Mittwoch, 1. April 2009

April, April

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... kann tun, was er will
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Um Familienangehörige, Freunde oder Bekannte durch einen Scherz hereinzulegen, trifft sich jährlich für die Meisten der 1. April am besten. Eine Information auf übertriebene Weise jemand vorzugaukeln, jemand reinzulegen, wird an diesen Tag als ein Aprilscherz akzeptiert.
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Dieser Brauch, dessen Schwindel üblicherweise durch die Sprüche: „April, April“ oder „das war doch nur ein Aprilscherz“ entschärft wird, soll sich ursprünglich schon im 16. Jahrhundert europaweit eingebürgert haben – durch die Redensart „in den April schicken“, die 1618 von Bayern aus in Deutschland und später in ganz Europa verbreitet wurde. Durch die europäischen Auswanderer gelangte diese Tradition auch nach Nordamerika. Der Aprilscherz als Begriff ist jedoch auf die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts zurückzuführen, als in Grimms „Deutsches Wörterbuch“ der Terminus „Aprilsnarr“ 1854 erstmals verzeichnet wurde.
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Woher es kommt, dass der 1. April als der geeignete Tag für Scherze anerkannt wird, ist jedoch unbekannt. Sicher ist nur, dass der Theologe Manfred Becker-Huberti schon im Volksglauben der Antike viele angebliche Unglückstage feststellte, die neben einem Freitag, dem 13., sich am 1. April ereigneten.
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„Meiner Meinung nach ist der 1. April ein Tag, der zur Karnevalszeit gehört. Der Karneval ist für das Chaos kennzeichnend, durch das eine neue Ordnung geschaffen wird,“ sagt der Anthropologe Gheorghe Sechesan. Er meint, dass diese Gepflogenheit ihren Ursprung in der alten Zeit der Ägypter, Mesopotamier und der afrikanischen Religionen hat. Damals schon veranstaltete man zum Jahreszeitenwechsel einen Karneval. Ähnlich hatten auch die Römer, die das Neujahr immer im Frühling und nicht im Winter feierten, zum Jahresanfang die Weltschöpfung wiederholt. Damit diese primäre Ordnung aber wiederbelebt werden konnte, musste zuerst das Chaos in Form eines Karnevals entstehen. Könige wurden zu Sklaven (Sklaven zu Königen) und putzten die Schuhe ihrer Untertanen. Nicht einmal der Gebrauch von obszönen Worten oder Gesten war tabu, um die alte soziale Ordnung zu kippen und neu zu erschaffen.
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In Rumänien wird der 1. April zur Karnevalszeit gezählt und in der Maramuresch zum Beispiel als Tag der Wahnsinnigen bezeichnet, wobei der April als Monat der Hörner oder des Faschings gilt. An manchen Orten werden heute noch diese Gebräuche weiter gepflegt: unter anderen war es immer üblich und erlaubt, dass die Männer in dieser Zeit die Frauen und Mädchen an den Hintern greifen. Wenn diese Gepflogenheit in Rumänien auf die Römer zurückgeht, so gibt es in Europa mögliche Erklärungen für diesen Scherztag, die auf Begebenheiten beruhen, die stattfinden hätten sollen, oder bei denen wichtigen Personen ein Streich gespielt wurde. Als Erklärung für den Aprilscherz wird auch das Wetter in Rechnung gezogen, wofür der Spruch: „April, April kann tun, was er will...“ kennzeichnend ist.

