Dienstag, 16. Juni 2009

Universitätsrektoren zu Gast in Temeswar



Vertrag zu Konsortium: nach 13 Jahren unterschrieben


Temeswar - Vertreter der vier größten Universitäten in Rumänien trafen sich am Wochenende in Temeswar/Timisoara, um das Konsortium „Universitaria“ gesetzlich abzustimmen. Das Abkommen zwischen den Universitäten aus Jassy/Iasi, Klausenburg/Cluj-Napoca, Bukarest und Temeswar wurde bereits 1996 geschlossen, doch damals ohne juristischen Hintergrund. Nun beschlossen die Spitzen der Bukarester Universität, der „Babeş-Bolyai“-Universität Klausenburg, der „Alexandru Ioan Cuza"-Uni in Jassy und der West-Universität Temeswar die notariell beglaubigte Urkunde zu unterschreiben; somit kann das Konsortium für die Verbesserung der Universitätsreform legal eingesetzt werden. „Heute ist offiziell das Eliteviereck der rumänischen Universitäten zustande gekommen. Dessen Zweck ist, dem Neuaufbau des Universitätswesens zu dienen“, sagte Ioan Talpos, Rektor der Temeswarer West-Uni.



An der West-Universität in Temeswar: Vertreter der vier rumänischen Elite-Universitäten unterschrieben den Vertrag zum Konsortium „Universitaria“.

Foto: Zoltán Pázmány

Auf der Tagesordnung der Begegnung standen auch Gespräche bezüglich des universitären Lehrwesens. Themen wie die Universitätsreform oder Fragen bezüglich des Lehrprogramms an den Unis, der Forschung in den Universitäten, der Doktorstudien, des Long-Life-Learnings und der Finanzierung in Zeiten der Krise wurden innerhalb des Treffens besprochen. Gleichzeitig wurden auch die Prämissen der Erweiterung des Konsortiums diskutiert. In Pole-Position befindet sich die Akademie für Wirtschaftswissenschaften Bukarest, aber auch die Technischen Universitäten aus Temeswar und Craiova.


Ab diesem Herbst wird eine neue Zusammenarbeit zwischen den vier Universitäten umgesetzt. Eine Studentengruppe aus den jeweiligen Universitäten kann ein Semester an einer der vier Unis studieren. Genauso können die besten Professoren in einem Bereich abwechselnd bei den Master- bzw. Dokotorstudiengängen dieser Universitäten unterrichten.

Andreea Oance

Messe für Kunsthandwerk – viele Berufe der Vergangenheit

Könner aus vielen Landesteilen beim Arader Treffen dabei
Ana Saliste

Kunst, Volkskunst und Nostalgie stehen fast auf dem gleichen Level, wenn sich Kunsthandwerker auf der einschlägigen Messe in Arad zeigen. Für sie ist es eine Gelegenheit, sich zu zeigen, etwas Geld zu verdienen – alles auch mit einem Funken Hoffnung, dass sich das Aussterben des Berufes noch ein wenig hinauszögert.


Sie sind alt und museal, die Muster, nach denen Petre Crisan seine Hüte näht. Er selbst bewegt sich jugendhaft zwischen seinen Schablonen und Materialien hin und her. Wenn sich die Kunden bei verschiedenen Festivals an seinem Stand in Arad oder in seiner Werkstatt in Pankota/Pâncota, Kreis Arad, umsehen, so stellt er gleich drei bis fünf Hutformen vor. Kleinere, mit bunten Mustern für Kinder, runde Hüte für Damen und ovalförmige für Männer. Für jedes Modell gibt es auch entsprechende Größen. Crisan weiß schon beim ersten Blick eines Kunden, was für eine Größe dieser trägt.

Petre Crisan bearbeitet seine Strohhüte so, wie dies sonst kein anderer mehr im Kreis Arad macht. Er ist praktisch der letzte seiner Zunft: Ein Hutmacher, der „mit diesem Beruf geboren wurde“, wie er zu sagen pflegt. Den Beruf hat er von seinen Eltern erlernt. Als Kind stand er stundenlang an der Seite seines Vaters und beobachtete all seine Bewegungen. Die künstlerische Ader hat er jedoch von seiner Mutter geerbt.

