Mittwoch, 3. Juni 2009

Theater am Bahnhof


„Orient Express“ hielt auch in Temeswar

as. Temeswar - Langsam rollt der bunte Theaterzug auf dem Temeswarer Nordbahnhof ein. Die Stuhlreihen auf dem Bahnsteig 1 sind voll besetzt.Auch einige Bahnhofsangestellte wohnen neugierig der Veranstaltung bei. Und sogar Reisende, die aus anderen Zügen aussteigen, gesellen sich zu den Zuschauern.

Die deutsche Theatergruppe am Temeswarer Bahnhof.
Foto: Zoltán Pázmány


Denn es ist schon einzigartig, dass der Temeswarer Bahnhof zu einer Theaterbühne umgestaltet wird. Und während die Zuschauer die Bühne mit den Augen suchen, fährt die Seitenwand des Zugwaggons langsam runter und wird zur Bühne ausgeklappt.

„80 Tage, 80 Nächte“ steht es auf einem Bildschirm, der am Waggon hängt und die rumänische Übersetzung wiedergibt. So heißt die Vorstellung der Stuttgarter Theatergruppe, die an diesem Abend spielt. Sie erzählt von der abenteuerlichen Reise eines schlecht genähten Teddybärs und eines Tigers quer durch Europa – eine rasante und realistische Balkan-Revue.

Das Staatstheater Stuttgart hat Mitte Mai einen Zug entlang der Strecke des alten Luxuszugs Orient-Express auf die Schienen gesetzt, der durch sechs Länder fährt (die Türkei, Deutschland, Rumänien, Serbien, Kroatien, Italien und die Slowakei). In elf Städten hält er, Theater wird in einem zur Bühne umgebauten Eisenbahnwaggon gespielt. Am 14. Mai ist der Zug in Ankara abgefahren und wird am 5. Juli in Stuttgart erwartet. An Bord sind Theaterstücke in sechs verschiedenen Sprachen. Sie wurden von den namhaftesten Theatern aus jenen Ländern, die der Zug auf der Reise durchquert, inszeniert.
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„Hauptthema ist die Reise. Die Stücke sind so verfasst, dass die Zuschauer sie verfolgen können, auch wenn sie die Sprachen nicht verstehen“, sagt Christian Holtzhauer, Manager des Projekts. Am Sonntag und Montag haben in Temeswar Theatergruppen aus Stuttgart, Craiova und aus der Türkei gespielt. Der nächste Aufenthalt wird in Novi Sad (6.-9. Juni) sein. Es folgen noch Aufführungen in Zagreb, Ljubljana, Nova Gorica und Freiburg. Zum Abschluss sind alle Produktionen in Stuttgart im Rahmen des internationalen Theaterfestivals Orient-Express (9. bis 19. Juli 2009) zu sehen.

Das Projekt Orient-Express, das rund eine Million Euro gekostet hat, ist in Zusammenarbeit mit den Staatstheatern aus Ankara, Craiova, Novi Sad, Nova Gorica, dem Jungen Theater Zagreb sowie dem Theater Freiburg unter der Schirmherrschaft der European Theatre Convention (ETC) entstanden. Die ETC ist ein Verbund von mehr als 30 Theatern aus 20 europäischen Ländern, der den Erfahrungsaustausch und die künstlerische Zusammenarbeit zwischen europäischen Theatermachern fördert.

Eindeutige Zweideutigkeiten

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Am Wochenende werden EU-weit neue Parlamentarier gewählt oder alte bestätigt. Während in den „alten“ Mitgliedstaaten das Interese für die Europawahlen unterschiedlich ist, kann man in Rumänien eigentlich von keinem wirklich großen Interesse für diese Wahlen sprechen. Selbst die Wahlplakate – man sehe sich das in dieser Hinsicht eindeutigste an, jenes der PNL mit dem Parteivorsitzenden Crin Antonescu im Vordergrund – zielen auf etwas anderes ab als auf die Europawahlen: die rumänischen Präsidentschaftswahlen im Herbst.

Auch die Wahlslogans sind, gewollt und gezielt, sehr zweideutig – ein echtes Spiegelbild rumänischer nationaler und internationaler Politik! „Alegeti bine!“-„Wählt gut/richtig!“, fordern uns die sogenannten Sozialdemokraten der PSD auf - und spielen damit eindeutig zweideutig auf den Basescu-Wahlslogan von 2004 an ("Sa traiti bine!"/"Auf dass ihr gut leben möget!" – als ob das der Präsident Rumäniens bestimmen könnte...) und also implizite auf die Prasidentschaftswahlen 2009.

„La Bine si la Greu“(„Bei Gut und Schwer“, um es ebenso holprig zu übersetzen wie original angedacht) antwortet die PDL, grammatikalisch falsch (die EU-Parlamentskandidatin und Präsidententochter EBA macht landes- und politikweit Schule im schlechten Gebrauch ihrer Muttersprache!), wobei nicht so sehr die Großschreibung (die man, mit Nachsicht, erklären könnte) wie die Aneinanderreihung von „Gut“ und „Schwer“ irritiert. Denn eigentlich ist das rumänische Antonym von „(B)ine“-“(R)au“/Schlecht, nicht „Greu“/“Schwer“, und umgekehrt das Antonym von „Greu“/“Schwer“ lautet „Usor“/“Leicht“. Der PDL-Slogan ist ein echtes Spiegelbild der Politik dieser Partei, die als sozialdemokratisch begonnen und als deklarativ-plakativ christdemokratisch in die EU einging und die seit ihrem Bestehen einen einzigen Götzen wirklich anb(i)etet: Macht(-Posten) um jeden Preis!

Die Werbeplakate der Kandidaten nehmen eine „Technik“ wieder auf, die schon im vergangenen Herbst bei den Parlamentswahlen irritierte: wenn damals u.a. der mühevoll seine Lyzeumsstudien hinter sich bringende Bukarester Politikzwerg (voller Popularität unter seinesgleichen) Marian Vanghelie die Rektorin der Bukarester Technischen Hochschule Ecaterina Andronescu als „seine“ Kandidatin auf dem Plakat anpries, so kann man jetzt auch das Umgekehrte sehen: im Banater Bergland preist Dr. Dr. Sorin Frunz²verde das PDL-Politikbürschchen Nicolae Banda an, einen politischen Niemand, durch dessen Wahl „Wir Karasch-Severin in Europa“ votieren sollen. Groß beworben wird nur die „unabhängige“ Kandidatin Elena B²sescu (wird jemals eine wirkliche Kontrolle der Gelder gemacht, die für den EU-Wahlkampf, auch dieser jungen Beugerin des Rumänischen, ausgegeben wurden?), die ihre aufgespritzten Lippen auf diversen Fernsehsendern zeigen darf und die uns auf Plakaten lammsanft anlächelt.

