as. Temeswar – Der Sommer rückt immer näher, die Winterkleider werden seit Wochen der Reihe nach mit gemütlichen, leichten Sommerklamotten ersetzt. Zwar sind die Temperaturen in den letzten Tagen etwas gesunken, bei vielen TemeswarerInnen ist trotzdem die Suche nach einem modernen Badeanzug und leichter Sommerkleidung angesagt.
Messeangebot: Vielfalt an T-Shirts.
Foto: Zoltán Pázmány
Dazu kam ihnen in der vergangenen Woche die Modemesse „Vest Fashion“ zur Hilfe. Mit einer großen Vielfalt an Badeanzügen und Sommerkleidern präsentierten sich rund 40 Firmen aus dem In- und Ausland bei der vierten Internationalen Modemesse „Vest Fashion 2009“. Diese fand in der Zeitspanne 6. – 10. Mai in Temeswar statt.
Wie die Modetrends 2009, so sind auch die vielen unterschiedlichen Damen-Sommerkleider in diesem Jahr: vielfältig, bunt, romantisch. Die Preise für ein Kleid schwanken zwischen 35 und 80 Lei, je nach dem Material und Schnitt. Für ein T-Shirt und ein Paar kurze Hosen mussten die Besucher 15 bis 45 Lei begleichen. Dabei ist für dieses Jahr hauptsächlich Baumwolle, das meist gesuchte Material. „Wir haben in diesem Jahr die Preise nicht erhöht. Weil sie recht billig waren, gehörten T-Shirts zu den Verkaufaschlagern. Zu unseren Kunden zählten aber hauptsächlich Damen, so an die 40-50 Jahre alt. Jugendliche waren nicht so viele da“, sagte eine Verkäuferin aus Klausenburg.
Und weil man zu einem richtigen Outfit, auch die richtigen Schuhe wählen muss, so drängten sich viele BesucherInnen an den Verkaufsstands mit Sandalen. Schuhhersteller aus Ungarn und Klausenburg/ Cluj Napoca hatten mit günstigen Sonderangeboten zahlreiche Kunden zur Messe gelockt. „100 Lei für zwei Paar Lederschuhe“, stand groß geschrieben auf einem Plakat. Dabei waren hauptsächlich leichte Schuhe wie Sandalen und Ballerinas am meisten gesucht. Zu einigen Looks passen die gerade trendigen Römersandalen, andere Sommerkleider fordern etwas mehr Chic, wieder andere - eher luftige Kleider - können auch mit Flip Flops getragen werden.
In Rumänien gibt es bekanntlich alles, was es auch sonst gibt. Regierung und Opposition, Frauen in der Politik, dummdreiste Neureiche, alte und neue Extremisten, Antisemitismus, Promiklatsch und Endlosdebatten, Finanzierungslücken, Handlungsbedarf, Kabelfernsehen, Verwaltungskorruption, Telenovela, die Schatten der Vergangenheit, einmalige Berglandschaften und Hermannstadt.
Rumänien hat auch eine nationale Agentur für den staatlich geförderten Wohnungsbau. Sie finanziert und managt seit nunmehr zehn Jahren den Bau von günstigen Wohnungen für junge Familien. Nein, es ist nicht, was Sie jetzt denken, die Wohnungen wurden tatsächlich gebaut. Nur, es sind nicht besonders viele, und die darin wohnen, sind in den meisten Fällen nicht die, für die sie vermeintlich gebaut worden sind.
In vielen dieser Wohnungen leben nämlich die Politiker und Verwaltungsbeamten, die am Bau beteiligt waren, oder Angehörige aus deren weitläufiger Verwandtschaft. Der Erwerb einer solchen Wohnung kommt einem Privileg gleich, weil sie nach der Kostenrechnung gehandelt werden, nicht nach dem Marktwert.
Rumänien ist ein Land, wie jedes andere auch, und doch ein bisschen anders. Dass die Infrastruktur (Energieversorgung, Verkehr und Telekommunikation) hoffnungslos veraltert ist, wird kaum jemanden überraschen, der sich in Osteuropa schon einmal umgeschaut hat. Er weiß, dass es sich dabei um ein gesamt-osteuropäisches Problem handelt. Warum aber meint ein Reiseveranstalter in seinen Prospekt den folgenden Satz schreiben zu müssen? „Wenn es manchmal ein wenig am gewohnten ‚westlichen Komfort’ fehlen sollte, so wird uns die herzliche Gastfreundschaft der Menschen umso mehr begeistern!“
Man kann sich mit Vielem herausreden, mit dem Kommunismus, mit der Geschichte, mit der Mentalität. Und das wird auch gerne getan. Wahre Kohorten von Publizisten und Schriftstellern erklären uns den Stand der Dinge. Mit anderen Worten, sie sagen uns, warum es so ist, wie es ist, und gar nicht anders sein kann. Gleichzeitig sind Millionen Rumänen als geschätzte Arbeitskraft im Westen Europas unterwegs. Sie überweisen beachtliche Summen.
Wenn aber, wie dieser Tage geschehen, eine Unternehmensberatung feststellt, dass bei allen aktuellen Brüsseler Investitionen zum Ausbau der Straßen, das Verkehrsnetz in ziemlich genau 130 Jahren das heutige Niveau Westeuropas erreichen wird, dann ist das eine Wahrheit, der alles andere zugeordnet erscheint: die Politik, die Wirtschaft, die Kunst und das Leben. Das EU- Schlusslicht Rumänien holt auf, und zwar langsam, aber mit Herzlichkeit.
Ein Temeswarer Agronom: Von Cociohatul Vechi zum Polarkreis
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Dipl. Ing. agr. Hans Neumann, 1952 in Temeswar als Sohn eines gebürtigen Warjaschers geboren, besuchte ebenda die Volksschule und das deutsche Lyzeums Nr. 10. Nach dem Besuch der Landwirtschaftshochschule begann Neumann als angehender Agronom 1975 in der Billeder LPG, wo er die Gemüsefarm und das Gewächshaus mit einer Brigade von 30 Mitarbeitern leitete. Hier heiratete er auch die Lehrerin Margarethe Weber, eine Billederin.