Anspruch und Verzicht


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Ein wichtiger Indikator für das Gleichgewicht einer Gesellschaft ist das allgemein akzeptierte Verhältnis zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Sprich: Wie viel Vergangenheit braucht diese? Wie viel Gegenwart weiß sie sich zu verschaffen? Wie viel Zukunft billigt sie sich zu?
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Die Zeiten, in denen die Vergangenheit eine ungeteilte Bedeutung für die Gegenwart haben konnte, sind längst vorbei, auch in Ostmitteleuropa. Nur noch Extremisten berufen sich auf die vergangene Größe, und das ist denkbar schlecht. Die Vergangenheit hat so nicht nur ihren romantischen Zug verloren, sie hat auch ihren beseelenden Impuls eingebüßt.
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Im Ergebnis hat die heutige Gesellschaft seit 1989 rasant an Gedächtnis verloren. Das hat auch damit zu tun, dass die Geschichte auf das 20. Jahrhundert reduziert wurde. Nach dem Ende des Kommunismus wurde dieser allzu schnell zur Vergangenheit erklärt, um ihn aus der Gegenwart zu entfernen. Damit aber rückte das Problem der Aufarbeitung in den Vordergrund.
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Ihr wiederum wollte man sich nur ungern widmen. Man war allzu sehr mit den Verwerfungen der Gegenwart beschäftigt. Die Gesellschaft fühlte sich in ihrer Mehrheit eher von den ökonomischen Umbrüchen traumatisiert als von der totalitären Vergangenheit.
Das aber war wohl ein Fehlschluss, ein fataler sogar. Vom Schweigen haben etliche der Täter profitiert, sie konnten erneut Karrieren machen, aber das ist nicht das Problem. Dieses besteht vielmehr darin, dass die Gesellschaft es versäumt hat, eine Debatte über die Vergangenheit zur eigenen Identitätsklärung zu nutzen.
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Genau das aber fehlt jetzt. Ignoranz ist ein Verhalten für gute Zeiten. In der Krise nützt das Ausblenden gar nichts. Sie ruft nach Werten, mit denen sie auszuhalten ist. Diese Werte kann der Rechtsstaat nicht allein garantieren. Umsonst hat man eine Anti-Korruptionsbehörde, wenn die Korruption nicht ausreichend moralisch geächtet ist.
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Eines der größten Wagnisse bei der Neuordnung der Verhältnisse in Ostmitteleuropa war die Einrichtung einer illusionslosen Gesellschaft. Die Kommunisten haben die Symbolik der Zukunft verbraucht. Ohne diese über den Tag hinausreichende Orientierung aber geht e nicht. Und schon längst nicht voran. Eine Zukunft hat eine Gesellschaft nur, insofern sie eine Vorstellung von dieser Zukunft hat. Es ist die Vorstellung von der Haltbarkeit der eigenen Gemeinschaft, von der Haltbarkeit ihrer Werte.
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Letzten Endes besteht die Herausforderung der Krise an die Gesellschaft darin, dass plötzlich nicht mehr der Anspruch zählt, sondern der Verzicht, die kollektive Fähigkeit zum Verzicht. Nur wer das erkennt, hat in der Krise eine Chance. Kredite sind nur das Mittel, nicht die Rettung.
Richard Wagner

Deutsch-rumänische Partnerschaft in der Wasserwirtschaft

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Know-how Transfer des akademischen und nichtakademischen Personals ermöglicht
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oi. Temeswar - Durch die Zusammenarbeit zwischen Temeswar/Timisoara und München ist eine neue Stiftung gegründet worden: die Stiftung Aquademica. Gründer sind Aquatim S.A. und die Münchner Stadtentwässerung. Die neu gegründete Stiftung soll zu einer besseren Wasserbewirtschaftung führen. Zurzeit beinhaltet das rumänische Bildungssystem, zum Beispiel, keine Ausbildung zum Umweltspezialisten. „Es bleibt den Betreibern nichts anderes übrig, als dass sie ihre Leute selbst ausbilden“, sagt Leiter des Temeswarers Wasserbetreibernetzes Aquatim, Ilie Vlaicu. Durch diese Partnerschaft soll unter anderem ein Know-how Transfer des akademischen und nicht-akademischen Personals geschaffen werden.

An der Unterzeichnung des Vertrags nahmen Teil (v.l.n.r).: Rolf Maruhn, Konsul der Bundesrepublik Deutschland in Temeswar, Ilie Vlaicu, Leiter des Aquatim, Bürgermeister der Stadt Temeswar, Gheorrghe Ciuhandu und Hep Monatzeder, 3. Bürgermeister der Stadt München
Foto: Zoltán Pázmány


Die Partnerschaft besteht seit 2007 und sieht vor, ein Kompetenzzentrum zur Wasseraufbereitung und Klärsysteme zu schaffen. Als Folge der Partnerschaft: Aquatim hat von der Münchner Stadtverwaltung zwei Pilotstationen bekommen, die den Prozess des Klärwassers simulieren.

„Wir haben jetzt das Netz, wir sollten zu fischen anfangen“, sagt Hep Monatzeder, 3. Bürgermeister der Stadt München, der ein chinesisches Sprichwort zitiert, hinsichtlich der beschlossenen Zusammenarbeit der beiden Städte.

Aquatim ist der Wasserbetreiber für Temeswar, Hatzfeld/Jimbolia und Detta/Deta. In Temeswar sind es 330.000, in Hatzfeld 11.000 und in Detta 4.800 Nutznießer. Aquatim hat fünf ..uzine de apa und drei Klärwasseranlagen. Das Wassernetzwerk erstreckt sich auf 615 Kilometer in Temeswar, 68 Kilometer in Hatzfeld und 21 Kilometer in Detta. Das Kanalisationsnetz, das ebenfalls in der „Obhut“ von Aquatim steht, erstreckt sich auf 489 Kilometern in Temeswar, 9 Kilometer in Hatzfeld und 15 Kilometer in Detta. Insgesamt hat Aquatim ungefähr 800 Angestellte. Die Münchner Stadtentwässerung zählt ungefähr 1,3 Millionen Verbraucher,. Das Kanalisationsnetz erstreckt sich auf rund 2.400 Kilometer. Obwohl vier mal mehr Nutznießer, ist die Zahl der Angestellten jedoch fast gleich wie die des Aquatim: die Münchner Stadtentwässerung hat rund 850 Angestellte.

