Mittwoch, 27. Mai 2009

Trachtenvielfalt, Blasmusik und gute Laune in Temeswar


Kulturprogramme, Schwabenball und Aufmarsch von 245 Trachtenpaaren

Vor dem Trachtenumzug versammelten sich alle Teilnehmer zur Andacht im Hof des Adam-Müller-Guttenbrunn-Hauses
Foto: Zoltán Pázmány

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Die „Heimattage der Banater Deutschen“ wurden Ende Mai zum neunten Mal in Temeswar in die Wege geleitet. Zahlreiche Teilnehmer von hüben und drüben stürmten drei Tage lang mit Frohsinn, Tanz und guter Laune die Stadt an der Bega.

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Die Trachtenvielfalt machte Zuschauer, Vorübergehende auf das aufmerksam, was unsere Vorfahren als Erbe mitgebracht und weitergegeben haben.Innerhalb des Festivals “Temeswar, Klein Wien” traten am vergangenen Freitag unter dem Motto „Unsere Schwaben kehren ins Banat zurück“ mehrere Kulturgruppen auf dem Domplatz auf: die “Eisenbahner Musikanten” aus Freiburg unter der Leitung von Josef Zippel, die Tanzgruppen der Landsmannschaft der Banater Schwaben aus Singen und Würzburg/Deutschland, die Jugendtanzgruppe “Leöwey” aus Fünfkirchen/Pecs/ Ungarn, die sächsische Tanzgruppe des Demokratischen Forums der Deutschen aus Hermannstadt/Sibiu, der Temeswarer Jugendtrachtenverein “Banater Rosmarein” und die Kindertanzgruppe “Hänschen Klein”.
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Am darauf folgenden Tag wurde die Veranstaltung im Saal des Temeswarer Musiklyzeums „Ion Vidu“ feierlich eröffnet. Ingrid Schiffer, Vorstandsmitglied des Demokratischen Forums der Deutschen im Banat, begrüßte Ehrengäste: als Vertreter der Deutschen Bundesregierung, Frank Willenberg, Ministerialdirigent im Bundesministerium des Innern, Julian Fricke, Presseattacheė der Deutschen Botschaft in Bukarest, Rolf Maruhn seitens des Deutschen Konsulats in Temeswar, Seine Exzellenz Martin Roos, Bischof der römisch-katholischen Diözese Temeswar, Ovidiu Gant, Abgeordneter des DFDR im Rumänischen Parlament, Bernhard Krastl, Bundesvorsitzender der Landsmannschaft der Banater Schwaben, Peter Krier, Vorsitzender des Hilfswerks der Banater Schwaben, Edeltraut Schwab, Vertreterin der Landsmannschaft der Banater Schwaben in Österreich, Ludwig Bertholt, Vertreter des Verbandes der Trachtenvereine Österreich, Antonia Maria Gheorghiu, Vorsitzende des DFD im Buchenland.
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Anschließend wurden Grußworte gesprochen. Karl Singer, Vorsitzender des DFDB, sprach als Letzter über die Bedeutung der Heimattage und dankte allen für ihr Mitwirken. Anwesend waren Vertreter der Ortsforen, Medienvertreter, Kulturgruppen und zahlreiche Interessenten. Die musikalische Umrahmung boten die „Eisenbahner Musikanten“ aus Freiburg und Werner Salm, Leiter der „Original Kaiserstühler Musikanten“. Mit viel Erfolg brachten erstere das eigens für diese Veranstaltung komponierte Lied „Kindheit“, Text in rumänischer Sprache, zu Gehör.
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Der „Stefan-Jäger-Preis“ für das Jahr 2008 wurde seitens Horst Martin, Geschäftsführer des Banater Vereins für Internationale Kooperation BVIK an Cristian Chioncel aus Reschitza/Reşiţa für hervorragende Leistungen in den Bereichen Jugendarbeit, Kulturtätigkeit und Forumsunterstützung vergeben. Die Laudatio sprach Karl Lupşiaska, Vorsitzender des Demokratischen Forums der Banater Berglanddeutschen.