1977 erhielt Neumann eine Anstellung beim SLB Dude{tii Vechi. 1978wurde ihm die Verantwortung der Farm 4 „Cociohatul Vechi" übertragen. 3000 Hektar Ackerland, ein 15 Kilometer langer Grenzstreifen zu Jugoslawien, vorwiegend schwerer Lehmboden, mit nur 12aus vierDörfern stammenden Traktoristen zu bewirtschaften, waren nicht gerade ermutigende Voraussetzungen für einen Anfänger. Der Maschinenpark war veraltet, teilweise Schrott, auf der Farm gab es keinen Strom. Die Dorfbewohner aus Dude{tii Vechi, größtenteils Bulgaren, bezeichneten die Farm als „Straflager".
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Allein die Fahrt mit Traktor und Anhänger vom Dorf bis zur Farm dauerte gut eine Stunde. Mit Fachwissen und Kompetenz, Fleiß und Willen aber vor allem mit Hilfe der Traktoristen, die einen frischen Wind verspürten, ist es dem jungen Ingenieur gelungen, die heruntergekommene Farm in eine Musterfarm zu wandeln. Erstaunt über dieses „Wunder" kommandierte der SLB-Direktor alle Farmleiter, neun an der Zahl, mit Traktor und Anhänger nach Cociohatul Vechi, um das hier entstandene Wunder als nachahmenswertes Beispiel zu veranschaulichen.
1980 ergab sich für Neumann die Möglichkeit, sich hauptberuflich seiner „alten Liebe“, dem Schreiben, zu widmen. Als Redakteur für Landwirtschaft bei der „Neuen Banater Zeitung“ in Temeschburg begann für die Familie ein neuer Lebensabschnitt. Die journalistische Tätigkeit erfüllte ihn ganz und brachte berufliche Erfolgserlebnisse. Neben dem rein Fachlichen stand der schwäbische Bauer im Mittelpunkt, den er in der Reihe „Dorf und Mensch“ porträtierte. Parallel zu seiner beruflichen Laufbahn nahm er an der Abendhochschule das Studium Fachrichtung Politologie und Journalistik auf.
1982 erhielt Kollege Neumann seitens der LZ Rheinland in Bonn, vom damaligen Chefredakteur Dr. Pacyna, eine Einladung zu einer Studienreise in die Bundesrepublik Deutschland. Kein leichtes Unterfangen, das durch die Unterstützung des damaligen Chefredakteurs der NBZ, Nikolaus Berwanger, möglich wurde.
So brach Kollege Neumann mit seinem Dacia am 29. März 1982 Richtung Deutschland auf. Nach Ablauf des Studienaufenthalts in Bonn entschloss er sich, in Deutschland zu bleiben. Steißlingen am Bodensee wurde seine Wahlheimat. Im Dezember 1982 erhielt er einen „Job" beim Dr. Neinhaus Verlag, Herausgeber der Landpost und des Landpost-Magazins, in Konstanz. Sein Einsatz und Fachwissen aber vor allem sein Engagement wurden vom Herausgeber ein halbes Jahr später mit der Ernennung zum Chefredakteur honoriert. Im Oktober 1983 ist die Ausreise von Ehefrau Margarethe mit den beiden Kindern, nach vielen erlittenen Repressalien, gelungen.
1984 übergab man Neumann am Rande einer Pressekonferenz in Frankfurt am Main die Leitung der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit und Absatzförderung beim Mähdrescherhersteller Sperry New Holland in Bielefeld. Dies bedeutete für die Familie ein Umzug vom Bodensee an den Teutoburger Wald, nach Bielefeld, wo das Unternehmen seinen Hauptsitz hat. Bielefeld wurde damit zur zweiten Heimat der Familie Neumann, der Mähdrescher für Neumann zum ständigen Begleiter in seiner weiteren beruflichen Laufbahn.
Die Wende in Osteuropa bringt 1990 für unseren Kollegen neue Aufgaben. Seine guten Sprachkenntnisse (Rumänisch, Russisch, Ungarisch) waren plötzlich gefragt. Er wurde nach Osteuropa delegiert, um hier für Ford New Holland ein Vertriebs- und Servicenetz für Mähdrescher aufzubauen. Präsentationen, Vorführungen, Messen in Polen, Tschechien, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, der Ukraine, Kasachstan waren eine große Herausforderung, brachten aber gleichzeitig auch viel Genugtuung.
1993 veräußerte Ford Motor Company die Tochterfirma Ford New Holland an den Fiat- Konzern. Ein neues Unternehmen mit Stammsitz in Heilbronn entstand. Ein trauriger Abschied von den Kollegen, die man in 10 Berufsjahren liebgewonnen hat.
Nach einer kurzen Zwischenstation beim Handelshaus Beinecke in Osnabrück fand Kollege Neumann in Finnland, 450 Kilometer vom Polarkreis entfernt, in Pori, beim Mähdrescherhersteller Sampo Rosenlew seine „dritte" Heimat. Seit 1996 ist Kollege Neumann bei Sampo Rosenlew, dem „nördlichsten Mähdrescherhersteller der Welt" als Marketing- und Vertriebsdirektor für Zentral- und Osteuropa verantwortlich.
In Rumänien hat er 1997 in Temeswar eine Tochtergesellschaft, Sampo Rosenlew Romania, gegründet. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten, in den ersten drei Jahren ist die Zahl der Sampo- Mähdrescher in Rumänien auf 50 Einheiten gestiegen. Wöchentliche sogenannte „Finanzkontrollen" mit horrenden Strafen führten letztendlich dazu, dass man 2003 den Laden dichtmachen musste.
Seit nunmehr zehn Jahren ist Kollege Neumann zwischen Bielefeld, Pori, Prag, Bratislava, Budapest und Kiew für Sampo unterwegs und hofft, dass die Gesundheit es ihm erlaubt, die nächsten zehn Jahre bis zu seiner Rente diesen Job erfolgreich ausüben zu können.
