Rumänische und serbische Umweltschützer monitorisierten Donauraum / Werner Kremm
Die Ökologiegruppe für Zusammenarbeit Nera (GEC-Nera) aus Orawitza/Oravita hat gemeinsam mit dem Forstamt Pantschowa/Pancevo (Vojvodinasume) und dem Fernsehsender TV Banat aus Werschetz/Vrsac zwischen dem 8.-14. April ein Monitoring der Umweltfaktoren und der Biodiversität an beiden Donauufern am Eingang zur Donauklamm sowie im Raum des Neradeltas am Donaustausee bei Basiasch durchgeführt.
Untersucht wurde die Donau und ihr Umfeld in Raum der Ortschaften Neumoldowa/Moldova Noua, Veliko Gradiste, Stara Palanka, Basiasch/Bazias und Socol/Sokolarac. Unter anderem wurde festgestellt dass am rumänischen Ufer der Zugang zum Donaustausee/der Donau erschwert wird durch die vielen umgestürzten, teilweise faulenden und nicht entfernten Baumstämme, die das Wuchern des Ufergestrüpps favorisieren.
Durch diese Tatsache wird Vojvodinasume die Durchführung wissenschaftlicher und wirtschaftsfördernder Maßnahmen erschwert, unter anderem die Förderung von umweltfreundlichem Tourismus in den Feuchtgebieten von Labudovo Okno. Labudovo Okno ist Teil des grenzüberschreitenden Naturparks Eisernes Tor/Djerdapp, ein grenzüberschreitendes Ökosystem des Nera-Deltas, das allgemein als das jüngste und noch in Entstehung begriffene Delta Europas gilt und vielseitiges wissenschaftliches Interesse weckt.
Beobachtet wurde desgleichen eine der verheerendsten von M;enschen verschuldeten Erscheinungen am rumänischen Donauufer, ein „Sand“-Sturm – eigentlich ein mit Gift belasteter Abraumsturm - am rumänischen und serbischen Donauufer. Zwischen dem 11.-13. April blies der in der Donauklamm so spezifische Sturmwind Co{ava im Raum des Kronen-, Klär- und Befeuchtungsteichs T²u{ani-Bo{neag so heftig, dass eine hohe Zahl von Partikeln des Abraums, der als Folge und Rückstand der Anreicherung des Kupferarmerzes des (zwischendurch geschlossenen) Bergwerks Moldomin Neumoldowa hier gelagert worden ist, aufgewirbelt und an beiden Donauufern über die Wohnsiedlungen von Neumoldowa und Vinc sowie Pozezeno in Serbien verbreitet wurde. Die Umweltverschmutzung hat nicht nur die Wirtschaften der Menschen sondern auch deren Hausgärten und Felder sowie die Trinkwasserquellen verseucht und das Feuchtgebiet der zu Rumänien gehörenden Donauinsel Ostrovul Moldova Veche (im Bild), die zum grenzüberschreitenden Naturpark Eisernes Tor/Djerdapp gehört, mit „Staub“ überzogen.
Die in die Untersuchung implizierten Organisationen von beiden Donauufern/Ländern haben ihre Beobachtungen den Umweltministerien Rumäniens und Serbiens sowie den Wissenschaftlichen Akademien beider Länder zur Kenntnis gebracht, welche den Naturpark Eisernes Tor/Djerdapp verwalten.
Die Donauinsel Ostrov liegt nicht nur gegenüber den Klärteichen und Abraumhalden des stillgelegten Kupferabbauunternehmens Moldomin Neumoldowa, sondern ist auch Gegenstand eines laufenden gerichtlichen Disputs zwischen der Verwaltung des Naturparks Eisernes Tor/Djerdapp und der Stadtverwaltung von Neumoldowa, die hier gern eine touristische Freizeitsiedlung bauen möchte. Um in kommunistischer Zeit die Donauinsel „wirtschaftlich“ zu nutzen, begann man dorthin eine Brücke zu bauen, um auf der Insel Abraum aus der Kupferanreicherung abzulagern. Das Vorhaben wurde seinerzeit von Jugoslawien über ein Urteil des Hager Gerichtshofs gestoppt.












