Mittwoch, 12. August 2009

Kann Temeswar heute noch als „Klein-Wien“ bezeichnet werden?


„Nein“, sagen Historiker, Schriftsteller und Kunstkritiker. „Eine schöne Erinnerung an das 19. Jahrhundert“ sei die Bezeichnung, Ähnlichkeiten zwischen Temeswar/Timi{oara und Wien gebe es heutzutage jedoch kaum noch. Dies ergab eine Umfrage, die von den BZ-Redakteurinnen Raluca Nelepcu und Andreea Oance durchgeführt wurde. Eine Mehrheit der Befragten findet, dass die Benennung „Klein-Wien“ heute zu Temeswar nicht mehr passt. Lesen Sie im Folgenden die relevantesten Aussagen.


Annemarie Podlipny-Hehn, Schriftstellerin und Kunstkritikerin

Nein, heute kann Temeswar nicht mehr als „Klein-Wien“ bezeichnet werden. Im 19. Jahrhundert war Temeswar tatsächlich eine der modernsten Städte Europas. Bedeutende Literaten, englische, italienische Autoren lobten damals Temeswar als saubere, blühende, blendende Stadt. Das Kulturleben und die Atmosphäre waren von der österreichischen Gemütlichkeit geprägt, aber auch aus sozialem und wirtschaftlichem Gesichtspunkt war Temeswar Wien sehr ähnlich. Heute ist der Unterschied zwischen den beiden Städten sehr groß und auch das Gemüt der Leute hat sich verändert. Obwohl viele Historiker versuchen, dieses geflügelte Wort für Temeswar zu gebrauchen, finde ich, dass es bloß eine Erinnerung an das 19. Jahrhundert ist und heute nicht mehr gültig.


Ioan Ha]egan, Historiker

Im 18. und 19. Jahrhundert konnte Temeswar noch zu gutem Recht „Klein-Wien“ bezeichnet werden. Andere zehn Städte der ehemaligen Monarchie wünschten sich damals ebenfalls diesen Titel.

Nach den Veränderungen, die das 20. Jahrhundert mit sich gebracht hat, ist diese Bezeichnung für Temeswar nicht mehr angebracht. Einige Altbauten sind zwar erhalten geblieben, aber die zahlreichen neuen Gebäude, die entstanden sind, sowie die Änderungen in der Bevölkerungsstruktur führen dazu, dass wir uns als „kleine Wiener“ nicht mehr so richtig wohl fühlen. Es ist auch eine Änderung in der Mentalität der Bürger zu verzeichnen. Wir können heute eher von der Metropole Temeswar sprechen.





Der Domplatz in Temeswar

Foto: Zoltán Pázmány

Marcel Tolcea, Journalist und Leiter des Kunstmuseums

Es ist ziemlich schwer, das zu behaupten. Ich bin sehr skeptisch, was die Ähnlichkeit der Stadt Temeswar mit der Stadt Wien angeht. Das große Glück Temeswars war, dass in derselben Zeitspanne wie in Wien Bauten von österreichischen Architekten entworfen wurden. Der Geist einer Stadt wird aber nicht von den Gebäuden verliehen, sondern von der kulturellen Atmosphäre. In Temeswar geschieht viel zu wenig Kulturelles, um es mit einer so bedeutenden Kulturstadt wie Wien vergleichen zu können. Die Rumänen sollten allgemein Vergleiche vermeiden. Bei uns kommen immer wieder Bezeichnungen wie „Klein-Wien“, „Klein-Paris“, „Maradona aus den Karpaten“ oder „Pavarotti aus dem Banat“ vor. Warum können wir nicht originell sein, eigene Bezeichnungen finden und nicht einfach im Schatten anderer großen Werte stehen?

Meine Meinung ist einfach: Nein, Temeswar kann nicht mehr als „Klein-Wien“ bezeichnet werden. Die Manieren sind nicht die selben, Sitten und Bräuche sind verschieden, das Gedränge in der Stadt ist ein anderes und die Leute sind einfach unterschiedlich!


Daniel Vighi, Hochschullehrer und Schriftsteller

Der Slogan ist ziemlich abgegriffen und strapaziert. Wir müssen uns von dieser „musealen Idee“ trennen. Vor allem, dass, soweit ich weiß, auch andere Städte Europas im Laufe der Zeit als Klein-Wien bezeichnet wurden, wie zum Beispiel Pressburg in der Slowakei. Was die Infrastruktur und das Kulturerbe betrifft gibt es riesige Unterschiede.

