Donnerstag, 4. Dezember 2008

Wo kehrt man den Rüpel vor?


Der heutige Kommentar müsste sich mit einer Analyse der Wahlergebnisse beschäftigen. Die lagen zum Zeitpunkt seiner Niederschrift noch nicht gesichert vor. So machen wir denn einen Rückblick auf den Wahlkampf, zumal es der erste Wahlkampf war, der vorgeblich auf eine Personenwahl zusteuerte. Dass das Stuß ist, stand spätestens fest, als klargemacht wurde, dass grundsätzlich auch bei dieser Wahl drei typisch rumänische Wahlprinzipien vorherrschten: erstens war es ziemlich Wurscht, wer kandidierte, zweitens kam es letztendlich ja doch auf die Wahlergebnisse der Parteien an: umsonst hat ein Kandidat in seinem Wahlbezirk die besten Ergebnisse erzielt, wenn seine Partei schlecht abschnitt, oder umgekehrt: egal wie der Kandidat im Wahlbezirk abschneidet, das Wahlergebnis der Partei bestimmt letztendlich, wer ins Parlament darf und drittens war allen die Wählermeinung eh egal.


Richtig stupide schien diesmal die Wahlwerbung (werden wir je erfahren, wieviel Geld wirklich dafür ausgegeben wurde?!), wobei der Paternalismus zum Zuge kam: Parteivorsitzende oder charismatische Gestalten der Parteien nehmen väterlich je zwei Kandidaten um die Schulter und lassen sich so ausplakatieren. Die noch stupideren Plakate, auf denen der Kandidat/die Kandidatin (auffällig, wie wenig Frauen wieder nominiert wurden!) die Rechte oder Linke oder gar einen Zeigefinger dem Wähler entgegenstreckt oder wo der Wahlwerber dümmlich stolz auf sich selber zeigt (der Schafhirt Jiji gab zu, „zu Tränen gerührt“ gewesen zu sein, als er sein Plakat sah!), alldas ist schnell zu vergessen.


Nicht aber die Fernsehauftritte des Kandidatengewusels. Da diesmal alles zu bezahlen war, was mit Wahlkampf zu tun hatte, sah man schon an der Frequenz der Auftritte, wer Geld hatte, nämlich in erster Linie die Kandidaten der großen Parteien. Katastrophal waren die Auftritte der zur Personenwahl Angetretenen. Wer da gemeint hat, dass Persönlichkeiten auftreten, der lag weit daneben. Keine der Regeln eines öffentlichen Auftritts wurden beachtet: nur dann auftreten, wenn man etwas zu sagen hat, beim Mundaufmachen vorher überlegen, ob man vom Thema eine Ahnung hat, nur das Wichtigste kürzestmöglich sagen, sich ständig fragen, ob das Gesagte auch jemand interessiert, keine Wissens- und Autoritätsshow starten – niemand sympathisiert die Beserwisser, schon lange nicht, wenn sie den Wenigwissenden die Palette ihrer Kenntnislosigkeit wie einen Spiegel vorhalten! – Selbstironie und Selbstkritik pflegen, nicht immer sympathisch und amüsant sein wollen, Überraschungen bereithalten usw.usf.


Dazu geschmackvoll angezogen sein, Höflichkeit pflegen, nicht beleidigen, nicht den Märtyrer spielen, nicht die beleidigte Leberwurscht. Sich vorbereiten und Notizen nehmen.

Denn Rüpel wenigstens bis zum Parlamentariersessel nicht vorkehren. Wie viele unter denen, die wir sehen konnten, haben alldem teilentsprochen?

Werner Kremm

Neuigkeiten aus dem Banat


In der Print-Ausgabe zu lesen:

Politische Kultur, Verantwortung und Freiheit

Wolkenkratzer für Temeswar

Steigende Zahl von Krebskranken

Wirtschaftskrise auch in Temeswar


Zwei Großunternehmen versetzen Angestellte in Ausstand / Von Andreea Oance


Die Wirtschaftskrise holt auch die Westregion Rumäniens ein. Zwei der größten Unternehmen in Temeswar/Timisoara sind schwer von der weltweiten Krise beeinflusst.


Das amerikanische Unternehmen Solectron, das schon seit Jahren in der Stadt an der Bega eine Niederlassung hat, wurde nach riesigen Verluste vor etwa zwei Jahren von der Firma Flextronics, mit dem Sitz in Singapur, übernommen. Flextronics International übernahm den amerikanischen Konkurrenten Solectron Corporation und es entstand ein global aktiver Elektronikriese mit einem Jahresumsatz von mehr als 30 Milliarden Dollar (22 Milliarden Euro). Flextronics hatte nach der Solectron-Übernahme weltweit rund 200.000 Mitarbeiter, darunter mehr als 4000 Design-Ingenieure. Die Solectron-Aktionäre erhielten nach der Transaktion insgesamt rund 3,6 Milliarden Dollar (2,7 Milliarden Euro).


