Donnerstag, 12. August 2010

Revolutionsmemorial zieht in die Bastei um


Im Herbst soll die Sanierung der Bastei vollendet werden.
Foto: Zoltán Pázmány


Räumlichkeiten nicht mehr mit Biermuseum geteilt/ Von Andreea Oance

Revolution, statt Bier – Die Kommunalverwaltung der Stadt Temeswar/Timisoara hat anlässlich des Temeswarer Stadtfestes die Rettung des Revolutionsmemorials bekannt gegeben: Die Gedenkstätte der Revolution von 1989 bekommt nun einen Raum in der jüngst sanierten Theresien-Bastei. Die Lösung kommt nach einem jahrelangen Disput, da der alte Sitz der Temeswarer Revolutions-Gedenkstätte am Domplatz rückerstattet wurde und die Räumlichkeiten befreit werden müssen. Ein Temeswarer Biermuseum sollte auch in denselben Räumlichkeiten in der Bastei entstehen. Nun beschloss es die Stadtverwaltung doch anders: Diese Räume werden ausschließlich die Gedenkstätte der Revolution beherbergen. „Dies ist eine gute Lösung, die das Bürgermeisteramt für uns gefunden hat. Wir hoffen nur, unser Projekt durchführen zu können, denn dafür brauchen wir viel Platz”, sagt Traian Orban, der Leiter der Revolutionsgedenkstätte in Temeswar.
Ende September soll es so weit sein: Die „Theresien” Bastei wird - ein Jahr später als geplant - neu eingeweiht. Dann soll auch das Revolutionsmemorial einziehen. „Die Lage der Revolutions-Gedenkstätte ist schon seit einiger Zeit ein sensibles Thema. Das einzige Museum dieser Art in Rumänien verdient es, einen sicheren Sitz zu haben”, sagte der Temeswarer Bürgermeister Gheorghe Ciuhandu in der Sondersitzung. Die rechte Seite der Bastei gehört dem Bürgermeisteramt, der Rest dem Temescher Kreisrat. Das Memorial wird somit im rechten Gebäudeflügel einen Raum bekommen.
Ursprünglich sollte die Gedenkstätte den Raum mit einem Temeswarer Biermuseum teilen – 700 Quadratmeter hätte jede Einrichtung zuteil kommen müssen. „Das kommt gar nicht in Frage. Entweder bekommen wir den ganzen Raum für uns allein oder gar nicht. Die Revolution ist doch ein ernstes Thema und wir entwickeln uns auch ständig, mit Archiven und Dokumentation”, sagte Revolutionär Traian Orban. Mehr als 1.400 Quadratmeter sind nun für die Gedenkstätte der Revolution vorgesehen. „Ich kann vorläufig einen unfertigen Bau nicht einteilen. Wir haben jetzt nur entschieden, wozu der Raum dienen soll”, fügte Bürgermeister Ciuhandu, deutlich aufgeregt, hinzu. Die Räumlichkeiten in der Bastei wird das Memorial kostenlos für eine Dauer von fünf Jahren nutzen können.
Der Kommunalrat Temeswar führt derzeit ein Prozess mit dem Eigentümer des Gebäudes an der Emanuil-Ungureanu-Straße Nr. 8, wo sich noch das Revolutionsmemorial befindet. Das Haus wurde rückerstattet, nun möchte die Stadtverwaltung das Investionsgeld für die Einrichtung des Museums zurückbekommen. Die Räumlichkeiten an der Ungureanu-Straße wurden 1998 der Gedenkstätte für 99 Jahre zur Nutzung überlassen. Im Laufe der Jahre wurden einige hunderttausend Euro in die Einrichtung des Museums investiert. 2006 wurde das Gebäude rückerstattet. Eine andere Lösung für die Rettung des Memorials war der Umzug ins Banater Museum. Auch dieses Museum wird derzeit saniert.
Die Arbeiten an der Temeswarer Bastei begannen im Frühling 2008, nach langem Disput zwischen den Kommunalbehörden und den Mietern der Räumlichkeiten innerhalb des historischen Gebäudes. Die Sanierung sollte am 28. Juli 2009 beendet werden. Später wurde eine neue Frist für November des vergangenen Jahres angesagt. Nun ist Endtermin für die Sanierungsarbeiten der 30. September 2010.

BANAT AKTUELL

Jecza-Galerie in der Iulius Mall
Die Jecza-Kunstgalerie in Temeswar/Timisoara präsentiert zurzeit eine Ausstellung für zeitgenössische Kunst. Die Expo kann im ersten Stock der Iulius Mall, täglich zwischen 10 und 22 Uhr, besichtigt werden. Innerhalb der Ausstellung können auf einer Fläche von etwa 100 Quadratmetern Werke der Künstler Horia Damian, Ioan Augustin Pop, Cristian Sida, Gheorghe Fikl, Cosmin Moldovan, Mihai Ciplea, Sorin Scurtulescu, Daniel Brici, Cosmin Doru Dumitrescu, Gabriel Bodnariu, Mirela Moscu, Daniel Vi{ovan sowie des verstorbenen Bildhauers Peter Jecza betrachtet werden. Die Ausstellung wurde am 1. August eröffnet und auf unbeschränkte Zeit zu sehen sein. (ao)

