Donnerstag, 26. August 2010

Sechstes Opern- und Operettenfestival



Die Opernaufführungen werden am kommenden Wochenende unter freiem Himmel stattfinden.
Foto: Zoltán Pázmány


„Die lustige Witwe“ und „Carmen“ im Rosenpark
ao. Temeswar – Es ist bereits zur Tradition geworden: Am letzten Wochenende im August können die Temeswarer Opern und Operetten live im Rosenpark erleben. Zwischen dem 26. und dem 29. August findet das sechste Opern- und Operettenfestival in Temeswar/Timisoara statt. Das Ereignis soll das Kulturleben fördern und allen die Möglichkeit geben, Aufführungen der Temeswarer Staatsoper kostenlos zu verfolgen. Vier Tage lang werden auf der Bühne im Rosenpark zahlreiche Stücke aufgeführt.
Das Festival beginnt morgen im Rosenpark: „Carmen“ von Georges Bizet eröffnet in diesem Jahr die Reihe der Aufführungen. Für Freitag, dem 27. August, ist die Operette „Die lustige Witwe“ von Franz Lehár programmiert. Am Samstag kann die komische Operette in drei Akten „Wiener Blut“ von Johann Strauss und Franz Lehár gesehen werden. An der Aufführung beteiligt sich das österreichische Ballettensemble aus St. Polten. Am Sonntag, dem 29. August, wird um 12 Uhr die Oper für Kinder „Der gestiefelte Kater“ von Cornel Trailescu aufgeführt. Abends wird dann „My fair lady“ von Frederick Loewe vorgestellt. Alle Aufführungen beginnen kurz vor Einbruch der Dunkelheit, um 20.30 Uhr. Der Eintritt ist frei.
Das erste Opern- und Operettenfestival fand 2005 in Temeswar statt, seitdem lockt das Festival jährlich zahlreiche Operngänger in den Rosenpark. Die Veranstalter versuchen jedes Jahr andere Aufführungen zu präsentieren. Im vergangenen Jahr wurden auf der Bühne im Temeswarer Rosenpark Opern und Operetten wie „Nabucco“ von Giuseppe Verdi, „Der Barbier von Sevilla“ von Gioacchino Rossini oder das Stück für Kinder „Hänsel und Gretel“ von Engelbert Humperdinck aufgeführt.

Die Lugoscher freuen sich

Zahlreiche Autos befahren kurz nach der offiziellen Einweihung die Umgehungsstraße der Stadt Lugosch.
Foto: Raluca Nelepcu



Ringstraße leitet Schwerverkehr um
rn. Lugosch – Die Freude stand ihnen regelrecht ins Gesicht geschrieben: Die Lugoscher, die am Samstagnachmittag über die erst vor einigen Stunden offiziell eingeweihte Ringstraße fuhren, zeigten sich begeistert von der Straße, die die Stadt vom gesamten Schwerverkehr entlastet. Zwei Jahre hat es gedauert, bis die Ringstraße der Stadt Lugosch/Lugoj im Verwaltungskreis Temesch/Timis gebaut wurde, 24 Millionen Euro hat das Unterfangen gekostet, worum sich das portugiesische Joint-Venture Monte Adriano/Soares da Costa kümmern musste. „Die Straße ist eben“, stellte der rumänische Premierminister Emil Boc infolge eines sogenannten „siebenbürgischen Testes“ bei seinem Besuch in Lugosch fest. (die ADZ berichtete) Die Umgehungsstraße der Stadt an der Temesch ist eine der wenigen Straßen, die im Banat termingerecht fertiggestellt wurden. Die im Vertrag festgehaltene Baufrist wurde eingehalten.
2008 begannen die Bauarbeiten an der Ringstraße, im März diesen Jahres sollte sie für den Verkehr geöffnet werden. Doch dann kam es doch anders: Einige Grundstücksbesitzer aus der Ortschaft Costei wollten die Entschädigung nicht akzeptieren, die ihnen der rumänische Staat für ihre Grundflächen, die von der Umgehungsstraße durchquert wurden, zahlen wollte. Der Disput ließ sich regeln – der Staat zahlte Entschädigungen im Gesamtwert von 3,4 Millionen Euro. Dann tauchte ein anderes Problem auf: Ein Gasrohr musste verlegt werden. Die Arbeiten verzögerten sich um einige Monate, bis es dann am 15. August soweit war: Das Regionalamt für Straßen- und Brückenbau meldete die Beendung der Bauarbeiten.
Die Lugoscher Ringstraße wurde zu drei Vierteln über nicht rückzahlbare EU-Mittel finanziert, den Rest steuerte die rumänische Regierung bei. Sie ist 9,6 Kilometer lang und umfasst drei Brücken und 19 Überführungen. Nachdem nun der Schwerverkehr nicht mehr über die engen Straßen in der Stadt rollt, sollen diese generalüberholt werden. Zu den Straßen, die am meisten beschädigt wurden, gehört die Bucegi-Straße, die durch das Zentrum führt. Hier müssen Autofahrer auf die zahlreichen Wellen und Risse im Asphalt achten.

Das Grillengezirpe im Botanischen Garten


Lioara Peta (24) wohnt im Temeswarer Dacia-Viertel. Sie hat die Fakultät für Kommunikationswissenschaften an der West-Uni abgeschlossen.

Zum Sehen
: Die Synagoge in der Innenstadt, weil die Architektur absolut faszinierend ist. Ich selbst habe sie auch erst vor Kurzem entdeckt. Es ist beeindruckend, dass bei einem so großen Gebäude die Details erhalten geblieben sind.

Zum Hören: Das Grillengezirpe am Abend im Botanischen Garten, in Begleitung eines Menschen, den man gern hat. Man kann auf dem Gras liegen und die Sterne bewundern.

Zum Genießen: Ein Kuchen im Restaurant „Casa cu flori“ in der Alba-Iulia-Straße. Ich würde einen „Mimoza“-Kuchen empfehlen – für Leute, die süßigkeitenabhängig sind so wie ich. Aber Achtung: Der Kuchen enthält wirklich sehr, sehr viel Zucker.

Integrationsproblem weitergeschoben

Von dem Presserummel gestört: Einige Roma wollten nicht gefilmt werden.
Fotos: Zoltán Pázmány


Roma aus Frankreich auf Kurzurlaub in Rumänien
Von Olivian Ieremiciu

Temeswar, Freitagnachmittag. Das Flugzeug ist gelandet. „Wieso ist die ganze Presse und die Polizei hier?“, fragen einige Fluggäste anderer Linien, die gerade aus dem Urlaub kommen. „Oh ja, klar“. So die meisten, nachdem man ihnen erklärt, dass gerade 124 Roma, aus Frankreich kommend, gelandet sind. Der französische Staat beschenkte jeden erwachsenen Roma, der freiwillig das Land verlassen und ins Heimatland zurückgekehrt ist, mit 300 Euro. Für jeden Minderjährigen wurden 100 Euro ausgezahlt.
Ob es der Presserummel war, die Hitze oder gar ein bisschen Unmut über die Rückkehr nach Rumänien: Einige der Roma zeigten sich extrem aggressiv, schimpften, spuckten, nach einem Kameramann des Nachrichtensenders Realitatea TV wurde mit einem Stück Salami geworfen. Auf die Frage, woher sie denn kommen, da sie sich so aufführen, kam prompt die Antwort: „Aus dem Dschungel“. Ein Großteil zeigte sich jedoch den Medien gegenüber etwas wohlgesinnter und antwortete artig auf die Fragen der Journalisten. „Ihr provoziert sie doch bloß“, klagte vorwurfsvoll ein Verantwortlicher einer regierungsunabhängigen Organisation für die Romaintegration. Da sich die Medien auf jeden ausgecheckten Fluggast stürzten, war die Aussage auch irgendwie verständlich.
„Für den Urlaubsmonat August stellt der französische Staat den willigen Roma 300 Euro für Erwachsene und 100 Euro für Kinder zur Verfügung, um in ihre Heimatländer zurückzukehren. Ein Flug wird ebenfalls unentgeltlich zur Verfügung gestellt“. Wenn so die Werbung eines Reiseunternehmens lauten würde, wären nicht wenige sofort empört, dass die Reiseanbieter diskriminierend vorgehen: In diesem Fall würden sich jedoch diejenigen diskriminiert fühlen, die nicht der Roma-Abstammung sind.
Dass es sich für die Neuankömmlinge in der alten Heimat um einen Kurztrip handelt, geben die meisten der Neuankömmlinge gerne zu: „Ich bleibe ein paar Tage und kehre nach Frankreich zurück“, sagte einer der Befragten. Ein anderer hat es noch eiliger: „Ich setze mich sofort ins Auto und weg bin ich“, sagte dieser. Dass sie es auch ernst meinen, wurde nach der Ausfahrt aus dem Temeswarer Flughafen „Traian Vuia“ deutlich. Nachdem die Roma in die Busse eingestiegen waren, die ihnen für die Fahrt zur Verfügung gestellt wurden, fuhren viele nur einige Meter, bis hinter die Schranke des Flughafenparkplatzes. Hier stiegen sie um. In Fahrzeuge von Freunden und Verwandten: Alle mit französischen und italienischen Kennzeichen...
Wieso sie nicht in Rumänien bleiben möchten? „Hier sterbe ich den Hungertod. Die Franzosen sind viel besser und spendabler“, so eine Romnia mittleren Alters. „Wir haben keine Arbeit und niemand stellt uns ein, weil wir Zigeuner sind“, klagte ein „Rückkehrer“. Wie die Roma die Diskriminierungsschiene europaweit fahren, erzählte George Schopflin, Europaabgeordeneter aus den Reihen der ungarischen Fidesz-Partei für die rumänische Tageszeitung EVZ. Roma kamen laut Schopflin in England an und beantragten Asyl. Der Grund: Diskriminierung und Verfolgung in den Heimatländern. „Selbstverständlich gewähren wir euch Asyl“, lautete die Antwort der britischen Regierung. Einige Monate später: die selben Roma, wieder bei der Asylbeantragung. „Ihr wart weg? Wo kommt ihr denn her?“, lautete die wohl berechtigte Frage der Briten. „Wir waren zu Hause, um Weihnachten zu feiern“, so die Antwort der in den „Heimatländern Verfolgten“.
Großgeschrieben und breitgetreten wird das Wort „Integration“. Was das genau heißt und wie es vonstatten gehen soll? Auf diese Frage folgt meist ein Schulterzucken oder, bestenfalls, ein paar vage, theoretische Erklärungsversuche. Viel in dieser Richtung ist in Rumänien jedenfalls nicht geschehen. Und wie es weitergehen soll mit der Integration der Roma, ist auch fraglich. Fest steht, dass beim Ankommen einer anderen Kultur und Mentalität die Verantwortlichen (europaweit, nicht nur in Rumänien) keine Lösungen finden. Paradebeispiel Frankreich 2010.