Nun, zwei Jahre später, muss das Unternehmen Solectron-Flextronics über 700 Angestellten ab 2009 in der Niederlassung aus Temeswar entlassen. Gerüchte gaben es diesbezüglich schon seit einigen Monaten, die Vertreter des Unternehmens aber wollten sich von Kommentaren fern halten. Das Unternehmen bestätigte diese Gerüchte vergangene Woche. Grund dafür ist die immer mehr sinkende Anfrage der Elektronikbestandteile von Solectron-Flextronics.


Die Leitung des Unternehmens in Temeswar teilte Anfang vergangener Woche mit, dass etwa 720 Angestellten aus der Kategorie der „indirekt produktiven“ in der Zeitspanne Februar – Juni 2009“ entlassen werden.

Die Wirtschaftskrise gab der Automobilbauindustrie einen harten Schlag. Die Automobilfabrik Dacia in Mioveni unterbrach die Produktion für drei Wochen. Aus diesen Gründen muss Elba als Zulieferer der Dacia-Autofabrik 15 Prozent der Produktion wegen technischem Ausstand unterbrochen werden.


Der Elba-Betrieb feierte 2006 85 Jahre seiner Existenz. Tausend Angestellte zählte er Betrieb vor zwei Jahren. 400 Angestellten aus dem Bereich der Beleuchtungskörper für Dacia wurden nun aus technischen Gründen in Ausstand gestellt. Diese werden bloß 75 Prozent vom Gehalt bekommen. Die Produktion der Bestandteilgruppen für Dacia ist die einzige Abteilung des Elba-Betriebs, die von der Wirtschaftskrise beeinflusst wurde. Die anderen Abteilungen sind im Moment von verschiedenen Maßnahmen oder Beschränkung der Produktivität nicht beeinträchtigt worden.


Laut dem Temescher Arbeitsamt (AJOFM) sollen ab 2009 etwa 2.109 in Temesch/Timis freigestellt werden. AJOFM teilte mit, dass die meisten Ausstände im Bereich der Automobilbauindustrie, in der Leichtindustrie und im Bauwesen erfolgen werden.


Die Wirtschaftskrise wird in Westrumänien die Anzahl der Arbeitslosen verdoppeln – zu etwa zwei Prozent (weiterhin niedrig im Vergleich zu den anderen Regionen Rumäniens).

Der Elba-Präsentierladen am Hauptbahnhof Temeswar

Foto: Zoltán Pázmány

Banater Kulturleben


In der Print-Ausgabe zu lesen:

Fotoausstellung zum 250. DSTT-Jubiläum eröffnet

Beatles-Lieder bewegen Generationen

„Ich bin ein Migrant zwischen zwei Welten“


Interview mit dem Schriftsteller Johann Lippet

Keine Anpassung an einem Ort, sonst ist man als Künstler verloren – diese Schlussfolgerung zieht der deutsche Schriftsteller Johann Lippet lächelnd und nachdenklich zugleich. Der in Österreich geborene und in Banat aufgewachsene Schriftsteller war Mitglied der Aktionsgruppe Banat, die offiziell 1972 als kritischer Literatenbund in Rumänien entstand. Seit 1988 lebt er in Deutschland, hat aber seinen Kindheitsort Vizejdia/ Wiseschdia nie vergessen und machte aus dem 53 Kilometer von Temeswar entfernten Dorf ein Zentralthema seiner Werke. Über seine Literatur und das Leben als freier Schriftsteller sprach Johann Lippet mit BZ-Redakteurin Ana Saliste.


Wo kann man mit der banatdeutschen Literatur besser auffallen, in Deutschland oder in Rumänien?

Schwer zu sagen. Dass in Deutschland eine gewisse Tradition gepflegt wird, das liegt im Wesen der Sache, aber mit dem Absterben der Kulturträger, die diese Kultur noch mit Leben erfüllten, geht das mit den Jahren zurück. Es ist die letzte Generation, die jetzt eine Pflege dieser Kultur übt. In Deutschland ist die banatdeutsche Literatur ein Insider-Problem. Es müssen aber neue Formen gefunden werden, wie man diese Tradition aufrecht erhalten kann. Zugegeben: die Generation meiner Kinder ist traditionell und kulturell damit überhaupt nicht mehr verbunden und eine Kultur zu pflegen, zu der sie keinen emotionalen Zugang haben, ist schon problematisch...


Warum ist Wiseschdia das Zentralthema ihrer Texte?

Für mich ist dieser Ort eine Art „matc²“, wie der Rumäne zu sagen pflegt, also ein Platz, wo sich die ganze Geschichte dieser Region widerspiegelt. An diesem kleinen Dorf kann man die ganze Geschichte des Banats festmachen. Man sieht die Geschichte der Zwischenkriegszeit, die Deportationen, das Verlassen des Dorfes in den 80ern und jetzt die Neubesiedlung. Der Ort ist für mich sowohl real, aber auch eine literarische Fiktion. Wahrscheinlich ist mein Verhältnis zu diesem Ort auch so, weil es mir immer bewusst war, dass ich an diesem Ort nie leben werde. Ich habe ihn geliebt, wollte aber auch weg. Er ist mein Heimatort, dann aber wiederum nicht, denn mit dem Begriff „Heimat“ kann man im Grunde genommen gar nichts anfangen. Heimat bezieht sich immer nur auf einen kleinen Aspekt, das kann der Friedhof oder der Lindenbaum im Dorf sein. Heimat kann man aber nicht orten.