Grünanlage im Soarelui-Viertel
Anlässlich des Temeswarer Stadtfestes wurde der frisch sanierte Park im Soarelui-Viertel am südlichen Stadtrand neu eingeweiht. Der Park, der sich auf etwa 7.600 Quadratmetern erstreckt, wurde laut Vizebürgermeister Adrian Orza mit 175.000 Lei aus dem kommunalen Haushalt saniert. Ein Kinderspielplatz sowie 32 Bänke und Müllkörbe wurden eingerichtet, neue Bäume, Gebüsch und Blumenarrangements gepflanzt. Auf eine Fläche von 204 Quadratmetern wurde auch ein Spielplatz für Haustiere gebaut. (ao)

Fahrradwege in Arad
Zwei Jahre lang wird es dauern, bis auch die Arader Radler über einen Fahrradweg entlang der Marosch verfügen werden. 18 Kilometer lang wird die Strecke sein, deren Kosten sich auf 9,8 Millionen Lei belaufen. Die Strecke wird zwischen einem und drei Meter breit sein. Die Radstrecke befindet sich vorläufig noch in der Projektphase. (rn)

Opern- und Operettenfestival
Die Temeswarer Opernfreunde werden Ende August zum sechsten „Opern- und Operettenfestival“ eingeladen. Die diesjährige Auflage findet im Zeitraum 26. – 29. August im Rosenpark statt und umfasst Werke wie: „Carmen“ von G. Bizet, „Die Lustige Witwe“ von Fr. Lehar, die Ballet-Collage „Wiener Abend“ von J. Strauss, die Oper-Matineen für Kinder „Der gestiefelte Kater“ von C. Trailescu sowie „Meine schöne Dame“ von Fr. Loewe. Das Ereignis wird von der Rumänischen Nationaloper Temeswar in Partnerschaft mit der Stadtverwaltung und dem Temeswarer Kulturhaus veranstaltet. Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei. (as)
Arader Stadtfest steht bevor
Arad ist trotz klammer Kassen in Feierlaune: Die Arader Stadtverwaltung lädt auch in diesem Jahr zum traditionellen Stadtfest ein. Sieben Tage lang, vom 16. bis zum 22. August, soll die Stadt an der Marosch gefeiert werden. Das im Haushaltsplan dafür vorgesehene Budget beträgt knapp 100.000 Lei. Das Stadtfest wird aber von mehreren Sponsoren gefördert, so dass auch in diesem Jahr zahlreiche Konzerte, Theater- und Tanzvorstellungen auf dem Programm stehen. In den Stadtteilen Vlaicu, Alfa und Mic²laca soll auch in diesem Jahr traditionsgemäß Volksmusik ertönen. Highlight des diesjährigen Festes ist die rumänische Musikband Direc]ia 5, die derzeit auf Rumänientour ist und am Samstag, dem 21. August, im Neptun-Freibad auftreten wird. (as)

Ein Theaterstück im Rosenpark


Die junge Architektin Anca Radu (25) ist in Temeswar geboren. Sie wohnt im Stadtzentrum.

Zum Hören: Ein Konzert in der Synagoge in Zentrumsnähe (Marasesti-Straße Nr. 6), wegen der besonderen Akustik und wegen der interessanten Atmosphäre, die im Gebetsort herrscht. Konzerte finden hier eher selten statt, aber es lohnt sich auf jeden Fall.
Zum Sehen: Ein Spaziergang durch die alten Straßen der Fabrikstadt mit Endpunkt im Traiansplatz. Die Milleniumskirche zwischen den Häusern im Art Nouveau Stil verleiht der Gegend ein romantisches Flaire. Dort sieht man auch am besten die Entwicklung der Stadt vom Mittelalter bis zur Moderne.

Zum Genießen: Ein Theaterstück im Rosenpark am Ende des Sommers, wenn die spezielle Spielzeit ist. Der Eintritt ist frei, die leichte Kühle eines Sommerabends, und die vielen Leute, die sich gar nicht drängen, machen das Erlebnis zu einer entspannenden „Flucht“ aus einer großen Stadt.

Personalabbau in der Stadtverwaltung

Das Lugoscher Bürgermeisteramt: 40 Personen aus verschiedenen Ämtern werden entlassen. Gleichzeitig genehmigte der Stadtrat Gelder für die Sanierung der Rathausfassade.
Foto: Zoltán Pázmány