„Alles verläuft nach Plan“

Von einer Richtung der Brücke bei Ghiroda gelangt man auf Asphalt, von der anderen Seite durch verunkrautetes Feld.
Foto: Zoltán Pázmány


Zusicherung der Bauherren über Einhaltung der Termine
oi. Temeswar - Wie jeder, der neu im Amt ist, legt auch Sorin Grindeanu mit viel Eifer los. Seit einiger Zeit bekleidet er nicht nur den Posten des Vizebürgermeisters der Stadt Temeswar/Timisoara, sondern ist auch für den Bau und die Instandhaltung der städtischen Straßen zuständig ist. Seither unternimmt er verschiedene Kontrollen. Bei seinen – angekündigten – Besuchen wird heftig gearbeitet. Zusicherungen, dass die Termine für die Fertigstellung der Arbeiten plangemäß verlaufen, gibt es auch zu Hauf.
Vor einigen Tagen wurde unter anderem die Überführung an der Schager Straße besichtigt. Fleißig waren alle an der Arbeit, um den Vize - der in Begleitung der Presse die Besichtigung der Baustelle vornahm – von ihrer Tüchtigkeit zu überzeugen. Besonders viel ein Arbeiter auf, der heftig den sich immer wieder aufwirbelnden Staub mit einem Besen und viel Enthusiasmus auch immer wieder von der Straße kehrte. Eine Sisyphus-Arbeit, die (hoffentlich!) wohl nur zu dieser Angelegenheit geleistet wurde, besonders wenn man den Besen betrachtete, der sich in Neuzustand befand. Eine Stunde nach dem Besuch standen sowohl der Besen als auch alle anderen Gerätschaften, die beim Besuch auf Hochtouren liefen (ein Bohrhammer ging während des Besuchs sogar kaputt, wohl nicht an den plötzlich angewandten Arbeitsrhythmus gewohnt).
Was jeder Bauherr zusichert, ist die Einhaltung der Termine, die für die Fertigstellung der Arbeiten angegeben wurden. Falls dies wirklich geschehen sollte, würde dies zu den Ausnahmen in Rumänien gehören. So zum Beispiel werden – theoretisch jedenfalls – sich die Temeswarer Bürger im November gleich zweimal freuen dürfen: Sowohl die Schager Überführung als auch die Brâncoveanu Straße, an der zurzeit gearbeitet wird, werden für den Verkehr freigegeben.
Die Bewohner der Ortschaft Ghiroda werden sich den neu gebauten, schon fertiggestellten Brücke über der Bega schon früher erfreuen dürfen: Ende August soll sie eingeweiht werden.
Aus dem Bürgermeisteramt waren einige Stimmen zu hören, dass es „die Brücke zum Nirgendwo“ sein würde. Einige gingen sogar weiter und meinten, dass die Brücke, die vom Bürgermeisteramt Ghiroda durch Regierungsprogramm gebaut wurde, sogar abgerissen werden müsse: Sie soll nicht hoch genug sein und hätte nicht die nötigen Genehmigungen bekommen. Dies erwies sich im nachhinein als falsch. Titu Bojin, Leiter der Banater Behörde für Wasserbewirtschaftung, verlautbarte, dass die nötigen Genehmigungen erteilt wurden und in Sachen Höhe auch kein Problem besteht, da es zur Zeit keine Pläne für die Schiffahrt auf dem Begakanal gibt.
Seinerseits hat das Temeswarer Bürgermeisteramt auch irgendwie Recht: Nach der Überquerung der Brücke von Ghiroda aus kommt man tatsächlich in ein Dickicht, der einen mit den Gedanken weit weg führt. Dass diese „Straße“ im Temeswarer Plopi-Viertel landet, wäre auf den ersten Blick nicht zu erwarten.

Hell, attraktiv und sparsam

Die griechisch-katholische Kathedrale wurde in ein besseres Licht gestellt. Es ist vorläufig das einzige Gebäude mit Architekturbeleuchtung in Lugosch.
Foto: Raluca Nelepcu


Effizientes Lichtmanagement in Lugosch
Von Raluca Nelepcu

Die Stadt Lugosch/Lugoj misst einem professionellen Lichtmanagement große Bedeutung bei. Nicht nur Einsparungen sollen demnächst realisiert werden. Die Stadt an der Temesch/Timis soll bei Nacht attraktiver werden, verspricht die Kommunalverwaltung.
Seit vergangenem Jahr kümmern sich zwei Unternehmen aus Temeswar/Timisoara um die öffentliche Beleuchtung in Lugosch. „Elba“ und „AEM“ unterzeichneten Ende Oktober 2009 mit der Lugoscher Kommunalverwaltung einen Vertrag, der eine Gültigkeit von zehn Jahren hat. Hier wird festgehalten, dass mit Hilfe der zwei Firmen das gesamte Straßenbeleuchtungssystem modernisiert und die Kunstbeleuchtung der historischen Gebäude und öffentlichen Plätze in der Stadt umgesetzt wird. Das Beleuchtungssystem der Stadt Lugosch soll aber nicht nur gemanagt und gewartet, sondern auch sparsamer betrieben werden.
Etwa 2.650 Beleuchtungskörper wurden bis August mit neuen ersetzt, damit der Energiekonsum deutlich reduziert wird. Und mittlerweile profitiert die Stadt von den Veränderungen. „Die Energierechnung ist von 106.000 Lei auf 68.500 Lei gesunken. Gleichzeitig ist die Zahl der Leuchtkörper von 2.000 auf 2.650 gestiegen. Am Ende der Arbeiten soll es 3.100 Lichter in Lugosch geben“, teilte Bürgermeister Francisc Boldea Ende Juli der Presse mit. Jährliche Einsparungen von einigen zehntausend Lei bei gestiegener Licht-Qualität ist einer der zahlreichen positiven Effekte des neuen Lichtmanagements. In den Straßen Timisoarei, Avram Iancu und an der Uferstraße des 1. Dezember werden zur Zeit die Leuchtkörper ausgetauscht.
Um die Stadt bei Nacht attraktiver erscheinen zu lassen, sollen einige Bauten kreativ beleuchtet werden. Die Umsetzung der Architekturbeleuchtung hat in Lugosch mit der griechisch-katholischen Kathedrale aus dem Stadtzentrum begonnen. Die Lichter wurden anlässlich des Lugoscher Stadtfestes, der orthodoxen „Ruga“, angemacht. Es folgt die künstlerische Illumination von weiteren Kirchen sowie von öffentlichen Plätzen, Gebäuden und Brücken. Demnächst sollen die orthodoxe Kirche „Auferstehung der Mutter Gottes“, die reformierte Kirche, das „Coriolan Brediceanu“-Kolleg, das städtische „Traian Grozavescu“-Theater und die Eisenbrücke – ein Symbol der Stadt – eindrucksvoll beleuchtet werden. Bis zu den Winterfeiertagen wird Lugosch bei Nacht in einem komplett neuen Licht erscheinen, verspricht der Stadtvater. Dies sorgt nebenbei auch für mehr Sicherheit und Wohlbefinden bei den Bürgern.
Gleichzeitig haben die Modernisierungsarbeiten des öffentlichen Beleuchtungsnetzes im eingemeindeten Dorf Maguri begonnen. Der Vertrag mit „Elba“ und „AEM“ hat einen Wert von fast 10 Millionen Euro, ausschließlich der Mehrwertsteuer.

Streiflicher durchs Banater Bergland

Blitzschlag: 46 tote Schafe
Semenik - Ein Schäfer, der auf dem Hochplatteau des Semenik 300 Schafe zur Weide getrieben hatte, wurde von einem Gewitter überrascht. Ein Blitz erschlug ihm 46 Schafe. Glücklicherweise hatt der Herdenbesitzer die Schafe versichert – es treiben sich in den Wäldern des Semenik auch immer mehr Wolfsrudel herum – und aufgrund der Schadenserhebung durch die Berg-Gendarmerie wird die Versicherung den Schaden ersetzen.

Bildhauerei: 31. Pleinair
Berzasca - Zwischen dem 10. und dem 31. August findet in Berzasca das 31. Pleinair der Bildhauer und Maler statt, zu dem die Filiale Reschitza des Künstlerverbands UAP einlädt. Die Veranstaltung wird vom Kreisrat Karasch-Severin und vom Kommunalrat Berzasca unterstützt. Der Bürgermeister von Berzasca, Nicolae Petru Furdiu, sagte bei der Eröffnung, dass er sich wünschte, dass seine Gemeinde zum ständigen Veranstaltungsort des Pleinairs werden soll. In diesem Sommer beteiligen sich Künstler aus Reschitza, Temeswar, Arad und Bukarest.

Bildungsmisere: weiterhin Vorbeugehaft
Karansebesch
– Die 29 Tage Vorbeugehaft für Nicoleta Guma, Ex-Direktorin des Karansebescher Museums für Ethnografie und des Grenzregiments und Vertrauensfrau dieses Raums der Bukarester privaten Universität „Hyperion“, Eugen Tacot², Kursant der Universität aus Ferdinandsberg/Otelu Rosu wurden vom Temeswarer Berufungsgericht auf Antrag der Staatsanwälte der Nationalen Antikorruptionsbehörde DNA bestätigt. Bestätigt wurden auch 22 Tage Vorbeugehaft für den Bukarester "Hyperion"-Professor Gheorghe Stancu. Gegen alle Genannten gibt es den durch ein Flagranti bestätigten Vorwurf der Schmiergeldgabe und –annahme.

Blitzbesuch: Investieren die Araber?

Reschitza – Die SS General Trading aus den Vereinigten Arabischen Emiraten war durch ihren Präsidenten Dschihad Shaikh Solaiman und ihren Rumänienvertreter Serban Tanase in Reschitza anwesend, um sich vor Ort über Möglichkeiten zum Investieren zu informieren. Die Araber führten Gespräche mit dem Kreisratsvorsitzenden Sorin Frunzaverde, der ihnen sein Projekt „Alpines Reschitza“ vorstellte, mit dem Vizebürgermeister von Reschitza, Sorin Simescu, der ihnen den Industriepark im Terova-Tal zeigte, sowie mit Petru Buzzi, der ihnen als Präsident der Handelskammer einen Überblick zur Wirtschaftslage im Verwaltungskreis Karasch-Severin machte. Nicusor Vasilescu, Bürgermeister von Herkulesbad, zeigte der Delegation zuerst den Flughafen Karansebesch und anschließend den Badekurort im Cernatal.

Giftschlangen immer häufiger

Der Klimawandel könnte die Ausbreitung der Areale bewirken

wk. Bozovici – Eine Schlangen- und Giftschlangeninvasion findet gegenwärtig im Alm²j-Tal im Banater Bergland statt. Dadurch, dass die Bewohner zwar darüber aufgeklärt sind, dass die im Südbanat lebenden Vipernarten unter Natur- und EU-Schutz stehen, nicht aber, wie sie die Giftschlangen erkennen und sich und ihre Haustiere gegen ihre Bisse schützen können, herrscht dort eine Panikstimmung, die auch zu Exzessen und (bewussten oder unbewussten) Gesetzesübertretungen führt.
Die meisten Vorfälle mit Giftschlangen wurden während der Feldarbeiten verzeichnet. Einen Bauern aus Dalboset biss eine Viper bei der Heumahd. Er wurde rasch ins Krankenhaus von Bozovici transportiert, wo er stabilisiert wurde, bis das Gegengift aus Herkulesbad/Baile Herculane angeliefert wurde. Ebenfalls in Dalboset entdeckte eine Familie zwei Hornvipern, die sich auf der Betonfassung ihres Hofbrunnens sonnten. Sie erschlugen die Schlangen (eine strafbare Tat), benutzen aber seither das Wasser ihres Brunnens nicht einmal mehr zur Viehtränke. Sie haben Angst, dass es vergiftet sein könnte. Auch aus Prilipet und aus Sopotul Nou am Oberlauf der Nera werden neuerdings fast täglich Vorfälle mit oder Beobachtungen von Schlangen gemeldet. In einem Weiler bei Sopotul Nou entdeckte eine Familie ein Schlangennest. Sie zündeten sämtliche Nattern an, ohne viel zu untersuchen, ob diese giftig oder ungiftig waren.
In den Sommerhürden der Schafe auf dem Blidari-Berg am Südrand der Almaj-Senke sowie in den Szallaschen am Nordrand der Senke, in den weiträumig unbewohnten Gebieten Richtung Semenik häufen sich die Nachrichten über Schlangenbisse bei den Schafen. Jede solche Nachricht trägt zusätzlich zur Panikstimmung in der Bevölkerung bei. Immer lauter werden behördliche Maßnahmen gegen die „Schlangeninvasion“ gefordert.
Gegengift gegen Vipernbisse gibt es gegenwärtig im Arzneiendepot der Direktion für Öffentliche Gesundheit (DSP) in Reschitza sowie in den Notaufnahmen der Krankenhäuser von Reschitza und Herkulesbad. Die anderen Krankenhäuser verfügen angeblich über keine adäquaten Lagerungsbedingungen. Erfolgreiche Interventionen gegen Vipernbiss hängen folglich auch von der Schnelligkeit des Transports des Gegengiftes aus Reschitza oder Herkulesbad zum Unfallort ab. Dr. Mircea Borcau, DSP-Direktorstellvertreter: „Im Verwaltungskreis Karasch-Severin gibt es keine Giftschlangen und Vipern leben nur in den Karstklammen“.
Naturschützer, allen voran die Hobby-Speläologen der Reschitzaer „Exploratorii“, die seit Aufnahme ihrer Tätigkeit zu Beginn der 70er Jahre viel Erfahrung im Umgang mit Vipern sammeln konnten, sind da ganz anderer Meinung. Die Gesundheitsbehörde müsse sich wohl nach den offiziellen Einschätzungen und Daten richten (Was nicht auf dem Papier steht gibt es nicht!) und die aktuelle Situation ignorieren, aber offensichtlich hätten wir es einerseits mit den Folgen des Klimawandels zu tun, andererseits aber anscheinend auch mit Folgen der Chemisierung der Landwirtschaft: die effizientesten Bekämpfer der Jungschlangen, die Greif- und Raubvögel, verschwinden wegen der Chemikalien und Gifte zusehends aus der Landschaft des Banater Berglands und ohne natürliche Fressfeinde gerät jedes natürliche Gleichgewicht aus den Fugen. Das trage dazu bei, dass die Vipern bereits weiträumig ihre konsekrierten Areale – wie sie die Gesundheitsbehörde zur Kenntnis nehmen muss, eben die Karstklammen - verlassen haben und in Ausbreitung begriffen sind.