Vor Jahren gab es noch mehr Kunden. Nun sind es nur noch Bekannte, die in seiner Werkstatt in Pankota jährlich einen neuen Hut – hauptsächlich für Sonnenschutz – suchen. „Dieser Beruf wird nach mir ganz bestimmt aussterben, leider“, sagt der 59-Jährige seufzend. Die Preise sind recht niedrig - schon durch die geringe Nachfrage bedingt. 10 bis 25 Lei verlangt der Hutmacher für eine Kopfbedeckung, abhängig von Form und Modell.

Das Material – Holzfasern, verflochten mit Stroh - kauft er nur aus einem Atelier in Covasna. Denn nur dort sei das Holz so dünn geschnitten, um daraus einen Hut machen zu können, so Crisan. Jedes Stück formt er nach verschiedenen Mustern um. Dazu wird noch ein Modell aus Baumwolle am Rande des Hutes genäht. Zuletzt wird die Kopfbedeckung mit einer speziellen Maschine gebügelt. „Meine Hüte sind ökologisch. Sie bestehen nur aus Holz und Stroh“, sagt Petre Crisan lächelnd. Eigentlich war er Rumänischlehrer von Beruf, hat aber parallel auch in der Werkstatt seiner Eltern gearbeitet. Damals brauchte er eine Stunde, um einen Hut fehlerfrei zu nähen. Nun fertigt er eine Kopfbedeckung in ungefähr zehn Minuten an. Am meisten aber dauert das Bügeln. Da muss er aufpassen, dass der Hut sorgfältig gebügelt wird. „Es ist schon eine Kunst, fehlerfrei zu bügeln. Die Maschine und die Mustern sind über 60 Jahre alt“, erklärt Crisan.


Petre Crisan fertigt zahlreiche Hüte aus Holz und Stroh.


Arbeit aus Liebe zur Tradition

Elena Has trägt große Brillen, wenn sie an den verzierten Eiern arbeitet. Hauptsächlich nur morgens, weil dann auch das Licht besser und sie ganz munter ist. Die Hände dürfen nicht zittern, wenn sie das Eiweiß und den Eidotter mit einer Spritze sorgfältig aus dem Ei herauszieht. Dazu braucht sie Ruhe und Geduld. Sie muss die bunten Perlchen der Reihe nach an die Eischale, nach einem bestimmten Modell festkleben. Auch bunte Schmuckstücke, Armbänder und Halsketten in verschiedenen Größen und Farben fertigt die gebürtige Araderin. Die Technik hat sie von ihrer Großmutter erlernt, die zu jedem Feiertag solche Schmuckstücke stolz in der Kirche trug. Ungefähr vier Stunden braucht sie für eine Halskette, jedoch einen halben Tag, um ein Ei zu verzieren. Danach muss sie unbedingt eine Pause einlegen. „Die Augen werden leicht müde in meinem Alter“, sagt die 50-Jährige. Die bunten Perlchen werden in einer bestimmten Art und Weise auf eine Nylonschnur gereiht. Sternchen und Blumen sind ihre Lieblingsmotive. Rund 10 Lei kostet eine Halskette, 5 Lei ein Armband. Für ein Ei muss man rund 20 Lei begleichen, denn es steckt viel Arbeit dahinter. „Reich wird man davon ganz bestimmt nicht. Es ist aber eine rumänische Tradition, die ich, solange ich kann, weiter pflegen will“, sagt Elena Has. Ihren eigenen Laden hat die Rentnerin nicht, sie verkauft ihre Ware hauptsächlich auf verschiedenen Veranstaltungen und Festivals, die im Kreis Arad und in der Umgebung stattfinden. Ausländer, die solche Eier mit Rumänien assoziieren, zählen zu ihren besten Kunden.



Mit Perlchen verzierte Eier – eine Attraktion für Ausländer


Adrian Negoita malt Ikonen auf Steine

Ein bemalter Stein für mehr als 100 Lei das Stück? Das zahlt die Kundschaft von Adrian Negoita aus Strehaia gern für eine orthodoxe Ikone in Miniatur. Die Handfertigkeit des jungen Künstlers zahlt sich aus: Seine Kundschaft ist landesweit verstreut, auch Preise hat der 26-Jährige schon eingeheimst.