Hochhäuser nicht mehr kostenlos wärmegedämmt
Lugosch - Harte Einschnitte in Lugosch/Lugoj: 40 Beamten werden infolge des Personalabbaus im Bürgermeisteramt ihren Job verlieren. Der lokale Verwaltungsapparat wird neu organisiert, die Arbeitslosen werden sich jedoch für andere infolge der Umstrukturierung frei gebliebene Posten bewerben können, teilte Bürgermeister Francisc Boldea auf einer Pressekonferenz mit. Probleme gibt es jedoch auch, was die thermische Isolierung der Wohnblocks betrifft: Das Programm zur Wärmedämmung der Hochhäuser soll demnächst nicht mehr komplett finanziell getragen werden können. Die rumänische Regierung wird nämlich für diesen Zweck keine Gelder mehr bereitstellen, gab der Bürgermeister bekannt. Francisc Boldea hatte vor seiner Wahl zum Bürgermeister von Lugosch versprochen, die Hochhäuser kostenlos für die Bürger wärmedämmen zu lassen. 50 Prozent der Kosten sollte die Regierung bereitstellen, der Rest aus dem Lokalhaushalt fließen.
Das Organigramm des Lugoscher Bürgermeisteramtes wird demnächst 283 Arbeitsstellen umfassen. Das Einwohner-, Steuer- und Katasteramt sowie die Verwaltung der Öffentlichen Domäne und die Kommunalpolizei werden neue Strukturen bekommen. „Dadurch wird die Stadtverwaltung effizienter sein“, heißt es in einer Pressemitteilung des Lugoscher Bürgermeisters. Drei Stellen werden im Kabinett des Bürgermeisters, je eine in der städtischen Bibliothek und im Museum für Geschichte, zwei Stellen im Messedienst, acht bei der Kommunalpolizei und 17 beim Einwohneramt gestrichen. Nachdem das neue Organigramm der Lugoscher Kommunalverwaltung genehmigt wird, hängt das Bürgermeisteramt die Liste mit den freien Stellen aus. Die Staatsangestellten, die infolge des Personalabbaus arbeitslos geblieben sind, werden sich für diese Posten bewerben können.
Finanzielle Schwierigkeiten tauchen aber auch in anderen Bereichen auf. So zum Beispiel gibt es für das Programm zur thermischen Isolierung der Hochhäuser keine guten Aussichten. „Die Regierung hat einen neuen Dringlichkeitserlass gegen die Bürger, aber vor allem gegen die Lugoscher verabschiedet“, drückte Francisc Boldea seinen Frust auf der Pressekonferenz aus. „Die Regierung schickt die Bürger zu den Banken, um Geld zu leihen“, fügte er enttäuscht hinzu. Gleichzeitig ließ er erkennen, dass die Kommunalverwaltung die Initiativen der Bürger unterstützen wird. Der Dringlichkeitserlass bietet den Bürgern eine Regierungsgarantie beim Beantragen von Krediten für die Wärmedämmung der Wohnblocks. Im vergangenen Jahr wurden in Lugosch 25 Wohnblocks wärmegedämmt. Dafür mussten die Bürger keinen einzigen Leu bezahlen.
Raluca Nelepcu

Aquatim entwickelt neues System

Die Arbeiten am städtischen Wasser- und Kanalisationsnetz könnten demnächst dank der digitalen Datenbank beschleunigt werden.
Foto: Zoltán Pázmány


Wasser- und Kanalisationsnetz digital erfasst
ao. Temeswar – Das unterirdische Wasser- und Kanalisationsnetz in Temeswar/Timisoara wird künftig durch digitale Karten überwacht. Dies ist ein langfristiges Projekt des Unternehmens für Siedlungswasserbewirtschaftung Aquatim. „Geographic Information System“ (GIS) heißt die informatische Anwendung von Aquatim, das die geographischen Daten eines realen Systems wiedergibt, wie zum Beispiel die Lage des Wasser- und Kanalisationsnetzes. Der Vorteil des neuen digitalen Programms ermöglicht es, Schäden und Probleme an der Leitung schneller zu entdecken und somit auch schneller zu reparieren. Die Recherche in der Datenbank wird auch leichter möglich sein und die technischen Genehmigungen können auch kurzfristig von Aquatim erteilt werden.
Zurzeit wird an der Datenbank innerhalb des Aquatim-Unternehmens gearbeitet. Die Abteilung, die für das GIS-System verantwortlich ist, verwendet ein spezielles topologisches Programm fürs Speichern der Informationen in digitaler Form. Vom Start des Projektes und bis jetzt wurden etwa 37 Prozent des Wassernetzes und 53 Prozent der Kanalisation in Temeswar gemessen. Die Leitung des Siedlungswasserunternehmens schätzt, dass in etwa zwei Jahren die ganze Stadt von diesem System abgedeckt wird.

142. Kirchweihfest in Sanktanna

Foto4: Heimkehr nach 18 Jahren. Die Mitglieder der Blaskapelle brauchten nur einen geringen Anlass, um wieder im Heimatort aufzuspielen.
Foto: Adrian Ardelean


Blaskapelle nach 18. Jahren wieder dabei

„Kirchweih, Kirchweih, Kirchweih“ hieß es Anfang August auf den Sanktannaer Straßen. Das schönste Kirchweihfest der letzten Jahre – so nannten die Sanktannaer die bereits 142-ste Kerweih, die vor Kurzem in der Arader Kleinstadt veranstaltet wurde. Traditionelle Volkslieder, das schon üblich gewordene Handballturnier, Volkstanz und viel gute Laune standen auch in diesem Jahr auf dem Veranstaltungsprogramm. Einzigartig beim diesjährigen Fest war aber die Beteiligung der Sanktannaer Blaskapelle, die nach 18 Jahren nun wieder in der alten Heimat aufspielte, denn die „Heimat ruft, ja“, so Anton Bleiziffer, Kulturbeauftragter der Heimatortsgemeinschaft Sanktanna, und ein richtiges Kirchweihfest, das kann man nur hier „zu Hause“ feiern. „Es ist so, dass einer der Musiker, seiner Tochter im letzten Jahr den Kirchweihstrauß ersteigert hatte. So haben sich seine Kollegen dazu bereit erklärt, das diesjährige Fest musikalisch zu begleiten“, sagt Johann Kerner, Vorsitzender des Vereins „Valores“, der mit dieser Blasmusik groß geworden ist. Zum Kirchweihball half auch Anton Müller aus Lahr, der Unterhalter der Blaskapelle, aus.

