Mit Groß und Klein versammelten sich die römisch-katholischen Gläubigen Samstagnacht am Domplatz, um die Auferstehung Christi zu feiern. Vor dem Hohen Dom zu Temeswar/Timisoara wurde ein Riesenfeuer angezündet – Bischof Martin Roos sprach darüber das Segensgebet. Zur Liturgie, die für 22 Uhr angesetzt war, kamen Katholiken aus ganz Temeswar, die den Dom füllten.
Tausende von Bürgern versammelten sich in der Auferstehungsnacht am Opernplatz zur orthodoxen Messe. Es war in diesem Jahr kein Wunder, dass manch einer zuerst der katholischen Messe und im Anschluss auch der orthodoxen Auferstehungsmesse beiwohnte. Ausnahmsweise fiel der Ostersonntag für Katholiken und Orthodoxe auf denselben Tag (4. April). Auch im nächsten Jahr feiern Protestanten, Katholiken und Orthodoxe das Osterfest am selben Tag – nämlich am 24. April 2011. Sonst klaffen die Termine zwischen dem katholischen Glauben und anderen Religionen teilweise bis zu zwei Wochen auseinander. Grund dafür: Sie richten sich nach unterschiedlichen Kalendern. Die meisten orthodoxen Kirchen orientieren sich am Julianischen, während den Berechnungen der Westkirchen der Gregorianische Kalender zugrunde liegt. Seit Jahren kommen aus Dachorganisationen wie dem Ökumenischen Rat der Kirchen oder aus der römisch-katholischen Kirche Anregungen, sich auf einen gemeinsamen Termin zu einigen, was bisher jedoch nicht umgesetzt wurde.
Osterlich gesinnt war am Wochenende ganz Temeswar. Die Vorbereitungen auf das große Fest begannen Karfreitag: In der Innenstadt wurde der Kreuzweg Jesu´ nachgespielt – die Prozession lockte zahlreiche Neugierige herbei. Ostermontag startete vor der orthodoxen Kathedrale der Marsch der Auferstehung: Geistliche und Anhänger aller Konfessionen beteten zusammen für das Wohl Rumäniens und der Stadt Temeswar. Der Auferstehungsmarsch soll als Modell des friedlichen Zusammenlebens der Minderheiten im Banat betrachtet werden.
Raluca Nelepcu
Der römisch-katholische Bischof Martin Roos zelebrierte die Feier der Auferstehung Jesu´ von den Toten.
Foto: Zoltán Pázmány