Freitag, 20. August 2010

Weniger Gegenwart, umso mehr Nostalgie und Perspekive


Ancora-Palast – auch nach heutigem Ermessen ein imposantes Gebäude



Blasmusik, Ausstellungen und etwas Unterhaltung – alles am „Tag der Marine“ in Temeswar
Fotos: Zoltán Pázmány
Wenig Verkehr auf der Bega/ „Tag der Marine“ auch in Temeswar
Von Siegfried Thiel

Es gibt schon einige, die finden die Bega ein „schmutziges Wässerchen“ und würden deshalb nie und nimmer auf den Gedanken kommen, Temeswar/Timisoara als „Stadt an der Bega“ zu bezeichnen. Die meisten jedoch sehen das Schöne an diesem Fluss, der ihnen einen Großteil des Trinkwassers spendet, der für sie Alleen zum Spazieren bietet und nicht zuletzt seit einigen Jahren ein eigenes Fest - das Bega-Boulevard-Fest - hat. Nostalgiker wünschen sich auch erneut eine schiffbare Bega, Optimisten sehen dies bald realisierbar, Pessimisten natürlich ganz im Gegenteil.Gleich zweimal fragt manch Bürger nach, wenn er erfährt, dass auch in Temeswar ein „Tag der Marine“ veranstaltet wird. Es ist immer der 15. August, wenn Matrosen auch in Temeswar ihre Festkleidung anlegen, obwohl nur ein einziges Passagierschiff zu Tourismuszwecken offiziell verkehrt – dies jedoch so gut wie keine Kunden hat. „Ich sehe schon ein großes Potential für die Schiffahrt auf der Bega“ sagt Dr. Ing. Alexandru B²rboi, Büroleiter der Hafenverwaltung in der Stadt. Freizeitfahrten auf der Bega sieht er als Chance für den Temeswarer Tourismus, aber auch für den Nahverkehr und kann dazu auch einen ökologischen Hintergrund erkennen. Von der Entlastung des Straßenverkehrs ganz zu schweigen. Manche haben jedoch noch immer die Reaktionen vergangener Jahre aus Serbien im Hinterkopf, als es da geheißen haben soll, man brauche keine schiffbare Bega, denn das würde ja der NATO einen Weg geradezu schenken, in das Nicht-NATO-Land Serbien vorzudringen. Seit jenen Aussagen hat sich einiges zum Besten zwischen NATO und Serbien gewendet, ob sich jedoch an der Bega-Strategie was geändert hat, konnte die Banater Zeitung auf die Schnelle nicht erfahren. Serbiens Konsul in Temeswar, Dragomir Radenkovic war am Tag des Aufarbeitens unserer Dokumentation verreist. Eine Vermutung gibt es: Mit der Ausbaggerung der Bega sollen die Serben weiter vorangekommen sein, als die Rumänen.Als „Ancora-Palast” war Anfang des 20. Jahrhunderts das stattliche Gebäude an der Kreuzung Dragalina-Boulevard – Tudor Vladimirescu-Zeile das Portul-Restaurant untergebracht. Manch einer kehrte da auf dem Weg zum Bahnhof in den 80er Jahren da ein, danach verfiel sein Niveau zusehends und wurde letztendlich geschlossen. Der Name war klangvoll, mit Schiffen brachte kaum jemand das Restaurant in Verbindung. Von einer ehemals schiffbaren Bega, einer Hafenkommandantur in der Josefstadt und von Anlegeplätzen ist heute entlang der Bega kaum noch was geblieben. Auch bei Otelek/Otelec gab es früher eine Hafenkommandantur sagt Dr.Ing Alexandru B²rboi, der ein Projekt zur Schiffbarmachung der Bega erstellt hat. Die Schleusen müssen gesäubert und die Bega richtig ausgebaggert werden, sagt der Verantwortliche für die Schiffahrt auf der Bega.Die Bega war der erste schiffbare Kanal Rumäniens, angelegt zwischen 1728 und 1760. Bereits 1732 entschieden sich die Temeswarer Behörden zum Bau des ersten Hafens – er befand sich in der Nähe der Siebenbürger Kaserne, da wo heute im Stadtzentrum das Continental-Hotel steht. Zwei Jahrzehnte später wurde der Hafen in die Josefstadt verlegt. Dokumentarisch belegt wird der Hafen in Temewar erst ab 1860. Der Bega-Kanal ist 116 Kilometer lang, 44 Kilometer – beginnend mit dem Wasserwerk in Temeswar - befinden sich auf dem Gebiet Rumäniens. Hauptgrund für die Anlegung des Bega-Kanals war eine gute Wasserbewirtschaftung im Banat: Dabei ging es sowohl um die Versorgung mit Trinkwasser, als auch zum Vorbeugen von Überschwemmungen. Über das Wasser verband die Bega zu einer Zeit die Banater Metropole mit Rotterdam, wobei sowohl Passagiere als auch Güter befördert wurden. Die ersten Passagiere gab es 1869 auf der Bega – 50.000 pro Jahr waren es damals. 1944 wurden insgesamt etwa 500.000 Reisende befördert. Der Güterverkehr auf der Bega wurde 1958 aufgehoben, neun Jahre später war es auch mit dem Passagierverkehr zu Ende.
Rückerstattete Häuser und Grundstücke in der Nähe des Bega-Kanals erhalten mit dem Trend zum Ausbau der Bega neuen Wert, neue Dimension und neue Preise. Darauf spekuliert so mancher, und will derzeit auf keinen Fall verkaufen, zumal in Temeswar und Umgebung die Grundstückpreise in letzter Zeit im Durchschnitt um 20, gelegentlich aber auch um 40 Prozent zurückgegangen sind.

BANAT AKTUELL

Die Woche der Künste
Theater und visuelle Künste treffen nächste Woche in Temeswar/Timisoara aufeinander. Zwischen dem 20. und dem 29. August werden hier zwei Festivals stattfinden: Das Festival der visuellen Künste „ManyFest“ und das internationale Theaterfestival für Jugendliche in englischer Sprache „T4T“. Beide Ereignisse werden vom Temeswarer Verein „AT4T“ veranstaltet. Die vierte Auflage des „ManyFestes“ wird am 20. August um 20 Uhr im Barockpalais am Domplatz eröffnet. Die Eröffnung des Theaterfestivals ist für den 22. August um 19 Uhr im Temeswarer Kulturhaus der Studenten anberaumt. Beide Festivals enden am 28. August um 17.30 Uhr in der Synagoge der Temeswarer Innenstadt. (ao)

Florin Chilian performt am Freitag
Am Freitag statt Donnerstag: Das Konzert des rumänischen Musikers Florin Chilian wurde wegen des Qualifikationsspiels für die UEFA-Europa-League zwischen FC Timisoara und Machester City am Donnerstag um einen Tag verschoben. Somit wird Florin Chilian einen Tag später - am Freitag, dem 20. August, um 21 Uhr, im Sommergarten des Temeswarer Clubs „No Name“ auftreten. Der Eintritt kostet 25 Lei. Bisher hat der Künstler drei Alben auf den Mark gebracht. Sein neustes Album „Autistul – Nu-l mai izgoni]i pe Brâncusi“ wurde in diesem Jahr lanciert. 2007 gewann Florin Chilian mit dem Lied „Zece“ den Preis für das beste Musikvideo in Rumänien. (ao)

Hotels werden verramscht
Herkules Bad, die SC Argirom International SRL und die SC Herkules SAverkaufen derzeit in aller Eile die ihnen noch verbliebenen Hotels. Unlängst verkaufte Iosif Arma{, der Hauptaktionär der beiden Firmen, das Hotel „Decebal“ (ehemals „Franz Joseph“), die kaiserlichen Bäder am rechten Cerna-Ufer und den Kurpavillon Nr. 5 (linker Hand der römisch-katholischen Kirche). Die Verkaufseile erklärt sich durch die Gefahr, dass der Fiskus wegen Steuerschulden auch diese Hotels konfisziert. (wk)


TEMESWAR EMPFEHLEN (9)

Der Phantasie freien Lauf lassen

Diana Panta (17) lebt in einem Temeswarer Neubauviertel. Die gebürtige Temeswarerin besucht die elfte Klasse des Nikolaus-Lenau-Lyzeums.

Zum Sehen: Die Stadt Temeswar von einem Fenster der ehemaligen Druckerei unweit der Iulius Mall. Es ist schon ein merkwürdiges Gefühl, durch die leeren Räume zu spazieren und sich vorzustellen, dass hier vor mehr als 20 Jahren so viele Leute beschäftigt waren.

Zum Hören: Jazz-Konzerte im Handmade-Café „Manufactura“, weil hier eine ganz spezielle Atmosphäre herrscht. Man kann den Jazz einfach genießen und seiner Phantasie freien Lauf lassen.

Zum Genießen: Ein Abend in der „Scârt“-Bar (Zoe-Straße Nr. 1) hinter dem Doina-Park unweit des B²lcescu-Platzes. Hier kann man in einem gemütlichen Ambiente entspannen oder Freunde treffen. Die Musik trägt gut zum Chillen bei.

Inception: Die Gedankenkontrolle

Leonardo DiCaprio als Meisterdieb der Träume
Das Eindringen in die Gedanken anderer Menschen mittels ihrer Träume – das verspricht der neue Blockbuster „Inception“. Ein SciFi-Film oder ein Psychotriller oder vielleicht auch ein Actionfilm – die Handlung ist so komplex, dass es manchmal schwer fällt, den Film einer bestimmten Gattung zuzuordnen. Der Regisseur Christopher Nolan, bekannt auch von den Produktionen „The Dark Knight“ und „Batman Beginns“, widerspiegelt durch seinen Film eine der größten Ängste der Menschen: Das Stehlen der Geheimnisse aus den Tiefen des Unterbewusstseins.
Leonardo DiCaprio verkörpert den Meisterdieb der Träume, Dom Cobb. Die Traumphase hat keine Grenzen und das weiß auch der Agent Cobb zusammen mit seiner Träumergruppe. Dank moderner Technologie ist es für sie möglich, tief in das Unterbewusstsein und in Träume von geheimnisvollen Menschen einzudringen und ihre Ideen zu stehlen. Ein Kinderspiel. Doch alles kompliziert sich, als Cobb beauftragt wird, das absolut Unmögliche durchzuführen: die sogenannte „Inception“. Der Auftrag lautet: Statt eine Idee zu stehlen, diesmal eine einzupflanzen. Die Implementierung ist nur dann möglich, wenn mehrere Traumebenen überbrückt werden und der Gedanke im tiefsten Un(ter)bewusstsein gedeihen kann. Traum und Realität, Wahrnehmung erster und zweiter Ordnung verschwimmen ineinander.
Der britisch-amerikanische Regisseur Nohlan hat am Drehbuch etwa zehn Jahre gearbeitet und das kann man im Laufe des Filmes spüren. Der Actionfilm ist voller Details und es ist empfehlenswert, ihn sogar mehrmals zu sehen. Die Internet-Datenbank der Filme (Internet Movie Database) verleiht dem Film 9,1 von 10 möglichen Qualitätspunkten und plaziert den Blockbuster kurz, nachdem er auf die Leinwand gebracht wurde, auf Platz 3 im Online-Ranking der besten Filme aller Zeiten. Der Film läuft zur Zeit im Cinema-City-Kino der Temeswarer Iulius Mall.
Andreea Oance

Hier haben die Frauen das Sagen

Kein günstiger Tag fürs Einkaufen: Kunden verlassen das Geschäft mit leeren Händen.




Frauen können solch einem Angebot nicht widerstehen.

