Minisch hat die einzige Forschungsstation in Westrumänien
Weintourismus in der Gegend bei Minisch/Minis. Dieses Angebot kommt vom Privatunternehmen Wine Princess. „Hier können Weininterressierten alle Stadien der Weinproduktion sehen“, sagt Balla Geza, Inhaber des Weinbaubetriebs Wine Princess. Außerdem können sie hier untergebracht werden und aus der Eigenproduktion kosten.
Die Arader Gegend ist besonders für Rotweine geeignet. Von der gesamten Fläche, auf der Weinreben angebaut werden, sind 80 Prozent Rotweine und 20 Prozent Weißwein. Spezifisch für die Region ist der Kadarka. Obwohl nicht ursprünglich von hier stammend, wird diese Rebe hier seit 250 Jahren angebaut.
Reichhaltiges Angebot im Präsentierladen von Wine Princess
Die Preise für eine Flasche Wein sind nicht unbedingt für jedermann: zwischen vier und 15 Euro werden dafür verlangt. Der Paketpreis, das neben dem Weinangebot eine Mahlzeit einschließt, schwankt zwischen 63 und 110 Lei, je nach Weinqualität und Speiseangebot.
Weinreben hat Wine Princess auf ungefähr 60 Hektar angebaut, davon 45 auf eigenen Grundstücken, 15 auf gepachteten. Bis vor einem Jahr wurden Weintrauben auch von den Kleinproduzenten der Gegend aufgekauft. Die Wirtschaftskrise hat jedoch auch diesen Sektor eingeholt. In diesem Jahr wurden keine Weintrauben mehr aufgekauft. Außerdem ist noch ein Großteil des Weines der vergangenen Jahre vorrätig.
Das Unterfangen hat bislang ungefähr drei Millionen Euro gekostet. Der Großteil des Geldes wurde jedoch durch Projekte aus EU-Fonds herbeigeschafft. „Am meisten hat die Technologie für die Weinproduktion gekostet“, sagt Balla Geza. Jetzt sollen Gelder für die Neupflanzung von Weinreben beschafft werden. „Die Reben sind veraltet. Für die Erneuerung des Rebbestands können wir durch Projekte EU-Gelder bekommen“, sagt Balla Geza. Bis 2013 sollen jährlich zwischen 10 und 15 Hektar neu angepflanzt werden. Drei Jahre nach dem Pflanzen kann schon geerntet werden. Worüber Balla Geza sich jedoch unzufrieden zeigt sind die Subventionen, die vom rumänischen Staat vergeben werde.
Balla Geza „inspiziert“ sein GutObwohl nach Aussage von Balla Geza die Trauben erst nach der Vollreife geerntet werden, schienen die Trauben, beim Kosten, (der Redakteur ist jedoch kein Experte) etwas säuerlich zu sein.
Dieses Jahr ist nach Aussagen mehrerer Experten ein besonders guter Jahrgang für die Weinproduktion. In Sachen Weinproduktion werden die Weißweine in rostfreien Stahlbehältern, die eine Kapazität von 10.000 Liter haben, vergoren. Bei einer kontrollierten Temperatur von maximal 15 Grad werden diese zwei Monate in diesen Behältern gehalten. Danach müssen sie weitere zwei Monate in Flaschen reifen. Bei den Rotweinen ist die Lagerungszeit länger. Sie werden zwei Jahre lang in Eichenfässern gereift, danach müssen sie für weitere acht Monaten in den Flaschen reifen. Bis zur Flasche werden die Rotweine in Eichenfässern gelagert. „Wir produzieren nicht, wie andere, Millionen Flaschen. Wir konzentrieren uns mehr auf die Qualität und nicht auf die Quantität“, sagt der Unternehmensinhaber.
Einzige Forschungsstation in WestrumänienMinisch ist jedoch eher für seine Forschungsstation bekannt. Es ist die einzige in Westrumänien, die nach EU-Beitritt noch verblieb und auf Weinbau und Weinbereitung spezialisiert ist. Hier werden auch verschiedene Arten von Weinreben erhalten. Es gibt hier eine der Weinkellereien, die von Zeit zu Zeit alte Weine zum Verkauf anbieten, gelegentlich durch Versteigerungen. „Es ist etwas für Weinliebhaber, die Preise sind ziemlich hoch. Wer jedoch ein wenig von der Sonne und dem Flair des jeweiligen Jahres schnuppern will, gibt schon das Geld dafür aus“, sagt uns Ingenieur Ioan Nacov, vom Forschungszentrum Minisch. Die ältesten Flaschen datieren aus dem Jahr 1923. Alt ist auch die Forschungsstation. Diese wurde im Jahr 1881 eröffnet. Sie finanziert sich selbst, durch die Trauben und Weine, die sie verkauft. Im Vergleich zu Wine Princess wird hier viel mehr produziert. Die Technologie ist jedoch nicht von der neuesten Generation. Ein größeres Projekt, das eigentlich auch bewilligt wurde, sollte die nötigen Gelder für die Modernisierung bringen. Mit der Wirtschaftskrise kamen jedoch auch die Probleme, nämlich Geldmangel.
Olivian Ieremiciu

Hier wird der Wein gelagertFotos: Zoltán Pázmány