Freitag, 23. Januar 2009

WORSCHTKOSCHT 2009


Am 29. Januar findet um 12 Uhr im AMG-Haus das traditionelle Fest der Banater Zeitung, die Worschtkoschtprob, statt. Auch in diesem Jahr sind zwei Wettbewerbe vorgesehen: einer für die privaten Wursthersteller und einer, an dem sich industrielle Fleischwarenproduzenten beteiligen können. Wer teilnehmen möchte, der kann die Wurst in die Redaktion der Banater Zeitung, von Montag bis Freitag zwischen 10 und 14 Uhr, bringen. Wurstproben können auch am 29. Januar, allerdings nur zwischen 10 und 11 Uhr, ins AMG-Haus gebracht werden. Der Eintritt zur Veranstaltung erfolgt anhand einer Einladung oder bei Vorweis der Quittung, die die Post für ein ADZ-Abo ausfolgt.

Ticketingsytem in Temeswar


Die erste Karte ist kostenlos

Temeswar (BZ) - Das lang erwartete Ticketingsystem des öffentlichen Nahverkehrs in Temeswar/Timisoara (RATT) wurde Anfang dieser Woche in Betrieb genommen. Ein spezielles Gerät, das Magnetkarten liest, wurde bereits vor Weihnachten in den öffentlichen Verkehrsmitteln montiert. Die Temeswarer sollten sich an das neue System gewöhnen, teilte die RATT-Leitung mit.

Nun kann eine Fahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in Temeswar sowohl mit Fahrkarte, Abo aber auch mit der neuen Magnetkarte als gültig gelten. Jeder Temeswarer kann eine solche Magnetkarte an RATT-Kiosken erwerben. Die erste Magnetkarte ist kostenlos und kann für eine Zeitspanne von sieben, 14 oder 30 Tage aufgeladen werden.

Ab Montag werden Magnetkarten im öffentlichen Nahverkehr benutzt.
Foto: Zoltán Pázmány

Auf dem kleinen Bildschirm des neuen Geräts in den Verkehrsmitteln wird den Fahrgästen Schritt für Schritt erklärt, was sie als Nächstes machen müssen. Die alten Geräte zum Stempeln der Fahrkarten werden weiterhin behalten, bis sich die Temeswarer an das neue System gewöhnt haben, aber auch für gelegentliche Fahrgäste.

Laut AD Shop, die Firma, die sich um das neue System kümmert, werden die Bürger in der Anfangsphase Infos bezüglich des neuen Systems eingesandt bekommen oder können diese im Internet auf ratt.ro abrufen.

Durch die Verwendung der Magnetkarten wird auch die Zahl der beförderten Fahrgäste registriert. Die Gültigkeit der Magnetscheine wird von den RATT-Kontrolleuren mit Hilfe von elektronischen Kontrollgeräten überprüft. Seit geraumer Zeit gibt es in Temeswar auch elektronische Anzeigetafel. Davon können die Passanten Infos vom Bürgermeisteramt, Werbeanzeigen, aber auch die Wartezeit bis zum nächsten öffentlichen Verkehrsmittel in den Haltestellen ablesen. Alle RATT-Verkehrsmittel wurden mit einem Navigationssystem ausgestattet, das die genaue Lage des Vehikels im Verkehr anzeigt.

Alles klar?


In der kürzlich abgegebenen „Erfurter Erklärung“ des CDU-Bundesvorstands heißt es zur Vergabe von Staatskrediten für die Wirtschaft: „Wir werden dabei beachten, dass es nicht Aufgabe des Staates ist, Marktbereinigungen und Kapazitätsanpassungen durch Ausscheiden von nicht zukunftsfähigen Unternehmen zu verhindern.“ „Alles klar?“, setzt der skeptische Kommentator hinzu.

Es gibt Situationen in Deutschland, in denen ein Ausruf genügt. „Alles klar!“, heißt es dann. Und es gibt Situationen, in denen plötzlich gefragt wird: „Alles klar?“ Es kann sich sogar um die gleiche Situation handeln. Worin besteht nun der Unterschied zwischen der Feststellung „Alles klar!“ und der Frage „Alles klar?“

Der Ausruf „Alles klar!“ kann bedeuten: habe verstanden, wird gemacht. Er kann aber auch nahe legen, die Belehrung reiche aus. Oder, beiseite gesprochen: Ich kann es nicht mehr hören. Der Ausruf „Alles klar!“ beendet jedenfalls das Gespräch.

Davor kommt die Frage: „Alles klar?“ Sie kommt von dem, der gerade gesprochen hat. Und sie will sicherstellen, dass der Angesprochene den Sachverhalt zur Kenntnis genommen hat.

Die Frage „Alles klar?“ ist eine Nachfrage. Sie hat einen autoritären Zug. Es spricht der Auftraggeber, angesprochen wird der Auftragnehmer. Aus der Frage ist eine gewisse Ungeduld des Sprechenden herauszuhören, als ginge es bereits um verlorene Zeit, als wäre auch in diesem Augenblick Zeit nichts als Geld.

In der Sache selber wird es sich, bei einem solchen Verhalten, eher um eine Schiffsladung handeln als um den kategorischen Imperativ. Wenn ein Intellektueller den Ausdruck „Alles klar?“ mit dem Fragezeichen versieht, macht er sich eher verdächtig, damit am Niveau seines Gesprächspartners zu zweifeln. Im besten Fall wird man ihm Ironie zubilligen.