Eine Banater Schwäbin auf Weltreise (26)

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Genf: Jet d´eau und Evanghelismus / von Nareda Cerdy

Außer wenn man auf Geschäftsreise geschickt wird oder unterwegs ist in den Alpen zum Skifahren, gibt es eigentlich keinen Grund, nach Genf zu kommen. Auffallende Postkarten von Genf sind die Wasserfontäne im Genfer See, der Jet d´eau, und das Wahrzeichen der Stadt, das auf absolut allen abgebildet, weil es hier sonst so gut wie gar nichts anderes Bemerkenswertes gibt. Da in Genf 35% des weltweiten Privatvermögens verwaltet wird, ist die Stadt das Understatement schlechthin, nur die überdurchschnittlich teuren Autos geben einen diskreten Hinweis darauf.

Aussicht über den Genfer See vom Turm der St. Pierre-Kathedrale

Wenn man in Genf landet und das Handy “Welcome to Orange France!” grüßt, braucht man nicht an seinen Geografiekenntnissen zu zweifeln: man ist trotzdem in der Schweiz. Aber so nahe an Frankreich, dass der Flughafen Genf einen Teil enthält, wo alle Abflüge so abgefertigt werden, als würden sie aus Frankreich und nicht aus der Schweiz starten. Da es sich um den französischen Teil der Schweiz handelt, kommt man mit Deutsch hier nicht viel weiter, mit Englisch schlägt man sich als Tourist im Zweifel besser durch. Vom Flughafen mit dem Taxi in die Stadt zu fahren ist ein großer Fehler, dauert eine halbe Stunde wegen dem Verkehr und ist außerdem auch noch sehr teuer. Direkt im Flughafen gibt es einen Bahnhof, der eine Endstation ist und von dem aus alle Züge am Genfer Hauptbahnhof Cornavin vorbeifahren.

Also einfach in egalwelchen Zug einsteigen und in 6 Minuten ist man mitten in Genf, denn der Bahnhof ist mitten in der Altstadt und keine 3 Gehminuten vom Genfer See entfernt. Die besten, aber auch teuersten Hotels stehen rund um den See, die günstigsten in der Bahnhofsgegend. Ein Hotelzimmer mit Blick auf den See ist natürlich die schönste Unterkunft, die man hier bekommen kann und auch wenn´s teuer ist, mehr als 2 Tage und die Nacht dazwischen braucht man nicht, um Genf zu erkunden, also könnte man das als Rechtfertigung, sich mal zu verwöhnen, in die Preiskalkulation bei der Hotelwahl mit einfließen lassen. Von Genf ging die Reformation und der Evangelismus aus. Als imposantester Bau thront über der Stadt die reformierte Kathedrale St Pierre. Für 4 CHF kann man auf den Turm raufklettern. Die sehr enge, steile Wendeltreppe führt zu einem Dachboden, der ein Hänsel- und Gretel Hexenhaus-Gefühl aufkommen lässt.

Vom Dachboden aus gelangt man auf weiteren, noch engeren und steileren Wendeltreppen auf den Nord- und Südturm hinauf. Für die Aussicht von oben lohnt sich der Aufstieg aber allemal, es ist die beste Fotogelegenheit überhaupt, in Genf. Die Alpen im Hintergrund, der See davor und die vielen kleinen, mittelalterlich engen Gassen. Bei schönem Wetter sind die beiden Kathedralentürme für Schwindelfreie, ein Ort zum Innehalten und den Anblick zu genießen. Gleich neben der Kathedrale ist das Museum der Reformation, welches die Geschichte der von Jean Calvin initiierten Bewegung, die im 16. Jahrhundert von Genf ausging und zu einer der großen Familien des Christentums führte. Am Genfer See entlangschlendernd laden im Sommer viele anspruchslose kleine Imbissbuden zum Verweilen und Betrachten des Jet d´eau ein. Wenn man ein Stückchen weiter spaziert, gelangt man zum Park La Grange am Quai Gustave Ador.

Jet d`eau, das Wahrzeichen von Genf
Fotos: Wikipedia
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Es gibt viele Sitzbänke und einen schönen kleinen Rosengarten. Man darf sich auf die Wiese legen und die windgeschützte Lage des Parks mit der Aussicht auf den See lässt auch im Frühling und Herbst Sommergefühle aufkommen. Vom Park La Grange in die Altstadt den gleichen Weg nochmal zurück zu laufen muss aber nicht sein, dann lieber Bötchen fahren. Die gelben Boote, die auf dem See im 30-Minuten-Takt hin- und herfahren, kann man mit den gleichen Tickets wie alle anderen öffentlichen Verkehrsmittel benutzen. Sie sind die bequemste und günstigste (2 CHF) Art, von einem Ufer zum anderen zu gelangen. Und das war´s auch schon, viel mehr gibt´s nicht zu sehen in Genf. Und die internationale Politik sowie die vielen Genfer Konventionen wollen wir mal tunlichst beiseite lassen, zumal sie kaum eingehalten werden.