Vom Überleben

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Ein kluger Europäer, der im 20. Jahrhundert auf Reisen geht, wendet sich, nachdem er die Grenze zu einem fremden Land erreicht hat, sobald Pass- und Zollkontrolle passiert sind, an einen Einheimischen mit der folgenden Frage: Ich bin fremd in diesem Land. Seien Sie so freundlich und sagen Sie mir, was zur Zeit bei Ihnen so gelogen wird.
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Diese Anekdote ist Teil eines Essays des 1897 geborenen ungarischen Philosophen Bela Hamvas. Der Titel: „Ode an das 20. Jahrhundert“.
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Es hat im sowjetisierten Ostmitteleuropa erstaunliche Fälle von unabhängigem Denken gegeben. Ich spreche jetzt nicht von den vielfältigen neomarxistischen Ansätzen, ich spreche auch nicht von konventioneller Dissidenz, sondern von einem Denken, das im Schutz der Anonymität, ohne jede Bezugnahme zur Macht auskam.
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Es handelt sich bei seinen Urhebern um Einzelgänger, um Einsiedler und Eigenbrötler, um Menschen, die die heute selten gewordene Fähigkeit besaßen, auf die öffentliche Selbstdarstellung verzichten zu können. Sie erfreute der frei schwebende Gedanke mehr als die Zurschaustellung ihres Egos.
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Im Unterschied zu den Neomarxisten und den unter diesem Label die Restöffentlichkeit der geschlossenen Gesellschaft Nutzenden, die aus der Tarnung heraus agierten, hielten die neuen Eremiten sich an das Prinzip des Verstecks. Sie fädelten sich in ein banales Berufsleben ein, in den gleichförmigen Alltag. Im Jargon des Geheimdienstes: Sie tauchten unter.
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Zwei Begriffe prägen das Leben der Denker im Versteck: Die Bibliothek und die Melancholie. Das gilt auch für Alexandru Dragomir. Den 27jährigen Heidegger-Schüler entfernte ein Einberufungsbefehl der rumänischen Armee 1943 aus dem Doktorandenseminar des Meisters. Nach dem Krieg aber kam er aus Rumänien nicht mehr heraus. Er ging dort unauffälligen Berufen nach, vor allem auf Baustellen, und wurde schließlich, dank seiner Sprachkenntnisse, für ein paar Jahre zum Dolmetscher eines Exportfirmenleiters aus der Holzwirtschaft.
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Dragomir notierte über Jahrzehnte seine Gedanken, meist in aphoristischer Knappheit und Prägnanz, gewissermaßen aber auch als Vorarbeit für etwas Größeres, zu dem es dann nie kam. Ihn, der in der angehaltenen Zeit der Diktatur lebte, beschäftigte in auffallender Weise Chronos. Eine seiner Aufzeichnungen beginnt so: „Die Vergangenheit ist uns gegeben, die Zukunft nicht. Doch auch sie ist uns in gewisser Weise gegeben. Was uns gleichzeitig gegeben und nicht gegeben ist, das ist das Mögliche.“
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Alexandru Dragomir starb 2002. Seine fragmentarische Aufzeichnungen sind posthum in Bukarest in bisher vier Bänden erschienen. Sie sind exemplarisch für ein lebendig bleibendes Denken, für sein Überleben, trotz des Stillstands der kontrollierten Gesellschaft und des zensurierten Seins.
Richard Wagner

Guttenbrunner Kirchweihtrachten – Prunkstücke der Heimattage


Auftritt der jüngsten Teilnehmer.

Das Kulturprogramm der teilnehmenden Trachtengruppen erfolgte am Samstagnachmittag im Temeswarer Studentenkulturhaus. Zum Auftakt brachten die Kleinsten des Lenau-Kindergartens Schwung in den Saal, sie waren in ihren schwäbischen Trachten allerliebst anzusehen, nahmen ihren Auftritt sehr ernst und lächelten stolz zu dem nicht enden wollenden Applaus.


Ballabend im AMG-Haus.
Die Gäste aus Deutschland, Ungarn und Hermannstadt begeisterten ebenfalls die zahlreich erschienenen Zuschauer mit Volkstänzen und Blasmusik. Natürlich traten auch bekannte Formationen auf die Bühne: „Banater Rosmarein“, „Bunter Herbstreigen“ „Heiderose“ aus Billed/Biled, Gruppen aus Großsanktnikolaus/Sannicolau Mare, Lugosch/Lugoj, Reschitza, Bokschan/Bocsa, Steierdorf/Anina, Ferdinandsberg/Otelul Rosu, Arad und andere.

Der Ballabend zeigte so richtig, wie tanzfreudig unsere Banater Schwaben, und nicht nur, sind. Im Walzerschritt oder bei einer Zeppelpolka, Tango oder Foxtrott, Jung und Alt wurden von guter Musik mitgerissen. Werner Salm und Josef Zippel traten mit ihren Musikanten auf die Bühne.

Die Guttenbrunner Kirchweihtracht erregte Aufsehen.

Als Höhepunkt der Veranstaltung kann der Trachtenaufmarsch zu den Klängen der „Eisenbahner Musikanten“ und der Rekascher „Mathias-Henschel“-Kapelle durch das Stadtzentrum am vergangenen Sonntag angeführt werden. Allen voran ganz stolz und selbstbewusst die Geschwister Ingrid Flavia und Robert Valentin Gant. Auch die sechsjährige Martina Nenadov (Kirchweihtracht Bogarosch) zwischen von Patrick Singer und Thorsten Sinitean-Singer wurden von den Zuschauern kräftig applaudiert. Beim Zählen der Trachtenpaare ging uns die Luft aus: es marschierten 245 Paare auf. Prunkstücke der diesjährigen Heimattage waren zwei Kirchweihtrachten aus Guttenbrunn/Zabrani, die seitens Grete Weidmann an den Jugendtrachtenverein „Banater Rosmarein“ verschenkt wurden.