Die Bezeichnung hat keinen Sinn mehr – Temeswar soll einfach Temeswar sein. Leider verwenden einige Leute diese Bezeichnung als Werbung für die Stadt – doch Touristen sind um so mehr enttäuscht, wenn sie hier keine Ähnlichkeit mit Wien entdecken. Darum versuchen wir nun das Projekt „Temeswar – Open Art City“ bekannt zu machen. Die Temeswarer finden die Bezeichnung „Temeswar Klein-Wien“ langweilig, denn der Ausdruck wurde zu viel verwendet und die meisten haben bemerkt, dass Ähnlichkeiten schon seit langer Zeit nicht mehr existieren.


Else von Schuster, Schriftstellerin

Nur dann, wenn alle Altbauten saniert sind! Leider wird das noch eine Zeit dauern. Ich bemerke aber guten Willen beim Bürgermeisteramt. Sehr wichtig ist, die Bevölkerung in diesem Sinne zu erziehen. Leider ist auch die deutsche Bevölkerung ausgewandert. Dies war auch eine Ähnlichkeit zu Wien. Wien war ein Völkergemisch, Temeswar auch. Früher war Temeswar ein großes Kulturzentrum, jetzt müsste mehr Basis da sein.



Aus Temeswarer Sicht – Fußball der Superlative



Bei einem Champions-League-Krimi notiert


Von Siegfried Thiel


Zwölf Minuten noch und eine letzte Zigarette. Übrigens fürchtete ich, an diesem Abend Kettenraucher zu werden. Schachtjor Donezk schnürte den FC Temeswar fast in der eigenen Spielhälfte ein und war vor allem bei Standardsituationen gefährlich. An der Seitenlinie bewegte sich Trainer Ioan Ovidiu Sab²u, als wolle er jeden Augenblick auf das Feld laufen und mitmachen, seinen Kickern gingen langsam die Kräfte aus. Es stand noch immer 0:0 und gepaart mit dem 2:2 in der Ukraine stand der FC Temeswar für die letzte Qualifikationsrunde der Champions-League fest. „Wollen Sie mich in einem Temeswarer Krankenhaus sehen?“, hatte der Schachtjor-Coach Mircea Lucescu einen Tag zuvor auf einer Pressekonferenz zu den internationalen Ambitionen der Ukrainer gesagt.



Angespannt - Ioan Ovidiu Sab²u


Im Gegensatz zu Sab²u saß Lucescu auch in den Schlussminuten über lange Strecken auf der Bank, vielleicht wollte er sich auch nur schonen – es was sein erstes Spiel nach einer Herz-OP. Freistoß: Der Schachtjor Kapitän Srna legt sich den Ball zurecht. Links von mir ein Kollege, als Korrespondent einer großen Bukarester Tageszeitung der meist über Mord, Totschlag und Korruption schreibt, hat nun voller Anspannung die Hände vor dem Mund gefaltet, rechts guckt ein Journalist mindestens jede Minute einmal auf seine Uhr. Vor uns springt ein etwa Zehnjähriger auf: „Forza Poli“. Dann reißt Winston Parks das Stadion mit – im ganzen Stadion sind seit langem die Reservespieler wohl die einzigen, die sitzen. Parks scheitert im buchstäblich allerletztem Augenblick an der Schachtjor-Defensive. Minuten zuvor hatte sein Sturmpartner, Gigel Bucur, eine gute Einschussmöglichkeit ausgelassen. Die Gefahr, doch noch ausgebootet zu werden, blieb. Bucur hatte vor dem Spiel gewarnt: Wir dürfen nicht auf ein torloses Unentschieden hin spielen“. Das gesamte Stadion singt und feuert Poli an. Mehr als symbolträchtig, ein Banner vor der Südkurve: Unser Glaube an Poli hält ewig“. Wahrscheinlich wäre dieser Glaube auch bei einer Niederlage erhalten geblieben. Eventuell leicht geknickt. Meine Zigarette ist seit zwei Minuten im improvisierten Aschenbecher gelöscht. Freistoß, 20 Meter, halb links. Pantilimon vollbringt Wunder auf der Torlinie, bei Flanken hatte er eine Stunde zuvor noch gepatzt. Vier Minuten Nachspielzeit. Der Zehnjährige vor dem Pressetrakt lässt seine Trompete schmettern. Ohrenbetäubend. Lucescu hat so etwas wie aufgegeben, wie versteinert sitzt er auf der Bank. Sab²u hingegen steht am Rande seiner Coaching-Zone. Furchteinflößend wird es nicht mehr, was Schachtjor mit seine drei auf dem Platz verbliebenen Brasilianern zeigt – der Vierte, Adriano, ist längst im Krankenhaus – Verdacht auf Nasenbeinbruch. Gladky ist – in Donezk erfolgreich - mittlerweile auf dem Platz. „Ich habe ihn wohl etwas zu spät gebracht“, wird Lucescu später auf der Pressekonferenz bekennen.