Fotos: Zoltán Pázmány


Nur wenige Männer beim Sommerschlussverkauf
Von Raluca Nelepcu und Andreea Oance

Zu heiß zum Einkaufen? Nein, sagen die Frauen, wobei die Männer die Augenbraue heben. Vor allem Schnäppchenjägerinnen schlendern dieser Tage durch die klimatisierten Geschäfte, schauen sich die Preise an und greifen in den Geldbeutel. Temeswars Geschäfte locken nämlich mit zahlreichen Sonderpreisen: Sommerschlussverkauf ist angesagt, und da kann man nicht nur passiv zuschauen.
30-50-70-80: Rote Zahlen zieren die Schaufenster der Kleidungsläden in der Iulius Mall. „Prozente“ ist das Schlagwort der Sommersaison, wenn es um Mode geht. Je mehr, desto besser. Es ist die Rede von Preisnachlässen von bis zu 80 Prozent, die Händler ihren Kunden gewähren. Die absolute Einkaufsmeile in Temeswar/Timisoara ist derzeit die Iulius Mall. Bei „Pull&Bear“ im Erdgeschoss der Mall herrscht schon um 12 Uhr reges Durcheinander. Vertreterinnen des schönen Geschlechts spazieren durch den Laden, bestaunen die Sonderangebote, wählen was aus und laufen in die Umkleidekabinen. Vereinzelt begutachten auch ein paar Männer das Angebot. 49-59 Lei kosten hier die Männer-T-Shirts, Frauen kommen mit mindestens 10 Lei weniger aus, wenn sie Blusen einkaufen wollen. Hosen gibt es ebenfalls für 59 Lei. Bei „Bershka“ gleich nebenan ist zur Mittagszeit kein einziger Mann im Laden. Schaut man sich das Angebot an, so wird einem schnell klar: Die Preise der Männerkleidung liegen deutlich höher als die der Frauen. Auch das Angebot ist verschieden: Wenn sich Frauen zwischen T-Shirts und Blusen, Kleidern und Röcken, kurzen Hosen und Badeanzügen, Sandalen und Sandaletten entscheiden müssen, haben Männer die Qual der Wahl nicht. Nur einige T-Shirts, Hemden, kurze Hosen, Sandalen oder Flip-Flops für männliche Kunden tragen die Rabatt-Zeichen.

Einkaufen nur bei Bedarf
„Ich kann nicht behaupten, dass ich mehr einkaufe, wenn es Preisreduzierungen gibt. Ich kaufe ein, wenn ich etwas unbedingt brauche. Ich erwerbe also nichts, nur weil es billig ist und weil ich mir vielleicht vorstelle, dass ich es irgendwann mal gebrauchen könnte“, erläutert der 23-jährige Student Andrei S. Die Meinung des Studenten teilt eine Mehrheit des starken Geschlechts. Männer denken eben praktisch, für sie muss das Einkaufen blitzschnell über die Bühne gehen. „Wenn ich etwas dringend brauche, dann gehe ich direkt in den Landen, wo ich weiß, dass ich es finde. Ich probiere es und kaufe es. Ich bin nicht so wie die Frauen, dass ich in hundert Länden gehe, um die Preise zu vergleichen und dann wieder zurück ins erste Geschäft renne“, sagt Mihai C. (43) und drückt hiermit eine der häufigsten Ausreden der Männer aus, wenn es ums Einkaufen geht. Zum Bummeln haben die meisten keine Lust, und nur das Wort „Shopping“ sorgt bei manchen für spontane Schweißausbrüche.

Shopping: keine Leidenschaft für Männer
„Komm schon“, mahnt ein Mann Mitte 30 seine Frau, die „noch dieses Kleid anprobieren“ möchte. Er trägt ein einfaches braunes T-Shirt, eine Dreivierteljeans, Sportschuhe und sieht deutlich gelangweilt aus. Seine Frau schaut sich gerade das Angebot an. Blusen, Hosen, T-Shirts, Röcke und Kleider warten bei „New Yorker“ nur darauf, anprobiert und gekauft zu werden. Während seine blonde Frau noch schnell das gewünschte Kleid probiert, geht er schon zur Kasse. Er hat sich rasch für ein Hemd entschieden, das er - ohne es lange zu betrachten - bezahlt. Im Laden mit gelb dekorierten Schaufenstern gibt es ein umfangreiches Angebot auch für Männer. T-Shirts kosten hier 19,90 bis 32,90 Lei, Jeans sind für 69,90 bis 89,90 Lei erhältlich. „Der Schnitt war komisch“, sagt die Frau, nachdem sie das blaue Sommerkleid wieder auf den Ständer gehängt hat. Sie lächelt, während sie ihrem inzwischen schon genervten Mann erklärt, dass ihre Suche nach Schnäppchen heute schlecht ausgegangen ist. Denn Frau erlebt Euphorie nicht nur, wenn sie mit etwas in der Tasche nach Hause geht. Allein schon das Bummeln durch die Geschäfte macht sie glücklich.
Doch was macht Männer glücklich? Shopping ist es nicht. „Ich habe keine Zeit zum Einkaufen, obwohl ich schon ein paar neue T-Shirts gebrauchen könnte“, sagt der Ingenieur Cristian R. (26). Und das ist eine klassische Ausrede bei Männern. Eine Studie des britischen Forschungsunternehmens OnePoll erweist, dass Frauen bis zu 100 Stunden und 48 Minuten pro Jahr verbringen, um Kleidung zu kaufen. Die Statistik, bei der 2.000 Frauen befragt wurden, erwies auch, dass Frauen fast drei Jahre ihres Lebens dem Einkaufen widmen – dabei aber auch relativ viel für den Haushalt erwerben. Trotzdem gibt es auch Männer, die den Sommerschlussverkauf nicht nur wahrnehmen, sondern auch davon profitieren. Einer davon ist George D. Der 24-jährige Anwalt weiß, dass in seinem Beruf das Aussehen von sehr großer Bedeutung ist. „Ich muss immer elegant und gepflegt sein. Daher kaufe ich auch ziemlich oft ein. Nicht nur, wenn Aktionszeit angesagt ist“, sagt er. Ganz froh verlässt er das „Zara“-Geschäft in der Temeswarer Mall. Die Jeans, die er in der Tüte schön eingepackt trägt, hat er schon im Frühling im Laden ausgehängt gesehen. 200 Lei kostete die Hose damals. „Ein bisschen zu teuer. Doch nun habe ich sie um bloß 70 Lei erworben. Das Warten hat sich doch ausgezahlt“, sagt der junge Anwalt. Doch manch andere Kunden macht das Warten nicht unbedingt glücklich, denn im Laufe der Monate verkaufen sich die passenden Größen, wobei zur Zeit der Aktionspreise nur noch große Größen übrig bleiben. „Ich bin einer, der nicht viel Glück beim Einkaufen hat. Ich bin schlank, meistens kann ich in den reduzierten Kleidungsstücken nur schwimmen“, sagt der Bruder des Anwalts, offensichtlich vom Angebot enttäuscht. „Die besten Modelle und Schnitte sind weiterhin zu hohen Preisen erhältlich“, fügt Eduard hinzu. „160 Lei für ein Paar Sommerhosen – das finde ich viel zu teuer“, schließt er.

Markengeschäfte leer
Die Markengeschäfte in der Iulius Mall werden ab und zu von Kunden aufgesucht. Das aber nur sehr selten. Hereinspaziert, den Preiszettel angeschaut und schon wieder herausgerannt. Die wenigen Angebote und die „zu hohen Preise“ jagen die Kunden weg. „Man kann sich diesen Preisen nicht mal nähern“, sagt ein Mann, indem er verzweifelt das Geschäft im ersten Stock der Iulius Mall verlässt.
Ganz anders ist es im „Galeria 1“-Einkaufszentrum. „Sports Outlet“ oder „Bodo Sport“ sind die Läden, die Sportschuhe zu reduzierten Preisen das ganze Jahr hindurch verkaufen. Hier kann man Markenschuhe zu Schnäppchenpreisen erwerben. „Viele dieser Schuhe können zu ähnlich günstigen Preisen wie im Ausland erworben werden“, sagt Doru G. (43). Er ist zusammen mit seiner Frau einkaufen gekommen. „In einer Woche machen wir Urlaub. Wir gehen wandern, dafür brauchen wir feste Qualitätsschuhe, die aber auch nicht zu teuer sind“, sagt der 43-jährige Mann. Auch seine Frau ist zufrieden: „Gewöhnlich sind wir immer bis nach Szeged in Ungarn zum Shopping gefahren. Ich muss aber zugeben, dass manche Waren, nun auch hierzulande zu günstigen Preisen gekauft werden können“. Die Modelle sind nicht mehr der letzte Schrei, sondern Schuhe, die in den vergangenen Jahren auf den Markt gebracht wurden. So sind diese zwei Läden fast ständig voller Kunden, ganz im Gegenteil zu den „Adidas“-, „Lotto“- oder „Sport Zone“-Läden in der Mall, wo meistens nur die neuesten Modelle zu hohen Preisen angeboten werden.

Weinstraße: Imaginär, auf halbwegs gutem Asphalt


Casa Altringen: Schwäbisches Bauernhaus wurde Nostalgiepension




Minisch-Tal hätte weitaus mehr zu bieten/ Viel Zufall und Alleingang
Von Siegfried Thiel (Text und Foto)
„Ja, es gibt so einige“, Genaueres kommt auch von Berufsverbänden über die Weinstraßen in Rumänien kaum. Sie sind weder als solche in Karten verzeichnet, noch haben sie als Infrastruktur viel zu bieten, und wer eine solche „Straße“ bereist, geht einen selbst angelegten imaginären Weg, der Tirol im Banater Bergland erfassen kann, aber auch einen Abstecher nach Busiasch/Buzias, dann ins weither bekannte Weingut in Rekasch/Recas (beide Verwaltungskreis Temesch/Timis) zulässt. Die Trasse führt dann in den Kreis Arad, wo sich entlang der Strecke Minisch/Minis - Giorok/Ghioroc – Paulisch/Paulis angeblich eine Weinstraße befindet. Weinkeller in einem gewissen Umfeld sind jedoch nicht alles, was sich Weinkenner und –verkoster als Tourismusattraktion so wünschen. „Wein-Touristen sind vorwiegend gut situierte Leute und die wollen in einem guten Restaurant essen, die haben gewisse Ansprüche“, sagt Ramona Lambing Inhaberin der Reiseagentur Passage in Temeswar/Timisoara. Im gleichen Atemzug setzt sie fort: „Ein solches Restaurant an der Strecke gibt es nicht“.

Verschlossene Weinstraße
Unter diesen Voraussetzungen begann unsere Reise von Temeswar nach Giorok. Der dazu ausgewählte Nachmittag war geradezu ideal, um Gegebenheiten und Gepflogenheiten entlang der Weinstraße zu testen. „Ich will mich nicht immer gleich anmelden, wenn ich einen Wein verkosten will, sondern ganz einfach in einen Weinkeller einkehren; genauso wie in eine Gaststätte“, hatte ein Weinkenner aus Deutschland mir vor wenigen Wochen gesagt. In der Branche selbst will man jedoch solche Weinverkostungen programmieren und vorbereiten, das sei „auch im Westen nicht anders“, heißt es unter Inhabern von Weinstuben. Die Realität liegt dann – wie so oft - irgendwo dazwischen, denn mögen die Ansprüche des Deutschen gehoben sein, bis hin zu verschlossenen Türen ist es auf jeden Fall ein weiter Weg. Auch sonst: Aufklärungsbedarf ist nach wie vor reichlich fällig. Im Widerspruch sind sich viele, ob der Sommelier nun doch der professionelle Weinverkoster ist, oder bloß der Kellner, der den Kunden berät – und dies nicht nur, um irgendwas zu verkaufen. Und wie heißt dann der Weinverkoster? Im Duden ist der verwendete Ausdruck nicht vorhanden...
Altringen liegt an der Strecke und auch nicht. Mit Wein und Weinstraßen hat die Ortschaft, die ihren deutschen Namen auch im Kommunismus behalten hat, so gut wie gar nichts zu tun. Findige Reiseveranstalter fügen das „Casa Altringen“ gerne in ihre Reiserouten ein. Vor allem ausgewanderten Schwaben glaubt Ramona Lambing mit dieser Einrichtung viel Nostalgie zu vermitteln. Soweit das Versprechen der Passage-Chefin. Der Abstecher nach Altringen zum „Casa Altringen“ ist der Mühe Wert. Ein geräumiger Innenhof, in U-Form angelegter Gebäudetrakt, dahinter eine Gartenterrasse. „Auch das Essen hier ist nach traditionell schwäbischer Art zubereitet“, sagt Ramona Lambing, als wir an dem warmen Sommernachmittag allein auf der Terrasse sitzen. Allein, denn Einrichtung und Lokal sind seit 16 Uhr geschlossen, der Wächter verkauft uns trotzdem was zum Trinken. Gäste sind ebenfalls keine in den Zimmern beherbergt.