Sie sind in Österreich geboren, sind in Banat aufgewachsen, leben jetzt in Deutschland. Fühlen Sie sich mehr aus Rumänien oder aus Österreich stammend?

Ich kann mich gar nicht festlegen. Ich würde sagen, ich bin ein Migrant zwischen zwei Welten und das wird auch so bleiben und damit habe ich auch gar keine Probleme. Dass da eine gewisse Nostalgie und eine Melancholie mitspielen, damit habe ich mich schon abgefunden.


Wie werden Sie in Deutschland als freier Schriftsteller aufgenommen?

Das kann ich nur schwer beurteilen. Meine Bücher werden schon wahrgenommen und meine Veröffentlichungen erschienen schon in großen Zeitungen, aber das ist das Alltagsgeschäft, an das man sich gewöhnen muss. Der Literaturbetrieb ist ja ein „Haifischbecken“, denn es ist nicht einfach, sich zurecht zu finden. Das hat nichts damit zu tun, dass ich aus dem Banat stamme, für jeden Schriftsteller ist es schwer. Ich kann nicht sagen, dass ich mich in Deutschland angepasst habe. Sonst wäre ich todunglücklich gewesen. Anpassen hat so eine negative Seite, die heißt „ruhig sein“. Wenn man sich als Schriftsteller anpasst, ist man verloren.


Was hat die Aktionsgruppe für Sie bedeutet?

Es war ein Kreis, wo ich mich sehr wohl gefühlt habe. Es war auch deshalb möglich, weil wir uns seit Jahren, zum Teil aus der frühen Kindheit, kannten und Vertrauen zueinander hatten. Wir hatten damals nicht so viel geschrieben, nur noch Gedichte. Allein Richard Wagner hatte „Klartext“ veröffentlicht. Die Aktionsgruppe war in erster Reihe ein Gesprächskreis. Das Faszinierende dabei war eben dieser geistige Austausch, den wir miteinander pflegten. Es ist die Erinnerung an die „drei heißen Sommer“ von 1972 bis 1975 geblieben.


Was haben Sie für das nächste Jahr vor?

Es werden drei Bücher von mir erscheinen: Ein Roman „Migrant auf Lebzeiten“, ein Lyrikband und ich werde auch eine Dokumentation meiner Securitate-Akte veröffentlichen.

Jahrmarkter machen Kaviar


Kreis Temesch liegt ganz vorn in der Störenzucht


„Störe? In Jahrmarkt? Gibt es die? Seit wann?“. Totale Verwunderung. Und dies nicht auf der Straße beim Ottonormalbürger, sondern bei den Jahrmarkter Lokalbehörden. Einige Telefonate und paar Minuten später wurde die Frage geklärt: Die Störe an sich gibt es noch nicht, an deren zukünftigen Behausung wird jedoch heftig gebaut.


Das Projekt läuft unter der Obhut des Temeswarer Unternehmens SC. Nimb SA. Die Idee, eine Fischzucht entstehen zu lassen, besteht seit 2006. Geplant sind fünf Hallen, in denen laut den ehrgeizigen Plänen 10 Tonnen Kaviar erzeugt und 80-100 Tonnen Störe gezüchtet werden können. Die Farm wird eine Gesamtfläche von 16.500 Quadratmeter haben. Neben den fünf Hallen wird eine weitere hinzukommen, in der das technologische Wasser vorbereitet wird, vier Becken, ein Verarbeitungssektor und ein Verwaltungsgebäude.


Eine der Hallen ist bereits funktionsfähig. Die Apparatur hat insgesamt 500.000 Euro gekostet. Finanziert wurde diese aus SAPARD-Fonds. Enge Zusammenarbeit gibt es mit Kronawitter Senior und Junior, Inhaber des Unternehmens AGK Kronawitter aus Deutschland. Dieses Unternehmen ist besonders auf Geräte für Aquakultur und Fischverarbeitung spezialisiert. Die neuentstehende Farm soll 36-40 neue Arbeitsplätze schaffen.


Hier sollen in Zukunft Störe „ein neues Zuhause“ finden

Foto: Zoltán Pázmány


Die tatsächliche Inbetriebnahme soll im Frühjahr 2009 stattfinden. Als „Übungsfische“ sollen anfangs Forellen gezüchtet werden. Die Aufzucht soll vom Fischei bis zum „alten Stör“ gehen. „Wir werden 200 - 300 Tausend Fischeier pro Jahr erzeugen können“, sagt dr. Ing. Dorel Lazu, Präsident des Vereins Banat Sturio Temeswar, der bei diesem Projekt mitgewirkt hat.