Adrian Negoita sitzt auf einem kleinen Stuhl, gebeugt über einen Tisch mit vielen Malfarben und Pinseln an seiner Seite. In der Hand hält er eine Lupe, um besser zu sehen und das Werk von zwei Tagen Arbeit zu vollenden: das Bild der Heiligen Maria auf einem kleinen Stein. Ab und zu wirft er noch einen Blick auf ein geöffnetes Buch mit religiösen Motiven, das neben ihm liegt. „Man muss die Heiligen in bestimmten Farben malen, denn jedem entspricht eine bestimmte Kleidung, ein bestimmtes Zitat.“

Adrian faszinieren alle religiösen Motive, im Leben wie in seinem Werk. Der 26-Jährige hat es mit religiösen Gemälden auf Holz, Steinen, Glas sowie auf Nußschale zu einem der besten Maler seiner Generation geschafft. Dass ihm diese Arbeit auch Geld einbringen wird, davon ist der junge Maler überzeugt: „Fachleute und Sammler interessieren sich schon für meine Werke und auch gläubige Leute, die ein besonderes Geschenk aussuchen, zeigen Interesse. Geld ist für mich keine Priorität. Malen ist das, was ich am besten kann und auch will“, sagt er.

Adrian Negoita hat die Malereiabteilung an der Temeswarer Kunsthochschule abgeschlossen und arbeitet zurzeit in seiner eigenen Werkstatt in Temeswar/Timisoara. Schon mit 13 Jahren fing er an, auf alles, was ihm in die Hand fiel, zu malen. So kam er dazu, auch auf Nuss- und Eischalen sowie auf Holzreste zu kritzeln. „Ich finde, ich habe recht spät mit der Malerei angefangen“, sagt Adrian Negoita, der aus einer Künstlerfamilie stammt. Am besten malt er auf Lindenholz und auf Steinen, die aber sorgfältig gereinigt und geschleift werden müssen. „Lindenholz ist die beste Holzart, weil sie sich nicht so leicht verformt“, erklärt er. Durch Kochen wird zuerst der Holzsaft entfernt, danach wird das Holzstück in einen dünnen, farblosen Stoff eingewickelt, auf den er dann malt. Die verschiedenen Mal- sowie Bearbeitungstechniken hat er sowohl von seinem Vater, als auch aus Büchern und im Internet gelernt. Rund 3.000 Kunstalben sind in seiner Bibliothek zu finden. Für die religiösen Motive inspiriert er sich aus den Büchern mit kanonischen Modellen, die die Orthodoxe Kirche selbst verwendet. „Man braucht aber unbedingt Berufung, um so was zu malen. Ich fühlte mich schon als Kind von der Religion angezogen. Deshalb fällt es mir jetzt auch leicht, solche Motive zu malen“, sagt Negoita, der hauptsächlich abends und nachts am besten malen kann. „Nachts kann ich besser nachdenken und auch beten“, sagt der Künstler. Was die Steine angeht – diese sucht sich der Künstler selbst aus. „Die Steine, die ich am Flussufer finde, sind die besten, weil sie nicht so glatt sind“, sagt Negoita.



Adrian Negoita malt religiöse Motive auf Lindenholz und Steine.


Ein Leben mit Tonerde zwischen den Fingern

Petru Bogda hat rauhe Hände. Sein Leben lang hat er mit Tonerde gearbeitet und zahlreiche Geschirrformen hergestellt. Ein wenig müde blickt er schon, wenn er über seine Arbeit spricht. Dass sich jetzt nicht mehr so viele Kunden für seine Produkte interessieren, wie früher – daran hat sich der 60-Jährige schon gewöhnt. „Früher haben die Landsleute nur mit Tongeschirr gearbeitet. Jetzt ist es nicht mehr so“, sagt der aus Obârsa, Kreis Hunedoara, stammende Handwerker, der den Beruf von seinen Großeltern „geerbt“ hat. Dazu hat er zu Hause auch einen Brennofen, wo die Tonerde rund vier Stunden lang gebrannt werden muss. Der schönste Teil seiner Arbeit ist - findet er - das Mischen der Tonerde mit Wasser. Das Geschirr bemalt er nur noch mit speziellen Farben und Pinseln, die er ebenfalls von seinen Eltern geerbt hat. Auch nach jahrelanger Arbeit, findet er seinen Beruf nicht langweilig. „Leider kann ich ihn niemandem mehr beibringen“, sagt der Handwerker resigniert. Die Kinder und Enkelkinder sind schon seit Jahren in die Stadt gezogen und haben keine Zeit mehr, die Tricks des Handwerks zu erlernen. „Die Kinder spielen noch ab und zu mit Tonerde, aber nur so viel. Der Beruf wird womöglich aussterben“, schließt der Handwerker traurig.

