Foto4: Heimkehr nach 18 Jahren. Die Mitglieder der Blaskapelle brauchten nur einen geringen Anlass, um wieder im Heimatort aufzuspielen.
Foto: Adrian ArdeleanBlaskapelle nach 18. Jahren wieder dabei
„Kirchweih, Kirchweih, Kirchweih“ hieß es Anfang August auf den Sanktannaer Straßen. Das schönste Kirchweihfest der letzten Jahre – so nannten die Sanktannaer die bereits 142-ste Kerweih, die vor Kurzem in der Arader Kleinstadt veranstaltet wurde. Traditionelle Volkslieder, das schon üblich gewordene Handballturnier, Volkstanz und viel gute Laune standen auch in diesem Jahr auf dem Veranstaltungsprogramm. Einzigartig beim diesjährigen Fest war aber die Beteiligung der Sanktannaer Blaskapelle, die nach 18 Jahren nun wieder in der alten Heimat aufspielte, denn die „Heimat ruft, ja“, so Anton Bleiziffer, Kulturbeauftragter der Heimatortsgemeinschaft Sanktanna, und ein richtiges Kirchweihfest, das kann man nur hier „zu Hause“ feiern. „Es ist so, dass einer der Musiker, seiner Tochter im letzten Jahr den Kirchweihstrauß ersteigert hatte. So haben sich seine Kollegen dazu bereit erklärt, das diesjährige Fest musikalisch zu begleiten“, sagt Johann Kerner, Vorsitzender des Vereins „Valores“, der mit dieser Blasmusik groß geworden ist. Zum Kirchweihball half auch Anton Müller aus Lahr, der Unterhalter der Blaskapelle, aus.
Handballturnier in Sanktanna
Aus diesem Anlass wurde auch die zweite Auflage des Handballturniers „Gebrüder-Metz-Trophäe“ veranstaltet. Das Turnier wird alljährlich einen Tag vor der Kirchweih ausgetragen. „Diese Auflage war besser als die Vorherige, weil in der dritten Mannschaft, die aus Deutschland kommt und unter dem Namen der HOG Sanktanna spielt, deutlich bessere Spieler hergekommen sind. Obwohl sie auch diesmal gegen die anderen Mannschaften, ´Unirea Sanktanna´ bzw. ´CSS Avram Iancu Arad´, verloren haben, haben sie in diesem Jahr viel besser gespielt “, sagt Josef Höniges, Hauptveranstalter von „Gebrüder-Metz-Trophäe“. Der Pokal ist auch in diesem Jahr an die „Avram Iancu“-Mannschaft gegangen. Die Arader Mannschaft hat den Wanderpokal bereits zum zweiten Mal gewonnen. Werden sie Sieger auch im nächsten Jahr, so darf die Mannschaft den Pokal behalten. Denn die Regel lautet: „Wenn eine Mannschaft den Pokal dreimal gewinnt, dann bleibt er in ihrem Besitz“, so Höniges. Der Veranstalter weist, trotz Niederlagen, noch viel Optimismus auf: „Wir hoffen sehr, dass die Auszeichnung im nächsten Jahr nach Deutschland geht oder in Sanktanna bleibt“, setzt er fort.
Karl Zirmer feierte sein 25. Priesterjubiläum
Die diesjährige Kirchweih war um so spezieller, da der ehemalige Ortspfarrer Karl Zirmer sein 25. Priesterjubiläum feierte. Das erste Kirchweihpaar bildeten Antonia Faulhaber aus Ingolstadt und Josef Höniges aus Sanktanna. In weißen Hemden und roten Westen marschierten die Mitglieder der Blaskapelle durch die Stadt. Auch eine Versteigerung der Sträuße und eines Kirchweih-Hutes sowie Verlosen von Tuch und Hut standen auf dem Programm.
Hauptveranstalter des Kirchweihfestes waren das Deutsche Forum, der Kirchenrat und die „St. Anna“-Schule mit Unterstützung der Heimatortsgemeinschaft Sanktanna. Die Ortskirche ist der Heiligen Mutter Anna geweiht. Das Fest der Kirche fand am 1. August statt.
„Das Organisieren des Kirchweihfestes ist keine schwierige Sache. Wir haben sehr viele Leute, die uns dabei unterstützen und auch ein gut eingespieltes Team. Es macht einfach Spaß, das Ganze zu organisieren“, sagt Martin Reinholz, Vorsitzender des Deutschen Forums Sanktanna, der auch die Texte für die Kerweih-Sprüche schreibt. „Bis zur 142. Kirchweih habe ich gedacht, ich werde immer älter. Beim Fest ist mir aber anders gegangen“, fügt er noch lächelnd hinzu. Viele ehemalige Sanktannaer kehrten aus dem Anlass des Festes für ein paar Tage in ihre alte Heimat zurück, um zusammen zu feiern.
Kulturhaus soll saniert werden
Für das nächste Jahr planen die Veranstalter das „Lambert Steiner“-Kulturhaus zu sanieren. Die Einrichtung soll künftig mehr in den Blickpunkt rücken. „Es sieht so aus, dass wir in den Besitz des Bauernvereinshauses kommen. Es geht um das aktuelle „Lambert Steiner“-Kulturhaus, das leider in einem sehr schlechten Zustand ist. Wir hoffen, dass wir es bis zur 143. Kirchweih ein bißchen auf Vordermann bringen können“, so Martin Reinholz.
„Für mich ist jedes Kirchweihfest etwas besonderes. Denn es ist jedes Jahr zwar dasselbe, aber immer mit anderen Gesichtern und auch anderer Musik. Das ist das wichtigste und das schönste und darauf freuen sich die Leute am meisten, denn es geht um die traditionelle Musik, die man in den Ohren hat, noch von Jahrzehnten her. Ich denke, das überragt alles. Das Neue ist auch, dass viele Kinder schon mitmachen. Das Kleinste ist noch keine drei Jahre alt. Früher war es undenkbar, aber heute ist es selbstverständlich und ich hoffe es geht noch lange so“, schließt Anton Bleiziffer, Kulturbeauftragter der Heimatortsgemeinschaft Sanktanna.
Ana Saliste, nach einer Aufzeichnung des Rundfunkreporters Adi Ardelean von Radio Temeswar.