Mittwoch, 22. Juli 2009

Elena Undrea mit Buh-Rufen in Wolfsberg empfangen

Mehr Touristen, jedoch weniger Beifall beim 13. Jazzfestival/ Von Ana Saliste


Das dreizehnte Jazzfestival in Wolfsberg hat am Wochenende Tausende Besucher in der 850 Meter hoch liegenden Ortschaft Wolfsberg, rund 30 Kilometer von Reschitza entfernt, gelockt. Auch dieses Jahr setzten die Veranstalter Marius Giura und die Temeswarer Kulturstiftung „Jazz Banat“ auf eine gesunde Mischung aus internationalen Künstlern und lokalen Größen - drei Bands aus Norwegen waren beim Festival dabei. „Viele werden sagen, dass ich wieder zu viel auf norwegischen Jazz setze, aber die sind die Besten in diesem Bereich. In Norwegen wird der Jazz am meisten gefördert“, sagt Marius Giura, Hauptveranstalter und Vorsitzender der Stiftung „Jazz Banat“. Zwölf Jazzgruppen aus dem In- und Ausland haben in diesem Jahr mitgemacht, aber das diesjährige Festival konnte den Erfolg der vergangenen Auflage nicht wiederholen. Am Freitagabend räumten die Musikgruppen nur wenig Beifall ein. Zwar standen am Samstag große Namen auf dem Programm, so wurde die Konzertreihe wegen des Gewitters und des Regens unterbrochen. Highlight des Festivals waren John Abercrombie, der jedoch nur knapp eine Stunde auf der Bühne stand und die Musikband Trigon, die am Sonntag ein Konzert abhielt.


Tourismusministerin Elena Udrea, die am zweiten Abend des Festivals eintraf, wurde mit Buh-Rufen empfangen und musste das Festival durch den Seitenausgang verlassen. Udrea gibt zu, nicht viel vom Jazz zu verstehen: „Ich bewundere hier viel mehr die große Anzahl an Touristen, in Sachen Jazz kenne ich mich nicht aus“, sagte die Ministerin. Diese versprach, dass das Tourismusministerium, das bisher kein Geld für das Event gesichert hat, das Festival in den nächsten Jahren finanziell unterstützen wird. „Wir werden versuchen, auch mit Geld beizusteuern, denn ich kann mir vorstellen: Es ist ein großer Aufwand, dieses Event zu veranstalten“, sagte Udrea. Die Wirtschaftskrise ließ sich in diesem Jahr auch beim Jazzfest spüren. „Es war sehr schwer, Sponsoren zu finden. Diese haben viel weniger Geld als in den vergangenen Jahren gespendet und es ist uns kaum gelungen, die Künstler zu bezahlen“, sagt Cristina Giura, Veranstalterin des Events.


Tourismusministerin Elena Udrea unterhielt sich mit Marius Giura (rechts) beim 13. Jazzfestival in Wolfsberg.

Foto: Zoltán Pázmány

Ungarisches Honorarkonsulat in Temeswar



Wirtschaftsbeziehungen sollen gefördert werden


Ein neuer Schritt in Richtung Vorantreiben der Freundschaftsbeziehungen zwischen Ungarn und Rumänien wurde vor Kurzem in Temeswar/Timisoara getan: Am Freitag wurde in der Franz-Liszt-Straße Nr. 6, unweit des Adam-Müller-Guttenbrunn-Hauses, das Ungarische Honorarkosulat eröffnet. Der ungarische Konsul in Temeswar ist der in Sathmar/Satu-Mare geborene Zoltán Tibor Pánczél (50), ein bekannter Temeswarer Geschäftsmann. Zoltán Pánczél ist seit vergangenem Jahr Vorsitzender des Verwaltungsrats des Teigwarenzulieferers Fornetti Rumänien und war 2000 – 2004 Wirtschaftsberater des Temescher Kreisratsvorsitzenden.