Am besten den Genf-Besuch mit einem Messebesuch (zum Beispiel der Genfer Autosalon) kombinieren, denn selbst dann reichen zwei Tage aus, oder als Zwischenstation vor oder nach dem Skiurlaub. Ansonsten ist es ein etwas langweiliger Städtetrip.

Temeswar leidet unter Schmutz:

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Förderkampagne für eine saubere Stadt / von Andreea Oance
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„Mess dich nicht mit den Temeswarern!“ So lautet der Slogan einer neuen Öko-Kampagne in Temeswar/Timisoara. Dieser soll laut Temeswarer Bürgermeister Gheorghe Ciuhandu, die Bürger sensibilisieren und deren Selbstbewusstsein wecken, denn „Temeswar leidet“! Warum leidet denn eine Stadt? Temeswar leidet durch Schmutz und Nachlässigkeit. Nun soll das alles ein Ende haben, denn die Temeswarer sollen bereit sein, etwas für ihre Stadt zu tun. „Wir lieben unsere Stadt - Wir machen sie nicht schmutzig. Wir lieben Blumen – Wir brechen sie nicht ab“, so soll die Sensibilität der Bürger bewegt sein. Unter dem Motto „Mess dich nicht mit den Temeswarern!“ („Nu te pune cu timisorenii!“) wird die neue Öko-Kampagne in Temeswar gestartet. Diese steht unter der Schirmherrschaft des Rotary-Clubs und der Bega-Stiftung.

Der Kampagne-Banner hängt in der Temeswarer Innenstadt.
Foto: Zoltán Pázmány


Die Öko-Kampagne fördert das Erhalten einer sauberen Stadt und soll bis zu einem Jahr dauern. Dabei zählen die Förderer der Kampagne auf eine starke Unterstützung seitens des Temeswarer Bürgermeisteramts und der Kommunalverwaltung, so dass zurzeit mehrere Banner in der Innenstadt mit dem Motto der Kampagne angebracht wurden. Dies, damit sich die Temeswarer an die neue Öko-Kampagne gewöhnen – meinen die Veranstalter. Als nächstes werden periodisch Freiwillige durch die Stadt gehen, die die Leute auf der Straße erinnern sollen, ihre Zigarettenkippen, Papier oder Lebensmittelreste nicht auf der Straße, in den Parks oder aus dem Auto zu „verlieren“.

Die Kampagne wird auch in den öffentlichen Verkehrsmitteln, in den Schulen, Universitäten und Institutionen eingeführt. Der Slogan „Mess dich nicht mit den Temeswarern!“, soll das Selbsbewusstsein der Bürger wecken, die sich somit mit der Kampagne identifizieren sollen und dadurch auch aktiv zu deren Unterstützung beitragen. „Manche könnten sich von diesem Slogan beleidigt fühlen, doch so wie ich die Temeswarer kenne, haben sie ein starkes Identitätsgefühl. Die Temeswarer wollen immer wieder den anderen Rumänen einen Schritt voraus sein und beweisen, dass sie anders sind“, sagt der Temeswarer Bürgermeister, Gheorghe Ciuhandu.

Die Öko-Kampagne wird als erstes bloß in der Stadt durchgeführt, mit der Zeit aber soll die Kampagne im ganzen Verwaltungskreis Temesch Fuß fassen.

Die Kosten dieses Öko-Projektes werden vom Rotary-Club und durch verschiedene Sponsoren getragen.

Ausschreibungsbeteiligung: schon mit drei


Kinder lernen frühzeitig über Geld und Wirtschaft
Von Ana Saliste

Die Kinder sitzen an den kleinen Tischen und schneiden Papierobjekte, die sie ein paar Minuten früher mit Buntstiften bemalt haben. Sie müssen eine fiktive Schule bauen. Ihnen steht ein Budget zur Verfügung. Auf einer DIN A4-Seite haben sie Objekte abgebildet, sie müssen nun entscheiden, welche davon notwendig für eine Schule sind, denn das Budget reicht nicht für alles. Stühle, Tische und Requisiten wurden schon ausgewählt.

Ovidiu Sturz versucht die Kinder zum Nachdenken anzuregen

Ein kleines Mädchen schneidet noch ein Bild aus, das Süßigkeiten darstellt. Und dabei greift der Erzieher Ovidiu Sturz ins Gespräch ein. „Sind Süßigkeiten wirklich notwendig für die Schule?“ Der 9-jährige Daniel antwortet laut: „Nein, wir haben belegte Brötchen von zu Hause. Die schmecken ja am besten“ und sein Kollege Andrei fügt hinzu: „Süßigkeiten sind nicht gesund. Mir hat einmal der Bauch weh getan, weil ich zu viele Bonbons gegessen habe“. Nach einigem Zögern, entscheiden sie sich, die Süßigkeiten auszulassen und sie mit einer Tafel zu ersetzen. „Tafeln sind in einer Schule notwendig“, sagt der 7-jährige Andrei. Da lächelt Ovidiu Sturz, von Beruf Psychiater, und nickt Andrei zu. Das Ziel wurde erreicht: Andrei hat schon den Unterschied zwischen einer notwendigen Sache und einem Wunsch verstanden. Und genau darum geht es in dem FasTracKids-Programm, das Ovidiu Sturz seit 2008 in Temeswar eingeführt hat.