Zurzeit kostet ein Kilogramm Kaviar, das von Sternhausen und Hansen gewonnen wird, ungefähr 2.000 Lei. Die Störe erreichen ihre Maturität nach vier Jahren oder sechs bis sieben Jahren bei Sternhausen und nach 10 Jahren bei Hansen. Die größten in Rumänien gefischten Exemplare erreichen 17 bei Sternhausen. Stolze 350 Kilogramm wurden bei Hansen registriert.


In Rumänien wurde der Störfang für 10 Jahren verboten. Was jedoch in Rumänien immer noch floriert, ist das Wildern. Russland, früher eines der größten Kaviarexporteure, will ebenfalls den Störfang verbieten. Jährlich verdient Russland aus dem Handel von Kaviar rund 635 Millionen Euro. Der Störbestand im Kaspischen Meer ist jedoch in den letzten Jahren um fast 90 Prozent zurückgegangen. Eine Studie zeigt, dass nur in den Jahren 2004 und 2005 die Anzahl der Störe um fast 50 Prozent zurückgegangen ist. Durch ein Gesetz soll der gesamte Störbestand aus Russland nun Staatseigentum werden. In den Zeiten der Sowjetunion wurden 2.000 Tonnen Kaviar exportiert, heute exportiert Russland gerademal neun bis zehn Tonnen.


Die größten Kaviar-Verbraucher der Europäischen Union sind Deutschland, Frankreich Spanien und Italien. Größte Produzenten im EU-Raum sind Italien und Frankreich (ungefähr zehn Tonnen Kaviar pro Jahr). Rumänien hat die größte Exportquote bei Hansenkaviar.


Olivian Ieremiciu

Teurer Ganztagskindergarten


Maschinenbauwerk schröpft Stadt Reschitza


wk. Reschitza – 15.610 Euro, zusätzlich die Mehrwertsteuer, also noch 19 Prozent oder 2966 Euro drauf, alles in Landeswährung zum Tageskurs, so viel fordert das Maschinenbauwerk UCM Reschitza/Resita von der Stadt dafür, dass der Ganztagskindergarten PP7 im Stadtteil Moroasa weiterhin im selben Gebäude wie bislang tätig sein darf – bis ein neuer Kindergarten mit Geldern des Unterrichtsministeriums und der Stadt fertiggebaut ist. Damit konnten die Unterhändler der Stadt nach langem Tauziehen nur einen geringfügigen Nachlass von den ursprünglich geforderten rund 20.000 Euro erzielen.


Das Schröpfen ist unerhört, das das Maschinenbauwerk mit der Stadt anstellt, indem der Engpass als Erpressungsmittel genutzt wird, in welchen man geschlittert ist, weil die Stadtleitung von 2004-2008 den Ernst der Lage unterschätzt hat – oder Bürgermeister Liviu Spataru glaubte, dass seine Freundschaft mit dem Präsident-Generaldirektor von UCMR, Adrian Chebu]iu, ausreicht, um über die Runden zu kommen – und so einen zeitgerechten Bau eines neuen, durchaus notwendigen, Ganztagskindergartens versäumte. Man muss sich mal vorstellen: vor drei Jahren forderte UCMR noch um die 5000 Euro/Monat Miete, vergangenes Jahr (Oktober 2007-Oktober 2008) schon 7195 Euro, zuzüglich die Mehrwertsteuer, nun schon wieder das Doppelte – und zwar bis zu Beginn der nächsten Sommerferien, 30. Juni 2009.


Verschlimmernd am Ganzen ist die Tatsache, dass die Stadt bis heute nicht voll und ganz geklärt hat, welche ihrer Grundstücke vom Maschinenbauwerk genutzt werden, ohne der Stadt die entsprechenden Gebühren und Steuern zu zahlen: der zuständige Direktor der Direktion für die Verwaltung der Öffentlichen und Privaten Domäne der Stadt, Liviu Timofte (ein Ex-PRM-Stadtratsmitglied, der seinen gewählten Posten für dieses gutbezahlte Amt aufgegeben hat), konnte auf die Fragen der Ratsherrn keine Antwort geben, als sie ihn um Details baten. Schließlich hätte man mit dem erpresserischen Maschinenbauwerk ein Bartergeschäft anbahnen können und nicht für die 180 betroffenen Kinder die Steuergelder der Bürger der Stadt einzusetzen brauchen – während parallel andere Steuergelder in den Bau des neuen Kindergartens gesteckt werden. Timofte vor dem Stadtrat (als dessen Mitglied er sich sehr in der Rolle des Gerechtigkeitsritters aufspielte): „Wir haben kein Kataster, wir haben keinen Bebauungsplan. Wir haben keine Ahnung, welches die Grundstücke der Stadt sind.“


Mindestens ebenso empörend: die seinerzeit als dringend vorgegebene Räumung des Kindergartens durch das Maschinenbauwerk, weil man angeblich das Gebäude zum Ausbildungszentrum von UCMR umbauen wollte, ist zwischenzeitlich nie mehr ins Gespräch gebracht worden – im Gegenteil, das Maschinenbauwerk steht, Informationen aus Insiderkreisen zufolge, vor der Pleite. Da kommt ihm natürlich jedwelches Geld recht.