„Durch die Eröffnung eines ungarischen Konsulats sollen die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Ungarn und Rumänien gefördert werden“, sagte Bürgermeister Gheorghe Ciuhandu bei der feierlichen Eröffnung des Konsulats. Die bilaterale Beziehung bestünde seit mehr als tausend Jahren und „wir sollen nicht vergessen, dass unsere Stadt auch mal Hauptstadt von Ungarn war“, sagte Gheorghe Ciuhandu. Ein rumänisches Konsulat gibt es im ungarischen Szeged. Zum Schluss der Veranstaltung wurden gleich zwei Bänder durchschnitten: eines mit den rumänischen und eines mit den ungarischen Nationalfarben. Das ungarische Honorarkonsulat ist von Montag bis Freitag zwischen 11 und 16 Uhr geöffnet.

Der Veranstaltung wohnten Gäste aus dem In- und Ausland bei, darunter der ungarische Botschafter in Rumänien, Füzes Oszkár, der Temescher Subpräfekt Calin Dobra und Dan Ioan Sipos ehemaliger Vorsitzender des Temescher Kreisrats. Der große Abwesende war Kreisratspräsident Constantin Ostaficiuc, der mit dem Empfang von Premier Emil Boc beschäftigt war.

Raluca Nelepcu

BANAT AKTUELL

Erste-Hilfe-Zentren in Lugosch

Das Wetteramt ermittelte vergangene Woche Temperaturen von über 35 Grad Celsius für die kommende Zeitspanne in Westrumänien. In Lugosch/Lugoj wurden somit Erste-Hilfe-Zentren eingerichtet: In der Allgemeinschule Nr. 1 an der Boc{a-Straße, im Kulturhaus der Gewerkschaften und im Kindergarten mit verlängertem Programm Nr. 5 im Stadtviertel Micro III. Hier bekommen die Bürger kostenlos Mineralwasser, sie können ihren Blutdruck messen lassen und im Notfall vom Fachpersonal betreut werden. Zusätzliche Infos können telefonisch unter 0256/351115 beantragt werden (Kontaktperson: Ing. Constantin Udrescu).


„Public enemies“ im Mall-Kino

„Public Enemies“ („Öffentliche Feinde“) heißt der neue Gangsterfilm, der die Geschichte des Verbrechers John Dillinger wieder belebt. Johnny Depp spielt den Bankräuber Dillinger - der erste Verbrecher, den das FBI als „Staatsfeind Nr. 1“ bezeichnete und auf den das seinerzeit höchste Kopfgeld ausgesetzt wurde. Am 22. Juli 1934 wurde John Dillinger vor dem Biograph-Theater in Chicago von FBI-Agenten umzingelt und erschossen, nachdem seine Geliebte, die legendäre „Lady in Red“, ihnen einen Tipp gegeben hatte. Die „Frau in Rot“ ist die in Großkomlosch/Comlosu Mare geborene Ana Cumpanas, in zahlreichen Büchern, Theaterstücken und sogar Filmen erwähnt. Das Buch „Die Frau in Rot“ von Mircea Nedelciu, Adriana Babe]i und Mircea Mihaies gehört zu den am besten dokumentierten Büchern, die über die mysteriöse Geschichte von Ana Cumpanas berichten. „Public enemies“ ist ab dieser Woche im Cinema City in der Iulius Mall zu sehen. Details auf www.cinemacity.ro.


Autismus vergeht nicht mit 18

Die „Pentru Voi“-Stiftung organisiert am Freitag, dem 24. Juli, in Zusammenarbeit mit dem Bürgermeisteramt Temeswar/Timisoara eine Wohltätigkeitsveranstaltung am Domplatz. „Autismus vergeht nicht mit 18“ nennt sich das Event, das mittels Finanzierung von der EU und der Stadt Temeswar sowie von der Vodafone-Stiftung Rumänien zustande kommt. Ziel der Veranstaltung ist, die Öffentlichkeit auf die Personen, die an Autismus leiden, aufmerksam zu machen. Die Show beginnt um 20.30 Uhr. Volkslieder, Zigeunertänze und moderne Tänze sowie ein Auftritt der rumänischen Dance-Gruppe „Hi-Q“ stehen auf dem Programm. Auch zwei an Autismus leidende Mitglieder der „Pentru Voi“-Musikgruppe, beide Absolventen der Kunsthochschule Temeswar, werden auf die Bühne treten.