Die Woche im Überblick

Economic Mix Media im Regionalen Geschäftszentrum


Die Temeswarer Industrie- und Handelskammer veranstaltet morgen und übermorgen zum fünften Mal in Folge die rumänisch-serbische Begegnung „Economic Mix Media – Der Tag der Offenen Tore“. Morgen um 18 Uhr wird auf der Sportanlage Meteor Klub (Ion-Slavici-Straße Nr. 115) ein Fußballspiel zwischen Medien- und Firmenvertretern aus Rumänien und Serbien bestritten. Am Freitag findet im Regionalen Geschäftszentrum CRAFT eine Mini-Messe von Medienprodukten statt. Auch die ADZ/BZ wird zwischen 10 und 14 Uhr dabei sein. Im Europa-Saal des CRAFT sind von 10 bis 13 Uhr Diskussionen über EU-Programme für Medien geplant.


Letzte Premiere der DSTT-Spielzeit 2008/2009

Das Deutsche Staatstheater Temeswar (DSTT) bietet zum Abschluss der Spielzeit 2008/2009 die Premiere „Wir haben alle die gleiche Geschichte“ von Dario Fo und Franca Rame. Das Eine-Frau-Stück gespielt von Olga Török wird am Sonntag, dem 21. Juni, um 19 Uhr im Studiosaal des Ungarischen Csiky-Gergely-Staatstheaters aufgeführt. Die Satire erzählt die Geschichte einer jungen Frau – angefangen vom Beischlaf mit ihrem Partner über die Geburt eines Kindes bis hin zur wirklichen Annahme ihrer selbst und des kleinen Wesens. Für die Ausstattung zeichnet Vasile Iscru, die künstlerische Leitung übernahm Enikö Benczö nach einem Konzept von Silvia Török. Karten und Reservierungen sind an der Theaterkasse in der Alba-Iulia-Straße 2 (Di, Do, Sa: 10 – 13 Uhr, Mi, Fr: 10 – 13 und 17 – 19 Uhr) erhältlich. Die Abendkasse öffnet eine Stunde vor Vorstellungsbeginn.


Cristescu-Brüder weithen Arsenal Park in Broos ein

Die Temeswarer Geschäftsleute Emil und Marius Cristescu, Inhaber der Bega Group, weihten am Wochenende eine in Europa einzigartige Freizeitanlage in Broos/Or²{tie ein. Arsenal Park Transilvania bietet seinen Gästen Übernachtungsmöglichkeiten der besonderen Art: Sie können im Amphibienfahrzeug oder im Bunker übernachten, Geländefahrzeuge fahren sowie verschiedene Sportarten treiben. Die Investition im Wert von 20 Millionen Euro befindet sich auf dem 80 Hektar großen Grundstück der ehemaligen Munitionsfabrik Rompiro.


Bega Boulevard: Entenrennen zu Wohltätigkeitszwecken

Zu karitativen Zwecken werden auch in diesem Jahr ein paar Tausend Entchen auf dem Bega-Kanal schwimmen. Das zweite Bega-Boulevard-Festival, das am Wochenende in Temeswar stattfindet, hat als Hauptattraktion (Sonntag, 17 Uhr) ein Rennen, zu dem 10.000 Plastikentchen „erwartet“ werden. Die Entchen können diese Woche für fünf Lei das Stück im Tourismusinformationsbüro an der Alba-Iulia-Straße und in der Iulius Mall adoptiert werden. Von dem Geld, das dadurch eingesammelt wird, soll die Einrichtung einer mobilen Arztpraxis finanziert werden. Bega-Boulevard wird vom Bürgermeisteramt Temeswar in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit, dem Konsulat Deutschlands in Temeswar und dem Rotary- und Rotaract-Verein organisiert. Vor dem Hauptentchenrennen wird ein Entenrennen der Sponsoren organisiert: Für 1.000 Lei das Stück können die Firmen mit einer Ente in den Wettbewerb eintreten.