Jeden Nachmittag versucht er in einer Art Afterschool Kinder zwischen drei und neun Jahren mit wirtschaftlichen Begriffen vertraut zu machen. In Form eines Spiels organisiert er in den Stunden fiktive Ausschreibungen, erklärt den Unterschied zwischen Angebot und Nachfrage und hilft den Kindern ein Geschäft auf die Beine zu stellen. FasTracKids ist ein Programm, das um das Jahr 2000 von den Amerikanern entworfen wurde und rund zwei Jahre dauert. Dadurch soll die emotionale Intelligenz der Kinder gefördert werden. Ein Kurs dauert zwei Stunden und findet einmal pro Woche statt. Die rund 70 Kinder, die die Kurse in Temeswar besuchen, werden auf Gruppen aufgeteilt und von je zwei Erziehern betreut.

Ob aber ein Kind schon mit drei Jahren die Bedeutung des Geldes verstehen kann? „Nun ja, die pompösen Fachbegriffe verstehen die Kinder in diesem Alter natürlich nicht, aber sie können selbst beurteilen was notwendig ist und was nicht“, erklärt Ovidiu Sturz. Hauptsächlich den Unterschied zwischen Wunsch und Bedarf will Sturz den Kindern klar machen. So zum Beispiel fiel es ihm auf, dass die Kinder Probleme haben, den Fernseher von der Liste der notwendigen Sachen zu streichen. „Wir versuchen hier, die Kinder dazu zu bringen, sich die Frage ´warum´ zu stellen und dabei verstehen, was um sie passiert. So werden sie viel selbstbewusster. Es gibt Erwachsene, die introvertiert sind und kaum kommunizieren können. Das hängt mit der Kindheit ab, weil ihr Selbstbewußtsein nicht aufgebaut wurde“, sagt Sturz.

Studien belegen, dass sich die emotionale Intelligenz eines Kindes zwischen drei und neun Jahren entwickelt. In dieser Zeitspanne ist das Kind wie „ein Schwamm, der alles aufnimmt“, wie Ovidiu Sturz zu sagen pflegt. „Jedes Kind soll den Wert der Produkte erkennen“, erklärt er. Dabei fokussiert er seine Arbeit auf verschiedene Themen, darunter Wirtschaft, Biologie, Kreativität, Literatur. Zwei Monate wird ein Thema behandelt. In diesem Monat ist Wirtschaft angesagt. Dies sei um so interessanter, weil sich nun alles um die Wirtschaftskrise dreht, so Sturz. Die Eltern müssen aber bei der Bildung des Kindes ebenfalls mitmachen. Nach jedem Kurs bekommen sie eine kurze Zusammenfassung, welche neuen Wörter die Kleinen hinzu gelernt haben und wie sie auch zu Hause mit ihnen üben sollen. Für den Kurs sind 275 Lei pro Monat zu begleichen. „Es hat sich herausgestellt, dass das Geld, das man für Erziehung und Bildung eines Kindes bis zum 18. Lebensjahr ausgibt, für Sprach-, Schwimmkurse usw., ungefähr dem Preis eines Luxusautos entspricht“, resümiert Ovidiu Sturz. Gemessen an diesem Vergleich – wahrlich nicht teuer.

Pfandhäuser: Kein Boom durch Wirtschaftskrise

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Goldkette und Medaillon zum Auktionspreis/ Von Oliver Zsilko

Als ob sie ihr Haar flechten wollte, so spielt sie mit den braunen Locken. Dabei lächelt sie mich ab und zu an. Immer wenn sie ihr Haar um die Ohren legt, kann ich die großen goldenen Ohrringe und fast an jedem Finger einen Ring bemerken. „Die Goldkette ist 6,5 Gramm schwer und hat 14 Karat. Ich biete dir dafür 21 Lei. Bei einer Verpfändung von fünf Tagen müsstest du für die Rückerstattung etwa 23 Lei bezahlen“, sagt mir die Frau aus einem Pfandhaus im Temeswarer Stundentenheim. Die Pfandleiherin hört auf, mit ihren Locken zu spielen, und beginnt den Ring vom linken Mittelfinger immer wieder abzunehmen und anzulegen. Dabei erklärt sie mir, dass die Kette wegen des Medaillons, auf dem zwei Fische zu sehen sind, nicht mehr wert sei. Denn sollte ich die Kette samt der runden Plakette verpfänden lassen und nicht wieder abholen kommen, würde diese nur eine Person kaufen, die unter diesem Sternzeichen geboren wurde.