Sky Paintball-Pokal in Neubeschenowa

Der erste Sky-Paintball-Pokal wird in der Temescher Ortschaft Neubeschenowa/Dudestii Noi zwischen dem 31. Juli und dem 2. August ausgetragen. Fünf Mannschaften von je fünf Teilnehmern sollen im „Deathmatch“-Format gegeneinander treten. 50 Lei beträgt die Teilnahmegebühr pro Mannschaft. Die Munition - 500 Farbkugeln - kann für 55 Lei erworben werden, die Schutzausrüstung ist kostenlos. Die Mannschaften können sich bis am 30. Juli per Email (tm_27_nos@yahoo.com) in den Wettbewerb einschreiben. Weitere Details können von der Internetseite www.skypaintball.ro abgerufen werden.


Zusammengestellt von Raluca Nelepcu und Andreea Oance

Drittes IRAF-Festival in Temeswar

Rockband Zdob si Zdub dieses Jahr dabei


Temeswar – Die dritte Auflage des „Internationalen Romanian Art“ Festival (IRAF) findet zwischen dem 23. und dem 26 Juli im Temeswarer Sommergarten statt. Eine Reihe von Konzerten, eine Handwerkermesse, Feuerwerkshows, Filmprojektionen sowie Theatervorstellungen stehen in diesem Jahr auf dem Programm. Die offizielle Eröffnung des Festivals erfolgt morgen um 20 Uhr mit einem Konzert der deutschen Musikgruppe Danube´s Bank auf der Terrasse „Porto Arte“. Gleich danach, um 22 Uhr, ist die Zirkusvorstellung „Über uns“ vorgesehen. Im Anschluss soll eine Filmprojektion gezeigt werden. Die Handwerkermesse wird am Freitag, um 16 Uhr, im Temeswarer Freilichtkino eröffnet. Auf dem Korridor der Temeswarer Philharmonie ist um 18.30 Uhr eine Buchvorstellung des Schriftstellers Vasile Ionescu geplant, gefolgt von einem Rundtischgespräch zum Thema „Die Werte der Roma-Kultur – ein Sieg gegen die Diskriminierung“. Highlight des Abends ist das lang erwartete Konzert der Gruppe „Zdob si Zdub“ aus der Republik Moldau.


Am Samstag um 11 Uhr haben die Veranstalter eine Theatervorstellung und zahlreiche Zeichnen- und Malworkshops für Kinder vorbereitet. Am Sonntagmorgen sollen dann auf der Scâr]-Terrasse (Zoe-Straße Nr. 2) eine Fotoausstellung und eine Theatervorstellung stattfinden. Auch leckere Brownies werden dabei serviert. Am Abend soll die französische Geigenspielerin Estelle Goldfarb ein Konzert im Freilichtkino abgeben. Die Sängerin ist dem Temeswarer Publikum bereits von der letzten Auflage bekannt. Das diesjährige „IRAF“ endet mit einer Tanzvorstellung der spanischen Tanzgruppe „Paco Pena Flamenco“, die am Sonntag um 22.30 Uhr beginnt. Bei manchen Veranstaltungen ist der Eintritt frei, für einige wird jedoch eine Eintrittsgebühr bezahlt. Die Preise liegen bei rund 20 Lei. Der Preis einer Eintrittskarte für das gesamte Festival beträgt 55 Lei, für Studenten gibt es eine Ermäßigung von 5 Lei. Weitere Informationen können von der Internetseite www.iraf.ro abgerufen werden.


Ana Saliste

Frische Milch rund um die Uhr


Bürger zeigen Begeisterung für Automaten


Ob eine Kuh dahinter steckt, das wollten die Bürger, die am Wochenende den frisch montierten Milchautomaten in Temeswar/Timisoara ausprobiert haben, wissen. Der Milchautomat „C²su]a Joiana“ im Dacia-Viertel ist eine Premiere für die Stadt an der Bega. Bis Ende des Jahres sollen weitere sechs Automaten in Temeswar angebracht werden: am 700-er, am „Badea Cârtan“- und am Doina-Markt an der Schager Straße, in der Josephstadt und an der Lippaer Straße.


Vor dem Milchautomaten im Dacia-Viertel stehen die Bürger Schlange.