„Hutputz“ und „Janklstrauß“ – Tradition in Wetschehausen.
Fotos: Zoltán Pázmány
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Darüber werden Sie in der „Pipatsch-Seite am 3. Juni 2009 mehr erfahren. Aufgefallen ist auch die Tracht der Gäste aus Würzburg, sie trugen das Trachtenkleid aus Wetschehausen/ Pietroasa Mare: die Frauen himmelblauer Oberrock und weiße, reich bestickte Schürze, weißes „Kittl“, vier bis fünf gestärkte Unterrücke. Die Männer trugen die Kirchweihhüte mit „Hutputz“ und auf dem schwarzen Leibchen prangte auf linker Seite der „Janklstrauß“. Alle Trachten waren schön anzusehen, jede Ortschaft zeigte ihre Eigenheiten. Was ist eigentlich die Tracht? Sie ist ein wesentlicher Bestandteil des sachlichen Kulturgutes eines Volkes. Sie ist sichtbarer, materieller Beweis der Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft. Die Tracht ändert sich nur langsam und folgt dem unbewusst wirkenden Gestaltungswillen der Gemeinschaft. Die Einheitlichkeit ist ein Wesensmerkmal. Die Tracht der Banater Schwaben hat innerhalb von 250 Jahren alle Entwicklungsstufen durchgemacht.

Stimmen wurden laut, es sei dies die gelungenste Auflage der der Heimattage in Temeswar gewesen. Förderer und Sponsoren waren: Departement für interethnische Beziehungen der Rumänischen Regierung, Institut für Auslandsbeziehungen Stuttgart, Deutsches Konsulat Temeswar, Deutschsprachiger Wirtschafts-Club Temeswar, BVIK, Weinkeller Rekasch/Recaş, Firma „Eval-Expert“ Deva und Bierbrauerei „Timisoreana“.
Helen Alba

Eine Banater Schwäbin auf Weltsreise (34)

Stuttgart: gar nicht sooooooo langweilig / von Nareda Cerdy

Wieso sollte man sich nach Stuttgart verirren, wenn man in Rumänien grad nicht bei Alcatel arbeitet? Die Stadt ist bestimmt nicht sehr weit oben auf der Gesehenhabenmüssen-Liste der meisten Touristen. Tja, auch ich kanns bestätigen: wenn man nicht unbedingt dorthin muss, kann man es auch gleich sein lassen. Aber wenn man sowieso schon mal da ist, muss man nicht in deutschlandwetter-bedingte miese Stimmung verfallen, dann sollte man auch gleich das Beste daraus machen.

Mercedes Benz Museum

Carpatair hat täglich Direktflüge nach Stuttgart aus Temeswar/Timisoara, also hingelangen ist kein Problem. Wenn man ein Sauna-Fan ist, dann ist man in Stuttgart genau richtig. Unbedingt das Millenium-Hotel nehmen im SI-Erlebniszentrum! Es ist nahe am Flughafen, man ist quasi mitten im SI-Zentrum. Und das beste von allem: die Schwabenquellen sind im Hotel. Die Schwabenquelle ist eine riesig grosse Saunalandschaft, mit zig unterschiedlichen Trocken- und Dampfsaunen, Meditations- und Kräutersaunen, Erlebnissaunen, Türkische Bäder, thematische Ruhebereiche (Majatempel, Afrika-Lodge, etc.) und natürlich auch einen getrennten Frauenbereich für schüchterne.

Der finnische Geiser ist am schönsten im Winter: ein Schwimmbecken mit sprudelnden Heisswasserströmen, halb innen und halb aussen, und es gibt nichts Herrlicheres als mitten im eiskalten Winter draussen in kochend heissem Wasser zu schwimmen. Die Schwabenquelle ist übrigens eine FKK Saunalandschaft, aber jeder erste Samstag im Monat ist Textiltag und dann kann man auch im Badeanzug reingehen. Direkt im SI-Erlebniszentrum gibts auch ein Kino und vor allem 2 Musical-Theater (Palladium und Apollo) die sehr zu empfehlen sind und wo zur Zeit gerade das Musical “Wicked” aufgeführt wird.

Ein Musical ist eine Kombination zwischen Theater (aber viel weniger langweilig), Oper (aber man versteht, was die singen) und Kino (aber man ist mittendrin statt nur dabei), also auf keinen Fall verpassen, vor allem, wenn man vorher noch nie in einem echten Musical war. Wenn das Wetter gut ist, unbedingt einen Zoobesuch planen. Die “Wilhelma” (so heisst der Zoo in Stuttgart) ist ein sehr schöner Zoo (nach Berlin der zweitartenreichste in Deutschland), mit angeschlossenem botanischem Garten, wo man problemlos 3-4 Stunden verweilen kann. Aber spazieren gehen und Tiere anschauen ist nicht jedermanns Sache.

Wofür sich aber Jung und Alt und vor allem beide Geschlechter begeistern können, das ist das Mercedes- und das neue Porsche-Museum. Frischgebackene Mercedeseigentümer lassen es sich nicht nehmen, ihren Neuwagen direkt in Stuttgart beim Werk abzuholen und dann gibts eine Museumsbesichtigung gratis dazu. Man fühlt sich echt wie in einem Science-Fiction Film.