Dann ist Schluss. Fans klatschen sich ab, umarmen sich. Andere brauchen einige Sekunden, um zu verstehen, dass der FC Temeswar gerade ein ganzes Kapital Temeswarer Fußballgeschichte geschrieben hat. Die ukrainischen Journalistenkollegen haben ausdruckslose Gesichter, der Spielbericht ist bei vielen schon fertig, sie warten nur noch auf die Aussagen von Trainer Lucescu. Ein Statement von Sab²u interessiert sie nicht. Gekommen waren sie doch mit dem UEFA-Cup–Sieger, die Europa-League bleibt ihre letzte internationale Hoffnung in diesem Jahr. Die Temeswarer geben ihre Statements ab; Neuzugang Alex Bourceanu fährt sogar ins Stadtzentrum, wo die Fans feiern. Es ist Mitternacht – in einer Stunde müssen Bourceanu & Co ins Trainingslager für das nächste Meisterschaftsspiel: Fußball ist eben schnelllebig, auch nach einem Erfolg gegen Schachtjor Donezk.



Alex Bourceanu (in Weiß) – ein Neuzugang mit Klasse

Fotos: Árpád Lászlo

Comeback auf der Wolfswiese


Iris mit Spitzenauftritt beim 4. Folk-Rock-Fest



Iris ließ die Bühne in Wolfsberg beben. Cristi Minculescu bedankte sich bei den Fans, die ihm während der schwierigen Leber-OP moralisch beistanden.

Foto: informmedia


Wolfsberg (BZ) - Die rumänische Rockgruppe Iris rundete am Samstagabend die Konzertreihe innerhalb des vierten Folk-Rock Festivals in Wolfsberg/G²râna ab. Das Konzert der „Nationalmannschaft der Rockmusik“, wie sie Veranstalter Marius Giura nannte, sorgte für eine wunderbare Stimmung auf der Wolfswiese. Gleichzeitig wurde das Comeback der rumänischen Rockgruppe, nachdem der Leadsänger Cristi Minculescu im Monat März einer komplizierten Leberoperation unterzogen wurde, gefeiert. Das Konzert in Wolfsberg ist das zweite in diesem Sommer nach der komplizierten OP. Mit begeistertem Applaus empfingen die Zuschauer in der „Musical Ranch“ die Spitzenmusiker des Festivals. Bekannte Lieder wie „Strada ta“, „Iris eterna“ oder „Baby“ erklangen am Samstagabend aus der Wolfswiese. Der Auftritt der Gruppe endete kurz vor Mitternacht, doch erst nach einer Zugabe: das traditionelle Lied „Floare de Iris“ widmete Cristi Minculescu all seinen Fans, die ihn während seiner Krankheit moralisch unterstützt hatten.

Das „Guitar Folk-Rock“ Festival ist das Musikereignis, das jährlich auf der Wolfswiese Folk- und Rockmusikfans zusammen bringt. Die Bühne in der „Musical Ranch“ in Wolfsberg wurde am vergangenen Wochenende von bekannten rumänischen Musikern wie Mircea Baniciu und Vladi Knejevici, Leo Iorga & die Gruppe Pacifica, Apocalips, Survolaj, Adrina Dinu, Horia Cri{ovan, Egocentrics und Iris besetzt. Veranstalter des Festivals ist die Kulturstiftung „Jazz Banat“, die auch das Jazzfestival in Wolfsberg organisiert hat.