Handballturnier in Sanktanna
Aus diesem Anlass wurde auch die zweite Auflage des Handballturniers „Gebrüder-Metz-Trophäe“ veranstaltet. Das Turnier wird alljährlich einen Tag vor der Kirchweih ausgetragen. „Diese Auflage war besser als die Vorherige, weil in der dritten Mannschaft, die aus Deutschland kommt und unter dem Namen der HOG Sanktanna spielt, deutlich bessere Spieler hergekommen sind. Obwohl sie auch diesmal gegen die anderen Mannschaften, ´Unirea Sanktanna´ bzw. ´CSS Avram Iancu Arad´, verloren haben, haben sie in diesem Jahr viel besser gespielt “, sagt Josef Höniges, Hauptveranstalter von „Gebrüder-Metz-Trophäe“. Der Pokal ist auch in diesem Jahr an die „Avram Iancu“-Mannschaft gegangen. Die Arader Mannschaft hat den Wanderpokal bereits zum zweiten Mal gewonnen. Werden sie Sieger auch im nächsten Jahr, so darf die Mannschaft den Pokal behalten. Denn die Regel lautet: „Wenn eine Mannschaft den Pokal dreimal gewinnt, dann bleibt er in ihrem Besitz“, so Höniges. Der Veranstalter weist, trotz Niederlagen, noch viel Optimismus auf: „Wir hoffen sehr, dass die Auszeichnung im nächsten Jahr nach Deutschland geht oder in Sanktanna bleibt“, setzt er fort.

Karl Zirmer feierte sein 25. Priesterjubiläum
Die diesjährige Kirchweih war um so spezieller, da der ehemalige Ortspfarrer Karl Zirmer sein 25. Priesterjubiläum feierte. Das erste Kirchweihpaar bildeten Antonia Faulhaber aus Ingolstadt und Josef Höniges aus Sanktanna. In weißen Hemden und roten Westen marschierten die Mitglieder der Blaskapelle durch die Stadt. Auch eine Versteigerung der Sträuße und eines Kirchweih-Hutes sowie Verlosen von Tuch und Hut standen auf dem Programm.
Hauptveranstalter des Kirchweihfestes waren das Deutsche Forum, der Kirchenrat und die „St. Anna“-Schule mit Unterstützung der Heimatortsgemeinschaft Sanktanna. Die Ortskirche ist der Heiligen Mutter Anna geweiht. Das Fest der Kirche fand am 1. August statt.
„Das Organisieren des Kirchweihfestes ist keine schwierige Sache. Wir haben sehr viele Leute, die uns dabei unterstützen und auch ein gut eingespieltes Team. Es macht einfach Spaß, das Ganze zu organisieren“, sagt Martin Reinholz, Vorsitzender des Deutschen Forums Sanktanna, der auch die Texte für die Kerweih-Sprüche schreibt. „Bis zur 142. Kirchweih habe ich gedacht, ich werde immer älter. Beim Fest ist mir aber anders gegangen“, fügt er noch lächelnd hinzu. Viele ehemalige Sanktannaer kehrten aus dem Anlass des Festes für ein paar Tage in ihre alte Heimat zurück, um zusammen zu feiern.

Kulturhaus soll saniert werden
Für das nächste Jahr planen die Veranstalter das „Lambert Steiner“-Kulturhaus zu sanieren. Die Einrichtung soll künftig mehr in den Blickpunkt rücken. „Es sieht so aus, dass wir in den Besitz des Bauernvereinshauses kommen. Es geht um das aktuelle „Lambert Steiner“-Kulturhaus, das leider in einem sehr schlechten Zustand ist. Wir hoffen, dass wir es bis zur 143. Kirchweih ein bißchen auf Vordermann bringen können“, so Martin Reinholz.
„Für mich ist jedes Kirchweihfest etwas besonderes. Denn es ist jedes Jahr zwar dasselbe, aber immer mit anderen Gesichtern und auch anderer Musik. Das ist das wichtigste und das schönste und darauf freuen sich die Leute am meisten, denn es geht um die traditionelle Musik, die man in den Ohren hat, noch von Jahrzehnten her. Ich denke, das überragt alles. Das Neue ist auch, dass viele Kinder schon mitmachen. Das Kleinste ist noch keine drei Jahre alt. Früher war es undenkbar, aber heute ist es selbstverständlich und ich hoffe es geht noch lange so“, schließt Anton Bleiziffer, Kulturbeauftragter der Heimatortsgemeinschaft Sanktanna.

Ana Saliste, nach einer Aufzeichnung des Rundfunkreporters Adi Ardelean von Radio Temeswar.

Bürgermeisteramt übernimmt Krankenhäuser

Das städtische Krankenhaus in Temeswar wurde am 2. August von der Stadtverwaltung übernommen.
Foto: Nicoleta Dobos


Die Schulden wurden vom Staat noch nicht beglichen

Rund 20 Millionen Lei – so viel betragen die Schulden der vier Temeswarer Krankenhäuser, die vor etwa einer Woche in lokale Hände übergegangen sind. Das Bürgermeisteramt hat die vier Einrichtungen übernommen, in den Unterlagen wurden jedoch klare Bedingungen gestellt: Die Stadtverwaltung verweigert jede Verantwortung, solange die Schulden nicht vollständig beglichen werden. „Das Temeswarer Bürgermeisteramt will nicht Opfer eines Dezentralisierungsprozesses werden, der nur Pflichten weiterleitet und keine dafür notwendigen Geldressourcen bereitstellt“, steht es in der offiziellen Pressemitteilung des Bürgermeisteramtes.