Ruft der Intellektuelle aber aus: „Alles klar!“, so will auch er damit nur sagen, das Gespräch sei beendet, ganz wie der Schiffseigner. In dessen Fall aber handelt es sich um eine handfeste Botschaft. Sie lautet: „An die Arbeit, Jungs!“

Gewiss: Auch das Ende eines Gesprächs unter Intellektuellen kann Folgen haben, muss es aber nicht. Bleibt es ohne Ergebnis, spricht man von Polemik. Hat es wider Erwarten doch zu etwas geführt, geht es als Streit in die Geschichte ein. Zu diesem Zeitpunkt aber ist die Ladung des Schiffseigners längst gelöscht.

Und das einzige, das es dazu zu sagen gäbe, ist, ob es sich denn gelohnt hat oder nicht. Das aber steht ohnehin in den Büchern des Unternehmens. Diese Bücher aber sind nichts weiter als ein Beleg für die Ausgaben und Einnahmen. Sie spielen keine öffentliche Rolle.

Für die Öffentlichkeit ist nur von Belang, was unterm Strich steht. Für uns wäre es eine Fußnote. Der Rest aber ist Polemik und Streit. Alles klar!

Richard Wagner

Neuigkeiten aus dem Banat

In der Print-Ausgabe:

Belohnung für brave Steuerzahler/
In Temeswar: Bonus, Steuerlass und -ermäßigung

Appell an Patriotismus bedarf konkreter Schritte



Tourismusministerin hat viele Mankos zu beheben

An den Lokalpatriotismus hatte die neue Tourismusministerin Elena Udrea apelliert, als sie die Rumänen aufforderte, zumindest in diesem Jahr ihren Urlaub im eigenen Land zu verbringen. Gleichzeitig erwartet sie von den Einrichtungen aus dem Bereich, dass diese ihre Preise senken, um den Urlaubern einen Aufenthalt erschwinglich und schmackhaft zu machen. In Insiderkreisen gibt es Zurückhaltung, ob solche Initiativen nun auch umsetzbar sind. Dienstleister, die vor Ort die Angebote der Reiseunternehmen umsetzen können, die Positionierung des Angebotes und die Personalfrage im Tourismus sind die wichtigsten Aspekte, die laut Insidern einer erfolgreichen einschlägigen Branche im Wege stehen. Die Banater Zeitung sprach diesbezüglich mit Unternehmern und Geschäftsführer aus der Branche.

Hotelkomplex in Busiasch
Foto: Zoltán Pázmány

Es ist natürlich ein herber Rückschlag, dass Reiseveranstalter wie TUI oder Thomas Cook die rumänische Schwarzmeerküste aus ihrem Angebot gestrichen haben. Sogar traditionelle Verfechter des Schwarzmeer-Urlaubs werden mittlerweile nachdenklich: „Wenn so bedeutende internationale Reiseveranstalter einen Rückzieher machen, muss das gewichtigere Hintergründe haben, als die ein einfacher Konsument erahnen könnte”, heißt es bei Irene Mezei. Sie erwägt nun, das so oft gepriesene Preis-Leistungsverhältnis in anderen Ländern auf dem Balkan zu testen.

„Es ist in Rumänien nicht klar definiert, was wir dem Touristen nun wirklich bieten, mit welchen Angeboten wir uns an wen wenden”, sagt Emil Cristescu, Mitinhaber der Temeswarer Bega-Gruppe, auch im Tourismus kein Unbekannter mehr. Über diese Grundidee hinaus findet Cristescu, dass den Dienstleistungen und der Infrastruktur ebenfalls eine wichtige Rolle bei der Antwort auf „Tourismusattraktion Rumänien” zukommen. Sorin Munteanu, Direktor des Kurunternehmens in der Kleinstadt Busiasch/Buzias (Verwaltungskreis Temesch/Timis), weiß, dass die Personalfrage von besonderer Bedeutung ist. „Das Personal in der gesamten Tourismusbranche ist zum Teil veraltet und die Jüngeren haben trotz Abschlussdiplom kaum Leistungen vorzuweisen. Dies geht auf die schlechte Ausbildung in diesem Bereich zurück”, so Munteanu.

Als Insiderin mit Wissen über den internationalen Tourismus ist es für die Deutsche mit Banater Wurzeln, Ramona Lambing, kein Novum, einen Überblick über die Mankos der rumänischen Tourismusbranche, über die Personalprobleme und die Trends zu haben. Eine Schonfrist für die „hübsche Erscheinung“ von Elena Udrea als Vertretung des Rumänien-Tourismus kann sich Ramona Lambing, Leiterin der Temeswarer Reiseagentur „Passage“, gut vorstellen. Nach 100 Tagen müsste Udrea jedoch Farbe bekennen, denn hinter dem angepeilten Zukunftsmarkt „Tourismus“ steht ständige Service-, Qualitäts- und Imagepflege (Ramona Lambing). Mit solchen Argumenten könnte auch einer wie Nicusor Tundrea zum Umdenken bewogen werden, der etwas deprimiert, aber auch mit einer Prise Humor seine Urlaubsplanung für dieses Jahr preisgibt: „In der Finanzkrise und bei dem schlechten Angebot verbringe ich meine drei Ferienwochen am liebsten gratis und ohne Ärger auf dem heimischen Balkon”.

Siegfried Thiel

Orthodoxenschwund im Bergland


Trotzdem gehen Investitionsarbeiten weiter

Karansebesch (BZ) – Ende 2008 gab es im Banater Bergland um 15.000 rumänisch-orthodoxe Gläubige weniger als Ende 2007. Dies geht aus einer Bilanz des Bistums Karansebesch/Caransebes hervor, die jüngst veröffentlicht wurde. Im Bistum Karansebesch gab es Ende vergangenen Jahres 215.360 rumänisch orthodoxe Gläubige, die in 71.348 Familien vereinigt waren. Als Grund für den Gläubigenschwund geben die Kirchenstatistiker vor allem Migrationsprozesse an, sowohl als Binnenmigration in Richtung wirtschaftlich erfolgreicher Regionen und Räume, als auch als Auswanderung, im Sinne einer Arbeitsmigration.