In Wolfsberg fand am Sonntag auch der fünfte Banater „Mountain Bike Marathon“ statt. Mehr als hundert Biker nahmen am Marathon teil. Sie fuhren auf drei Strecken: 30, 50 und 80 Kilometer mussten die Teilnehmer zurück legen – Waldwege stellten die Trassen dar. Start und Finish waren auf der Wolfswiese. (ao)


BANAT AKTUELL


Sziget-Festival beginnt heute

Für eine Woche wird die ungarische Hauptstadt Budapest zu einem Treffpunkt für Menschen aus der ganzen Welt: Heute beginnt nämlich das Sziget-Festival, das bis am 17. August international anerkannte Musikgruppen nach Ungarn, auf die Donauinsel Obudai, bringt. Auch in diesem Jahr stehen den Party-Lustigen fünf Bühnen, je nach Musik-Genre, zur Wahl. Zu den meist erwarteten Acts zählen in diesem Jahr The Offspring, The Prodigy und Placebo. Deutschland wird beim diesjährigen Sziget-Fest von Miss Platnum und den Toten Hosen, die zurzeit auf Tour sind, vertreten. Der Eintritt zum Sziget-Festival kostet vor Ort 188 Euro für alle Festivaltage – im Preis ist auch ein Camping-Platz eingeschlossen. Wer nicht auf der Insel übernachten möchte, der kann eine Festivalkarte für 150 Euro erwerben. Tageskarten kosten 42 Euro.


Parkplatz am Stadion

500 neue Parkplätze gibt es seit vergangener Woche am Temeswarer Dan-P²ltini{anu-Fußballstadion. Der Parkplatz hinter dem Heaven-Freibad wurde extra für das Spiel FC Temeswar - Schachtjor Donezk eingerichtet. Außerdem wurden die Straßen Diaconu Coresi und Cerna, die die Zufahrt zum Parkplatz ermöglichen, asphaltiert. Das Parken ist gebührenfrei.


Firmengründung in Lugosch

Ein Schlachthaus soll in der Temescher Stadt Lugosch/Lugoj über hundert Arbeitsplätze schaffen. Das deutsche Unternehmen „Junior Stempel´s“ wird voraussichtlich im September im Stadion-Viertel eröffnet. Im Schlachthaus sollen Schweine, Schafe, Kühe, Pferde und Geflügel geschlachtet werden, wobei die Fleischprodukte in den Kreisen Temesch/Timi{, Arad, Karasch-Severin/Cara{-Severin, Mehedin]i, Hunedoara und Bihor vertrieben werden. Vier firmeneigene Läden werden in Lugosch, sechs in Temeswar/Timi{oara und jeweils zwei in Reschitza/Re{i]a und Karansebesch/Caransebe{ eröffnet. Die Firmeninhaber beabsichtigen, Fleisch auch nach Ungarn und Italien auszuführen.


Stop für Straßensanierungsprojekte

EU-Fonds in Höhe von fast 89 Millionen Euro sind für die Entwicklungsregion West, bestehend aus vier Landeskreisen (Temesch/Timi{, Arad, Karasch Severin/Cara{ Severin und Hunedoara), für den Bereich 2.1, „Die Sanierung der Kreis-, Stadt- und Umgehungsstraßen“, vorgesehen. Die Projekte, die inzwischen eingegangen sind, haben einen Gesamtwert von fast 189 Millionen Euro. Aus diesem Grund werden ab dem 31. August keine weiteren Projekte zur Finanzierung eingereicht werden können, wie das Ministerium für Regionale Entwicklung und Wohnungsbau kürzlich mitteilte.


Zusammengestellt von Raluca Nelepcu und Olivian Ieremiciu

Fünftes Opern- und Operettenfestival


ao. Temeswar – Das fünfte Opern- und Operettenfestival findet vom 29. bis zum 31. August in Temeswar/Timi{oara statt. Auf der Bühne im Rosenpark können die Temeswarer Aufführungen der Temeswarer Staatsoper kostenlos erleben. Das Ereignis passt zum neuen Konzept „Temeswar – Open Art City“. Berühmte Opern können auch in diesem Jahr im Rosenpark verfolgt werden. Am 29. August, dem ersten Tag des Festivals, wird die Oper „Nabucco“ von Giuseppe Verdi aufgeführt. Für Samstag ist “Der Barbier von Sevilla“ von Gioacchino Rossini programmiert. Beide Vorführungen werden um 20.30 Uhr beginnen. Am Sonntag, dem 31. August, um 12 Uhr findet die Aufführung „Hänsel und Gretel“, von Engelbert Humperdinck statt. Das Festival wird mit einer Opern- und Operettengala enden – diese wird ebenfalls abends um 20.30 Uhr beginnen. Das erste Opern- und Operettenfestival fand 2005 statt, seitdem lockt das Festival jährlich zahlreiche Temeswarer in den Rosenpark.