Bei diesem Arbeitspensum bleibt nicht viel Zeit für Privates oder Hobbys. Zu Hause in Bielefeld freut er sich über seinen schönen Blumengarten und den Fischteich. Spielt am Wochenende Arminia auf der „Alm", so hält ihn nichts davon ab, seine „Schwarzblauen" lautstark zu unterstützen. Ist er in Finnland, so ist es der F.C. Jazz Pori, dem seine Leidenschaft gilt.
Zusammen mit Ehefrau Margarethe reist er einmal im Jahr in die ferne, weite Welt. Davon hat er als junger Agraringenieur auf der Farm 4 Cociohatul Vechi in Dudesti Vechi immer schon geträumt.
Jamaica: Wo Brot auf den Bäumen wächst und Müssigang zelebriert wird / von Nareda Cerdy
Jeder kennt Jamaica, die Perle der Karibik und träumt davon, mal dort Urlaub zu machen. Lasst Euch sagen, Leute, alles, was man sich davon erwartet und noch viel mehr ist dort! Die Karibik ist das wärmste Meer der Welt und ich bin in allen (ausgenommen um die Erdpole) geschwommen, bevor ich das behaupte. Das Meereswasser ist so warm wie bei uns in der Badewanne und man kann stundenlang drin bleiben und schwimmen. Marktplatz mit bunten jamaikanischen Gemälden
Selbst bei tropischem Gewitter ist es noch angenehm warm. Nur in der Karibik ist das Wasser im Ozean wärmer und das Schwimmen darin angenehmer als im Hotelpool. Negril und Montego Bay sind die beiden touristischen Zentren der Insel, wo die meisten Hotels sich den Strand entlang reihen. Aber es gibt auch im Inneren der Insel Ökotourismus, der zwar für Einsiedler attraktiv sein mag, aber dann verpasst man das Schönste: das Meer. Wie in allen tropischen Meeren tummeln sich hier jede Menge Lebewesen unter Wasser, eine Taucherbrille mit Schnorchel genügt, um sie in freier Wildbahn zu beobachten. Man fühlt sich, als ob man mitten in einem riesigen, bunten Aquarium schwimmt.
Aber manchmal flüchtet man auch auf die Luftmatratze, um aus dem Wasser zu sein, wenn man die im Sand eingebuddelten Rochen oder die bei Berührung arg schmerzhaften tropischen Quallen sieht, mit denen man das gleiche Meer teilt. Eine Glasbootfahrt (Boote mit einem Kiel aus Glas, durch die man das Meer unter dem Boot beobachten kann) als Alternative ist natürlich auch eine angenehme Art, das karibische Aquarium zu bestaunen, wenn man dabei nicht nass werden möchte. Ich habe selten ein Land erlebt, wo die Menschen so freundlich sind wie in Jamaica. Gelassenheit und Müßiggang ist hier die nationale Lieblingsbeschäftigung. Die Holzhütten scheinen ärmlich. Auf den ersten Blick. Aber man braucht hier auch nicht mehr. Palmenstrand und warmes, türkisfarbenes Wasser in Jamaica
Es ist immer warm, sogar Nachts. Und wenn es regnet oder wenn der Wind weht: mehr als ein paar Palmenzweige braucht man nicht wirklich als Unterkunft. Sehr viele Menschen sitzen einfach nur im Schatten rum, liegen am Strand oder gehen irgendeiner anscheinend unproduktiven Hobbybeschäftigung nach. Man mag denken, dass sie deshalb so arm sind, weil sie faul sind. Weit gefehlt: Sie sind weder arm, noch faul, aber da die Natur den Menschen hier alles bietet und man sich kaum was erarbeiten muss, kann man hier das Leben genießen. Das tun diese Leute auch. Brotbäume wachsen hier überall.
Diese Bäume heißen so, weil ihre etwa melonengroße Frucht, die man überall pflücken kann, gebraten wie Brot schmeckt. Mangos, so groß wie Zuckermelonen und so süß, dass man sie gar nicht erkennt, nachdem man die harten, grünen, sauren Mangos, die es bei uns gibt, gewohnt ist, Bananen am Straßenrand, Fische, die man fast mit der Hand fangen kann, wenn man all das um sich herum hat, wer denkt dann noch an arbeiten? Cannabis ist aus religiösen Gründen zulässig in Jamaica, weil die hier verbreitete, an das Christentum angelehnte Rastafari Religion (die mit den Dreadlocks, die dicken, filzigen Zöpfe) Canabis als Meditation/Gebetshilfe empfiehlt.
Alles ist bunt in Jamaica, auch die Boote
Fotos: Max
Deshalb gibt es überall Wasserpfeifen und die in Europa verbotene Pflanze gibt es überall zu kaufen, wie bei uns den normalen Tabak. Eigentlich ist das die Geheimzutat in der Jamaikanischen Küche, der eigentliche Grund, wieso alle so lässig und gut drauf sind, weil es Cannabis sogar im Hotel morgens im Orangensaft gibt.
Die tropische Artenvielfalt spiegelt sich in einer sehr vielfältigen Küche wieder, in den Aromen und in so intensivem Geschmack, ohne auf Gewürze zurückgreifen zu müssen, dass man leicht danach süchtig wird. Vor allem Yams/ Süßkartoffel, egal ob gekocht oder gebraten, sind für uns Europäer exotisch und unheimlich lecker, viel, viel besser als unsere normalen Kartoffeln. So bunt wie die Natur der Karibik ist auch die jamaikanische Kunst. Es lohnt sich, von hier Gemälde als Souvenir zu erwerben und die Damen werden bestimmt nicht an den wunderschönen, bunten, locker leichten Sommerkleidern im Pareo-Stil vorbeigehen können. Alles wird gewickelt und gebunden, es gibt keine Kleidergrößen und alles passt perfekt, weil man sich die Pareos eben so umbindet, wie man es braucht.