Temeswarer Frauenfußballverein gewinnt Rumänien-Pokal

Sie brachten den Rumänien-Pokal nach Hause: Die Frauen von Ripensia Temeswar erkämpften sich am Wochenende den Sieg gegen CS Târgovi{te. Das Spiel fand in Târgu Jiu, nur ein paar Stunden vor dem Herren-Finale zwischen CFR Klausenburg und FC Temeswar, statt. Die Temeswarerinnen siegten souverän mit 4:0. Die Tore erzielten Buza (48), Cojocaru (63), Pa{ca (77) und Amza (84).


Raluca Nelepcu

Budapest: in memoriam Peter Jecza

Die schönsten Skulpturen werden ausgestellt


as. Temeswar – Eine Bildhauereiausstellung in memoriam Peter Jecza (1939 - 2009) wurde vor Kurzem in der Kunstgalerie Zikkurat in Budapest (Bajor Gizi Park, 11095 Budapest) eröffnet. Die Schau ist bis Ende September zu besichtigen und umfasst rund 50 Werke aus der ganzen Schaffenszeit des berühmten Bildhauers. Skulpturen aus Holz und Bronze werden vier Monate lang in der ungarischen Hauptstadt zu sehen sein. Die Ausstellung steht unter dem Motto „Glanz“ („Str²luciri“) und umfasst auch die ersten Werke des Künstlers: „Meditation“ (1980), „Dantisches Universum“ (1978) und „Die Mauer“ (1988). Eine Räumlichkeit in der ungarischen Kunstgalerie ist auch der Schaffenszeit „Die Spiegel“ gewidmet. Es ist die umfangreichste Ausstellung von Peter Jecza in Budapest. Hauptveranstalter der Ausstellung ist das rumänische Kulturinstitut in Budapest. Die Kunstgalerie ist von Montag bis Samstag zwischen 13 und 19 Uhr geöffnet. Die Vernissage der Ausstellung fand bereits Mitte Juni statt.

Der in Sfântu Gheorghe geborene Künstler Peter Jecza ist Anfang des Jahres an Lungenkrebs gestorben. Der Bildhauer hat rund 1500 Skulpturen geschaffen, in allen Ecken der Welt ausgestellt und wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Zugleich hat Peter Jecza zusammen mit seiner Frau Sorina Jecza die Triade-Kulturstiftung gegründet, die junge Künstler fördert. Jecza, der über 40 Jahre an der Temeswarer Kunsthochschule unterrichtete, wäre im Oktober diesen Jahres 70 Jahre alt geworden. Der Künstler plante eine große Ausstellung zu seinem diesjährigen Geburtstag. Diese soll von der Triade-Stiftung im Herbst veranstaltet werden.


Peter Jecza neben einer seiner ersten Skulpturen - „Der Flug“

Foto: Zoltán Pázmány

Was Hobby-Mechanikern Flügel verleiht


Der Käfer – kein altes Auto, sondern ein Juwel

Andreea Oance


Klein, zart, aber auch ein wenig lustig – ein Käferchen, das gute Laune und manchmal auch Flügel verleiht. Das wissen die VW-Liebhaber ganz bestimmt, denn im Schatten der Nachkriegszeit ist der VW-Käfer - das erfolgreichste und beliebteste Automobil der Welt - entstanden.

Witzig und attraktiv rollten vor kurzem etwa 50 VW-Käfer durch die Straßen von Temeswar/Timisoara. „Die Käfer sind keine alten Autos, sondern wahre Juwelen!“ Um diese Aussage zu verstärken, kamen auch VW-Beetle-Liebhaber aus dem Ausland nach Rumänien. Dies anlässlich der Jahresbegegnung der VW-Käfer-Besitzer in Westrumänien, die zum dritten Mal vom VW-Käfer-Verein in Temeswar veranstaltet wurde. Bunt, gut erhalten und gepflegt sahen die Autos auf dem Parkplatz der Temeswarer Iulius Mall. Wie echte Models posierten sie da.


Im Käfer aufgewachsen

Die Käfer sind auch für den 25-jährigen Andrei Dobromir „wahre Juwelen“. Er ist es, der Ende des Jahres 2007 den VW Käfer-Verein in Temeswar ins Leben gerufen hat. „Ich bin eigentlich in so einem Käfer aufgewachsen“, sagt Andrei Dobromir.