Wirtschaft und Umwelt


In der Print-Ausgabe zu lesen:

Eine Banater Schwäbin auf Weltreise (10)
Berlin: die andere deutsche Großstadt/ Von Nareda Cerdy

Ringstraßenconsulter Pleite

Neuer Rahmen für Wirtschaftsstiftung

Ein Streichholzkünstler


Wenn es beim Schaffen so richtig brennt/ Von Oliver Zsilko


Er legt Strauß auf und setzt sich an den Arbeitstisch. Während die Nachbarn tief schlafen, nimmt er eine Zigarette und zündet diese mit einem Streichholz an. Legt sie danach in den Aschenbecher. Aus einer Schachtel nimmt er die Zündhölzer und beginnt, sie auf dem Tisch zu ordnen. In seiner Unordnung sucht er nach der Rasierklinge, die mit Klebeband an einem Messergriff befestigt ist, um die entzündbaren Enden abzuschneiden. Eine neue Zigarette. Dabei trennt er weiterhin den Phosphor von den Hölzchen gleichmäßig ab. Saugt am nicht brennenden Glimmstängel. Weil er vertieft in seiner Arbeit ist, greift er versehentlich nach der Kaffeekanne, um sich die Zigarette anzuzünden. Tunkt auch manchmal diese in die dunkle Flüssigkeit. Anschließend legt er sie in den Aschenbecher. Bemerkt die Brennende. Ein letzter Zug. Kippe aus. Auf einem Kaffeeschluck folgend, baut er weiter an einem Rad, das später zu einem nachgebildeten Fahrrad aus Streichhölzern gehören soll.


Wie das Spielen zur Kunst wurde


Alexandru Takacs baut in miniatur Häuser, Kirchen, Raumschiffe, Fahr- und bald Motorräder aus Streichhölzern nach. Da er in seiner Kindzeit nie lernbegierig und meistens ein Problemkind war, entdeckte der 33-jährige Lugoscher in der zweiten Klasse seine Leidenschaft während des Handarbeitsunterrichts. Damals hat er ein kleines Haus aus Zündhölzern auf eine Sperrholzplatte gebaut. Darauf folgend bat er seine Mutter, alle verwendeten Streichhölzer für ihn aufzubewahren. Weitere Häuschen entstanden für kleine spielzeugförmige Ritter oder Cowboys. Er übte dieses Hobby jedoch nur kurzfristig aus.

Erst, nachdem er seine Wehrdienstzeit abgeleistet hatte und arbeitslos blieb, begann er wieder, mit den Stäbchen „zu spielen“. Er selbst sagt, er müsse immer etwas machen. Auf der faulen Haut zu liegen, mochte er nie. „Mein Traum war es schon immer, mein eigenes Haus zu bauen, doch nie besaß ich genügend Geld dafür. Da dachte ich mir: Wenn ich schon nicht über das nötige Geld verfüge, um meinen Traum zu verwirklichen, dann baue ich wenigstens die Skizze davon“, sagt Alexandru. Nach einigen Hausmodellen begann er, sich auch mit der Architektur auseinader zu setzen. Viele Menschen sagten, er sei verrückt, dass er seine Zeit mit Streichhölzern vergeude, und rieten ihm, damit aufzuhören. Doch die innere Stimme, so Takacs, trieb ihn fortan. Verschiedene Zeitschriften hatte er durchblättern müssen, bis er in einer davon den Ansporn zum weiteren Schaffen der Streichholzwerke und letztendlich seines Meisterwerks gefunden hatte.


Die Kopie der Kathedrale „Nôtre Dame de Paris“


Die Nachbildung der Pariser Kathedrale ist das derzeitige Meisterwerk des Streichholzkünstlers. Das Muster der Holzstäbchenkathedrale aus einer Zeitschrift regte Takacs an, ebenfalls eine Nachbildung derselben zu schaffen. Da er anfangs über keine Skizze verfügte, hatte er sich auf dem Foto die Details mit der Lupe angeschaut. Er stellte eine Tür zusammen, ließ aber das Projekt liegen, wegen des unzufriedenenstellenden Ergebnisses. Kurz darauf bekam er eine Videokassette mit dem Film „Der Glöckner von Notre Dame“. Er begann erneut an der Kathdrale zu arbeiten. Durch das Unterbrechen, das Vor- und Zurückspulen der Kassette entstand die erste Vorderfront der Kathedrale. Die Unzufriedenheit marterte ihn jedoch weiter, denn die Stäbchen der kleinen Streichholztüren zogen sich durch das Kleben und Lackieren zusammen. Dadurch bemerkte der Hobbykünstler langsam, wie sich das Streichholz im Bauzusammenhang verhält. Als 1999 in Lugosch/ Lugoj Internetcafés eröffnet wurden, fing Takacs zum dritten Mal mit dem Basteln der „Nôtre Dame de Paris“ an. Durch das neue Kommunikationsystem kam er an Skizzen, Abbildungen und Informationen über die Kirche heran. Zwischenzeitlich befasste er sich weiterhin mit der Baukunst ganz allgemein.