„Das Hauptproblem ist, dass das Gesundheitssystem weiterhin unterfinanziert bleibt, auch wenn es in lokale Hände übergeht. Wäre genug Geld dafür da, so wäre dies kein Problem für uns“, sagte Bürgermeister Gheorghe Ciuhandu der BZ gegenüber. Der Dezentralisierungsprozess im Gesundheitswesen wurde letztendlich auch in Temeswar/Timisoara in Gang gesetzt. Vier Krankenhäuser wurden Anfang August vom Bürgermeisteramt übernommen: Es handelt sich dabei um das Kinderkrankenhaus „Louis Turcanu“, das Krankenhaus für ansteckende Krankheiten „Victor Babes“, die Klinik für Gynäkologie und Frauenheilkunde „Dr. Dumitru Popescu“ und das städtische Krankenhaus. Die Stadtverwaltung hat vergangene Woche die letzten Dokumente und Unterlagen unterzeichnet und ihre Vertreter in den Verwaltungsräten der vier medizinischen Einrichtungen bestimmt.
Die Übernahme sorgt aber immer noch für Unruhe: Die Krankenhäuser sind weiterhin finanziellen Schwierigkeiten ausgesetzt. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden noch keine Schulden vom Staat beglichen. Der Staat wollte die bis Ende März angefallenen Schulden übernehmen/streichen. Noch hat die Stadtverwaltung auch nicht entschieden, wo angepackt werden muss. Der Bürgermeister Gheorghe Ciuhandu weist Skepsis auf: „Ab dem 31. März sind die Schulden um weitere sechs Millionen Lei gestiegen. Nun betragen die Schulden etwa 21 Millionen Lei. Das Gesundheitsministerium hat versprochen, diese Schulden zu tilgen. Wir müssen jetzt abwarten“, lässt Ciuhandu erkennen. Künftig sollen die Posten der Krankenhausmanager ausgeschrieben werden. „Die Manager und die Verwaltungsräte werden dann entscheiden, ob Personalabbau in Frage kommt oder nicht und welcher der nächste Schritt ist“, schließt Ciuhandu.
373 Krankenhäuser sind dieses Jahr in lokale Hände übergegangen - etwa 85 Prozent der gesamten Krankenhäuser in Rumänien. Nur 62 medizinische Einrichtungen bleiben weiterhin unter der Trägerschaft des Gesundheitsministeriums. Das Vorhaben zielt darauf hin, dass das Gesundheitssystem in dieser Form den Bedürfnissen der Bevölkerung besser entgegen kommt.
Ana Saliste

Regierungsbeschluss für Altbausanierung

Auch diese Gebäude könnten auf der Sanierungsliste stehen.
Foto: Zoltán Pázmány


Fünf Millionen Euro gehen an Temeswar

Nach sechs Jahren Wartezeit für die Stadt an der Bega ist eine Entscheidung gefallen: Die rumänische Regierung hat beschlossen insgesamt fünf Millionen Euro für die Sanierung der Altbauten von Temeswar/Timisoara fließen zu lassen. Im Vorfeld des Beschlusses stand ein Abkommen zwischen der KfW (Kreditanstahlt für Wiederaufbau Deutschland) in Frankfurt am Main und dem rumänischen Finanzministerium und dem Bürgermeisteramt in Temeswar.
Das Regierungsbeschluss sieht vor, dass drei Millionen Euro von der Gesamtsumme ein Darlehen für den rumänischen Staat ist und der Rest von zwei Millionen Euro ist eine nicht rückzuzahlende Unterstützung für die Sanierung der historischen Denkmäler der Stadt. Das Projekt hat als direkte Nutznießer die Eigentümer der Gebäude, sowohl natürliche Personen, Unternehmen, als auch die Stadtverwaltung. Das Geld wird nicht direkt den Nutznießern zukommen, sondern in Form von Krediten den jeweiligen Immobilien zugeordnet. Laut Aurelia Junie, Leiterin der Direktion für Stadtentwicklung innerhalb des Temeswarer Bürgermeisteramtes, wird das Geld direkt den Baufirmen zugewiesen.
Die fünf Millionen Euro werden in den kommunalen Haushalt der Stadt fließen. Von den insgesamt 14.500 historischen Gebäuden in der Stadt, sollen laut Aurelia Junie etwa 250 saniert werden. Priorität für die Sanierung haben die Altbauten in der Innen-, Joseph- und in der Fabrikstadt. Das Hauptproblem dieser Gebäude ist die Fassade. Die Einwohner dieser Altbauten haben vorwiegend keine finanziellen Mittel zu sanieren.
Ein anderes Problem ist, dass wegen des langjährigen Wartens auf Finanzierung, der Vertrag der deutschen Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ) in diesem Jahr abgelaufen ist. „Die Sanierung sollte parallel mit der Beratung der GTZ laufen. Nun müssen wir eine Lösung finden, vielleicht die GTZ wieder beauftragen oder sogar eine andere Firma anstellen“, sagt Architektin Junie.
Der Antrag für eine finanzielle Unterstützung hat das Temeswarer Bürgermeisteramt schon im Jahr 2004 bei der rumänischen Regierung eingereicht. Als Beispiel diente damals die effiziente Sanierung in Hermannstadt/Sibiu. Das Bürgermeisteramt der siebenbürgischen Stadt und die GTZ leisteten eine gute Arbeit – so hatte Hermannstadt im Jahr 2007 als europäische Kulturhauptstadt gut erhaltene Altbausubstanz vorzuzeigen. Der Temeswarer Bürgermeister Gheorghe Ciuhandu möchte 2014 die Kandidatur für Temeswar - europäische Kulturhauptstadt 2021 einreichen. Die rumänische Regierung hat nun eingesehen, dass durch die Sanierung der Altbauten in Temeswar der Tourismus gefördert wird und dies soll auch eine zusätzliche Standortattraktion für die ausländische Investoren sein, heißt es in der Stadtverwaltung.
Andreea Oance

