Mittwoch, 5. Mai 2010

Europatag in Temeswar



Die Feierlichkeiten zum 9. Mai werden die Bürger von Temeswar auf den Domplatz locken. Musik und gute Unterhaltung sind am Europatag angesagt.
Foto: Zoltán Pázmány


DJ Project und Cargo treten am Domplatz auf
rn. Temeswar - Start frei für die Feierlichkeiten zum Europatag in Temeswar/Timisoara: Das kommende Wochenende bringt den Bürgern der Stadt an der Bega ganz viel Musik und gute Unterhaltung. Die rumänischen Musikgruppen DJ Project und Cargo treten am Sonntag, dem 9. Mai, auf die Bühne am Domplatz. Mit dem Europatag wird offiziell auch die Veranstaltungsreihe zum Kulturprojekt „Temeswar – Klein-Wien“ eröffnet.
DJ Project ist eine rumänische Dance-Gruppe, die im Jahr 2000 in Temeswar gegründet wurde. Mitglieder der Band sind Gino Manzotti, Maxx und Giulia. Die Gruppe hat bisher sieben Alben auf den Markt gebracht. Auch die Rockband Cargo wurde in Temeswar ins Leben gerufen. Seit 1985 hat die Band sieben Alben lanciert. Begründet der Gruppe ist der Temeswarer Gitarrenspieler Adi Barar.
Die Konzerte am Domplatz eröffnen die Event-Reihe zum Kulturprojekt der Stadtverwaltung „Temeswar - Klein-Wien“. Dieses wurde 2005 initiiert und soll vor allem jungen Künstlern die Chance geben, sich zu behaupten. Auch renommierte Musiker traten im Laufe der Jahre auf die Bühne am Domplatz. Es ist nicht von ungefähr, dass die Kulturveranstaltungen am Domplatz stattfinden: Der öffentliche Platz mit seiner barocken Architektur soll in den internationalen touristischen Kreislauf mit einbezogen werden. Den ganzen Sommer über finden am Domplatz verschiedene Events statt, die dem Temeswarer Publikum den Zugang zu Kunst und Kultur erleichtern.
Wer keine Lust auf laute Musik hat, der kann am Abend des 9. Mai einen Abstecher nach Schag/Sag Timiseni wagen. Im orthodoxen Nonnenkloster bestreitet die Staatsphilharmonie „Banatul“ ein Konzert der Sonderklasse (die BZ berichtete). Der 9. Mai 1950 ist der Geburtstag der Europäischen Gemeinschaft. Die Erklärung des damaligen französischen Außenministers Robert Schuman gilt als Grundstein der heutigen Europäischen Union. In ganz Europa werden am 9. Mai verschiedene Feierlichkeiten organisiert, die den Bürgern die Grundgedanken der Europäischen Union näher bringen sollen.

Mit zwei PS durch Europa

Im Pferdeschritt zu den Partnerstädten von Karlsruhe
Von Olivian Ieremiciu
Willi Beyer und sein Kumpel Franz Endlicher kutschieren durch den Kontinent. Besonders haben sie es auf die Partnerstädte von Karlsruhe abgesehen. Von Temeswar/Timisoara aus – wo wir die originellen Kumpel kennenlernen durften – wollen sie nun nach Karlsruhe: die längste Strecke, die sie bis jetzt per Planwagen bewältigt haben. „Bislang betrug die längste Strecke 1.400 Kilometer, von hier bis nach Hause rechnen wir mit ungefähr 1.600 Kilometern“, sagt Willi Beyer. Auf Autobahnen und Schnellstraßen dürfen sie nicht fahren. Trotzdem scherzt er, als er nach dem Radio und den zwei Verstärkerboxen, die den Planwagen „schmücken“, gefragt wird: „Radio hören wir immer, um zu erfahren, ob auf der Autobahn Stau ist“, schmunzelt der Karlsruher Nomade.
Die beiden hoffen, bis Ende Juli an ihrem Ziel anzukommen. Als Datum – jedoch nur orientierungsmäßig, da den beiden ja nicht der Asphalt unter den Füßen wegrutscht – soll Ende Mai als Zwischenziel Wien erreicht sein. In Passau rechnen die beiden nach weiteren drei bis vier Wochen anzukommen „Wir wollen eigentlich bis zum 24. Juli in Offenburg angelangen, um an der Internationalen Pferdemesse ´Eurocheval´ teilzunehmen“, sagt der „Nomadenwilli“.

Den Norwegern wird eine kurze „Fußpflege“ verabreicht.