Das Gebäude sieht von aussen neumodisch aus, bietet innen viel Raum, von dem man den Eindruck hat, dass er sehr schlecht genutzt ist, weil man lange Strecken laufen muss von einer Etage zur anderen (ungefähr so wie im Museum in Resita, mit seinen schrägen Auf-, bzw. Abstiegen, die dem Guggenheim-Museum in New York abgeguckt wurden, zu Zeiten, als die Rumänen eh alles selber erfunden hatten...) und weil die langen Flure nicht, oder wenn, dann nur für Fotoausstellungen benutzt werden. Aber egal: die ganze Mercedes-Geschichte gibt`s hier zu bewundern! Also: die Zeit sollte man sich auf jeden Fall nehmen, selbst wenn man den Eintritt selber bezahlen muss. Das was an dem Gebäude aber wirklich erstaunt sind die Aufzüge. Innen drinn gibts einen grossen Hohlraum mit Aufzügen, deren Kabinen aussehen wie im Raumschiff Enterprise.

Shoppingmeile Königsstrasse
Fotos: Wikipedia

Wenn man oben ist, versteht man, wieso der Schacht mit den Aufzügen im Inneren so gross gebaut wurde: damit die Masse an Leuten, die mit offenem Mund nach oben schauen, Platz hat und sich einander nicht die Füße zerquetscht. Natürlich konnte Porsche sich nicht mit weniger zufriedengeben und hat sein eigenes Museum gebaut, ebenso futuristisch wie das von Mercedes.

Anfang 2009 eröffnet und ganz in weiss gehalten, sieht es von aussen ein bisschen wie der kleine Trickfilmroboter aus dem Film Wall-E aus und innen werden die verschiedenen, in 60jähriger Porschegeschichte gebauten Modelle auf Glasplatten dem Besucher präsentiert. Trotz all dem ist Stuttgart keine ausgesprochene Touristenstadt, nur, wenn man zufällig sowieso dorthin muss, kann man sich die Freizeit mit diesen Tipps auch angenehm gestalten und den Besuch mit einem Shoppingbummel auf der Königsstrasse, Stuttgarts Einkaufmeile die vom Bahnhof bis zum Schlossplatz reicht, abschliessen.

Gespräche über Inkubatoren in Temeswar


Konzept in Rumänien - nicht besonders bekannt

Die „GTZ Business Incubation Coference“ hat Interessenten aus mehreren Ländern nach Temeswar/Timisoara gebracht: Algerien, Moldawien, Serbien und Deutschland. In Nordrhein-Westfalen gibt es 50 Inkubatoren. „Ein großes Problem in Solingen ist, dass Studenten, nach ihrem Abschluss, nach München oder Frankfurt wegziehen“, sagt Frank Hoelscheidt, Direktor des Inkubators aus Solingen. Durch die Errichtung der Inkubatoren soll Studenten, Berufseinsteigern oder jungen Existenzgründern der Start-Up in ihrem Business erleichtert werden.

Bei der Konferenz mit dabei (v.l.n.r.): Stefan Schandera, Regionalbeauftragter der Weltbank, Radu Ticiu, Direktor des Inkubators aus Temeswar und Frank Hoelscheidt, Direktor des Inkubators aus Solingen, Deutschland.
Foto: Zoltán Pázmány
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Das Temeswarer Inkubator ist vor ungefähr fünf Jahren entstanden. Die Gesellschaften die im IT Bereich auf den Markt kommen wollen, können hier Unterstützung finden: kostengünstigere Mieten und Know-how Transfer - das wären nur einige davon.

Das Konzept des Inkubators ist in Rumänien noch nicht besonders verbreitet. Dies wäre auch eine mögliche Erklärung, wieso Jungunternehmer den Verantwortlichen des Inkubators wiederholte und diverse Fragen über das Konzept stellen.

Das Inkubator in Temeswar ist durch eine Zusammenarbeit der Technischen Universität aus Temeswar, dem Temescher Kreisrat, dem Temeswarer Bürgermeisteramt, dem Temeswarer Kommunalrat mit finanzieller Unterstützung und Know-how seitens der GTZ entstanden.

Im Inkubator kann jedoch nicht jede x-beliebige Firma aufgenommen werden. Ein Evaluierungsausschuss prüft zunächst die Firmen, die aufgenommen werden wollen. Falls die Antwort positiv ausfällt, kann die Firma für drei Jahre in der Einrichtung verbleiben. Die sogenannte „Inkubationszeit“ beträgt nämlich drei Jahre. In dieser Zeitspanne stehen den Firmen (zu Niedrigpreisen) Räume – zwischen 20 und 40 Quadratmeter - zur Verfügung, Zugang zu Förderungsveranstaltungen, Internetzugang und Telefon sowie Trainings, Allgemeine Geschäfts- und Unternehmensberatung aber auch Rechts- und Steuerberatung.

Ein Wagner wandert nach Hause

Der Lugoscher DFDR-Vorsitzende mal anders/ Von Oliver Zsilko

„Wenn man gewissenhaft arbeitet, macht man eine ernste Arbeit“ – Dies ist die Regel, die jeder Meister seinem Lehrling einzuprägen versucht, aber auch die Berufseinstellung, die Rudolf Trost vor Jahren von seinem Vater mitbekommen hat.
Rudolf Trost schneidet das Holz mit der Bandsäge, dem Hauptteil der Holzbearbeitungsmaschine
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Dass Rudolf Trost Rentner und seit 1994 Vorsitzender im Lugoscher Demokratischen Forum der Deutschen ist, wissen die wenigsten in der Stadt. Umso mehr, dass er der letzte Wagenmacher in Lugosch/Lugoj geblieben ist. Ein Beruf, den er selbst „wie ausgestorben“ bezeichnet.