Automobilzulieferer mit Personalaufstockung




Call-Center: Derzeit gute Jobadresse. Archivfoto bei Netex in Temeswar realisiert
Foto: Zoltán Pázmány


Meiste Jobs jedoch im Call Center und im Einzelhandel
Von Siegfried Thiel

„Wir haben erneut Personal eingestellt und wollen uns auch demnächst weiter verstärken“, sagt Ernst Holzheimer, Werksleiter bei Eybl in Detta/Deta der Banater Zeitung. Das Unternehmen gehört zur deutschen Prevent-Gruppe und ist Zulieferer der Automobilindustrie. Von 400 auf mehr 600 hat das Unternehmen aus dem westrumänischen Verwaltungskreis in den letzten Wochen an Personal zugelegt. Call-Center, der Einzelhandel und die Pharmaindustrie stellen in diesen Zeiten das meiste Personal ein, schreibt die Presseagentur Mediafax. Allgemein sind neue Jobs auch im Bereich Outsourcing auf den Internetseiten zu finden - Vorwiegend Buchhalter, Fachleute für Inkasso-Büros und Projektmanager werden gesucht. Absolute Spitze bei Neueinstellungen im ersten Halbjahr 2010 ist jedoch ein Konzern aus der Automobilbranche. Und in Zeiten der Rezession, die oft an der Autoindustrie gemessen wird, mag das was heißen.

Kein Jubel, aber positiver Trend
„Es gibt Firmen, die bis Jahresende ihr Personal verdoppeln wollen“, sagt Corina Diaconu, Direktor der Firma für Personalvermittlung ABC Human Capital. „Im Falle von Supermarktketten werden sogar Hunderte von Mitarbeitern eingestellt, da neue Läden eröffnet werden“, setzt Corina Diaconu fort. „Im Bereich des Outsourcing besteht die Tendenz, Arbeitsprozesse aus anderen Ländern nach Rumänien zu verlagern“, sagt Olga Botusan, Manager für Personalfragen in der Europa-Divison von Genpact, die in ihren Rumänienniederlassungen in Bukarest und Klausenburg/Cluj 1.500 Mitarbeiter beschäftigt. Genpact wird in den kommenden Monaten ihr Personal in Rumänien um weitere einige Hundert Fachleute aufstocken. Etwa 80 Prozent kommen den Facharbeitern und dem mittleren Management zu, die restlichen 20 Prozent gehen ins gehobene Management. Von den neuen Mitarbeitern werden Sprachkenntnisse in Englisch, Deutsch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Portugiesisch oder Niederländisch gefordert, sagte Olga Botusan der rumänischen Tageszeitung Gândul gegenüber. Auch Oracle und HP wollen bis Jahresende einige Hundert neue Stellen besetzen.
Peter Hochmuth von der Mattig-Gruppe Temeswar sagte der Banater Zeitung: „Die Firmen kommen langsam aus der Deckung. Es ist zwar noch kein Grund zum Jubeln, aber immerhin ein positiver Trend“. Die Wirtschaft zieht nämlich wieder an, neue Firmen kommen auf den Markt, andere wollen Produkt- und Service-Palette erweitern.

Mit Ansprüchen und ohne Boni
Berater in Personalfragen haben erkannt, dass die Privatunternehmen in diesem Jahr die Löhne auf etwa dem gleichen Niveau wie im Vorjahr beibehalten haben. In der Wirtschaftskrise haben jedoch viele Konzerne auf die Vergabe von Boni verzichtet. „Boni gehören zu den wichtigsten Motivationsfaktoren der Mitarbeiter“, sagt Corina Diaconu. Diese seien jedoch in vielen Konzernen gestrichen worden, die Leistungen der Mitarbeiter werden jedoch auf dem gleichen Niveau wie im vergangenen Jahr erwartet, setzt Corina Diaconu von ABC Human Capital fort.
Um sich in Krisenzeiten leichter einen Job zu finden, müssen Bewerber in manchen Bereichen Erfahrung mitbringen, seriös sein und Stabilität für Job und Arbeitsplatz zeigen, wissen Personalchefs. Corina Diaconu fasst zusammen: Zur Zeit wird qualifiziertes Personal gesucht, das Erfahrung in gewissen Bereichen mitbringt. „Früher zogen die Unternehmen es vor, ihre Mitarbeiter einzustellen und auf Schulung zu schicken, heute wird großer Wert auf Erfahrung gelegt“. Heute schauen die Personalchefs besonders gut auf Stabilität bzw. Loyalität zum Arbeitgeber und auf einen gewissen Grad an Motivation. Die Unternehmen wollen schon wissen, ob sie auf einen Arbeitnehmer sowohl in fetten als auch in Krisenjahren bauen können.
Laut Internetseite für Jobangebote Myjob gehören die Automotive Division der deutschen Continental AG, Tip Top Food Industry Romania, UniCredit Tiriac Bank, UPC Romania und Arabesque zu den Arbeitgebern, die in den vergangenen Monaten in gehobenem Maße Personal einzustellen beabsichtigten. In der Zeitspanne Januar – Juni 2010 wurden vorwiegend Manager, Trainer und Handelsvertreter gesucht. Die meisten Jobs gab es in Bukarest, Temeswar/Timisoara, Klausenburg/Cluj, Konstanza/Constanta und Kronstadt/Brasov.