Er erinnert sich, wie seine Leidenschaft für den VW-Oldtimer begonnen hat. Als er 16 Jahre alt war, dachte er sich während des Sommers, dass er das „alte Auto“ wieder beleben könnte. „Das Familienerbe“, wie es Andrei Dobromir nennt, ein VW-Käfer 1200 aus dem Jahre 1966, stand schon seit einigen Jahren unbenutzt da. Andreis Augen leuchten, wenn er über sein erstes Auto spricht. „Alles hat aus Spaß begonnen. Doch ich habe nicht aufgehört, bis ich das Auto nicht endlich wieder auf die Räder gestellt habe. Zwei Jahre lang hat es gedauert, bis der Käfer wieder fahren konnte“, sagt der Oldtimer-Freak.



Ivan Bogdanov (links) und Andrei Dobromir beim Käfer-Treffen in Wolfsburg

Das erste VW-Käfer-Treffen, an dem er teilnahm, fand 2005 in Hermannstadt/Sibiu statt. Mehrere solche Begegnungen werden in Rumänien, aber auch im Ausland veranstaltet. Die bekanntesten Treffen der Käfer-Liebhaber finden jährlich in Bukarest, Törzburg/Bran oder Baia-Mare statt.

Der VW-Verein soll das Image des klassischen Autos fördern. Die Begegnungen, die der lokale Club organisiert, bringen Oldtimer-Begeisterte aus dem In- und Ausland in Temeswar zusammen. Meistens drei Tage lang. Die Begegnung in Westrumänien war landesweit die erste dieser Art, die dieses Jahr organisiert wurde. Zu den Treffen fahren nicht nur VW-Käfer, sondern unterschiedliche VW-Oldtimer.


Der „Van“ – des Käfers großer Bruder

Der große Bruder des Käfers, der VW-Bus, machte ebenfalls glänzende Karriere im Laufe der Zeit. Der erste „Van“ der Welt hat sich bis heute über zehn Millionen Mal verkauft. Einen solchen „Campingwagen“ besitzt auch Andrei Dobromir. Seit November 2006 hat er damit etwa 45.000 Kilometer zurückgelegt.

Im vergangenen Sommer unternahm er eine Europatour – mehrere Käfer-Treffen in den europäischen Großstädten waren sein Ziel. In diesem Sommer hat er sich wieder einmal auf den Weg gemacht. Vor zwei Tagen ist er mit seinem „Campingbus“ losgefahren: Holland, Belgien, Spanien, Portugal und sogar Marokko stehen in diesem Jahr auf dem Reiseplan. „Diese Europareise ist eigentlich nur die Aufwärmung für eine Weltreise, die ich für das kommende Jahr vorbereite“, schließt Andrei Dobromir.


Käfer fahren – ein einzigartiges Gefühl

Auch Ivan Bogdanov wurde ganz leicht von der Oldtimer-Leidenschaft gefesselt. Sein Freund Andrei Dobromir hatte wohl auch damit zu tun. 2004 kaufte der ehemalige Lenauschüler einen Käfer für einige hundert Euro. „Mein Käfer besteht eigentlich aus zwei. Das Fahrgestell ist aus dem Jahr 1966 und der Aufbau aus dem Jahr 1963 – aber alles legal“, erklärt Ivan Bogdanov. Die unerfahrenen Automechaniker haben ihm den originellen Aufbau zerstört. Die Instandsetzung seines „Käfers“ dauerte bei ihm ebenfalls zwei Jahre.


Stolzer Käfer-Besitzer: Ivan Bogdanov (24) mit seiner Freundin Claudia (25)
Fotos: privat

Zusammen mit seinem Freund Andrei arbeitete er an dem Auto. „Ich wusste damals nichts über Käfer. Nicht einmal Werkzeuge hatten wir. Mit der Zeit aber haben wir alles Schritt für Schritt gelernt“, sagt der 24-Jährige. Einige Tausend Euro hat Ivan inzwischen in seinen Käfer investiert.

„Mein Auto ist nicht mehr das originellste“, gibt er zu, „doch es wurde dezent verändert“. Zusammen haben sie an allen Käfer-Treffen in Temeswar teilgenommen, auch, weil Ivan Bogdanov aktiv im Verein tätig ist. „Das Gefühl, das du hast, wenn du einen Käfer fährst, ist einzigartig. Das kann mit nichts auf dieser Welt verglichen werden“, schließt Ivan Bogdanov.