Wenige Menschen haben ihn in der Schaffenszeit unterstützt. Ein Frisör und ein Arzt aus der Stadt schenkten ihm einige Lei, die immerhin für Streichhölzernachschub und zwei Lackfläschchen reichten. Zusammen mit seiner damaligen Gattin ging er durch Höhen und Tiefen. „Es gab Zeiten, da hab ich nur Schmalzbrot gegessen, denn ich hatte sogar mein letztes Geld für ’Brennstäbchen’ ausgegeben“, sagt Alex. Unterstützung kam auch mütterlicherseits. Diese arbeitete in jener Zeit in Ungarn und schickte ihm Streichhölzer und Geld für die nötigen Materialien. 80 Prozent des Werkes sind seiner Mutter zu verdanken. Dadurch hat sie ihre Meinung über den Sohn geändert. Nun geht sie nirgends hin, ohne ein Foto von der Kathedrale mitzunehmen.


Beim Bearbeiten der Stäbchen verwendet der Bastler selbstangefertigte Werkzeuge: Klingen und scharfe Metallteile. Der meistverwendete Gegenstand, erklärt der Hobbykünstler, sei bei solchen Feinarbeiten die Pinzette. Um sich das Holzschleifen zu erleichtern, baute Alex einen Ventilator um, indem er anstelle der Rotorblätter Schmirgelpapier auf die Achse angebracht hatte. Etwa 250.000 Streichhölzer verwendete er beim Bau der „Nôtre Dame de Paris“. Die im Verhältnis eins zu hundert erbaute Kathedrale entstand in fünf Jahren, mit einer sechsmonatigen Unterbrechung. Jeden Millimeter musste er ganz vorsichtig am zwei Meter langen, 82 Zentimeter breiten und 133 hohen Werk feinschleifen. Und falls sich ein Teil löste: Ankleben, abwarten bis es trocknet und... erneut schleifen.


„Nachdem ich die Kathedrale beendet hatte, wurde ich zum Erdmittelpunkt“, erzählt Alex. Doch seine Hungertage endeten nicht, denn er konnte sie nicht verkaufen. Die Verwalter der Kunstgalerie „Pro Arte“ aus Lugosch hatten ihm keine Schau organisiert, da Takacs nicht Mitglied des Künstlerverbands ist. Letztendlich kam es im lokalen Wehrdienstkommando und in der Temeswarer Mall zu einer Ausstellung. Sogar die Vertreter der Lugoscher Partnerstadt Orléans staunten über sein Schaffen und luden ihn als Dankeschön zum Stadtfeiertag ein, dem Tag, an dem Jeanne d´Arc auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde. Da er keine weiteren Käufer fand, hatte er Geld von der Bank geliehen und fuhr auf eigene Faust nach Paris. Um die Kirche in der Hauptstadt zur Schau stellen zu können, hätte er eine Genehmigung gebraucht. Einen Monat hätte er auf diese warten müssen, deshalb kehrte er nach einer Woche zurück. Takacs kann es sich auch heute nicht verzeihen, dass er nicht einmal sein Werk aus dem Lieferwagen herausgenommen hat, um es wenigstens auf die Straße zu stellen, vielleicht wäre ein Käufer vorbeigelaufen, meint Alex. Ein rumänischer Unternehmer hatte ihm 20.000 Euro angeboten, doch Alex lehnte das Geld ab, denn er schätzte einen höheren Wert für die Minikathedrale. Nach Monaten kam er jedoch wegen finanziellen Problemen auf das Angebot zurück. Der Geschäftsmacher hatte aber kein weiteres Interesse daran. Dafür beauftragte dieser Takacs das Parlamentsgebäude in Bukarest nachzubilden. Er arbeitete sechs Monate an der Miniaturkopie aus mitteldichten Holzfaserplatten und bekam dafür rund 6000 Euro.


Erst das Fahrrad, danach erst ein Motorrad

Sein Hobby weckte sein Interesse für eine Streichholzschachtelsammlung. Alex besitzt eine große Tasche voll Packungen. Die ausgefallendste davon enthält Wachspapierstäbchen.


Aus dem Computerspiel „Eve“ baute Alex drei Raumschiffe nach: den „Drake“, „Hurricane“ und „Tempes“. Das Letztere schuf er in zwei Wochen und verkaufte es an einen Engländer für 250 Euro. Der Engländer hatte ihm das ganze Geld aufs Konto überwiesen, doch die Bestellung kam nicht sofort an. Als sich aber der begeisterte Brite nach drei Wochen meldete, atmete Takacs erleichtert wieder auf.