Werbung: sporadisch und im Alleingang
Es ist wie im Teufelskreis. Es macht nämlich wenig Sinn, 24 Stunden im Hinterland, Kilometer von der Landstraße entfernt, Restaurant und Herberge offen zu halten, wenn keine Gäste da sind. Auch andere Einrichtungen dieser Art stehen – und nicht nur der Wirtschaftskrise wegen – meist leer. Tourismus ist nicht so groß geschrieben, dass er die Einrichtungen zu füllen vermag, die Dorfbewohner ziehen die bescheidenen und deshalb auch billigen Dorfschenken vor. „Das ist uns zu nobel“, darum meiden die Bürger auf dem Land das Restaurant neben einer Herberge. „Vermutlich liegt im Restaurant neben der Pension der Schnaps- und Bierpreis erheblich höher“, hat mir vor Kurzem ein Dorfbewohner erzählt. Selbst getestet: Es war ein Unterschied von etwa zehn Prozent, dafür gab es bequeme Hocker, es war sauberer und leise Musik erklang. In archaisch anmutenden Dorfkneipen, wo das Plumpsklo weit im Hinterhof der Kneipe liegt, sind solche „vornehmen Ausstattungen“ wie Barhocker oder Musik ein Luxus, auf den man liebend gerne verzichtet, wenn das Getränk ein wenig billiger ist.
Vereinzelt für solche Einrichtungen zu werben bringt wohl kaum etwas, die Kräfte, das Geld und das Angebot bündeln, das würde Sinn machen. „Man kann Reisen veranstalten, die nicht unbedingt eine gesamte Weinstraße erfassen müssen. Ein Tages- oder Halbtagsabstecher kann zum Abschluss einer Konferenz durchaus Sinn machen“, sagt Ramona Lambing. Doch an der gesamten Strecke, in Minisch, in Paulisch, in Giorok sind die Weinstuben geschlossen. Werben tut jeder im Alleingang, so sieht es auch in der Tourismusbroschüre „Unterwegs im Banat“ aus, wo irgendwie unter „ferner liefen“ die Weinbau-Hochburgen erwähnt wurden, von einer Weinstraße keine Rede und geworben wird für einen einzigen Weinkeller. Beginnend mit dem Kurortstädtchen Lippa/Lipova reihen sich entlang der Landstraße in Richtung Arad Motels und Pensionen. Durchreisende sind nach wie vor die Hauptkunden, Fernlaster stehen auf den Parkplätzen. Johann Schütz, Inhaber der Pension Mara hatte mir mal erzählt, er habe einen Mann bezahlt, der ihm am Abend mitteilte, wie viele Wagen pro Tag vorbeigefahren waren. Dieses Argument war für ihn dann ausschlaggebend, um sein Motel einzurichten, nach wie vor besteht seine Kundschaft aus Durchreisenden, obwohl mitten im Weinbaugebiet, ist von einem solchen Tourismus für den zufällig Anreisenden nichts zu sehen. Dabei weiß doch Ramona Lambing, dass Weinliebhaber gerne dahin zurückkommen, wo sie sich schon mal gut aufgehoben wussten. Und ein Weinkenner will auch mal Wein einkaufen, ohne zuvor telefoniert zu haben, ob er denn eine oder zwei Flaschen auf die Schnelle erstehen könnte. Ein High-Light wäre auch die Verkostung in Giorok, wo der Messwein für die orthodoxe Kirche gekeltert wird. Doch auch da muss man sich ansagen, ad-hoc geschieht in dieser Hinsicht im gesamten Gebiet so gut wie gar nichts.

Kreativität falsch verstanden
Dabei ist Giorok nicht gerade vom wirtschaftlichen Segen befallen. Einst war der Kiessee das wirtschaftliche High-Light, dann kamen ausländische Unternehmer und ließen in Lohnarbeit Unterwäsche herstellen – auch das ist Geschichte. Genauso wie die Schmalspurbahn, die heute nur noch auf Bestellung Reisegruppen befördert. Wer es sich halbwegs leisten kann, macht sich in der Gegend mit viel Grün ein nettes Zuhause, Kunde vom Sargtischler mit seiner Firma mit kuriosem Namen (siehe Foto) möchte keiner werden.
Auch im neuesten Hotel der Gegend muss man sich zweimal überlegen, ob man noch mindestens einmal vorbeikommt. Vom Korridor aus ist ein Blick in die Zimmer durch große Fensterscheiben kaum zu umgehen – die Intimsphäre ist nur bei ausgeschaltetem Deckenlicht gesichert. Im Restaurant stimmen Speisekarte und Angebot nicht überein, das Essen schmeckt jedoch gut und die Bedienung ist in Ordnung. Das Interieur hat jedoch „den Charme einer Bahnhofshalle“, so das Fazit von Ramona Lambing, die weiß, dass dies alles Argumente sind, warum sich Rumänien als Tourismusattraktion äußerst schwer verkaufen lässt.

„Schweine“ auf den Straßen von Temeswar

Freche Plakate für mehr bürgerliches Selbstbewusstsein
Unter dem Namen „Schweine auf den Straßen von Temeswar“ gewinnt die neue Förderkampagne für eine saubere Stadt immer mehr Anhänger. Obwohl die Kampagne erst Ende August losgeht, haben bereits mehrere Temeswarer die frechen Plakate beantragt. Die Banner wurden noch nicht einmal gedruckt, schon möchten einige Hausverwalter durch die witzigen Zeichnungen die Einwohner darauf aufmerksam machen, dass sie ihre Stadt umweltfreundlich behandeln müssen. Abziehbilder oder Poster mit Schweinchen, die die Umwelt verschmutzen, wurden von den Wohnungsverwaltern beantragt. Diese sollen auf die Türen der „schmutzigen“ Hausbesitzer und Mieter geklebt werden oder sogar auf die Autos der Leute, die ihre Wagen auf dem Gehsteig parken. Dies soll den Bürgern ein schlechtes Gewissen bereiten – glauben sie.
Der Vizebürgermeister Adrian Orza zeigte sich über die rasche Auswirkung der neuen Kampagne positiv überrascht. „Es freut mich sehr, dass unsere Initiative bei den Temeswarern gewirkt hat“, sagt Orza. Vor einigen Wochen teilte der Vizebürgermeister seine neue Idee der Öffentlichkeit mit: „Schweine“ auf den Straßen, die die Bürger sensibilisieren sollen. (Die ADZ berichtete) Die Idee stammt ursprünglich aus Frankreich. Auf den Straßen von Paris sind mehrere derartige Karikaturen zu sehen. Diese stellen symbolisch Schweine dar, die die Bevölkerung an Stadtverschmutzung und Umweltschädigung erinnern sollen.
Die Karikaturen für die Stadt Temeswar wurden vom Künstler Radu Cle]iu geschaffen. Sie werden Ende des Monats auf einigen Werbeschildern in der Stadt gezeigt. Die beiden Slogans der Kampagne sind „Wir schütteln Schweine“ und „Wir erwischen Schweine“. Diese weisen eigentlich auf die zwei Bilder hin. Noch weiß man nicht genau, wo diese zu sehen sein werden und auch nicht, ob weitere Vorschläge der Temeswarer in Betracht genommen werden. Künftig sollen ähnliche Karikaturen auch in den öffentlichen Verkehrsmitteln auftauchen.
Das Bürgermeisteramt bekommt diese Schilder kostenlos von einer Temeswarer Werbefirma, die diese Banner drucken wird. „Dies ist keine Beleidigung für die Temeswarer, sondern eine Mahnung für jene, die die Stadt nicht respektieren und den Müll einfach auf die Straßen werfen“, sagte Vizebürgermeister Orza vor einigen Wochen. Der Temeswarer Vizebürgermeister gab zu, dass er diese Idee aus Paris „geklaut“ hat, hob aber gleichzeitig die Bedeutung der Information hervor, die durch diese Kampagne vermittelt wird. „Manchmal muss ich zugeben, dass ich es lieber hätte, wenn manche Leute wegen Umweltverschmutzung und nicht wegen Falschparken bestraft sein würden“, fügte Adrian Orza hinzu.
Andreea Oance

Warnung vor Vipern

Die Hornviper ist im Banater Bergland heimisch.
Foto: Zoltán Pázmány


Heuwiesen und nackte Felsen sind zu vermeiden
wk. Reschitza – Der Vorfall liegt schon etwas zurück: Kinder eines Ferienlagers waren ausgeschwärmt, um die Umgebung der Nera-Klamm zu erkunden. Natürlich widerstanden sie auch der Versuchung nicht, auf die zugänglichen Kalksteinwände zu klettern. Und da geschah es: ein 13jähriges Mädchen, das sich gerade einen sonnigen Felsen hochhangelte, spürt am Mittelfinger einen brennenden Stich. Es hatte eine Hornviper beim Sonnenbaden überrascht und die hatte, instinktiv und als Schreckreaktion, zugebissen. Notdürftig versorgt kam das Opfer schleunigst ins nächstgelegene Krankenhaus. Doch das hier gelagerte Gegengift war abgelaufen. Und die naheste Stelle, wo es brauchbares Gegengift gab, war das Louis-Pasteur-Institut in Budapest.
Das Mädchen konnte von den Ärzten des kleinen Krankenhauses am Leben gehalten werden, bis der schnell reagierende Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), der damals noch im Banater Bergland aktiv war, per Eilkurier mehrere Dosen aus Budapest heranschaffen konnte.
Im Banater Bergland gehört Gegengift gegen Vipernbiss – in der Regel ein-zwei Dosen – zur Standartausstattung der Krankenhäuser in Orawitza, Herkulesbad und Reschitza. Hat man Glück im Unglück, dann ist das Gegengift im Falle des Falles noch brauchbar. Hat man Unglück im Unglück, dann nicht. Dann hat man ein Problem. Denn nach wie vor wird trotz einer massiven Zunahme der Zahl von Horn-, Sand- und Steppenvipern – warum diese sch in den letzten Jahren so stark vermehren, das hat noch niemand erforscht – kaum zuverlässig für die Erneuerung der Bestände an Gegengift gesorgt. Das importiert werden muss...
Die Meteorologen sagen für die nächsten Wochen Trockenheit und hohe Temperaturen voraus. Das sind ideale Voraussetzungen für eine verstärkte Allgegenwärtigkeit der Vipern. Vor allem Ausflügler und Zelter sollten wissen, dass von den 80-Vipernarten der Familie der Viperladae nur drei in Rumänien leben. Das Banater Bergland gehört zu den Hauptverbreitungsgebieten von zwei der drei Arten: die vipera ammodytes – Hornviper, die vipera berus – die gemeine oder Sandviper, während die vipera ursinii – die Steppenviper, im Banater Bergland nicht vorkommt. Durch ihre neuro- und hämotoxischen Gifte gehören die in Rumänien vorkommenden Vipernarten zu den sehr gefährlichen.
Bevorzugte Aufenthaltsgebiete der beiden im Banater Bergland vorkommenden Arten ist der Karst: das Karasch-Tal (wo sie oft auf dem Reitsteg in Sonnenaugen liegen), die Nera-Klamm, die Gârli{te-Klamm, das Cerna-Tal ober- und unterhalb, aber auch auf dem Stadtgebiet von Herkulesbad, die Donau-Enge zwischen Basiasch und Orschowa. Allerdings wurde bereits in den Endsiebziger Jahren auch von der Präsenz von Vipern im Doman-Tal und sogar auf den Werkshöfen des Reschitzaer Maschinenbauwerks UCMR, also mitten in Reschitza, berichtet.
Der Reschitzaer Vipernkenner Cristian Popovici berichtet, dass er in der Karasch-Klamm eine mit etwas über 100 cm ungewöhnlich lange Hornviper gefangen und vermessen habe und dass er immer öfter im Reschitza nahegelegenen Doman Vipern gesichtet hat. Laut Popovici kenne man auch die Ursache der gegenwärtig zu beobachtenden kontinuierlichen Ausbreitung der Vorkommensgebiete der Vipern, der Ausdehnung ihres Habitats, noch nicht. Tatsache sei, so Popovici, dass die Zahl der Vipern allen Anzeichen nach viel größer ist, als die offiziellen Schätzungen angeben.
Außerdem habe Popovici bemerkt, dass sich gegenwärtig auch eine starke melanische Mutation (Farbmutation) bei der vipera berus vollzieht. Er habe in jüngster Zeit immer häufiger komplett schwarze gemeine Vipern gesehen. Das allgemeine Erkennungsmerkmal der Vipern – die gepunktete Zick-Zack-Linie auf den Rücken – sei immer öfter nicht mehr das unverwechselbare Erkennungszeichen, was bei Narurliebhabern zunehmende Vorsicht erfordere. Zusätzlich sind Vipern Meister der Camouflage, der Tarnung.
Im allgemeinen sind die Vipern aber grundsätzlich nicht angriffslustig und meiden den Menschen. Nur wenn sie gestört werden, wenn sie Gefahr wittern, wenn man auf sie tritt oder sie irgendwie überrascht können sie aggressiv werden, ziehen es aber im Regelfall vor, zu fliehen, wenn sich ihnen Menschen nähern. Vipernangriffe auf Menschen sind Selbstschutzreaktionen der Schlangen.