Bewertung und zum Ersten...
„Die Pfandleiher werden dir nicht mehr als 200 bis 220 Lei für die Kette anbieten“, sagte der Goldschmied George Taus, als er meine Kette auf 400 Lei bewertete.

Nahe dem 700er Markt auf der Paris-Straße schätzt ein Pfandleiher die Kette, ohne sie zu wiegen, auf vier Gramm und bietet mir daraufhin auf Provision von 1,5 Prozent pro Tag 150 Lei an. Das heißt, dass bei einer Verpfändung auf fünf Tage ich zusätzliche 7,5 Lei zahlen müsste, um mir die Kette zurückzukaufen. „Es geht uns nicht darum, den Menschen die Sachen wegzunehmen, sondern durch die Provision zu gewinnen“, sagt der Inhaber des Pfandhauses. Bei ihm werden außer Goldschmuck auch Elektrogeräte verpfändet, allerdings nur wenn die Garantie für diese nicht abgelaufen ist. Er meint, dass in der Krisenzeit die Anzahl der Verleiher nur um 10 bis 15 Prozent gestiegen ist. Genauso die Menschen, die ihre Güter nicht mehr abholen kommen. Erst ab Juni erwartet der Inhaber, dass die Wirtschaftskrise sich bemerkbar macht und die Leiheranzahl steigt.

Zum Zweiten...
„Ich arbeite seit zehn Jahren hier. Immer schon haben sich bei uns die gleichen Menschen Geld ausgeliehen. Es sind kaum welche dazugekommen“, so die Pfandleiherin aus dem Laden, der sich unweit von der Piaristenkirche in Temeswar/Timisoara befindet. Sie sagt, dass es meistens Geschäftsleute sind, die zu ihr kommen und sogar 6000 bis 7000 Lei borgen. Ausnahme sind drei Mütter aus dem naheliegenden Kinderkrankenhaus „Louis Turcanu“, die immer wieder Schmuck verpfänden lassen.

Im Gegensatz zum Pfandhaus auf der Paris-Straße, wo man für jeden verspäteten Tag eine zweiprozentige Geldstrafe zahlen muss, wird hier nur die Provison gefordert. Weiter zu meinem Test: für meine Goldkette bekäme ich beim Pfandverleiher neben der Piaristenkirche 240 Lei mit einer Provision von 2 Lei pro Tag. Um meine Kette nach 30 Tagen abkaufen zu können, müsste ich insgesamt 300 Lei zahlen. Bisher das beste Angebot (ohne zu verhandeln), das sogar Taus` Voraussage überbietet.

Zum Dritten...
„Ich verhandle nur mit den Stammkunden, denn es ist vorgekommen, dass ich einem neuen Kunden mehr Geld für ein Goldstück gab und, weil dieser das Gold nicht mehr abholte, musste ich selbst noch etwas draufzahlen“, sagt die Pfandleierin im Studentenheim. Obwohl sie anfangs nicht sagen wollte, ob ihre Kunden Studenten sind, stelle ich das mit der Zeit fest. Die Frau meint, dass sie oft bemerkt hat, dass viele am Überlegen sind und sich schämen, bevor sie ins Pfandhaus treten. Um die 30 Kunden hat der Laden, die Anzahl dieser ist in dieser Zeit nicht gestiegen, deshalb erklärt die Pfandleiherin, dass es keine Wirtschaftskrise gibt. Dies sei eine fiktive Sache, hervorgerufen durch die panische Veranlagung der Menschen.

Ihre Kunden borgen für unterschiedliche Zwecke Geld. Eine Jugendliche ließ einmal ihre Ohrringe verpfänden, weil sie die Studiengebühr bezahlen musste. Ein anderer seine dicke Kette, um im Casino zu spielen. Die Frau soll diesen mehrmals gewarnt haben, dass sie ihm nichts mehr verpfänden wird, wenn er mit den Glücksspielen nicht aufhört. Sie hielt aber nie Wort.

Als Berufspflicht sieht sie sich bemusst, „dem Kunden all das zu sagen, was er in Bezug auf Pfandverleih wissen muss!“

Zum Letzten.
Nach langem Suchen finde ich das abgelege Pfandhaus hinter dem Studentenwohnheim Nr. 16. Auf dem Stahlgerüst, mit Holztreppen belegt, schwinge ich mich zum Eingang. Bevor ich eintrete, bemerke ich unklar - von der Tür aus – ein Stahlgitter. Im Laden begrüßt mich eine grobe Stimme hinter den Gitterstäben, die den Raum in zwei teilen. Ich frage nach einem möglichen Pfandpreis und reiche dem Mann unsicher die Kette durch die Stäbe. Darauf beginnt er an einem Stein die Kette zu reiben. Erst das Medaillon, dann die Kette. Nachdem er feststellt, dass diese beide 14 Karate haben, legt er sie auf die Waage und bietet mir 230 Lei dafür. Da ich verhandeln möchte, fragt er, wozu ich das Geld bräuchte. Als ich ihm antworte, dass ich noch 400 Lei benötige, um meine Studiengebühr bezahlen zu können, antwortet er: „Mehr als 270 Lei gib ich dir nicht für die Kette“, zum Glück nicht. Denn als Reporter und nicht als Kunde im Pfandhaus, wollte ich den Schmuck ja nicht in dem wenig freundlichen Laden lassen....

