Ein Vortrag an der Temeswarer Volksuni über Osterbräuche rund um die Welt
Osterbrauch im Temeswarer AMG-Altenheim: In der Karwoche wird im Innenhof ein kleiner Altar geschmückt.
Golgatha oder der Kreuzweg: Gemäß der christlichen Tradition wurde das Holz des Kreuzes nach dem Tod und der Auferstehung von Jesus Christus zu Fuße des bekannten Jerusalemer Hügels Golgatha vergraben. Drei Jahrhunderte später, im Jahr 326, befahl Kaiserin Helene, die Mutter des Kaisers Konstantin des Großen, Grabungen in der Festung von Jerusalem zu beginnen. So wurde das Heilige Kreuz wieder gefunden.
Herakles und das Heilige Kreuz: Im Jahr 629 besiegte Kaiser Herakles die Perser. Jerusalem und das Heilige Kreuz wurden zurückerobert. Das Kreuz wurde von dem Patriarchen Zacharias erneut in der Kirche zur Auferstehung Gottes aufgestellt. Man schrieb den 14. September 630.
Das Heilige Abendmahl: Das Osterfest wurde erstmals um das Jahr 1400 v.u.Z gefeiert. Zu Zeiten Moses feierten die Juden jeweils den Tag, da Gott sie aus der ägyptischen Sklaverei erlöst hatte. Traditionell wurde dabei ein Lamm geopfert.
Die Krautwickel aus Madaras: In der Gemeinde Madaras, Kreis Harghita, wird auch heute noch ein hierzulande in der Karwoche einzigartiger Brauch begangen. An Gründonnerstag treffen sich die Frauen des Ortes, um Krautwickel mit Kartoffel, eine lokale Delikatesse, die an das heilige Abendmahl erinnern soll, zuzubereiten. An diesen Treffen dürfen keine Männer teilnehmen. Und die Frauen können von dem Essen erst nach der Heimkehr vom abendlichen Gottesdienst kosten.
Von Palmen- zu Weidenzeigen: Unser heutige Brauch der osterlichen, frisch ergrünten Weidenzweige geht auf die Palmzweige zurück, die Jesus Christus als Symbol des Friedens bei seinem Einzug in Jerusalem in den Händen trug. Mittelmeervölker benutzen auch heute noch Palmenzweige, in nördlichen Regionen, wo Weidenbäume schon zu Palmsonntag Knospen tragen, werden diese Zweige mit den ersten Knospen benutzt.
Die Wallfahrt zum Kloster Hakendover/ Belgien: Die Osterbräuche aus Hakendover, einem Städtchen im Osten Belgiens, gehen auf Ereignisse zurück, die vor sechs Jahrhunderten verzeichnet wurden. Im Jahr 1432, heißt es, beschlossen drei adlige Jungfrauen der Welt den Rücken zu kehren und nur noch im Gebet zu leben. Da es in der Gegend kein Kloster gab, beschlossen sie eines zu errrichten. Nach 12 schweren Arbeitstagen, erschien am 13. Tag ein Engel und zerstörte das Bauwerk. Darauf nahm er die Jungfrauen an der Hand und geleitete sie bis zu einer Lichtung im Herzen des Waldes. Da waren am Boden schon die Linien des künftigen Klosters vorgezeichnet. Darauf geht die Wallfahrt von Hakedover zurück, in der Karwoche strömen die Gläubigen aus dem ganzen Land zu diesem Kloster.
Linsensuppe in Zypern: An Karfreitag werden die Kirchen in Zypern innen mit Blumen geschmückt. In jeder Kirche wird ein kleiner Katafalk mit Ikonen, die Jesus am Heiligen Grab darstellen, mit Blumen geschmückt. Zu Mittag kommt allgemein eine Linsensuppe mit Essig (Als Jesus auf dem Kreuzweg nach Wasser bat, wurde ihm Essig gereicht) auf den Tisch.
„Mämmi“ aus Finnland: Gleichzeitig mit dem Osterfest wird in der gesamten christlichen Welt auch der Frühlingsbeginn gefeiert. Im nordischen Finnland, wo die Natur im März und April noch vom Winter beherrscht wird, freut man sich auch mit den Osterbräuchen traditionsgemäß allgemein auf den nahen Frühling. So haben die finnischen Bräuche viel vom religiösen Charakter eingebüßt. An Ostersonntag und -montag wird hier ausgelassen gefeiert. Kinderscharen streifen mit Gesang und Glöckchenklang durch die Gassen. Zu Ostern bereiten die Finnen das traditionelle „Mämmi“, ein kaffeebraunes Gebräu aus gezuckertem Gerstenmalz zu. Es wird in Kartonschachteln in Form von Weidenkörbchen im Ofen gebacken. „Mämmi“ ist eine beliebte Nachspeise, die mit Zucker und Sahne angeboten wird. In der Vergangenheit war das eine finnische Fastnahrung, sie wurde kalt und auf Brot gereicht. Seit 1917, als Finnland seine Unabhängigkeit errang, gilt „Mämmi“ als Nationalgericht und Symbol des Landes.