Wie dem auch sei, „Bei Gut und Schlecht“ „Wählt gut!“ am Sonntag, liebe Mitbürger!
Werner Kremm

Deutsches Sprachdiplom: Alternative und Aufwertung

Banater Kolleg mit Prüfungszentrum und Abiturklasse

Temeswar - Partnerschule, mit Recht auf Prüfung für das Deutsche Sprachdiplom – diesen Status hat seit kurzem auch das Banater Kolleg in Temeswar/Timisoara. Ein neu eingerichteter Saal, Laptops, Videoprojektor, Internetanschluss und ein leistungsstarker Drucker gehören ebenfalls mit zur Ausstattung der Schule, die so durch den neuesten Status auch an Outfit und Technik zulegt.

Rolf Willaredt (links) und Nicolae Seimeanu
Foto: Siegfried Thiel


„Keine Konkurrenz sondern bloß Ergänzung zur Nikolaus-Lenau-Schule” sei das neuen Prüfungszentrum, das „auf jeden Fall das Niveau des Banater Kollegs anhebt”, sagt Dr.Rolf Willaredt, Rumänienverantwortlicher der Zentralstelle für Auslandsschulwesen ZfA in Deutschland.


„Wir investieren in Köpfe”, setzte Rolf Willaredt fort und wies auf die Tradition der deutschen Sprache in vielen Landesteilen hin, aber auch auf den „wirtschaftlich interessanten Standort Rumänien”. Der stellvertretende Schulleiter des Banater Kollegs, Nicoale Seimeanu, hob seinerseits die Bedeutung der Schule im Temeswarer Bildungswesen allein schon durch die 2.000 Schüler hin. Seit Jahren kämen, schrittweise, auch der deutschen Abteilung neue Werte zu; Die Gründung des Lyzealunterrichts an dieser Abteilung sei ein erster Schritt in diese Richtung, sagt Seimeanu.

Zwar ist dieser nicht komplett mit Klassen belegt, doch bereits im kommenden Jahr stehen wahrscheinlich 14 Schüler vor der Abiturprüfung, dazu kommt die Prüfung für das Deutsche Sprachdiplom. Die Prüfung für das Deutsche Sprachdiplom habe nicht nur eine positive Auswirkung auf die Schüler der deutschen Abteilung, sondern auch Schüler aus der zweisprachigen Klasse oder solche, die sich berufen fühlen, diese Prüfung abzulegen, werden eher den Mut haben, sich für diesen Test zu melden, glaubt Willaredt.

Von Außen habe man weniger Mut gezeigt, am Lenau-Lyzeum das Deutsche Sprachdiplom zu erwerben. Zu sehr habe man „das Deutsch als Muttersprache auch mit der Vergabe des Deutschen Sprachdiploms identifiziert”, sagt Willaredt. Innerhalb von drei Jahren ist die Anzahl der Schulen, an denen die Sprachkompetenz getestet wird, landesweit von 18 auf 40 Schulen angestiegen, und Willaredt sieht sich nach weiteren Partnerschulen um. (st)

Firma mit deutschem Aktionär expandiert

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Berg Banat gründet Niederlassung Fogarasch

Temeswar (BZ) - Investitionen haben derzeit in Rumänien Seltenheitswert – wohl deshalb fällt die Expansionsfreudigkeit der Firma „Berg Banat“ mit Hauptsitz in Temeswar/Timisoara besonders auf.

Berg-Banat-Verzinkanlage in Fogarasch
Foto: Privat


„Näher an den Kunden rücken“, heißt es bei Berg Banat; dies der Grund warum das Unternehmen für Zinkmetallurgie vor kurzem eine Niederlassung in Fogarasch (Verwaltungskreis Kronstadt/Brasov) gegründet hat. Dadurch sollen laut Pressetext der Firma Unternehmen bis nach Klausenburg/Cluj und Alba Iulia im Westen, aber auch im Osten und Süden bis Bacau, Buzau, Pitesti und Ramnicu Valcea beliefert werden können. Vom technischen Standpunkt her ermöglicht die neue Produktionsstätte auch größere Werkstücke, mit einer Länge von 14 Metern, 2,8 Metern Höhe und einer Breite von 1,6 Metern zu verzinken. Die Qualität der Verzinkungen entspricht den europäischen Normen SREN ISO 1461-2002.


Die Berg Banat SRL wurde 1990 mit privatem Kapital von den Aktionären Dr. Rolf Kohlgrüber, Inhaber der deutschen Berg Holding GmbH, und dem Temeswarer Ingenieur Horia Visoiu als Betrieb für Zinkmetallurgie gegründet. 2003 wurde die erste Verzinkanlage nach hohen technologischen Maßstäben gebaut und in Betrieb genommen; sie erhielt die TÜV-Zertifizierung durch die deutsche TÜV Rheinland GmbH aus Köln.

Das Unternehmen verbindet 40 Jahre Tradition und Erfahrung in der Gestaltung von Verzinkungssystemen von Rolf Kohlgrüber, gepaart mit dem Wissen und den Ambitionen der Familie Vi{oiu, heißt es weiter im Pressetext. Dies hat im Laufe der Zeit zu einer guten Entwicklung des Unternehmens geführt, „was sich in einer Reihe zufriedener Kunden widerspiegelt“, sagt Horia Vi{oiu. Und damit diese nun auch wirklich zufrieden sind, holt Berg Banat die zu verzinkenden Teile ab und liefert sie auch wieder zu den Kunden.

Jetzt noch Forellen - in Kürze Störe

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Investitionen in der Fischzucht in Jahrmarkt
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In Kürze sollen Störe in Jahrmarkt/Giarmata gezüchtet werden. Bis dahin wurden einige Becken mit „Testfischen“ gefüllt. Ein Hybrid zwischen Forelle und Lachs wurde eingeführt. Insgesamt sind jetzt 40.000 Fische in das Becken.

Fische „freuen“ sich auf die Fütterungszeit

Die zur Zeit hier gezüchteten Fische sind im „Anfangsstadium“. In einem Becken schwimmen zwischen 5-6 Tausend Frischlinge. „Manchmal springen einige aus das Becken, wir müssen sie dann aufsammeln. Meist legen wir jedoch etwas über das Becken um dies zu verhindern“, sagt der Fachmann für Fischzucht, Lucian Cotarca.

„Der Weg ist lang, bis die Störe ausgewachsen sind. Ich hoffe, das erste Laichen noch hier zu erleben, man weiß aber nie“, sagt die Spezialistin in Fischzucht, Ofelia Litvinenco. Sie kommt aus Galatz/Galati und hat schon in mehreren Fischzüchtereien gearbeitet. „Die Anlage hier ist eine der am besten ausgestatteten, die ich bislang in meiner Karriere gesehen habe“, sagt die Spezialistin.