Foto: Zoltán Pázmány

Mihai Negoescu heißt der Unternehmer, der den Milchautomaten in Temeswar montiert hat. Zusammen mit seinem Geschäftspartner Titi Stoica haben sie das kleine Business auf die Beine gestellt. „Mihai hat eine zweijährige Tochter, die ständig frische Milch braucht. So ist er auf die Idee gekommen, den Automaten zu erwerben“, sagt Stoica. Mihai Negoescu besitzt in der Temescher Ortschaft Sanktandres/Sânandrei eine Farm mit 22 Kühen, die täglich etwa 200 Liter Milch liefern. Der Milchautomat wurde aus Italien importiert und hat eine Kapazität von etwa 175 Litern. Mindestens ein Mal pro Tag wird der Tank nachgefüllt. „Die städtische Aktiengesellschaft der Märkte und die Temescher Behörde für Lebensmittelkontrolle haben uns unterstützt“, sagt Mihai Negoescu. Auf seinem Handy bekommt er Kurznachrichten, wenn der Tank nachgefüllt werden muss oder die empfohlene Milchtemperatur überschritten wird. Die Milch, die aus dem Automaten fließt, hat eine Temperatur von 1 – 3,3 Grad Celsius.

Betätigen kann man den Automaten mit Banknoten von 5 und 10 Lei. Wer keinen Behälter von zu Hause mitgebracht hat, der kann eine Plastikflasche für 50 Bani vom Automaten erwerben. Die Milch kommt direkt von der Kuh, deswegen empfehlen die Besitzer, diese vorher zu kochen. Ein Liter Milch vom Automaten kostet 3 Lei. Wer möchte, kann auch ein sogenanntes „Abo“ für 10 Liter abschließen, das 29 Lei kostet. Um sich zu abonnieren, muss man sich bei der Telefonnummer 0747/612335 anmelden. Dafür bekommt man einen Schlüssel, mit dem man die zehn Liter zu beliebigen Quantitäten, aber auch zur beliebigen Uhrzeit vom Automaten „melken“ kann. „Es gibt keine Deadline, bis zu der man die zehn Liter abholen darf. Wir sind doch kein Mobilfunkanbieter“, scherzt Mihai Negoescu. Bisher wurden etwa hundert Milchabos abgeschlossen. Der neue Milchautomat wurde jedoch nicht von allen mit Begeisterung empfangen: Die Verkäufer von Milchprodukten am Dacia-Markt betrachten die Einrichtung mit Skepsis. „Klar ist der Automat eine Konkurrenz. Sie wollen, dass wir langsam vom Markt verschwinden“, klagt eine Verkäuferin.

Raluca Nelepcu

Illegale Mülldeponien rund um Temeswar

Umweltbewusstsein ist bei vielen Mangelware


Müllprobleme im Kreis Temesch/Timis. Und diesmal geht es nicht nur um die Mülldeponien, die bis Mitte Juli geschlossen werden mussten, sondern um die Müllberge, die nach jedem Wochenende auf den Wiesen rund um Temeswar/Timisoara liegen. Das Sozial- und Umweltbewusstsein der Bevölkerung scheint nicht besonders entwickelt zu sein. In Schag/[ag, an den Ufern der Temesch gelegen, gibt es jedes Wochenende richtige Grillgelager. „Mici“ oder Bier, alles schön verpackt eingekauft: der Inhalt verzehrt, die Verpackung weggeworfen. Jedoch nicht in den Container, sondern irgendwo auf der Wiese. Von manchen Unzufriedenen ist zu hören, dass nicht nur optisch viel Müll entsteht und störend ist. „Die laute Musik ist einfach störend. Und diese ´Manele´ bezeichne ich einfach als akustischen Müll“, sagt ein etwas empörter Besucher.