Eine Motorradsendung aus dem Fernsehn regte den Künstler ebenfalls an: „Ich möchte ein Motorrad aus Streichhölzern im gotischen Stil bauen, das zwei Meter lang und ein Meter hoch sein soll. Da ich aber keine Skizzen habe und nicht wie bei der Kathedrale vorgehen möchte, werde ich erst mal Alins Fahrrad nachbilden. Es wird nicht leicht sein, denn sowohl das Fahrrad als auch das Motorrad stützen sich nur auf ihre beiden Räder, nicht wie die Kirche auf der Gesamtfläche“, sagt Takacs. Das Chopper-Fahrrad des Frisörs, Alin Rosu, ahmt ein Motorrad aus den ’60ern nach und wurde nach dem legendären Jagdflieger, Freiherr Manfred A. von Richthofen, im „Roten Baron“-Stil aufgemotzt. Charakteristisch für die Baronsluftwaffe sind das schwarze Malteserkreuz auf roter Farbe.


„Ich kenne Alex seit längerer Zeit, da er sich immer bei mir die Haare schneiden lässt. Als er einmal vorbeikam und das Fahrrad sah, sagte er, er wolle das Fahrrad aus Streichhölzern nachbauen“, sagt Alin Rosu. Der Frisör finanziert Takacs, indem er die Streichhölzer und die Handarbeit des Amateur-Künstlers zahlt. Zurzeit baut Alex Takacs an einem Rad des Fahrrades. Außer den Radspeichen, die aus Bambusstäbchen sind, wird das Werk aus Streichhölzern bestehn. Ungefähr sechs Monate sollen die Arbeiten dauern und 200 Schachteln benötigen, meint der Bastler. Wegen den vielen krummen Stäbchen und dem zweischichtigen Job, kommt es sehr schwer voran.

Dies- und jenseits der Marosch


In der Print-Ausgabe zu lesen:

Verseuchte Böden

Eine unendliche Geschichte

Start frei für Arader Metropolitanzone


Ein Wunschtraum: Entwicklungspol Arad-Temeswar bis 2025


Ein Wunschtraum der Arader Kommunalverwaltung steht nun kurz vor seiner Verwirklichung: Das Projekt zur Gründung der Arader Metropolitanzone soll noch bis Jahresende vom Arader Stadtrat abgesegnet werden. In den Reihen der Bevölkerung begegnet man diesen ehrgeizigen Plänen der Stadtverwaltung, für die sich in den letzten Jahren vor allem der kontroversierte Bürgermeister Gheorghe Falca stark gemacht hat, mit zwiespältigen Gefühlen. Vor allem Einwohner und Kommunalverwaltungen der acht Gemeinden, die wie geplant an die Stadt Arad angeschlossen werden sollen, sind zum Teil nicht von den Vorteilen des Großraums überzeugt, sondern eher von den für ihre Ortschaften entstehenden Nachteilen verunsichert. Derzeit werden in den Kommunalräten der betreffenden Gemeinden Glogowatz/ Vladimirescu, Livada, Engelsbrunn/ Fantanele, Sofronea, Neu-Zimand/ Zimandu Nou, Saderlach/ Zadareni, Segenthau/ Sagu und Schöndorf/ Frumuseni die erforderlichen Beschlüsse für die Gründung dieser Gemeinschaft gefasst. Wie geplant, sollen die Kommunalverwaltungen ihre Eigenständigkeit in allen Belangen behalten. Laut Versprechungen werden auch die einzelnen Lokalbudgets streng vom Gemeinschaftsbudget der künftigen Metropolitanzone abgegrenzt werden. Wenn alles gutläuft, wird der Arader Stadtrat im laufenden Monat gleichfalls sein Jawort dazu geben.


Vom Futurismus zu machbaren Plänen


Von den großen Sprüchen und futuristischen Plänen des Bürgermeisters Falca ist aus objektiven Gründen nicht mehr viel übrig geblieben: 2006 träumte er von einem Arader Großraum mit einer Gesamtfläche von über 51.000 Hektar. Die Metropolitanzone Arad sollte außer der Kreishauptstadt noch 43 Gemeinden und Dörfer des Kreises Arad umfassen. Damals wollte man in dieser Sache in Arad um jeden Preis die Nase vor dem großen Banater Lokalrivalen Temeswar haben, der mit seinen Großplänen zur Gründung einer Metropolitanzone im Großraum Temeswar mit 28 Ortschaften und einem Umkreis bis zu 30 Kilometer etwas fortgeschrittener war.


Geblieben ist also eine zur Zeit eher machbare Gemeinschaft von acht Gemeinden plus Arad in einem Umkreis bis zu 20 Kilometer von der Stadt Arad (167.000 Einwohner). Der Großraum soll also fast die Hälfte der Kreisbevölkerung (457.000) umfassen. Entfernteste Ortschaft ist Schöndorf, 17 Kilometer von Arad, gemeinsam mit dem Dorf Traunau/ Alunis 2.690 Einwohner. Größte der acht Gemeinden ist Glogowatz, acht Kilometer von Arad, gemeinsam mit den Dörfern Cicir, Horia, Mândruloc 10.600 Einwohner. Engelsbrunn (3.100 Einwohner mit dem eingemeindeten Wiesenhaid/Tisa Noua) liegt nur in drei Kilometer Entfernung von Arad. Die restlichen Ortschaften sind kleinere Gemeinden: Sofronea (mit Sanktpaul/ Sanpaul) – 2.400 Einwohner, Neu-Zimand (mit Andrei Saguna und Zimandcuz) – 4.400 Einwohner, Saderlach (mit Bodrogu Nou) – 2.300 Einwohner, Segenthau (mit Kreuzstätten/ Cruceni, Firiteaz, Fiscut, Hunedoara Timisana) – 3.800 Einwohner und die Gemeinde Livada (mit Sanleani), neun Kilometer nördlich von Arad – 2.800 Einwohner.