Das Projekt läuft unter der Obhut des Unternehmens SC Nimb SA. Geplant sind fünf Hallen für die Inkubation, preliminäre Entwicklung und superintensives Wachstum der Fische auf einer Fläche von fast 4.000 Quadratmetern. Die Technologie soll eine Produktion von 50-150 Kilogramm Fisch pro Kubikmeter Wasser erlauben. In den fünf hallen sollen insgesamt 156 Becken entstehen. Bislang ist eine einzige Halle voll funktionsfähig.

Foto2: Hier wird in naher Zukunft die Technologisierungshalle stehen
Fotos: Zoltán Pázmány


Das Futtergranulat, das verwendet wird, steht in einer besseren Proportion als sonst. Es werden 1-1,5 Kilogramm Futter pro Kilogramm Wachstumszuwachs der Fische verwendet, mit anderen Technologien wurden 2-5 Kilogramm Futter für ein Kilogramm Wachstumszuwachs pro Fisch verwendet.

Die Fischerzeugnisse können im Kreis Temesch/Timi{, Karasch Severin/Cara{ Severin und Hunedoara verkauf werden. Ein Teil kann in Geschäften wie Metro, Profi, Selgros und andere Großläden verteilt werden. „Für Störe haben wir Kontrakte pro forma mit Unternehmen aus Deutschland abgeschlossen“, sagt der Inhaber des Unternehmens Nimb, Gerald Buchert. Um Nachfrage macht sich der Unternehmer keine Sorgen. Falls der Markt es erfordert, können hier auch Krebse, Frösche und Muscheln gezüchtet werden.

Für die bisherige Investition konnten SAPARD Mittel herangezogen werden. Für die weitere Investitionen sollen, durch die Nationale Agentur zur Förderung der Fischzucht(ANAP), weitere Gelder kommen. Durch die Maßnahme 2.1 „Produktionsinvestitionen in die Fischzucht“ sollen 32,5 Millionen Lei herangezogen werden, davon fast 22 Millionen Fördergelder, etwas über 10,5 Millionen nicht abrufbare Summen. Durch die Maßnahme 2.6 „Investitionen für Verarbeitung und Marketing“ sollen weitere Gelder herangezogen werden. Der Wert des Unterpunktes 2.6 beträgt 12 Millionen Lei, 7,5 Millionen abrufbare, 4,5 Millionen nicht abrufbare Mittel.

Im Entstehungsstadium ist,, zur Zeit die Technologisierungshalle. In Zukunft werden weitere Becken auch im Freien errichtet. „Die Störe werden nach der Aufzucht für einige in dieses Becken verlagert. Sie werden an Fettgehalt verlieren und dadurch wird der Marktwert gesteigert“, sagt Fachmann Cotarca.

Zurzeit kostet ein Kilogramm Kaviar, das von Sternhausen und Hansen gewonnen wird, ungefähr 2.000 Lei. Die Störe erreichen ihre Maturität nach vier Jahren oder sechs bis sieben Jahren bei Sternhausen und nach 10 Jahren bei Hansen. Die größten gefischten Exemplare in Rumänien erreichen stolze 350 Kilogramm und wurden bei Hansen registriert.

In Rumänien ist der Störfang derzeit verboten. Was jedoch in Rumänien immer noch floriert, ist das Wildern.
Olivian Ieremiciu

Eine Banater Schwäbin auf Weltreise (35)

Graz: das beste Eis der Welt / von Nareda Cerdy

Wer an Urlaub in Österreich denkt, dem fällt als erstes Wien, Salzburg, Linz oder Schiurlaub ein. Nur wenige Insider wissen, was Graz, die Hauptstadt der Steiermark, grüne Herz von Österreich, zu bieten hat. Das Wort “Idylle” wurde speziell für Graz erfunden.

Kunsthaus

Weder Abenteuerer, noch Einsiedler kommen auf ihre Kosten, aber gemütliche Menschen werden sich in der Stadt an der Mur, deren Altstadt zum Unesco-Weltkulturerbe zählt, sehr wohl fühlen. Es ist einer der wenigen alten Kerne deutscher Städte, die durch den Bombenhagel des zweiten Weltkriegs nicht zu Schutt und Asche gemacht wurden.

Graz nennt sich selbst gerne “Kulturstadt”, auch außerhalb der Zeit als Europäische Kulturhauptstadt, und das zu recht. Die Fußgängerzone ist immer mit Strasßenkünstlern belebt, nicht nur während dem großen “La strada” Straßenkunstfest im Sommer und ein Blick zur Mur hin genügt, um zu verstehen, wieso Graz 2003 europäische Kulturhauptstadt war. Zwei ganz besondere Bauwerke entstanden unter anderen anlässlich der Wahl von Graz zur Kulturhauptstadt: die Murinsel und das Kunsthaus, das seither das neue architektonische Wahrzeichen der Stadt ist.

Die Murinsel sieht aus wie eine Muschel, mitten in der Mur, eine moderne, futuristische Form, die in ihrem Inneren ein Amphitheater beherbergt, neben einem Café und einem Kinderspielplatz. Die Insel schwimmt in der Mur und ist von beiden Ufern über Stege zu erreichen und auch dort festgezurrt. Ihre organische hydrodynamische Form passt in den Fluss und zum modernen Architekturtrend, mit dem Graz sich neue Wahrzeichen als europäische Kulturhauptstadt geschaffen hat. Zur Murinsel passend und gleich nebenan, am Murufer, sieht das Kunsthaus aus wie eine Kombination zwischen einer Nacktschnecke und einer Seegurke und dient als Ausstellungsplatform für moderne Kunst.

Kriegssteig zum Schlossberg mit Uhrturm
Fotos: wikipedia


Ihre Schöpfer nennen es zurecht “Friendly Alien”, der freundliche Außerirdische, denn so sieht das Gebäude auch aus, als wäre mitten in der Stadt ein außerirdisches Raumschiff gelandet. Es ist auf jeden Fall etwas zum Staunen, ein Beweis, dass moderne Kunst und Architektur auch schön sein kann und nicht nur durch schiere unpraktische Ungewöhnlichkeit schockieren muss.

Vor 2003 hatte Graz aber ganz andere Wahrzeichen: den Schlossberg, im Herzen der Altstadt mit dem Uhrturm, der auf fast allen Postkarten von Graz zu sehen ist. Vom Schlossberg aus sieht man die ganze Stadt. Der einfachste Aufstieg ist vom Schlossbergplatz aus mit dem Aufzug durch den Schlossbergstollen, aber die Märchengrottenbahn ist das Ziel der Wahl, wenn man mit Kindern unterwegs ist. Für die Fittesten ist natürlich der Kriegssteig ein Muss, eine endlose Reihe von Treppen den Berghang entlang, nach deren Erklimmen, ohne dass einem die Puste ausgeht, man recht stolz sein kann.