Das Müllproblem am Schager Beispiel

Das Schager Bürgermeisteramt klagt über das fehlende Umweltbewusstsein in der Bevölkerung. „Wir verteilen Plastiktüten an den Eingängen (Anm. d. Red. Verteilen ist etwas untertrieben, 5 Lei kostet der Zugang zur Wiese, für die Sauberhaltung, wie von den Verantwortlichen zu hören ist). Und trotzdem müssen wir nach jedem Wochenende mindestens einen Anhänger voller Müll abtragen“, sagt Doru Ciogescu, Berater des Schager Bürgermeisters. Was ihn jedoch mehr als die Wochenendbesucher stört, sind jene, die ihren Müll illegal ablagern. Bauschutt, Elektrogeräte, Koffer, „man kann sich gar nicht vorstellen, was wir alles finden“, fügt Ciogescu hinzu. Einige Toiletten soll das Bürgermeisteramt auch hingestellt haben. Anstatt, dass diese benutzt wurden, wurde das Toilettenpapier gestohlen. Gelder, um Wachpersonal einzustellen, hat das Bürgermeisteramt nicht. „Ganz sporadisch erwischen wir mal einen, der seinen Müll hier ablagert. Diejenigen, die jedoch mit Kleinwagen herkommen, um ihren Müll wegzuwerfen, sind schwieriger zu erwischen. Eher ertappen wir jene, die mit Lastern herkommen“, sagt Ciogescu.

Das Schager Müllproblem ist jedoch kein Ausnahmefall. „Man sollte einmal mit einem Hubschrauber rund um Temeswar fliegen, um zu sehen, wie unglaublich viele illegale Mülldeponien entstanden sind“, klagt Ciogescu. Dass dies auch stimmt, bestreitet kaum einer. So zum Beispiel befindet sich Bauschutt am Waldrand bei Girok/Giroc, in der Umgebung wird heftig gebaut. Dieselbe Sachlage auch in Richtung Dumbravita.


...und trotzdem die Mülldeponie

Und trotzdem kommt man nicht um die Diskussion über die Mülldeponien im Kreis Temesch herum. Bis zum 16. Juli hätten alle nicht-ökologischen Müllhalden geschlossen werden müssen. Trotzdem funktionieren einige weiter, nun werden Kontrollen unternommen, um festzustellen, welche davon ihre Tätigkeit noch nicht eingestellt haben. „Dies ist nötig, weil uns sonst drastische Strafen von der EU auferlegt werden“, sagt Kreisrat Viorel Sasca. Für die schon „berühmt“ gewordene Mülldeponie, die bei Giseladorf/Ghizela entstehen soll, werden bis zum 30. Juli die Baufirmen ihr Angebot abgeben müssen. „Wir hoffen, dass wir endlich die Deponie bauen werden und es nicht wie bislang geschieht, dass es nach den Ausschreibungen Widersprüche gibt oder, wie es auch schon mal passiert ist, sie gar nicht mehr stattgefunden haben“, fügt Sasca hinzu.

Olivian Ieremiciu




Ob kleine Reparaturen in der Wohnung oder nur ein kleiner Picknick: Was man nicht mehr braucht, wird einfach weggeworfen.




Viele kommen nach Schag, um sich zu sonnen und zu baden. Das Sozial- und Umweltbewusstsein ist bei einigen Mangelware.

Fotos: Zoltán Pázmány



Nach Girok kommen nicht so viele Temeswarer wie nach Schag oder nach Albina, Müll liegt trotzdem herum.

Foto: Raluca Nelepcu

Eier mit Ziffer drei bald verboten


Ab 2012 Käfighaltung für Legehennen geändert/ Von Ana Saliste


Die Haltungssysteme für Legehennen müssen künftig einigen Anforderungen gerecht werden. Die in Rumänien produzierten Eier stammen zurzeit etwa zu 90 Prozent von Legehennen in Käfighaltung, auch als Legebatterie bekannt – mit abnehmbarer Tendenz, wie das Institut für Nahrungsuntersuchung bereits mitteilte. Die Experten warnen, von diesen Eiern sollte man so weit es geht die Finger weglassen, da sie Stresshormonen enthalten und deswegen gefährlich für die Gesundheit sind. Man erkennt sie hauptsächlich an der Ziffer drei, die auf dem Ei abgestempelt ist. Die Kennzeichnung informiert über Haltun

g und Herkunftsform: Ziffer drei steht für Käfighaltung der Hennen, Ziffer zwei für Bodenhaltung, Ziffer eins für Freilandhaltung und Ziffer 0 für Eier aus ökologischer Erzeugung. Die traditionelle Käfighaltung wurde bereits in Österreich und Deutschland ab diesem Jahr verboten. Die Schweiz hat als erstes Land der Welt die Batteriehaltung 1992 verboten. In fast allen EU-Ländern, darunter auch in Rumänien, tritt dieses Verbot erst 2012 in Kraft


Wie gesund sind die Eier, die wir kaufen?!