Foto: Zoltan Pazmany

3.000 Kilometer mit dem Planwagen
Einige Partnerstädte von Karlsruhe hat er per Planwagen bereits besucht, nämlich Nancy in Frankreich (jedoch nicht direkt, sondern über die Schweiz), Halle im ehemaligen Ostdeutschland und nun das rumänische Temeswar. Weitere Pläne sind noch gewagter. Es soll nämlich nach Nottingham gehen, etliche Kilometer entfernter und durch ein Meer von Karlsruhe getrennt. Noch weiter davon liegt das in Russland gelegene Krasnodar, fast 3.000 Kilometer entfernt, mit dem Karlsruhe ebenfalls eine partnerstädtische Beziehung pflegt. Zeit hat er zur Genüge, da er seit einem Monat in Rente ist.

Die Kosten trägt größtenteils er selber, mit einem kleinen Zuschuss seitens des Karlsruhers Bürgermeisteramts. „Es ist meine große Leidenschaft, meine große Liebe. Das letzte Hemd hat keine Taschen. Man sollte sich also seine Träume, soweit es geht, zu verwirklichen versuchen, so lange man es noch kann“. Außerdem werden die Kosten auch durch die Gastfreundschaft der Leute, die einen aufnehmen, verringert.


Willi Beyer (rechts im Bild) und sein Kumpel Franz Endlicher

Foto: Zoltan Pazmany

Der Planwagen ist sozusagen hand-made, also selber gebaut. Diesmal steht darauf großgeschrieben: „Karlsruhe grüßt Temeschwar“. Hinten wehen zwei Fahnen, die rumänische und die deutsche Fahne. Der kleinere Anhänger, in dem der Proviant befördert wird, hat auch eine Fahne - die der europäischen Union. Die zwei „Norweger“ (Pferderasse), die vorgespannt sind, hat Willi von einem Freund ausgeliehen. „Ein solches Pferd kostet von 2.000 Euro aufwärts“, so Willi Beyer. Wie schon gesagt, ein Radio ist drin, etwas älteren Modells, und zwei Lautsprecher, die oben im Planwagen montiert sind. Geschlafen wird meist im Planwagen. Ein kleiner Herd und eine Flüssiggasflasche sind wichtige Ustensilien, um den Hunger zu stillen. Gekocht wird nämlich auch von den beiden „Selbstversorgern“. Für die Pferde jedoch muss immer ein Schlafplatz gefunden werden. Wo sie hinfahren, und sie Pferde weiden sehen, und es Abend wird, wird nach einem Schlafplatz für die Pferde gefragt. Und meistens sind die Leute freundlich und bieten einen Schlafplatz an. Sie legen jedoch auch Hand mit an, wenn es um Arbeiten geht, die ihre Gastgeber zu verrichten haben. So zum Beispiel erzählt er, wie es bei einer Reise dazu kam, dass sie einer älteren Frau, die ihnen Unterschlupf gewährte, einen halben Tag halfen, das Heu zu wenden. „Seitdem schick ich ihr immer eine Karte, von den Plätzen an denen ich reise, wir sind seit damals in Kontakt geblieben“.

Die Pferde werden fürs Einspannen vorbereitet.

Foto: Zoltan Pazmany

Kleine Hürden müssen genommen werden
Nach Temeswar kamen die beiden samt Planwagen, Pferden und Hund mit dem LKW. Fast eine Woche lang blieben sie in der Stadt. Nun soll es endlich los gehen. Ein Problem besteht jedoch: Anders als in Deutschland, wo die Fahrt mit der Kutsche lediglich auf Autobahnen und Schnellstraßen verboten ist, ist in Rumäniens auf ziemlich allen Straßen die Fahrt mit den Pferdewagen verboten. Und dies obwohl – oder gerade wegen der Tatsache, dass es in Rumänien ungefähr 700.000 Pferdewagen gibt. Da es nur 80 Kilometer bis zur ungarischen Grenze nach Tschanad/Cenad sind, müsste das Problem jedoch bewältigbar sein.
Besonders wichtig ist es, „pferdeschonend“ zu fahren. „Die Pferde sind unser Motor, der uns nach Hause bringt. Wir dürfen sie nicht überstrapazieren und wollen sie sanft behandeln“, sagt Willi. Die Hufe haben Hartstahlstifte mit Stollen, da sie auf dem Asphalt sonst schnell kaputt gehen würden. Fast 1.200 Kilometer hat es Willi mit seinen früheren Pferden geschafft, zu fahren, ohne dass die Behufung gewechselt werden musste.
Bislang hatte er auf seinen Reisen keine Probleme. Vor einiger Zeit, unter dem Begriff kuriose Statistiken, wurde auch eine aufgeführt, die zu Willis Reise passt. Im Vergleich zu den Todesfällen, die wegen Autounfällen geschehen - pro Jahr gerechnet - war vor einem Jahrhundert die Zahl der Todesfälle, die sich wegen den Pferdewagen ereigneten, höher. Eine Kutschfahrt ist also doch nicht so leicht und ungefährlich, wie es auf den ersten Blick ihre Gemächlichkeit suggerieren könnte.
Planwagen werden heute in Irland, Ungarn oder Tschechien als Campingwagen für Urlauber, in Deutschland vor allem für Gruppenfahrten mit größeren Personengruppen eingesetzt. Der Innenausbau von Camping-Planwagen entspricht in der Machart häufig dem von einfachen
Wohnmobilen, während Planwagen für Gruppenfahrten meist zwei an den Längsseiten des Wagens angeordnete lange Sitzbänke mit einem langen Tisch in der Mitte aufweisen. Kleinere Planwagen lassen sich oft durch Abnehmen der Plane und des Gestänges zu einer normalen Wagonette umbauen. Historisch spielten Planwagen bei der Erschließung und Besiedelung des amerikanischen Westens eine wesentliche Rolle - wer es sich leisten konnte, transportierte dort Gepäck und Familie oft über weite Strecken durch unwegsames Gebiet mit Hilfe von Planwagen.


