Am Schlossbergplatz rechts gibt es ein kleines Restaurant, wo es eine typische steirische Köstlichkeit gibt, für den kleinen Hunger oder als Stärkung vor dem Aufstieg: Verhackertbrot. Das sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen. Verhackert ist ein sehr leckerer, würziger, herzhafter Aufstrich aus gemahlenem, gewürztem, durchwachsenem Schweinespeck (also nichts für Vegetarier) und dazu gibt es meistens saure Gurken – die besten 2 EURO für ein Brötchen, die man ausgeben kann. Oben auf dem Schlossberg gibt es jede Menge Cafés und Restaurants mit dem schönsten Ausblick über die Stadt und oft mit Live-Performances diverser Künstler. Vor dem Uhrtum ist natürlich das obligatorische Graz-Touristenfoto ein Muss, sonst glaubt doch keiner, dass man wirklich da gewesen ist.

Gleich am Fusse des Schlossberges liegt der Hauptplatz, der zusammen mit dem Jakominiplatz das Herz der Stadt bildet, verbunden duch die Herrengasse, die barocke Punkstraße der Stadt. Das aller, aller Beste an Graz befindet sich hier, in der Herrengasse. Eine kleine Eisdiele, die (wage ich zu behaupten, nachdem ich auf 5 Kontinenten Speiseeis gekostet habe) das beste Eis der Welt anbietet: Temmeleis. Wer daran vorbeigeht, ist selber Schuld.

Eiskugeln gibt es hier nicht, sondern mit Spachteln werden überdimensionale Portionen in die Waffel gelöffelt, mehr als 2 Sorten schaffen nur die Tapferen, so groß und so lecker ist das Eis hier. Also nochmal zum mitschreiben: Temmeleis auf der Herrengasse probieren, sonst war man nicht in Graz. (Temmel hat inzwischen mit Erfolg den Sprung übers Große Wasser gewagt!) Von der Herrengasse aus steigen zahlreiche kleine Gassen empor, die nicht nur wegen den hübschen Läden einladend sind. Wer in Graz noch nicht schlafengehen möchte, den zieht es abends ins Grazer "Bermuda-Dreieck", zwischen Mehlplatz, Prokopigasse und Färberplatz, oder einfacher beschrieben: vom Hauptplatz Richtung Jakominiplatz und dann mitten in der Herrengasse links hoch. Hier tobt das Nachtleben in Graz. Nirgendwo in der Stadt gibt es so viele Cocktailbars, Weinstuben, Biergärten, Kneipen, Restaurants und Cafés auf so dichtem Raum. Da merkt man halt doch, dass Graz auch eine Studentenstadt ist.

In Graz` Umgebung und für Schlossliebhaber sind das Schloss Eggenberg mit seinen freilaufenden Pfauen und die Burg Gösting (wo es ein Restaurant mit super leckeren Krapfen gibt) beliebte Tagesausflugsziele.

Auch wenn ich sowieso ein ausgesprochener Österreich-Fan bin, ist mein Herz auf jeden Fall in Graz geblieben, wo ich zuerst durch Kinderferienaktionen des Jugendreferats der Steirischen Landesregierung hinkam. Schon allein für ein Temmeleis und ein Verhackertbrot würde ich mich jederzeit ins Flugzeug setzen und auf einen Sprung nach Graz fliegen und einen Grazbesuch bereuen wird sowieso bestimmt niemals jemand.

Temeswar unterschrieb die Charta Velo-City


Vizebürgermeister Orza will System für Fahrradleihen einführen / von Andreea Oance

Temeswar, Stadt der Fahrräder. So könnte die neueste Bezeichnung der westrumänischen Stadt sein. Immer mehr Veranstaltungen für das Fördern des Radfahrens und für immer mehr Fahrradwegen werden in der Stadt eingerichtet.

„Rocicleta“ – Zum Kindertag wurde das Radfahren gefördert.
Foto: Zoltán Pázmány



Nach dem Modell anderer europäischen Städte soll auch Temeswar/Timisoara die Öko-Verkehrsmittel im Alltag verwebnden und die Autos immer seltener benutzen um die Umwelt zu schonen. Kurz gesagt das Fahrradfahren schont die Umwelt und hält dabei gesund. Das Radeln wird aus dieser Hinsicht in Temeswar äußerst stark gefördert und unterstützt. Als die einzige Stadt Rumäniens unterschrieb Temeswar vor Kurzem die Charta-Velo-City 2009.

Charta Velo-City 2009
23 europäische Städte haben im Europäischen Parlament als Schlussgeste der Velo-City-Konferenz die Charta von Brüssel unterzeichnet. Velo-City gilt als bedeutendste internationale Konferenzreihe zur Förderung der Zweirad-Verkehrsplanung. Mit der Unterzeichnung der Charta verpflichten sich die Städte, fahrradfördernde Maßnahmen zu einem festen Bestandteil urbaner Mobilitätspolitik zu machen. Gleichzeitig ist die Charta ein Aufruf an die Europäische Union, das städtische Radfahren zu fördern. Ziel dieser Bewegung ist es, möglichst viele Städte zu einer Unterzeichnung der Charta vor und nach dem Abschluss der Konferenz zu bewegen. Unter den Städten, die am 15. Mai die Charta unterschrieben, kam auch Temeswar zum ersten Mal hinzu, als einzige rumänische Stadt. Velo-City wurde 1980 in Bremen ins Leben gerufen, als die Konferenz mit zirka 300 Teilnehmern einen wesentlichen Beitrag zur Gründung des Europäischen Radfahrerverbands ECF (European Cyclists Federation) leistete.

Fahrradverleih nach Pariser Art
Vizebürgermeister Adrian Orza nahm die Ziele und Wirkung einer gesunden Verkehrsalternative ganz ernst, indem er andere europäische Städte nachahmen möchte. Künftig wünscht der Temeswarer Vizebürgermeister nach Pariser Modell, ein spezielles Verleihsystem für Fahrräder in Temeswar einführen. Der Radfahrer leiht aufgrund eines Abos ein Fahrrad an einer speziell dafür eingerichteten Stelle der Stadt, benutzt es und kann es danach an einer anderen Stelle in Temeswar zurückbringen.

Nach diesem Verleihsystem wird seit Jahren in anderen europäischen Städten erfolgreich gearbeitet. Laut Adrian Orza könnte das Bürgermeisteramt so ein ähnliches System in Temeswar unterstützen. Eine private Gesellschaft soll es aber verwalten.

Nicht die Einrichtung solcher Stellen oder das Geld dafür erweisen sich als problemhaft für Orza, sondern die Sicherheit der Fahrräder: „Es soll erstens eine Lösung gefunden sein, dass die Fahrräder wieder zurück gebracht werden. Bei uns gibt es immer wieder dieses Risiko, dass die Leute losfahren und mit den Fahrrädern nicht mehr zurückkommen“, sagte Adrian Orza.