Foto: Ana Saliste


Die Haltung in Legebatterien ist seit längerer Zeit umstritten. Manche Tierschützer bezeichnen sie als Tierquälerei, da sie nicht artgerecht ist: Im Käfig lebt ein Huhn in prekären Bedingungen, auf einer Fläche von 550 Quadratzentimetern - das ist weniger als ein DIN-A4-Blatt. Viele Vorgänge erfolgen automatisch, wie die Versorgung mit Futter und Wasser oder das Sammeln der Eier und die Entsorgung des Kotes. Zu den gravierenden Nachteilen der Käfighaltung gehört, dass die Hennen ihr arteigenes Verhalten - wie Flügelschlagen und Sandbaden - nicht ausleben können. Auf Grund des Bewegungsmangels sind die Knochen nicht so fest und brechen leichter. Die Hennen werden mit einem Spezialfutter ernährt, damit sie die normale Legeleistung bringen können. In einer durchschnittlichen Legebatterie mit 80.000 Tieren sterben etwa 20 Hühner am Tag.

„Leider stammen die meisten Eier, die in den Läden und Supermärkten zu finden sind, von Hennen in Käfighaltung. Aber das Tierfutter ist genehmigt“, sagt die Ärztin Vergina Velcelean von der Temescher Behörde für Lebensmittelkontrolle. Im Kreis Temesch gibt es zurzeit ungefähr sieben Farmen, die Legehennen züchten. Diese müssen sich bis 2012 auf die neuen Bestimmungen umstellen. Legehennen, die nicht in Boden- oder Freilandhaltung gezüchtet werden, müssen ausgestaltete Käfige haben. Das heißt eine Mindestkäfigfläche von zweieinhalb Quadratmetern; jedem Huhn müssen rund 800 Quadratzentimeter entsprechen. Es gibt auch Vorgaben für Nestgröße, Einstreubereich und Sitzstangen. Bei Bodenhaltung dürfen nicht mehr als 6.000 Hennen ohne räumliche Trennung gehalten sein. Pro Quadratmeter sind maximal neun Hennen erlaubt.

Manche Temescher Betriebe und Farmen haben schon ihre Haltungsformen an die EU-Normen angepasst. „Es ist nicht sehr billig, all diese neuen Normen einzuhalten. Die Landwirte brauchen Zeit und Geld, um ihre Ausstattungen zu ersetzen. Sie befinden sich derzeit in einer Übergangsphase“, sagt Sabin Lifa, Leiter der Temescher Behörde für Lebensmittelkontrolle. Falls neue Farmen künftig eröffnet werden, so müssen diese über entsprechende Ausstattungen verfügen. Da dadurch die Betriebskosten steigen, müssen die Konsumenten in den nächsten Jahren mit höheren Preisen für Eier rechnen.

Engpässe und Mängel treiben Kindergarten in den Ruin

Diskret wird der Schwarze Peter allen Beteiligten zugeschoben

Von Siegfried Thiel


Etwa 20 Kinder stehen um mich herum, stellen sich vor, nennen ihr Alter, fragen nach meinem Namen. Sie scheinen mehr Anschluss zu suchen, als es bei anderen Kindern üblich ist. Es geht dabei jedoch nur um einen Teil der 3 – 7-Jährigen, meist aus sozial schwachen Familien, die im Wochenkindergarten an der Odobescu-Straße unterkommen. Es ist die einzige Einrichtung mit Wochenprogramm für Vorschulkinder in Temeswar/Timisoara. Ende vergangener Woche begann für die Kinder die Ferienzeit, doch es ist fraglich, ob es einen Neuanfang im September gibt.


Und dann setze Regen ein...

Finanzierungsengpässe, aber auch mögliche Pannen bei der Bauplanung sowie Mängel in der Einstimmigkeit der Implizierten, haben dazu geführt, dass eingedrungenes Regenwasser das Gebäude erheblich beschädigt hat. Dabei hatte die Leitung des Kindergartens von einer Aufstockung des Gebäudes (anfänglich gab es hier Parterre und 1.Stockwerk) mehr Raum versprochen, denen eine Einrichtung mit Erziehung, Verpflegung und Übernachtung gelegen gekommen wäre. „145 statt der 120 Kinder hätten wir laut Nachfrage aufnehmen müssen und deshalb die geplante Aufstockung“, sagt die Leiterin des Kindergartens, Viviana Filip.