Sowohl einheimisches Obst und Gemüse, als auch Kunst und Kleidung gibt es auf den lokalen Marktplätzen zu kaufen. Die Preise sind natürlich verhandelbar, also ruhig feilschen auf dem Markt. Jamaica ist kein Urlaubsziel für Kulturinteressierte, sondern zum Entspannen und Geniessen, Wassersport treiben, das Leben für eine Weile nicht so ernst zu nehmen, morgens lange ausschlafen, abends Hand in Hand den spektakulären Sonnenuntergang an Strand und Palmen bestaunen und um sich vorzunehmen, hier herzuziehen, wenn man in Rente geht.
Am letzten April, morgens in aller Früh, zogen die Burschen von jedem Viertel mit Pferdegespann, einer Ziehharmonika und ein – zwei Krüge („Demijon“) Wein in den Wald, um den Baum zu fällen (zuletzt war nur noch der „Tokatsch“ Wald). Nachdem der Baum gefällt war, ging es sehr lustig im Wald zu und man wartete bei Musik und Wein bis am Nachmittag,die Blasmusik wartete am Ortsrande, um den Maibaum reihenweise in die Marktgemeinde „reinzublasen“.
Maibaumfest in Sanktanna
Foto: Zoltán Pázmány
Samstags vor der Feier wurde der Baum wieder „ausgehoben“, schön mit Blumen, grünen bunten Bändern geschmückt und nochmals aufgestellt. In dieser Nacht zum Sonntag musste ein Mann Wache stehen, denn die Burschen von einem anderen Ortsteil versuchten den fertig geschmückten Maibaum zu stehlen oder einfach abzusägen, was auch manchmal passierte.
An jedem Sonntag wurde an einem anderen Baum, d.h. Ortsviertel, getanzt. In 1/3 Höhe des Maibaumes wurde ein Gerüst befestigt, wo sich die zwei Lämmer während des Festes befanden. Beim Maitanz trugen die Mädchen dieselben weißen Faltenröcke wie zu Kirchweih, mit ihren 5 – 6 Unterröcke, schwarzen reich verzierten Schürzen, Röckl mit Buschärmel („steifer Pâtschur“), eine weinrote Perlenkette um den Hals, weiß gehäkelte Kniestrümpfe, schwarze Schuhe und in der Hand eine Tulpe. Die Burschen trugen zuerst die „Fäßlâstiefel“ mit schwarzem Leibchen oder Frack und erst später, nach dem Krieg, dunkle lange Hosen und weißes Hemd. Auf dem Kopf trugen sie den großen schwarzen Hut mit einer Tulpe.
Der erste und der zweite Geldherr hatten je zwei Tulpen. In Sanktanna/Santana gab es auch noch die „Noblen“ („Herrischen“), die weder bei der Kirchweih noch beim Maitanz mitmachten. Und es gab auch die Gewerbetreibenden (Professionisten), bei denen sich die Tracht von der des Bauernstandes unterscheidet. Die Burschen trugen schon von Anfang an keine Stiefel, sondern Schuhe und die Mädchen eine Art Dirndltracht, weißer Faltenrock mitschwarzem Leibchen aus Samt, das sich vorne nicht ganz schloss und mit einem schönen schwarzen Schnurband zusammen geflochten wurde. Die Professionisten tanzten nicht jedes Jahr, aber wenn, dann nur im ungarischen „Nintsch“ Viertel.
Am Nachmittag versammelten sich die Burschen beim zweiten Geldherrn. Von dort marschierte man mit der Musik zu der ersten Geldherrin, wo sich alle Mädchen versammelt hatten. Unter den Klängen der Blasmusik marschierte man zum Maibaum, um das Fest zu feiern und man sang immer wieder das Lied „Das wir sein, das wir sein, das wir lustige Maiertänzer sein.“ Nach dem Einmarsch der Trachtenpaare folgte der Tanz und das Fest begann. Im Laufe des Nachmittags fuhren die Burschen aus den anderen Ortsteilen mit Pferdegespann und geschmücktem Wagen vor, die Musik spielte für diese einen Marsch und drei Tänze. Den Gästen wurde Wein und Kuchen angeboten.
Andreas Auer, stellvertretender Vorsitzender der Heimatortsgemeinschaft (HOG) Sanktanna/Santana
Ein Pianist und ein Violinist unterstützen Blindengesellschaft
oz. Lugosch – „Die Geige ist ein Körper, der begonnen hat immer lebendiger zu werden“, sagt Alexandru Tomescu über die „Stradivarius Elder – Voicu“. Vor kurzem konzertierte der Geigenvirtuose auf der Violine zum ersten Mal auf der Bühne des Stadttheaters „Traian Grozavescu“ in Lugosch/Lugoj. Dies war die elfte Aufführung aus einer Reihe von 15 Benefizkonzerten, in der Tomescu zusammen mit dem Pianisten Horia Mihail, Spenden für die Blindengesellschaft aus Rumänien sammelt.
„Der blinde Spielmann“, Alexandru Tomescu, begleitet auf der Lugoscher Theaterbühne vom Pianisten Horia Mihail
Foto: Oliver Zsilko
Die „Stradivarius Elder – Voicu“ ist rumänisches Staatseigentum und wurde 1955 von einem Lutheraner aus der Schweiz für 70.000 Franken gekauft. Ab dann spielte auf dieser Ion Voicu bis zu seinem Tode 1997. Zehn Jahre lang wurde die Violine, die der italienische Geigenbauer Antonio Stradivari 1702 hergestellt hatte, nicht benutzt. Erst 2007 kam die Stradivarius nach einem Wettbewerb in den Besitz von Alexandru Tomescu und wird nun wieder verwendet.
Laut dem Virtuosen sollen die Geigen von Stradivari deshalb so berühmt und teuer sein, weil es kein anderer nach ihm geschafft hat, solche Violinen zu bauen. Dies obwohl viele der Baumeister die Geige nachzubauen versucht haben. Die „Elder – Voicu“-Geige wird auf über drei Millionen Euro gewertet und deshalb unter der Aufsicht eines privaten Sicherheitsdienstes von einem Konzert zum anderen befördert.