Die Idee des Temeswarer Vizebürgermeisters muss aber noch eine Weile warten. „Das System wäre umsonst, ohne Fahrradwege und -parkplätze“, gibt Orza zu. „Wir versuchen so gut wie möglich je mehr solcher Strecken einzurichten. Einstweilen bleibt das neue Verleihsystem bloß eine Idee“, sagte Vizebürgermeister Adrian Orza. Bis dann aber verspricht Orza, alle Veranstaltungen für das Fördern des Radfahrens in Temeswar zu unterstützen.

Kinder lernen radeln
Und wenn es um Radel-Veranstaltungen geht, dann ist die Stadt an der Bega auf dem ersten Platz in Rumänien. Das neueste Event diesbezüglich: „Rocicleta – der 1. Juni auf dem Fahrrad“ wurde am Sonntag, dem 31. Mai zum Anlass des Kindertags veranstaltet. Das Event wurde zusammen mit dem Temeswarer Socrates-Lyzeum organisiert und ist Teil der Kampagne „Grün für Fahrräder“.

Auf dem Parkplatz der Timco-Halle startete gegen Mittag ein Wettbewerb zwischen den Temeswarer Schulen. Mannschaften aus je drei Schülern nahmen daran teil. Der Wettbewerb bestand aus zwei Proben: Die Schüler mussten ihre Kenntnisse bezüglich der Verkehrsregeln in einer theoretischen Probe, aber auch ihre Geschicktheit im Radfahren praktisch beweisen. Die theoretische Probe fand im Socrates-Lyzeum, die praktische Probe auf dem Timco-Parkplatz statt. Die Gewinner bekamen als Preis neue Fahrräder.

Sicherheitsmaßnahmen, Verkehrsregeln und -zeichen wurden von den Vertretern der Verkehrspolizei den Kindern beigebracht und erklärt. Jugendliche stellten eine Vorführung von Fahrradakrobatie vor.

Nach dem Wettbewerb konnten die Kinder ihre Fahrräder zur Ausstellung bringen – die originellsten wurden bewertet. Das Event am Sonntag eröffnete auch die erste „Schule für kleine Radfahrer“. Die Kleinen können ab nun innerhalb dieser Fahrradschule leichter radeln lernen.

Wolle, Fleisch, Milch und Käse

Das schwarze Schaf aus Südafrika mit dabei/ Von Oliver Zsilko

„Jeder Mensch in Rumänien liebt die Tradition. Deshalb möchten wir diese weiter erhalten und haben das Event ins Leben gerufen“, sagt Gheorghe Dioane, Vorsitzender des Kreisverbands für Schaf- und Ziegenzucht „Ovis Banatim Timis“. Vor kurzem fand im Temeswarer Dorfsmuseum das dritte und somit das jüngste Festival für Schafzüchter statt - in der Mundart auch als der Schäfermarkt bekannt.

Etwa 50 Schafzüchter stellten ihre Tiere zur Schau oder boten ihre Produkte zum Verkosten an. Dioane meint, dass die diesjährige Veranstaltung eine gelungene sei, obwohl die Organisatoren dafür nicht geworben haben. Weil jährlich das Event immer mehr an Interesse gewinnt, möchten die Vertreter von Ovis Banatim Timis die Tradition fördern.

„Miorita“ gewinnt
Aron Cupe aus Panteas/Barateaz gewann mit der „Turcana“-Rasse den ersten Platz für das schönste Schaf. Die rumänische Rasse ging als Sieger unter 20 Teilnehmern aufs Podest. Cupe hat den Schäferberuf von seinem Vater erlernt und besitzt zurzeit rund 650 Tiere. „Turcana ist ein Schaf, das man sowohl für Milch und Käse als auch für Fleisch und Wolle züchtet“, behauptet der Besitzer, nachdem er den größten Pokal bekam. Cupe ist Mitglied in Ovis Banatim und zählt seine Tiere zu den 200.000 Schafen, die der Gesellschaft gehören.

Aron Cupe musste dem Bock „die Hörner lang ziehen“, um den größten Pokal zu gewinnen

„Allein im Kreis Temesch gibt es rund 500.000 Schafe. Wenn wir noch die Tiere aus Bihor, Arad, Hunedoara und Karasch-Severin/Caras-Severin dazuzählen, ist das ein Drittel des gesamten Schafbestands rumänienweit“, erklärte Gheorghe Neata, Generaldirektor der Nationalen Behörde für Tierzucht. Weil es etwa 8 Millionen Schafe geben soll, rief Neata zu diesem Anlass alle Züchtervereinigungen auf, um zusammenzuarbeiten. Nur so könnte diese Tradition gestärkt und in Europa anerkannt werden.

Südafrikanisches Fleisch
Neben den Züchtern von rumänischen Schafen wie zum Beispiel „Tigaie“ und „Merinos Transilvanean/Siebenbürgisches Merinos“ stiegen auch ausländische Tiere: „Sardische“ (Italien), „Hampshire Down“ und „Bluefaced Leichester“ (Großbritanien) ins Rennen ein.

Ein Novum in Rumänien ist aber die „Droper“-Rasse. Dieses Schaf stammt aus Südafrika und wurde erstmals 1997 als Embryo nach Deutschland gebracht. „Diese Rasse hat sich in Europa gut akklimatisiert und wird hauptsächlich für ihr Fleisch gezüchtet“, sagte Besitzer Felician Negrut. Er selbst hat etwa 30 Schafe dieser Art, die er vor einem Jahr aus der Schweiz für 800 Euro das Tier einführte.

Weil das südafrikanische „Droper“ nicht den herkömmlichen Fleischgeschmack von Schaffleisch hat, wird es im Ausland von den Konsumenten sehr geschätzt
Fotos: der Verfasser


Negrut meint, dass in seiner Gegend die Menschen nur Schweinefleisch und Geflügel essen und dass sie deshalb das Schaf nicht zu schätzen wüssten. Auf die BZ-Anfrage, wieso er trotzdem solch ein Geschäft eingegangen ist, antwortete er: „Vom Beruf her bin ich Tierarzt. Es ist mehr ein persönlicher Ehrgeiz gewesen, denn ich bin ein Befürworter der guten Importe“. Wegen der geringen Tiereanzahl hat der Mediziener noch kein Schaf für den Verkauf geschlachtet. Er hofft aber, dass ab 2010 die Anzahl der Schafe steigen wird und er langsam seine Investition hereinholen kann. Droper ist ein Schaf, das in zwei Jahren bis zu dreimal werfen kann.

Sardinische Milch
Neben den 20 Besitzern vom Schafmarkt stellten weitere 30 verschiedene Produkte zum Verkosten aus. Darunter auch der Italiener Giovanni Deiana. Der Sardinier zog vor vier Jahren nach Rumänien, um Schafzucht zu betreiben. „Wenn wir eure Bodenflächen auf Sardinien hätten, würden wir europaweit Nummer eins für Schafwarenprodukte sein“, sagte Deiana, während er Urda/Urdakäse an seinem Stand den Vorbeigehenden ausgab. Die Stärke seiner „Sarda“-Schafe soll die Milch sein.