Der DFDR-Vorsitzende begann 1948 von seinem Vater den Beruf des Stellmachers zu erlernen, während er zur gleichen Zeit die Berufsschule von Lugosch besuchte. Sein Vater, Carl Trost, war damals einer der bekanntesten Wagner aus der Stadt und hatte seinerseits den Beruf vom Vater erlernt.

Vom Lehrling zum Wandergesellen
Rudolf Trost sagt, dass man in den ersten drei Jahren als „Wagner“ seine „Burschenzeit“ absolviert. Erst danach beginnt ein Lehrling sich fortzuentwickeln. 10 Jahre muss ein Stellmacher arbeiten, um ein Meister zu werden.

„Mein Vater war ein strenger und guter Meister“, sagt Trost lächelnd. „Er hatte es mir eingeredet zu wandern, um zu lernen.“ Dem zufolge begann Rudolf Trost seine Wanderzeit und übersiedelte 1954 nach Temeswar, wo er bis 1957 in der Werkstatt von Oskar Buchsbaum tätig war. Der Lugoscher baute hier in der Abteilung der ehemaligen Handwerkergenossenschaft „Dinamo“ aus der Fabrikstadt Autokarosserien. Trost befolgte den Rat seines Vaters und spezialisierte sich zu einem guten Handwerker, indem er weitere drei Jahre in Kronstadt/Bra{ov verbrachte. Hier hatte er in einer Autowerkstadt für Karosserienbau gearbeitet. Seiner Meinung nach spezialisiert sich ein guter Handwerker durch das Wandern, weil dieser dadurch verschiedene Arbeitsmethoden kennenlernt. Das sei ähnlich wie im kulinarischen Bereich – in jedem Haus wird anders gekocht.

Schneiden, Hobeln, Drechseln, Bohren
Nach Lugosch zurückgekehrt, arbeitete der heutige DFDR-Vorsitzende zusammen mit drei Lehrlingen in der Werkstatt von Carl Trost. „Mein Vater hatte sich in der Fiakerfabrik Karl Guts aus Craiova spezialisiert. Schließlich legte er am 8. Juli 1930 in Stuttgart die Meisterprüfung im Karosserienbau ab. Das brachte ihm trotz der Weltwirtschaftskrise eine einjährige Stelle in den Daimler-Werken“, so Trost. Nach dem Aufenthalt in Deutschland bekam Carl Trost weitere Aufträge in Lugosch, um Karosserien zu bauen. Diesen konnte er gut nachkommen, denn er verfügte über die einzige Holzbearbeitungsmaschine aus der Stadt, auf der bis zu drei Handwerker arbeiten konnten. Die Maschine brachte Rudolfs Großvater, Daniel Trost, aus Deutschland 1902 nach Rumänien. Sie funktioniert auch heute mit vier Pferdestärken und dient zum Schneiden, Hobeln und Drechseln des Holzes. Zusätzlich ist an der Drechselbank eine Bohrmaschine eingebaut.

Vor und nach der Kollektivierung mussten viele Lehrlinge bei Carl Trost die Prüfung zum Stellmacher ablegen. „Ende der 50er mussten wir in die Kollektivwirtschaft eintreten und die Maschine übergeben. Weil wir damals durch die geringen Gehälter nur das Notwendigste verdienten, hatten wir unsere Tagesnorm von 100 Punkten verdoppeln, ja sogar verdreifachen müssen“, erzählt Rudolf Trost. Er musste Stiele für Werkzeuge und verschiedene Pferdewagenteile aus Holz herstellen, bis die Kollektivwirtschaft 1990 aufgelöst wurde und er die Holzbearbeitungsmaschine zurückkaufen konnte.

Ohne den ungarischen Schmied und Freund
Der Rentner sagt, sein Handwerk sei eine physisch schwere Arbeit. Erstens deshalb, weil alles handgemacht wird und zweitens, weil man zusammen mit einem Schmied arbeiten muss, der das Holz beschlägt. Viele Jahre hatte er mit einem ungarischen Schmiedemeister aus der Fatscheter Straße zusammengearbeitet. Dieser hatte jedoch Geld von der Bank geborgt, und weil er es nicht zurückzahlen konnte, sein Haus und die Werkstatt verloren.