„In keiner Stadt ist es bisher vorgekommen, dass Jugendliche Geld für die Blindengesellschaft gesammelt haben. Das hat mich in Lugosch umso mehr erfreut, denn diese Kinder sind zukünftige Eltern, denen die Wichtigkeit der Blindenbehinderung bewusst geworden ist“, sagt Tomescu. Nach dem ersten vorgespielten Stück machte der Violinist bekannt, dass Schüler aus den Lugoschern Lyzeen „Iulia Hasdeu“ und „Coriolan Brediceanu“ Geld für die Blindengesellschaft gespendet haben. Alexandru D. sagt, dass allein in seiner Klasse 130 Lei eingesammelt wurden.
Um zu spenden, gibt es zusätzliche Möglichkeiten: SMS senden, Telefonieren, Geld auf ein Konto überweisen oder ins Konzert zu gehen. Bei den Aufführungen können Interessenten Geld in eine mobile Urne einlegen oder das Konzertprogramm (5 Lei), die Stradivarius CD mit Spendebescheinigung (50 Lei) oder ohne (25 Lei) kaufen. Wenn im Neumarkt/Targu Mures eine Geldsumme von 81 Lei eingesammelt wurde, so brachte das Konzert in Temeswar die bislang höchste Summe: 830 Lei. Die „Stradivarius“-Tournee endet am 16. Mai in Bukarest und wird live im Ferhsehen übertragen.
„Die Geige ist ein Nahrungsmittel für die Seele. Wenn sie ein Staatseigentum ist, so gehört sie jedem Einzelnen von uns“, sagte nach dem Konzert Horia Mihail. Sowohl er, als auch Alexandru Tomescu, haben sich vorgenommen, in je mehr Städten rumänienweit aufzutreten. Wenn sie voriges Jahr nur an Orten, in denen es eine Philharmonie gibt, aufgetreten sind, so haben sie dieses Jahr auch in Kleinstädten gespielt.
wk. Reschitza – Generalschulinspektor Nicolae Grindeanu und Chefkommissar Dumitru Micu, der Polizeikommandant des Verwaltungskreises Karasch-Severin/Caras-Severin, hielten gemeinsam eine Pressekonferenz ab zum Thema Jugendkriminalität. Laut Grindeanu ist die Hauptursache der Jugendkriminalität die Nachlässigkeit oder das faktische Fehlen der Eltern von zuhause.
Landesweit gäbe es laut Übersichten der Schulbehörden 82.000 Kinder, deren Eltern, oft beide, im Ausland arbeiten und deren Kinder praktisch aufsichtslos auf sich allein gestellt sind. Vom selbstständigen Verfügen über das von den Eltern überwiesene Geld und bis zum kriminellen Beschaffen zusätzlichen Geldes, denn in einer im Konsumrauch befindlichen Gesellschaft wie der rumänischen seien die Versuchungen größer als die moralischen Schranken, sei es dann nur noch ein kleiner Schritt, meinte Polizist Micu.
Im Banater Bergland stehe man mit 2700 Kindern in dieser Situation noch relativ gut da. Allerdings: binnen einem Jahr haben 66 dieser 2700 Kinder die Schule aufgegeben und sich darauf eingerichtet, mit dem von den im Ausland lebenden Eltern auf ihr Konto überwiesenen Geld allein zu „wirtschaften“. Allein an der Allgemeinbildenden Schule Nr.1 in Reschitza, beim Arbeiterheim gelegen, haben von 32 Kindern, deren Eltern im Ausland arbeiten, 18 seit Jahresanfang die Schule geschmissen.
Grindeanu: „Wir haben da ein paar Projekte und Programme, durch welche wir das Phänomen zu mindern, wenn nicht gar auszumerzen versuchen, aber es ist schwierig...“. Die größte Hoffnung liege gegenwärtig in der Weltkrise, meinte Polizeikommissar Micu, die viele Arbeitsmigranten aus Rumänien zwinge, heimzukehren. Die größten Nutznießer der Weltwirtschaftskrise könnten die Kinder der Arbeitsmigranten sein, bestätigte auch Grindeanu.
Temeswar – Unter dem Motto „20 Jahre Um- und Aufbruch“ veranstalten das Demokratische Forum der Deutschen im Banat, das Deutsche Forum der Banater Jugend und das FunkForum in der Zeitspanne 22. – 24. Mai 2009 die neunte Auflage der „Heimattage der Banater Deutschen“ in Temeswar/Timisoara. Diese stehen heuer unter dem Zeichen des 20jährigen Jubiläums des Deutschen Forums als Vertretung der deutschen Minderheit in Rumänien und gleichzeitig des 20jährigen Wendejubiläums in Mittel- und Südosteuropa.
Die Veranstaltungsreihe beginnt am Freitag, dem 22. Mai, um 16 Uhr im Festsaal des Adam-Müller-Guttenbrunn-Hauses mit einem Mediensymposium zum Thema „Erlebte Heimat. 20 Jahre freie deutschsprachige Medien“. Anlässlich seines achten Geburtstages hebt das FunkForum die Gemeinsamkeiten der verschiedenen Medien (Print, Radio und TV) hervor und stellt die gemeinsame Meiden-online-Plattform als konvergentes und zukunftorientiertes Medium vor. Mittels der Fotoausstellung “60 Jahre Neuer Weg – ADZ” wird das diesjährige Jubiläum der deutschsprachigen Printmedien in Rumänien gefeiert. Gleichzeitig feiert das Schülerprojekt PausenRadio sein fünfjähriges Jubiläum. Die Jugendarbeit bildet dabei ein weiteres Bindeglied zwischen den Medien und den Minderheitenvertretungen.
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Durch ein anschließendes gemeinsames Auftreten der Schulredakteure und der Jugendtrachtengruppen soll auf das bevorstehende Kulturprogramm der Heimattage hingewiesen werden. Innerhalb des Festivals “Temeswar, Klein Wien” auf dem Domplatz treten am Freitagabend mehrere Kulturgruppen auf.