Mir wille nit zruckstehn!


Ach die Bogaroscher Tracht kann sich brieste


Ich han eich jo schun vun dem Martina verzählt, des wu mit de zwaa Singer-Buwe ufmaschiert is bei de Heimattäch. Un sei Oma hat wille, dass e neijes Stripphimit (so git bei uns in Bogarosch iwers weissi Himit bei der Tracht gsaat) noh ihrem eigene vun vor 40 oder noch meh Johre nohgenäht gin soll, weil die Ärm, die misse jo in Falte gerafft gin. Die Schneiderin is gfunn gin, die wu sich dere Sach anholle hat wille. Doch die Oma is in ihre eigenes Himit nit ninkumm. Do hat die Goda (der Oma ihre Schwester), die was noch meh spirenzlich is, misse aushelfe, des Himit iwerstrippe un Modell stehn. Es hat a alles geklappt – bis die Reih dran kumm is, die Falte zu raffe.

Weil immer gsaat git: es is e Unerschied zwischer Theorie un Praxis – ihr sollt wisse, des is wohr. Theoretisch sin die Helga-Oma, die Goda un a ich oft schwowisch angezoo gin. Mir ware selmols jung un han nor druf owacht gin, dass mer scheen ausschaue selle. Un nit, wie die Tracht eigentlich hergericht git. Un so han mer alli drei do gstann un berotschlacht: mit was raffe mer in Falte? Weil Stecke han mer jo kenni ghat. Wievill Wasser brauch mer un wievill Zucker kummt nin? Weil in Falte gerafft is bei uns immer nor mit Zuckerwasser gin.

Jeder hat sei Phefferkheere ningeworf. Un zuguterletscht hat die Oma sich leenich an die Arweit gemacht. De Kochlefflstiel, des war ihre Stecke. Un mit dem Zuckerwasser hat se een, zwaamol prowiert. Un hat angfangt zu raffe. Wie alli zwaa Ärm gerafft ware, es hat ihre nit gfall. Des Stripphimit is gewäscht gin, die Prozedur is vun vore angang. Un so is es e Wuch lang gang – bis alles noh dere Oma ihrem Gschmack war.

Was rauskumm is, des gsieht der uf de Bilder! Un sogar es Martina war zufriede. Wies sich derhem gspiegelt un vun alli Seite angschaut hat, studierts e Weil un ment ufmol: „Ja weescht was Oma? Ich saa der, ich schau prima aus. Un werscht mol gsiehn, es näkschti Mol wer ich gleich mit drei Buwe ufmarschiere!“ (ha)


Alles sitzt: die in Falte geraffte Ärm am Stripphimit, de Spingelsknopp, die Frisur, Ohrhängle….

un bis in zwaa Johr, wann wieder Heimattäch sin, kriet es Martina a e in Falte geraffte Owerrock

Bilder: Zoltán Pázmány

Wo(s) sein ti Patuli?

Mei Omama hat mir nit tes Schowische beibracht. Aso seits ma nit bös, wenn ich ta nit richtig schreiw. Tes Patuli is a schwowisches Wert, tes ih zu mei Kindzeit erfunda hab. Wissts ma wos tes bedeut? Nit? Tan schämts eich un ih erzähl eich a lustich Gschicht.

Mei Omama hat mih ufzoha. Mih gwascht, gfuttert. Gutes Essn hat si mir gmacht. All wos ti Schwowen so zamwurschtln. Un ach ti Patuli.

Als ih an ein Nachmittach aus tem Schlaf ufgwacht bin, hat ih hunga ghabt. Da bin ih zu mei Omama hinlaufa un hab gsagt:

„Omama ich hab hunger. Gibst mir noch Patuli.“

„Was für Patuli? Ich hab keine Patuli“, hat si gsagt.

„Wie nicht. Die sind in der Speiß.“

„Na wenn die in der Speiß sind, dann geh und hol sie dir. Ich hab aber keine Patuli mehr.“

Ih bin in ti Speiß ganga un hab ten Topf mit ten Patuli bracht un mei Omama traurich gsagt: „Schau da sind die Patuli. Tu hast mich angelogen!“

„Hab ich nicht. Ich wusste nur nicht, dass du die Bratkartoffeln mit deinen Patuli meinst.“

Tem Siegfried Thiel sei Lugoscher Tschibeß/ Schmäkerasch