Donnerstag, 12. August 2010

Revolutionsmemorial zieht in die Bastei um


Im Herbst soll die Sanierung der Bastei vollendet werden.
Foto: Zoltán Pázmány


Räumlichkeiten nicht mehr mit Biermuseum geteilt/ Von Andreea Oance

Revolution, statt Bier – Die Kommunalverwaltung der Stadt Temeswar/Timisoara hat anlässlich des Temeswarer Stadtfestes die Rettung des Revolutionsmemorials bekannt gegeben: Die Gedenkstätte der Revolution von 1989 bekommt nun einen Raum in der jüngst sanierten Theresien-Bastei. Die Lösung kommt nach einem jahrelangen Disput, da der alte Sitz der Temeswarer Revolutions-Gedenkstätte am Domplatz rückerstattet wurde und die Räumlichkeiten befreit werden müssen. Ein Temeswarer Biermuseum sollte auch in denselben Räumlichkeiten in der Bastei entstehen. Nun beschloss es die Stadtverwaltung doch anders: Diese Räume werden ausschließlich die Gedenkstätte der Revolution beherbergen. „Dies ist eine gute Lösung, die das Bürgermeisteramt für uns gefunden hat. Wir hoffen nur, unser Projekt durchführen zu können, denn dafür brauchen wir viel Platz”, sagt Traian Orban, der Leiter der Revolutionsgedenkstätte in Temeswar.
Ende September soll es so weit sein: Die „Theresien” Bastei wird - ein Jahr später als geplant - neu eingeweiht. Dann soll auch das Revolutionsmemorial einziehen. „Die Lage der Revolutions-Gedenkstätte ist schon seit einiger Zeit ein sensibles Thema. Das einzige Museum dieser Art in Rumänien verdient es, einen sicheren Sitz zu haben”, sagte der Temeswarer Bürgermeister Gheorghe Ciuhandu in der Sondersitzung. Die rechte Seite der Bastei gehört dem Bürgermeisteramt, der Rest dem Temescher Kreisrat. Das Memorial wird somit im rechten Gebäudeflügel einen Raum bekommen.
Ursprünglich sollte die Gedenkstätte den Raum mit einem Temeswarer Biermuseum teilen – 700 Quadratmeter hätte jede Einrichtung zuteil kommen müssen. „Das kommt gar nicht in Frage. Entweder bekommen wir den ganzen Raum für uns allein oder gar nicht. Die Revolution ist doch ein ernstes Thema und wir entwickeln uns auch ständig, mit Archiven und Dokumentation”, sagte Revolutionär Traian Orban. Mehr als 1.400 Quadratmeter sind nun für die Gedenkstätte der Revolution vorgesehen. „Ich kann vorläufig einen unfertigen Bau nicht einteilen. Wir haben jetzt nur entschieden, wozu der Raum dienen soll”, fügte Bürgermeister Ciuhandu, deutlich aufgeregt, hinzu. Die Räumlichkeiten in der Bastei wird das Memorial kostenlos für eine Dauer von fünf Jahren nutzen können.
Der Kommunalrat Temeswar führt derzeit ein Prozess mit dem Eigentümer des Gebäudes an der Emanuil-Ungureanu-Straße Nr. 8, wo sich noch das Revolutionsmemorial befindet. Das Haus wurde rückerstattet, nun möchte die Stadtverwaltung das Investionsgeld für die Einrichtung des Museums zurückbekommen. Die Räumlichkeiten an der Ungureanu-Straße wurden 1998 der Gedenkstätte für 99 Jahre zur Nutzung überlassen. Im Laufe der Jahre wurden einige hunderttausend Euro in die Einrichtung des Museums investiert. 2006 wurde das Gebäude rückerstattet. Eine andere Lösung für die Rettung des Memorials war der Umzug ins Banater Museum. Auch dieses Museum wird derzeit saniert.
Die Arbeiten an der Temeswarer Bastei begannen im Frühling 2008, nach langem Disput zwischen den Kommunalbehörden und den Mietern der Räumlichkeiten innerhalb des historischen Gebäudes. Die Sanierung sollte am 28. Juli 2009 beendet werden. Später wurde eine neue Frist für November des vergangenen Jahres angesagt. Nun ist Endtermin für die Sanierungsarbeiten der 30. September 2010.

BANAT AKTUELL

Jecza-Galerie in der Iulius Mall
Die Jecza-Kunstgalerie in Temeswar/Timisoara präsentiert zurzeit eine Ausstellung für zeitgenössische Kunst. Die Expo kann im ersten Stock der Iulius Mall, täglich zwischen 10 und 22 Uhr, besichtigt werden. Innerhalb der Ausstellung können auf einer Fläche von etwa 100 Quadratmetern Werke der Künstler Horia Damian, Ioan Augustin Pop, Cristian Sida, Gheorghe Fikl, Cosmin Moldovan, Mihai Ciplea, Sorin Scurtulescu, Daniel Brici, Cosmin Doru Dumitrescu, Gabriel Bodnariu, Mirela Moscu, Daniel Vi{ovan sowie des verstorbenen Bildhauers Peter Jecza betrachtet werden. Die Ausstellung wurde am 1. August eröffnet und auf unbeschränkte Zeit zu sehen sein. (ao)

Grünanlage im Soarelui-Viertel
Anlässlich des Temeswarer Stadtfestes wurde der frisch sanierte Park im Soarelui-Viertel am südlichen Stadtrand neu eingeweiht. Der Park, der sich auf etwa 7.600 Quadratmetern erstreckt, wurde laut Vizebürgermeister Adrian Orza mit 175.000 Lei aus dem kommunalen Haushalt saniert. Ein Kinderspielplatz sowie 32 Bänke und Müllkörbe wurden eingerichtet, neue Bäume, Gebüsch und Blumenarrangements gepflanzt. Auf eine Fläche von 204 Quadratmetern wurde auch ein Spielplatz für Haustiere gebaut. (ao)

Fahrradwege in Arad
Zwei Jahre lang wird es dauern, bis auch die Arader Radler über einen Fahrradweg entlang der Marosch verfügen werden. 18 Kilometer lang wird die Strecke sein, deren Kosten sich auf 9,8 Millionen Lei belaufen. Die Strecke wird zwischen einem und drei Meter breit sein. Die Radstrecke befindet sich vorläufig noch in der Projektphase. (rn)

Opern- und Operettenfestival
Die Temeswarer Opernfreunde werden Ende August zum sechsten „Opern- und Operettenfestival“ eingeladen. Die diesjährige Auflage findet im Zeitraum 26. – 29. August im Rosenpark statt und umfasst Werke wie: „Carmen“ von G. Bizet, „Die Lustige Witwe“ von Fr. Lehar, die Ballet-Collage „Wiener Abend“ von J. Strauss, die Oper-Matineen für Kinder „Der gestiefelte Kater“ von C. Trailescu sowie „Meine schöne Dame“ von Fr. Loewe. Das Ereignis wird von der Rumänischen Nationaloper Temeswar in Partnerschaft mit der Stadtverwaltung und dem Temeswarer Kulturhaus veranstaltet. Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei. (as)
Arader Stadtfest steht bevor
Arad ist trotz klammer Kassen in Feierlaune: Die Arader Stadtverwaltung lädt auch in diesem Jahr zum traditionellen Stadtfest ein. Sieben Tage lang, vom 16. bis zum 22. August, soll die Stadt an der Marosch gefeiert werden. Das im Haushaltsplan dafür vorgesehene Budget beträgt knapp 100.000 Lei. Das Stadtfest wird aber von mehreren Sponsoren gefördert, so dass auch in diesem Jahr zahlreiche Konzerte, Theater- und Tanzvorstellungen auf dem Programm stehen. In den Stadtteilen Vlaicu, Alfa und Mic²laca soll auch in diesem Jahr traditionsgemäß Volksmusik ertönen. Highlight des diesjährigen Festes ist die rumänische Musikband Direc]ia 5, die derzeit auf Rumänientour ist und am Samstag, dem 21. August, im Neptun-Freibad auftreten wird. (as)

Ein Theaterstück im Rosenpark


Die junge Architektin Anca Radu (25) ist in Temeswar geboren. Sie wohnt im Stadtzentrum.

Zum Hören: Ein Konzert in der Synagoge in Zentrumsnähe (Marasesti-Straße Nr. 6), wegen der besonderen Akustik und wegen der interessanten Atmosphäre, die im Gebetsort herrscht. Konzerte finden hier eher selten statt, aber es lohnt sich auf jeden Fall.
Zum Sehen: Ein Spaziergang durch die alten Straßen der Fabrikstadt mit Endpunkt im Traiansplatz. Die Milleniumskirche zwischen den Häusern im Art Nouveau Stil verleiht der Gegend ein romantisches Flaire. Dort sieht man auch am besten die Entwicklung der Stadt vom Mittelalter bis zur Moderne.

Zum Genießen: Ein Theaterstück im Rosenpark am Ende des Sommers, wenn die spezielle Spielzeit ist. Der Eintritt ist frei, die leichte Kühle eines Sommerabends, und die vielen Leute, die sich gar nicht drängen, machen das Erlebnis zu einer entspannenden „Flucht“ aus einer großen Stadt.