Das Ensemble der Temeswarer Nationaloper beim Opernfestival 2007

Foto: Nicoleta Dobo{

Heißluftballons aus dem Karpatenraum


In Temeswar startet Anfang September erstmals der Carpatia-Pokal


Temeswar (BZ) – Mehr als dreißig Heißluftballons aus allen Anrainerländern der Karpaten sind bisher angemeldet zur Teilnahme an der ersten Ausgabe des Carpatia-Pokals, den die Sportkommission der Aquila Team GmbH aus Budapest zwischen dem 31. August und 6. September in Temeswar veranstaltet.

Der Carpatia-Pokal soll von den Ländern des Karpatenraums alljährlich reihum veranstaltet werden. Die Veranstalter wollen damit „eine Lücke ausfüllen bezüglich der Schaffung von Möglichkeiten zu regelmäßigen Treffen von Heißluftballonfahrern und internationalen Vergleichen der Heißluftballons dieser Region“.




Der Temeswarer Heißluftballon auf dem Sportplatz von Jahrmarkt/Giarmata bei seiner Zulassung durch die Rumänische Luftfahrtbehörde/Autoritatea Aeronautic² Român²

Foto: Claudiu Patt


Der Wettbewerb sieht vor, dass jeder teilnehmende Ballon höchstens neunmal, jedoch mindestens viermal aufsteigt. Die Resultate werden aufgrund von mindestens sechs Ballonflügen errechnet. Ein Ballonfahrerteam besteht aus bis zu vier Personen, die allerdings über einen gültigen Ballonfahrer-Flugschein verfügen müssen. Zum Wettbewerb zugelassen werden höchstens 60 Teams aus dem Karpatenraum.

Der einzige rumänische Heißluftballon, der am Carpatia-Pokal teilnimmt, wurde erst unlängt von der Rumänischen Luftfahrtautorität als flugtauglich zugelassen. Die beiden Temeswarer Ballonfahrer, zwei Studenten, befinden sich noch in der Ausbildung, so dass der Ballon, der Temeswar und Rumänien vetritt, von zwei aus Deutschland eingeflogenen Profi-Ballonfahrern gelenkt wird.

Eröffnet wird die Veranstaltung am 31. August mit einem Fackelzug der Teilnehmer als Gruß an die Stadt Temeswar, den Veranstaltungsort des ersten Carpatia-Pokals. Ab Dienstag, dem 1. September, und bis Freitag finden die Aufstiege täglich bei Sonnenaufgang (7 Uhr) und bei Sonnenuntergang (18 Uhr) statt, wobei jeder Flug als Wettbewerbsflug gilt. Zusätzlich gibt es am Freitag, dem 4. September, einen Flug mit Markern (hier sind bedeutende Preise zu gewinnen) und am Samstag um 10 Uhr eine Air-Show, auf welche um 14 Uhr die Siegerehrung folgt.

Das Budapester Aquila Team (Anita, Bernadett und Zoltán Füle) hat sich für Temeswar als Austragungsort des ersten Carpatia-Pokals entschieden, weil Fahrten mit Heißluftballons im gesamten Karpatenaum in Rumänien noch am wenigsten entwickelt sind und weil der erste nach allen Regeln und Gesetzen zugelassene Heißluftballon Rumäniens in Temeswar stationiert ist.







STOLZ DER BANATER



Die Allee der Persönlichkeiten wurde zum Anlass des Stadtfestes in Temeswar/Timi{oara eingeweiht. Sieben Büsten sind im Temeswarer Zentralpark zu sehen. Die „Banater Zeitung“ wird die bedeutendsten Banater Persönlichkeiten, denen Büsten gewidmet werden, in einer Serie vorstellen.