Damit sich die Tiere besser der Landschaft anpassen und weil die „Turcana“-Rasse keine gute Milch geben soll, hat er ein Experiment durchführt, um erfolgreich in der rumänischen und bald europäischen Produktion von Schafwaren zu werden. Er ließ einige rumänische und italienische Schafe sich untereinander kreuzen.

So wie die meisten Käseproduzenten kam der Sardinier zum Schafmarkt, um seine Produkte zum Verkosten anzubieten und nicht umbedingt, um zu verkaufen.

„Die Jugend will lieber angeregt als unterrichtet sein“


ZfA-Präsentationsseminar „Johann Wolfgang von heute“ am ZfL in Mediasch

Zeitweise waren es 350 Personen (Lehrer und Schüler), die in einem einzigen Raum tagten – sie alle waren gekommen, um am internationalen Präsentationsseminar der Zentralstelle für das Auslandschulwesen (ZfA) zur Vorbereitung des Deutschen Sprachdiploms (DSD) und zur Gestaltung des deutschsprachigen Fachunterrichts (DFU) in Rumänien teilzunehmen.

Die Schülergruppen waren auch kreativ zu Sinnsprüchen Goethes. Hier die Gruppenarbeiten im Schullerhaus in Mediasch an den Nachmittagen. Die anderen Gruppen arbeiteten in den Räumen der „Oberth“-Schule.
Foto: Privat


In diesem Jahr lief es unter dem Motto: „Johann Wolfgang von heute“. Schüler und Lehrer waren aus Temeswar, Karansebesch, Reschitza, Sathmar/Satu Mare, Großwardein/Oradea, Bukarest, Hermannstadt/Sibiu, Klausenburg/Cluj, Kronstadt, Suczawa/Suceava und auch aus dem Ausland (Ulm/Deutschland) angereist. Die ebenfalls geladenen Gruppen aus Bulgarien und der Republik Moldawien konnten aus objektiven Gründen in Mediasch nicht teilnehmen, obwohl sie sich bereits darauf vorbereitet hatten.

„Angesichts der großen Schüleranzahl hätte ich nicht gedacht, dass die Veranstaltung so reibungslos verlaufen wird. Die Disziplin der Teilnehmer hat mich beeindruckt“, sagten Cristian Mihai und Richard Stepanescu aus Karansebesch zum Treffen. Das neunte derartige fächerübergreifende Unterrichtsprojekt, initiiert und organisiert vom ZfA-Fachberater Dr. Rolf Willaredt, dauerte drei Tage lang. Die Eröffnung und ein Großteil der Veranstaltung fand im Vorstellungsraum des Theaters in Mediasch/Media{ statt. Nach einer kurzen Einführungsrede des Organisators folgten die ersten Vorstellungen der einzelnen Gruppen.


Es gab Schüler-Präsentationen über Goethe und zu allen Fachgebieten, denen sich der große deutsche Dichter und Wissenschaftler gewidmet hatte. In der Darstellung ließen sich die Schülergruppen vieles einfallen. So flimmerten z.B. Aspekte zu Goethes „Die Leiden des jungen Werthers“ als moderner Briefroman im Internet-Chat-Format über die Leinwand. Die Präsentationen wurden an den nächsten beiden Vormittagen fortgesetzt.

Den Abend verbrachten wir mit anderen Schülern die auch zu diesem Seminar gekommen waren. Obwohl technisch nicht immer alles einwandfrei ablief, führten die etwa 300 teilnehmenden Schüler – auf Gruppen aufgeteilt - alle Ausschnitte ihrer Projekte vor. Die teilweise komplexen und auch interessanten Themen wurden auf diverse Weise auch oft publikumswirksam vorgestellt. Dazu gehörten insbesondere auch die Beiträge zu Goethes Italienreise. Viele Gruppen wollten die vorgesehenen 15 Minuten für die Präsentation überschreiten, um eine vollständige Präsentation zu schaffen. Manche Vortragenden merkten schließlich selbst, dass ihre PowerPoint-Präsentationen viel zu viel Text beinhalteten, um in der Kürze der Zeit vom „Publikum“ auch erfasst werden zu können.

An den Nachmittagen wurden die Schüler in Kleingruppen aktiv. Bedingung der Gruppenbildung war, dass die Schüler sich untereinander nicht kennen durften. 40 Arbeitsgruppen, bestehend aus 4-5 Schülern, jeweils aus verschiedenen rumänischen Städten, arbeiteten in deutscher Sprache spontan zusammen. Sie sollten sich ein zur Auswahl stehendes Zitat aus Goethes Werken auswählen und dazu ein Plakat, eine Fotomontage oder einen Film gestalten. Diese Gruppenarbeit kam bei den Schülern sehr gut an: ,,Besonders interessant fand ich das Erstellen von Mini-Projekten in Gruppen während des Seminars“, meinte Loredana Bejerita, Schülerin aus Karansebesch.

Die Mini-Gruppen sollten sich zunächst intern in deutscher Sprache austauschen. Jeder Schüler konnte seine eigene Anschauung einbringen. Da diese jedoch oft grundverschieden war, wurde an den Ergebnissen ungefähr 3-4 Stunden gearbeitet. Am Nachmittag des letzten Tages trugen alle Gruppen ihre Ergebnisse der Mini-Projekte zu einer Ausstellung im Hof der Hermann-Oberth-Schule in Mediasch zusammen. Schüler und Lehrer ließen sich als Ausstellungsbesucher die Ergebnisse erläutern.

Da die Tage in Mediasch auch eine Lehrerfortbildung waren, zogen sich die 50 Lehrerinnen und Lehrer zu verschiedenen Zeitpunkten zu Besprechungen zurück, um über den Sinn des Projekt-Unterrichts zu diskutieren.

Bei der hohen Schüleranzahl, bleiben kleine Probleme nicht aus, doch rundum bekam das Seminar „Johann Wolfgang von heute“, nur gutes Feed-back: „Es war eine besondere Erfahrung, die ich nicht vergessen werde. Ich habe neue Leute kennengelernt“, waren sich viele Seminarteilnehmer einig. Frank Breuer, Lehrer an der deutschen Spezialabteilung in Bukarest, der das Goethe-Projekt zum Anlass für einen mehrtägigen Klassenausflug machte, sagte: „Diese ZfA-Präsentationsseminare in Mediasch haben mittlerweile Festival-Charakter für die deutschen Abteilungen der Schulen in Rumänien.“ Außerdem bestätigten die Teilnehmer, dass sie durch das Projekt sehr viele Dinge über Goethe und die Unterrichtsmethodik erfahren haben. Eine Schülergruppe wies mit ihrem ausgewählten Goethe-Zitat auf ein Dilemma in der Schule hin: „Die Jugend will lieber angeregt als unterrichtet sein“.