Nichtsdestotrotz drängt die Leitung des Bistums weiter darauf, die Zahl der Schüler und Studenten, die an orthdoxen Lehranstalten inskribiert sind, zu erhöhen. Denn auch deren Zahl geht in der Perspektive der kommenden Schuljahre zurück, nachdem die Boomjahre zwischen 1993 und 2000 fielen. Am Theologischen bischöflichen Seminar „Episcop Ion Popasu“ in Karansebesch waren im Schuljahr 2007/08 124 Schüler eingeschrieben, von denen sich im Laufe des Schuljahrs zwei zurückgezogen haben und einer sich an eine andere Schule transferieren ließ. Alle anderen sind ins nächste Studienjahr versetzt worden und 51 unter ihnen haben das Bakkalaureat bestanden.

An der Karansebescher Außenstelle der Reschitzaer Universität „Eftimie Murgu“ studieren 84 Studenten und 25 Studentinnen didaktische orthodoxe Theologie, um Religionslehrer zu werden. Im Sommer 2008 bestanden 66 von ihnen die Lizenzprüfung. Also alle 66, die sich dazu gestellt haben.

Trotz des Rückgangs der Zahl der Gläubigen zieht das orthodoxe Bistum Karansebesch seinen Investitionsplan zielstrebig durch. Im Moment sind im Banater Bergland 14 rumänisch-orthodoxe Kirchen im Bau, teils finanziert aus Mitteln des Departements für Kulte im Ministerium für Kultur, Kultische Angelegenheiten und Nationales Kulturgut, teils aus privaten Spenden und teils aus Zuwendungen der Kommunen oder des Kreisrats (die immer in Wahlkampfjahren besonders reichlich ausfallen). Repariert werden gegenwärtig im Banater Bergland 83 Kirchen und 48 rumänisch-orthodoxe Pfarrhäuser. In 43 Kirchen und Pfarrhäusern ist 2008 eine Zentralheizung eingebaut worden. Und 23 rumänisch-orthodoxe Kirchen werden entweder frisch bemalt oder die existierenden Kirchenmalereien werden erneuert/konserviert. Auch in diesen Fällen gab es diverse Mischfinanzierungen, wobei die privaten oder institutionellen Spenden dazu nicht unerheblich waren. Man denke bloß an die wiederholten Zuwendungen des Stadtrats Karansebesch für die Fertigstellung der mächtigen orthodoxen Bischofskathedrale im Karansebescher Stadtzentrum.

Banater Kulturleben


In der Print-Ausgabe:

Das Banat vor der Kamera/
Fotoausstellung im touristischen Info-Zentrum

Gedichte von:
Lucian M. Varsandan
Bianca Barbu
Julia Schiff

Radios, Phonographen und Grammophone


Eine Ausstellung, die eine Wohnung in Temeswar wert ist/ Von Ana Saliste

Wie kann man sich besser in eine andere Epoche versetzen, als mit Hilfe der Musik, die aus einem alten „Edison“-Phonograph ertönt und einem gut schmeckenden Wein mit Käse? Bei der Vernissage seiner Privatausstellung von alten Radios, Phonographen und Grammophonen wiedergibt der Kunstrestaurator Adrian Dunareanu im Weinladen „Veterarium“ in Temeswar/Timisoara die Stimmung der 20er Jahre. Dabei lässt er ein noch funktionierendes Grammophon aus dem Jahr 1924 erklingen, während die Besucher noch die angebotenen Weinsorten verkosten. Rund 60 alte Radios, Phonographen und Grammophone sind im kleinen Weinladen an der Arader Straße Nr. 103 bis Ende Januar zu besichtigen. Diese wurden auf Regalen, zwischen zahlreichen Weinflaschen, gestellt.

Der Sammler Adrian Dunareanu bei der Vernissage seiner Ausstellung

Eine Ausstellung, die eine Wohnung in Temeswar wert ist, wie Adrian Dunareanu, zugleich auch einer der Besitzer des Weinladens, zu sagen pflegt. Die meisten Geräte hat er in Amerika erworben. Jedes Jahr besucht er eine riesige Ausstellung von elektronischen Geräten in Ohio, die auch eine Abteilung mit Antiquitäten umfasst. „Die Abteilung ist nicht sehr umfangreich, aber man hat trotzdem eine gute Gelegenheit, etwas zu finden. In Rumänien ist es sehr schwer in Besitz von alten, wertvollen Sachen zu gelangen, denn der Krieg hat vieles vernichtet“, so Adrian Dunareanu. Auch den ältesten Lautsprecher der Welt entdeckt der Besucher zwischen den Weinflaschen. Die meisten der ausgestellten Geräte stammen aus der Zeitspanne 1920-1930. Alle ausgestellten Edison-Phonographen wurden in der Zeitspanne 1898-1908 hergestellt. Zu den wertvollsten Geräten zählt das blaue Neutrowound-Radio – davon gibt es nur noch 40 Stück in der ganzen Welt. Rund 100 alte Radios besitzt der Kunstrestaurator.
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Aus Sicherheitsgründen konnte er nicht alle im Weinladen ausstellen. Zu den ältesten Geräten, die er besitzt, zählt ein Radio aus dem Jahre 1922, das aber auch nicht ausgestellt wurde. Das teuerste Radiogerät seiner Sammlung hat einen Wert von rund 23.000 Euro. „Der Laden ist sehr klein und verfügt über kein gutes Sicherheitssystem, deswegen wollte ich nicht die teuersten Geräte ausstellen. Ich habe aber diesen Laden für meine Ausstellung ausgewählt, nicht nur, weil er mir gehört, sondern auch, weil ich einen guten Wein fördern wollte“, sagt Adrian Dunareanu, der fast jeden Tag im Laden anwesend sein wird, um seine Sammlung besser im Auge zu behalten.

