Donnerstag, 14. Mai 2009

Deutsche retten Automobilzulieferer


Markenname und derzeitiges Personal bleiben


Das Lohnniveau in Rumänien, aber auch die qualitativ hochwertigen Produkte, die die Mitarbeiter in Detta/Deta herstellen, sind Grund dafür, dass der Eybl-Standort im westrumänischen Detta nicht geschlossen wird.

Eybl-Detta: Näherinnen stellen Sitzbezüge für VW und Audi her

Foto: Zoltán Pázmány


Gerettet hat ihn jedoch der deutsche Automobilzulieferer Prevent, der zu seinen fast 40 Standorten weltweit noch weitere drei des insolventen österreichischen Eybl-Konzerns dazukauft. Prevent übernimmt also einen Konkurrenten, in einer Zeit, als dieser praktisch vor dem Aus gestanden hat. Als einleuchtendes Beispiel: Innerhalb von etwa einem Dreiviertel Jahr wurden bei Eybl in Detta fast 1500 Arbeitsplätze abgebaut, heute sind in der Abteilung für Sitzbezüge noch 300 beschäftigt.


Auch wenn die Auftragslage noch nicht optimal ist, werden keine weiteren Stellen gestrichen, 2010 ist nicht ausgeschlossen, dass sogar erneut Personal eingestellt wird: 200-300 neue Jobs stehen in Aussicht, sagt der Dettaer Werksleiter Ernst Holzheimer. Zu den derzeitigen Aufträgen bei Eybl Detta (Sitzbezüge für VW und Audi) könnten bald weitere von der Deutschen Bahn und von Air Berlin hinzukommen – die Verhandlungen in dieser Richtung laufen schon. Einheimische Politiker bemühen sich unterdessen um Aufträge von der Rumänischen Eisenbahngesellschaft CFR. Die stillgelegte Abteilung für Lederlenkräder bleibt wohl für immer geschlossen.


„Der Name Eybl bleibt wegen seinem guten Ruf als Markenname erhalten“ sagt der Prevent-Projektleiter Karl-Heinz Bierenbreier. Den Grund dafür, dass Eybl in die Insolvenz musste und Prevent überlebt hat, führt Bierenbreier auf Managementfehler bei Eybl, aber auch auf den stabilen Prevent-Kunden VW zurück.(st)