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Archäologische Grabungen in Zavoi gestartet
wk. Ferdinandsberg – Auf dem Friedhof der Gemeinde Zavoi, nordöstlich von Ferdinandsberg an der DN68 Karansebesch-Hatzeg gelegen, haben Totengräber einen potenziell sensationellen Fund gemacht: sie stießen auf Mauerreste, die von Archäologen des Museums von Karansebesch als aus römischer Zeit stammend identifiziert wurden.
Gemeindeeinfahrt
Foto: www.banaterra.euDie selben Archäologen um Dr. Adrian Ardet vermuten, dass es sich um den Winterpalast des Kaisers Trajan handeln könnte, der 101 n.Chr. in Agmonia errichtet wurde, wo der spätere Eroberer Dakiens während seines ersten Feldzugs gegen die Daker mit seinem 200.000-Mann-Heer überwinterte.
Dass Agnomia, von dem römische Zeitdokumente berichten, sich irgendwo im Raum Zavoi befunden haben könnte, wird schon länger angenommen.
Agmonia lag laut nachträglicher Rekonstruktionen der Entfernungen im Bistra-Tal etwa 40 Kilometer westlich von der späteren Hauptstadt der römischen Provinz Daziens, Sarmisegetuza. Im befestigten Winterlager der Legionen soll sich der Trajans-Palast befunden haben. Dr. Ardet: „Anscheinend ist das Gebäude, das wir freilegen, um das Jahr 101 n.Chr. gebaut worden, als, laut Geschichtsquellen, Kaiser Trajan hier mit seinen 200.000 Soldaten lagerte. Da es sich um ein sehr komplexes Gebäude handelt, nehmen wir an, dass dies der Winterpalast Trajans gewesen sein könnte.“ Ein ähnliches Gebäude habe es auf dem Gebiet des antiken römischen Dakien nur noch in der Hauptstadt Sarmisegetuza gegeben, den Palast des Provinzgouverneurs aus dem Jahr 160 n. Chr..
Freigelegt wurden bisher in Zavoi mittels der Arbeit von zehn Tagelöhnern („für die Heumahd hat man uns bislang im Dorf 60 Lei/Tag bezahlt, die Archäologen zahlen uns 70 Lei/Tag, auch für schwere, aber besser bezahlte Arbeit“) aus der Ortschaft die Grundmauern eines 100 Quadratmeter großen Saals, ein Bad, ein Schwimmbad, der Eingang zum Palast, ein Teil des Innenhofs und die Abflusskanäle. Das Gebäude ist einzigartig für Rumänien, auch weil es vor der endgültigen Eroberung Daziens errichtet wurde und das früheste Zeugnis römischer Architektur in diesem Raum nördlich der Donau darstellt.
Das gesamte Gebäude, das aus behauenem Bruchstein errichtet war, hatte die römische Bodenheizung, aber noch keinen Marmor als Zier- und Mauerverschalung. Das Bad und das Schwimmbecken waren mit "Opus Signinum", einem typisch römischen Isolationsgemisch aus Ziegelbruchstücken und Mörtel, isoliert. Marmor fehlt bei diesem Bau, weil der Marmorsteinbruch von Bucova, die Hauptquelle römischen Marmors in der Provinz Dakien, erst nach 110 n. Chr., nach der Besiegelung der römischen Eroberung Daziens und dem Selbstmord des Dakerkönigs Decebal, eröffnet wurde.
Die Gebäudereste sollen nach ihrer vollen Freilegung konserviert und touristisch genutzt werden.