perjamosch seit ewigen Zeiten gibt, nicht hier, sondern am Bahnhof und am Leitzschen Eck in der Hauptgasse stehen.

Bei den alten Perjamoscher Straßennamen gab es nur einen einzigen Personennamen: Die „Ernögasse“ nach dem ehemaligen Buergermeister Ernö Ehling, der hier das Terrain in den 20-er Jahren zum Hausbau parzellieren ließ. Diese Straße heißt jetzt „Strada Daliei“, also „Dahlienstraße“. Diese aus Mexico stammende Gartenblume ist auch im Banat weit verbreitet. Die Straße mit diesem Namen setzt sich auch nach dem Mintyen-Eck in der westlichsten Straße aus dem „Satu Nou“ (auf dem ehemaligen Marktplatz) fort.

Die östlicheren drei Parallelstraßen des Satu Nou heisßen:

- Strada Nuf²rului (Seerosenstraße)

- Strada Panselelor (Veilchenstraße)

- Strada Trandafirilor (Rosenstraße)

Nebenbei bemerkt: Die beiden ersten Straßennamen gibt es auch im naheliegenden Großsanktnikolaus/Sânnicolau Mare.

Was bei den neuen Straßennamen auffällt, ist, dass keine Politik bei der Vergabe der Namen war, es wurde auch kein einziger Eigenname verwendet, sondern meist Namen von Blumen oder Bäumen, Perjamosch ist damit wohl eine Seltenheit, kaum gibt es in Rumänien eine Ortschaft ohne eine „Tudor Vladimirescu“- oder „Avram Iancu“-Straße.

Da politisch unverfänglich, wollen wir also hoffen, dass sich die neuen Straßennamen einbürgern werden und von Dauer sein. Die Angst mancher Einwohner, dass die neuen Straßennamen Ungemach bringen könnten, da die neuen Adressen neue Personalausweise verlangen, was Geld und Zeit kosten würde, ist unbegründet. Wie die Bürgermeisterin mitteilt (in dem monatlichen Inforamtionsblatt „Pro Perjam“, das allen Haushalten kostenlos ausgeliefert wird), müssen die Personalausweise nicht umgetauscht werden.

Christian Niederkorn

Frühstück auf dem Fahrrad

„Grün für Fahrräder” feiert ein Jahr


Die Förderkampagne „Grün für Fahrräder” („Verde pentru biciclete”) wird im Herbst fortgesetzt. Neue Projekte und Veranstaltungen stehen auf dem Programm. Mitte September wird ein besonders attraktives Event organisiert, das die Temeswarer dazu bringen soll, das Fahrrad als Alltagsfahrzeug zu benutzen: „Frühstück für Radfahrer”. Im Laufe einer Woche zwischen 7 und 9 Uhr morgens wird den Temeswarer Radfahrern an verschiedenen Orten in der Stadt eine Überraschung vorbereitet. „Den Fahrradfahrern wird kostenlos Kaffee, Tee und ein kleiner Imbiss an mehreren Stellen in Temeswar/Timisoara angeboten. Wir werden die Orte jeden Tag ändern, so dass wir die Radler immer wieder überraschen können. Unser Ziel ist, die Temeswarer zu überzeugen, das Fahrrad täglich zu benutzen, nicht nur in ihrer Freizeit”, sagt Geschäftsmann Emil Cristescu, Förderer des Projekts „Grün für Fahrräder”. Am Dienstag, dem 22. September, wird der „internationale Tag ohne Autos” gefeiert. „Ich hoffe, dass je mehr Temeswarer ihre Autos zu Hause lassen und wenigstens an diesem Tag mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren”, sagt Emil Cristescu.

Die Förderkampagne „Grün für Fahrräder” feiert in diesem Herbst ein Jahr, seit sie in die Wege geleitet wurde. Am 25. Oktober wird aus diesem Anlass die dritte Etappe der „Fahrräderzählung” stattfinden. Während der zwei bisherigen Etappen wurden in Temeswar über 3.500 Nummernschilder für Fahrräder verteilt.

Die Förderkampagne begann vor einem Jahr mit der ersten „Zählung der Fahrräder”. Wenn es vor einem Jahr weniger als drei Kilometer Fahrradstrecken in der Stadt gab, so sind es nun insgesamt 10 Kilometer. „Bis Ende des Jahres hat uns das Bürgermeisteramt versprochen, weitere 20 Kilometer Fahrradstrecken einzurichten. Es freut uns, dass sie verstanden haben, wie wichtig es ist, in einer Stadt wie Temeswar solche Pisten zu haben”, schließt Emil Cristescu.


Andreea Oance

Arader bezwingen Kilimandscharo-Gipfel

„Dach Afrikas“ seit 120 Jahren im Visier der Bergsteiger


ao. Arad - Der höchste Gipfel auf dem Kilimandscharo wurde von zwei Arader Bergsteigern, Adrian Moldovan und Ovidiu Cismas, bestiegen. Mit 5.895 Metern über dem Meeresspiegel ist der Kilimandscharo das höchste Bergmassiv Afrikas. Das Massiv im Nordosten von Tansanien hat den höchsten Berg des afrikanischen Kontinents: Kibo. Das „Dach Afrikas“ wurde von den beiden Aradern am 6. September um 7 Uhr rumänische Uhrzeit erreicht. Nach stundenlangem Besteigen bei Vollmond und minus ein Grad Celsius bis schließlich minus 15 Grad auf der Spitze, ist die Expedition erfolgreich ausgegangen.