Die Mängel der Stadt Temeswar

Schlaglöcher im Asphalt an der Brâncoveanu-Straße
Foto: Zoltan Pazmany

Viele Autos, wenig Parkplätze: Der Gehsteig wird für Fußgänger zu eng.
Foto: Zoltan Pazmany


Frühlingsreinemachen verpasst: Der Müll lag über die Osterfeiertage auf einer Straße im Soarelui-Viertel.
Foto: Raluca Nelepcu


Dichter Verkehr in der Innenstadt
Foto: Zoltan Pazmany



Junge Familien haben kaum eine Chance, eine Wohnung der Nationalen Agentur für Wohnungsbau zu bekommen.
Foto: Zoltan Pazmay



Eine Umfrage von Raluca Nelepcu und Ana Saliste
Schlaglöcher im Asphalt, Parkplatzmangel, laute Diskos, schmutzige Straßenbahnen, schlechte Busverbindungen, Staub und Dreck: Das und vieles mehr nervt die Bürger der Stadt Temeswar/Timisoara so richtig. Die Hauptstadt des Banats hat schon ihren Charme, doch ganz ohne Macken ist die Stadt an der Bega sicherlich nicht. Wir wollten wissen, was die Bürger an Temeswar zu bemängeln haben. Was uns die Temeswarer und Wahltemeswarer geantwortet haben, lesen Sie auf dieser Seite. Wenn auch Sie Ihre Meinung ausdrücken möchten, schreiben Sie uns an temeswar@adz.ro.


Die schlechten Straßen, was als Folge einen viel zu dichten Verkehr und kaputte Autos hat. Der allgemeine Dreck, der Staub und die Mücken. Die Tatsache, dass im Falle der viel zu lauten Nachtdiskos keine Maßnahmen getroffen werden – ich möchte ab und zu mal ein wenig schlafen. (Emanoel Atitoaiei, 51 Jahre alt, Dipl.-Ing.)

In Temeswar nervt mich am meisten die Respektlosigkeit der Behörden uns, den Bürgern, gegenüber. Obwohl ich jung bin, hatte ich die unglückliche Erfahrung, die Steuern bezahlen zu müssen und bin auf unendliche Schlangen gestoßen. Weil mich die Beschlüsse der Lokalbehörden interessieren, habe ich mich an der Sitzung des Stadtrates und an einem Bürgertreffen beteiligt. Die Behörden haben uns erklärt, dass es nicht ihre Schuld ist, dass es keine Projekte für Jugendliche gibt, sondern unsere, weil wir keine erstellt haben. Das hat mich regelrecht schockiert. Negativ überrascht hat mich auch die Bilanz der Ausgaben fürs Jahr, wo für die Jugend eine äußerst kleine Summe ausgegeben wurde. Was mich weiterhin stört, ist der Verkehr und die Tatsache, dass es ständig zu Staus kommt.. Im Freidorf-Viertel, wo ich wohne, könnten wir einige Brücken mehr über dem Bega-Fluss gebrauchen. Seit über hundert Jahren wurden keine neuen Brücken mehr in Temeswar gebaut. (Alexandru Tucu, 16 Jahre alt, Schüler)