Als Rentner hat Rudolf Trost heute kaum Aufträge mehr. Hie und da stellt er einen Werkzeugstiel her. Die Verkaufspreise beginnen bei 5 Lei für einen Hammer- und können bis auf 15 Lei für einen Sensenstiel steigen. Obwohl der DFDR-Vorsitzende die Termine einhält und all den Ratschlägen seines Vaters folgt, ist es oft vorgekommen, dass ihn Menschen nur beauftragten, eine Arbeit zu leisten, diese aber nicht abholen gekommen sind, geschweige denn zu bezahlen.
Die Pferdedroschke „Victoria Mylord“

„Über ein Jahr lang habe ich an diesem Fiaker gearbeitet“, sagt Trost. Die Pferdedroschke gehört einem Bekannten, der Rechtsanwalt ist und hobbymäßig den Wagen nutzt. Es ist ein „Victoria Mylord“-Modell, das um 1920 gebaut wurde. Birken-, Eschen- oder Akazienhölzer hat der Lugoscher verwendet, um die Droschke funktionsfähig zu machen. Dabei musste Trost den ganzen Vorderteil des Wagens neu bauen, weil das Holz morsch gewesen ist. Die Victoria Mylord hat sogar ein neues aufklappbares Verdeck bekommen, das mit Leder bezogen und ausgepolstert werden muss. Zusätzlich muss die Droschke noch lackiert werden. Für seine Arbeit muss Rudolf Trost 8.000 Lei bekommen – nicht viel im Vergleich zu einem nagelneuen „Fiaker“, der etwa 6.000 Euro kostet.

„Rumänische Erfinder haben es nicht leicht“



Der Elektroniker Adrian Morosanu hat bereits 480 Erfindungen / von Andreea Oance

Eine kleine Wohnung in Temeswar dient dem 47-jährigen Adrian Morosanu als Haus und Werkstatt, denn er ist Elektroniker und gleichzeitig Erfinder. So bezeichnet er sich selbst, während er melancholisch seufzt. „Das Leben als Erfinder ist nicht leicht. In Rumänien bleiben diese meistens unbekannt. Nur die Leidenschaft bewegt einen Erfinder, weiter zu forschen. Finanziell lohnt es sich ganz und gar nicht“, sagt der Temeswarer Erfinder mit Tränen in den Augen.

Adrian Morosanu – 200 seiner Erfindungen wurden patentiert.
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480 Erfindungen zählt Morosanu insgesamt. 200 davon wurden bereits patentiert, die meisten in Australien. 1999 lud ihm ein alter Freund, ebenfalls Elektroniker, aufs Kontinentland ein. Mehr als ein halbes Jahr arbeitete er dort, um sich Geld zu verschaffen, profitierte aber von der Gastfreundschaft der Australier und ließ einige seiner Erfindungen registrieren. In Australien wird das Patent einer Erfindung acht Jahre lang geschützt, in Rumänien bloß zwei. „Dein Produkt bleibt nach zwei Jahren ungeschützt“, sagt Adrian Morosanu.
In seinem kleinen, überfüllten Wohnzimmer steht in der Mitte ein Tisch voller elektronischen Teilchen, rundherum sind Berge voller Kisten und Kästchen. „Hier befindet sich mein Schatz“, sagt er. Und sein Schatz besteht aus Erfindungen.
Der klassische Brutkasten diente ihm als Inspiration dafür, einen verbesserten Holzbrutkasten zu bauen.
Fotos: Zoltán Pázmány

Er erinnert sich zurück, als er seine erste Erfindung mit 21 Jahren fertigstellte: ein Edelsteindetektor. Dieses bereitete ihm damals auch zahlreiche Unannehmlichkeiten: Die rumänische Securitate hat ihn zu Hause abgehört und ihn bei einem Verhör verprügelt.


Heutzutage beschreibt er sich zusammen mit seinem 15-jährigen Sohn als ein großer Radler. So kam er auch auf die Idee, eine Alarmanlage für das Fahrrad zu basteln. Etwa 65 Lei kostet die Schutzvorrichtung, die in Australien brevetiert wurde. Diese kann beispielsweise unter dem Sattel montiert werden. Wenn die Alarmanlage in Funktion ist und jemand das Fahrrad von dieser Stelle bewegen will, beginnt die Vorrichtung starken Lärm zu machen. Die Diebe werden davon abgeschreckt.


Nicht nur Elektronik ist seine Leidenschaft, sondern auch die Landwirtschaft. So entstanden auch sehr viele Erfindungen, die auf Landwirtschaft beruhen. Zum Sprenglersystem hat Adrian Morosanu einen Sturmdetektor erfunden. Der „gescheite“ Detektor spart Wasser und Energie, denn er spürt, wenn der Sturm oder Regen kommt und stellt die Anlage ab. „Ich wollte den Bauern eine hilfreiche Hand reichen“, sagt Moro{anu. Die meist verkaufte Vorrichtung ist jedoch eine „Vogelscheuche“. Der „Panik-Generator“, wie er sie nennt, dient zum Verschrecken der Vögel, aber auch der kleinen Tierchen. „Das war meine komplizierteste Erfindung: Es gibt zahlreiche Vogelarten, viele davon reagieren gar nicht mehr auf Geräusche. Ich musste aber auch das Ohr des Menschen schützen, so dass ich eine besondere Geräuschfrequenz auswählen musste“, erinnert sich der Elektroniker. Die Vorrichtung kostet etwa 85 Lei.


1993 hat er die Firma „Mustang-Electronic“ gegründet. Zurzeit hat er die Tätigkeit der Firma ausgesetzt und arbeitet allein zu Hause. Unter seiner Internetadresse http://mustang-electronic.piczo.com können seine Erfindungen bestellt werden. Einige seiner „Vogelscheuchen“ hat er auch für den Temeswarer Flughafen verkauft. Bestellungen bekommt er aus dem ganzen Land.