Seit über 23 Jahren sammelt der in Amerika lebende Adrian Dunareanu alte Radios und Grammophone. Vor ungefähr 20 Jahren hat seine Frau ein Radio im Internet gefunden, das einem Apparat seines Großvaters stark ähnelte. „Mein Großvater hatte es verkauft, ich wollte aber ein solches Gerät unbedingt haben und habe alles Mögliche versucht, um in den Besitz einer solchen Antiquität zu kommen. Es gelang mir aber nicht. Seitdem sammle ich alte Radios und Grammophone“, sagt Adrian Dunareanu, der vier Jahre beim berühmten Versteigerungshaus „Sotheby´s“ gearbeitet hat und ein leidenschaftlicher Sammler von Antiquitäten ist. Er besitzt noch einen Schrank, voll mit alten Waffen, der rund eine Million Dollar wert sein soll.

Banater literarische Ernte 2008



Zu STAFETTE, Sammelband des Deutschen Literaturkreises Temeswar, Cosmopolitan Art Verlag Temeswar 2008, ISBN 978-973-8903-49-4.

Nach einem besonderen Schaffensjahr, das dem 15jährigen Bestehen gewidmet war, legte der deutsche Literaturkreis „Stafette“ vom DFDT zur Jahreswende einen neuen Sammelband vor. Als aktuelles Forum der jungen deutschen Literatur des Banats wie auch als Jahresbilanz der Tätigkeit des Literaturkreises gedacht, hat diese Veröffentlichung über 100 Autoren in den bisher 14 Auflagen zu Wort kommen lassen.

Wie Herausgeberin Dr. Annemarie Podlipny-Hehn im Vorwort des Bandes (Technische Redaktion: Dagmar Siclovan, DFDT-Geschäftsführerin) resümiert, ist das größte Plus dieser Sammelbände die Herausbildung eines festen Kerns von Literaten, darunter immer mehr junge deutschschreibende Talente.

Veröffentlicht werden diesmal Texte der verschiedensten literarischen Genres von 27 Autoren, die im Anhang jeweils mit Kurzbiographien vorgestellt werden. Allen voran werden Auszüge aus zwei Neuerscheinungen des Vorjahres bzw. aus dem Lyrikband „lyrisches tagebuch“ von Lucian M. Varsandan (zu lesen auch eine Rezension zu diesem zweiten Gedichtband des Autors) und dem Prosadebütband „Nostalgic Medley“ von Robert Tari abgedruckt. Mit Kurzprosatexten sind desgleichen vertreten Bianca Barbu, Florentina Paul, Ruxandra Berbecel, Balthasar Waitz, mit neuer Lyrik Henrike Bradiceanu-Persem, Mihai Doroftei, Alexandrina Paul, Else von Schuster, Edith Guip-Cobilanschi. Von den Gästen des Literaturkreises werden Texte von Julia Schiff und Stefan Michael Müller (Deutschland) und der ungarischsprachigen Temeswarer Autorin Marika Pongracz-Popescu abgedruckt. Bestens vertreten sind erneut die Banater Mundartautoren mit Ignaz Bernhard Fischer, Therese Kummer, Helen Alba und Eva Mayer. Wie ein Leitfaden gehen Nachrichten und Berichte über die abwechslungsreiche Tätigkeit des Literaturkreises von Lesungen im In- und Ausland zu der Teilnahme an allen deutschen Kulturveranstaltungen (DFDT-Kulturtage, Banatschwäbisches Mundarttreffen, Deutsche Literaturtage usw.). Aufschlussreich ist auch die Liste mit der bisherigen literarischen Ernte in Buchform: Die Stafette-Mitglieder haben in der relativ kurzen Zeitspanne 1994-2008 14 Sammelbände und weitere 29 Bücher herausgebracht.(bw)

Wirtschaft und Umwelt

In der Print-Ausgabe:


Problemfall: Müll/
Zwischen Ablagerung und Wiederverwendbarkeit des Abfalls
Von Olivian Ieremiciu

Gute Umsätze beim Weihnachtsmarkt/
Firmen und Organisationen allesamt zufrieden
Von Raluca Nelepcu

Klassische Plastiktüten werden ersetzt


Missachtung kostet vorläufig noch kein Geld/ Von Ana Saliste

Gelassen sucht der Mann im kleinen Laden nach Kleingeld in seiner Manteltasche, während die Verkäuferin ihm eine Tüte mit zwei Brötchen überreicht: „Nun, muss ich Ihnen um 20 Bani mehr geben?“, fragt er die Verkäuferin. Dabei erklärt diese: „Nein, die Tüte hat keinen Griff, die ist unentgeltlich“. Die Verwirrung bezüglich der Einführung der Umweltgebühr für Plastiktüten ist noch groß. Ab dem 1. Januar ist eine neue Bestimmung in Kraft getreten: Pro Plastiktüte muss man jetzt eine Umweltgebühr von 20 Bani bezahlen. Ob man aber auch für die kleinen Tüten, die man in den Supermärkten verwendet, um ein Kilo Gemüse zu wiegen, eine Umweltgebühr entrichten soll? Da sind noch viele Bürger im Unklaren. Szekely Attila, Chefkommissar beim Arader Umweltschutzamt, erklärt: „Für die kleinen Tüten wird keine Gebühr vorgesehen, sondern nur für die Tragetaschen, die einen Griff haben, das muss aber den Menschen erklärt werden“.