In erster Linie stört mich die Qualität der Straßenreparaturen. Ich verstehe nicht, warum einige Straßen, die erst vor Kurzem asphaltiert wurden, nach dem ersten Schnee- oder Regenfall wieder kaputt gehen. Nehmen wir zum Beispiel die Popa-[apc²-Straße: Hier sind, nur ein paar Monate nach den Straßenreparaturen, wieder Riesenlöcher im Asphalt zu sehen.
(Dan Patrascu, 26 Jahre alt, Theologiestudent)

Ein Problem, das mich persönlich betrifft, sind die Wohnungen für junge Leute. Es gibt sie so gut wie gar nicht. Es existieren Wartelisten von vor zwei Jahren, die mit weiteren Wartelisten ergänzt wurden. Man kann eine solche Wohnung bekommen, nur wenn jemand anders darauf verzichtet, was äußerst selten der Fall ist. Ein anderes Problem ist der Staub: Temeswar nimmt trotz der zahlreichen Grünflächen einen der Spitzenplätze ein, was die Luftverschmutzung mit Staubpartikeln angeht. Man wäscht am Morgen das Auto und am Abend ist es wieder staubig. Ein großes Problem sind die Parkplätze: Wir sind nicht imstande, ein aufgestocktes Parkhaus zu bauen. Ansonsten wäre noch etwas hinzuzufügen: Die Haltung der Arbeitskraft den öffentlichen Arbeiten gegenüber. Ich habe die Bauarbeiter, die die Ufer der Bega neu einrichten müssen, des Öfteren beobachtet. Vier essen Sonnenblumenkörner, während einer arbeitet.
(Gabriel Pali, 25 Jahre alt, Mechanik-Ingenieur)

Der Staub ist ein großes Problem für die Stadt. Als ich 1995 von Craiova nach Temeswar gekommen bin, hat mich das am meisten schockiert. Außerdem stört mich der dichte Verkehr in der Stadt: Der Benzinverbrauch steigt von sechs Litern/hundert Kilometer auf zehn bis zwölf Liter an.
(Catalin Alexandru, 41 Jahre alt, Programmierer)

Am meisten stört mich der Zustand der Infrastruktur. Wir haben sehr schlechte Straßen. Hinzu kommt noch die Tatsache, dass wir keine staatlichen Freizeitanlagen mehr haben. Es gibt in der ganzen Stadt kein staatliches Schwimmbad mehr, nur noch private Schwimmbäder, die sehr teuer sind. Da muss man etwa 400 Lei für ein Monatsabo bezahlen. Das Tennisfeld im Rosenpark wurde seit Jahren nicht mehr saniert. Der Konflikt zwischen Bürgermeisteramt und Stadtverwaltung soll endlich mal zu einem Ende kommen, damit sich die Behörden mehr um die Stadtprobleme kümmern können.
(Axente Indrei, 25 Jahre alt, Politikwissenschaftler)

Ein großes Problem ist, meiner Meinung nach, der Kautschukgestank vom Reifenwerk „Continental“, der zu einer ziemlich großen Luftverschmutzung führt. Dann sind noch die schlechten Straßen zu erwähnen, der Staub und der Parkplatzmangel in der Innenstadt.
(Sorin Haiduc, 26 Jahre alt, Ingenieur)

Ich finde, die Stadt ist sehr schmutzig. Man soll sich mehr einsetzen, um sie sauber zu erhalten. Dann würde ich noch den schlechten Zustand der Straßen erwähnen und die Respektlosigkeit mancher Beamten aus dem Bürgermeisteramt und der Stadtverwaltung den Bürgern gegenüber..
(Alexandru Fuchs, 25 Jahre alt, Bauingenieur)

Es stört mich, dass die vielen Stadtviertel mit großem Entwicklungspotenzial nicht ausgebaut und saniert werden. Die verschiedenen Sanierungsprojekte sollen nicht nur für die Innenstadt gedacht werden. Auf dem Trajansplatz, zum Beispiel, sind noch sehr viele schöne Altbauten, die auch saniert werden müssten. Es gibt noch viele Bauflächen im Schager Viertel, die früher mal Industriezonen waren und jetzt verfallen und verlassen sind. Man sollte deren Potenzial ausnutzen und sie ausbauen. Es stört mich auch, dass die Bürger, die in Altbauten wohnen, die Fassaden der Gebäude ändern, obwohl sie das nicht dürfen. Die meisten Altbauten stehten ja unter Denkmalschutz.
(Cristina Baba, 24 Jahre alt, Architektin)