Im Blickfeld: Entwicklungspol Arad- Temeswar


Die größten Vorteile des zukünftigen Großraums sind vor allem durch die vielfachen Entwicklungsmöglichkeiten, die Chancen aller Ortschaften, an EU-Projekten vor allem in Sachen Infrastruktur (Straßen, Kanalisation, Wasserleitung) gemeinsam teilnehmen zu können. Die Metropolitanzone wird aber auch sämtliche städtische Dienstleistungen und mehr Komfort für alle bringen. Vor allem diese Letzteren beunruhigen jedoch noch die Gemeindeverwaltungen wegen den anstehenden höheren Kosten. In den kleineren Ortschaften, die in den letzten Jahren stets zur Jahresmitte mit leerem Haushaltssäckel dastanden, fragt man sich, ob man sich den städtischen Komfort auch leisten können wird. Der Großraum wird zusätzlich gute Bedingungen für die Entwicklung der Industrieparks schaffen. Zu dem schon fast fertiggestellten Industriepark von Saderlach soll ein weiterer Industriepark von 20 Hektar in Sofronea entstehen. Auch der Immobilienmarkt wird starken Aufwind bekommen, so in Glogowatz, Saderlach, Engelsbrunn und Livada. Als Dienstleistungszone ist Engelsbrunn, als Naherholungszone Schöndorf vorgesehen. Die Großgemeinde Glogowatz verfügt derzeit schon über alle nötigen, städtischen Dienstleistungen.


Das Projekt wurde vor Kurzem auch auf der Immobilienmesse AR-INVEST vorgestellt. Als Frist für die Verwirklichung der Metropolitanzone Arad wurde das Jahr 2025 angegeben. Bürgermeister Falca vergaß dabei auch seinen Wunschtraum nicht, mit der Metropolitanzone Arad der Realisation eines wahren Entwicklungspols Arad-Temeswar in den nächsten 15 Jahren näher zu kommen. Diese zukünftige Wirtschaftszone wird sich voraussichtlich auf 150 Kilometer erstrecken, von der Autobahn Nadlak-Arad-Temeswar durchquert werden und gar mit einem neuen Flughafen bei Orzydorf einen beiderseitig vorteilhaften Verkehrsknotenpunkt erhalten.


Balthasar Waitz


Glogowatz, eine Gemeinde mit Straßenbahn



Engelsbrunn, im Bewusstsein der Einheimischen schon Arader Randviertel

Fotos: Zoltán Pázmány

Pipatsch


In der Print-Ausgabe zu lesen:

Die Heilichi Barbara

Advents- un Roradizeit

Es stosst mer uf

Als Turist kann mer net Uninominal wähle

Tuwak bischle

Hat der gewisst, dass……


  • es zu Nikolo Brauch war, dass die Kinner ihre frisch geputzti Schuh oder Stiwwle ins Finschter oder vor die Tier gstellt han?


  • die mit Äppl, Nusse, Zucker un Lezelter gfillt sin gin? Un mer hat gsaat: de Nikol war do!

  • des e fromme Brauch zur Erinnerung an de heiliche Kirchenfürst war, der in der Türkei, in der Stadt Myra gelebt un sei Lewe lang alles was er ghat hat an die Arme verschenkt


  • de Nikolo nit nor die Brave bschenkt, er bstroft die Beese mit Rute


  • die Rute vum Krampus nohgetraa un ausgeteelt gin?


  • de Krampus sich vorher mit Ketterassle bemerkbar macht?

Wetterregle im Dezember


Geht Barbara im Klee, kummt´ s Christkind im Schnee.

Reent´ s an St. Nikolaus werd de Winter streng un graus.

Wintert´ s vor Weihnachte nit, so wintert´ s dernoh.

Dezember kalt, im Schnee, git Korn uf jeder Heh´ .

Wann St. Thomas dunkel war, git´ s e scheenes neijes Jahr.

Wie´ s Adam und Eva spend´ , bleibt´ s Wetter bis ans End.

"Zwölfnächte" oder "Raunächte" 25.12- 6.01 - Wie sich die Witterung vum Christtach bis heilig Dreikeenich verhält, so is es ganzi Johr bestellt.

"Stephanstag" - Am Stephanstag muss es windstill sein, sunscht fallt die Hoffnung uf de Wein.

Silvesternacht Wind, frieh Sunneschein, bringt ke gute Wein.