Gratis Plastiktüten – bald Geschichte
Foto: Zoltán Pázmány

Für die Vertreter des Umweltschutzamtes ist nun Arbeit angesagt: Sie müssen zu den einzelnen Supermärkten und Läden hinfahren, um den Inhabern und den Verkäufern die Situation genau zu erklären. Dazu müssen sie noch bestimmte Informationsplakate verteilen, die in den Supermärkten ausgehängt werden müssen. „Leider sind wir nur noch sieben Kommissare und es gibt über ein Tausend Läden und Supermärkte. Es muss aber Zeit vergehen, bis sich alle im klaren kommen“, sagt Szekely. Dabei werden bis Frühjahr noch keine Geldstrafen vergeben, für diejenigen die diese Gebühr noch nicht eingeführt, oder die keine spezifischen Hinweise an sichtbarer Stelle aufgehängt haben. „Bis zum 25. Februar werden wir noch Kontrollaktivitäten durchführen, um zu sehen, ob alle die neuen Regeln verstanden haben“, sagt Marian Eperies, Chefkommissar des Temescher Umweltschutzamtes, wo die gleichen Probleme wie im Nachbarkreis Arad auftauchen. Bei Umgehung des Gesetzes ist eine Geldstrafe in Höhe von 2500 Lei fällig.

Die Studien belegen, dass ein Rumäne rund 250 Plastiktüten pro Jahr benützt. Dabei verwendet er eine solche Tüte nicht mehr als 20 Minuten. Der Beitrag zur Umweltverschmutzung ist gross, denn für den Abbau einer Plastiktüte sollen rund 400 Jahre nötig sein. Nun soll der Rumäne ökobewusster werden. Die Plastiktüten sollen durch Tragetaschen aus ökologischen, biologisch abbaubaren Materialien ersetzt werden. Diese sollen aus Mais oder aus Stärkemehl hergestellt werden und eine Abbauzeit von rund 200 Tagen haben. Die Supermärkte bereiten sich schon seit dem vergangenen Jahr darauf vor: „Im Februar sollen die neuen Bio-Tüten in Umlauf kommen. Noch wissen wir aber nichts Genaues. Wir haben noch Plastiktüten aus dem vergangenen Jahr, dafür muss der Kunde noch keine Umweltgebühr bezahlen“, sagt Mirela Lazarov, Filialeleiter einer großen ausländischen Supermarktkette in Temeswar. Inhaber von kleineren Läden wollen jedoch auf die Vergabe von umweltfreundlichen Tüten verzichten: „Ich habe noch nie viele Plastiktüten zur Verfügung gestellt und auch nicht gratis. Nun werde ich die wenigen um 20 Bani teurer verkaufen“, sagt eine Inhaberin.

Eine Banater Schwäbin auf Weltreise (16)

Malaga: auf Don Quijotes Spuren durch Andalusien/ Von Nareda Cerdy

Andalusien ist der meiner Meinung nach schönste Teil Spaniens. Inspiriert durch Cervantes Roman, der diese Gegend malerisch romantisch darstellt, habe ich mich auf Don Quijotes Spuren begeben, nach Windmühlen und Sonne suchend. Ich kann (noch) nicht behaupten, ganz Spanien gesehen zu haben, aber einen sehr großen Teil davon sicher, und Andalusien ist auf jeden Fall bisher meine Lieblingsregion des spanischen Festlandes. Der Flughafen von Malaga ist einer der größten in Spanien und da er wegen seiner günstigen geographischen Lage als Umsteigplatz für Weiterflüge geeignet ist, gibt es auch sehr viele und günstige Flüge aus Ost- und Mitteleuropa nach Malaga. Aus Budapest kommt man am günstigsten nach einem dreistündigen Direktflug mit SkyEurope nach Malaga. Es ist kein empfehlenswerter Strandurlaubsort, also lieber ein Hotel in der Innenstadt wählen, am besten in der Fußgängerzone. Malaga ist zwar Teil der spanischen Costa del Sol (Sonnenküste) und es gibt auch einen Strand, aber der Sand ist so schmutzig, dass sogar das Schwarze Meer in Rumänien im Vergleich dazu sauber und gepflegt erscheint.
Wenn man es zu einem besonderen Erlebnis machen möchte, kann man auch in einem „Parador” (www.parador.es) übernachten. Parador heißt Schloss/Burg auf Spanisch. Die Schlösser und Burgen in Spanien sind alle verstaatlicht, in Hotels umgewandelt und zu der landesweiten Paradores-Hotelkette zusammengeschlossen. In Malaga gibt es zwei Paradores, in denen man übernachten kann, eines hoch oben auf dem Berg, mit einer wunderbaren Aussicht über die gesamte Bucht, und eines direkt am Strand. Es ist nicht gerade die günstigste Übernachtungsmöglichkeit, aber wenn man zum Beispiel etwas zu feiern hat, dann ist ein Zimmer mit Whirlpool in einem mehrere hundert Jahre alten Schloss schon etwas Besonderes. Über der Innenstadt von Malaga thront die Alcazaba, eine maurische Festung aus dem 11. Jahrhundert, die im 14. Jahrhundert ausgebaut und um das Castillo de Gibralfaro, eine Burg am östlichen Ende der Festung, erweitert wurde. Es gibt täglich, außer Montag, Führungen durch die Burg und Festung und man hat einen herrlichen Ausblick über Malaga und die Stierkampfarena. Schon allein die einmalige Fotogelegenheit von hoch oben ist den Aufstieg zur Burg und die Besichtigung wert. Am Fuße der Alcazaba gibt es auch die Ruinen eines römischen Theaters, aber leider nur hinter einem Zaun im Vorbeigehen zu besichtigen. Es gibt keine Führungen und der Eintritt ist wegen andauernder Ausgrabungsarbeiten für Touristen nicht erlaubt. Auf dem Weg von der Alcazaba in die Innenstadt kommt man am Geburtshaus Pablo Picassos an der Plaza de la Merced vorbei. Es gibt unweit davon, im Palacio de Buenavista, das Museo Picasso mit einer Ausstellung von 200 Skizzen, Gemälden, Skulpturen und Keramiken, aber eher seine weniger berühmten Werke zu besichtigen. Wenn man schon da ist, kann man es sich ja anschauen, aber wenn man vorher die Picasso-Museen in Paris gesehen hat, dann sollte man von dem Museum in Malaga nicht zu viel erwarten. Sonst ist man enttäuscht. Im Zentrum der Fußgängerzone in der Innenstadt steht die eintürmige Kathedrale Santa Iglesia Catedral Basílica de la Encarnación. Wie die meisten Kirchen in Andalusien wurde auch sie von den christlichen Zurückeroberern ab 1528 über einer Moschee erbaut. Sie wird auch „die Einarmige“/„La Manquita“ genannt, da der zweite Turm aus Geldmangel nie vollendet wurde. Leider sind die kleinen Straßen der Fußgängerzone so eng, dass man die Kathedrale nie ganz ins Blickfeld bekommt, weder zum Anschauen, noch zum Fotografieren, weil man keinen Platz hat, weit genug zurückzutreten. Eine Kathedralenbesichtigung wird am besten mit einer kleinen Tapasspause in einem der vielen kleinen Straßencafés und –restaurants vor und um die Kirche abgerundet, mit einem spanischen Omelett, spanischen Oliven (die an der Costa del Sol am köstlichsten sind) und einem Eintopf aus grünen Bohnen mit Schinken, der in Malaga am leckersten schmeckt. Am nördlichen Rande der Stadt, aber mit öffentlichen Verkehrsmitteln problemlos erreichbar, verbirgt sich ein vom Massentourismus noch verschontes Juwel: Jardín Botánico-Histórico La Concepción, ein tropischer botanischer Garten, der Mitte des 19. Jahrhunderts angelegt wurde, in dem man stundenlang spazieren und verweilen kann.
Wenn es zufällig passt, also wenn man im Juli oder August da ist, kann man sich eine „Torida”, einen spanischen Stierkampf anschauen, in der Stierkampfarena La Malagueta. Es ist aber nicht jedermanns Sache, denn man ist wirklich sehr, sehr nahe am doch recht blutigen Geschehen. Zur Besichtigung außerhalb der Stierkämpfe ist diese Arena allerdings leider nicht offen. Nach Malaga kommt man, wenn man nicht unbedingt einen Strandurlaub sucht, sondern einen gemütlichen Stadtbummel oder Kultururlaub plant, wenn man sich ausruhen und gut essen möchte. Und vor allem ist es der ideale Ausgangspunkt für eine Entdeckungstour durch ganz Andalusien, mit einem Mietwagen, um auf den Spuren Don Quijotes die spanischen Windmühlen zu suchen.
Fotos: Max