Am darauf folgenden Tag, Samstag, 23. Mai, ist zwischen 11 und 13 Uhr die feierliche Eröffnung der Veranstaltung im Saal des Musiklyzeums „Ion Vidu“ angesagt. Nachmittags um 16,30 Uhr beginnt das Festprogramm der Kulturgruppen im Saal des Temeswarer Studentenkulturhauses, gefolgt von einem Ball (ab 21 Uhr) im Festsaal des AMG-Hauses.
Eine Andacht findet am Sonntag, dem 24. Mai, um 10 Uhr im Hof des AMG-Hauses statt, anschließend der Trachtenaufmarsch durch das Stadtzentrum.
An den Heimattagen nehmen Kulturgruppen und Gäste aus dem Banat, aus Siebenbürgen, Deutschland und Ungarn teil. Ihr Dabeisein haben angesagt: Blasmusikorchester aus Freiburg und Rekasch, je eine Trachtengruppe aus Singen/Deutschland, Fünfkirchen /Pecs/Ungarn, Hermannstadt, Billed, Großsanktnikolaus, Hatzfeld, Lugosch, Busiasch, Reschitza, Orschowa, Steierdorf, Ferdinandsberg, Bokschan, Arad und natürlich aus Temeswar (Jugendtrachtenverein „Banater Rosmarein“, die Kindertanzgruppe „Hänschen Klein“ und die Seniorentanzgruppe „Bunter Herbstreigen“).
Die Veranstalter wollen hiermit einen Aufruf an all jene starten, die Interesse an dieser Großveranstaltung, die jedes zweite Jahr in Temeswar ihren Ablauf findet, zeigen. Liebe Landsleute, Sie sind alle herzlich willkommen. Musik, Tanz und gute Laune sollen uns drei Tage lang begleiten, die Veranstaltung soll miteinander und füreinander dazu beitragen, unsere Sitten und Bräuche aufrecht zu erhalten und an kommende Generationen weiterzugeben. Helen Alba
Neues Buch am Deutschstuhl der Westuni veröffentlicht
„Schwerpunkte der deutschen Grammatik. Der Artikel“ - Ein Lehr- und Übungsbuch bildet nicht lediglich einen weiteren Titel auf dem anscheinend weiterhin nicht gesättigten rumänischen Markt grammatischer Hilfswerkzeuge für Lehr- und Lernende.
Es handelt sich dabei vielmehr um die Erscheinung der vorerst letzten Komponente eines modularen Projekts der Temeswarer Germanistik, welches seit 1999 inzwischen acht (im Mirton Verlag) veröffentlichte Titel vorweist. Unter dem Namen „Schwerpunkte der Deutschen Grammatik“ erschienen bis jetzt Bücher, Themen wie: Präpositionen im Unterricht. Morpholgie, die neue Rechtschreibung, dasVerb, das Adjektiv, das Substantiv, wurden unter anderen behandelt.
Die Erwähnung dieser Titel ist keineswegs formell-pedantisch. Die Aufzählung macht eine Tradition sichtbar und ein kohärentes wissenschaftlich-didaktisches Handeln deutlich. In diesem Sinne ist auch die Vermeidung des verfasserischen Alleingangs durch konsequente Bevorzugung von Teamarbeit zu signalisieren. Dadurch entsteht nicht nur ein klar umrissenes Projekt sondern auch eine wahre Autorengemeinschaft gekennzeichnet durch konvergente Forschungsakzente und eine intensive Auseinandersetzung mit Erfahrungen der Unterrichtspraxis.
Ausschlaggebend ist aber die modulare Fügung der vorgelegten Lehr- und Übungsbücher – den letzten Titel über den Artikel eingeschlossen. Sie können sowohl autonom betrachtet und eingesetzt, als auch „mosaikartig“ zusammengefügt werden, d.h. sie sind sowohl individuell als auch seriell effektiv. Die Grundlage dafür ist die für die gesamte Serie „Schwerpunkte der deutschen Grammatik“ gemeinsame konzeptionelle und strukturelle Ausrichtung, die gleiche „Makrostruktur“, wie es Marki/ Lupşan selbst im Vorwort desBuches unterstreichen.Die Bausteine der Makrostruktur werden von den Autorinnen ebenfalls transparent gemacht:
(1) die systematische Regeldarstellung,
(2) der umfangreiche Übungsapparat mit über 100 Einheiten,
(3) der integrierte Lösungsschlüssel und
(4) eine umfassende Liste von Funktionsverbgefügen mit dem bestimmten und dem unbestimmten Artikel im Anhang, welcher weiterführende Literaturhinweise vorangestellt wurden.
Der klare, übersichtliche Aufbauund der umfangreiche Trainingsteil entsprechen dem Publikumsprofil der Arbeit und ihrer Funktion. Sie wendet sich an Deutschlerner mit sprachlichen Grundkenntnissen und linguistischen Vorkenntnissen, als auch an Fortgeschrittene, die eine bessere Kontrolle des Artikelgebrauchs im Deutschen anstreben. Das Einsatzgebiet des Lehr- und Übungsbuches reicht von Schulen und Sprachschulen bis zum Hochschulbereich. Damit ist es für Selbstlernprozesse, kurstragend oder aber als Zusatzmaterial im Unterricht adäquat.
Der analytisch-deduktiv angelegte Einführungsteil liefert Definitionen und Klassifikationen, Regeln und Beispiele, die eine solide Erweiterung und Vertiefung von grammatischen Kenntnissen fördern. Die prägnanten kurzgefassten Erklärungen der Regeln ermöglichen eine schrittweise erfolgende Hinführung des Lernenden zur Bestimmung des Artikels. Die bis zu diesem Punkt erfolgte Regelassimilation wird noch vor dem eigentlichen Übungsteil durch anschließende Tests prüfbar gemacht. Der Übungsteil selbst ist umfangreich und illustriert getreu die Zielsetzung des Buches: die Befähigung der Lernenden zur Kontrolle, Erweiterung und Vertiefung von grammatischen Kenntnissen. Die Übungen sind abwechslungsreich und gehorchen einerseits einem Prinzip der steigenden Komplexität, erfahren aber auch eine thematische Organisation – eine Neuerung innerhalb der bisherigen Titel der Reihe „Schwerpunkte der deutschenGrammatik“. Auch ganzheitliche Texte werden als Material herangezogen, um satzübergreifende Strukturen als Übungshintergrund zu liefern.