Iris Müller, Biologie-Lehrerin aus Klausenburg, richtete auch im Namen ihrer Schülerschaft eine Bitte an Dr. Rolf Willaredt, „Dieses erfolgreiche Projekt in ein neues, kreatives Vorhaben übergehen zu lassen!”

(Andreea Negrea, Daniela Stan, Manuela Pantea, Iulia Turcan, Alexandra Nita - Schüler der 10. N am Nikolaus-Lenau-Lyzeum, Temeswar)

Trajanspalast gefunden?

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Archäologische Grabungen in Zavoi gestartet

wk. Ferdinandsberg – Auf dem Friedhof der Gemeinde Zavoi, nordöstlich von Ferdinandsberg an der DN68 Karansebesch-Hatzeg gelegen, haben Totengräber einen potenziell sensationellen Fund gemacht: sie stießen auf Mauerreste, die von Archäologen des Museums von Karansebesch als aus römischer Zeit stammend identifiziert wurden.

Gemeindeeinfahrt
Foto: www.banaterra.eu


Die selben Archäologen um Dr. Adrian Ardet vermuten, dass es sich um den Winterpalast des Kaisers Trajan handeln könnte, der 101 n.Chr. in Agmonia errichtet wurde, wo der spätere Eroberer Dakiens während seines ersten Feldzugs gegen die Daker mit seinem 200.000-Mann-Heer überwinterte.

Dass Agnomia, von dem römische Zeitdokumente berichten, sich irgendwo im Raum Zavoi befunden haben könnte, wird schon länger angenommen.

Agmonia lag laut nachträglicher Rekonstruktionen der Entfernungen im Bistra-Tal etwa 40 Kilometer westlich von der späteren Hauptstadt der römischen Provinz Daziens, Sarmisegetuza. Im befestigten Winterlager der Legionen soll sich der Trajans-Palast befunden haben. Dr. Ardet: „Anscheinend ist das Gebäude, das wir freilegen, um das Jahr 101 n.Chr. gebaut worden, als, laut Geschichtsquellen, Kaiser Trajan hier mit seinen 200.000 Soldaten lagerte. Da es sich um ein sehr komplexes Gebäude handelt, nehmen wir an, dass dies der Winterpalast Trajans gewesen sein könnte.“ Ein ähnliches Gebäude habe es auf dem Gebiet des antiken römischen Dakien nur noch in der Hauptstadt Sarmisegetuza gegeben, den Palast des Provinzgouverneurs aus dem Jahr 160 n. Chr..

Freigelegt wurden bisher in Zavoi mittels der Arbeit von zehn Tagelöhnern („für die Heumahd hat man uns bislang im Dorf 60 Lei/Tag bezahlt, die Archäologen zahlen uns 70 Lei/Tag, auch für schwere, aber besser bezahlte Arbeit“) aus der Ortschaft die Grundmauern eines 100 Quadratmeter großen Saals, ein Bad, ein Schwimmbad, der Eingang zum Palast, ein Teil des Innenhofs und die Abflusskanäle. Das Gebäude ist einzigartig für Rumänien, auch weil es vor der endgültigen Eroberung Daziens errichtet wurde und das früheste Zeugnis römischer Architektur in diesem Raum nördlich der Donau darstellt.

Das gesamte Gebäude, das aus behauenem Bruchstein errichtet war, hatte die römische Bodenheizung, aber noch keinen Marmor als Zier- und Mauerverschalung. Das Bad und das Schwimmbecken waren mit "Opus Signinum", einem typisch römischen Isolationsgemisch aus Ziegelbruchstücken und Mörtel, isoliert. Marmor fehlt bei diesem Bau, weil der Marmorsteinbruch von Bucova, die Hauptquelle römischen Marmors in der Provinz Dakien, erst nach 110 n. Chr., nach der Besiegelung der römischen Eroberung Daziens und dem Selbstmord des Dakerkönigs Decebal, eröffnet wurde.

Die Gebäudereste sollen nach ihrer vollen Freilegung konserviert und touristisch genutzt werden.

„Wie man eine Frau vergessen soll“


Dan Lungu stellte seinen neuen Roman in Temeswar vor

as. Temeswar –Andi, Journalist bei einer Provinzzeitung hat keine Ahnung was er machen soll, als er eines Tages ganz plötzlich von seiner Freundin Marga verlassen wird. Sie hinterlässt ihm nur noch einen Zettel, gibt jedoch keine Erklärungen, die ihre Entscheidung begründen.

Ein Liebesroman und ein Roman über die Liebe, zugleich – so würde der in Botosani geborene Schriftsteller Dan Lungu sein neues Buch „Wie man eine Frau vergessen soll“ charakterisieren. Das Buch wurde vor Kurzem in der Temeswarer Buchhandlung „Cartea de nisip“ vorgestellt. Eine etwas ausgefallene Liebesgeschichte mit umgangssprachlicher Nuancierung führt den Leser schon von Anfang an in eine andere Welt: die Welt der Neoprotestanten.

„Ich bin kein Neoprotestant, ich wollte aber eine andere Bühne für meinen Roman schaffen. Der Neoprotestantismus ist auch heute noch ein heikles Thema“, sagt Dan Lungu, der sich vor ein paar Jahren mit Max Webers „Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus“ befasste und diese Idee aufgriff.

„In diesem Buch kommt die Erzählkunst des Schriftstellers am besten zum Vorschein. Zugleich befasst sich Dan Lungu mit dem Problem des Homo Religiosus und stellt den Gegenwartsmenschen in Verhältnis mit dem Vergangenheitsmenschen“, sagte der Schriftsteller Cornel Ungureanu bei der Buchvorstellung. „Es ist ein Buch, das man nach den ersten zehn Seiten nicht aus der Hand lassen kann. Es gewinnt schon von Anfang an den Leser zu sich“, fügte noch die Schriftstellerin und Literaturkritikerin Adriana Babeti hinzu.

Dan Lungu bei der Buchvorstellung in Temeswar.
Foto: Ana Saliste


Der 40-jährige Dan Lungu ist Dozent am Institut für Soziologie der Universität Ia{i/Iassy und zählt zu den „meist übersetzten rumänischen Schriftstellern der jungen Generation“, so der Schriftsteller Radu Pavel Gheo, der der Veranstaltung beiwohnte. Seine Kurzprosa und die Bücher „Das Hühnerparadies“ und „Ich bin eine alte Frau und Kommunistin“ wurden in deutscher, französischer, italienischer sowie ungarischer Sprache übersetzt. In Rumänien wurde er mit zahlreichen Literaturpreisen ausgezeichnet.