Der edle Ritter




Die Büste von Prinz Eugen von Savoyen. Skulptur: Linda Saskia Menczel

Foto: Raluca Nelepcu


Eugen von Savoyen (1663 – 1736) gehört zu den wichtigsten Persönlichkeiten, die das Banat positiv beeinflusst haben. Die eigentliche Geburtsstunde des Banats ist der 18. Oktober 1716, als Prinz Eugen von Savoyen die Türken bezwingt und zugleich in Temeswar, der Hauptstadt des Banats, einzieht. Ahmed Aga, der Temeswarer türkische Festungskommandant, übergibt symbolisch den Schlüssel der Festung an Prinz Eugen. Auf Vorschlag von Eugen von Savoyen wird am 28. Juni 1719 das Dekret „Verwaltung des Banats“ von Kaiser Karl VI. verabschiedet, infolge dessen Temeswar die Hauptstadt einer bedeutenden habsburgischen Provinz, eines Kronlands, wird. Das Banat, als kaiserliche Krondomäne der Wiener Reichsregierung direkt unterstellt, erhält ab sofort den Namen „Temescher Banat" (Banatus Temesvarensis). Wien verfügt, dass nur katholische Bürger angesiedelt werden.

Eugen Franz, Prinz von Savoyen-Carignan, wurde am 18. Oktober 1663 in Paris geboren und starb am 21. April 1736 in Wien. Er wurde unter dem Namen Prinz Eugen oder „der edle Ritter“ bekannt und war einer der berühmtesten Feldherren des Hauses Österreich und eine wesentliche Stütze in der Erlangung der Großmachtstellung Österreichs innerhalb Europas. Daneben war er als Bauherr und Kunstsammler einer der bedeutendsten Mäzene seiner Zeit.

Andreea Oance


Deutsche für Sozialarbeit ausgezeichnet


Mechtild Gollnick in Sozialeinrichtungen daheim


Von Siegfried Thiel


Als Mechtild Gollnick Anfang der 90er Jahre nach Temeswar/Timi{oara kam, hatte sie weder daran gedacht, dass sie so lange bleiben, noch dass sich ihr Leben dadurch grundlegend ändern würde. Innerhalb von fast 18 Jahren wurde aus der Fachlehrerin am William-Shakespeare- bzw. Nikiolaus-Lenau-Lyzeum eine etablierte Kontaktperson für ausländische Sponsoren.

Seit Anfang August ist Mechtild Gollnick Ehrenbürgerin von Temeswar (Die BZ berichtete). „Diese Ehrung ist für meine Sponsoren ein wichtiges Zeichen, dass sie mit ihren Spenden etwas bewirken, was sichtbar ist und anerkannt wird“, sagte sie vor vollem Sitzungssaal und vor den Stadträten, als der Bürgermeister Gheorghe Ciuhandu ihr die Ehrenbürgerwürde zum Festtag der Stadt Temeswar (3.August) verlieh. „Die Auszeichnung steht eigentlich der gesamten „Hilfe für Kinder“ zu, angefangen von den Sponsoren bis zu meinen Helfern vor Ort“, lässt Mechtild Gollnick Bescheidenheit, aber auch Anerkennung ihren Mitstreitern gegenüber erkennen.

Nach dem Tod ihres Gatten Hubertus Gollnick – der diese Hilfstätigkeit aufgebaut hatte - im Dezember 2004 hatte Mechtild Gollnick die Rumänienvertretung von „Hilfe für Kinder e.V. Heinsberg“ allein weitergeführt. In manchen Kreisen hatte man damals mitunter gezweifelt, ob sie es überhaupt schaffen würde, allein den Kontakt zu den ausländischen Sponsoren zu halten, mit den Behörden vor Ort klar zu kommen und beitragen zu können, die weiterhin in vielen rumänischen Familien herrschende Not einzudämmen. Die Antwort darauf hat sie in den nahezu fünf Jahren gegeben, in denen sie zu „Hilfe für Kinder Temeswar“ wurde.

Ein allgemeines Porträt über Mechtild Gollnick zu schreiben ist nicht einfach. Sie spricht fast ausschließlich über ihre Projekte, die sie im Laufe der Jahre sogar noch ausgebaut hat, obwohl die Spendefreudigkeit für das EU-Mitgliedsland Rumänien normalerweise zurückgehen müsste. Die Unterstützung sei „leider“ immer noch in großem Maße notwendig, sagt Gollnick, denn „hier in Rumänien gibt es immer noch sehr viele arme und benachteiligte Kinder und Familien, die Hilfe brauchen“.