Der Ton der Theoretisierung ist im Verhältnis zu den vorliegenden Beschreibungsansätzen des Artikels nicht polemisch markiert (siehe dazu die unterschiedlichen Darstellungen zum Umfang des Begriffs des Artikels). Problematische Stellen verbunden mit der systematischen Erfassung des Artikelgebrauchs werden mit Hilfe von Ausnahmeregelungen (durch eine Smiley-Figur markiert) gelöst. Insgesamt ist das Hauptanliegen der Verfasserinnen sichtbar, das kommunizierte grammatische Wissen durch eindeutige Anweisungen operationalisierbar zu machen. Besonders deutlich tritt das im Abschnitt „Tipps zum Artikelgebrauch“ zum Vorschein, in welchem über ein Dutzend Instruktionen im Sinne von „goldenen Regeln“ aufgelistet werden.
Leider sind die mit den expliziten Gebrauchsnormen verbundenen ikonischen/graphischen Zeichen nicht intuitiv nachvollziehbar, es gibt keinen offensichtlichen kognitiven Zusammenhang zwischen Symbol und Tipp, so dass die Notation der Instruktionen dem Lernenden eher leicht verwirrend oder leicht willkürlich, zufällig als mnemotechnisch hilfreich vorkommt.Es handelt sich zwar um einen kleinen Rückschlag im Verhältnis zur durchaus erfolgreichen Vermittlungsstrategie der Autorinnen, doch wird damit ein Problem des graphischen Designs sichtbar, das zwar nicht unmittelbar zum auktorialen Aufgabenbereich gehört, aber doch die funktionale Effektivität des Ganzen berührt.
Kompensiert wird diese visuelle Schwäche allerdings durch den besonderen Problematisierungsinstinktvon Marianne Marki und Karla Lupşan, durch die scharfe Wahrnehmung pragmatisch relevanter Aspekte des Artikelgebrauchs verbunden mit den grammatischen, bzw. semantisch-pragmatischen Funktionen des Adjektivs. Besonders erfolgreich ist das Buch in der Darstellung und Bewusstmachung des textuellen Umfeldes des Artikels mit allen Formen seiner lexikalischen Nachbarschaften, dessen Fusionsmöglichkeiten mit Präpositionen und innerhalb von Funktionsverbgefügen und Phraseolexemen, dessen Fähigkeit, selbst abwesend bedeutsam zu bleiben. Es trägt dem ganzen unscheinbaren textuellen Gewicht des Artikels Rechnung.
Temeswar (BZ) – Eine neue Herausforderung steht den kreativen Kunstliebhabern bevor: Die Buchhandlung Carturesti auf der Mercy-Straße, das Kunstmuseum sowie die Fluggesellschaft Austrian Airlines wollen die kulturelle Bedeutung der Temeswarer Mercy-Straße am Domplatz fördern und veranstalten einen Wettbewerb dazu. Der Hauptpreis: eine Reise nach Wien, mit Reisekosten und Unterbringung in einem Viersternehotel mit eingeschlossen.
Die Mercy-Straße am Temeswarer Domplatz.
Foto: Zoltán Pázmány
Um den anlockenden Preis zu gewinnen, sollen Interessenten originelle Werbeplakate zu folgenden vier Themen entwerfen: Mercy – eine kulturelle Straße, das Kunstmuseum – große Kunst, das Fliegen und Plus- bzw. Minuspunkte sowie Gemeinsamkeiten mit der österreichischen Hauptstadt Wien. Die Plakate können sowohl aus Pappe als auch aus anderen Textilien und Materialien angefertigt sein. Sie werden dann an einem Draht befestigt, der von Carturesti bis zum Kunstmuseum gespannt ist. Eine Jury wird das originellste und kreativste Plakat auswählen. Marcel Tolcea, Leiter des Kunstmuseums, Magdalena Marculescu, „Austrian Airlines“-Bezirksleiterin, sowie ein „Carturesti“-Vertreter werden die Mitglieder der Jury sein.
Der Wettbewerb dauert bis am 10. Juni. Nicht nur die Temeswarer sind eingeladen, beim Wettbewerb mitzumachen, sondern auch Bürger aus anderen Städten Rumäniens. Interessenten können ihre Werbeplakate per Post schicken (Adresse: Mercy-Straße, Nr. 7, Temeswar). „Wir hoffen dass es zu einer originellen Ausstellung von Plakaten kommen wird und dass es letztendlich sehr schön aussehen wird, mit vielen bunten Plakaten ausgehängt“, sagt Stefania Luca, Buchhändlerin von Carturesti.
Trotz Profite Trinkwasser für Bevölkerung verteuert
In der letzten Sitzung der gemischten Kommission der Kreise Arad und Bekes (Ungarn) unterzeichneten die beiden Kreisratsvorsitzenden Nicolae Iotcu und Laszlo Domokos vor Kurzem eine gemeinsame Erklärung betreffend die Lieferung von Trinkwasser an die ungarischen Nachbarn.
Das Projekt ist auf Ansuchen der ungarischen Partner zustandegekommen, da das Trinkwasser des Kreises Bekes eine starke Arsenik-Konzentration aufweist. Es soll im Rahmen der schon seit Jahren gutgehenden und beiderseitig vorteilhaften Partnerschaftsbeziehungen Arad- Bekes entfaltet werden. Laut dem Arader Kreisratsvorsitzenden Iotcu soll die Machbarkeitsstudie bis November erarbeitet werden, sodass die Arbeiten schon zu Beginn 2010 gestartet werden können.
Laut der Arader Kreisverwaltung werden die Trinkwasserreserven des Kreises durch diesen Export keineswegs beeinträchtigt. Das Arader Trinkwasser, ausschließlich Grundwasser von guter Qualität, wird aus 110 Tiefbrunnen zwischen den Ortschaften Horia und [imand gefördert. Da der Kreis nur 30 Prozent der zur Verfügung stehenden Reserven von Trinkwasser nutzt, wird trotz einer geplanten Ausfuhr von 30 Prozent nach Bekes, noch immer 40 Prozent des Arader Trinkwassers als Reserve bleiben.