Banat: Continental nimmt die meisten
(links im Bild: Continental-Automotive: Seit zehn Jahren ein gefragter Arbeitgeber.)
Auf das Banat bezogen gab es in den meisten Unternehmen nur wenige freie Stellen zu besetzen – so die Auswertung der Daten der Suchmaschine Balaur.ro, die die 27 bedeutendsten Internetseiten durchsucht, und damit etwa Dreiviertel des Online-Jobangebotes in Rumänien auswertet. Die meisten offenen Stellen in den Verwaltungskreisen Arad, Karasch-Severin/Caras-Severin und Temesch/Timis stellte im ersten Halbjahr 2010 die Continental AG zur Verfügung. Sie besetzte in dieser Zeitspanne 76 offene Posten allein in der Automotive-Division im Kreis Temesch, weitere sechs kamen im Kreis Arad dazu. Außerdem kamen bei der ebenfalls zum Continental-Konzern gehörenden Contitech zwölf Fachleute in Temeswar unter. Den zweiten Platz unter den Konzernen mit Personalzuwachs im Banat belegte Adecco (23 im Kreis Temesch, acht in Arad) und an dritter Stelle liegt wieder ein Unternehmen mit deutschem Kapital: Hella Electronics besetzte insgesamt 28 Stellen, davon 22 im Kreis Temesch und weitere sechs im Kreis Karasch-Severin, wo Hella damit den Spitzenplatz einnimmt. Im Kreis Arad haben Alcatel Lucent und Adecco mit ihren je acht Neueinstellungen die ersten Plätze inne. Zweistellige Einstellungsquoten der gewerteten Konzerne gibt es demzufolge nur im Kreis Temesch: Continental Automotive wird gefolgt von Adecco (23), Hella (22), Camiline Consulting (21), Wipro Technologies (19), Siemens (18), Alcatel Lucent (14), Contitech (12) und Trw (10).
Die meisten Stellen, auf Bereiche orientiert, kamen aus dem Bereich Verkauf/Handel, wo in allen drei Verwaltungskreisen die meisten Stellen ausgeschrieben waren. Die darauf folgenden Sparten sind jedoch von Kreis zu Kreis unterschiedlich: Während im Raum Arad die weiteren Plätze das Ingenieurwesen, IT/Telekommunikation, Finanzwesen/Buchhaltung/Versicherungen einnehmen, sind im Banater Bergland (Karasch-Severin) der Bereich Finanzwesen/Buchhaltung/Versicherungen, der Produktionsbereich, die Sparte IT/Telekommunikation und die regional bedingte Sparte Tourismus/Restaurants/Catering hinter der Spitzenposition, dem Handel, zu finden. Im Kreis Temesch belegen IT/Telekommunikation, Ingenieurwesen, Finanzen/Buchhaltung/Versicherungen und Produktion die die Plätze 2-5.
Den Einstellungen und der Größe der Ortschaft gemäß, wurden die Stellenangebote in Reihenfolge der Annoncen in Temeswar (1.261), in Arad (467), in Reschitza (71) aufgegeben. Zweistellige Angebotsziffern weisen noch Lugosch/Lugoj (68), Karansebesch/Caransebes (56), Großsanktnikolaus/Sânnicolau Mare (16) und Hatzfeld/Jimbolia (13) auf.

An der Allgemeinschule Nr. 5 in Arad werden die Klassenräume renoviert. Die Arbeiten sollen bis Mitte September beendet werden.
Foto: Privat
20 Bildungsstätte in Arad werden modernisiert

as. Arad - Sanieren, modernisieren oder ausbauen: In den Sommerferien bringt die Stadt Arad Schulen und Kindergärten in Schuss. An insgesamt 20 Bildungsstätten werden derzeit umfangreiche Sanierungs- und Ausbauarbeiten durchgeführt. Dafür stehen insgesamt acht Millionen Lei aus dem Haushalt der Stadtverwaltung zur Verfügung. Ein Großteil des Geldes kommt dem Bereich Wasser und Kanalisation zu, wobei Leitungen ersetzt werden.
Wenn Schüler und Lehrer in den Ferien sind, wird in den Schulen richtig gearbeitet: Die Stadtverwaltung treibt in diesen Monaten die Sanierung und Modernisierung von Schulen und Kindergärten voran. Sporthallen werden saniert, Fenster ausgetauscht, sanierungsbedürftige Wasser-, Gas- oder Kanalisationsleitungen ersetzt. An manchen Schulen wurden die Fassaden abmontiert und neu ersetzt. Neben kleinen Renovierungen geht es aber auch um umfangreichere Maßnahmen: So werden zum Beispiel zwei Allgemeinschulen auf eine umweltfreundliche und energiesparende Heizung umgerüstet. Die Bildungsstätten werden nämlich mit einer Solaranlage ausgestattet. Besonders viel sei, laut Arader Vizebürgermeisterin Geanina Pistru, auch an der Schule „Csiky Gergely“ instand gesetzt worden. Hier wurden mehrere Klassenräume und der Festsaal ausgebaut und renoviert. Das Projekt befindet sich bereits vor der Fertigstellung. Der Kindergarten Nr. 20 wird derzeit mit einem neuen Fußboden bedacht. Jeder sanierungsbedürftigen Einrichtung wurden zwischen 15.000 und 2.800.000 Lei zugeteilt, je nach der Komplexität der Arbeiten, die durchgeführt werden müssen. Derzeit werden noch Renovierungsarbeiten in den Schulen „Avram Iancu“, „Ioan Slavici“, „Fratii Neumann“, „Aron Cotrut“ u.a. durchgeführt. Die Bauarbeiten sollen bis Schulbeginn beendet werden.
„Wir wollen die Auswirkungen der Wirtschaftskrise so weit es geht eindämmen, was das Schulsystem betrifft. Die Kleinen sollen die Krise nicht zu spüren bekommen. Deshalb haben wir mehr als acht Millionen Lei aus dem Haushalt der Stadtverwaltung für Sanierungsarbeiten locker gemacht. Das Geld wird sinnvoll eingesetzt. Es handelt sich um sanierungsbedürftige Kindergärten, Allgemeinschulen oder Lyzeen. Alle sollen im nächsten Schuljahr die Genehmigung des Gesundheitsamtes bekommen“, so Geanina Pistru, Vizebürgermeisterin von Arad.