Allerhand aus dem Banat


In der Print-Ausgabe:

"Vergessene Dörfer"/ Das Erbe des Grafen Hansi (Schluss)
Von Horst Martin

Groß und Klein im Badespaß

Schwimmkurse für Schwangere und Babys/ Von Andreea Oance

Um das Baby in seiner Entwicklung zu fördern, wird von vielen Kinderärzten das Babyschwimmen empfohlen. Doch solche Schwimmbäder, wo Babys ihren Spaß haben können, gibt es nur in zwei Großstädten Rumäniens: in Bukarest und Temeswar/Timisoara.

Ioana Vartosu ist diejenige, die sich in Temeswar für diese Tätigkeit eingesetzt hat. Vor vier Jahren rief die heute 29-jährige Ärztin ein Geschäft ins Leben. Sie entwickelte schrittweise einen Betrieb, der sich jungen und werdenden Müttern widmet. „Fii mamica fara frica“/“Werde Mutter ohne Angst“ heißt das Motto ihres Programmes zur ärztlichen Beratung und Gymnastik für schwangere Frauen, junge Mütter und Babys.

Die „Schule der Juniormutter“ („Scoala mamei Junior“) heißt der Lehrgang, den Ioana Vârtosu ein Mal in der Woche für Frauen, aber auch Männer organisiert. Die jungen Eltern erfahren hier, was das eigentliche Eltern- Werden bedeutet, was nach der Geburt des Kindes auf sie zukommt und worauf sie bei der Betreuung des Babys achten müssen. „Das vergangene Jahr hat mich positiv überrascht. Zwölf Prozent der Mütter, die 2008 in Temeswar ein Kind zur Welt gebracht hatten, waren beim Kurs dabei“, sagt Ioana Vârtosu. Ein Mal im Monat bietet sie einen Gratiskurs in der Temeswarer Iulius Mall.

Ioana Vârtosu (rechts) leitet den Baby-Spaß.
Foto: Cristian Boldisteanu

Von allen ihren Tätigkeiten macht ihr das Schwimmen mit Babys am meisten Spaß. Drei Mal die Woche veranstaltet sie Schwimmkurse für Babys und Schwangere. Dienstags in der Allgemeinschule Nr. 30 von 17 bis 18 Uhr, mittwochs und freitags in der „Aqua Arena“-Schwimmhalle von 19 bis 20 Uhr.

Hauptsächlich geht es dabei, Spaß im Wasser zu haben. Mutter oder Vater spielen mit dem Baby im Wasser, damit es dadurch die Freude am Wasser und Baden entdeckt. Es werden Bewegungen im Wasser durchgeführt.