Konkret spricht die in Kinderheimen als „doamna Gollnick“ Bekannte von der Unterstützung der Sozialkantine der orthodoxen Kirchen im Temeswarer im Stadtteil Mehala, von den bedürftigen Familien in Albrechtsflor/Teremia Mic² und der dortigen Zusammenarbeit mit dem orthodoxen Pfarrer Valer Coca, „der sich der Not seiner Kirchengemeinde annimmt, die Sach- und Geldspenden, die er bekommt, gewissenhaft verteilt“, vom betreuten Wohnen für heimentlassene Jugendliche und Ausbildungshilfen für Kinder im Schul- und Vorschulalter.

„Von all den Geehrten war ich bestimmt die öffentlich am wenigsten Bekannte“; sagt Mechtild Gollnick. Sicher nicht so medienträchtig wie die ebenfalls gewürdigten Ex-Fußballstars oder der langjährige Alcatel-Chef Dan Bedros, aber für eine gewisse soziale Schicht oft der Faktor, der über ein bisschen mehr Lebensqualität zu entscheiden vermag.



Mechtild Gollnick: Ehrung im Tagungssaal des Rathauses

Foto: Zoltán Pázmány

Sanktanna hat wieder e erschti Geldfrau for 2010

Bilderseit vun Helen Alba


De Gewinner vum große Rosmareinstrauß war noh langem Verlezetiere de Anton Faulhaber aus Deitschland. Sei Tochter werd 2010 die erschti Geldfrau in Sanktanna bei der Kerwei sin.

So richtich ausgetobt han ich mich desmolrum uf dere Sanktannaer Kerwei. Ich war sogar zwaa Täch lang dorte un han fascht alles, was passiert is, mitkriet. Villes han ich gewisst, awer so manches war for mich neij un ich sin froh, mei Schwowewisse um villes bereichert zu han. Was mer derbei ufgfall is un mer gfall hat, han ich in Bilder feschtghal, for dass a ihr, liewe Leser, gsiehn kennt, wies dorte war.

Un ich han helfe derfe, e Owerrock in Stecke zu raffe. Die Regina Neni hat mich in die Lehr ghol. Un es is nit eenfach, mit dene Stecke zu hantiere, bis die Falte sitze. Ausserdem han ich mit de Musikante, mit Sachseleit, uner eem Dach gewohnt, mir han unser Wisse ausgetauscht un uns gut unerhall mitnaner. Esse un Trinke hats in Hill un Fill gin, de Toni Bleiziffer, er is de Kulturreferent der HOG Sanktanna, hat iwer Ess- und Trinkkulture referiert. Druf kumm ich noch zruck, in eener anri Pipatsch-Ausgabe.


Ob gebickt, gekuscht, gekniet oder später uf der Leeder, de Kerweihbaam git in Sanktanna am Samschta ufgeputzt un ufgstellt. Die Buchsbaambischle gin mit Droht zammgebunn un runderum an de Baam gewickelt



Am Samschta vor der Kerwei git a die Tracht anprowiert. Do steht jetz es Sonja Arend, es war zweiti Geldfrau, un losst alli Prozedure geloss iwer sich ergehn. Es will awer sicher sin, dass „sei Hinnre“ beim Ufmarsch so is, wie des sich in Sanktanna gheert: dick un bauschich!



Dass de Owerrock e weisses Leinen is, mit sticker finf Meter Breeeding, han ich nit gewisst. Die Resi Höniges hat mer des ekschpliziert. Un die finf Meter gin dann in Stecke gerafft!



Es hat mich stark beriehrt: die zwaa Geldherre (Claudius Höniges rechts un Martin Reinholz jun.) han sich am Kerweihsamschta beim Inlade un Ufmaschiere die ganzi Zeit angephackt, besser gsaat, mit de Fingre inghokscht ghat



Es ware vill Gäscht aus Deitschland derbei. Manchi sogar im Dirndlkleid



De kleenschte Kerweitänzer war de Ralf Raab



Johanna Reinholz werd mit Sicherheit in phaar Johr de Kerweizuch als Geldfrau anfiehre



E bemerkenswerti Geste: wie die Trachtenphaare vun der Damm runer sin, for in die Kerch inmaschiere, han erscht die Geldherre die Hiet vum Kopp ghol un phaarmol gschwenkt. Des war es Zaiche for alli Kerweitänzer, de Hut runer un vor die Bruscht halle



E Kerwei ohne Musich – so was kann mer sich iwerhaupscht nit vorstelle!