Neuer Spielraum: Synagoge in der Fabrikstadt


Das Nationaltheater kann den Saal für 35 Jahre benutzen

as. Temeswar – Nachdem das Temeswarer Nationaltheater im vergangenen Jahr das ehemalige k.u.k Reitsaal zugesprochen bekam, als es vier Millionen Euro vom Kulturministerium zur Sanierung versprach, und durch originelle Theatervorstellungen und Bühnenausstattung zahlreiche Zuschauer in dieser Spielzeit dorthin lockte, hat die kulturelle Einrichtung einen neuen Aufführungsraum bekommen: Künftig soll Theater auch in der Synagoge in der Fabrikstadt gespielt werden.

Die Synagoge in der Temeswarer Fabrikstadt.
Foto: Zoltán Pázmány


Die Synagoge steht für 35 Jahre dem Nationaltheater zur Verfügung. Zurzeit wird die Einrichtung saniert und mit den notwendigen Apparaturen ausgestattet. In der nächsten Spielzeit sollen hier Vorstellungen auf die Bühne kommen. Es handelt sich hauptsächlich um zeitgenössisches Theater aber auch um klassische Aufführungen. „Natürlich stellen wir uns vor, dass ein Stück wie Romeo und Julia, zum Beispiel, hierher passen würde, aber es hängt von der Vision und Vorstellung jedes Regisseurs ab“, sagt Codru]a Popov, Dramaturgin am Temeswarer Nationaltheater. „Für die jüdische Gemeinschaft war es besonders wichtig, dass die Synagoge in den Besitz einer Institution kommt, die das beeindruckende Gebäude respektiert und pflegt“, fügt Codru]a Popov noch hinzu.

Die Synagoge in der Fabrikstadt ist auch unter dem Namen „die neue Synagoge“ oder „die maurische Synagoge“ bekannt. Ihr Baustil verbindet neo-maurische und byzantinische Elemente.

Modernisierung des Südbahnhofs



Stadt steigt mit Eisenbahn in EU-Projekt ein

wk. Reschitza – Der Reschitzaer Südbahnhof, über dessen Modernisierung seit fast 30 Jahren geredet wird, soll nun anscheinend tatsächlich modernisiert werden. Das geht aus einem Kommuniqué hervor, das die Stadt Reschitza mit der Unterschrift von Bürgermeister Mihai Stepanescu veröffentlicht hat und in welchem die Partnerschaft der Stadt für dieses EU-Projekt der Staatlichen Eisenbahnen CFR angekündigt wird.

Stepanescu erklärt in der Bekanntmachung, dass die Stadt einsteigt mit der Beihilfe zur Fertigstellung der Dokumentationen für den Projektantrag: Bebauungs- und Raumordnungsplan, Mitarbeit an der Machbarkeitsstudie, Ausgabe der entsprechenden städtischen Genehmigungen, Modernisierung und Herrichtung des Umfelds des Bahnhofs durch Einrichtung und Pflege von Park- und Grünflächen.

Ursprünglich sollte der Südbahnhof in kommunistischer Zeit durch seine Einbindung in die Bauarbeiten der Straßenbahn Mitte der 80er Jahre modernisiert und, vor allem, mittels einer Fußgängerbrücke zum Überqueren der Gleise mit dem Stadtzentrum verbunden werden. Denn das Hauptproblem des Südbahnhofs, ein Kopfbahnhof, ist weniger der bauliche Zustand des Gebäudes vom Ende des 19. Jahrhunderts (wertvoll durch Alter, aber ein Standartbau) als vielmehr seine Anbindung an das Stadtzentrum, von dem er nur ein paar hundert Meter entfernt, doch durch das Bett der Bersau/Bârzava betrennt ist. Und die Brücke über die Bersau, die zur Zeit der Bauarbeiten an der Straßenbahnlinie errichtet wurde, löst das Problem nur teilweise, weil sie den Übergang über die Gleise nicht löst. Und so überqueren, auch weil der Wochenmarkt und ein Großkaufhaus am rechten, die Wohnblocks aber am linken Bersauufer liegen, täglich tausende Bürger illegal die Gleise und ignorieren notgedrungen die Verbotstafeln. Der Fußgängerverkehr hat hier eine solche Dichte, dass sogar einige findige Bettler ihren strategischen Vorzugsstandort gerade zwischen den Gleisen gewählt haben.

Die Heimattäch in- un ausewenzich

Bilderreportaasch vun Helen Alba un Zoltán Pázmány

Ja, sie sin halt wieder rumgang, unser Heimattäch in Temeschwar. Leider! Weil es ware unvergesslichi Täch for uns alli, es war des, was uns arich fehle tut: Blechmusich, Vorstellunge, Trachte….

Wie ich noh em Ufmarsch hemkumm sin, erscht dann han ich Zeit ghat, for zum Erschte Ordnung in mei wirre Kopp zu bringe. Ich han mich kummod in de Sessl gelimmelt, han die Aue zugemacht, e CD mit Blechmusich is geloff un erscht han ich gar nimmi gewisst, wu ich mitm Denke anfange soll. So staat un staat han ich mei Eindrick in die Reih gschafft un wer versuche, die ach Eich zu iwermittle. Es werd awer noch e bissl daure, bis der alles erfahre tut, weil die Pipatsch-Seit, die is halt nit aus Gummi, for dass mer se dehne kann.

Mit villi Landsleit han ich dischkuriert, manchi ware mer bekannt, anri han ich kennegelernt. Doch alli ware se sich eenich: solch gelungeni Heimattäch han mer bisher in Temeschwar noch nit ghat! Unser Abholler vun der Zeitung hat mer jetz 90 Bilder gschickt. Wie ich angfang han, die dorchzuschaue, han ich Mieh ghat, die richtiche for die heitich Pipatsch rauszusuche. Mir hoffe, dass se Eich gfalle were.


De jingschte Mitmacher Mark Steffen mit seiner Mutti – sie is in der Guttenbrunner Kerweitracht ufmaschiert


Zu dere Tracht gheert a de Kerweihut, mit Goldschaam un Bänner verziert – natierlich ufm Kopp vun eem Bu


Vorewech sin die Gschwister Ingrid un Robert Gant stolziert. Ihr hätt mol selle gsiehn, was for e Kropp unser Abgeordneter derbei gedrickt hat!


Die B-B-B Kinner: die Buwe sin die greessre Enklskiner vun der Bäsl Edith un em Vetter Karl Singer, sie fiehre es Martina in der Mitt. B-B-B bedeit: Busiasch-Bakowa-Bogarosch



Die sächsisch Tanzgruppe aus Hermannstadt


Im Dirndlkleid sin die Berglanddeitsche ufgetret


Aus Singen sin unser Landsleit angereist, sie han die Kerweitracht aus Johrmark un Großjetscha gezeicht

Die „Banat-JA“ Tanzgrupp aus Arad in der Neiarader Kerweitracht

Unser „Rosmareiner“ han die Hochzeit vorgfiehrt, do gsieht mer die Braut noh em Abkränzle



Un so hats im AMG-Haus-Hof vor em Ufmarsch gewuwelt