Mich stören die schlechten Busverbindungen im Freidorf-Viertel. Nicht nur, dass hier die Busse sehr selten fahren und man sogar eine halbe Stunde auf sie warten muss, es sind auch noch alte, kaputte Busse, die sehr viel Lärm machen und schmutzig sind. Dieses Stadtviertel wurde von der Stadtverwaltung immer wieder vernachlässigt.
(Mihai Daminescu, 58 Jahre alt, Bauarbeiter)

Ich finde, die Straßen werden total umsonst repariert, da sie schon in ein paar Wochen wieder kaputt gehen. Die Straßenbahnen sind sehr schmutzig und stinken. Ich will niemals mehr in eine Straßenbahn einsteigen. Ich finde es schade, dass die vielen Touristen, die die Stadt besuchen, mit solchen Verkehrsmitteln fahren müssen.
(Mihaela Balos, 25 Jahre alt, Teamassistent)






Theater bald im neuen Domizil


Kreisratspräses hofft bis Jahresende mit Fertigstellung der Sanierung
wk. Reschitza - Kreisratspräsident Sorin Frunzaverde hat am vergangenen Wochenende die Baustelle des künftigen Sitzes des Reschitzaer „Teatrul de Vest“ besucht. Anschließend erklärte er den Medien, dass die Sanierung und Modernisierung des als Denkmal eingestuften Gebäudes des ehemaligen „Cultural“-Kinos und früheren Kultur- und Vereinshauses der Reschitzaer „Asociatia Plugarilor din Resita Româna“ bis Ende September fertiggestellt sein wird.
Das Projekt, eine Zusammenarbeit zwischen einer sich zu Nachfolgern der „Asociatia Plugarilor din Resita Româna“ erklärten Organisation und dem Kreisrat, hat nun schon alle Fertigstellungstermine glatt verdoppelt. Das Baustellenschild, das erst mal die Jahresmitte 2008 als Endtermin zur Übergabe angegeben hatte, ist erst überstrichen, dann versetzt worden. Die Lugoscher Firma, welche die Ausschreibung für die Sanierung und Modernisierung gewonnen hatte, hat den Preis der gesamten Arbeiten inzwischen von 3,2 Millionen Lei auf 5,2 Millionen Lei hochgeschraubt – was vom Kreisrat akzeptiert wurde. „Praktisch haben wir nach den Sanierungen und Modernisierungen ein neues Gebäude im alten Kleid vor uns“, sagte Frunzaverde. Da es im gesamten Banat nur wenige Firmen gibt, die über das Kulturministerium für die Sanierung historischer Bauten akkreditiert sind, hatte der Kreisrat bereits bei der Ausschreibung weder viel Spielraum für Bedingungen noch ausreichend Auswahlmöglichkeiten unter interessierten Firmen. Das galt auch im Falle der Nachforderungen der Firma, die in Reschitza ihre Visitenkarte bei der Sanierung der „Betonschule“, des ersten Gebäudes, vorlegte, das im historischen Banat im Gleitschalverfahren Anfang des 20. Jahrhunderts errichtet wurde. In diesem Fall war die Sanierung sowohl zeit- als auch quaslitätsgerecht durchgeführt worden, was bei der Auswahl der Firma für die Sanierung des künftigen Sitzes des Reschitzaer Theaters schwer ins Gewicht fiel.
Die öffentlich-private Partnerschaft zwischen der nach 1989 neugegründeten „Asociatia Plugarilor din Resita Româna“ und dem Kreisrat Karasch-Severin sieht vor, dass der Kreisrat alle Sanierungskosten übernimmt und der Verein anschließend das Gebäude zur mindestens 50jährigen Nutzung dem Theater kostenfrei überlässt.
Der Saal des künftigen Kulturzentrums ist als Multimediaraum mit 160 Sitzplätzen (davon 35 auf dem Balkon) konzipiert, wo neben Theater- auch Filmvorführungen in einer Cinemathek stattfinden sollen. Die Bühne ist als Drehbühne konzipiert und wird die wahrscheinlich modernste und technisch am besten ausgestattete Bühne Westrumäniens. Mit der jungen Hochschulabsolventin Lavinia Ungar hat man für das Bauvorhaben einen eigenen Designer angestellt.



Wegen dem Bauzaun kann man das Gebäude immer noch nur von der Höhe des gegenüberliegenden Wohnblocks aus fotografieren. Leider sieht man von dort auch bereits Mängel: Die Dachrinnen sind nicht richtig abflussgeneigt und voller aufgestautem Regenwasser, im Winter hat das Fehlen von Vorrichtungen auf dem Dach dazu geführt, dass sich bei jedem Schneefall Dachlawinen bildeten.
Foto: wk