Das Pfandhaus in unmittelbarer Nähe der Piaristenkirche
Foto: Zoltán Pázmány

Neue Investition bei „Helvetica Milk“

Petschka; vier Millionen für moderne Geräte

Arad (BZ) – Die Milchfabrik in Petschka/Pecica ist vor kurzem modernisiert worden. Diese gehört dem Unternehmen „Helvetica Milk“ und ist im Industriepark der Stadt abngesiedelt. Die Investition liegt bei mehr als vier Millionen Lei. Die Gelder stammen aus SAPARD-Fonds. „Die Milchfabrik ist eine der modernsten in Westrumänien. In dieser Fabrik werden über 20 neue Arbeitsplätze geschaffen,“ sagt Petru Antal, Bürgermeister von Petschka. Andrei Voin]ki, stellvertretender Leiter der SC „Helvetica Milk“ meint, dass es eine moderne Fabrik ist, die eine technische Ausstattung von hohem Niveau hat. „Wir hoffen, dass unsere Produkte weiterhin die selbe Qualität aufweisen wie bisher“ sagt Vointki.

In der Stadt Petschka hat „Helvetica Milk“ ihre Fabrik modernisiert
Foto: Zoltán Pázmány


„Helvetica Milk“ wurde 1994 gegründet, als lokale Investoren Anteile an der damaligen SC Helvetika SRL kauften. Die Anfangsinvestition wurde aus eigenen Mitteln und aus einem Bankkredit finanziert. Anfangs war die Produktion insbesondere auf pasteurisierte Milch mit einem Fettgehalt von 2,5 Prozent fokussiert. Nach der Kreditrückzahlung wurden aus dem Reingewinn neu Investitionen getätigt, die die Palette an Erzeugnissen erweitert hat. Jetzt werden in der Fabrik Milch, Joghurt, Sana, Sauermilch, aber auch verschiedene Käsesorten und Sahne produziert.

Im Jahr 1998 hat die Gesellschaft 10.500 Quadratmeter Fläche erworben. Auf 220 Quadratmeter befinden sich alle nötigen Geräte, die für die Produktion nötig sind. Die Einrichtung hat außerdem noch einen Saal für Hygienevorrichtungen, einen Kühlraum sowie ein Fachlabor.

Der Rohstoff wird von den Unternehmen SA „16 Decembrie“, SA Pecica, SC „Agroprodex“ und SC „Mures„ geliefert. Der Erwerb der Milch erfolgt zu 70 Prozent aus dem Staatssektor, 30 Prozent werden von Privatkunden erworben.

Zwei EU-Regionen in gemeinsamer Sache


Arad und Bekes: Projekt zur Förderung von Kultur und Tourismus

Eine enge Zusammenarbeit in verschiedenen Bereichen gab es zwischen dem Kreis Arad und dem ungarischen Komitat Bekes schon einige Jahre vor dem EU-Beitritt Rumäniens. Jetzt haben das Arader Kreiskulturzentrum und das Kulturamt des Komitats Bekes ein gemeinsames Programm zur Förderung von Kultur und Tourismus diesseits und jenseits der Grenze ausgearbeitet. Laut Ana Maria Dumitrean, Direktorin des Arader Kreiskulturzentrums, soll die Grundlage für einen richtigen interkulturellen Dialog der beiden Regionen geschaffen werden.

Eines der beliebtesten Arader Feste: Der traditionelle Aufmarsch der Volkstrachten
Foto: Zoltán Pázmány



Es gibt da viele Gemeinsamkeiten: Kreis Arad und Komitat Bekes (Komitatshauptstadt ist Bekescsba, dt. Windloch), die mehrere Jahrhunderte eine gemeinsame Geschichte hatten, sind Regionen mit ausgeprägtem multinationalem und -kulturellem Charakter. Im Rahmen dieses Programms soll zudem auch das Spezifikum und die kulturelle Diversität zur Geltung gebracht werden.