Die empfohlene Wassertemperatur für ein Baby liegt zwischen 32 und 34 Grad Celsius. Sie ruft eine aktive Bewegung im Wasser hervor. Wenn das Wasser wärmer ist, fördert das die Muskelentspannung. Die Bewegungen werden langsamer. Für Babyschwimmkurse wird das Wasser erwärmt. Für Babys unter einem Jahr ist eine Wassertemperatur von 29-30°C geeignet. Sollte das Wasser kälter sein, ist es besser, wenn das Baby mindestens sechs Monate alt ist, weil es sich dann viel selbständiger im Wasser bewegen kann. Die Dauer eines solchen Schwimmkurses ist vom Alter des Babys abhängig. Je nachdem dauert ein Kurs 45-50 Minuten. Die Babyschwimmkurse werden von Physiotherapeuten angeboten. Alle Babys führen die gleichen Übungen durch, die Eltern werden dabei von einem Übungsleiter im Wasser individuell koordiniert.

Bolt – ein Hund für alle Fälle



3D-Animation im Cinema City

Temeswar (BZ) – Er kann 20 Meter weit springen, mit seinem Laserblick Gegenstände zerstören und wenn er sein spezielles Bellen einsetzt, kann ihn keiner mehr bremsen: Superhund Bolt ist die Hauptgestalt der neuesten 3D-Animation von Walt Disney, die zurzeit im Temeswarer Cinema City läuft. Es ist das erste Mal seit der Kinoeröffnung 2007, dass die Zuschauer eine 3D-Brille aufsetzen müssen, um sich einen Streifen anzusehen.

Der Zeichentrickfilm „Bolt“ schildert die Story eines Hundes, der in einer TV-Serie mitspielt, es aber nicht weiß, weil ihm dies sowohl vom Regisseur, als auch von seinen Schauspielerkollegen verheimlicht wird. Bolt muss in jeder Serie seine Herrin Penny vor einem grünäugigen Schurken retten. Das Abenteuer beginnt, als Bolt versehentlich in der „Wirklichkeit“ landet und keine Ahnung davon hat, dass seine Superkräfte eine Illusion sind. Zusammen mit der Katze Mittens und dem Hamster Rhino begibt sich Bolt nach Hollywood, um wieder bei seiner geliebten Penny zu sein.

Der Zeichentrickfilm ist ein Genuss für Auge und Ohr. Der Film wurde ins Rumänische übersetzt, wobei die Stimmen der Hauptgestalten dreier rumänischen Persönlichkeiten gehören. Mittens wird von Mihaela Radulescu gedoubelt, Rhino ist Daniel Otil und Bolts Stimme ist gehört dem TV-Moderator Virgil Iantu.

AMG-Lyzeum in Arad

Das Horrorszenario, mit veralteter Heizungsanlage und eiskalten Klassenräumen im Adam-Müller-Guttenbrunn-Lyzeum in Arad (im Bild, eines der Gebäude an der Neuarader Hauptstraße), trifft nicht zu. Dies seien Gerüchte, sagt Michael Szellner, Direktor des deutschen Lyzeums im Stadtviertel Neuarad. „Zwei Kessel sind leck und froren während der Nacht ein, was dann an zwei Schulen zu einer Reduzierung der Heizwärmezufuhr um 50 Prozent geführt hat“, erläutert Szellner. Auch die Gaskrise hat dazu beigetragen, dass es nun im AMG-Lyzeum kälter als gewöhnlich ist.
Laut Direktor Szellner hat die Schulleitung bei der Stadtverwaltung Unterstützung gefordert, diese will nun mit einem gebrauchten Kessel aushelfen, nach einem zweiten muss sich das Team um Michael Szellner weiterhin umsehen. Das AMG-Lyzeum in Neuarad ist in vier Gebäuden untergebracht, in jedem wird die Heizung über eine eigene Anlage betrieben, die nicht älter als zehn Jahre alt ist. Jede Anlage verfügt ihrerseits über je zwei Kessel. (st)
Foto: Zoltán Pázmány

Wohnungen für junge Familien



128 neue ANL-Appartements in Arad

Arad (BZ) - 128 Ein- und Zwei-Zimmerwohnungen der Nationalen Agentur für Wohnungsbau (ANL) werden Ende April an junge Familien aus Arad vermietet. Die fünf Wohnblocks im Stadtviertel Mic²laca Est wurden aus ANL-Geldern errichtet, wobei die Stadt Arad bis Ende 2008 1,96 Millionen Lei für die notwendige Infrastruktur ausgegeben hatte. Weitere 128 Appartements sollen demnächst im selben Viertel errichtet werden.

Die Arbeiten an den fünf Wohnblocks begannen im August 2007 – die Bauten wurden vor der im Vertrag festgehalteten Frist fertig gebaut. Der Arader Kommunalrat bestimmt diese Woche die Kriterien für Vermietung der Wohnungen an die Familien, die nicht älter als 35 Jahren sein dürfen. Vom 1. Februar bis am 31. März können die Interessenten Anträge für ein ANL-Appartement beim Bürgermeisteramt einreichen. Am 6. Februar wird die Liste mit der Punktezahl, die jeder Familie zukommt, veröffentlicht: Die Antragssteller wissen dann bescheid, wie ihre Chancen auf eine neue Wohnung stehen. Bis am 14. April können die Unzufriedenen die Entscheidung anfechten. Am 24. April wird die endgültige Liste veröffentlicht.

2008 wurden fast 300 Anträge für ANL-Wohnungen beim Bürgermeisteramt eingereicht. Die Zahl der Interessenten stieg um 50 im Vergleich zum Jahr 2007.

Foto: Zoltán Pázmány

Pipatsch

In der Print-Ausgabe:


Fußpflege im Eil-Express

De KuhKaff

Werter, die selten gsaat gin

Em Vetter Emil aus Neipetsch sei Ärcher


„Was is des schun wieder for e Krawall do drauß, dass mer nitemol sei Mittachsschläfche mache kann?“.....


“Ich muss mer nor die Auegläser putze, for dass ich besser gsieh, wer do so schreit“…..