2008 hatte die Aufstockung begonnen, zweckmäßig, stabil und wasserdicht sieht es an diesem heißen Juli-Tag auf der Baustelle aus. Doch der Weg dahin, hat etwa genauso viele Räumlichkeiten unbenutzbar gemacht, wie die Aufstockung letztendlich ergeben wird. Die Neugestaltung der Überdachung hat Bauleute, Projektträger und Kindergarten voll erwischt. Als sie die alte Überdachung des Plattenbaus neu errichten wollten, setzte Regen ein, Wasser rann in Strömen, durchnässte die Wände, gefährdete die Stromleitung, trug mit dazu bei, dass sich die Kacheln von den Wänden lösten. Eine einzige Aussage reicht, um die Dimension der gesamten Dramatik zu beschreiben: „Die Pflegerin, die Nachtschicht hatte, nahm die Kinder zu sich nach Hause, als es durch die Decke regnete“, sagt Viviana Filip.


Wenig Geld für Aufstockung, für Sanierung gar keines

Eine Lösung ist nicht in Sicht. Die Finanzierung vom Bildungsministerium ist allein für die Aufstockung zugesagt, die Stadtverwaltung kann, darf und will sich auch nicht in Projekte anderer Gremien einmischen. Rechtlich gesehen, geht ein Gebäude während einer Finanzierung von außerhalb in die Obhut des Geldgebers über. „Wenn wir das Gebäude wieder übernehmen, werden wir von unserem Kontrollkorps eine Einschätzung fordern, bis dahin können wir uns nicht einmischen“, sagt der Temeswarer Vizebürgermeister Adrian Orza. Die schleppende Finanzierung des Aufstockungsprojekts macht Eugen Cismaneantu, Inhaber der Firma, die die Bauarbeiten durchführt, am meisten zu schaffen. Er solle weiter machen, habe die Schulbehörde gefordert. Derzeit würden die Arbeiten jedoch auf Kosten der Baufirma laufen, sagt Cismaneantu und fragt sich, wie lange er dies durchhalten könnte. „Geld gibt es erst aus dem Haushalt für 2010“, wurde Cismaneantu informiert. Unklar bleibt, ob die Überschwemmung der unteren, alten Etagen des Gebäudes verhindert werden konnten. Die technische Ausstattung dazu habe gefehlt, eben weil unausreichend Geld zur Verfügung steht, sagt der Bauleiter. Im Kindergarten selbst geht die Angst um, dass die Funktionsgenehmigung nicht erteilt wird, wenn die zu Schaden gekommenen Räume nicht saniert werden. Geld dafür gibt es keines, und die Zeit, um welches zu beschaffen, wird ebenfalls immer knapper. Der Baustellenleiter Richard Zuberecz, über die Schulbehörde für Arbeiten an Kindergärten zuständig, glaubt, bei der Ausschreibung des Projekts hätte man anders vorgehen müssen. Auch er vermutet jedoch, dass die Finanzfrage eine bedeutende Rolle gespielt habe und deshalb die Vorkehrungen gegen Regenfälle bei der Fertigung des neuen Daches „am Limit waren“, sagt Zuberecz der Banater Zeitung. Eine Stellungnahme von der Schulbehörde des Kreises Temesch/Timis konnten wir bis Redaktionsschluss nicht einholen, da die Spitzen des Schulinspektorats mit der Stellenbesetzung der Lehrer beschäftigt und nicht erreichbar waren.

Die Direktorin zeigt – wohl um sich selbst abzulenken – vor kurzem eingetroffene Fotos von ihrem Partnerkindergarten aus Gütersloh/Deutschland. Auch dort wird ausgebaut, trotzdem lernen die Kinder uneingeschränkt in einer gut ausgestatteten Tagesstätte. Bilder von seichten Wänden in Schlafzimmern, herausgerissenem Parkettfußboden und schadhaften Stromleitungen fehlen. Viviana Filip blättert die Post aus Deutschland durch und schweigt: Verständlich auch, sie ist als Erzieherin dem Bildungsministerium untergeordnet, versteht vom Baufach recht wenig und aus der Stadtverwaltung bezieht sie ihr Gehalt.