Personalabbau in der Stadtverwaltung

Das Lugoscher Bürgermeisteramt: 40 Personen aus verschiedenen Ämtern werden entlassen. Gleichzeitig genehmigte der Stadtrat Gelder für die Sanierung der Rathausfassade.
Foto: Zoltán Pázmány



Hochhäuser nicht mehr kostenlos wärmegedämmt
Lugosch - Harte Einschnitte in Lugosch/Lugoj: 40 Beamten werden infolge des Personalabbaus im Bürgermeisteramt ihren Job verlieren. Der lokale Verwaltungsapparat wird neu organisiert, die Arbeitslosen werden sich jedoch für andere infolge der Umstrukturierung frei gebliebene Posten bewerben können, teilte Bürgermeister Francisc Boldea auf einer Pressekonferenz mit. Probleme gibt es jedoch auch, was die thermische Isolierung der Wohnblocks betrifft: Das Programm zur Wärmedämmung der Hochhäuser soll demnächst nicht mehr komplett finanziell getragen werden können. Die rumänische Regierung wird nämlich für diesen Zweck keine Gelder mehr bereitstellen, gab der Bürgermeister bekannt. Francisc Boldea hatte vor seiner Wahl zum Bürgermeister von Lugosch versprochen, die Hochhäuser kostenlos für die Bürger wärmedämmen zu lassen. 50 Prozent der Kosten sollte die Regierung bereitstellen, der Rest aus dem Lokalhaushalt fließen.
Das Organigramm des Lugoscher Bürgermeisteramtes wird demnächst 283 Arbeitsstellen umfassen. Das Einwohner-, Steuer- und Katasteramt sowie die Verwaltung der Öffentlichen Domäne und die Kommunalpolizei werden neue Strukturen bekommen. „Dadurch wird die Stadtverwaltung effizienter sein“, heißt es in einer Pressemitteilung des Lugoscher Bürgermeisters. Drei Stellen werden im Kabinett des Bürgermeisters, je eine in der städtischen Bibliothek und im Museum für Geschichte, zwei Stellen im Messedienst, acht bei der Kommunalpolizei und 17 beim Einwohneramt gestrichen. Nachdem das neue Organigramm der Lugoscher Kommunalverwaltung genehmigt wird, hängt das Bürgermeisteramt die Liste mit den freien Stellen aus. Die Staatsangestellten, die infolge des Personalabbaus arbeitslos geblieben sind, werden sich für diese Posten bewerben können.
Finanzielle Schwierigkeiten tauchen aber auch in anderen Bereichen auf. So zum Beispiel gibt es für das Programm zur thermischen Isolierung der Hochhäuser keine guten Aussichten. „Die Regierung hat einen neuen Dringlichkeitserlass gegen die Bürger, aber vor allem gegen die Lugoscher verabschiedet“, drückte Francisc Boldea seinen Frust auf der Pressekonferenz aus. „Die Regierung schickt die Bürger zu den Banken, um Geld zu leihen“, fügte er enttäuscht hinzu. Gleichzeitig ließ er erkennen, dass die Kommunalverwaltung die Initiativen der Bürger unterstützen wird. Der Dringlichkeitserlass bietet den Bürgern eine Regierungsgarantie beim Beantragen von Krediten für die Wärmedämmung der Wohnblocks. Im vergangenen Jahr wurden in Lugosch 25 Wohnblocks wärmegedämmt. Dafür mussten die Bürger keinen einzigen Leu bezahlen.
Raluca Nelepcu

Aquatim entwickelt neues System

Die Arbeiten am städtischen Wasser- und Kanalisationsnetz könnten demnächst dank der digitalen Datenbank beschleunigt werden.
Foto: Zoltán Pázmány


Wasser- und Kanalisationsnetz digital erfasst
ao. Temeswar – Das unterirdische Wasser- und Kanalisationsnetz in Temeswar/Timisoara wird künftig durch digitale Karten überwacht. Dies ist ein langfristiges Projekt des Unternehmens für Siedlungswasserbewirtschaftung Aquatim. „Geographic Information System“ (GIS) heißt die informatische Anwendung von Aquatim, das die geographischen Daten eines realen Systems wiedergibt, wie zum Beispiel die Lage des Wasser- und Kanalisationsnetzes. Der Vorteil des neuen digitalen Programms ermöglicht es, Schäden und Probleme an der Leitung schneller zu entdecken und somit auch schneller zu reparieren. Die Recherche in der Datenbank wird auch leichter möglich sein und die technischen Genehmigungen können auch kurzfristig von Aquatim erteilt werden.
Zurzeit wird an der Datenbank innerhalb des Aquatim-Unternehmens gearbeitet. Die Abteilung, die für das GIS-System verantwortlich ist, verwendet ein spezielles topologisches Programm fürs Speichern der Informationen in digitaler Form. Vom Start des Projektes und bis jetzt wurden etwa 37 Prozent des Wassernetzes und 53 Prozent der Kanalisation in Temeswar gemessen. Die Leitung des Siedlungswasserunternehmens schätzt, dass in etwa zwei Jahren die ganze Stadt von diesem System abgedeckt wird.

142. Kirchweihfest in Sanktanna

Foto4: Heimkehr nach 18 Jahren. Die Mitglieder der Blaskapelle brauchten nur einen geringen Anlass, um wieder im Heimatort aufzuspielen.
Foto: Adrian Ardelean


Blaskapelle nach 18. Jahren wieder dabei

„Kirchweih, Kirchweih, Kirchweih“ hieß es Anfang August auf den Sanktannaer Straßen. Das schönste Kirchweihfest der letzten Jahre – so nannten die Sanktannaer die bereits 142-ste Kerweih, die vor Kurzem in der Arader Kleinstadt veranstaltet wurde. Traditionelle Volkslieder, das schon üblich gewordene Handballturnier, Volkstanz und viel gute Laune standen auch in diesem Jahr auf dem Veranstaltungsprogramm. Einzigartig beim diesjährigen Fest war aber die Beteiligung der Sanktannaer Blaskapelle, die nach 18 Jahren nun wieder in der alten Heimat aufspielte, denn die „Heimat ruft, ja“, so Anton Bleiziffer, Kulturbeauftragter der Heimatortsgemeinschaft Sanktanna, und ein richtiges Kirchweihfest, das kann man nur hier „zu Hause“ feiern. „Es ist so, dass einer der Musiker, seiner Tochter im letzten Jahr den Kirchweihstrauß ersteigert hatte. So haben sich seine Kollegen dazu bereit erklärt, das diesjährige Fest musikalisch zu begleiten“, sagt Johann Kerner, Vorsitzender des Vereins „Valores“, der mit dieser Blasmusik groß geworden ist. Zum Kirchweihball half auch Anton Müller aus Lahr, der Unterhalter der Blaskapelle, aus.

Handballturnier in Sanktanna
Aus diesem Anlass wurde auch die zweite Auflage des Handballturniers „Gebrüder-Metz-Trophäe“ veranstaltet. Das Turnier wird alljährlich einen Tag vor der Kirchweih ausgetragen. „Diese Auflage war besser als die Vorherige, weil in der dritten Mannschaft, die aus Deutschland kommt und unter dem Namen der HOG Sanktanna spielt, deutlich bessere Spieler hergekommen sind. Obwohl sie auch diesmal gegen die anderen Mannschaften, ´Unirea Sanktanna´ bzw. ´CSS Avram Iancu Arad´, verloren haben, haben sie in diesem Jahr viel besser gespielt “, sagt Josef Höniges, Hauptveranstalter von „Gebrüder-Metz-Trophäe“. Der Pokal ist auch in diesem Jahr an die „Avram Iancu“-Mannschaft gegangen. Die Arader Mannschaft hat den Wanderpokal bereits zum zweiten Mal gewonnen. Werden sie Sieger auch im nächsten Jahr, so darf die Mannschaft den Pokal behalten. Denn die Regel lautet: „Wenn eine Mannschaft den Pokal dreimal gewinnt, dann bleibt er in ihrem Besitz“, so Höniges. Der Veranstalter weist, trotz Niederlagen, noch viel Optimismus auf: „Wir hoffen sehr, dass die Auszeichnung im nächsten Jahr nach Deutschland geht oder in Sanktanna bleibt“, setzt er fort.

Karl Zirmer feierte sein 25. Priesterjubiläum
Die diesjährige Kirchweih war um so spezieller, da der ehemalige Ortspfarrer Karl Zirmer sein 25. Priesterjubiläum feierte. Das erste Kirchweihpaar bildeten Antonia Faulhaber aus Ingolstadt und Josef Höniges aus Sanktanna. In weißen Hemden und roten Westen marschierten die Mitglieder der Blaskapelle durch die Stadt. Auch eine Versteigerung der Sträuße und eines Kirchweih-Hutes sowie Verlosen von Tuch und Hut standen auf dem Programm.
Hauptveranstalter des Kirchweihfestes waren das Deutsche Forum, der Kirchenrat und die „St. Anna“-Schule mit Unterstützung der Heimatortsgemeinschaft Sanktanna. Die Ortskirche ist der Heiligen Mutter Anna geweiht. Das Fest der Kirche fand am 1. August statt.
„Das Organisieren des Kirchweihfestes ist keine schwierige Sache. Wir haben sehr viele Leute, die uns dabei unterstützen und auch ein gut eingespieltes Team. Es macht einfach Spaß, das Ganze zu organisieren“, sagt Martin Reinholz, Vorsitzender des Deutschen Forums Sanktanna, der auch die Texte für die Kerweih-Sprüche schreibt. „Bis zur 142. Kirchweih habe ich gedacht, ich werde immer älter. Beim Fest ist mir aber anders gegangen“, fügt er noch lächelnd hinzu. Viele ehemalige Sanktannaer kehrten aus dem Anlass des Festes für ein paar Tage in ihre alte Heimat zurück, um zusammen zu feiern.

Kulturhaus soll saniert werden
Für das nächste Jahr planen die Veranstalter das „Lambert Steiner“-Kulturhaus zu sanieren. Die Einrichtung soll künftig mehr in den Blickpunkt rücken. „Es sieht so aus, dass wir in den Besitz des Bauernvereinshauses kommen. Es geht um das aktuelle „Lambert Steiner“-Kulturhaus, das leider in einem sehr schlechten Zustand ist. Wir hoffen, dass wir es bis zur 143. Kirchweih ein bißchen auf Vordermann bringen können“, so Martin Reinholz.
„Für mich ist jedes Kirchweihfest etwas besonderes. Denn es ist jedes Jahr zwar dasselbe, aber immer mit anderen Gesichtern und auch anderer Musik. Das ist das wichtigste und das schönste und darauf freuen sich die Leute am meisten, denn es geht um die traditionelle Musik, die man in den Ohren hat, noch von Jahrzehnten her. Ich denke, das überragt alles. Das Neue ist auch, dass viele Kinder schon mitmachen. Das Kleinste ist noch keine drei Jahre alt. Früher war es undenkbar, aber heute ist es selbstverständlich und ich hoffe es geht noch lange so“, schließt Anton Bleiziffer, Kulturbeauftragter der Heimatortsgemeinschaft Sanktanna.

Ana Saliste, nach einer Aufzeichnung des Rundfunkreporters Adi Ardelean von Radio Temeswar.

Bürgermeisteramt übernimmt Krankenhäuser

Das städtische Krankenhaus in Temeswar wurde am 2. August von der Stadtverwaltung übernommen.
Foto: Nicoleta Dobos


Die Schulden wurden vom Staat noch nicht beglichen

Rund 20 Millionen Lei – so viel betragen die Schulden der vier Temeswarer Krankenhäuser, die vor etwa einer Woche in lokale Hände übergegangen sind. Das Bürgermeisteramt hat die vier Einrichtungen übernommen, in den Unterlagen wurden jedoch klare Bedingungen gestellt: Die Stadtverwaltung verweigert jede Verantwortung, solange die Schulden nicht vollständig beglichen werden. „Das Temeswarer Bürgermeisteramt will nicht Opfer eines Dezentralisierungsprozesses werden, der nur Pflichten weiterleitet und keine dafür notwendigen Geldressourcen bereitstellt“, steht es in der offiziellen Pressemitteilung des Bürgermeisteramtes.

„Das Hauptproblem ist, dass das Gesundheitssystem weiterhin unterfinanziert bleibt, auch wenn es in lokale Hände übergeht. Wäre genug Geld dafür da, so wäre dies kein Problem für uns“, sagte Bürgermeister Gheorghe Ciuhandu der BZ gegenüber. Der Dezentralisierungsprozess im Gesundheitswesen wurde letztendlich auch in Temeswar/Timisoara in Gang gesetzt. Vier Krankenhäuser wurden Anfang August vom Bürgermeisteramt übernommen: Es handelt sich dabei um das Kinderkrankenhaus „Louis Turcanu“, das Krankenhaus für ansteckende Krankheiten „Victor Babes“, die Klinik für Gynäkologie und Frauenheilkunde „Dr. Dumitru Popescu“ und das städtische Krankenhaus. Die Stadtverwaltung hat vergangene Woche die letzten Dokumente und Unterlagen unterzeichnet und ihre Vertreter in den Verwaltungsräten der vier medizinischen Einrichtungen bestimmt.
Die Übernahme sorgt aber immer noch für Unruhe: Die Krankenhäuser sind weiterhin finanziellen Schwierigkeiten ausgesetzt. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden noch keine Schulden vom Staat beglichen. Der Staat wollte die bis Ende März angefallenen Schulden übernehmen/streichen. Noch hat die Stadtverwaltung auch nicht entschieden, wo angepackt werden muss. Der Bürgermeister Gheorghe Ciuhandu weist Skepsis auf: „Ab dem 31. März sind die Schulden um weitere sechs Millionen Lei gestiegen. Nun betragen die Schulden etwa 21 Millionen Lei. Das Gesundheitsministerium hat versprochen, diese Schulden zu tilgen. Wir müssen jetzt abwarten“, lässt Ciuhandu erkennen. Künftig sollen die Posten der Krankenhausmanager ausgeschrieben werden. „Die Manager und die Verwaltungsräte werden dann entscheiden, ob Personalabbau in Frage kommt oder nicht und welcher der nächste Schritt ist“, schließt Ciuhandu.
373 Krankenhäuser sind dieses Jahr in lokale Hände übergegangen - etwa 85 Prozent der gesamten Krankenhäuser in Rumänien. Nur 62 medizinische Einrichtungen bleiben weiterhin unter der Trägerschaft des Gesundheitsministeriums. Das Vorhaben zielt darauf hin, dass das Gesundheitssystem in dieser Form den Bedürfnissen der Bevölkerung besser entgegen kommt.
Ana Saliste