Das Trinkwasser für Bekes soll ausschließlich von der Quelle Arad-Nord geliefert werden.
Wie zu erwarten, hätte ein solch vorteilhafter Vertrag auch zur Senkung des Trinkwasserpreises für die Bevölkerung führen müssen. Die Arader Kreisräte stimmten jedoch einstimmig für eine Verteuerung: Somit ist der Preis des von der Arader Wassergesellschaft CAA gelieferten Trinkwassers in der Stadt Arad und im Kreis (Ausnahme machen Curtici, Lippa, Nadlak, Petschka, Sanktanna und Pankota) ab 1. Mai von 2,55 Lei auf 2,61 Lei/ Kubikmeter gestiegen.
Das ist die erste der vier für 2009 gemäß der Inflationsrate vorgesehenen Verteuerungen. Laut CAA-Generaldirektor Gheorghe Banatean, ist zudem zwecks Senkung der Betriebs- und Lohnkosten die Entlassung von über 50 Mitarbeitern aus den Reihen des 700köpfigen Personals bis Ende Juni vorgesehen. Für die Entlassenen sollen insgesamt 622.000 Lei Entschädigung, je sechs Gehälter pro Kopf, bereitgestellt werden. Laut Generaldirektor Banatean wird die Arader Wassergesellschaft, die keinerlei Verschuldungen aufweist, heuer Einnahmen von über 55,2 Millionen Lei und Ausgaben von 49,6 Millionen Lei verzeichnen. Das ergibt einen Jahresprofit von zirka 5,5 Millionen Lei.
Eine Nachricht, die die Arader Steuerzahler die Haare zu Bergen stehen lässt: Mit 14 Für- und nur zwei Gegenstimmen beschlossen die Arader Stadtväter in einer außerordentlichen Sitzung im Handumdrehn einen neuen BERD-Kredit im Wert von 13 Millionen Euro zwecks Fortsetzung des größten städtischen Bauprojekts zur Modernisierung der Infrastruktur des öffentlichen Stadtverkehrs aufzunehmen.
Seit 2007 bietet die Arader Innenstadt den Anblick einer Großbaustelle
Foto: Zoltán Pázmány
Diese Anleihe muss die Stadt Arad in elf Jahren zurückzahlen. Es sei daran erinnert, dass die Stadt Arad 2005 eine erste Anleihe von 20 Millionen Euro bei der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung BERD gemacht hatte. Das, wurde damals begründet, um nicht von den Finanzierungen der jeweiligen Regierungen abzuhängen und das dringende Projekt zeitgerecht umsetzen zu können. Mit der neuen Millionen-Anleihe beginnt man sich jedoch ernüchtert allerhand Fragen in der Arader Öffentlichkeit zu stellen: Die Kommunalverwaltung begründete nämlich diese zweite Kreditaufnahme damit, dassder erste Kredit nicht ausreichend gewesen wäre und diese 13 Millionen Euro die zusätzlichen Kosten für die fast abgeschlossene I. Bauetappe ( Stadtabschnitt „Boul Ro{u“- Neuarader Bahnhof) absichern sollen!
Jetzt kam also heraus, dass man im Rathaus falsche Berechnungen gemacht hat. 2005 sprach man gar allzu populistisch davon, dass ein Teil des Kredits für zusätzliche Modernisierungsarbeiten in der Stadt an der Marosch verwendet werden könnten. Die Realität hat alle rasch eingeholt. Um den Gesamtwert des Projekts - Die Arbeiten wurden 2007 gestartet - von 40 Millionen Euro zu sichern, musste man demnach heuer je 6,5 Millionen Euro für die I. und II. Etappe leihen. Die Hauptschuldigen sind eigentlich im Rathaus zu finden. Der Stadtrat hat eingangs viel versprochen und es dann nicht geschafft, in drei Jahren den eingeplanten Eigenbeitrag von 10,8 Millionen Euro zu dem BERD-Projekt bereitzustellen.
Jetzt steht fest, dass diese Anleihe trotz aller Risiken der Krisenzeit aufgenommen wird. PDL-Bürgermeister Gheorghe Falca kann derzeit für seine Initiativen und Pläne im Stadtrat auf eine klare Mehrheit PDL-PSD bauen und die Kommunalverwaltung wird das nötige Guthaben vom Finanzministerium sicherlich auch erhalten. In Arad frägt man sich jedoch ernsthaft, wie das weitergehen soll: Der Arader Schuldenberg wächst unaufhörlich, es müssen selbstverständlich auch hohe jährliche Zinsen bezahlt werden.
Und wieviel wird das BERD-Projekt (Anfänglich wurden die Gesamtkosten auf 39,494 Millionen Euro mit MwSt geschätzt) nun die Stadt letztlich doch kosten?
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IN EIGENER SACHE
1. Die Reportage unserer Kollegin Ana Saliste, „Aus der Kindheit einer Nobelpreisträgerin/ Wie die Bewohner aus Nitzkydorf den Erfolg der Schriftstellerin finden“, erschienen in der BZ Nr. 825vom 14. Oktober 2009 wurde inzwischen von der „Deutschen Presseagentur“ (dpa), von „Bild“ (auszugsweise), von der „Frankfurter Rundschau“ online sowie von „Die Berliner Literaturkritik“ übernommen.
2. Auf ihrem 47. Kongress, am 10. Oktober 2009, in Innsbruck, wählte die European Journalists Association (EJ) unsere Kollegin Raluca Nelepcu (25), Chef vom Dienst der Banater Zeitung, als Generalsekretärin in den Vorstand des von der EU anerkannten Journalistenverbands.
3. Die Reportage "Sie mussten in der Öffentlichkeit schweigen" von Raluca Nelepcu war unter den besten zehn von über 80 Einsendungen und für den n-ost-Reportagepreis nominiert worden.
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