Trotz Finanzengpässe geht die Aufstockung weiter.


Wo Regenwasser einsickerte, ist alles sanierungsbedürftig.

Fotos: Zoltán Pázmány

Traditionelles Festival der Pfannkuchen


In Moneasa werden Tausende Touristen erwartet


ao. Moneasa - Der köstliche Geruch von Pfannkuchen wird am kommenden Wochenende im Arader Kurort Moneasa den Duft bestimmen. Etwa 20.000 Pfannkuchen werden zum Anlass des neunten Pfannkuchen-Festivals am 25. und am 26. Juli vorbereitet. Der Arader Kreisrat zusammen mit dem Bürgermeisteramt und dem Kurort Moneasa, die Aktiengesellschaft „Sta]iunea Moneasa“ sind die Veranstalter des Ereignisses in Moneasa. Sie bereiten sich in diesem Jahr mit über 5.000 mehr Pfannkuchen als im vergangenen Jahr vor, denn Tausende Touristen werden am Wochenende im Arader Kurort erwartet.

Unter dem Motto „Verwickelte Pfannkuchen“ (cl²tite încâlcite“) sollen in diesem Jahr zahlreiche Ereignisse innerhalb des Festivals stattfinden. Unter anderem wird eine Parade der flambierten Pfannkuchen stattfinden. Auch verschiedene Wettbewerbe wie zum Beispiel der „Pfannkuchen-Lauf“ stehen auf dem Programm. Teilnehmer am Festival, Vertreter des Bürgermeisteramtes, Politiker und Journalisten dürfen ihre Kochkünste beweisen und sich am Wettbewerb der leckersten Pfannkuchen beteiligen.

Die Pfannkuchen in Moneasa werden mit viel Musik und guter Laune garniert. Auf der Bühne des Festivals werden Rapsozii Zarandului, der Volksmusiksänger Benone Sinulescu, die Musikkapelle aus Buteni, Volksmusiktänzer und die Gruppe Pacifica auftreten.

Das Festival der Pfannkuchen ist bereits zu einer Tradition des Ortes geworden. Letztes Jahr besuchten 12.000 Touristen die achte Auflage des Pfannkuchen-Festivals in Moneasa. 450 Kilo Mehl und über 200 Kilo Füllung wurden dabei verarbeitet.

Aijer


Es war so geger End vun de 80er Johre. Selmosl is in de Alimentaras un Wertsheiser es sogenennte „Tauschgschäft“ ingfiehrt gin. Wann mer sich e gewisses „Produkt“ hat kaafe wille, hat mer e anres „Produkt“ derfor abgin misse un derzu noch de Reschtpreis zahle. Wann mer im Wertshaus e Flasch Bier hat trinke wille, do hat mer for e jedi Flasch e Hinglsaij abgin misse. Selmols is in de Derfer schun rumgered gin, dass die Feldarweiter e stark grosse Apettit uf Aijer kriet han. Un ihre Weiwer han ne tachtäglich zwaa oder sogar drei gekochti Aijer in de Brotsack tun misse.

Un wie des de Zufall oft will, is mol eem Wert e Aij aus der Hand gfall un er hat bemerkt, dass des jo e gekochtes Aij war. Er hat angfang zu kuntrolliere un hat, oh Schreck, feschtgstellt, dass vun dene Aijer, die wu for Bier abgin sin, die meischte jo gekocht ware. Was jetz? Wann er des gemeld hätt, des wär Potka gin un wahrscheinlich hätt er in de Sack greife und „die gekochte Aijer ersetze misse“. So hat er de „Zufall“ vergesst un alles is sei „normale“ Gang weitergeloff. Un, wer hat dann Zeit ghat, for ständich kuntrolliere, ob jetz e Aij gekocht oder roh is?!

Un so is es oft vorkumm, dass so mancher „frischi Aijer“ kaaft hat un pletzlich „gekochti Aijer“ in der Schissl ware! Wu hat mer do reklamiere selle? Beim Salzamt?!

Helmuth Ganzer, Andrees