Der Förderturm wird gestohlen


So sieht gegenwärtig der Werkshof der aufgelassenen Kohlengrube Anina aus. Im Hintergrund links: Der Förderturm, der klammheimlich verschrottet wird.
Foto: Zoltán Pázmány


Polizei wurde bisher keine um Unterstützung gebeten
Anina
- Der Förderturm der Kohlengrube Anina wird Stück für Stück demontiert und als Schrott verkauft. Der älteste (Baujahr: 1909) noch existierende dampfgetriebene Förderturm Rumäniens steht auf dem Hof des vor einigen Jahren aufgegebenen Kohlenbergwerks Anina, der seit Begleichung aller Schulden des Grubenunternehmens bzw. der Zufriedenstellung der Gläubiger mittels Gerichtsvollzieher nun auch ohne Wachtpersonal geblieben ist.
Dadurch ist es möglich geworden, dass täglicher Kleindiebstahl von Wegschaffbarem passiert und der zum Nationalen Kulturgut erklärte Förderturm droht, einfach zu verschwinden. Zwar weiß in Anina jedermann, was da vorgeht und Vizebürgermeister Nicolae Radu hat auch schon mal versucht, die Schrottdiebe mittels Polizeieinsatz zu vertreiben, aber eigentlich hat sich dadurch im Grunde nichts geändert. Nun soll die Polizei schriftlich und höchst offiziell von den Vorgängen unterrichtet werden, womit sie, nach eigenen Angaben, eine Handhabe zu gezielten Wacht- und Schutzeinsätzen des als Industrieerbe eingestuften Objekts hätte.
Der Aninaer dampfgetriebene Förderturm entwickelte 1200 PS und eine maximale Hubgeschwindigkeit der Körbe von 20 Metern in der Sekunde. Die Maschine konnte von Höchsttiefe 750 Meter die Förderkörbe hochziehen. Sie wurde in den 80er Jahren, als man in Anina immer tiefer gelegene Kohlenschichten abzubauen begann, außer Betrieb gesetzt und durch eine Fördermaschine sowjetischer Bauart ersetzt. Doch angesichts ihres industriehistorischen Wertes entschloss man sich bereits damals, sie vollständig zu konservieren.
Als die Kohlenförderung im Becken von Anina vor einigen Jahren als Folge eines schweren Grubenunglücks eingestellt wurde, versuchte der Gerichtsvollzieher zuerst, alles zu verscherbeln, was zu Geld gemacht werden konnte – auch alle Maschinen und Anlagen, denn seinerzeit hatte der Schrottpreis mächtig angezogen. Das wurde noch im allerletzten Moment durch das Museum des Banater Montangebiets und die damalige Kreisdirektion für Kultur, kultische Angelegenheiten und Kulturgut gestoppt, die in einem ihrer seltenen Kooperationsvorhaben die alten und teilweise einzigartigen Maschinen und Anlagen zu nationalem Kulturgut erklärten. Was an sich gar nicht so schwierig, weil kaum Geld fordernd, war.
Die nachfolgende Absicht, zu der auch in Anina seitens der Stadtleitung viel Einverständnis (aber kein Geld) herrschte, ein Industriemuseum zum Thema Bergbau bzw. Schwerindustrie zu gründen (etwa nach dem Vorbild Bochum, das bereits in den 90er Jahren durch ein Symposium zur Industriearchäologie – „Banater Eisenstraße“ – von der „Friedrich Ebert“-Stiftung in Reschitza bekanntgemacht wurde - Vizebürgermeister Nicolae Radu aus Anina hatte sich am Symposium von Reschitza beteiligt) scheiterte bisher an fehlendem Finanzierungswillen. Oder an einem akuten Mangel an Phantasie beim Schreiben von Projekten zum Abrufen von EU-Fördergeldern. Was weiter nicht verwundern sollte, hat doch selbst die Reschitzaer Universität „Eftimie Murgu“ erst gute zehn Jahre nach dem seinerzeitigen internationalen Symposium den Wert und das Potenzial des Industrieerbes im Banater Montangebiet entdeckt.