Eine andere wichtige Erfindung für einen Bauernhof ist ein weiter entwickelter Eierbrutkasten. Dieser wird aus Holz gebaut, denn so wird die Wärme konstant erhalten. Im Brutkasten können bis zu 300 Eier eingesetzt werden.


Adrian Moro{anu ist aber bei der Erklärung seiner Erfindungen ziemlich zurückhaltend, denn er weiß, wie wichtig eine einfache Idee ist. „Ich will der Konkurrenz keine Gratis-Ideen liefern. Die Idee ist das Wichtigste. Ich weiß aus eigener Erfahrung, einem Elektroniker fällt es sehr leicht, bloß den Namen eines Produktes zu hören und schon kann er sich vorstellen, wie es hergestellt wurde“, schließt Morosanu.

Eine kleine, lebendige Literaturszene


„Signale“, NZ-Beilage für Literatur und Kunst der Ungarndeutschen

Was eine kurze Begegnung mit den ungarndeutschen Autoren Johann Schuth und Angela Korb im Rahmen einer Stafette-Lesung im Temeswarer AMG-Haus nur andeuten konnte, das lässt die letzte Ausgabe der „Signale“, der Beilage für Literatur und Kunst des Budapester ungarndeutschen Wochenblatts „Neue Zeitung“, detailliert aufscheinen.

Auf 16 Seiten wird die gesamte Tätigkeit des Verbandes der Ungarndeutschen Autoren und Künstler VUdAK im Jahr 2008 zusammengefasst. Die Publikation – Für die Redaktion zeichnen Johann Schuth und Angela Korb – vermittelt das Bild einer der heutigen rumäniendeutschen Literatur ähnlichen kleinen aber sehr aktiven Literaturszene.

Ein geschichtlicher Rückblick deckt uralte Wurzeln des Deutschtums auf: Die ersten Deutschen kamen schon um 1000 ein, die größte Einwanderungswelle erfolgte nach der Türkenherrschaft, als 1700-1750 deutsche Siedler die fast menschenleeren Gebiete Pannoniens, der Batschka und des Banats besiedelten.

Deutschsprachige Literatur hatte in Ungarn schon vor 1919 vor allem in den Städten Tradition. Als Geschichtsstunde der ungarndeutschen Literatur kann die Anthologie „Tiefe Wurzeln“ (1974) angesehen werden. Aus der Sektion der Deutschschreibenden (1955) wurde 1992 der VUdAK (Vorsitzender Johann Schuth), der heute 45 Mitglieder zählt . Außer dieser Beilage haben die ungarndeutschen Schriftsteller mit dem Wochenblatt „Neue Zeitung“, dem Deutschen Kalender und dem Jahrbuch der Ungarndeutschen weitere regelmäßige Publikationsmöglichkeiten. Seit 1992 wurden in der Reihe Literatur 13 Bände , in der Reihe Kunst sechs Bände veröffentlicht. Einen Überblick über das neueste Schaffen ungarndeutscher Literaten vermittelt vor allem die jüngste Anthologie „Erkenntnisse 2000“ (2005). Über rege Austausche und gute Beziehungen zu anderen kleinen Literaturen, die der deutschen Minderheiten aus Europa, gibt die vor Kurzem erschienene Anthologie „Seitensprünge“, Folio- Verlag Bozen-Wien 2009, Auskünfte.

Darin sind jeweils zehn Autoren aus Ungarn, Südtirol und aus der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens mit ihren Texten vertreten.(bw)

Meisterwerke serbischer Malerei


Ausstellung des Nationalmuseum in Beograd/ Von Iulia Sur

Unter dem Titel „Ein Jahrhundert serbische Malerei. 1850-1950. Meisterwerke aus der Sammlung des Nationalmuseums in Belgrad“ („Un secol de pictura sarba. 1850-1950. Capodopere din colecţia Muzeului Naţional din Belgrad“) tritt die Kultureinrichtung aus dem Nachbarland derzeit im Nationalen Kunstmuseum in Bukarest auf. Insgesamt 150 Gemälde, Zeichnungen und Kupferstiche werden bis zum 14. Juni d.J. dem rumänischen Publikum präsentiert. Dieses Kulturevent konnte Dank einer Zusammenarbeit zwischen dem zurzeit Sanierungsarbeiten unterzogenen Serbischen Nationalmuseum und dem Nationalen Kunstmuseum in Bukarest zustande kommen. Die Ausstellung genoss die Schirmschaft der Präsidenten der beiden Länder, Boris Tadić und Traian Basescu.

Stevan Aleksić: „Der Künstler und die Muse“ (1900). Aus der Sammlung des Nationalmuseums in Belgrad. Fotoreproduktion nach dem Katalog der Ausstellung.

Es handelt sich eigentlich um eine Premiere, da bisher eine so umfassende Auswahl serbischer Kunstwerke zum ersten Mal auf der internationalen Szene gezeigt wird. Dazu die Leiterin des Nationalmuseums in Belgrad, Dr. Tatjana Cvjetičanin: „Ausgestellt sind Malerei und Graphik, die von einigen Kunstschaffenden stammen, die sich in der wichtigsten Zeitspanne der Entwicklung der serbischen Kunst vom Biedermeier zum Romantismus bis hin zur abstrakten Kunst geformt haben.“


Unter den Exponaten befinden sich auch Arbeiten der ersten in Serbien anerkannten Malerin Katarina Ivanović (1811-1882). Eines ihrer Meisterwerke, das ihr künstlerisches Können und ihre Begabung voll zur Geltung bringen, ist wohl ihr Selbstbildnis (1836), das auch für das Plakat sowie für den Umschlag des Ausstellungskatalogs ausgewählt wurde.