“Och, des war jo wieder es Nantschi, dere ihre Mann, de Niklos, schun wieder hinner der falschi Haustier sei Weib gsucht hat“.

Vum Strippe


Unlängscht an em Samschtach Owet hat mei Aldi gsaat: "Niklos, dort im große Tippe han ich dr Reenwasser gwärmt. Bevorscht in de Dienscht gehscht, wäscht dich anschtändich und schtrippscht dich aa glei. Im hoche Schank leit dei Himet un e Gatjehosse. Ich geh drweil die Gass kiehre".Ich saan Eich, in dem Momment han ich angfang, hell un laut zu lache. "Was lachscht wie e Vrucktr, schpinnscht widr mol?" hat mei Aldi fuchtich gsaat un drbei die Tier zugschlaa, dass se bal aus die Angle gflo is.Ich awr han weidrglacht, weil mr ingfall is, dass ´s Schwowische eigentlich a Weltschproch is. Wie des? Iwrleet mol selwer! Die Ameriganer kumme doch ohne des enfachi Wort "schtrippe" net aus (Ich sin mr awr net sicher, ob die wisse, was e "Schtripp" is). Nor, weil se des net richtich schwowisch saan kenne, saan se halt "Schtripptiss".Natirlich gets do e kleener Unnerschied. Wann mir Schwowe uns am Samschtach Owet Hals un Ohre wäsche un uns schtrippe, no schaut ke Mensch un ke Seel zu. In meim Haus is's wenichschtens so! Ich hann awr gheert, dass bei dene Ameriganer und angeblich aach in annre "ziwilisierte" Ländr Wertsheiser git, wu sich die Weiwer phudlnackich ausziehe, ich men schtrippe tun, un drvor Geld grien. Soll mr des glaawe?

Verzähler unbekannt

Iwer die Pensioniste


Jo, Leit, die Jugend war schon scheen. Doch alles was scheen is vergeht. Zum Glick awer vergeht aa das Leid, un mir vergehn aa un were langsam awer sicher alt. Ich han mol meiner Nichte gsaat, ich sei nit alt. Alt is de Schager –Gass. Do hat se mir geantwortet, so ganz frech: „jo, die is awer jinger als du” . Aso so a Frechheit!
Wenn ich es mir awer gut iwerlege tu, dann hat aa das Alter sei guti Seit. Schaut mol, wenn mer in dere Tramwai, aso in dere Strassenbahn fahre tut, dann misse mer nit ufstehe fir ältere Leit den Sitzplatz zu iwerlasse. Mer kann scheen sitze bleiwe, ohne dass mer schiel angschaut were. Was awer noch wichticher is, mer muss nix zahle. Des hätte die doch schon vor fufzich Johr infiehre solle. Jetzt muss ich nur mei Ausweis, uf schwowisch Bulletin, zeiche un es is alles in beschter Ordnung. Frieher han ich mich immer verstecke misse wenn so a Kartenzwicker ufgestieg is un ich war froh wenn er mich nit gsiehn hat. Jetzet zeich ich ganz stolz mei Bulletin. Ich waas awer nit was die letschti Zeit passiert is. Wenn der Kartezwicker komme tut un ich ehm mei Ausweis vorzeihe will, dann winkt er mich so ganz heflich ab, geht scheen weiter un verlangt die Karte von dene hibschi junge Mädels. Do sin ich awer froh, dass ich nimi so jung sin (von hibsch kann mer noch rede).
Aso wie schon gsaat, der Kartezwicker schaut mich nur an un geht weiter. Nur amol hat er in mei Bulletin ringeschaut, dann war ich awer stolz, weil ich gemennt han, dass er mir des Alter nit angsiehn hat, weil ich halt sehr elegant angezo war. Do hat er mich so frech angschaut un mir gsaat, dass er hat nur wolle siehn, ob ich von der Stadt sin oder vom Dorf. Aso was soll ich noch dazu saan. Sieht mer mir an, dass ich von Pschenwa bin? Ich wohn doch schon seit iwer finfzich Johr in der Stadt. So hat mei sei Potjka aa im Alter!
Bei dere Pipatsch kennte mer noml so a “Pensioniste-Ecke” infiehre. Do were iwerall nur jungi Leit gsucht. In dene siebzicher Johre , do han noch jingiri Leit bei der Pipatsch mitgemacht. Ich war in dere Zeit aa noch jung. Do hat mol dem Berwanger sei Niklos, der sich damals Sepp Zornich gschriew hat un der Boss von der Banater Zeitung war, zu kundgen, dass er a Pensioniste- Eck in der Pipatsch infiehre will. Der Chef soll dann der Vetter Matz von Hopsenitz sin, weil er als frischgebackener Pensionist, das war er halt damals, mehr Zeit hat..
Do hat der Vetter Matz halt verzählt, dass er als frischgebackener Pensionist jetzet nit nur ane Chef hat sondern gleich zwaa Chefs. Derham hat sei Weib ehm gschaft, er muss in der Frieh ufstehe un die Milch bringe (damals hat mer misse noch in die “Reih” stehe).
Do hat er a noch misse inkaafe gehn, beim Abwäsche helfe oder sogar selwer mache, un, un, un. Vom Berwanger sei Niklos hat er immer gschennt grieht wenn er sich nit umdie Pensioniste-Ecke gekimmert hat. Also Leit sieht der, Pensionist zu sin is a nit immer a Honichlecke, iwerhaupt wenn mer an das Pension-Geld denke tut. Un mir kenne nitmol streike. Nitmol japanisch mit so a rotem Band. Hechstensch mit a schwarzi. Awer gsund soll mer bleiwe un noch viel Pension verbrauche.

So, jetzet noch a Tschüss un Servus von der
Pensioniste-Kummersch Resl aus Bschenowa