Die beiden Institutionen wollen künftig eng zusammenarbeiten und sich gegenseitig zwecks Teilnahme an Messen und Ausstellungen zum Thema Kultur und Tourismus in den beiden Regionen unterstützen. So werden die rumänischen Partner heuer an allen wichtigen traditionellen Veranstaltungen in Bekes teilnehmen: Schon im Mai ist ein Wettbewerb für Weine und Bratwürste vorgesehen, für Juni sind in Gyula das Zwischengrenzfestival und die XIII. Auflage des Tänzerfestivals von Viharsarok anberaumt. Im Gegenzug werden die ungarischen Partner an zahlreichen Veranstaltungen in Arad mitmachen: So im April an der Tourismusmesse, im Juni an der vom Arader Kulturzentrum organisierten Sommerschule (je ein Lehrgang für Blasmusiker und traditionelles Handwerk). Für August ist eine gemeinsame Teilnahme an der traditionellen Handwerkermesse in Moneasa und am Aufmarsch der Volkstrachten vorgesehen. Zahlreich werden die ungarischen Partner auch im September an dem von Expo Arad veranstalteten Weinfestival teilnehmen.

In das Gemeinschaftsprojekt haben sich auch die Museographen vom Arader Museumskomplex und der Museumsdirektion des Komitats Bekes eingeschaltet: Im Mittelpunkt steht das Bestreben um die Erhaltung gemeinsamer Traditionen wie die Schweineschlacht, das Schnapsbrennen und das Backen des Hausbrots.

Das Projekt steht folgerichtig in einer langen Reihe von Gemeinschaftsprojeten der letzten Jahre. Zu erwähnen die Projekte „Management ohne Grenzen“, „Spitäler ohne Grenzen“ oder die schon zur Tradition gewordenen gemeinsamen Sitzungen der beiden Kreisräte. Wie in der BZ berichtet, wurde auch das touristische EU-Projekt der Rumänisch-Deutschen Stiftung aus Glogowatz mit seinen Partnern aus Bekescsaba im Vorjahr zu einem Erfolg. Ziel dieses Projekts im Rahmen des PHARE-Programms (Gesamtmitteln 125.000 Euro) war die Bildung einer einheitlichen touristischen EU-Region.
Balthasar Waitz

Was brauch mer for e Kerwei mache?


Derzu brauch mer e Kerch,…



…e Vortänzerphaar mit Strauß…


…un e Pharre,… der wu a gut tanze kann!!!

Fotos und Texte: Karl Windberger. (ins Schwäbische übersetzt: Helen Alba).



Zur Erinnerung


Sicher kenne sich villi Pipatsch-Leser an friehrichi Zeite erinnre, wie de Vetter Niklos Berwanger, der sich Sepp Zornich aus Umseck genennt hat, die Pipatsch in dere NBZ zammgstellt hat. In seller Zeit, genauer gsaat in de 70er Johre, hat die Bäsl Maria Gilde aarich vill Gedichter in dem Schwoweblatt vereffentlicht. Sie is awer dann ausgewannert un hat in Regensburg gelebt. Vor korzem is se leider gstorb.
Ich han die Bäsl Mari nit perseenlich gekennt. Doch wie des de Zufall oft will, hat die Bäsl Mari irgendwann mol in Deitschland mei Taafgoth getroff, sie han vill mitnaner korrespondiert un telefoniert. Wie se dann gstorb war hat ihre Mann meiner Goth gar manches aus der Sammlung vun seiner Frau zugschickt, des alles is bei mir geland un ich kann stundelang sitze un lese – ich krien nit genuch dervun. Jedes Gedicht is scheen abgetippt uf farwiche Blätter un mit Abziehbilder verziert. Aus dere Sammlung han ich for die heitich Pipatsch e Gedicht rausgegriff, des wu mol an de Vetter Sepp Zornich gericht war:
Liewer Vetter Sepp!
E Dankscheen for den klore Wein,
den Ihr uns ingschenkt hat.
Der Wein war wirklich klor un rein
im letschte Pipatschblatt.

Nor habt Ihr arich lang ne g´spart
den Wein. Ich meecht net foppe.
Doch mir han johrelang gewart
uf so e klore Troppe.

Ja, bis jetz war er phuddlich, trieb,
mer war nie sicher g´ween,
bis Ihr uns mol die Wohrheit gschrieb,
mir danke Eich recht scheen.


Die Neigier is a großes Gfrett,
mr war bis jetz net gscheit,
vun wu Ihre Eire Name hätt
un wu des Umseck leit.

Sogar die Leit, wu lang schun fort,
han noh dem Umseck grfoot.
Ob des a Dorf, ob des a Ort?
Ich han ne´s nie verrot.

Obs in de Hecke, in der Heed,
obs sunschtwu noch kennt sin?
Ich han nor gsaat: „Es tut mer leed,
ich finn selwerscht netmol hin.

Jetz awer is es Rätsl gleest.
A jeder weeß es heit,
for was Ihr de Sepp Zornich seid
un wu des Umseck leit.

Jetz is die Welt aach wiedrum rund,
so soll se weiter bleiwe.
Bleibt weiter „zornich“ – awer xund
un tut uns recht viel schreiwe.
Maria Gilde