Die Errungenschaft der Arader Bergsteiger kommt nach 120 Jahren, seitdem der erste Europäer den Uhuru-Gipfel zum ersten Mal bestieg. Am 6. Oktober 1889 gilt Hans Heinrich Josef Meyer, deutscher Geograph, Verleger, Forschungsreisender und Kolonialpolitiker, als Erstbesteiger des Kilimandscharo-Massivs. Der erste rumänische Bergsteiger, der auf den Kilimandscharo kletterte, ist David Neacsu, der 1994 den höhsten Gipfel Afrikas erreichte. Der rumänische Extrembergsteiger stellte dabei auch einen Weltrekord in Geschwindigkeitsklettern auf.



Mit seinen 5.895 Metern ist der Kilimandscharo das „Dach Afrikas“.

Foto: privat

Die unaufdringliche Schönheit der Welt

„An Stelle einer Retrospektive... Franz Klug“: Zu der Ausstellung des Arader Malers Franz Klug


Vergeblich sucht man unter seinen Werken nach Titeln wie „Landschaft in der Provence“, „Küstenstraße in Monte Carlo“ oder „Nacht in Venedig“. Ortung, Motive, Farben und Formen der kürzlich im Arader Clio-Saal eröffneten Malereiausstellung des Arader Malers Franz Klug sind großteils in der Welt von nebenan, einem vertrauten, allbekannten Landstrich ohne Nobeladressen, aufzufinden: Es berieselt einen sogleich die gesamte Nostalgie der Arader Ebene, der von der Pusta heraufbeschworene Lenausche Weltschmerz oder die verträumte Gefühlswelt des urwaldhaft- malerischen Maroschufers. Und selbst die Gestalten, Häuser, Straßen und Landschaften geben das schlichte Bild des ländlichen Lebens seiner Heimat ab.

Altmeister Franz Klug, geboren am 12. Mai 1935 in Neuarad, gehört zu den Veteranen der Arader Malergilde und zu den wenigen noch hier lebenden Banater deutschen Künstlern. Weder sein Lebensweg noch seine künstlerische Laufbahn sind einfach zu nennen: Nach dem Besuch der Volksschule in Neuarad folgten zwei Jahre im Arader Lyzeum „Aurel Vlaicu“, worauf er wegen der schwierigen wirtschaftlichen Lage der Familie die Schule aufgeben und eine Stelle als Dreher im Arader Drehbankwerk annehmen musste. Sein Sinn stand jedoch allein bei der Malerei, der er hartnäckig seine gesamte Freizeit widmete. Er ließ nicht davon ab, obwohl er 1956 nicht die Aufnahme am Bukarester Institut für Bildende Künste „Ioan Andreescu“ schaffte. So besuchte er dann die Arader Volkskunstschule 1962-1965, Klasse von Prof. Soos Istvan, darauf folgte Jahr für Jahr seine konstante Teilnahme an den Arader Gruppenausstellungen. Sein Studium vollendete er spät, mit dem Besuch des Arader Kunstlyzeums „Sabin Dr²goi“. Seit 1980 ist er Mitglied des schon 1954 gegründeten Kunstzirkels „Ioan Andreescu“, seit 2003 eingetragener Kulturverein, und gehört derzeit neben Judith Csernyanszky, Maria Halic, Marius Burlan, Maria Furnea (Vorsitzende) und Szep Zoltan zu den bedeutendsten der zurzeit 37 Mitglieder des Vereins, zum Großteil wie Klug Autodidakten. Der Verein veranstaltet nun schon seit Jahren alljährlich einen Sommer- und einen Wintersalon sowie seit heuer auch einen traditionellen Aquarell-Salon.

Der 74jährige Maler blieb im Laufe der Jahre seiner Anfangsliebe, dem Landschaftsbild, treu: Ob es sich um die romantische Szenerie der Maroschau, um Hütten in der Pusta oder die malerischen Dorfstraßen von Neuarad mit ihren alten schwäbischen Giebelhäusern handelt, der Maler hält an seiner Vorliebe für starke Farbkontraste und seine dunkle Farbpalette fest. Das Licht, die sparsam verwendeten hellen Farben, erscheinen im Endeffekt umso kostbarer. In einem NBZ-Interview von 1984 bekennt der Künstler sich entschieden dazu: „Wenn ich es auch wollte, ich könnte diese dunklen Farben nicht aufgeben. Ich bin eben eine verschlossene Natur!“ Seinen Arbeits- und Malstil sollte der Künstler auch bis zum heutigen Tag nicht aufgeben: Erst nach langem Studium, vielen Skizzen, einem gründlichen Farbstudium reift das fertige Kunstwerk auf der Leinwand. Eine Kuriosität: Altmeister Franz Klug kann und schafft es, wie die ganz Großen der Kunstgeschichte, mit beiden Händen.

Balthasar Waitz



Dorfstraße von Neuarad

Boote am Maroschufer