Einige der ersten serbischen Maler lebten und schufen im heute rumänischen Banat, beispielsweise der Porträtist und Heiligenbildermaler Nikola Aleksić (1808-1873), dessen Enkel Stevan Aleksić (1876-1923) oder Konstantin Dani(e)l (1802?-1873). (Die Banater Zeitung stellte sie in der Serie „Unser Gemälde der Woche. Aus der Sammlung des Temeswarer Kunstmuseums“, vor.) Dani(e)l, den beide Länder zu ihren Künstlern zählen, malte außer Ikonostasen in den Kirchen in Pančevo, Uzdin, Dobrica und Jarkovac auch die Ikonostase in der serbisch-orthodoxen Kathedrale in Temeswar.Werke dieser drei Maler sind auch im Sammelgut des Kunstmuseums in Temeswar, namentlich der Sammlung Banater Malerei, enthalten.


Eine große Anzahl von (Selbst)Bildnissen kamen auch in der Künstlerfamilie Aleksić zustande. In den Bukarester Nationalen Kunstgalerien kann nun ein „Familienporträt“ (ca. 1860) von Nikola Aleksić und das Ölgemälde „Der Künstler und die Muse“ (1900) von Stevan Aleksić gesehen werden. Letzteres zeigt den Künstler mit geschlossenen Augen an seinem Schreibtisch sitzend. Hinter ihm die Muse. Sein Kopf lehnt er voller Vertrauen an die Brust und Schulter der Muse, die ihm sanft das Geheimnis der Kunst, dem Inbegriff seines Lebens, mit schützend erhobener rechter Hand ins Ohr flüstert, während ihre Linke auf der Schulter des Künstlers liegt. Mit vollkommner Hingabe hört ihr der Maler, der sein Leben der Kunst widmete, zu und ist dabei, das Geheimnis niederzuschreiben. Die warme Farbenplatte stärkt diesen Eindruck des absoluten Vertrauens und der Betrachter möchte nun selbst das Aufgeschriebene erfahren. Es soll jedoch seinen Augen für immer verborgen bleiben.


Zum Werk von Stevan Aleksić äußert sich Elena Miklósik, Kuratorin der Sammlung Banater Malerei des Temeswarer Kunstmuseums: „Der Realismus seiner Gemälde wird mit einem vom Künstler absichtlich gewählten Impressionismus assoziiert, so dass sich der Betrachter in derselben Atmosphäre wiederfindet, wie der Autor selbst im Schaffensmoment“.

Italienische Eel


Irgendwie kann mer jo saan, tass tes Timisoreana-Bier des „Ital Oil“ („Italienische Eel“) for tie Männer is. Awer losst sich te Hai-Waan uf tem Pild aach mit eem italienische Luxus-Auto „Ferrari“ vergleichn?

Tes Pild stammt aus tem Apparat vum Pázmány Zoli

Investore

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Mer lewe jetzet in a Kriesezeit. Des macht die Leit erfinderisch, wie se zu Geld komme solle. Von dem wer ich halt a Gschicht verzähle. In a Dorf sin mol zwaa Leit komm. Der aani war a Investor, der anri war sei Mitarweiter. Die han im Dorf kundgetun, dass se Krotte kaafe wolle, un fir a jedi Krott krien die Leit 10 Euro. Aso, die Mensche sin sammle gang un han aa vieli Krotte von dere Kaul gebrung.
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Am anri Tach hat der Investor gsaat, das er heit fir a jede Krott 20 Euro gewe tut. Das war a Freid un die Leit han hunerte oder sogar tausende Fresch gebrung un han scheenes Geld gekriet. Am dritte Tach hat der Investor gsaat, er muss fir drei Täch fort gehe, awer wenn er zurick komme tut, dann zahlt er fir a jede Frosch 60 Euro. Sei Mitarweiter is awer dort gebliewe fir uf dem Boss zu warte. Do hat awer er dene Leit gsaat er verkaaft ihne die Fresch mit fufzich Euro, weil kani Krotte mer ware, un wenn der Investor zurick komme tut, dann kenne die Leit ehm die Fresch mit 60 oder sogar mi 70 Euro verkaafe.

Die Leit ware froh un han die Krotte alli mit dem doppelte Preis zurickgekaaft. Am anri Tach hätt solle der Investor komme un ihne die Krotte abkaafe, awer des war nit so. Der is nimi zurick komm, un sei Mitarweiter is aa verschwun. So sin die Leit mit zehntausende von Euros Schade gebliewe, awer sie han ihre Krotte bhalle kenne.

Sieht ihr, in der Krisezeit wert mer erfinderisch, awer manche kenne drufzahle. Aso owacht gen!
Des tut eich rote
Eier Kummersch Resl aus Bschenowa