Regierungsbeschluss für Altbausanierung

Auch diese Gebäude könnten auf der Sanierungsliste stehen.
Foto: Zoltán Pázmány


Fünf Millionen Euro gehen an Temeswar

Nach sechs Jahren Wartezeit für die Stadt an der Bega ist eine Entscheidung gefallen: Die rumänische Regierung hat beschlossen insgesamt fünf Millionen Euro für die Sanierung der Altbauten von Temeswar/Timisoara fließen zu lassen. Im Vorfeld des Beschlusses stand ein Abkommen zwischen der KfW (Kreditanstahlt für Wiederaufbau Deutschland) in Frankfurt am Main und dem rumänischen Finanzministerium und dem Bürgermeisteramt in Temeswar.
Das Regierungsbeschluss sieht vor, dass drei Millionen Euro von der Gesamtsumme ein Darlehen für den rumänischen Staat ist und der Rest von zwei Millionen Euro ist eine nicht rückzuzahlende Unterstützung für die Sanierung der historischen Denkmäler der Stadt. Das Projekt hat als direkte Nutznießer die Eigentümer der Gebäude, sowohl natürliche Personen, Unternehmen, als auch die Stadtverwaltung. Das Geld wird nicht direkt den Nutznießern zukommen, sondern in Form von Krediten den jeweiligen Immobilien zugeordnet. Laut Aurelia Junie, Leiterin der Direktion für Stadtentwicklung innerhalb des Temeswarer Bürgermeisteramtes, wird das Geld direkt den Baufirmen zugewiesen.
Die fünf Millionen Euro werden in den kommunalen Haushalt der Stadt fließen. Von den insgesamt 14.500 historischen Gebäuden in der Stadt, sollen laut Aurelia Junie etwa 250 saniert werden. Priorität für die Sanierung haben die Altbauten in der Innen-, Joseph- und in der Fabrikstadt. Das Hauptproblem dieser Gebäude ist die Fassade. Die Einwohner dieser Altbauten haben vorwiegend keine finanziellen Mittel zu sanieren.
Ein anderes Problem ist, dass wegen des langjährigen Wartens auf Finanzierung, der Vertrag der deutschen Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ) in diesem Jahr abgelaufen ist. „Die Sanierung sollte parallel mit der Beratung der GTZ laufen. Nun müssen wir eine Lösung finden, vielleicht die GTZ wieder beauftragen oder sogar eine andere Firma anstellen“, sagt Architektin Junie.
Der Antrag für eine finanzielle Unterstützung hat das Temeswarer Bürgermeisteramt schon im Jahr 2004 bei der rumänischen Regierung eingereicht. Als Beispiel diente damals die effiziente Sanierung in Hermannstadt/Sibiu. Das Bürgermeisteramt der siebenbürgischen Stadt und die GTZ leisteten eine gute Arbeit – so hatte Hermannstadt im Jahr 2007 als europäische Kulturhauptstadt gut erhaltene Altbausubstanz vorzuzeigen. Der Temeswarer Bürgermeister Gheorghe Ciuhandu möchte 2014 die Kandidatur für Temeswar - europäische Kulturhauptstadt 2021 einreichen. Die rumänische Regierung hat nun eingesehen, dass durch die Sanierung der Altbauten in Temeswar der Tourismus gefördert wird und dies soll auch eine zusätzliche Standortattraktion für die ausländische Investoren sein, heißt es in der Stadtverwaltung.
Andreea Oance

Automobilzulieferer mit Personalaufstockung




Call-Center: Derzeit gute Jobadresse. Archivfoto bei Netex in Temeswar realisiert
Foto: Zoltán Pázmány


Meiste Jobs jedoch im Call Center und im Einzelhandel
Von Siegfried Thiel

„Wir haben erneut Personal eingestellt und wollen uns auch demnächst weiter verstärken“, sagt Ernst Holzheimer, Werksleiter bei Eybl in Detta/Deta der Banater Zeitung. Das Unternehmen gehört zur deutschen Prevent-Gruppe und ist Zulieferer der Automobilindustrie. Von 400 auf mehr 600 hat das Unternehmen aus dem westrumänischen Verwaltungskreis in den letzten Wochen an Personal zugelegt. Call-Center, der Einzelhandel und die Pharmaindustrie stellen in diesen Zeiten das meiste Personal ein, schreibt die Presseagentur Mediafax. Allgemein sind neue Jobs auch im Bereich Outsourcing auf den Internetseiten zu finden - Vorwiegend Buchhalter, Fachleute für Inkasso-Büros und Projektmanager werden gesucht. Absolute Spitze bei Neueinstellungen im ersten Halbjahr 2010 ist jedoch ein Konzern aus der Automobilbranche. Und in Zeiten der Rezession, die oft an der Autoindustrie gemessen wird, mag das was heißen.

Kein Jubel, aber positiver Trend
„Es gibt Firmen, die bis Jahresende ihr Personal verdoppeln wollen“, sagt Corina Diaconu, Direktor der Firma für Personalvermittlung ABC Human Capital. „Im Falle von Supermarktketten werden sogar Hunderte von Mitarbeitern eingestellt, da neue Läden eröffnet werden“, setzt Corina Diaconu fort. „Im Bereich des Outsourcing besteht die Tendenz, Arbeitsprozesse aus anderen Ländern nach Rumänien zu verlagern“, sagt Olga Botusan, Manager für Personalfragen in der Europa-Divison von Genpact, die in ihren Rumänienniederlassungen in Bukarest und Klausenburg/Cluj 1.500 Mitarbeiter beschäftigt. Genpact wird in den kommenden Monaten ihr Personal in Rumänien um weitere einige Hundert Fachleute aufstocken. Etwa 80 Prozent kommen den Facharbeitern und dem mittleren Management zu, die restlichen 20 Prozent gehen ins gehobene Management. Von den neuen Mitarbeitern werden Sprachkenntnisse in Englisch, Deutsch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Portugiesisch oder Niederländisch gefordert, sagte Olga Botusan der rumänischen Tageszeitung Gândul gegenüber. Auch Oracle und HP wollen bis Jahresende einige Hundert neue Stellen besetzen.
Peter Hochmuth von der Mattig-Gruppe Temeswar sagte der Banater Zeitung: „Die Firmen kommen langsam aus der Deckung. Es ist zwar noch kein Grund zum Jubeln, aber immerhin ein positiver Trend“. Die Wirtschaft zieht nämlich wieder an, neue Firmen kommen auf den Markt, andere wollen Produkt- und Service-Palette erweitern.

Mit Ansprüchen und ohne Boni
Berater in Personalfragen haben erkannt, dass die Privatunternehmen in diesem Jahr die Löhne auf etwa dem gleichen Niveau wie im Vorjahr beibehalten haben. In der Wirtschaftskrise haben jedoch viele Konzerne auf die Vergabe von Boni verzichtet. „Boni gehören zu den wichtigsten Motivationsfaktoren der Mitarbeiter“, sagt Corina Diaconu. Diese seien jedoch in vielen Konzernen gestrichen worden, die Leistungen der Mitarbeiter werden jedoch auf dem gleichen Niveau wie im vergangenen Jahr erwartet, setzt Corina Diaconu von ABC Human Capital fort.
Um sich in Krisenzeiten leichter einen Job zu finden, müssen Bewerber in manchen Bereichen Erfahrung mitbringen, seriös sein und Stabilität für Job und Arbeitsplatz zeigen, wissen Personalchefs. Corina Diaconu fasst zusammen: Zur Zeit wird qualifiziertes Personal gesucht, das Erfahrung in gewissen Bereichen mitbringt. „Früher zogen die Unternehmen es vor, ihre Mitarbeiter einzustellen und auf Schulung zu schicken, heute wird großer Wert auf Erfahrung gelegt“. Heute schauen die Personalchefs besonders gut auf Stabilität bzw. Loyalität zum Arbeitgeber und auf einen gewissen Grad an Motivation. Die Unternehmen wollen schon wissen, ob sie auf einen Arbeitnehmer sowohl in fetten als auch in Krisenjahren bauen können.
Laut Internetseite für Jobangebote Myjob gehören die Automotive Division der deutschen Continental AG, Tip Top Food Industry Romania, UniCredit Tiriac Bank, UPC Romania und Arabesque zu den Arbeitgebern, die in den vergangenen Monaten in gehobenem Maße Personal einzustellen beabsichtigten. In der Zeitspanne Januar – Juni 2010 wurden vorwiegend Manager, Trainer und Handelsvertreter gesucht. Die meisten Jobs gab es in Bukarest, Temeswar/Timisoara, Klausenburg/Cluj, Konstanza/Constanta und Kronstadt/Brasov.

Banat: Continental nimmt die meisten
(links im Bild: Continental-Automotive: Seit zehn Jahren ein gefragter Arbeitgeber.)
Auf das Banat bezogen gab es in den meisten Unternehmen nur wenige freie Stellen zu besetzen – so die Auswertung der Daten der Suchmaschine Balaur.ro, die die 27 bedeutendsten Internetseiten durchsucht, und damit etwa Dreiviertel des Online-Jobangebotes in Rumänien auswertet. Die meisten offenen Stellen in den Verwaltungskreisen Arad, Karasch-Severin/Caras-Severin und Temesch/Timis stellte im ersten Halbjahr 2010 die Continental AG zur Verfügung. Sie besetzte in dieser Zeitspanne 76 offene Posten allein in der Automotive-Division im Kreis Temesch, weitere sechs kamen im Kreis Arad dazu. Außerdem kamen bei der ebenfalls zum Continental-Konzern gehörenden Contitech zwölf Fachleute in Temeswar unter. Den zweiten Platz unter den Konzernen mit Personalzuwachs im Banat belegte Adecco (23 im Kreis Temesch, acht in Arad) und an dritter Stelle liegt wieder ein Unternehmen mit deutschem Kapital: Hella Electronics besetzte insgesamt 28 Stellen, davon 22 im Kreis Temesch und weitere sechs im Kreis Karasch-Severin, wo Hella damit den Spitzenplatz einnimmt. Im Kreis Arad haben Alcatel Lucent und Adecco mit ihren je acht Neueinstellungen die ersten Plätze inne. Zweistellige Einstellungsquoten der gewerteten Konzerne gibt es demzufolge nur im Kreis Temesch: Continental Automotive wird gefolgt von Adecco (23), Hella (22), Camiline Consulting (21), Wipro Technologies (19), Siemens (18), Alcatel Lucent (14), Contitech (12) und Trw (10).
Die meisten Stellen, auf Bereiche orientiert, kamen aus dem Bereich Verkauf/Handel, wo in allen drei Verwaltungskreisen die meisten Stellen ausgeschrieben waren. Die darauf folgenden Sparten sind jedoch von Kreis zu Kreis unterschiedlich: Während im Raum Arad die weiteren Plätze das Ingenieurwesen, IT/Telekommunikation, Finanzwesen/Buchhaltung/Versicherungen einnehmen, sind im Banater Bergland (Karasch-Severin) der Bereich Finanzwesen/Buchhaltung/Versicherungen, der Produktionsbereich, die Sparte IT/Telekommunikation und die regional bedingte Sparte Tourismus/Restaurants/Catering hinter der Spitzenposition, dem Handel, zu finden. Im Kreis Temesch belegen IT/Telekommunikation, Ingenieurwesen, Finanzen/Buchhaltung/Versicherungen und Produktion die die Plätze 2-5.
Den Einstellungen und der Größe der Ortschaft gemäß, wurden die Stellenangebote in Reihenfolge der Annoncen in Temeswar (1.261), in Arad (467), in Reschitza (71) aufgegeben. Zweistellige Angebotsziffern weisen noch Lugosch/Lugoj (68), Karansebesch/Caransebes (56), Großsanktnikolaus/Sânnicolau Mare (16) und Hatzfeld/Jimbolia (13) auf.